Un Sombrero para la Pista

Archi­tektur als Stan­dard

Die Frei­luft­halle Alhama de Murcia

Ausstat­tung
  • Über­dachter Multi­funk­tions-Sport­platz (Frei­luft­halle)
  • Selbst­tra­gende Stahl­ge­wöl­be­kon­struk­tion
  • Fertig­beton-Trag­werk
  • Barrie­re­freier Zugang
  • Inte­grierte Dach­ent­wäs­se­rung
  • Sitz­be­reiche am Spiel­feld
  • Erhalt der bestehenden Sport­fläche
Adresse

Colegio Ginés Díaz – San Cris­tóbal
Calle Miguel Hernández
ES-30840 Alhama de Murcia, Murcia

Eröff­nung

2022

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media
(Adver­to­rial)

Manchmal beginnt Archi­tektur (vor allem gute) mit einem erstaun­lich einfa­chen Wunsch – zum Beispiel dem Wunsch nach ein biss­chen mehr Schatten.

Im spani­schen Alhama de Murcia entstand daraus eine Frei­luft­halle, die nicht nur den Schul­sport ange­nehmer macht, sondern den gesamten Pausenhof verän­dert. „Un Sombrero para la Pista“ (Ein Hut für den Sport­platz) zeigt, wie aus einer funk­tio­nalen Aufgabe ein Ort mit eigener Iden­tität werden kann.

Eigent­lich ging es nur um Schatten (und die Vermei­dung von UFOs)

Wer schon einmal einen Sommer in Südspa­nien erlebt hat, weiß, wie gnadenlos die Sonne selbst alltäg­liche Orte verän­dern kann. Was morgens noch ein ange­nehmer Schulhof ist, wird mittags schnell zur heißen Fläche, auf der Bewe­gung kaum noch Freude macht.

Genau deshalb wünschte sich die Grund­schule CEIP Ginés Díaz-San Cris­tóbal in Alhama de Murcia eine Über­da­chung ihres Sport­platzes. Möglich wurde das Projekt durch ein kommu­nales Betei­li­gungs­budget. Dabei stellt die Stadt einen Teil ihres Haus­halts für Vorschläge aus der Bürger­schaft zur Verfü­gung. Projekte werden einge­reicht, disku­tiert und schließ­lich ausge­wählt – in diesem Fall mit Erfolg für die Schule.

Doch aus dem Wunsch nach Schatten wurde schnell weit mehr als die Planung eines Daches: die Frei­luft­halle Alhama de Murciat.

Die Archi­tekten von HA_HA Arqui­tec­tura näherten sich der Aufgabe sehr sorg­fältig. Die Über­da­chung sollte möglichst viel Schatten spenden, gleich­zeitig aber den angren­zenden Klas­sen­räumen genü­gend Tages­licht lassen. Und noch etwas wollten sie vermeiden.

Wie sie selbst schreiben, sollten die Kinder keines­falls das Gefühl bekommen, auf ihrem geliebten Schulhof sei plötz­lich ein UFO gelandet.

Entspre­chend viele Ideen wanderten zunächst über den Zeichen­tisch. Eine Holz­kon­struk­tion schied aus Kosten­gründen aus. Unter­schied­lich geneigte Dach­formen wurden ebenso unter­sucht wie Vari­anten mit Ober­lich­tern aus Poly­car­bonat. Erst der Hinweis eines befreun­deten Inge­nieur­büros brachte die entschei­dende Idee: eine selbst­tra­gende Stahl­ge­wöl­be­kon­struk­tion, die deut­lich weniger Mate­rial benö­tigt als herkömm­liche Trag­werke.

Alles erstaun­lich selbst­ver­ständ­lich

Auf den ersten Blick wirkt die Konstruk­tion erstaun­lich selbst­ver­ständ­lich. Acht Fertig­be­ton­stützen tragen vier massive Spann­be­ton­träger, darüber spannen sich drei flache Stahl­ge­wölbe über die Sport­fläche.

Gerade diese Einfach­heit ist die Stärke der Frei­luft­halle Alhama de Murciat. Die Planer entschieden sich bewusst für einen hohen Vorfer­ti­gungs­grad. Das verkürzte die Bauzeit, redu­zierte Mate­ri­al­ver­brauch und Kosten und verrin­gerte gleich­zeitig den CO₂-Fußab­druck der Baustelle. Auch die bestehende Sport­fläche blieb als Unter­grund erhalten und musste nicht voll­ständig zurück­ge­baut werden. Statt­dessen wurde sie in die neue Gestal­tung inte­griert.

Selbst die Entwäs­se­rung wurde Teil der Gestal­tung. Das Dach neigt sich leicht zum Schul­ge­bäude, sammelt Regen­wasser in den Beton­trä­gern und führt es über sichtbar geführte Fall­rohre ab, die fast wie kleine Skulp­turen wirken.

Mit dem neuen Dach verän­derte sich nicht nur der Sport­platz. Neue Sitz­mög­lich­keiten entstanden entlang der Funda­mente, eine breite Rampe verbes­sert die Erreich­bar­keit und verbindet die unter­schied­li­chen Ebenen des Schul­hofs. Aus einer einzelnen Baumaß­nahme wurde ein neuer Aufent­haltsort.

Viel­leicht ist genau das die eigent­liche Qualität des Projekts. Es geht nicht darum, möglichst spek­ta­kulär zu sein. Es geht darum, eine alltäg­liche Aufgabe so zu lösen, dass sie sich selbst­ver­ständ­lich anfühlt – und den Ort trotzdem nach­haltig verän­dert.

Und viel­leicht zeigt „Un Sombrero para la Pista“ noch etwas anderes: Frei­luft­hallen können heute ganz unter­schied­lich aussehen. Manche entstehen als wirt­schaft­liche System­lö­sungen, andere werden speziell für ihren Standort entwi­ckelt. Dieses Projekt gehört eindeutig zur zweiten Kate­gorie – und beweist, dass auch mit einfa­chen Mate­ria­lien und begrenztem Budget Archi­tektur entstehen kann, die in Erin­ne­rung bleibt.

Was hier hier lernen:

Nicht jede gute Sport­an­lage muss mit außer­ge­wöhn­li­chen Mate­ria­lien oder spek­ta­ku­lären Formen über­zeugen. Oft liegt die Qualität im sorg­fäl­tigen Umgang mit dem Ort. In Alhama de Murcia entstand aus einem vergleichs­weise einfa­chen Baupro­gramm ein neuer Mittel­punkt des Schul­hofs.

Die Frei­luft­halle Alhama de Murciat zeigt, wie konse­quente Planung, wirt­schaft­liche Konstruk­tion und archi­tek­to­ni­scher Anspruch zusam­men­finden können – und dass manchmal schon ein „Hut“ genügt, um einen Ort grund­le­gend zu verän­dern.

Video

Pläne

Bilder der Baustelle

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Sechs­feld-Sport­halle Dösner Weg

Und überall Sport

Sechs­feld-Sport­halle Dösner Weg in Leipzig

Planer

wörner traxler richter planungs­ge­sell­schaft mbH
Goethe­allee 23
D‑01309 Dresden

Beson­der­heiten
  • Größtes Schul­neu­bau­pro­jekt Leip­zigs
  • Erste Gemein­schafts­schule Sach­sens (Klassen 1–12)
  • Sechs­feld-Sport­halle als erster Bauab­schnitt
  • Sport- und Frei­zeit­an­lagen auch außer­halb der Schul­zeiten nutzbar
  • Hallen­dach als öffent­lich zugäng­liche Sport­land­schaft
Eröff­nung

2025

Fotos

David Matthiessen, Stutt­gart

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media
(Adver­to­rial)

Sport­flä­chen sind ein knappes Gut. Die Sechs­feld-Sport­halle Dösner Weg in Leipzig zeigt eine archi­tek­to­ni­sche Lösung dieses Problems: Während im Inneren auf sechs Feldern trai­niert und Wett­kämpfe statt­finden, entstand auf dem Dach eine öffent­liche Sport­land­schaft mit Lauf­bahn, Bolz­platz, Basket­ball­feld und Calis­the­nics-Anlage. Ein Projekt, das Schule, Stadt und Frei­raum intel­li­gent mitein­ander verbindet.

Ein neuer Campus für Leipzig

Die Sechs­feld-Sport­halle ist Teil des Campus Dösner Weg, des derzeit größten Schul­neu­bau­pro­jekts der Stadt Leipzig. Hier entsteht erst­mals in Sachsen eine Gemein­schafts­schule für die Klassen eins bis zwölf. Das pädago­gi­sche Konzept setzt auf soge­nannte Lern­häuser, in denen Unterrichts‑, Aufent­halts- und Diffe­ren­zie­rungs­be­reiche zu funk­tio­nalen Clus­tern zusam­men­ge­fasst werden.

Die Sport­halle wurde 2025 als erster Bauab­schnitt fertig­ge­stellt. Sie funk­tio­niert unab­hängig vom späteren Schul­be­trieb und steht sowohl dem Schul­sport als auch Vereinen und Frei­zeit­sport­lern zur Verfü­gung.

Eine Sechs­feld-Sport­halle gehört bereits zu den größten Hallen­typen im Schul­sport. Auf dem Campus Dösner Weg in Leipzig endet die Planung jedoch nicht mit dem Hallen­dach. Statt­dessen entstand darüber eine zweite Ebene für Bewe­gung, Sport und Aufent­halt – frei zugäng­lich, barrie­re­frei erreichbar und in den Schul­alltag ebenso inte­griert wie in das öffent­liche Leben des neuen Stadt­quar­tiers.

Damit wird die Sport­halle selbst zum Funda­ment einer zusätz­li­chen Sport­land­schaft. Gerade in dicht bebauten Städten zeigt das Projekt, wie sich hoch­wer­tige Bewe­gungs­räume schaffen lassen, ohne weitere Flächen zu versie­geln.

Zwei Hallen, eine Sport­land­schaft

Im Inneren glie­dert sich das Gebäude in zwei Drei­feld­hallen. Eine der beiden Hallen verfügt über eine Zuschau­er­tri­büne und eignet sich damit auch für Wett­kämpfe und Veran­stal­tungen. Sicht­beton, Holz­ober­flä­chen und eine zurück­hal­tende Farb­ge­stal­tung sorgen für eine helle und robuste Atmo­sphäre.

Die eigent­liche Beson­der­heit liegt jedoch darüber. Über eine groß­zü­gige Frei­treppe und eine barrie­re­freie Rampen­an­lage gelangen Schü­le­rinnen und Schüler, Vereins­mit­glieder und Besu­cher auf das Dach. Dort entstand eine voll­ständig nutz­bare Sport- und Frei­zeit­an­lage mit Bolz­platz, Basket­ball­feld, Calis­the­nics-Bereich, Aufent­halts­flä­chen sowie einer rund 220 Meter langen Lauf­bahn, die das Dach umläuft. Die Erschlie­ßung dient gleich­zeitig als Tribüne für Veran­stal­tungen auf dem Schulhof. Die Pläne verdeut­li­chen, wie konse­quent diese zweite Sport­ebene bereits in die Gesamt­pla­nung inte­griert wurde.

Ausstat­tung Sech­feld-Sport­halle

  • Zwei Drei­feld­hallen
  • Zuschau­er­tri­büne für Wett­kämpfe
  • Flexible Tren­nung in sechs Sport­felder
  • Sepa­rate Erschlie­ßung für Schul- und Vereins­sport
  • Sicht­beton- und Holz­ober­flä­chen
  • Stüt­zen­freie Hallen­kon­struk­tion
  • Passiv­h­aus­stan­dard

Die Dimen­sionen der Sechs­feld-Sport­halle beein­dru­cken bereits für sich. Zwei Drei­feld­hallen, eine davon mit Zuschau­er­tri­büne, bieten Raum für Schul‑, Vereins- und Wett­kampf­sport. Große Stahl­be­ton­träger über­spannen die Hallen stüt­zen­frei und bleiben im Innen­raum bewusst sichtbar. Zusammen mit Holz­ober­flä­chen, Sicht­beton und einer zurück­hal­tenden Farb­ge­stal­tung entsteht eine robuste, helle Archi­tektur, die ihre Konstruk­tion nicht versteckt, sondern zum Gestal­tungs­ele­ment macht.

Auch städ­te­bau­lich nimmt sich das Gebäude über­ra­schend zurück. Teile der Halle wurden in das Gelände einge­bunden, wodurch ihre Höhe im Quar­tier redu­ziert wird. Erst beim Betreten erschließt sich die eigent­liche Größe der Anlage – und die Idee, die über ihr liegt.

Sport findet auch oben statt

Über eine groß­zü­gige Frei­treppe und eine barrie­re­freie Rampen­an­lage wird das Hallen­dach selbst zum Bewe­gungs­raum. Statt einer unge­nutzten Dach­fläche entstand hier eine zweite Sport­ebene mit Lauf­bahn, Bolz­platz, Basket­ball­feld, Calis­the­nics-Anlage und Aufent­halts­be­rei­chen zwischen Bäumen, Sträu­chern und Stauden. Gleich­zeitig über­nimmt das Reten­ti­ons­dach Aufgaben der Regen­was­ser­rück­hal­tung und verbes­sert das Mikro­klima des Campus.

Beson­ders span­nend ist dabei die Konse­quenz der Planung. Das Dach erfüllt nicht nur tech­ni­sche Funk­tionen, sondern wird selbst­ver­ständ­lich Teil des Sport- und Frei­raum­kon­zepts. Innen und außen, Gebäude und Land­schaft, Schule und Quar­tier wachsen zu einer Anlage zusammen, deren eigent­liche Qualität sich erst auf den zweiten Blick erschließt.

Ausstat­tung Dach

  • und 3.400 m² begeh­bare Dach­fläche
  • Bolz­platz
  • Basket­ball­feld
  • Calis­the­nics-Anlage
  • Rund 220 m Lauf­bahn
  • Aufent­halts­be­reiche mit Bäumen und Begrü­nung
  • Barrie­re­freie Erschlie­ßung über Rampe und Frei­treppe

Was hier hier lernen:

Die span­nendste Sport­fläche dieses Projekts liegt dort, wo man sie eher nicht vermuten würde: Das Dach ist hier weder Tech­nik­zen­trale noch Rest­fläche, sondern ein selbst­ver­ständ­li­cher Teil des Sport­an­ge­bots. Viel­leicht ist genau das die eigent­liche Idee dieses Projekts: Nicht immer größer bauen – sondern vorhan­dene Flächen konse­quenter nutzen. Dass daraus mehr wird als eine gute Idee, liegt am präzisen Zusam­men­spiel von Planung, Konstruk­tion, Mate­ri­al­wahl und hand­werk­li­cher Ausfüh­rung. Erst dann wird aus einem Hallen­dach eine dauer­haft belast­bare Sport­an­lage.

Pläne

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Sport­park Ost Regens­burg

Archi­tektur sorgt für Bewe­gung

Der Sport­park Ost Regens­burg

Land­schafts­planer

Licht­grün Land­schafts­ar­chi­tektur
Ludwig­straße 6
D–93047 Regens­burg

Bauherr & Betreiber

das Stadtwerk.Bäder und Arenen GmbH
Gref­lin­ger­straße 26
D–93055 Regens­burg

Ausstat­tung

Schwimm­halle:
630 m² Wasser­fläche:
25-m-Schwim­mer­be­cken
Lehr­schwimm­be­cken
Nicht­schwim­mer­be­cken mit Hubboden
Sauna mit Tauch­be­cken

Leicht­ath­le­tik­halle:
Rund­lauf­bahn
Sprint­bahnen
Weit­sprung­an­lage
Hoch­sprung­an­lage
Stab­hoch­sprung­an­lage
Kugel­stoß­an­lage
Kraft- und Gymnas­tik­be­reich
Zuschau­er­tri­büne

Eröff­nung

2025

Fotos

David Matthiessen, Stutt­gart
Licht­grün
Behnisch Archi­tek­tur­büro

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

Der Sport­park Ost Regens­burg ist kein Solitär, sondern der erste öffent­liche Baustein eines neuen Quar­tiers. Seine Qualität entsteht dort, wo Archi­tektur, Land­schaft und Technik nicht neben­ein­ander geplant werden, sondern mitein­ander.

Der erste Baustein eines neuen Quar­tiers

Wenn ehema­lige Mili­tär­flä­chen zu leben­digen Stadt­quar­tieren werden, braucht es Orte, die Iden­tität stiften. Im Regens­burger Osten über­nimmt diese Aufgabe der Sport­park Ost. Auf dem Gelände der früheren Prinz-Leopold-Kaserne entstand ein neues Zentrum für Schwimm- und Leicht­ath­le­tik­sport, das zugleich als öffent­li­cher Treff­punkt und räum­li­cher Anker des neuen Stadt­teils fungiert. Bereits 2019 über­zeugte der Entwurf von Behnisch Archi­tekten im Wett­be­werb und wurde mit dem ersten Preis ausge­zeichnet. Nach rund drei Jahren Bauzeit wurde die Anlage 2025 fertig­ge­stellt.

Statt einer mono­li­thi­schen Groß­struktur entschieden sich die Archi­tekten bewusst für zwei eigen­stän­dige Baukörper: eine Leicht­ath­le­tik­halle und ein Hallenbad. Beide besitzen ihren eigenen archi­tek­to­ni­schen Charakter und werden über ein trans­pa­rentes, zwei­ge­schos­siges Foyer mitein­ander verbunden. Dieses dient weit mehr als nur der Erschlie­ßung, es ist Verteiler, Aufent­halts­be­reich und sozialer Mittel­punkt der gesamten Anlage. Gastro­nomie und Terrassen öffnen sich zum Vorplatz und schaffen flie­ßende Über­gänge zwischen Innen- und Außen­raum.

Zwei Hallen, zwei Atmo­sphären

Die unter­schied­li­chen Nutzungen spie­geln sich konse­quent in Mate­ria­lität und Raum­wir­kung wider.

Die Leicht­ath­le­tik­halle präsen­tiert sich als groß­zü­giger, stüt­zen­freier Trai­nings­raum. Spann­weiten von bis zu 65 Metern ermög­li­chen maxi­male Flexi­bi­lität für den Trai­nings­be­trieb. Groß­for­ma­tige Ober­lichter sorgen für gleich­mä­ßiges Tages­licht, während der gelbe Sport­boden das natür­liche Licht reflek­tiert und eine helle, warme Atmo­sphäre erzeugt. Dunk­lere Wand­flä­chen redu­zieren gleich­zeitig die wahr­ge­nom­mene Raum­höhe, während die weiß gehal­tene Dach­kon­struk­tion die Leich­tig­keit des Trag­werks betont.

Ganz anders die Schwimm­halle. Hier bestimmen groß­zü­gige Fens­ter­flä­chen und der Blick ins Grün den Raum­ein­druck. Sicht­bare Holz­binder, helle Grün­töne rund um die Becken sowie wellen­förmig ange­ord­nete Akus­ti­k­el­e­mente schaffen eine ruhige, fast land­schaft­liche Atmo­sphäre. Die Farb- und Mate­ri­al­ge­stal­tung nimmt bewusst Bezug zum Außen­raum und verbindet Gebäude und Land­schaft zu einer gestal­te­ri­schen Einheit.

Auf rund 630 m² Wasser­fläche bietet das Hallenbad ein 25-Meter-Schwim­mer­be­cken, ein Nicht­schwim­mer­be­cken mit Hubboden, ein Lehr­schwimm­be­cken sowie eine Sport­ler­sauna mit Tauch­be­cken. Alle Becken wurden in Edel­stahl ausge­führt – eine Entschei­dung zugunsten von Lang­le­big­keit, Hygiene und dauer­haft geringem Wartungs­auf­wand.

Land­schaft als Archi­tektur

Die Frei­an­lagen von Licht­grün Land­schafts­ar­chi­tektur sind weit mehr als Erschlie­ßungs­flä­chen. Sie bilden den eigent­li­chen Auftakt des Sport­parks und verknüpfen das Gebäude mit seinem zukünf­tigen Quar­tier.

Ein groß­zü­giger, verkehrs­freier Vorplatz orga­ni­siert die Ankunft der Besu­che­rinnen und Besu­cher. Barrie­re­freie Wege, Fahr­rad­stell­plätze und ein taktiles Leit­system sorgen für eine selbst­ver­ständ­liche Nutzung durch unter­schied­lichste Ziel­gruppen. Gleich­zeitig struk­tu­rieren erhöhte “Grüne Inseln” den Platz. Sie lenken Besu­cher­ströme, schaffen schat­tige Aufent­halts­be­reiche und inte­grieren Sitz­mög­lich­keiten in die Bepflan­zung.

Beson­deres Augen­merk lag auf der ökolo­gi­schen Qualität der Außen­räume. Heimi­sche Bäume, Stauden, Gräser und Blüh­pflanzen schaffen gemeinsam mit Stein­hü­geln für Eidechsen und Nist­höl­zern für Insekten wert­volle Lebens­räume. Eine Parcours­fläche erwei­tert das Angebot zusätz­lich um ein frei nutz­bares Bewe­gungs­an­gebot für das Quar­tier. Damit wird der Sport­park nicht nur Sport­stätte, sondern öffent­li­cher Frei­raum.

Schwamm­stadt und mehr

Der Sport­park Ost verfolgt Nach­hal­tig­keit nicht über einzelne Maßnahmen, sondern als durch­gän­gige Planungs­stra­tegie.

Zum Einsatz kommen Holz­trag­werke, vorge­fer­tigte Holz­fas­saden sowie Recy­cling­beton aus dem Rückbau der gegen­über liegenden Kaser­nen­ge­bäude. Dadurch konnten regio­nale Stoff­kreis­läufe geschlossen und gleich­zeitig lang­le­bige, sorten­rein trenn­bare Konstruk­tionen geschaffen werden. Flexible Grund­risse ermög­li­chen zudem zukünf­tige Anpas­sungen der Nutzung.

Auch ener­ge­tisch setzt das Projekt Maßstäbe. Rund 45 Prozent des jähr­li­chen Wärme­be­darfs werden über Solar­thermie erzeugt. Die groß­flä­chigen Solar­kol­lek­toren über­spannen gleich­zeitig die Park­platz­an­lagen und über­nehmen dort zusätz­lich eine Verschat­tungs­funk­tion. Ergänzt wird das System durch einen Hack­schnit­zel­kessel, einen 500 m³ großen Wärme­spei­cher sowie Photo­vol­ta­ik­an­lagen auf den Dach­flä­chen. Hoch­ef­fi­zi­ente Lüftungs­an­lagen mit Wärme­rück­ge­win­nung, eine hoch­ge­dämmte Gebäu­de­hülle und ener­gie­op­ti­mierte Gebäu­de­technik redu­zieren den laufenden Ener­gie­be­darf zusätz­lich.

Auch das Regen­was­ser­ma­nage­ment wurde von Beginn an als inte­graler Bestand­teil des Entwurfs verstanden.

Sämt­liche Nieder­schläge versi­ckern auf dem gegen­über­lie­genden Kaser­nen­ge­lände. Dach­flä­chen und Frei­an­lagen entwäs­sern in zwei Zisternen, Versi­cke­rungs­mulden und groß dimen­sio­nierte Rigo­len­sys­teme. Das gespei­cherte Regen­wasser dient der auto­ma­ti­schen Bewäs­se­rung der Grün­flä­chen und Fassa­den­be­grü­nung, Über­schüsse werden kontrol­liert versi­ckert. Versi­cke­rungs­fä­hige Beläge auf Stell­plätzen und Platz­flä­chen entlasten zusätz­lich das Kanal­netz.

Rund 30 Prozent der Fassa­den­flä­chen werden begrünt. Zusammen mit den klima­re­si­li­enten Pflan­zungen entsteht ein Frei­raum­system, das Biodi­ver­sität, Mikro­klima und Aufent­halts­qua­lität glei­cher­maßen verbes­sert.

Was hier hier lernen:

Der Sport­park Ost Regens­burg zeigt, dass gute Sport­stätten nicht allein durch gute Archi­tektur entstehen. Entschei­dend ist das Zusam­men­spiel aller Planungs­dis­zi­plinen und der ausfüh­renden Firmen. Archi­tektur, Land­schafts­ar­chi­tektur und tech­ni­sche Fach­pla­nung wurden hier von Beginn an gemeinsam entwi­ckelt und greifen  inein­ander. Dadurch wirken Frei­an­lagen, Gebäude und Technik nicht wie einzelne Bausteine, sondern wie ein zusam­men­hän­gendes Gesamt­kon­zept.

Ebenso deut­lich wird, welchen Unter­schied enga­gierte Planer machen können. Behnisch Archi­tekten und die betei­ligten Fach­planer haben ihre jewei­ligen Kompe­tenzen nicht neben­ein­ander gestellt, sondern mitein­ander verknüpft. Das Ergebnis ist ein Sport­park, der weit über seine eigent­liche Funk­tion hinaus­geht und sowohl dem Sport als auch der Stadt­ent­wick­lung einen lang­fris­tigen Mehr­wert bietet.

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Sport- und Kultur­zen­trum Marie-José Pérec & José­phine Baker

Ever­y­body dance now

Sport- und Kultur­zen­trum Marie-José Pérec und José­phine Baker

Zwischen Sport­halle, Kultur­zen­trum, Stadion, Tennis­plätzen und BMX-Bahn entstand in der breto­ni­schen Gemeinde La Bouëxière ein Gebäude, das mehr sein will als eine neue Wett­kampf­stätte: Das Sport- und Kultur­zen­trum Marie-José Pérec und José­phine Baker verbindet bestehende Einrich­tungen zu einem neuen öffent­li­chen Mittel­punkt – und nutzt Archi­tektur als Instru­ment der Stadt­ent­wick­lung. Das Ergebnis ist ein markanter Bau mit textilem Dach, öffent­li­cher Prome­nade und einer über­ra­schenden räum­li­chen Drama­turgie.

Entwurf:
Onze04 Archi­tectes

 

Das fehlende Puzzle­teil

Die Gemeinde La Bouëxière suchte nach einer Halle, die regio­nale Sport­ver­an­stal­tungen aufnehmen kann und zugleich neue Räume für Kultur und Begeg­nung bietet. Der Standort am Rand des Orts­kerns liegt unmit­telbar neben dem bestehenden Pierre-de-Coubertin-Sport­kom­plex und dem Kultur­zen­trum André-Blot. Weitere Frei­zeit­ein­rich­tungen befanden sich zwar in unmit­tel­barer Nähe, waren jedoch räum­lich vonein­ander getrennt.

Für das Planungs­team von Onze04 Archi­tectes war dies vor allem auch eine städ­te­bau­liche Chance. Anstatt ledig­lich eine neue Halle zu errichten, entwi­ckelten die Archi­tekten ein Konzept, das die vorhan­denen Einrich­tungen mitein­ander vernetzt und den gesamten Bereich zu einem zusam­men­hän­genden Sport- und Kultur­campus weiter­ent­wi­ckelt.

Die Prome­nade durchs Gebäude

Ausgangs­punkt des Entwurfs ist ein geplanter Fußweg, der ein benach­bartes Wohn­ge­biet mit dem Kultur­zen­trum verbinden sollte. Die Archi­tekten verschoben dessen Verlauf und machten ihn zu einer Prome­nade und zur zentralen Entwurfs­idee.

Diese neue Prome­nade durch­quert das Sport- und Kultur­zen­trum Marie-José Pérec & José­phine Baker und teilt es in zwei eigen­stän­dige Baukörper. Nörd­lich liegt die große Mehr­zweck­halle, südlich befinden sich Squash- und Tanz­räume. Der Weg verläuft auf zwei Ebenen durch das Ensemble und schafft unge­wöhn­liche Blick­be­zie­hungen.

Auf der oberen Ebene führt ein öffent­li­cher Umgang direkt zu den oberen Tribü­nen­rängen der Sport­halle. Dort entsteht ein Belve­dere, das Besu­chern bereits vor dem Betreten der Halle Einblicke in das sport­liche Geschehen ermög­licht. Auf der unteren Ebene gelangen Besu­cher unmit­telbar in das Foyer und die gemein­schaft­lich genutzten Bereiche des Zentrums. Das Gebäude wird damit nicht nur Ziel­punkt, sondern Teil des öffent­li­chen Raums.

Zwei Baukörper, zwei Klima­stra­te­gien

Die unter­schied­li­chen Nutzungen verlangten nach unter­schied­li­chen räum­li­chen und ener­ge­ti­schen Lösungen. Die Archi­tekten reagierten darauf mit zwei konstruktiv klar unter­scheid­baren Gebäu­de­teilen.

Der kompakte südliche Baukörper beher­bergt die beheizten Bereiche mit Tanz­saal, Squash­raum und Neben­funk­tionen. Die große Mehr­zweck­halle hingegen wird von einer textilen Membran über­spannt. Vier nach innen gezo­gene Hoch­punkte prägen die charak­te­ris­ti­sche Dach­land­schaft und verleihen dem Bau seine unver­wech­sel­bare Silhou­ette.

Die Geome­trie des Membr­an­dachs unter­stützt zugleich das Raum­klima. Durch die beson­dere Form wird die Halle in den Sommer­mo­naten natür­lich gekühlt. So verbindet die Konstruk­tion archi­tek­to­ni­sche Iden­tität mit funk­tio­nalen und ener­ge­ti­schen Vorteilen.

Eine Laterne für die Gemein­schaft

Beson­ders eindrucks­voll wirkt das Gebäude nach Einbruch der Dunkel­heit. Dann verwan­delt sich die weiße Membran­hülle in eine große leuch­tende Laterne. Das Sport- und Kultur­zen­trum Marie-José Pérec & José­phine Baker wird zum weithin sicht­baren Orien­tie­rungs­punkt und unter­streicht seinen Charakter als öffent­li­cher Treff­punkt.

Dieser symbo­li­sche Aspekt ist kein Neben­ef­fekt, sondern Teil des Entwurfs­ge­dan­kens. Das Zentrum soll Sport, Kultur und Gemein­schaft sichtbar machen – und einen Ort schaffen, der über seine eigent­liche Nutzung hinaus Iden­tität für die Gemeinde stiftet.

Sport, Kultur und große Namen

Benannt wurde das Ensemble nach zwei außer­ge­wöhn­li­chen Persön­lich­keiten: der fran­zö­si­schen Sprint­le­gende Marie-José Pérec und der Tänzerin, Sängerin und Bürger­rechts­ak­ti­vistin José­phine Baker.

Die Namens­ge­bung spie­gelt die doppelte Funk­tion des Gebäudes wider. Sport und Kultur erhalten hier nicht nur gleich­be­rech­tigt Platz, sondern werden räum­lich und symbo­lisch mitein­ander verbunden.

Ein überaus zukunfts­fä­higes Projekt.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Onze04 Archi­tectes
8 bis, rue de Mayence
44000 Nantes
Frank­reich

Bauherr

Ville de La Bouëxière

Eröff­nung
2025
Adresse

Sport- und Kultur­zen­trum Marie-José Pérec & José­phine Baker
10 Rue Jean Lang­lais
35340 La Bouëxière
Frank­reich

Fotos

Juan Cardona

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

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EVE Music Hall

Kultur goes Acker

EVE Music Hall

Eine Musik­halle für 4.000 Besu­cher mitten in der kroa­ti­schen Agrar­land­schaft? Mit der EVE Music Hall wagt BIG ein unge­wöhn­li­ches Expe­ri­ment. Der skulp­tu­rale Neubau soll Kultur, Kongresse und Festi­vals in eine Region bringen, die bisher kaum als kultu­reller Hotspot bekannt ist.

Entwurf: BIG 

Zwischen Feldern und Fabriken

Wer die spek­ta­ku­lären Entwürfe von BIG kennt, erwartet sie eher in Metro­polen als in der Provinz. Doch die neue EVE Music Hall entsteht weder in Kopen­hagen noch in London oder Dubai, sondern in Čepin – einer Gemeinde mit rund 9.000 Einwoh­nern im land­wirt­schaft­lich geprägten Osten Kroa­tiens.

Gerade dieser Kontrast macht das Projekt so bemer­kens­wert.

Mit der EVE Music Hall soll in der Region Slavo­nien ein neuer kultu­reller Anzie­hungs­punkt entstehen. Der rund 10.000 Quadrat­meter große Komplex umfasst eine Musik­halle, einen Kongress­be­reich, Ausstel­lungs­flä­chen, Gastro­nomie und Veran­stal­tungs­flä­chen auf dem Dach. Knapp 4.000 Besu­cher finden im Gebäude Platz, bei Frei­luft­ver­an­stal­tungen sollen es sogar bis zu 25.000 Menschen sein. Die Eröff­nung ist für Anfang 2027 geplant.

Kultur als Motor

Hinter dem Projekt steht der kroa­ti­sche Unter­nehmer Marko Pipunić, Eigen­tümer der Agrar­gruppe Žito. Dass ausge­rechnet in einer Region, die vor allem für Land­wirt­schaft und Lebens­mit­tel­pro­duk­tion bekannt ist, ein Kultur­zen­trum dieser Größen­ord­nung entsteht, ist alles andere als selbst­ver­ständ­lich. Während vergleich­bare Projekte meist in Groß­städten und mit öffent­li­cher Förde­rung reali­siert werden, setzt die EVE Music Hall auf private Initia­tive und den Anspruch, Kultur als Motor regio­naler Entwick­lung zu nutzen.

Form follows Kontext

Auch archi­tek­to­nisch greift BIG diesen unge­wöhn­li­chen Kontext auf. Statt eines einzelnen Gebäudes entwarfen die Archi­tekten zwei eigen­stän­dige Baukörper, die aus der flachen Land­schaft aufzu­steigen scheinen. Die Fassaden sind mit regio­nalem Kalk­stein verkleidet und fallen in weichen Kurven bis zum Boden herab. Die Form erin­nert an einen geöff­neten Bühnen­vor­hang und verweist auf die Veran­stal­tungen im Inneren.

Doch die Archi­tektur erzählt noch eine zweite Geschichte. Die geschwun­genen Hüllen stehen im Kontrast zu den geraden Linien der umlie­genden Felder und Wirt­schafts­flä­chen. BIG beschreibt die Halle als „musi­ka­li­schen Ausbruch am Hori­zont der slavo­ni­schen Felder“ – als bewusstes Zeichen dafür, dass hier etwas Uner­war­tetes entsteht.

Zwischen den beiden Volumen liegt das zentrale Foyer. Geschwun­gene Holz­kon­struk­tionen über­spannen den Raum wie ein Zelt aus Massiv­holz, während spie­gelnde Ober­flä­chen Licht und Land­schaft reflek­tieren. Die Besu­cher bewegen sich dabei zwischen zwei Welten: draußen die Weite der Agrar­land­schaft, drinnen die Atmo­sphäre eines Kultur­hauses.

Viel­sei­tig­keit gibt den Ton an

Die größere der beiden Hallen dient als Veran­stal­tungsort für Konzerte und Musik­pro­duk­tionen, während die klei­nere Halle Kongresse, Präsen­ta­tionen und Ausstel­lungen aufnimmt. Beide Bereiche können unab­hängig vonein­ander betrieben werden. Ergänzt werden sie durch Außen­flä­chen für Festi­vals und Open-Air-Veran­stal­tungen.

Auch in der Kultur kommt es also, wie bei den Bauten für den Sport, auf die Multi­funk­tio­na­lität an.

Wahr­zei­chen und Ambi­tion

Ob die Vision aufgeht, wird sich nach der Eröff­nung zeigen. Schon heute steht die EVE Music Hall jedoch für eine unge­wöhn­liche Idee: Statt Kultur dorthin zu bringen, wo sie ohnehin erwartet wird, entsteht hier ein kultu­reller Anzie­hungs­punkt mitten auf dem Land.

Die spek­ta­ku­läre Archi­tektur von BIG dient dabei nicht nur als Wahr­zei­chen, sondern als sicht­barer Ausdruck dieser Ambi­tion.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

BIG (Bjarke Ingels Group)

Bjarke Ingels, João Albu­querque, Igor Russo, Stefani Fachini De Araujo Team: Agata Anna Budzik, Camila Anto­nella Mina, Carlos González Acedo, Carlo Basile, Deniz İpek Karataş, Domi­nika Kłopotek, Elias Lont, Eleni Kanel­lo­poulou, Emma Lomas, German Otto Boden­bender, Giuseppe Laudante, Javier Moran, Jeroni Mach, Julia Salman, Juan Carpio, Kamil Murgrabia, Laurens Boeve, Leticia Evelyn Soares Porto, Lorena Trinidad, Lorenzo Farchione, Luca Ronda­nini, Marco Dell’Agli Valletti, Maria Fran­cisca Parreira, Maria Sivakov, Michele Archetti, Nir Leshem, Noemi Mastalli, Ole Elkjær-Larsen, Olivia Sarrà Gómez, Rodrigo Igle­sias Murrieta, Tejas­wini Challa

Bauherr

Žito Group; Marko Pipunić

Eröff­nung
2027
Rende­rings

BIG (Bjarke Ingels Group)

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Video

Pläne

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Turn­halle Königs­dorf

Das Sport­stadel am Hang

Die Turn­halle Königs­dorf

Ein Sport­stadel am Hang: Die neue Turn­halle Königs­dorf wurde nicht einfach auf das Gelände gesetzt, sondern in die Land­schaft hinein­ge­schrieben. Zwischen Voral­pen­ku­lisse, Holz­fas­sade und einge­schnit­tener Topo­grafie entstand ein Gebäude, das Sport, Betreuung und Dorf­ar­chi­tektur mitein­ander verbindet.

Entwurf:
Hrycyk Archi­tekten

 

Gegen den Stan­dard

Am Orts­rand von Königs­dorf, im Über­gang zur ober­baye­ri­schen Voral­pen­land­schaft, ist ein Gebäude entstanden, das sich bewusst gegen die Logik vieler stan­dar­di­sierter Sport­hallen stellt. Keine isolierte Groß­form, kein tech­ni­scher Solitär, sondern ein Bauwerk, das auf Land­schaft, Maßstab und lokale Bautra­di­tionen reagiert.

Die neue Turn­halle der Grund- und Mittel­schule Königs­dorf wurde gemeinsam mit Räumen für die schu­li­sche Mittags­be­treuung auf einem ausge­spro­chen engen Grund­stück reali­siert.

Verant­wort­lich für den Entwurf zeichnen Hrycyk Archi­tekten.

Für die Mittags­be­treuung

Die zentrale Idee entstand aus der Topo­grafie: Das abfal­lende Gelände wurde nicht nivel­liert, sondern genutzt. Umkleiden, Technik- und Neben­räume sowie Teile der Hallen­ebene liegen in den Hang einge­schoben und erscheinen nach außen weit weniger massiv, als es ihr tatsäch­li­ches Raum­pro­gramm vermuten lässt. Die Archi­tektur arbeitet mit dem Gelände.

Die Anlage besteht aus zwei Baukör­pern: der Sport­halle und dem Gebäude der Mittags­be­treuung. Beide reagieren auf die klein­tei­lige Umge­bung mit Einfa­mi­li­en­häu­sern und nehmen deren Maßstab auf. Verbunden werden sie über eine gemein­same Sockel­zone und eine räum­liche Fuge, die zugleich Erschlie­ßung und Über­gangs­raum ist.

Für die Viel­sei­tig­keit

Wer sich der Anlage von der Schule nähert, erreicht auf oberer Ebene direkt die Mittags­be­treuung. Der Zugang zur Halle erfolgt dagegen tiefer liegend von der Mooseu­ra­cher Straße aus. Diese Verschie­bung erzeugt unter­schied­liche Wege­be­zie­hungen und macht aus dem Gebäude beinahe eine kleine räum­liche Land­schaft.

Auch funk­tional geht die Halle über das klas­si­sche Sport­pro­gramm hinaus. Neben der eigent­li­chen Spiel­fläche verfügt sie über eine Tribüne und einen zusätz­li­chen Kondi­ti­ons­raum. Durch eine Teilung mittels Trenn­vor­hang können bis zu drei Gruppen parallel Sport treiben – ein wich­tiger Faktor für den Schul- und Vereins­sport im Ort.

Für Tradi­tion und Moderne

Beson­ders inter­es­sant ist jedoch die gestal­te­ri­sche Über­set­zung regio­naler Bautra­di­tionen. Die Archi­tekten orien­tierten sich an typi­schen ober­baye­ri­schen Hofan­lagen, nament­lich dem Zusam­men­spiel von verputztem Wohn­ge­bäude und hölzernem Stadel. Die Turn­halle Königs­dorf erscheint daher nicht als Sport­ma­schine, sondern eher als gelun­gene zeit­ge­nös­si­sche Inter­pre­ta­tion eines länd­li­chen Wirt­schafts­ge­bäudes.

Die offene Fassade aus Lärchen­holz erzeugt mit einfa­chen Schräg­schnitten eine subtile Orna­mentik an den Stirn­seiten. Vor dem Gebäude der Mittags­be­treuung greifen fest­ste­hende Holz­la­mellen tradi­tio­nelle Fens­ter­läden auf und über­setzen sie in eine moderne Archi­tek­tur­sprache. Das Hallen­dach reagiert mit unter­schied­li­chen Über­ständen auf Hang­lage, Gebäu­de­höhe und innere Funk­tionen. Eine farb­lich akzen­tu­ierte Stahl­treppe setzt dabei einen bewusst zeit­ge­nös­si­schen Kontra­punkt.

Für Zurück­hal­tung

Die neue Turn­halle der Grund- und Mittel­schule Königs­dorf nutzt die Hang­lage als Entwurfs­motor: einge­gra­bene Neben­räume, ein an tradi­tio­nelle Hofstellen ange­lehntes Erschei­nungs­bild und eine enge Verknüp­fung von Schul­sport, Vereins­sport und Mittags­be­treuung schaffen einen unge­wöhn­li­chen Ort für Bildung, Beisam­men­sein und Sport.

Mit wohl­tu­ender Zurück­hal­tung.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Hrycyk Archi­tekten BDA
Sommer­straße 9
D‑81543 München

Bauherr

Gemeinde Königs­dorf

Eröff­nung
2025
Adresse
Grund- & Mittel­schule Königs­dorf
Mooseu­ra­cher Straße 15 & 17
D‑82549 Königs­dorf
Fotos

Sebas­tian Schels

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Sport­halle Schön­berg

Bewe­gung und Begeg­nung

Die Sport­halle Schön­berg

Drei Jahre Bauzeit, 18 Millionen Euro Inves­ti­tion und ein Anspruch, der weit über klas­si­schen Schul­sport hinaus­geht: Mit der neuen Sport­halle Schön­berg ist auf dem Campus der Gemein­schafts­schule Prob­stei ein Sport­zen­trum entstanden, das Archi­tektur, Funk­tio­na­lität und Nach­hal­tig­keit verbindet.

Die Holz­hy­brid­kon­struk­tion, das markante Licht­kon­zept und die außer­ge­wöhn­liche Ausstat­tung – inklu­sive fest instal­lierter Turn­ge­räte – machen den Neubau zu einem Projekt mit Signal­wir­kung.

Entwurf:
Schnittger Archi­tekten + Partner

 

Ein neues Zentrum für Bewe­gung und Begeg­nung

Die neue Sport­halle auf dem Campus der Gemein­schafts­schule Prob­stei in Schön­berg ersetzt eine aus wirt­schaft­li­chen Gründen nicht mehr sanie­rungs­fä­hige Bestands­an­lage und schafft weit mehr als neue Flächen für den Sport­un­ter­richt. Entstanden ist ein multi­funk­tio­nales Sport­zen­trum, das Schule, Vereine und Öffent­lich­keit mitein­ander verbindet und Sport als sozialen Treff­punkt versteht.

Die Dimen­sionen verdeut­li­chen den Anspruch: Rund 18 Millionen Euro inves­tierte die Gemeinde in den Neubau, dessen Fertig­stel­lung nach rund drei Jahren Bauzeit gefeiert wurde. Für die etwa 1.500 Schü­le­rinnen und Schüler bedeutet das vor allem eines: Sport findet wieder drinnen statt – unab­hängig von Wetter und Jahres­zeit. Nach dem Verlust der alten Halle war der Sport­un­ter­richt zeit­weise ins Freie verla­gert worden, auch im Winter.

Flexible Räume für Sport und Veran­stal­tungen

Kern der neuen Sport­halle Schön­berg ist eine groß­zü­gige Drei­feld­halle, die sich mithilfe mobiler Trenn­wände flexibel in klei­nere Nutzungs­ein­heiten glie­dern lässt. Ergänzt wird sie durch eine sepa­rate Turn­halle mit fest instal­lierten Geräten – eine Beson­der­heit, die den Aufwand für Auf- und Abbau im Schul­alltag deut­lich redu­ziert und gleich­zeitig neue Trai­nings­mög­lich­keiten schafft.

Hinzu kommen ein Fitness­raum sowie eine zwei­sei­tige Tribü­nen­an­lage mit Platz für rund 500 Zuschaue­rinnen und Zuschauer. Damit kann die Halle nicht nur Unter­richt und Vereins­sport aufnehmen, sondern auch Wett­be­werbe, Sport­feste oder schu­li­sche Veran­stal­tungen.

Gerade diese Mehr­fach­nut­zung prägt das Betriebs­kon­zept: Während tags­über der Schul­sport im Mittel­punkt steht, über­nehmen am Nach­mittag und Abend Vereine die Flächen. Perspek­ti­visch sollen hier sogar über­re­gio­nale Wett­kämpfe statt­finden.

Archi­tektur zwischen Präzi­sion und Wärme

Archi­tek­to­nisch tritt der Neubau bewusst als eigen­stän­diger Solitär auf. Er fügt sich in den Campus ein, ohne sich gestal­te­risch den Bestands­bauten unter­zu­ordnen.

Der Eingangs­be­reich präsen­tiert sich als redu­zierter Sicht­be­ton­körper: robust, klar und zurück­hal­tend. Die Hallen­be­reiche dagegen werden von einer schräg geführten, perfo­rierten Trapez­blech­fas­sade umschlossen. Das erzeugt eine unge­wöhn­liche Dynamik und lässt den großen Baukörper leichter wirken.

Beson­ders prägend ist das umlau­fende Fens­ter­band aus trans­lu­zentem Profil­glas. Es beginnt im Eingangs­be­reich, begleitet Besu­che­rinnen und Besu­cher über Trep­pen­räume und Tribünen bis zum Fitness­raum und zieht sich als verbin­dendes Element um das gesamte Gebäude. Durch die Über­la­ge­rung mit der perfo­rierten Fassade entstehen wech­selnde Licht- und Schat­ten­ef­fekte, die sowohl im Innen- als auch im Außen­raum eine eigene Atmo­sphäre schaffen.

Im Inneren setzt sich diese Mate­ri­al­stra­tegie fort. Sicht­bare Holz­trag­werke, Holz­la­mel­len­wände, Sitz­bänke aus Holz und Sicht­be­ton­flä­chen erzeugen eine warme, natür­liche Raum­sprache. Die Mate­ri­al­wahl erfüllt dabei nicht nur gestal­te­ri­sche Aufgaben, sie verbes­sert auch Akustik und Orien­tie­rung.

Nach­hal­tig­keit als inte­graler Bestand­teil

Bei Planung und Bau der Sport­halle Schön­berg wurde Nach­hal­tig­keit nicht als zusätz­liche Maßnahme verstanden, sondern als plane­ri­sche Grund­lage.

Die Sport­halle entstand in modu­larer Bauweise mit einem hohen Anteil vorge­fer­tigter Elemente. So konnten Bauzeit, Mate­ri­al­ver­luste und Abfälle redu­ziert werden. Zugleich erhöht die Vorfer­ti­gung die Präzi­sion und Qualität der Ausfüh­rung.

Die gewählte Holz­hy­brid­bau­weise verbindet die Trag­fä­hig­keit von Stahl­beton mit den ökolo­gi­schen Vorteilen des Baustoffs Holz. Viele der verwen­deten Mate­ria­lien sind trennbar und weit­ge­hend kreis­lauf­fähig – ein wich­tiger Faktor für eine spätere Wieder­ver­wen­dung oder das Recy­cling.

Auch ener­ge­tisch verfolgt das Gebäude einen klaren Kurs: Luft­wär­me­pumpe, Photo­vol­taik und Solar­thermie decken große Teile des Ener­gie­be­darfs rege­ne­rativ ab. Ergänzt wird dies durch natür­liche Belich­tung und Belüf­tung, die den Bedarf an künst­li­chem Licht und tech­ni­scher Lüftung redu­zieren. Der Neubau erfüllt den KfW-55-Stan­dard und unter­schreitet damit den Ener­gie­ver­brauch konven­tio­neller Gebäude deut­lich.

Mehr als eine Sport­halle

Sport­hallen werden zuneh­mend als Infra­struktur verstanden, die über ihre eigent­liche Nutzung hinaus gesell­schaft­liche Funk­tionen über­nimmt. Auch in Schön­berg wurde dieser Gedanke mitge­plant. Die Sport­halle Schön­berg ist voll­ständig barrie­re­frei ausge­führt und gene­ra­tio­nen­über­grei­fend nutzbar. Gleich­zeitig kann sie im Bedarfs­fall als Mehr­zweck- oder Notfall­zen­trum dienen – etwa bei öffent­li­chen Veran­stal­tungen oder im Kata­stro­phen­schutz.

Als multi­funk­tio­nales Sport­zen­trum vereint dieses Projekt Drei­feld­halle, Turn­halle, Fitness­be­reich und Tribünen in einer markanten Archi­tektur. Natür­liche Mate­ria­lien, nach­hal­tige Gebäu­de­technik und flexible Nutzungs­kon­zepte schaffen einen Ort für Schule, Vereine und die gesamte Gemeinde.

So ist in Schön­berg ein Gebäude entstanden, das weit über die klas­si­sche Idee einer Schul­sport­halle hinaus­geht: ein Ort für Bewe­gung, Begeg­nung und Gemein­schaft – mit archi­tek­to­ni­scher Eigen­stän­dig­keit und lang­fris­tiger Perspek­tive.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Schnittger Archi­tekten + Partner
Im Wissen­schafts­park Kiel

West­ring 453–455
D‑24118 Kiel

Bauherr

Schul­ver­band Prob­stei

Eröff­nung
2024
Adresse

Sport­halle Schön­berg
Fried­hofsweg 6
D‑24217 Schön­berg (Holstein)

Fotos

Marco Knopp, Kiel

Text

Johannes Bühl­be­cker
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SPOT

Freud­volle Poro­sität

SPOT in Thion­ville

Ein Sport­zen­trum wie ein Verspre­chen: In Thion­ville verschmilzt der „SPOT“ Vergan­gen­heit und Gegen­wart zu einer spek­ta­ku­lären Bühne für Bewe­gung, Begeg­nung und große Events – mit schwe­bender Archi­tektur, flie­ßenden Räumen und einer Klet­ter­wand als Land­marke.

Entwurf:

Domi­nique Coulon & Asso­ciés

Respekt

Mit dem Projekt „SPOT – Site Poly­va­lent Omni­sport de Thion­ville“ wurde im Nord­osten Frank­reichs ein in die Jahre gekom­menes Ensemble aus den 1960er-Jahren – bestehend aus Theater und kommu­naler Sport­halle – grund­le­gend neu belebt. Der Entwurf von Domi­nique Coulon & asso­ciés trans­for­miert die Anlage in ein zeit­ge­mäßes Sport- und Kultur­zen­trum, das sowohl inter­na­tio­nalen Wett­kämpfen als auch viel­fäl­tigen Veran­stal­tungen gerecht wird, ohne dabei den Bezug zur histo­ri­schen Substanz zu verlieren.

Leit­motiv des Projekts ist der respekt­volle Umgang mit dem Bestand. Die prägende Natur­stein­mauer bleibt als iden­ti­täts­stif­tendes und zwischen den Zeiten vermit­telndes Element erhalten. Auch das ursprüng­liche Eingangs­portal wurde bewahrt und fungiert weiterhin als Orien­tie­rungs­punkt im Stadt­raum. Die neue Fassa­den­ge­stal­tung greift die Archi­tek­tur­sprache des benach­barten Thea­ters auf: Verti­kale Öffnungen wech­seln sich mit geschlos­senen Flächen ab und erzeugen den Eindruck eines gewach­senen, zusam­men­hän­genden Ensem­bles.

Mehr­zweck­halle

Ein markantes Element von SPOT ist die rötlich schim­mernde Mehr­zweck­halle, die über dem stei­nernen Sockel auskragt. Ihre rund 46 Meter lange Glas­fas­sade verleiht dem Baukörper eine über­ra­schende Leich­tig­keit und lässt ihn nahezu schwe­bend erscheinen.

Die Einbin­dung in den Stadt­raum erfolgt über gezielt gesetzte Öffnungen und Blick­be­zie­hungen. An der Kreu­zung zweier Haupt­achsen präsen­tiert sich ein groß­zügig verglaster Tanz­saal und macht die Akti­vi­täten im Inneren sichtbar. Auf der gegen­über­lie­genden Seite wurde das Gebäude zurück­ver­setzt, um einen bestehenden Libanon-Zedern­baum zu erhalten, der den Raum für Rhyth­mi­sche Sport­gym­nastik mit seiner 12 Meter hohen Decke verschattet.

Über­gänge

Im Inneren sorgt eine klare, offene Orga­ni­sa­tion für flie­ßende Über­gänge zwischen den Nutzungen. Die Archi­tekten spre­chen von „freud­voller Poro­sität“: Sicht­be­zie­hungen, mehrere Zugänge und eine intui­tive Wege­füh­rung verbinden die verschie­denen Bereiche mitein­ander. Ein zwei­ge­schos­siges Foyer bildet das räum­liche Zentrum und verknüpft die Ebenen visuell wie funk­tional. Von hier aus erschließt eine skulp­tu­rale Beton­treppe die Mehr­zweck­halle und die Tribünen, während im Erdge­schoss die Sport­halle und ergän­zende Räume liegen.

Die Innen­räume im SPOT sind bewusst groß­zügig und licht­durch­flutet gestaltet. Tragende Struk­turen treten optisch in den Hinter­grund, sodass zusam­men­hän­gende Raum­wir­kungen entstehen. Farb­lich geglie­derte Zonen in Blau‑, Ocker- und Weiß­tönen unter­stützen die Orien­tie­rung und verleihen dem Gebäude eine leben­dige Atmo­sphäre.

Klet­ter­wand

Ein zentrales archi­tek­to­ni­sches High­light ist die 42 Meter breite und 15 Meter hohe Klet­ter­wand, die als eigen­stän­diges Raum­ele­ment in die Sport­halle inte­griert ist. Ihre plas­ti­sche Form erin­nert an eine natür­liche Fels­struktur. Eine drei­eckige Öffnung lässt Tages­licht tief in den Raum eindringen. Gegen­über erhebt sich eine Tribüne mit 750 Plätzen, die bis in die darüber­lie­gende Mehr­zweck­halle reicht.

Viel­sei­tig­keit

Die beiden Haupt­vo­lumen – Sport­halle und Mehr­zweck­halle – sind als mitein­ander verzahnte Einheiten konzi­piert. Sie können unab­hängig vonein­ander genutzt oder zu einer zusam­men­hän­genden Fläche von rund 2.800 m² verbunden werden. Diese Flexi­bi­lität ermög­licht unter­schied­lichste Szena­rien – von Sport­ver­an­stal­tungen bis hin zu kultu­rellen Große­vents.

Mit dem SPOT ist eine dyna­mi­sche, viel­seitig nutz­bare Infra­struktur entstanden, die histo­ri­sche Iden­tität und zeit­ge­nös­si­sche Archi­tektur in Einklang bringt. Das Projekt zeigt, wie durch präzise Eingriffe und räum­liche Offen­heit ein Ort geschaffen werden kann, der den sozialen und kultu­rellen Anfor­de­rungen einer modernen Stadt gerecht wird.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Archi­tekt

Domi­nique Coulon & Asso­ciés

Bauherr

Stadt Thion­ville

Eröff­nung
2024
Adresse

SPOT
Salle Jean Burger
Rue Général Walton Walker
F – 57100 Thion­ville

Fotos

Eugeni Pons

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Gammel Hellerup

Think BIG

Gammel Hellerup High School

Manchmal entstehen die wegwei­sendsten Sport­stätten nicht durch Größe oder spek­ta­ku­läre Technik, sondern durch eine radi­kale Neuin­ter­pre­ta­tion des Ortes. Die Erwei­te­rung der Gammel Hellerup High School nörd­lich von Kopen­hagen ist genau ein solches Projekt: eine Sport­halle, die verschwindet und damit zum Mittel­punkt wird.

Entwurf:

BIG

Just another part of me

Ausgangs­punkt war ein Defizit: Die alte, neben dem Campus stehende Sport­halle war funk­tional und baulich über­holt. Es fehlte ein zentraler, multi­funk­tio­naler Raum, sowohl für den Sport­un­ter­richt als auch für Abschluss­feiern oder gemein­schaft­liche Veran­stal­tungen. Die Antwort darauf formu­lierte BIG mit einem ebenso einfa­chen wie genialen Konzept: Die neue Halle wird nicht neben die Schule gestellt – sie wird ein Teil von ihr.

Die neue, rund 1.100 m² große Mehr­zweck­halle der Gammel Hellerup High School wurde fünf Meter tief in den Schulhof einge­graben. Dieser Schritt ist der Schlüssel zum legen­dären Charakter des Projekts. Denn damit wider­spricht die Sport­halle nicht nur visuell unserem klas­si­schen Verständnis von einem Baukörper, sie erzeugt gleich­zeitig eine völlig neue Nutzungs­ebene auf ihrem Dach.

Form follows formula

Das Dach der Halle ist kein Dach im klas­si­schen Sinn, sondern ein topo­gra­fisch model­lierter Schulhof. Seine sanft geschwun­gene Form wurde von der Flug­bahn eines Hand­balls inspi­riert und schafft eine Land­schaft, die zum Sitzen, Liegen, Spielen und Beob­achten einlädt. An den Rändern inte­grierte Sitz­bänke machen die Fläche zum sozialen Treff­punkt. Kleine, gezielt gesetzte Öffnungen führen Tages­licht in die Halle und schaffen über­ra­schende Blick­be­zie­hungen zwischen innen und außen.

Hier zeigt sich die eigent­liche Inno­va­tion: Sport­fläche und Aufent­halts­raum konkur­rieren nicht mehr um Platz, sie über­la­gern sich. Die Halle wird zur unsicht­baren Infra­struktur eines leben­digen Schul­hofs. „Form follows formula“, nennt Archi­tekt Bjarke Ingels dieses Prinzip – eine archi­tek­to­ni­sche Über­set­zung von Bewe­gung in Raum.

Raum und Über­gang

Doch das Projekt endet nicht mit der Halle. In einem zweiten Bauab­schnitt wurde zwischen der versun­kenen Sport­halle und den angren­zenden Fußball­fel­dern ein zwei­ge­schos­siges Kunst- und Bildungs­ge­bäude reali­siert. Seine Aufgabe ist ebenso funk­tional wie städ­te­bau­lich: Es verknüpft die Sport­flä­chen mit den bestehenden Schul­be­rei­chen zu einem konti­nu­ier­li­chen Raum­ge­füge.

Teile dieses Neubaus liegen eben­falls unter­ir­disch, eine konse­quente Fort­set­zung der Idee, Fläche mehr­fach zu nutzen. Schü­le­rinnen und Schüler bewegen sich heute durch die abge­senkte Sport­halle im Zentrum des Campus, gelangen von dort zu Klas­sen­räumen, Cafe­teria und Haupt­ein­gang. Wege werden zu Erleb­nissen, Räume zu Über­gängen.

Grüner Teppich

Gleich­zeitig entstand auf dem Dach der neuen Gebäu­de­teile eine Erwei­te­rung der Fußball­felder, ein „grüner Teppich“, der nicht nur zusätz­liche Bewe­gungs­flä­chen bietet, sondern auch infor­melle Aufent­halts­be­reiche mit Blick auf das Sport­ge­schehen. Sport, Lernen und soziale Inter­ak­tion verschmelzen zu einer räum­li­chen Einheit.

Auch konstruktiv wird diese Verbin­dung sichtbar: Während die Sport­halle als Sand­wich aus Holz, Beton und wieder Holz konzi­piert ist, kehrt sich dieses Prinzip im Neubau um. Hier spannen sich Holz­wände zwischen Beton­de­cken und ‑böden. Diese bewusste Mate­ri­al­um­kehr schafft eine kohä­rente Iden­tität, die beide Bauab­schnitte mitein­ander verbindet.

Versenkt

Die neuen Sport­flä­chen der Gammel Hellerup High School sind mehr als eine Erwei­te­rung, sie sind beispiel­ge­bend für den zeit­ge­nös­si­schen Schul- und Sport­stät­tenbau: flächen­spa­rend, ener­gie­ef­fi­zient, sozial akti­vie­rend und (nicht nur) archi­tek­to­nisch mutig. Dieses Projekt zeigt, wie aus einem funk­tio­nalen Bedarf ein räum­li­ches Erlebnis werden kann – und warum die besten Sport­hallen manchmal dort sind, wo man sie nicht sofort sieht.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

BIG

Bauherr

Gammel Hellerup High School

Eröff­nung
2015/2017
Adresse

Gammel Hellerup High School
Svane­møl­levej 87
2900 Hellerup
Däne­mark

Fotos

José Campos

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Turn­halle Markt Retten­bach

Hey good lookin’

Turn­halle Markt Retten­bach

Die Turn­halle Markt Retten­bach vereint Archi­tektur und Ausfüh­rung mit Sport und Gemein­schaft. Und passt genau in ihre Umge­bung.

Entwurf:

Hrycyk Archi­tekten

Neues aus Ober­schwaben

 

Markt Retten­bach liegt in Ober­schwaben, 20 Kilo­meter von Memmingen und 20 Kilo­meter von Mindel­heim entfernt. Hier scheint die Welt in Ordnung und die Lebens­qua­lität enorm zu sein. Dazu tragen zahl­rei­chen Sport­an­ge­bote, aber auch andere Vereine zwischen Fasching und Alphorn­blä­sern sowie Pilger­wege bei – und jetzt gibt es auch noch eine neue Turn­halle.

Die steht in direkter Nach­bar­schaft zur Grund- und Mittel­schule sowie dem bestehenden Sport­areal und prägt als Solitär und durch ihre erhöhte Lage am nörd­li­chen Orts­rand das Orts­bild maßgeb­lich mit.

Der Entwurf stammt von Hrycyk Archi­tekten aus München.

Good looking

 

Die Turn­halle Markt Retten­bach besticht durch ihre klare Formen­sprache und die konse­quente Holz­bau­weise. Eine sägeraue Deck­scha­lung aus heimi­scher Lärche bekleidet die geschlos­senen Flächen, glatte, geho­belte Fassaden akzen­tu­ieren die Einschnitte.

Dank ihrer gelun­genen Einbet­tung in Land­schaft und Umge­bung ist die Turn­halle Markt Retten­bach nicht nur funk­tional, viel­seitig und gutaus­se­hend, sondern auch komplett barrie­re­frei.

Viel­sei­tig­keit 

Der Eingangs­be­reich liegt ein Geschoss über dem Hallen­ni­veau, auf Höhe von Schule und Park­platz. Er öffnet sich mit einem durch­ge­henden Einschnitt, der als über­dachter Vorbe­reich und Über­gang zu den tiefer­lie­genden Außen­sport­flä­chen dient.

Im Inneren über­zeugt die Halle durch ihre durch­dachte Raum­auf­tei­lung, die einfache Orien­tie­rung und Mehr­fach­nut­zungen ermög­licht. Foyer und Flur auf der Eingangs­ebene fungieren auch als durch­ge­hende Tribüne zur Sport­halle.

Das zentral gele­genes Vereins­heim mit Besu­cher­toi­letten und über­dachtem Frei­sitz bietet Raum und Chancen für Begeg­nungen.

Der Terras­sen­be­reich wird durch einen durch­lau­fenden Balkon ergänzt. Er kann auch als über­dachte Zuschau­er­zone für das Rasen­sport­feld, also bei Fußball­spielen, genutzt werden – schließ­lich ist er direkt mit dem Sport­platz verbunden.

Die Hallen­ebene mit Umklei­de­be­rei­chen und Gerä­te­räumen liegt niveau­gleich zu Rasen­sport­feld und Lauf­bahn. Dank der direkten Zugänge von außen können die Umkleiden auch von den Fußbal­lern genutzt werden können. Ein einfa­cher Kniff, der die Nutzungs­mög­lich­keiten des Komplexes nach­haltig erhöht.

Warm­wasser

 

Die Warm­was­ser­ver­sor­gung erfolgt dezen­tral über elek­tri­sche Durch­lauf­er­hitzer. Dieses System ermög­licht eine bedarfs­ge­rechte Bereit­stel­lung von Warm­wasser direkt an den jewei­ligen Entnah­me­stellen – ohne lange Leitungs­wege oder Spei­cher­ver­luste. Dadurch werden sowohl die Ener­gie­ef­fi­zienz als auch  die Hygiene verbes­sert, da Warm­wasser nur dann erzeugt wird, wenn es tatsäch­lich benö­tigt wird.

Ergänzt wird die Anlage durch eine Wasser­auf­be­rei­tung mit einer Enthär­tungs­an­lage von Grün­beck. Diese redu­ziert den Kalk­ge­halt im Wasser mittels Ionen­aus­tausch­ver­fahren und schützt so Leitungen, Arma­turen und tech­ni­sche Kompo­nenten lang­fristig vor Abla­ge­rungen. Gleich­zeitig trägt sie zu einem wirt­schaft­li­cheren Betrieb bei, da weniger Energie für die Erwär­mung benö­tigt wird und der Wartungs­auf­wand sinkt.

In Summe zeigt sich hier eine moderne, wartungs­arme und ener­gie­ef­fi­zi­ente Lösung für die Sani­tär­be­reiche der Sport­halle, die sowohl den Anfor­de­rungen des Schul- als auch des Vereins­sports gerecht wird.

Umge­setzt wurde das Ganze von der BayWa Haus­technik GmbH aus Nessel­wang.

Guter Invest

Das gut sechs Millionen Euro teure Projekt wurde maßgeb­lich durch Förde­rungen finan­ziert. Das Geld ist gut ange­legt, denn die Halle erwei­tert die Sport­an­ge­bote, insbe­son­dere für Kinder und Jugend­liche, und fördert die Inte­gra­tion mobi­li­täts­ein­ge­schränkter Menschen. Seit ihrer offi­zi­ellen Eröff­nung im Jahr 2025 ist Halle häufig prall gefüllt und ein leben­diger Treff­punkt für den Vereins- und Brei­ten­sport.

Gelun­gene Archi­tektur in hoch­wer­tiger Ausfüh­rung bietet sie außerdem.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Hrycyk Archi­tekten BDA
Sommer­straße 9
D‑81543 München

Bauherr

Markt­ge­meinde Markt Retten­bach

Fenster und Türen

Schrei­nerei und Glaserei Johann Bachl
Wolfer­städter Str 12
D‑86650 Wemding

Eröff­nung
2025
Adresse

Turn­halle
Markt Retten­bach
Schul­straße 26
D‑87733 Markt Retten­bach

Fotos

Sebas­tian Schels
BayWa Haus­technik GmbH (Abschnitt Warm­wasser)

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

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Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park

Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park

Come toge­ther

Von der Indus­trie­brache zum Publi­kums­lieb­ling: Der Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park verwan­delt Detroits Ufer in offene und flexible Ange­bote für Sport, Natur und Gemein­schaft – inklu­sive Frei­luft­halle und Ufer­leben.

Entwurf:

Adjaye Asso­ciates und MVVA

Fast neun Hektar Stadt­ent­wick­lung

 

Wo einst Indus­trie­ruinen das Ufer des Detroit River domi­nierten, öffnet sich heute ein neuer Stadt­raum: Mit 8,9 Hektar verwan­delt der Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park eine riesige ehema­lige Brach­fläche in einen leben­digen Treff­punkt für ganz Detroit. Der Park ist mehr als nur Grün­fläche – er ist eine neue Schnitt­stelle zwischen Stadt, Fluss und Gemein­schaft.

Den inter­na­tio­nalen Wett­be­werb der Detroit River­front Conser­vancy gewannen Adjaye Asso­ciates gemeinsam mit Michael Van Valken­burgh Asso­ciates (MVVA). Ihr Ansatz: Archi­tektur und Land­schaft in Einklang bringen – flexibel, robust und auf zukünf­tiges Wachstum ausge­legt.

MVVA entwi­ckelte eine wider­stands­fä­hige, ganz­jährig nutz­bare Park­land­schaft mit groß­zü­gigen Rasen­flä­chen, Spiel­be­rei­chen, Prome­naden, Gärten und nach­hal­tiger grüner Infra­struktur. Die Frei­räume sind so konzi­piert, dass sie sich unter­schied­li­chen Nutzungen und Jahres­zeiten anpassen – vom ruhigen Aufent­halt bis zum großen Commu­nity-Event.

Die Frei­luft­halle als Zentrum

Die archi­tek­to­ni­sche Iden­tität des Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Parks prägt insbe­son­dere das William Davidson Sport House. Die 2.600 m² große Frei­luft­halle wird von 33 Stahl­stützen getragen, über denen sich ein skulp­tu­rales Beton­dach mit einem rund 185 m² großen Ober­licht spannt. Tages­licht durch­flutet die offene Struktur, die eine norm­ge­rechte Basket­ball­halle beher­bergt. Der Raum funk­tio­niert sowohl als Sport­halle als auch als Outdoor-Angebot und ermög­licht Sport- und Frei­zeit­nut­zung bei Tag und Nacht, zu jeder Jahres­zeit.

Ergänzt wird das Ensemble durch zwei weitere Pavil­lons mit Sanitär- und Gemein­schafts­be­rei­chen.

Inklu­siver Stadt­raum

Der Entwurf entstand in enger Abstim­mung mit den Bauherren, Trägern und Nutzern. Zwischen 2018 und 2021 fanden sechs große öffent­liche Versamm­lungen mit über 800 Teil­neh­menden statt. Hinzu kamen Schul­pro­gramme, Nach­bar­schafts­treffen und Ausstel­lungen in der ganzen Stadt, die insge­samt mehr als 5.000 Menschen erreichten.

So ist am Detroit River nicht nur der Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park entstanden, sondern ein inklu­siver Stadt­raum, der die Menschen zurück ans Wasser holt und die Verbin­dung zwischen Natur, Stadt und Gemein­schaft wieder­her­stellt.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Archi­tektur

Adjaye Asso­ciates

Land­schaft

Michael Van Valken­burgh Asso­ciates

Eröff­nung
2025
Adresse

Ralph C. Wilson Centen­nial Park
Detroit, MI 48226
Verei­nigte Staaten

Fotos
Text

Johannes Bühl­be­cker
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Parque Quin­tana Roo

Parque Quin­tana Roo

Ich war eine Müll­kippe

Von der Müll­kippe zum Messe­ge­lände: Der Parque Quin­tana Roo in Chetumal ist Austra­gungsort einer großen Land­wirt­schafts­messe und gleich­zeitig Stadt­park. Mit Frei­luft­hallen.

Entwurf:

AIDIA Studio

Trans­for­ma­tion

 

Der Parque Quin­tana Roo in Chetumal, der Haupt­stadt des gleich­na­migen mexi­ka­ni­schen Bundes­staates, ist das wunder­bare Ergebnis der Trans­for­ma­tion einer Müll­de­ponie zu einem weit­läu­figen ökolo­gi­schen Stadt­park.

Der Park bietet ein viel­fäl­tiges Angebot an Frei­zeit­ein­rich­tungen, darunter einen Skate­park, einen groß­zü­gigen Parkour-Garten, Outdoor-Fitness­be­reiche sowie Multi­sport- und Kinder­spiel­flä­chen – alles unter­ge­bracht in drei indi­vi­duell gestal­teten Frei­luft­hallen.

Der Anlass des Projekts war der Bedarf an einem neuen Veran­stal­tungsort für die jähr­lich statt­fin­dende Vieh- und Land­wirt­schafts­messe. Diese Messe hat sich im Laufe der Jahre zu einem bedeu­tenden jähr­li­chen Volks­fest entwi­ckelt, das Konzerte, Fahr­ge­schäfte und Kunst­hand­werks­märkte umfasst.

Die Planung stammt von AIDIA Studio.

Dschungel

Das neu entwi­ckelte Messe­ge­lände erstreckt sich über eine Fläche von zehn Hektar. Das Grund­stück liegt im subtro­pi­schen Dschungel. Diese Lage bot die beson­dere Chance, das Areal in einen städ­ti­schen Park mit viel­fäl­tigen, ganz­jährig nutz­baren Frei­zeit­ein­rich­tungen zu verwan­deln.

Chetumal ist die Haupt­stadt des Bundes­staates Quin­tana Roo, zu dem auch die Touris­ten­ziele Cancún, Tulum und Bacalar in der mexi­ka­ni­schen Karibik gehören. Während die Bade­orte im Norden an Beliebt­heit gewannen, entwi­ckelte sich Chetumal zu einem wich­tigen Versor­gungs­zen­trum. Die Stadt, die lange Zeit unter einem Mangel an hoch­wer­tigen öffent­li­chen Räumen litt, gewinnt durch die Rück­ge­win­nung von Flächen zuneh­mend an Aufent­halts­qua­lität.

Orga­ni­sa­tion

Das trapez­för­mige Grund­stück misst 200 mal 400 Meter und wird über einen ring­för­migen Stra­ßen­ver­lauf mit Stell­plätzen erschlossen. Entlang dieses Rings entstand zudem ein 800 Meter langer Lauf- und Radweg.

Die Ausstat­tung umfasst drei Frei­luft­hallen, darunter eine Arena für bis zu 1.000 Zuschauer, die sowohl für Sport­ver­an­stal­tungen als auch Konzerte genutzt werden kann. Es gibt des weiteren über­dachte Basket­ball­plätze, Outdoor-Fitness­be­reiche. Einzel­han­dels­flä­chen und außerdem einen Skate­park, einen Kinder­spiel­platz und einen „Bürger­platz“ am Eingang des Geländes.

Dieser Bürger­platz wird von elf Ceiba-Bäumen einge­fasst, die als heilige Bäume Mexikos gelten. Jeder Baum steht für einen der elf Land­kreise von Quin­tana Roo. Von hier aus führen Wasser­läufe durch das Areal, welche die Besu­cher zu den verschie­denen Einrich­tungen leiten und dabei ein flie­ßendes, nicht-hier­ar­chi­sches Raum­er­lebnis schaffen, das schließ­lich an der Arena, dem größten Bauwerk des Parks, endet.

Kreise

Die Wege zwischen den kreis­för­migen Baukör­pern verlaufen entlang von Tangen­ten­bögen, welche die ansonsten starren Grund­stücks­grenzen auflo­ckern und gleich­zeitig die Viel­falt der Gebäu­de­typen in das Gesamt­kon­zept einfügen.

Dieses Konzept ermög­lichte es den Planern, das Thema „biophile Gestal­tung“ konse­quent weiter­zu­ent­wi­ckeln – sowohl aus der Vogel­per­spek­tive in Form des über­ge­ord­neten Master­plans als auch aus Nutzer­sicht, nämlich durch das unmit­tel­bare Erleben der Natur inner­halb des Parks. Zudem kamen para­me­tri­sche Entwurfs­werk­zeuge zum Einsatz, die eine ästhe­tisch anspruchs­volle und zugleich effi­zi­ente Form­fin­dung ermög­lichten.

Im Ergebnis entstand eine Viel­zahl unter­schied­li­cher Gebäu­de­typen, denen ihr kreis­för­miger Grund­riss gemeinsam ist – wenn auch mit jeweils eigen­stän­diger konstruk­tiver Lösung.

Schutz und Schön­heit

Die geringe Bebau­ungs­dichte des Parks dient dem maxi­malen Erhalt natür­li­cher Grün­flä­chen – ein wesent­li­cher Aspekt ange­sichts des heißen und feuchten Klimas in der Region. Sämt­liche verwen­deten Mate­ria­lien für Plätze und Gebäude sind in hellen Beige-Tönen gehalten. Gemeinsam mit den leichten Metall­struk­turen der Gebäude, den schlanken, oliv­grünen Stützen und den geschwun­genen Holz­ele­menten fügen sie sich bestens in die Umge­bung aus Kalk­stein und Wald ein, während die mit Fliesen gedeckten Dächer zuver­läs­sigen Schutz vor durchaus mögli­chem Stark­regen bieten.

Die Fassaden der radialen Gebäude greifen ein Ziegel­muster auf, das einer­seits die Ober­flä­chen­struktur belebt, ande­rer­seits durch Öffnungen für Luft­zir­ku­la­tion und natür­liche Belüf­tung sorgt. Sämt­liche Gebäude sind modular geplant, um eine wirt­schaft­liche Bauweise zu gewähr­leisten und den Errich­tungs­pro­zess effi­zient zu gestalten.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

AIDIA Studio

Rolando Rodri­guez Leal, Natalia Wrzask; José Luis Mulás, Mariano González, Nitze Magaña, Aran­zazú Sánchez, Mauricio Santi­bañez, Cecilia Simón, Emilio Vásquez, Rodrigo Wulf

Bauherr

Secre­tary of Agra­rian, Terri­to­rial, and Urban Deve­lo­p­ment

Eröff­nung
2024
Adresse

Parque Quin­tana Roo
Chetumal
Quin­tana Roo
Mexico

Fotos

Andrés Cedillo

Text

Johannes Bühl­be­cker
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