Freilufthalle vs Kalthalle

Das Beste aus beiden Welten

Freilufthalle vs. Kalthalle

About

Die Art und Weise, wie wir Sport treiben, wird immer differenzierter und individueller. Unsere Sportanlagen müssen sich diesen Veränderungen anpassen.

Kernsportstätten wie Sportplätze und Sporthallen müssen sich weiterentwickeln, und das tun sie auch. Daneben werden zunehmend kleinere Anlagen benötigt, die schnell erreichbar und auch ohne Vereinsbindung oder Mitgliedschaft nutzbar sind.

Als Ergänzungen zur klassischen Normturnhalle haben sich daher Freilufthalle und Kalthalle etabliert – die eine mehr, die andere weniger.

Sporthalle

Eine Sporthalle (auch Turnhalle genannt) ist ein komplett umbauter und überdachter Raum, in dem Sport getrieben werden kann. Ihre Entwicklung geht auf den bereits 1811 von Friedrich Jahn entwickelten Turnplatz in der Berliner Hasenheide zurück, ursprünglich allerdings noch ohne Überdachung.

In Deutschland werden nach den Bauvorschriften der Länder bestimmte Maße vorgeschrieben oder empfohlen. Mit Rücksicht auf die Spielfeldabmessungen der gängigsten Sportarten sind die Hallen meist zwischen 15 x 27 Metern (Einfachhalle) und 45 x 27 Metern (Dreifachhalle) groß.

Im Zuge der Ausdifferenzierung unseres Sportverhaltens hat sich auch der Bautyp Sporthalle weiter entwickelt: Oft werden sportliche und gesellschaftliche Angebote in ein und derselben Halle organisiert, wodurch sich ein umfangreicheres Raumprogramm ergibt. Je nach Nutzung sind auch Zuschaueranlagen enthalten.

Die Sporthalle ist hinsichtlich der Bau- und Betriebskosten die aufwändigste Variante. Gleichzeitig ist sie für viele Formen des Schul- und Wettkampfsports absolut unverzichtbar.

Kalthalle

Es ist nicht einfach, große Hallen zu beheizen – und es ist teuer. Daher kommen vielfach Kalthallen zum Einsatz, vor allem als Lagerhallen. In diesem Fall spielt die klimatechnische Ausstattung meist kaum eine Rolle. So gut wie keine Gebäudetechnik und dünne Außenwände sparen eine Menge Geld, sowohl beim Bau als auch beim Betrieb der Hallen.

Kalthallen werden meist mit Satteldachkonstruktionen und Trapezblech-Verkleidungen überdacht. Für den Sportbetrieb werden sie in der Regel mit Kunstrasen ausgelegt. Kalthallen mit perforierten, luftdurchlässigen Fassaden sind sie eine sehr gute Wahl in Ländern, in denen häufig die Sonne scheint, zum Beispiel im Süden Europas. Ein wunderbares Beispiel ist Es Puig dèn Valls auf Ibiza.

In Bau und Betrieb sind Kalthallen deutlich günstiger als die klassischen Sporthallen, allerdings teurer als Freilufthallen. Für die Sportnutzung sind sie nur bedingt zu empfehlen, da das Belüften solcher Hallen ohne Klimatechnik bei regelmäßiger Sportnutzung kaum zu machen ist.

Kalthallen bieten also keine frische Luft, sondern verbrauchte. Wer jemals bei seinem Sport die abgestandene Luft des Handballtrainings aus der Vorwoche einatmen durfte, kennt das Problem.

Freilufthallen

Freilufthallen sind eine kostengünstige Alternative zu den Kalthallen, die für den Sport sehr viel besser geeignet ist. Sie bieten eine überdachte Sportfläche an der frischen Luft. Die Größe der Sportfläche richtet sich, wie in der Turnhalle, nach den Spielfeldabmessungen der gängigen Sportarten und den Bedürfnissen von Bauherren und Nutzern. Die Freilufthalle vereinigt traditionelle Bauformen wie Sportplatz und Sporthalle zu einem neuen Typus – sozusagen das Beste aus beiden Welten.

In warmen Ländern sind solche Hallen relativ verbreitet, wenn auch nicht standardisiert. Dort übernehmen sie ganz nebenbei auch noch wichtige soziale und kulturelle Funktionen, zum Beispiel als Jugendzentrum oder Veranstaltungsort wie Barrancabermeja in Kolumbien.

Die Freilufthalle der Universität Oldenburg ist vermutlich die erste in Deutschland gebaute. Sie wurde bereits 1981 von Prof. Jürgen Dieckert und Jürgen Koch realisiert. Es handelte sich schon damals um eine multifunktionale Sportfreianlage (36m x 48m) mit teilweise lichtdurchlässiger Überdachung und seitlich abschirmenden Spielwänden und Schutzpflanzungen.

Und das alles an der frischen Luft, das ganze Jahr über.

Standardisierung

Seit einigen Jahren werden Freilufthallen standardisiert angeboten und gebaut. Diese Entwicklung ist für den Siegeszug dieses Typus entscheidend, denn nun sind sie funktional und wirtschaftlich präzise planbare Größen. Wenn Konstruktionsraster und Spielfeldgrößen aufeinander abgestimmt sind, werden Erweiterungen und Kombinationen einfach umsetzbar – und das unter ausgesprochen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Die Konstruktion besteht meist aus einfachen Stahl- oder Holzträgern, die Deckung aus Blechen oder Membranen, die natürlich auch transluzent ausgeführt sein können. Ihre Bau- und Betriebskosten sind die niedrigsten der drei Typen, obwohl sie ganzjährig nutzbar sind.

Eine funktional wie praktisch sehr sinnvolle Weiterentwicklung der Freilufthalle ist ein Bandensystem, wie es in den Hallen von McArena schon lange Standard ist. Hüfthohe Banden halten den Ball im Spiel, machen damit das Spiel schnell und ersparen den Sportlern das lästige Ballholen – zum Beispiel in der GFA Arena in Simmern. Ganz nebenbei lassen sich die Banden sehr gut als Werbeflächen nutzen und tragen damit zur Refinanzierung der Investition bei.

Solch multifunktionale Standardmodule sind natürlich auch bestens geeignet, um sich den stetig ändernden Wünschen der Sportler flexibel anzupassen.

Sportverhalten

Unser Sport wird immer individueller und konsumorientierter, unsere Bindung an Vereine und die klassischen Kernsportstätten hat spürbar nachgelassen. Auch der kicker, Deutschlands größte und wichtigste Fußball-Fachzeitschrift, schlug bereits Alarm: „Deutschland verliert 3450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ Die Gründe sind vielfältig und heißen vor allem Pubertät, aussterbende Dorfvereine, Ganztagsschule, Fitnessstudio und PlayStation. Das alarmierende Resultat heißt jedenfalls Bewegungsmangel.

Dieser bedrohlichen Entwicklung können regeloffene, kostengünstige Sportanlagen entgegenwirken, und das am besten in der Nachbarschaft.

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hat bereits im Jahr 2009 „Grundlagen zur Weiterentwicklung von Sportanlagen“ veröffentlicht, die zuletzt unter dem Titel „11 Thesen zur Weiterentwicklung von Sportanlagen“ 2018 fortgeschrieben wurden. Ein Kernsatz lautet, dass „die größere Nachfrage nach gedeckten Sportanlagen, insbesondere nach kleineren möglichst multifunktionalen, leicht erreichbaren Sporthallen und sonstigen Sporträumen im Quartier/Stadtteil sowie nach mehr frei zugänglichen Sportanlagen eine entsprechende Anpassung der Sportstätteninfrastruktur“ erfordert.

Genau diese Anpassung bietet die Freilufthalle – als Ergänzung einer bestehenden Sportanlage oder als neuer, sportorientierter Nachbarschaftstreff.

Betrieb und Finanzierung

Bei Planung, Bau und Betrieb von Freilufthallen entstehen neue Modelle und Kooperationen zwischen Kommunen, privaten Investoren und Vereinen.

Wenn der Verein als Bauherr und Betreiber auftritt, kann er die Nutzung und Vermarktung ganz eigenständig regeln. Wenn Verein und Kommune das unternehmerische Risiko scheuen, kann auch ein Investor wie McArena als Bauherr und Betreiber auftreten. Dann ist der Verein der Mieter der Halle: Bau- und Betriebskosten bleiben beim Betreiber, Einnahmen und Gewinne natürlich auch.

Natürlich können auch Stadt und Kommune als Bauherr und Betreiber auftreten. Je nach Standort und Einzugsgebiet kann die Halle dann an mehrere Vereine oder Gruppen verpachtet oder vermietet werden.

Vermarktung

​Durch die Vermietung der Halle an Dritte und die Vermarktung der Banden, Namensrechte und weitere Sponsoring-Maßnahmen können die Baukosten schnell wieder eingespielt werden. Ein Beispiel dafür ist die Rhein-Hunsrück Arena.

Der personelle Aufwand für die Verwaltung der Hallen ist sehr gering, denn sie erfolgt weitgehend automatisiert via Internet oder App: Jeder Nutzer (Vereine, Gruppen, Firmen, Schulklassen, Kindergärten) können ihre Wunschzeiten über ihr eigenes elektronisches Benutzerkonto reservieren und auch bezahlen.

Außerdem verfügen die Hallen über eine automatische Gebäudesteuerung, ein Kamera- und ein Zugangssystem.

Sport und Corona

Die Corona-Krise hat auch den Sport zwischenzeitlich vollständig zum Erliegen gebracht. Der Spiel-, Trainings- und Wettkampfbetrieb in Vereinen und Verbänden wurde eingestellt. Nun kehrt auch der Breitensport vorsichtig zurück – aber wie und vor allem: wohin?

Es kann als sicher angenommen werden, dass die Ansteckungsgefahr drinnen wesentlich größer ist als draußen. Dies deutet auf eine bedeutende Aerosol-Komponente bei der Übertragung hin. Für das praktische Leben kann das bedeuten: Fenster auf, Türen auf, Ventilator nutzen, Luftstrom erzeugen. Dann wird die Aerosol-Komponente zum Fenster hinaus befördert.

Die Anwendbarkeit dieser Bordmittel auf geschlossene Sportanlagen wird sich herausstellen. Auf der wesentlich sichereren Seite ist der Sport in jedem Fall, wenn er an der frischen Luft betrieben wird. Das kann man als deutlichen Hinweis auf die zukünftig noch weiter wachsende Bedeutung on Freilufthallen verstehen.

Fazit

Natürlich werden auch zukünftig regelgerechte und voll ausgestattete Sportanlagen und Sporthallen unverzichtbar sein. Auch hier spielen Architektur und Gestaltung eine sehr große Rolle, insbesondere für den Schulsport (Gammel Hellerup), den Wettkampfsport (SAP Garden) und den Leistungssport (Centre d’athlétisme in Louvain-la-Neuve).

Gleichzeitig haben sich jedoch Profil, Spektrum und Wünsche des Breitensports wesentlich verändert: So treiben immer mehr Kinder, Menschen mit Einschränkungen und ältere Menschen Sport – allerdings nicht so häufig klassischen Wettkampfsport. Sie sorgen dafür, dass der Bedarf an kleineren und überdachten Sportanlagen in der Nachbarschaft ansteigt, und zwar deutlich.

Jüngere und nicht mehr so mobile ältere Nutzer sind auf Angebote in kurzer Entfernung angewiesen. Sie wollen ihrem Sport spontan, komfortabel und zeitlich flexibel nachgehen. Die Kombination aus zeitgemäßen Kernsportstätten und bedarfsgerechten Weiterentwicklungen wie der Freilufthalle kann genau das bieten.

Anders gesagt: Das Ding hat Zukunft.

Autor

Johannes Bühlbecker
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Paracelsus Bad & Kurhaus

Nackt über Salzburg

Paracelsus Bad & Kurhaus

Berger+Parkkinen Architekten, Agrob Buchtal

About

Das Ende 2019 eröffnete Paracelsus Bad & Kurhaus ist schon deshalb außergewöhnlich, weil es als fünfgeschossige Kur-, Bade- und Saunawelt mitten in der Stadt liegt. Hinzu kommt, dass die Architekten Berger+Parkkinen eine beeindruckende Bauskulptur schufen, die trotz weitläufiger Offenheit ein hohes Maß an Geborgenheit bietet.

Wand- und Bodenfliesen der Serie Savona von Agrob Buchtal spielen dabei eine tragende Rolle.

Lage

Das neue Paracelsus Bad & Kurhaus befindet sich am Rand der als UNESCO-Weltkulturerbe geschützten Salzburger Altstadt – direkt am Kurgarten und am Schloss Mirabell. Hier wird schon seit mehr als 150 Jahren gebadet und gekurt.

Diese Tradition fortzuführen, war eines der wichtigsten Ziele der Stadt Salzburg, als sie beschloss, den in die Jahre gekommenen Vorgängerbau aus den 1950er-Jahren abzureißen und durch einen Neubau mit erweitertem Angebot zu ersetzen.

Gliederung

Wer sich dem Neubau vom Kurgarten aus nähert, stößt auf einen leicht geschwungenen monolithischen Baukörper, dessen Bekleidung aus vertikalen marmorweißen Keramiklamellen für vornehme Offenheit sorgt. Die klassische Gebäudegliederung in Sockel, Beletage und Obergeschoss wird dem Betrachter erst auf den zweiten Blick bewusst.

Sockel

In den drei Ebenen des Sockelgeschosses sind die Gymnastik-, Massage- und Therapieräume des Kurhauses sowie der Eingang und die Umkleiden des Schwimmbad- und Saunabereichs untergebracht.

Hinter der Glasfassade der Beletage ist deutlich die sanft wogende Decke der Schwimmhalle zu erkennen. Darüber befinden sich das Bad- und das Sauna-Restaurant sowie der Saunabereich mit vier Saunen, Dampfbad und Dachterrasse mit Infinity Pool.

Ankommen

Dass es den Architekten gelungen ist, trotz eigenständig artikulierter Bereiche ein gestalterisch einheitliches Gebäude zu schaffen, zeigt sich schon in der Eingangshalle. Im Mittelpunkt steht eine breite Himmelsleitertreppe mit marmorweißem Terrazzostufen und -podesten, die geradewegs unter die wellenförmige Schwimmhallendecke zu führen scheint.

Erst wenn man im 2. Obergeschoss die Kasse zum Bade- und Saunabereich erreicht hat, wird die große Festverglasung erkennbar, die den Eingangsbereich von der Badewelt trennt.

Umkleiden

Nach der Zugangskontrolle kommen die Besucher zunächst in den Umkleidebereich, dessen in hellem Grün und Blau gestreifte Umkleidekabinen an luftige Strandkörbe am Meer erinnern.

In dieses Bild passen auch die 60 cm langen, abwechselnd in 20 und 30 cm breiten Streifen auf Wänden und Böden verlegten Feinsteinzeugfliesen der Serie Savona von Agrob Buchtal. Ihre lebhaften, bewegten Oberflächen im Farbton Kalk sorgen im Zusammenspiel mit der Unregelmäßigkeit des freien Verbands für eine geborgene, erdig-warme Raumatmosphäre.

Auftauchen

Über den oberen Teil der Himmelsleitertreppe gelangen die Badegäste schließlich zur Schwimmhalle mit Sprungturm, Sport-, Kinder- und Familienbecken. Diese Treppe eröffnet Blickbezüge sowohl zur Eingangshalle als auch zum Umkleide- und Badebereich und erleichtert damit die Orientierung im Gebäude maßgeblich.

Besonders eindrucksvoll ist es, wenn Badegäste auf dem Weg nach oben – gleichsam direkt aus dem Boden „auftauchend“ – in der großen, lichtdurchfluteten Schwimmhalle ankommen. Hier finden sie nicht nur eine weitläufige Badelandschaft mit scheinbar schwerelos mäandrierender Anhangdecke vor, sondern auch spektakuläre Ausblicke auf die Salzburger Altstadt und den Kurgarten.

Kontinuum

Im Kontrast zu diesem überwältigenden Natur- und Formenschauspiel steht das zurückhaltende Farb- und Materialkonzept der Badelandschaft. Vorherrschend sind insbesondere die sandbraunen bzw. weißen Oberflächen der Wände und der Decke sowie die ebenfalls komplett mit kalkfarbenen Fliesen der Serie Savona belegten Böden.

Dank der gleichen Größe, Farbe und Verlegungsart wie in der Umkleide und der oberen Himmelsleitertreppe erscheint der gesamte Umkleide- und Badebereich als ein zusammenhängendes Kontinuum.

Den einzigen und somit bestimmenden Farbakzent bilden die in hellem Türkis leuchtenden Wasserbecken, die atmosphärisch an die vielen kristallklaren Gebirgsseen in der Umgebung Salzburgs erinnern. Diese Wirkung basiert auf 12,5 x 25 cm großen Wand- und Bodenfliesen der Serie Chroma Pool im Farbton Türkis Mittel.

„Die Glasur lässt das Wasser auf natürliche Art so erscheinen, als würde es aus eigener Kraft auf diese Weise schimmern“, erklärt uns Architekt Alfred Berger.

Blick zum Mönchsberg

Als integraler Teil der Badelandschaft verfügt auch der Boden des Saunabereichs im 5. Obergeschoss über streifenförmig verlegte Feinsteinzeugfliesen der Serie Savona, hier allerdings in der Farbe Anthrazit. Dieser Farbton harmoniert wunderbar mit den holzbekleideten Wänden – und gleichzeitig mit den dunklen schroffen Mönchsbergfelsen, einem der Wahrzeichen der Salzburger Altstadt.

Die Fliesen finden sich nicht nur in den Erschließungs- und Ruhebereichen, sondern als architektonisches Bindeglied auch in den Duschen und in den teilweise zur Glasfassade orientierten Saunen. „Die Möglichkeit, Savona prinzipiell überall im Bad einsetzen zu können – auf dem Boden und an den Wänden ebenso wie im Wasser und in der Sauna – war für uns entscheidend, als es um die Auswahl einer geeigneten Fliese ging“, sagt Alfred Berger.

Infinity Pool auf der Dachterrasse

Im doppelten Sinn der Höhepunkt eines jeden Saunabesuchs im Paracelsus Bad & Kurhaus ist zweifellos das als Infinity Pool ausgebildete Außenbecken auf der südlichen Dachterrasse. Ein kleiner Teil des Pools dient den Saunagästen als kaltes Tauchbecken, während der Rest als 32° warmes Solebecken ausgeführt ist.

Dank des erhöht auf der Dachfläche positionierten Pools mit hochliegendem Wasserspiegel und außen tief angeordneter Überlaufrinne kann der Blick ungehindert über fast ganz Salzburg schweifen.

Die sanft gerundeten Poolränder und die anthrazitfarbenen 5 x 5 cm großen Mosaikfliesen der Serie Chroma Plural schaffen eine grazile Kleinteiligkeit, die im als Nacktbadebereich konzipierten Pool für ein geborgenes Wohlgefühl sorgt.

Fazit

Auch wenn sich das Gebäude an vielen Stellen zur Stadt öffnet, ist diese Geborgenheit überall erlebbar. Sie entsteht nicht zuletzt durch das angenehm durchgängige Gestaltungskonzept, das auf natürlichen Farben und Materialien beruht und so eine intuitiv-sinnlich erfahrbare Badewelt bietet – ein wichtiger Aspekt an einem Ort, an dem sich Menschen in verletzlicher Nacktheit begegnen.

Das Paracelsus Bad & Kurhaus bietet große Gesten und feinste Details. Es macht seinen Gästen viele verschiedene Angebote in vielen verschiedenen Bereichen. Durch die gekonnte Kombination von fließenden Grundrissen und gehaltvollen Materialien ist es an jeder Stelle ein Erlebnis.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Photos

Michael Christian Peters
Christian Richters

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Architekten

Berger+Parkkinen Architekten
Schönbrunner Straße 213-215
A – 1120 Wien

Eröffnung

2019

Fliesen

Agrob Buchtal GmbH
Buchtal 1
D-92521 Schwarzenfeld

 

Adresse

Paracelsus Bad & Kurhaus
Auerspergstraße 2
A – 5020 Salzburg

 

Pläne

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KUFA-Kreisel

Von 0 auf 1

Der KUFA-Kreisel in Lyss

Influenzer

Ein riesiger Plattenspieler hat aus einem kleinen neuen Kreisverkehr im schweizerischen Lyss (das liegt zwischen Biel und Bern) eine international bekannte Attraktion gemacht.

Initiatoren des Projekts waren der benachbarte Konzertveranstalter KUFA und der Unternehmer Marc Gehri. Der Plattenspieler ist also nicht nur aufgrund seiner runden Form sehr gut geeignet, er stellt auch so zeichenhaft wie witzig eine Nähe zu seiner Umgebung her.

LP der Woche

Die einfachsten Ideen sind ja oft die besten. Der Plattenteller ist so kreisrund wie ein Kreisverkehr und Vinyl schafft einen stimmigen und emotionalen Bezug zur Musik im Allgemeinen und zur KUFA im Besonderen.

Und dennoch war es von der Idee bis zur Umsetzung ein weiter Weg. KUFA, das Bauunternehmen Gehri Aarberg, die Gemeinde Lysss und das Tiefbauamt brauchten einen vier Jahre langen Atem, um ihre Pläne letztlich durch- und umzusetzen.

Neben Planung und Genehmigung war auch der Bau selbst nicht ganz einfach. So waren ehrenamtliche Helfer eine ganze Woche lang damit beschäftigt, die rund 800 Metallplättchen am Plattenteller zu befestigen.

You sexy thing

Seit seiner Einweihung im Mai 2019 wird der KUFA-Kreisel in den sozialen Medien gefeiert. Das Drohnen-Video wurde in kurzer Zeit mehr als 150.000-mal gesehen – welcher Verkehrsplaner kann da schon mithalten?

Gleichzeitig kann man davon ausgehen, dass der „Sexiest Traffic Roundabout on Earth“ auch den Autofahren ein Lächeln abringen kann.

33 ⅓

Man könnte also sagen: Der KUFA-Kreisel ist eine gelungene Mischung aus Funktion, Gestalt und Wiedererkennungswert. Davon profitieren Gemeinde und Sponsoren gleichermaßen.

Was dem KUFA-Kreisel noch fehlt, ist ein Tonarm. Der wurde (bisher) aus Gründen der Sicherheit und knapper Finanzmittel nicht realisiert. Vielleicht kommt das ja noch, wenn gleichzeitig die Geschwindigkeit auf 33 ⅓ reduziert wird.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Bauherr

Gemeinde Lyss
Maarktplatz 6
CH – 3250 Lyss

Eröffnung

2019

Idee & Gestaltung

Kulturfabrik KUFA Lyss
Werdtstrasse 17
CH – 3250 Lyss

Gehri AG Aarberg
Seidengasse 7
CH – 3270 Aarberg

Text

Johannes Bühlbecker
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Photos

Kulturfabrik KUFA Lyss, Thomas Hässig (Drohne)
Gehri AG, Marc Gehri

Video

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Allianz Arena

Über den Wolken

Austausch der Hubkissen in der Allianz Arena

Companeer

Situation

Die Allianz Arena ist das vermutlich schönste und spektakulärste Stadion in Deutschland. Das liegt vor allem an der Architektur von Herzog de Meuron und den gestaltprägenden Fassaden- und Dachelementen. Und am FC Bayern natürlich auch…

Zur Dachkonstruktion der Allianz Arena gehörten insgesamt 19 hydraulisch verfahrbare Kissenelemente. Sie dienten der Entlüftung, waren allerdings sehr wartungsintensiv und häufig nur eingeschränkt nutzbar. Darüber hinaus verschmutzten sie kontinuierlich die Unterhangbahnen unter dem Stadiondach.

Eigentümer des Stadions ist die Allianz Arena München Stadion GmbH, eine 100%ige Tochter der FC Bayern München AG. Die hier verantwortlichen Gebäudetechniker stießen das Projekt an. Eine Sanierung der vorhandenen Technik war aus wirtschaftlichen Gründen keine Option.

Problem & Lösung

Die Hubkissen sollten also durch eine robustere Lösung ersetzt werden – eine Lösung, die in 52 Metern Höhe noch zu montieren war.

Bei solch kitzligen Aufgaben kommt Companeer ins Spiel. Die Stadionspezialisten aus München haben, in Zusammenarbeit mit Fachplanern und -firmen, zunächst das Konzept für den Ersatz des hydraulischen Kissenelemente erarbeitet. Dann wurde gemeinsam mit dem Objektüberwacher R+R Fuchs PartGmbB die Umsetzung festgelegt.

Zur Anwendung kamen elektrisch angetriebene Lamellenelemente, welche die komplizierten und aufwendigen hydraulischen Kissen ersetzen.

Hubschraubereinsatz

In einem ersten Schritt wurden im Jahr 2018 zunächst vier der insgesamt 19 Hubkissen ausgetauscht. Diese mussten sich zunächst über eine Sommer- und eine Winterperiode beweisen. Das Ergebnis waren kleinere Anpassungen, insgesamt jedoch bewährten sich die neuen Lamellenelemente auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen bestens. Selbst bei strengen Minustemperaturen war eine Öffnung der Lamellen jederzeit möglich.

Also wurden in zwei weiteren Bauphasen die verbleibenden 15 Hubkissen durch neue Elemente mit einem Gewicht von jeweils knapp 1,5 Tonnen ersetzt – in 52 Metern Höhe. Dazu wurden immer ein Lastenhubschrauber und viel Geschick erforderlich und aufgebracht. Die maximal zulässige Traglast des Hubschraubers wurde fast komplett ausgereizt.

Companeer betreute auch die Vergabe und die anschließende Projektsteuerung auf der Baustelle, inklusive der Koordination am Flugtag.

Hat alles bestens geklappt.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Projektsteuerung

Companeer GmbH
Parkstr. 22
D – 80339 München 

 

Metallbau

Erhard Brandl GmbH & Co. KG
Eichstätter Str. 16
D – 85117 Eitensheim

 

Adresse

Allianz Arena
Werner-Heisenberg-Allee 25
D – 80939 München

Helikopter

Wucher Helicopter GmbH
Hans-Wucher-Platz 1
A – 6713 Ludesch

 

Höhen- und Anschlussarbeiten

Membranbau Sieber GmbH
Seeoner Str. 10
D – 83119 Obing

Photos

Companeer GmbH
Groezi auf Pixabay
Richard Bartz, Munich aka Makro Freak

Eröffnung

2013

Text

Johannes Bühlbecker
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Spielplatz der Nationen

Farben, Fahnen, Fallschutz

Der Spielplatz der Nationen in Magdeburg

REGUPOL

Besonders

In Magdeburg gibt es mehr als 130 Spielplätze. Der jüngste ist der „Spielplatz der Nationen“ im südwestlichen Stadtteil Sudenburg. Das Besondere daran ist der fugenlose Fallschutzbelag. Er zeigt eine Europakarte mit allen Hauptstädten. Realisiert hat den Boden REGUPOL aus Bad Berleburg.

Bereichernd

Der Spielplatz der Nationen bereichert die Gegend ungemein. Der hier bereits vorhandene Spielplatz wurde großzügig um 1.200 m² auf eine nun 3.200 m² große Fläche für Spiel und Freizeit erweitert. Hier kann man nun gleichzeitig spielen, lernen und entspannen, und das vor farbenfroher Kulisse, die generationsübergreifend alle Besucher und ihre Begleiter ansprechen dürfte.

Lage

Im Westen grenzt der Spielplatz der Nationen an die Straße „Langer Weg“, im Süden an Wohnbebauung. Auf den anderen Seiten öffnet er sich zum Schulhof der Grundschule Sudenburg, benachbarten Sportanlagen und einem naheliegenden Kindergarten. Für Auslastung ist also gesorgt.

Fallschutz und Seilkonstruktion

Das Besondere und Spektakuläre ist die neu gebaute Erweiterungsfläche. Gestaltprägend ist der fugenlose playfix Fallschutzbelag, der eine Landkarte von Europa und all seinen Hauptstädten zeigt. Darauf steht eine Spielkombination zum Balancieren, Klettern und Rutschen mit Balancierseilen, einer Seilwippe, einer Slackline und einer Röhrenrutsche. Ein weiteres schönes Detail: Auf den Seiltürmen wehen die Flaggen der Partnerländer der angrenzenden Grundschule.

Die Umsetzung

Das Aufbringen des Fallschutzes in dieser Form war ein durchaus anspruchsvolles Vorhaben, für das erfahrene Experten benötigt wurden. In Zusammenarbeit zwischen REGUPOL und der Teu2Tec wurden detailgetreue Schablonen von Europa für die Realisierung der Maßnahme entwickelt.

Die farbige EPDM-Nutzschicht wurde mit Hilfe der Schablonen aus REGUPOL Bahnenware nach einem genauen Rasterplan auf der Basisschicht verlegt. Die Schablone wurden so hergestellt, dass sie sowohl die Konturen Europas als auch die der Uferzone darstellten. So war es den Experten von REGUPOL möglich, beides in einem Arbeitsgang herzustellen.

Die Schriftzüge mit den Hauptstädten wurden vorgefertigt und auf Trägergewebe geliefert. Vor Ort wurden die einzelnen Teile eingemessen und mit Kleber auf der Basisschicht fixiert. Im Anschluss wurde die aus erdgelb und maigrün gemischte EPDM-Deckschicht „Europa“ eingebracht.

REGUPOL lieferte und installierte den fugenlosen playfix Fallschutzbelag. Schablonen, Schriftzüge und Sterne stammen von Teu2Tec aus Gütersloh.

Das Trampolin

Südlich von „Europa“ befindet sich eine vergleichbar gestaltete Fläche. Zur regenbogenblauen Grundfarbe wurden zwölf citrogelbe, vorgefertigte Sterne eingebracht. Auch hier wurden die Sterne auf die Basisschicht geklebt und im Anschluss die regenbogenblaue Grundfarbe angearbeitet. Diese 26 m² große Fläche symbolisiert die Flagge Europas. In diese Fläche integriert ist ein Trampolin, auf dem bis zu acht Kinder gleichzeitig Spaß haben können.

Zum Projekt gehört außerdem ein Sandspielbereich unter Bäumen im Westen. Hier findet sich eine Nestschaukelkombination mit Schaukelsitz und Vogelnestschaukelkorb für die jüngeren Kinder.

Farben, Fahnen, Fallschutz

Die gesamte Fläche ist mit verschiedenen, teils poppig bunten Sitzbänken, Abfallbehältern und Fahrradbügeln ausgestattet. Den nördlichen Abschluss bildet ein besonders generationsübergreifender Bereich mit Tischtennisplatte, Standkicker und einer Boulefläche. Hier begegnet man sich bei gemeinsamen Aktivitäten. Darüber hinaus sind die Rasen- und Gehölzflächen, die die Spielbereiche umschließen, neu angelegt worden.

Der Spielplatz der Nationen ist sehr gut zoniert und gestaltet. Generationsübergreifend. Seine Einmaligkeit verdankt er der schönen europäischen Grundidee und der wunderbaren Umsetzung mit viel Farbe, Fahnen und vor allem Fallschutz.

Das waren wir.

Projektdaten und beteiligte Firmen

Schablonen & Schriftzüge

Teu2tec GmbH
Senner Str. 32
D – 33335 Gütersloh

Photos

Teu2tec

Spielflächen & Fallschutz

REGUPOL BSW GmbH
Am Hilgenacker 24
D-57319 Bad Berleburg

Text

Johannes Bühlbecker
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Bauherr

Stadt Magdeburg

Adresse

Langer Weg
D – 39112 Magdeburg

Eröffnung

19. August 2019

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For Forest

Das Stadion als Blumentopf

FOR FOREST im Wörtherseestadion Klagenfurt

Littmann Kulturprojekte

Klagenfurt

Am 8. September 2019 wurde „FOR FOREST – Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ eröffnet. „FOR FOREST“ ist eine temporäre Installation des Künstlers Klaus Littmann. Sie verwandelt das Wörthersee Stadion in Klagenfurt in einen mitteleuropäischen Wald mit 299 Bäumen. Es geht um Entwaldung und Klimawandel. FOR FOREST ist bis zum 27. Oktober 2019 bei freiem Eintritt geöffnet.

Klima

FOR FOREST setzt sich mit Klimawandel und der sogenannten Entwaldung auseinander. Wikipedia erklärt Entwaldung als Umwandlung von Waldflächen in andere Nutzungsformen. Dabei gehen Lebensräume und die sozio-ökonomische Funktionen des Waldes verloren. Die weltweite Entwaldung ist gemeinsam mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe eine der maßgeblichen Ursachen für die globale Erwärmung.

Die Inspiration zu FOR FOREST entnahm Klaus Littmann der mehr als 30 Jahre alten Bleistiftzeichnung „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ des österreichischen Künstlers und Architekten Max Peintner.

Mit der Installation soll unsere Wahrnehmung von Natur und ihrer Bedeutung sensibilisiert werden. Es besteht nämlich die Gefahr, dass wir die Selbstverständlichkeit der Natur eines Tages nur noch in speziellen Gefäßen bestaunen können. Ungefähr so, wie wir in den Zoo gehen, um uns Tiere anzusehen. Sagt jedenfalls Klaus Littmann.

Im Gegensatz zu einem Zoo sind die Ausstellungsobjekte hier allerdings wenig exotisch, sondern vor allem heimisch: Der vom Landschaftsarchitekten Enzo Enea gestaltete Wald zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Artenvielfalt von Silberbirke, Erle, Espe, Silberweide, Hainbuche, Feldahorn und Stieleiche aus.

Wahrnehmung

Das Wörtherseestadion wurde anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz neu gebaut. Entworfen hat es der renommierte Architekt Albert Wimmer. Das Stadion ist die Heimat des Zweitligisten Austria Klagenfurt, der bei seinen Heimspielen allerdings meist nur 1.000 Zuschauer begrüßen kann.

Schon deshalb ist es gut, dass dieses bedeutende Bauwerk mit seinen 30.000 Zuschauerplätzen zumindest zwischenzeitlich wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt, und zwar als Schauplatz von Kunst.

Von der Tribüne aus können Besucher die Waldfläche aus ungewohnter Perspektive betrachten. Dieses fiktional wirkende Bild soll bei den Besuchern ganz unterschiedliche Wahrnehmungen und Reaktionen auslösen. Je nach Tages- oder Nachtzeit bilden die Bäume eine sich ständig verändernde Landschaft, die sich durch Witterungseinflüsse und die Farben des Herbstes weiter verändern wird.

 

Danach

Nach dem Ende der Installation wird der Wald an einen öffentlichen Ort in der Nähe des Wörtherseestadions verpflanzt und bleibt als lebendige, sich weiter verändernde „Waldskulptur“ erhalten. Hierzu ist ein Pavillon geplant, indem das Projekt dauerhaft dokumentiert wird und von Schülern und Studenten genutzt werden kann.

FOR FOREST wird von einem vielfältigen Rahmenprogramm themenverwandter Veranstaltungen und Ausstellungen begleitet. Das Wörtherseestadion wird auch als Kulisse für Aufführungen und Proben des Wiener Burgtheaters dienen.

Finanziert wird FOR FOREST durch „private Ermöglicher“ und Mäzene, Firmen und Sachleistungen. Es besteht auch die Möglichkeit, das Projekt durch Baumpatenschaften zu unterstützen.

In den ersten 14 Tagen hatte die Installation bereits 60.000 Besucher. Sie kann täglich von 10 bis 22 Uhr besucht werden.

Das waren wir.

Projektdaten und beteiligte Firmen

Landschaftsplaner

Enea GmbH  
Buechstrasse 12
8645 Rapperswil-Jona
Schweiz

 

Adresse

Südring 207
9020 Klagenfurt am Wörthersee Österreich

Installation

Littmann Kulturprojekte
Spalentorweg 13
4051 Basel
Schweiz

Photos

Gerhard Maurer
UNIMO

Architekt des Stadions

Albert Wimmer ZT-GmbH
Flachgasse 53
1150 Wien

 

Text

Johannes Bühlbecker
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Stutenseebad

Und alle sind glücklich

Das Stutenseebad in Stutensee

4a Architekten

Alles unter einem Dach

Das Stutenseebad ist ein kommunales Schwimmbad. Das bedeutet unterschiedliche Nutzergruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansprüchen: Schulen, Vereine, Familien und Hobbyschwimmer aller Altersklassen.

Dazu kommt meist noch ein schmales Budget, in Stutensee auch noch ein kleines Grundstück. Unter diesen Bedingungen eine gestalterisch und wirtschaftlich überzeugende Lösung mit breitem Angebotsspektrum zu realisieren, ist so einfach nicht. 4a Architekten ist das nachhaltig gelungen.

Lage

Das Stutenseebad liegt zwischen dem Schul- und Sportzentrum und dem neuen Festplatz am Ortsrand von Stutensee, einer Stadt mit 24.000 Einwohnern in der Nähe von Karlsruhe.

Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels wurde der Neubau um zwei Meter über Geländeniveau realisiert. Diese erhöhte Lage verleiht dem Baukörper größere Präsenz und einen selbstbewussten Eingangsbereich mit großzügiger Freitreppe, die sich auch sehr gut als Treffpunkt eignet. Im Inneren ergibt sich aus der Gebäudehöhe mehr Privatheit und eine größere Aufenthaltsqualität.

Architektur und Organisation

Architektonisch gliedert sich das Stutenseebad in zwei zusammenhängende Baukörper, die schon von außen deutlich ablesbar sind. Der eine beherbergt die Badehalle, der andere den Eingangs- und Umkleidebereich.

Die beiden Körper sind annähernd gleich groß und greifen in Form und Materialität ineinander. Beide bieten viel Tageslicht durch großformatige Öffnungen, aber auch geschlossene Elemente, wo es nötig ist. Die Badehalle bietet eine spürbar größere Raumhöhe – auch das tut sowohl der Atmosphäre als auch der Orientierung gut.

Dank der zurückhaltenden Möblierung und der so sachlichen wie eleganten Auswahl von Farben und Oberflächen wirkt das Stutenseebad an jeder Stelle hell, luftig und geräumig.

Angebot

Die Badehalle umfasst ein Schwimmerbecken, ein Lehrschwimmbecken mit Rutschbahn, Brodelbucht, Nackenschwaller sowie Massagedüsen mit einer Wassertiefe von max. 1,20 Meter sowie einen Kleinkindbereich mit insgesamt 368 m² Wasserfläche.

Eine überdachte Terrasse nach Osten erweitert das Angebot in den Außenbereich. Der nach Süden an die Badehalle angrenzende Eingangs- und Umkleidebereich mit Dusch- und Nebenräumen setzt sich durch die geringere Raumhöhe von dieser ab.

Die beiden Baukörper greifen entlang der gesamten Badehalle in Form und Material ineinander. Das umlaufende Band der Stahlblechfassade zeigt diese Verzahnung auch nach außen.

Bauweise

Die klare Organisation von Badehalle und Umkleidebereich ermöglichte eine kompakte und ökonomische Bauweise mit einem günstigen Verhältnis zwischen Oberfläche und Gebäudevolumen. So lassen sich nicht nur die Baukosten, sondern auch die Kosten im Betrieb reduzieren.

Nach Westen, Norden und Osten bieten teils raumhohe Glasfassaden Ausblicke in die Umgebung (und lassen viel Tageslicht hinein). Die Auskragungen der Bodenplatte und der Dachfläche im Westen ermöglichen die generöse Eingangszone mit Freitreppe. Im Osten gewähren sie den Übergang zum Freibereich mit Liegewiese.

Um den Anteil der Glasfassaden zu reduzieren, wurde die obere Fassadenfläche im Norden geschlossen. Der Ausblick blieb dabei erhalten. Geringere Raumhöhen im Eingangs- und im Umkleidebereich reduzieren das Bauvolumen. Zudem entsteht durch die unterschiedlich hohen Baukörper ein Versatz am Schnittpunkt der Dachflächen, der das Stutenseebad formal und inhaltlich strukturiert. Gleichzeitig versorgt ein Oberlichtband den Innenraum mit zusätzlichem Tageslicht.

Material

Die Materialien im Stutensee-Bad wurden entsprechend ihrer Eignung eingesetzt: Keller- und Erdgeschoss wurden in Sichtbeton ausgeführt, das Tragwerk der weit gespannten Badehalle und des Umkleidebereichs wurde in Holzbauweise errichtet. Auch die abgehängten, akustisch wirksamen Lamellen-Decken und Wandverkleidungen sowie die gelochte Seekieferdecke im Umkleidetrakt wurden in Holz ausgeführt. Dabei sorgte der hohe Vorfertigungsgrad der Holzelemente für eine wirtschaftliche Bauweise und kürzere Bauzeiten.

Die Holzrippendecke wurde vorgefertigt – inklusive Dachentwässerung, Beleuchtung, ELA-Anlage und abgehängter Lamellen-Decke aus heimischer Weißtanne. Die Paneele zwischen den Holzrippen der Decke und an der Wand prägen die Innenraumwirkung des Stutenseebads maßgeblich. Die Lamellenstruktur ist nicht nur gestalterisches Element, sie optimiert auch die Raumakustik.

Im Umkleide- und Eingangsbereich ist die tiefer liegende Holzrippendecke mit einer gelochten, weiß lasierten Akustikdecke aus Seekieferplatten verkleidet.

Und alle sind glücklich

Der kommunale Schwimmbadbau hat immer viel mit Budget und Betriebskosten zu tun. Und mit den heterogenen Nutzergruppen, die so alle ihre Ansprüche anmelden. Und natürlich mit Nachhaltigkeit, was man in diesem Zusammenhang mit Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit übersetzen kann.

Das Stutenseebad bietet verschiedene Angebote für verschiedene Nutzergruppen. Alles unter einem Dach, alles klar strukturiert und elegant umgesetzt; mit Holzdecken, Glasfassaden, Sichtbeton, Feinsteinzeug und Mosaikfliesen. Ein eigentlich kleines Bad, das ausgesprochen großzügig wirkt. Und alle sind glücklich.

Es gibt vermutlich nicht viele Städte dieser Größenordnung, die ihren Bürgern ein solches Bad bieten können.

PROJEKTDATEN

Architekt

4a Architekten GmbH
Hallstraße 25
70376 Stuttgart

Bauherr

Stadt Stutensee
Rathausstraße 3
76297 Stutensee

Team

Planung:
Anke Pfudel-Tillmanns (Projektleitung), Kateryna Shelegon
Ausschreibung und Vergabe:
Markus Christ, Simone Mann, Silvia Nanz und Jan Vollstedt
Bauleitung: Philipp Schmid
Bauleitung ab 01/2018: 2Plus Baumanagement

Standort

Stutensee-Bad
Erich-Kästner-Straße 3
D – 76297 Stutensee

Luftbild

Danke, Google!

Eröffnung

September 2018

Autor

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Fotos

David Matthiessen

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