KuKuk Box Aqaba

Spiel ohne Grenzen

Die KuKuk Box Aqaba

Spielcontainer & Skatepark in a Box

KuKuk Box GmbH

Spielcontainer
  • Kletterstrukturen mit Zugang zur Dachebene
  • Rutsche
  • Kriech- und Durchgänge
  • Podeste und Rückzugsbereiche
  • Balancier- und Bewegungselemente
  • Spielangebote für Kindergarten- und jüngere Schulkinder
Skatepark in a Box
  • Mobile Rampen und Skateelemente
  • Variabel aufstellbarer Parcours
  • Skateboards
  • Stunt-Scooter
  • BMX-Räder
  • Helme
  • Hand-, Ellenbogen- und Knieschützer
  • Halterungen und Lagerflächen für Geräte und Ausrüstung
Adresse

SOS Children's Village Aqaba
G2W5+RW8, Street 15
JO – 77110 Aqaba
Jordanien

Eröffnung

2026

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Zwei Container, ein nächtlicher Kraneinsatz und viele neue Möglichkeiten: Die KuKuk Box Aqaba ergänzt das SOS-Kinderdorf um Spielangebote für jüngere Kinder und einen mobilen Skatepark für die Größeren. Zugleich soll sie das Dorf stärker für die Nachbarschaft öffnen.

Beispielhaft, nicht nur in Krisengebieten.

Vier Länder, ein Golf

Eine nie ganz spannungsfreie Umgebung

Aqaba liegt am nördlichen Ende des gleichnamigen Golfs und an einem geografisch bemerkenswerten Punkt. Jordanien, Israel, Ägypten und Saudi-Arabien treffen hier auf engstem Raum zusammen. Die jordanische Hafenstadt ist Ferienort, Handelsplatz und Sonderwirtschaftszone. Zugleich sind die politischen Spannungen und Konflikte der Region nie besonders weit entfernt - beim Aufbau der Box waren sie sogar in Form von Raketeneinschlägen spürbar.

Gerade in einem solchen Umfeld kann die Bedeutung des Spiels kaum hoch genug eingeschätzt werden. Spielen schafft Momente der Unbeschwertheit und gibt Kindern und Jugendlichen ein Stück Alltag zurück. Es hilft ihnen aber auch, Erfahrungen zu verarbeiten, eigene Fähigkeiten zu entdecken, Regeln auszuhandeln und Vertrauen zu anderen aufzubauen. Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention beschreibt Spiel, Erholung und Freizeit deshalb ausdrücklich als Kinderrecht. Die KuKuk Box Aqaba übersetzt dieses Recht ziemlich handfest in Rampen, Rutschen und Kletterelemente.

Finanziert wurde das Projekt durch "SOS Kinderdörfer International“.

Ein ausgezeichnetes Kinderdorf

Das SOS-Kinderdorf Aqaba wurde 1991 eröffnet. Der palästinensisch-jordanische Architekt Jafar Tukan und sein Büro Jafar Tukan & Partners entwarfen ein Ensemble aus zweigeschossigen Häusern, schattigen Höfen, Gärten, Wegen und gewölbten Durchgängen. Die Architektur greift regionale Bauformen und Materialien auf, ohne daraus eine historisierende Kulisse zu machen.

Gemeinschaftlich nutzbare Einrichtungen wie Kindergarten, Sporthalle, Laden und Apotheke liegen am Rand der Anlage und sind auch zur Nachbarschaft orientiert. Das Kinderdorf sollte von Beginn an Schutz bieten, ohne sich von der Stadt abzuschotten. Für diese Verbindung von sozialem Konzept, lokaler Bautradition und zeitgemäßer Architektur erhielt das Projekt 2001 den Aga Khan Award for Architecture.

Heute bietet die Anlage nach Angaben der Projektbeteiligten Platz für etwa 100 Kinder in Familiengruppen und sogenannten Safe Houses. Die beiden neuen Container führen den Gedanken der Öffnung weiter.

Die beiden Boxen

Unterschiedliche Nutzergruppen, verschiedene Angebote

Der erste Container ist eine klassische KuKuk Box für jüngere Kinder. Kletterstrukturen führen hinauf auf das Dach, hinzu kommen Rutsche, Kriechgänge, Podeste sowie Möglichkeiten zum Balancieren, Verstecken und freien Spielen. Auf der kleinen Grundfläche des ehemaligen Schiffscontainers entsteht so ein erstaunlich vielschichtiger Spielraum.

Der zweite Container enthält einen kompletten Skatepark. Mobile Rampen werden herausgenommen und zu wechselnden Parcours zusammengestellt. Im Inneren lagern Skateboards, Stunt-Scooter und BMX-Räder neben Helmen, Hand-, Ellenbogen- und Knieschützern. Nach dem Betrieb verschwindet alles wieder sicher in der Box. Ordnung ist auch hier hilfreich.

Der Spielcontainer wird vor allem von den Kindergartenkindern genutzt, der Skatepark richtet sich an ältere Kinder und Jugendliche. Seine Elemente lassen sich immer wieder neu kombinieren und an unterschiedliche Fähigkeiten anpassen. Damit stehen nicht zwei gleiche Container nebeneinander, sondern zwei aufeinander abgestimmte Angebote für verschiedene Altersgruppen.

Laue Nächte in Aqaba

Der Aufbau der KuKuk Box

Die Container wurden weitgehend vorgefertigt und per Schiff nach Jordanien transportiert. In Aqaba mussten sie nur noch an ihre vorgesehenen Standorte gehoben und fertig montiert werden. Das klingt zunächst unkompliziert, wäre da nicht das örtliche Klima gewesen.

Bei Tagestemperaturen von bis zu 45 Grad wurde der Kraneinsatz kurzerhand in die Nacht verlegt. Der Autokran traf gegen halb eins ein und platzierte die beiden Container bis etwa drei Uhr morgens. Mit rund 30 Grad war es dann geradezu angenehm, zumindest nach den Maßstäben dieses Projekts.

Am folgenden Tag schloss das Team die Montage ab. Bereits am Abend konnten die Kinder die neuen Angebote mit einem Malworkshop und einer kleinen Eröffnungsfeier übernehmen.

Einladend

Der Skatepark als Treffpunkt

Der Skatepark soll nicht allein den Kindern des SOS-Kinderdorfs zur Verfügung stehen. Auch Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft dürfen den Parcours und die Ausrüstung nutzen. Die KuKuk Box Aqaba wird damit zu einer weiteren Schnittstelle zwischen dem geschützten Wohnen im Dorf und der umgebenden Stadt.

Gerade Skateboarding, BMX und Scooterfahren eignen sich für solche Begegnungen. Die Aktivitäten funktionieren weitgehend ohne gemeinsame Sprache. Rampen werden zusammen aufgebaut, Geräte weitergegeben, Bewegungen beobachtet und Tricks voneinander gelernt. Aus Sport entsteht Kontakt, ohne dass zuvor ein Begegnungsprogramm erklärt werden muss.

Damit knüpfen die Container unmittelbar an die Architektur des Kinderdorfs an. Auch sie grenzen einen sicheren Ort ab, bleiben aber offen genug, um Gemeinschaft über die eigenen Bewohner hinaus zu ermöglichen.

Ein Kreis schließt sich

Die KuKuk Box passt überall hin

Am Anfang der KuKuk Box stand der Wunsch, einen Spielplatz für  Krisengebiete zu errichten - damals für den Gazastreifen. Gesucht wurde eine Lösung, die sich weitgehend vorfertigen, per Schiff transportieren und auch unter schwierigen Bedingungen mit überschaubarem Aufwand aufbauen lässt. Aus dieser Idee entstand ein System, das Transportbehälter, tragende Grundstruktur, Spielobjekt und sicheren Lagerraum miteinander verbindet.

Seitdem ist viel passiert. Die KuKuk Box ist längst nicht nur in Krisengebieten zu Hause. Sie steht an Schulen und Kindergärten, auf öffentlichen Plätzen, in Parks und bei sozialen Einrichtungen. Mit dem Projekt in Aqaba schließt sich dennoch ein Kreis. Die Box kehrt in eine Region zurück, für deren besondere Anforderungen sie ursprünglich entwickelt wurde, und verbindet dort Spiel, Bewegung und Begegnung.

Standardisiert ist allerdings nur die Box. Was Kinder und Jugendliche daraus machen, bleibt erfreulich unberechenbar. Die Bedeutung solcher Freiräume steht dagegen ziemlich eindeutig fest, in Aqaba ebenso wie überall sonst auf der Welt.

Was wir hier lernen

  • Standardisierte Frachtcontainer ermöglichen Spiel- und Bewegungsangebote an sehr unterschiedlichen Orten. Sie lassen sich weitgehend vorfertigen, international transportieren und mit überschaubarem Aufwand aufbauen.

  • Die feste Hülle schützt Spielgeräte, mobile Rampen und Schutzausrüstung. Damit eignet sich das Konzept für Krisenregionen ebenso wie für Schulen, Kindergärten, Parks und öffentliche Plätze.

  • Die Box gibt den Rahmen vor, ohne das Spiel festzulegen. Kletterelemente und veränderbare Parcours lassen Raum für unterschiedliche Altersgruppen, Fähigkeiten und Formen der Aneignung.

  • Spielcontainer können geschützte Einrichtungen zur Nachbarschaft öffnen und über gemeinsames Spielen und Bewegen Kontakte schaffen, für die es zunächst keine gemeinsame Sprache braucht.

  • Die technischen und logistischen Vorteile sind wichtig. Entscheidend bleibt jedoch, dass ein vergleichsweise kompaktes System Kindern und Jugendlichen nahezu überall auf der Welt einen eigenen Freiraum eröffnen kann.

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Vertical Playgarden

Luft nach oben

Der Vertical Playground in Budapest

Planer

Studio Kraft

Ausstattung & Besonderheiten

  • Lärchenholz, Okouméholz
  • lackierte Stahlbauteile, profilierte Metalldächer, Stahlgitter
  • Kletter- und Seilelemente, Seiltunnel, Treppen und Verbindungsstege, Röhrentelefon, erhöhte Aufenthalts- und Rückzugsbereiche
  • Outdoor-Klassenzimmer
  • Pflanzbereiche sowie Fassaden- und Gitterbegrünung mit Kletterpflanzen
Adressen

Vertical Playgarden, Bajza Utcai Általános Iskola
Bajza utca 49–51
H – 1062 Budapest

Eröffnung

2025

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Wo Fläche fehlt, bleibt die dritte Dimension: Studio KRAFT hat einen nur sechs Meter breiten Reststreifen der Bajza-Grundschule in Budapest in eine vielschichtige Spiel- und Lernlandschaft verwandelt. Baumhäuser, Kletterwege, Rückzugsorte und ein grünes Klassenzimmer ergänzen den bestehenden Sporthof, ohne ihm Fläche zu nehmen.

Ein Hof für alle

Mehr als 500 Kinder besuchen täglich die Bajza Utcai Általános Iskola im dicht bebauten 6. Bezirk von Budapest. Ihr Schulhof bot lange trotzdem nur eine einzige Antwort auf sehr unterschiedliche Bedürfnisse: eine große, mit Kunststoff belegte Sportfläche zwischen Schulgebäude und Schwimmhalle. Wer Ball spielen oder rennen wollte, fand Platz. Für freies Spiel, Gespräche, Rückzug, Naturerfahrung oder Unterricht im Freien gab es dagegen kaum Möglichkeiten.

Der Ausgangspunkt des Vertical Playgarden war deshalb weniger die Erneuerung des vorhandenen Sporthofs als seine Ergänzung. Die zentrale Fläche sollte weiterhin für Sport und Bewegung zur Verfügung stehen. Studio KRAFT suchte stattdessen nach Raum dort, wo zunächst keiner zu sein schien.

Gefunden wurde er zwischen Sporthof und Schwimmhalle: ein lediglich sechs Meter breiter Betriebsbereich mit technischen Funktionen und Zugang zur Heizanlage. Weil eine Erweiterung des Grundstücks ebenso ausgeschlossen war wie eine Bebauung des Sportfeldes, entwickelte sich aus diesem Reststreifen die Idee einer vertikalen Erweiterung.

Vom Elternimpuls zum Projekt

Die Entstehungsgeschichte des Vertical Playgarden ist ungewöhnlich persönlich. Architekt Ádám Pásztor (Studio KRAFT) kannte die Schule als Vater zweier Schülerinnen; auch seine Frau hatte sie besucht. Neben viel Positivem über die Schule begegnete ihm immer wieder die Kritik am wenig differenzierten Schulhof. Vor allem Kinder, die nicht permanent laufen oder Ball spielen wollten, hielten sich häufig am Rand auf oder verbrachten ihre Pausen gar nicht erst draußen.

2019 entstanden erste Skizzen für eine Erweiterung entlang der Schwimmhalle, unterstützt von Schulleitung und Bezirk. Die Kommune finanzierte die Planung und sagte die Realisierung zu. 

Der Vertical Playgarden umfasst lediglich 215 m² Grundfläche.

Spielen in drei Dimensionen

Kleine, aufgeständerte Holzhäuser bilden das Grundmotiv. Sie sitzen auf unterschiedlichen Höhen und sind über Treppen, Brücken, Netze, Kletterelemente und einen Seiltunnel miteinander verbunden. Runde Öffnungen, unterschiedliche Raumhöhen und verschieden stark geschützte Bereiche erzeugen eine Folge von offenen und zurückgezogenen Orten. Ein Röhrentelefon ermöglicht sogar die Kommunikation zwischen Kindern auf den oberen Ebenen und denen am Boden.

Die Architekten beziehen sich dabei bewusst auf das Baumhaus und weniger auf die übliche Typologie eines Spielgeräts. Gerade dadurch entsteht der Eindruck einer kleinen Architektur innerhalb des Schulhofs. Das zeigt auch die Axonometrie sehr deutlich: Von der lebhaften Eingangszone steigt die Struktur entlang der Grundstücksgrenze schrittweise an und endet in einem ruhigeren, überdachten Gemeinschafts- und Lernbereich.

Die Vertikalität ist dabei keine formale Spielerei. Sie vervielfacht die nutzbaren Ebenen eines Grundstücksstreifens, der in der Fläche kaum Entwicklungsmöglichkeiten bot. Gleichzeitig bleibt der große Sporthof weitgehend unangetastet.

Rückzug mit Überblick

Eine besondere planerische Aufgabe lag im Verhältnis von Rückzug und Aufsicht. Die Kinder sollten Orte erhalten, die sich tatsächlich wie kleine Nischen und Verstecke anfühlen. Gleichzeitig müssen Pädagoginnen und Pädagogen den Spielbereich kontrollieren können.

Die Lösung ist eine durchgehende Erschließung entlang der Spielhäuser. Von dort und vom Sporthof bleiben die unterschiedlichen Ebenen weitgehend einsehbar, während Wände, Netze und Höhenversprünge auf Augenhöhe der Kinder geschützte Bereiche entstehen lassen. Die gesamte Konstruktion wurde als individuelles Spielgerät geplant, entsprechend den einschlägigen Sicherheitsanforderungen geprüft und schließlich TÜV-zertifiziert.

Damit erweitert sich auch das Nutzungsprogramm. Der Playgarden dient nicht nur den Pausen und der Nachmittagsbetreuung. Ein erhöhter, überdachter Bereich funktioniert als Outdoor-Klassenzimmer und Gemeinschaftsraum; außerdem wird die Anlage bei Ferien- und Sommerprogrammen genutzt.

Eine wachsende Struktur

Auch materiell grenzt sich das Projekt bewusst von einem standardisierten Spielplatz ab. Die Konstruktion besteht überwiegend aus Lärchen- und Okouméholz, ergänzt durch lackierte Stahlbauteile und wiederverwendbare Profilbleche als Dachdeckung. Stahlgitter übernehmen Absturzsicherung und Einfassung.

Diese Gitter sollen zugleich Teil der Begrünung werden. Efeu und Wilder Wein wachsen an der Konstruktion empor; Pflanzsubstrat wurde überall dort eingebracht, wo es die räumlichen Bedingungen erlaubten. Der vorhandene Baum wurde in die Anlage integriert. Aus der zunächst deutlich ablesbaren Holz-Stahl-Konstruktion soll so schrittweise eine begrünte Laube mitten im dichten Budapester Stadtgefüge entstehen.

Auch die begrenzte Lebensdauer wurde von Anfang an berücksichtigt. Studio KRAFT gibt für die Konstruktion einen geplanten Zeitraum von 15 bis 20 Jahren an. Bauteile und Materialien sind deshalb so gewählt, dass sie nach einem späteren Rückbau weiterverwendet oder recycelt werden können. Hintergrund ist auch die Möglichkeit, dass der Blockinnenbereich langfristig umfassender umgestaltet wird

Was wir hier lernen

  • Flächenmangel kann zum Entwurfsparameter werden. Der Vertical Playgarden zeigt, dass selbst ein sechs Meter breiter technischer Restbereich zusätzliche Spiel-, Aufenthalts- und Lernflächen aufnehmen kann, wenn Raum nicht nur zweidimensional betrachtet wird.

  • Ein guter Schulhof braucht unterschiedliche Geschwindigkeiten. Neben Sport und Bewegung benötigen Kinder Orte zum Beobachten, Reden, Verstecken und Zurückziehen. Gerade in großen Schulen sollte die Freiraumplanung diese unterschiedlichen Bedürfnisse räumlich abbilden.

  • Partizipation kann konkrete Entwurfsentscheidungen liefern. Die Wünsche der Kinder nach Kletterangeboten, Rückzugsorten und Grün sowie die Anforderungen der Lehrkräfte an Übersichtlichkeit und Sicherheit sind unmittelbar in die Struktur des Playgarden eingeflossen.

  • Aufsicht und Rückzug schließen sich nicht aus. Durch Sichtbeziehungen, die begleitende Erschließung und unterschiedlich geschützte Räume entstehen Rückzugsmöglichkeiten für Kinder, ohne die notwendige Übersicht für das pädagogische Personal aufzugeben.

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Stadtpark Neuss

Galopp ins Grün

Der neue Stadtpark Neuss

Römerspielplatz

hochkant GmbH

Garten- und Landschaftsbau

Knappmann GmbH & Co. Landschaftsbau KG 

Skatepark, Pumptrack, Dirtpark

Camp Ramps 
Daniel Dressen 

Konzept

Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH

Besonderheiten
  • Umnutzung und Weiterentwicklung einer ehemaligen Galopprennbahn zum Stadt- und Bürgerpark
  • Neue Sport-, Spiel- und Freizeitangebote
  • Erhalt prägender Rennbahnrelikte
  • Intensive Nutzerbeteiligung
  • Generationsübergreifende Nutzung
Projektgröße

380.000 m²

Kosten (gesamt)

60 Mio. €

Adresse

Landesgartenschau Neuss 2026 / Stadtpark Neuss
Hammer Landstraße / Stresemannallee
D-41460 Neuss

Eröffnung

2026

Fotos

Thomas Mayer
Thomas van Offen
Marc Leppin
Custom Bars
Imma Schmidt
Markus van Offern
Alexander Raubal

More Sports Media

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Eine ehemalige Galopprennbahn wird zum grünen Herzen der Stadt: Mit der Landesgartenschau 2026 verwandelt Neuss das 38 Hektar große Areal in einen Bürgerpark. Die Geschichte des Ortes bleibt dabei sichtbar, während neue Sport-, Spiel- und Bewegungsangebote den Park für alle Generationen öffnen.

Rennbahn wird Stadtpark

Die Landesgartenschau nutzt die ehemalige Galopprennbahn als Ausgangspunkt für einen dauerhaften Bürgerpark zwischen Innenstadt, Hammfeld und Rhein.

Landesgartenschauen sind längst mehr als temporäre Blumenschauen. In Neuss wird die Veranstaltung zum Motor einer größeren Stadtentwicklung: Das 38 Hektar große Gelände der ehemaligen Galopprennbahn wird dauerhaft zum Stadtpark Neuss und soll zugleich die Verbindung von der Innenstadt über das künftige Quartier Hammfeld bis zum Rhein stärken.

Die Rennbahn wurde 2019 endgültig geschlossen. Mit dem 2023 erstplatzierten Wettbewerbsentwurf von Franz Reschke Landschaftsarchitektur begann 2023 schließlich die umfassende Weiterentwicklung zum Bürgerpark.

Dabei wurde die Geschichte des Ortes nicht weggeräumt. Die große offene Mitte erinnert weiterhin an die Weite der Rennbahn, das ehemalige Geläuf mit Rasen- und Sandbahn bleibt als Parkfuge ablesbar. Auch Flutlichtmasten, Teile des vorhandenen Wegenetzes, das Wettbüro sowie Kamera- und Richtertürme wurden erhalten oder neu interpretiert. Fünf unterschiedlich programmierte Haine fassen heute die offene Mitte und nehmen die intensiveren Nutzungen auf. Rund 2.200 neu gepflanzte Bäume ergänzen den weitgehend erhaltenen Gehölzbestand.

Das Planungsprinzip ist also: weniger Neuanlage als Weiterbauen. Die Landesgartenschau legt eine neue Nutzungsschicht über einen Ort, dessen frühere Funktion weiterhin erkennbar bleibt.

Sport für Generationen

Sport, Spiel und Aufenthalt werden im neuen Stadtpark nicht voneinander getrennt. Die Bewegungsangebote sind in den Park eingebettet und mit großzügigen Aufenthaltsbereichen verbunden.

Mehr als 16.000 m² sind im neuen Stadtpark Neuss für Spiel, Sport und Action vorgesehen. Ein Schwerpunkt liegt im Sporthain. Hier treffen ein Fußballfeld, Basketball und Beachvolleyball auf zwei sogenannte Fusionsanlagen, die klassische Calisthenics-Elemente mit Klettern, Hangeln, Balancieren sowie Kraft- und Koordinationstraining verbinden. Reckstangen, Netze und Seile gehören ebenso dazu wie Boxsäcke, Battle Ropes, Sprungelemente und Bodentrampoline. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade sollen dafür sorgen, dass die Anlagen nicht nur von trainierten Sportlern genutzt werden können. Die EPDM-Flächen ermöglichen zudem einen barrierefreien Zugang zu den Trainingselementen.

Dabei endet der Sportbereich nicht an der Auslinie des Spielfeldes. Sitzgelegenheiten, Terrassen und Wege begleiten die Sport- und Bewegungsflächen und verbinden sie mit dem übrigen Park. Dieses Prinzip zieht sich durch die gesamte Anlage: Großzügige Sitzstufen, individuell entwickeltes Parkmobiliar, Gastronomie und unterschiedlich ausgeprägte Aufenthaltsbereiche ergänzen die aktiven Nutzungen. Im Sporthain können deshalb verschiedene Generationen gleichzeitig trainieren, spielen, sich treffen oder den anderen zuschauen. Sport wird hier nicht als separates Programm in den Park gestellt, sondern mit Aufenthalt und öffentlichem Leben verbunden.

Dass diese Angebote auf ihre späteren Nutzer zugeschnitten wurden, hat auch mit dem Planungsprozess zu tun. Vertreter örtlicher Sportgemeinschaften waren an der Entwicklung beteiligt und diskutierten die Sportangebote mit den Planern. Die gleiche Vorgehensweise wurde beim bestehenden Skatepark gewählt, dessen Erweiterung mit der lokalen Szene abgestimmt wurde.

Skaten, rollen, spielen

Ein bestehender Skatepark wurde erweitert und mit Dirtpark und Pumptrack zu einem größeren Rollsportbereich verbunden. Drei Themenspielplätze für die Jüngeren ergänzen das Bewegungsangebot im Park.

Der Skatepark gehört zu den Sportanlagen, die bereits vor der Landesgartenschau auf dem ehemaligen Rennbahngelände vorhanden waren. Seine Beton-Bowl aus den 2000er-Jahren wurde erhalten und um eine Streetplaza erweitert. Manual Pad, Curved Rail, verlängerte Ledge, niedrigere Transitions und sanfte Roll-ins ergänzen insbesondere die Möglichkeiten für weniger erfahrene Nutzer. Die Wege innerhalb und am Rand der Anlage bestehen aus Ortbeton und können in die Lines einbezogen werden. Sitzmöglichkeiten sind unmittelbar in die Anlage integriert, ein großes Flugdach bietet Schutz vor Sonne und leichtem Regen.

Unmittelbar daneben entstand ein Dirtpark mit zwei unterschiedlich anspruchsvollen Lines und jeweils zwei Table-Jumps. Steilkurven führen zurück zum Ausgangspunkt, Roller und Wobbles ergänzen die Strecken. Ein kompakter Asphalt-Pumptrack erweitert das Spektrum nach unten: Er kann mit Laufrädern, Scootern, Skateboards und Mountainbikes genutzt werden und eignet sich damit auch für Kinder und Einsteiger. Skatepark, Dirtpark und Pumptrack bilden zusammen einen rund 13.000 m² großen Aktionsbereich, in dem unterschiedliche Rollsportarten und Könnensstufen nebeneinander Platz finden.

Ergänzt wird das Sportangebot durch drei inklusive Themenspielplätze mit insgesamt rund 2.000 m² Fläche. Der Römerspielplatz bezieht sich auf das Legionslager Novaesium, der Kaninchenspielplatz auf die Kaninchen, die nach Einstellung des Rennbetriebs das Gelände eroberten, und der Rennbahnspielplatz greift mit Pferden, Bewegung und Wettbewerb noch einmal die Geschichte des Ortes auf. Rund 50 Kinder waren im Vorfeld an der Entwicklung der Anforderungen beteiligt.

Spielen wie die Römer

Eine Römerstraße verbindet Lager, Dorf und Marktplatz zu einer zusammenhängenden Spiellandschaft. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und Spielangebote öffnen den Römerspielplatz für verschiedene Altersgruppen und Fähigkeiten.

Der von hochkant entwickelte und realisierte Römerspielplatz macht die Geschichte der Stadt Neuss entlang einer symbolischen Römerstraße spielerisch erlebbar. Sie führt vom Tor eines römischen Lagers vorbei an einem kleinen Dorf und durch den vorhandenen Baumbestand bis zum Marktplatz mit Sand- und Matschbereich. Ein Raster von zwei mal zwei Metern bildet die Grundlage für die individuell entworfenen Spielgeräte. Naturbelassenes Lärchenholz prägt die Anlage, weiß lasierte Holzelemente zitieren römische Architektur, braune Netze und Seile erinnern in ihrer Farbigkeit an Leder.

Die einzelnen Bereiche richten sich an unterschiedliche Altersgruppen und Fähigkeiten. Römerlager und Niedrigseilparcours bieten anspruchsvollere Kletter-, Balancier- und Bewegungsmöglichkeiten, während der Kleinkinderbereich sowie Sand- und Wasserspiel niedrigschwelliger angelegt sind. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade und sensorische Angebote erweitern die Nutzungsmöglichkeiten für Kinder mit verschiedenen Fähigkeiten. Kleine Details führen das Thema weiter: Integrierte Brettspiele greifen etwa die „Römische Mühle“ auf, ein Memory verbindet römische Motive mit ihren Bezeichnungen und bei einer eigens gestalteten Variante von „Vier gewinnt“ treten Römer und Germanen gegeneinander an.

Inklusion wird hier also nicht als separates Angebot verstanden, sondern als selbstverständlicher Bestandteil der Gestaltung, die Kindern mit unterschiedlichen Talenten und Neigungen vielfältige Zugänge zu Spiel und Bewegung ermöglicht.

Auch der vorhandene Baumbestand wurde Teil der Planung. Die Elemente entlang der Römerstraße kommen weitgehend ohne aufwendige Fundamente aus, um die Wurzelbereiche zu schonen. Zusätzliche Baumpflanzungen sollen künftig mehr Schatten schaffen. Wartungsfreundliche Konstruktionen und austauschbare Einzelteile sind auf eine dauerhafte Nutzung über die Landesgartenschau hinaus ausgelegt.

Botschaften aus Neuss

  • Die Umnutzung der ehemaligen Rennbahn zeigt, dass die Geschichte eines Ortes nicht verschwinden muss, wenn sich seine Funktion grundlegend verändert. Spuren der Vergangenheit können dem neuen Freiraum Identität geben.

  • Sportangebote gewinnen im öffentlichen Raum an Qualität, wenn Bewegung und Aufenthalt gemeinsam gedacht werden. Wer trainiert, spielt, zuschaut oder sich lediglich trifft, nutzt denselben Park.

  • Generationsübergreifende Bewegungsräume brauchen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, inklusive Zugänge und Angebote ohne feste Nutzungsvorgaben. So können sehr unterschiedliche Nutzergruppen denselben Ort selbstverständlich miteinander teilen.

  • Beteiligung und Mitsprache hatten in Neuss konkrete Auswirkungen auf die Planung. Sportgemeinschaften, die lokale Skate-Szene und Kinder konnten Anforderungen und Angebote mitprägen. Das ist richtig und wichtig.

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Pläne

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Grüne Dickebank

Bewegung!

Die "Grüne Dickebank" in Wattenscheid

Planer

Ahner Landschaftsarchitektur
Schlossstraße 7
D-15711 Königs Wusterhausen

Sitzpodeste

LiF GmbH & Co. KG
Brandströmstr. 6
D-49716 Meppen

Bauherr

Stadt Bochum
Referat für Sport und Bewegung
Viktoriastraße 14 c
D-44777 Bochum

Ausstattung
  • Gesamtfläche: rund 19.800 m²
  • Asphaltierter Rundkurs mit Straßenmarkierungen und Bodenmodellierungen
  • Pumptrack, Jumpline, Scooterloop und Laufradtrack
  • Multifunktionsfläche für  Verkehrserziehung, Veranstaltungen und Rollatortraining
  • Geräte- und Lagercontainer
Besonderheiten
  • Erhalt des Sportstandortes bei gleichzeitiger Öffnung für neue Nutzergruppen
  • Angebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen
  • Verbindung von Rollsport, Verkehrserziehung und Fahrsicherheitstraining
  • Nebeneinander von öffentlichem Bewegungspark und Fußball
Adresse

Dickebankstraße 27
D-44866 Bochum

Eröffnung

2026

Fotos

Ahner Landschaftsarchitektur
Stadt Bochum
More Sports Media

Pläne

Ahner Landschaftsarchitektur

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Wo früher Fußball gespielt wurde, rollen heute Laufräder, BMX-Räder, Scooter und Inliner. Die Grüne Dickebank in Wattenscheid macht aus einem nicht mehr genutzten Großspielfeld an der Grenze zwischen Wohnquartier und Gewerbegebiet eine öffentlich zugängliche Sport- und Freizeitanlage. Pumptrack, Jumpline und Verkehrsübungsflächen treffen dabei auf rund 100 neue Bäume, Blühwiesen und ein zukunftsfähiges Entwässerungskonzept nach dem Prinzip der Schwammstadt.

Hier rollt nicht nur der Ball

Die Umgestaltung ist nicht als Verdrängung des Vereinsfußballs zu verstehen, sondern als sinnvolle Neuordnung

Die Geschichte dieses Ortes beginnt nicht mit der Grünen Dickebank, sondern (wie so  oft im Ruhrgebiet) mit dem Fußball. Über viele Jahre war das Rasenspielfeld innerhalb der Rundlaufbahn die sportliche Heimat von Schwarz-Weiß Wattenscheid 08. Der Verein gehört zur Dickebankstraße und hat hier über Jahrzehnte Fußballgeschichte geschrieben, und das durchaus auch in den besseren Kreisen der Wattenscheider Fußballbühne.

Inzwischen konzentriert sich der Vereinsbetrieb auf die östliche Hälfte der Sportanlage. Dort wurde der frühere Aschenplatz im Jahr 2023 in ein Kunststoffrasenspielfeld umgewandelt. 

Die Umgestaltung ist deshalb nicht als Verdrängung des Vereinsfußballs zu verstehen, sondern als sinnvolle Neuordnung: SW Wattenscheid 08 verfügt über einen zeitgemäßen und belastbaren Kunstrasenplatz, die frei gewordene Fläche wurde einem sehr viel breiteren Publikum zur Verfügung gestellt .

Die Zeiten ändern sich, der Rundkurs auch

Aus der früheren Rundlaufbahn wurde ein Parcours für alles, was rollt

Ein Großspielfeld ist groß, aber nicht automatisch vielfältig. Es ist meist auf einen Sport, feste Mannschaften und organisierte Zeiten zugeschnitten. Die rund  20.000 m² große Grüne Dickebank kehrt dieses Prinzip um. Sie ist täglich verfügbar, kostenlos zugänglich und auch offen für Menschen, die keinem Verein angehören.

Das zentrale Element der Grünen Dickebank ist ein 3,50 Meter breiter, asphaltierter Rundkurs, der in etwa dem Verlauf der früheren Laufbahn folgt. Straßenmarkierungen, Kreuzungen, Kurven und kleine Bodenmodellierungen machen ihn zugleich zur Bewegungs- und Verkehrsübungsstrecke.

Kinder lernen hier Laufrad- und Fahrradfahren, während Schulen, Verkehrswacht oder andere Institutionen die Anlage für Schulungen nutzen können. Auch Fahrsicherheitstrainings mit Fahrrädern und E-Bikes sowie Rollator-Trainings sind möglich. Das Motto „Rollen, Fahren und Gleiten“ umfasst also unterschiedliche Altersgruppen und Mobilitätsformen.

Zwischen Laufrad und Pumptrack

Vielfalt gehört zu den Stärken des sportlichen Angebots

Innerhalb des Rundkurses liegen die einzelnen Sportangebote. Ein Laufradtrack und ein Scooterloop richten sich vor allem an jüngere Kinder. Die rund 450 m² große Multifunktionsfläche kann für Verkehrserziehung, Fahrradschulungen, Rollschuhveranstaltungen und weitere temporäre Nutzungen eingesetzt werden.

Pumptrack und Jumpline bieten anspruchsvollere Strecken für BMX-Räder, Scooter und Inliner. Die Angebote sind räumlich voneinander abgesetzt, bleiben aber über den Rundkurs und zusätzliche Wege miteinander verbunden. Vorbehaltsflächen ermöglichen eine spätere Ergänzung um weitere Spiel- oder Scooterangebote.

Bewegung und Aufenthalt

Pumptrack und Jumpline bringen Bewegung, Bänke und Sitzstufen machen die Anlage zum Treffpunkt

Die Grüne Dickebank ist nicht nur als Sportfläche angelegt. Sitzstufen mit Holzauflagen, Betonbänke, Fahrradständer und kleinere Aufenthaltsbereiche ergänzen die Bewegungsangebote. Viele Sitzplätze liegen in unmittelbarer Nähe der einzelnen Parcours und ermöglichen eine gute Übersicht über die Anlage.

Ein Gerätecontainer bietet Stauraum für die unterschiedlichen Nutzungen. Er wurde vom Künstlerduo Farbeffekt mit einem großformatigen Graffiti gestaltet und damit auch optisch in die Anlage eingebunden.

Die verschiedenen Bereiche können unabhängig voneinander und zu unterschiedlichen Zeiten genutzt werden. Kindertagesstätten und Schulen finden hier ebenso passende Angebote wie Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen. Schon bei der Eröffnung im Mai 2026 zeigte sich, dass diese Vielfalt auch tatsächlich angenommen wird.

Sitzinseln im Grünen

Freiraum für Mensch und Baum

An drei Stellen der Grünen Dickebank gruppieren sich drei Sitzpodeste von LiF Freiraumobjekte um jeweils einen Baum. Die großzügigen Öffnungen in der Mitte sind dabei ganz bewusst deutlich größer als die heutigen Baumstämme. Sie lassen den Bäumen genügend Raum zum Wachsen und sorgen dafür, dass Podest und Baum auch langfristig miteinander funktionieren. Gleichzeitig verändert sich der Charakter der Sitzplätze mit den Jahren: Je größer die Kronen werden, desto mehr natürlichen Schatten werden sie den darunterliegenden Flächen spenden.

Auch gestalterisch passen die organisch geformten Podeste gut in den Park. Ihre farbigen HPL-Oberflächen greifen die kräftige Farbwelt der Grünen Dickebank auf und bieten eine angenehm glatte, robuste und pflegeleichte Sitzfläche. So entstehen keine klassischen Parkbänke, sondern drei kleine Aufenthaltsinseln, die Bäume, Möblierung und Freiraumgestaltung miteinander verbinden. Und während der Park grüner wird, wächst der Komfort gleich mit.

Grün braucht Zeit

Umfangreiche Neupflanzungen und die Versickerung vor Ort machen die Anlage zu einem Baustein der Schwammstadt

Rund 100 neue Bäume, Strauchpflanzungen und Blühwiesen sollen die frühere Sportfläche zu einer grünen Oase zwischen Wohnbebauung und Gewerbegebiet entwickeln. Besonders im Norden bilden die Gehölze eine räumliche Abgrenzung zu den angrenzenden, mäßig attraktiven  Gewerbeflächen. Bäume in der Nähe der Sitzbereiche werden künftig für zusätzlichen Schatten sorgen.

Noch sind viele Pflanzungen jung. Der landschaftliche Charakter und die Beschattung werden sich deshalb erst in den kommenden Jahren vollständig entwickeln. Die Sportangebote sind unmittelbar nutzbar, während die grüne Struktur mit der Zeit an Wirkung gewinnt.

Trotz der für den Rollsport notwendigen Asphaltflächen folgt die Anlage den Grundsätzen der Schwammstadt. Das anfallende Regenwasser kann in den angrenzenden Grün- und Wiesenflächen diffus versickern.Teile des vorhandenen Bodens und des ausgebauten Tennenmaterials wurden für die Geländemodellierung wiederverwendet.

Eine adaptive und tierfreundliche Beleuchtung ermöglicht die Nutzung in den Abendstunden und berücksichtigt zugleich die neu geschaffenen Vegetationsflächen.

Sport, neu verteilt

Die Grüne Dickebank ersetzt den Vereinssport nicht, sie ergänzt ihn um einen öffentlichen und kommerzfreien Ort der  Bewegung

Die Grüne Dickebank zeigt, wie ein nicht mehr benötigtes Großspielfeld umgenutzt werden kann, ohne den Vereinssport vom Standort zu verdrängen. Wattenscheid 08 nutzt weiterhin den benachbarten Kunstrasenplatz. Die frühere Rasen- und Leichtathletikfläche steht nun Menschen offen, die unabhängig von Vereinsmitgliedschaft oder festen Trainingszeiten Sport treiben und sich bewegen möchten.

Die alte Struktur bleibt dabei in Teilen erkennbar. Die Rundlaufbahn wird zum Verkehrs- und Bewegungskurs, während auf dem ehemaligen Spielfeld unterschiedliche Parcours, Übungsflächen und Aufenthaltsbereiche entstehen. Aus einer auf wenige Sportarten ausgerichteten Anlage ist so ein vielseitig nutzbarer Bewegungs- und Begegnungsort geworden.

Was bleibt hängen?

  • Nicht mehr benötigte Großspielfelder können zu öffentlichen Bewegungsräumen umgestaltet werden, ohne den benachbarten Vereinssport zu verdrängen.
  • Eine räumliche Staffelung nach Alter, Erfahrung und Geschwindigkeit erleichtert die gleichzeitige Nutzung durch unterschiedliche Gruppen.
  • Auch Sportanlagen mit größeren Asphaltflächen können nach dem Prinzip der Schwammstadt funktionieren, wenn das Regenwasser vor Ort zurückgehalten und versickert wird.
  • Sitzplätze, Bäume, Beleuchtung und gut einsehbare Bewegungsflächen machen aus einzelnen Sportangeboten einen gemeinsamen Aufenthaltsort.
  • Vorhandene Strukturen müssen bei einer Umnutzung nicht vollständig verschwinden, sondern können mit neuen Funktionen weiterentwickelt werden.

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Pläne

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Floating Pavilion

Dach schafft Landschaft

Der Floating Pavilion in Songyang

Planer

Studio RE+N
Hangzhou, Zhejiang, China

Yuting Zhang, Pu Zhang

Bauherr

Xinxing Town Government, Songyang County

Tragwerk

Lihui Feng

Ausführung

Hangzhou Baiguyuan Construction Co., Ltd
Zhejiang Huafang Construction Co., Ltd.

 

Besonderheiten
  • Offener Aussichtspavillon
  • Schwebende, vorgefertigte  Stahlkonstruktion
  • Dünnes Sandwichdach aus Stahl
  • Gestufte Aufenthaltsplattformen
  • Montage ohne schwere Baumaschinen
  • Minimaler Eingriff in die Landschaft
Adresse

Organic Tea Valley
Xinxing Town
Songyang County
CN-Lishui, Zhejiang

Eröffnung

2025

Fotos

Kejia Mei

Pläne

Studio RE+N
Kejia Mei

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Nicht jede Überdachung schützt vor allem vor Regen. Manchmal schafft sie vor allem einen Ort.

Der Floating Pavilion im chinesischen Songyang zeigt, wie ein einziges, schwebendes Dach ausreicht, um einer Landschaft eine neue Qualität zu geben: als Aussichtspunkt, Treffpunkt und Rastplatz gleichermaßen.

Ein Dach als Landschaft

Wer den Floating Pavilion besucht, erreicht ihn nicht über eine Straße oder einen Vorplatz. Der Weg führt durch steile Teeplantagen hinauf auf einen Bergrücken rund 500 Meter über dem Meeresspiegel. Erst zwischen den Terrassen erscheint nach und nach ein schmaler weißer Baukörper, der scheinbar schwerelos über den Feldern schwebt.

Das Besondere ist dabei weniger das Gebäude selbst als seine Haltung gegenüber der Landschaft. Statt einen dominanten Aussichtspunkt zu errichten, beschränkt sich Studio RE+N auf ein einziges präzise geformtes Dach, das den Ort definiert, ohne ihn zu verändern. Genau diese Zurückhaltung macht den Pavillon zu einem spannenden Beispiel für überdachte Freiräume.

Dach schafft Raum

Die Konstruktion besteht aus einer extrem schlanken Stahl-Sandwichkonstruktion, die lediglich von wenigen Stützen getragen wird. Das Dach wirkt dadurch fast wie ein Blatt Papier, das über den Teeplantagen schwebt.

Darunter entstehen unterschiedlich große Aufenthaltsbereiche. Stufen folgen der Topografie der Terrassen und führen Besucher langsam nach unten. Mit jeder Ebene erweitert sich der Blick über das Tal, bis sich am tiefsten Punkt das gesamte Panorama öffnet.

Die Architektur entsteht hier nicht durch Wände oder Räume, sondern allein durch Dach, Gelände und Aussicht.

Leicht gebaut

Auch der Bauprozess folgt dem Gedanken minimaler Eingriffe. Weil schweres Gerät den steilen Hang nicht erreichen konnte, wurden sämtliche Stahlbauteile vorgefertigt und mit kleinen Transportwagen sowie Seilsystemen auf den Berg gebracht. Vor Ort mussten nur noch wenige Arbeiten ausgeführt werden.

So blieb der Eingriff in die bestehende Kulturlandschaft äußerst gering. Gleichzeitig entstand eine dauerhafte Infrastruktur, die heute sowohl Besucher als auch Teebauern nutzen.

Ein Ort auch für den Alltag

Seit seiner Fertigstellung hat sich der Pavilion schnell vom architektonischen Objekt zum selbstverständlichen Bestandteil des Ortes entwickelt. Wanderer nutzen ihn als Rastplatz, Besucher erleben hier Sonnenauf- und -untergänge und während der Ernte dient der neue Weg gleichzeitig als bessere Erschließung der Teeplantagen.

Gerade diese Mehrfachnutzung macht den Entwurf interessant. Das Dach schafft nicht nur einen Aussichtspunkt, sondern verbessert ganz nebenbei auch die Nutzung der Landschaft.

Was hier hier lernen:

Manchmal braucht es gar kein Gebäude. Ein gutes Dach reicht schon. Der Floating Pavilion zeigt eindrucksvoll, wie wenig Architektur notwendig ist, um einen Ort völlig neu erlebbar zu machen. Die größte Leistung des Projekts besteht vielleicht sogar darin, dass es sich nicht in den Vordergrund drängt. Es schafft einen Aufenthaltsort, verbessert ganz nebenbei die Erschließung der Teeplantagen und wirkt dabei, als hätte es schon immer dort gestanden.

Mit einem einzigen, fast schwerelos wirkenden Dach entsteht ein Ort, der die Landschaft nicht überformt, sondern sie inszeniert. Selten zeigt Architektur so überzeugend, dass Reduktion kein Verzicht ist, sondern eine besondere Form von Qualität. 

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BasketBar

Get on the floor

Die BasketBar in Utrecht

Die BasketBar in Utrecht gilt als Meilenstein im Sportstättenbau: Ein hybrides Konzept aus Café, öffentlichem Raum und Basketballfeld zeigt, wie Sport zum Motor urbaner Begegnung werden kann. Entworfen im Kontext des Masterplans der Universität von OMA, steht die Anlage exemplarisch für den damals eingeläuteten Paradigmenwechsel: weg von isolierten Sportflächen, hin zu vielseitigen urbanen Gelegenheiten für Begegnungen.

Entwurf:

NL Architects

Verdichtung und Integration

Mit der BasketBar auf dem Campus der Universität Utrecht entstand im Jahr 2003 ein Projekt, das bis heute als Referenz für die Erweiterung des Sports in die Gesellschaft, den integrativen Sportstättenbau, gilt.

Der Campus De Uithof entwickelte sich damals von einer monofunktionalen Universitätslandschaft zu einem verdichteten, urbanen Gefüge. Ziel des Masterplans von Rem Koolhaas (Office for Metropolitan Architecture) war es, Funktionen zu bündeln, Freiräume zu stärken und eine echte „Campus City“ zu schaffen.

Die BasketBar übernahm darin eine Schlüsselrolle: Sie war kein Solitär, sondern sozialer Knotenpunkt – eine informelle Mitte für Studierende, Forschende und Besucher.

Der Entwurf stammt von NL Architects.

 

Offenheit statt Festlegung

Das Projekt kombiniert auf wenigen Quadratmetern mehrere Nutzungen zu einem räumlich wie programmatisch radikalen Ensemble:

  • ein in den Boden abgesenktes Café
  • eine großzügige, organisch geformte Aufenthaltslandschaft („Orange Pool“)
  • ein Basketballfeld auf dem Dach

Diese Überlagerung erzeugte eine völlig neue Typologie. Das Café selbst ist abgesenkt – Besucher betreten es quasi „über die Theke“. Diese ungewöhnliche Dramaturgie schafft ungewohnte Intimität und gleichzeitig visuelle Offenheit zum öffentlichen Raum. Inspiriert von klassischen Raumkonzepten wie der American Bar von Adolf Loos entstand ein Ort, der Rückzug und Urbanität verbindet.

Der angrenzende „Pool“ fungiert als multifunktionale Zone: Terrasse, Amphitheater, Skatefläche und barrierefreier Zugang verschmelzen zu einem inklusiven Aufenthaltsraum. Hier zeigt sich eine der großen Stärken des Projekts: Nutzungsoffenheit statt Festlegung.

Sport als soziale Infrastruktur

Das eigentlich ikonische Element seiner Zeit befindet sich jedoch auf dem Dach: das Basketballfeld. Ursprünglich nicht Teil der Aufgabenstellung, entwickelte es sich zur prägendsten Idee des Projekts.

Basketball wurde bewusst gewählt, weil es eine niedrigschwellige, flexible und urbane Sportart ist. Das Spielfeld wird zur Bühne: sichtbar, öffentlich, ein Ort für Performance und Begegnung. Die Transparenz des Mittelpunkts in Form einer Glasfläche zwischen Court und Café verstärkt die Verbindung zwischen Sport und sozialem Leben.

Damit wird Sport nicht separiert, sondern integraler Bestandteil des Alltags. Die BasketBar zeigte früh, was heute als Leitbild gilt: Sportflächen als soziale Infrastruktur.

Auszeichnung und Wirkung

Bereits kurz nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2003 wurde die BasketBar mit dem renommierten Rietveld-Preis ausgezeichnet. Das Projekt überzeugte nicht nur architektonisch, sondern vor allem durch seine gesellschaftliche Relevanz.

Mit Baukosten von rund 1,2 Millionen Euro und einer vergleichsweise kleinen Fläche gelang hier ein Projekt mit überproportionaler Wirkung: ein Modell für die Verbindung von Sport, Architektur und urbanem Leben.

Gegenwart und Zukunft

Mehr als zwei Jahrzehnte lang war die BasketBar, später als „The Basket“ bekannt, ein zentraler Treffpunkt auf dem Campus: Ort für Mittagspausen, Feiern, Quizabende und spontane Begegnungen.

2024 schloss der Betrieb, doch das Projekt ist nicht am Ende: Die Stadt hat die Anlage inzwischen als „Young Monument“ unter Schutz gestellt.

Geplant ist eine Sanierung und Reaktivierung im Zuge der Weiterentwicklung des Campus und der umliegenden Gebäude.

Damit bleibt die BasketBar nicht nur ein Stück Geschichte der Sportarchitektur, sondern wird hoffentlich bald wieder, was sie vor allem war: lebendig.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Planer

NL Architects
Van Hallstraat 294
1051 HM Amsterdam
Niederlande

Bauherr

Universiteit Utrecht Huisvesting

Eröffnung
2003
Adresse

BasketBar
Genevelaan 8
3584 CC Utrecht
Niederlande

Text

Johannes Bühlbecker
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Ralph C. Wilson Jr. Centennial Park

Ralph C. Wilson Jr. Centennial Park

Come together

Von der Industriebrache zum Publikumsliebling: Der Ralph C. Wilson Jr. Centennial Park verwandelt Detroits Ufer in offene und flexible Angebote für Sport, Natur und Gemeinschaft – inklusive Freilufthalle und Uferleben.

Entwurf:

Adjaye Associates und MVVA

Fast neun Hektar Stadtentwicklung

 

Wo einst Industrieruinen das Ufer des Detroit River dominierten, öffnet sich heute ein neuer Stadtraum: Mit 8,9 Hektar verwandelt der Ralph C. Wilson Jr. Centennial Park eine riesige ehemalige Brachfläche in einen lebendigen Treffpunkt für ganz Detroit. Der Park ist mehr als nur Grünfläche – er ist eine neue Schnittstelle zwischen Stadt, Fluss und Gemeinschaft.

Den internationalen Wettbewerb der Detroit Riverfront Conservancy gewannen Adjaye Associates gemeinsam mit Michael Van Valkenburgh Associates (MVVA). Ihr Ansatz: Architektur und Landschaft in Einklang bringen – flexibel, robust und auf zukünftiges Wachstum ausgelegt.

MVVA entwickelte eine widerstandsfähige, ganzjährig nutzbare Parklandschaft mit großzügigen Rasenflächen, Spielbereichen, Promenaden, Gärten und nachhaltiger grüner Infrastruktur. Die Freiräume sind so konzipiert, dass sie sich unterschiedlichen Nutzungen und Jahreszeiten anpassen – vom ruhigen Aufenthalt bis zum großen Community-Event.

Die Freilufthalle als Zentrum

Die architektonische Identität des Ralph C. Wilson Jr. Centennial Parks prägt insbesondere das William Davidson Sport House. Die 2.600 m² große Freilufthalle wird von 33 Stahlstützen getragen, über denen sich ein skulpturales Betondach mit einem rund 185 m² großen Oberlicht spannt. Tageslicht durchflutet die offene Struktur, die eine normgerechte Basketballhalle beherbergt. Der Raum funktioniert sowohl als Sporthalle als auch als Outdoor-Angebot und ermöglicht Sport- und Freizeitnutzung bei Tag und Nacht, zu jeder Jahreszeit.

Ergänzt wird das Ensemble durch zwei weitere Pavillons mit Sanitär- und Gemeinschaftsbereichen.

Inklusiver Stadtraum

Der Entwurf entstand in enger Abstimmung mit den Bauherren, Trägern und Nutzern. Zwischen 2018 und 2021 fanden sechs große öffentliche Versammlungen mit über 800 Teilnehmenden statt. Hinzu kamen Schulprogramme, Nachbarschaftstreffen und Ausstellungen in der ganzen Stadt, die insgesamt mehr als 5.000 Menschen erreichten.

So ist am Detroit River nicht nur der Ralph C. Wilson Jr. Centennial Park entstanden, sondern ein inklusiver Stadtraum, der die Menschen zurück ans Wasser holt und die Verbindung zwischen Natur, Stadt und Gemeinschaft wiederherstellt.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Architektur

Adjaye Associates

Landschaft

Michael Van Valkenburgh Associates

Eröffnung
2025
Adresse

Ralph C. Wilson Centennial Park
Detroit, MI 48226
Vereinigte Staaten

Fotos
Text

Johannes Bühlbecker
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Freilufthallen

Freilufthallen im Schulbetrieb

Die Troubleshooter

Steigende Schülerzahlen, marode Sporthallen und knappe Budgets setzen Schulen und Kommunen massiv unter Druck.

Beispiele aus Hamburg, Euskirchen und Buchholz in der Nordheide zeigen, wie Freilufthallen schnell neue Sportflächen schaffen, Kosten senken und Schulen sowie Vereine gleichermaßen entlasten.

Hallen:

McArena

Hamburg: Wohin mit den Schülern?

In Hamburg stehen Schulen seit Jahresbeginn vor der Herausforderung, das verpflichtende Pensum von drei Sportstunden pro Woche zu realisieren, und das bei wachsenden Schülerzahlen.

An der Grundschule Heidhorst stießen die vorhandenen Kapazitäten an ihre Grenzen. Verfügbare Hallenzeiten waren knapp, die bestehenden Sportstätten waren bereits mehr als ausgelastet. Der Bau einer klassischen Turnhalle hätte sowohl finanziell als auch zeitlich hohe Hürden bedeutet.

Gemeinsam mit dem Träger Schulbau Hamburg entschied sich die Schule daher für eine Freilufthalle als schneller und wirtschaftlicher Lösung. Die überdachte, an den Seiten offene Konstruktion ermöglicht eine ganzjährige Nutzung ganz ohne Heizkosten. Gleichzeitig sorgt die unausweichliche Frischluftzufuhr für ein gesundes Sportklima.

Ergebnis: Die neue Halle entlastete den Stunden- und Belegungsplan schnell und nachhaltig, erweitert die Nutzungsmöglichkeiten der Schule und begnügt sich mit minimalen Betriebskosten.

So kann Ganztag funktionieren.

Euskirchen: Wie weiter nach der Flut?

Die Flutkatastrophe im Jahr 2021 stellte die Marienschule in Euskirchen vor eine existenzielle Herausforderung, da die schuleigene Dreifachturnhalle komplett zerstört wurde. Der Sportunterricht konnte nur noch an Ausweichstandorten stattfinden, die lange Busfahrten erforderten und den Schulalltag erheblich erschwerten.

Schnelle Abhilfe schaffte die „MSE-Arena“. Durch das Miteinander von Stadt, Hilfsorganisationen und privatem Engagement konnte innerhalb weniger Monate eine voll funktionsfähige Sportstätte errichtet werden – ohne die bürokratischen und baulichen Hürden eines klassischen Wiederaufbaus.

Die MSE-Arena ermöglicht nicht nur wieder regelmäßigen Sportunterricht vor Ort, sie bereichert dank ihrer Vielseitigkeit auch das Schulleben.

Natürlich können auch die örtlichen Vereine die Halle nutzen. Es profitieren also alle.

Buchholz: Wer soll das bezahlen?

In Buchholz in der Nordheide lag die Herausforderung darin, eine moderne Sportstätte zu schaffen, die nicht nur den Schulen dient, sondern sich auch wirtschaftlich trägt und nicht zuletzt dem Breitensport zugute kommt.

Die Lösung ist ein hybrides Nutzungsmodell auf multifunktionalem Belag. Die Freilufthalle wird vormittags von Schulen genutzt und steht außerhalb der Unterrichtszeiten Vereinen, Betriebssportgruppen und privaten Nutzern zur Verfügung.

Die Finanzierung der Halle erfolgte mit Hilfe lokaler Unternehmen und Betriebe. Ein digitales Buchungssystem ermöglicht eine unkomplizierte Organisation ohne zusätzlichen Personalaufwand. Einnahmen aus Vermietungen tragen zur Refinanzierung des Projekts bei und sichern langfristig den Betrieb.

Die „BK-Green Arena zeigt auch das große Potenzial der Freilufthallen in Bezug auf Nachhaltigkeit – vor allem durch die flächendeckende PV-Anlage auf dem Dach.

Fazit: Mehrwert

Die Beispiele aus Hamburg, Euskirchen und Buchholz verdeutlichen, dass Freilufthallen vielseitige und pragmatische Antworten auf aktuelle Herausforderungen wie Energieeffizienz, Kostendisziplin und schnelle Realisierbarkeit bieten, auch und besonders für den Schul- und Vereinssport.

Freilufthallen sparen Heizkosten, weil sie gar nicht beheizt werden. Außerdem sind sie vielseitig nutzbar und schaffen einen Mehrwert, der über den reinen Schulsport hinausgeht.

Freilufthallen bereichern das sportliche, und damit auch gesellschaftliche, Leben ihrer Umgebung nachhaltig.

Wie gesagt: Win-Win.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Freilufthallen

McArena GmbH
Karl-Ferdinand-Braun-Straße 3
D - 71522 Backnang

Adresse & Nutzer

Grundschule Heidhorst
Heidhorst 16
D - 21031 Hamburg

Adresse & Nutzer
Marienschule Euskirchen
Basingstoker Ring 3
D - 53879 Euskirchen
Adresse & Nutzer

Christliche Schule
Nordheide e. V.
D - Harburger Straße 50

Fotos

McArena GmbH

Text

Johannes Bühlbecker
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(Advertorial)

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Der Blaue Platz

Der Blaue Platz in Balzers

Das blaue Wunder

 

Planungsbüro Wegmüller

Wer den Blauen Platz beim Schulhaus Balzers betritt, spürt sofort: Hier geht es nicht um Normen, sondern um Möglichkeiten. Rund 1.000 m² Fläche laden zu Bewegung und Begegnung  ein – und zu jeder Menge spielerischer Freiheit. Statt eines klassischen rechteckigen Sportfelds öffnet sich eine organisch geformte Erlebnislandschaft, eingefasst von Betonelementen, durchzogen von Grüninseln und barrierefrei gestaltet.

Ein Raum, der alle mitnimmt.

Was geht?

In der Gemeinde Balzers im Fürstentum Liechtenstein entstand in unmittelbarer Nähe zu einer Grund- und einer Realschule ein ausgesucht vielseitiger Allwetterplatz als Ersatz für einen eher monofunktionalen roten Kunststoffplatz: der Blaue Platz.

Ob Ballspiel, Kletterabenteuer, Balanceakt, Sportunterricht oder durchatmen: Der Blaue Platz setzt auf maximale Vielseitigkeit. Drei unterschiedlich ausgestattete Spielfelder bieten Raum für Fußball, Basketball und zahlreiche weitere Spiele. Dazwischen entstanden Freiflächen für spontane Bewegungsformen. Leichtathletische Angebote, Boulder-Elemente, eine Slackline, Bodentrampoline und das dynamische Gleichgewichtsspiel Super-Nova machen die Bewegung zum Erlebnis für alle Fähigkeiten.

Das Angebot im Einzelnen:

  • Zwei Multifunktionsplätze à 11m x 6,5mm mit Kleintoren, einer davon mit Bandensystem
  • Ein Multifunktionsplatz (20m x 13m) mit fixen Basketballkörben
  • 50 m-Laufbahn und Weitsprunganlage
  • Kletterparcours, 3er Reckstange, Hangelstrecke und Boulder-Anlage
  • Super-Nova
  • Trampolinbahn und Slackline
  • Rundlaufstrecke
  • Laufschule, Balance-, Hüpf- und Koordinationsspiele

Die Planung stammt vom Schweizer Planungsbüro Wegmüller.

Was Ihr wollt

Der Blaue Platz ist Treffpunkt und Trainingsplatz zugleich.

  • Schülerinnen und Schüler nutzen ihn im Unterricht, in der Pause und nach der Schule.
  • Sportvereine profitieren von den abwechslungsreichen Outdoor-Trainingsmöglichkeiten.
  • Familien genießen ein gemeinsames Bewegungsangebot, das auch kleine Kinder intuitiv nutzen können.
  • Individualsportler finden reichlich Platz für Workout, Jogging oder Chillen unter den frisch gepflanzten Bäumen.

Die Gestaltung folgt konsequent dem Prinzip der Inklusion. Alle Wege, Zugänge und Spielflächen sind so konzipiert, dass sie auch von Menschen mit Einschränkungen genutzt werden können. Die Überlagerung von Markierungen, die freie Formgebung und die variierenden Blautöne des PU-gebundenen Sportbelags schaffen eine einladende, intuitive Umgebung, die nicht vorgibt, wie man sich bewegen muss, sondern inspiriert, sich zu bewegen, wie man es möchte.

Die emissionsarme LED-Beleuchtung kann bis 22 Uhr per Taster aktiviert werden – so lässt sich der Platz auch am Abend nutzen.

Der Blaue Platz ist Treffpunkt und Trainingsplatz zugleich.

  • Schülerinnen und Schüler nutzen ihn im Unterricht, in der Pause und nach der Schule.
  • Sportvereine profitieren von den abwechslungsreichen Outdoor-Trainingsmöglichkeiten.
  • Familien genießen ein gemeinsames Bewegungsangebot, das auch kleine Kinder intuitiv nutzen können.
  • Individualsportler finden reichlich Platz für Workout, Jogging oder Chillen unter den frisch gepflanzten Bäumen.

Die Gestaltung folgt konsequent dem Prinzip der Inklusion. Alle Wege, Zugänge und Spielflächen sind so konzipiert, dass sie auch von Menschen mit Einschränkungen genutzt werden können. Die Überlagerung von Markierungen, die freie Formgebung und die variierenden Blautöne des PU-gebundenen Sportbelags schaffen eine einladende, intuitive Umgebung, die nicht vorgibt, wie man sich bewegen muss, sondern inspiriert, sich zu bewegen, wie man es möchte.

Die emissionsarme LED-Beleuchtung kann bis 22 Uhr per Taster aktiviert werden – so lässt sich der Platz auch am Abend nutzen.

Wie das klappt

Obwohl die reine Sportfläche heute kleiner ist als vor der Sanierung, hat sich das Angebot an die vielfältigen Nutzergruppen, vom Grundschulkind bis zum Senior, vervielfacht.

Der Blaue Platz ist kein Sportplatz im klassischen Sinne, sondern ein lebendiger Bewegungsraum für die ganze Gemeinde: ein Ort zum Auspowern, Austesten, Spielen, Trainieren, Treffen und Verweilen. Ein Beispiel dafür, wie Freiraumgestaltung heute aussehen kann: vielfältig, inklusiv und voller Freude an der Bewegung.

Dank Mut in der Planung und Qualität in der Ausführung.

Bodenflächen: Die Deckschicht

Für die Deckschicht der elastischen Bodenflächen des neuen, multifunktional nutzbaren Bewegungsraums in Balzers – ebenso wie für die halbkugelförmigen 3D-Elemente – wurde farbiges GEZOFLEX EPDM-Granulat der GEZOLAN AG verwendet. Das Gummigranulat des Schweizer Herstellers zeichnet sich durch eine gleichbleibend hohe Materialqualität, eine gute UV- und Witterungsbeständigkeit sowie eine verlässliche Farbechtheit aus. Diese Eigenschaften tragen dazu bei, dass die Beläge den unterschiedlichen Nutzungsanforderungen des offenen Bewegungsraums dauerhaft standhalten.

Für den Blauen Platz kamen die Farbtöne 054 Dunkelblau und 084 Leuchtblau sowohl als Einzelfarben als auch in abgestimmten Mischungen zum Einsatz. Damit leistet das Material nicht nur funktional, sondern auch gestalterisch einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtbild des Projekts. Im Zusammenspiel mit der frei geformten Platzgestaltung und den vielfältigen Bewegungsangeboten unterstützt der Belag die Idee eines inklusiven und flexibel nutzbaren Außenraums.

Bodenflächen: Die Bindemittel

Für den Aufbau der Sportbodenflächen des Blauen Platzes kam ein Bindemittelsystem von CONICA zum Einsatz, das speziell für elastische und dauerhaft beanspruchbare Outdoor-Beläge entwickelt wurde. Die hochwertigen Polyurethan-Binder sorgen für eine zuverlässige Verbindung der EPDM-Granulate und tragen maßgeblich zur Langlebigkeit und Funktionsfähigkeit der gesamten Fläche bei. Sie sind auf eine stabile Performance unter wechselnden Witterungsbedingungen ausgelegt und unterstützen die Elastizität, Stoßdämpfung und strukturelle Beständigkeit des Belags.

In Balzers wurde ein Bindemittel verwendet, das seine Eigenschaften sowohl bei intensiver sportlicher Nutzung als auch im Alltagsbetrieb zuverlässig beibehält. Damit leistet es einen wichtigen technischen Beitrag zur Umsetzung des Projekts: Die frei gestaltete Bewegungslandschaft sollte nicht nur optisch überzeugen, sondern auch langfristig sicher, robust und pflegeleicht bleiben.

Das eingesetzte CONICA-Bindemittelsystem trägt dazu bei, dass der Blaue Platz den vielfältigen Anforderungen eines offenen, inklusiven und stark frequentierten Bewegungsraums gerecht wird.

Projektdaten

Planer

Planungsbüro Wegmüller
7250 Klosters
Schweiz

Bauherr

Gemeinde Balzers
FL 9496 Balzers
Liechtenstein

Nutzer

Gemeindeschulen Balzers

Granulate

GEZOLAN AG
Werkstrasse 30
6252 Dagmersellen
Schweiz

Binder

CONICA AG
Industriestrasse 26
8207 Schaffhausen
schweiz

Eröffnung

2022

Adresse

Schulhaus Balzers
Schulstrasse 2
9496 Balzers
Liechtenstein

Fotos

Hitsch Photography
Planungsbüro Wegmüller

Text

Johannes Bühlbecker
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Ostpark Bochum

Der Ostpark Bochm

Vor Arbeit ganz grau?

 

Ihr Name

„Du bist keine Schönheit, vor Arbeit ganz grau.“

So beginnt „Bochum“, Herbert Grönemeyers Liebeserklärung an seine Heimatstadt. Der entstehende Ostpark Bochum zeigt (ein weiteres Mal), wie sehr sich die Stadt seit dem Erscheinen dieser Hymne im Jahr 1984 verändert hat.

Und wie aus einem brachliegenden Tennenplatz eine attraktive Wasserlandschaft wurde.

Der Ostpark Bochum

In den Bochumer Stadtteilen Altenbochum und Laer vollzieht sich eine bemerkenswerte städtebauliche Transformation: Mit dem Ostpark Bochum entsteht auf 43 Hektar ein zukunftsweisendes Wohnquartier mit rund 1.300 neuen Wohneinheiten. Das Besondere dabei: Die beiden Bereiche - das Quartier Feldmark in Altenbochum und das Quartier Havkenscheider Höhe in Laer - werden durch ein durchdachtes System aus städtischem Grün, Wasserflächen und zukunftsfähigen Entwässerungskonzepten miteinander verbunden.

Das Rückgrat dieser Verbindung bildetn Wasserläufe und Wasserflächen mit angrenzenden Naherholungsflächen. Diese grünen Korridore schaffen nicht nur attraktive Freizeitangebote für die Bewohner, sondern erfüllen gleichzeitig wichtige ökologische und klimatische Funktionen. Beide Quartiere profitieren von dem großzügigen Anteil an Freiflächen: Von der Gesamtfläche von 43 Hektar entfallen nur 14 Hektar auf die reine Nettobaufläche, während beeindruckende 29 Hektar für Freiflächen und grüne Infrastruktur vorgesehen sind.

Ein zentraler Teil davon ist ein umgewandelter Tennenplatz in Laer.

Das Prinzip Schwammstadt

Ein zentraler Baustein des Projekts ist das Schwammstadt-Prinzip. Wie ein Schwamm nimmt „die Stadt“ dabei Regenwasser auf, speichert es und gibt es bei Bedarf wieder ab. Konkret geschieht dies durch ein ausgeklügeltes System aus Grünflächen zur Retention, Entwässerungssystemen und Rückhaltebecken.

Der neue Landschaftssee im Havkenscheider Park, auf dem ehemaligen Tennenplatz des LFC Laer, ist sofort zu einem beliebten Ausflugsziel geworden. Der See mit einer angrenzenden Parkanlage zwischen den beiden entstehenden Wohnquartieren bietet nicht nur hohen Freizeitwert, er ist auch ein zentrales Element des innovativen Regenwassermanagements im Ostpark Bochum.

Statt Regenwasser schnell in die Kanalisation abzuleiten, wird es vor Ort gesammelt, versickert langsam oder verdunstet. Dies hat gleich mehrere Vorteile: Das System hilft bei Starkregen, Überschwemmungen zu vermeiden, das gespeicherte Wasser kann bei Trockenheit die Vegetation versorgen und die Verdunstung sorgt für ein angenehmes Mikroklima.

Die Transformation der Tenne

Ein besonders eindrucksvoller Teil dieser grünen Transformation im Quartier Havkenscheider Höhe in Laer wurde bereits umgesetzt. Hier befand sich über Jahrzehnte ein klassischer, etwa 7.000 m² großer Tennenplatz, der hauptsächlich dem Vereinsfußball diente und nur einem begrenzten Nutzerkreis zur Verfügung stand. Der benachbarte Verein BFC Laer erhielt vor einigen Jahren einen Kunstrasenplatz, so dass die Fläche des unbeliebten und nicht mehr zeitgemäßen Tennenplatzes nun „über“ war.

Die Planer erkannten das Potenzial der Fläche für eine multifunktionale Wasserlandschaft. Nach dem Abtragen der alten Tennenschicht und der Neuprofilierung des Untergrunds entstand eine organisch geformte Wasserfläche, die sich harmonisch in die umgebende Landschaft einfügt und den landschaftlichen Höhepunkt des Quartiers bildet.

Das Wasser wird durch ein ausgeklügeltes System gespeist, das Regenwasser aus dem gesamten Quartier sammelt und reinigt. Verschiedene Wassertiefen schaffen unterschiedliche ökologische Nischen für Amphibien, Wasservögel und aquatische Pflanzen.

Platz für alle

Die Transformation des Tennenplatzes in Laer als Teil des Ostparks Bochum steht exemplarisch für die innovative Verknüpfung der beiden neuen Wohnquartiere durch grüne Infrastruktur unter Einbeziehung vorhandener, nicht mehr genutzter Flächen.

Die Umwandlung bringt vielfältigen ökologischen Nutzen. Sozial profitiert eine viel breitere Bevölkerungsschicht: Während der Tennenplatz dem Fußball vorbehalten war, steht die Wasserlandschaft nun allen offen. Familien entspannen an den Uferbereichen, Kinder spielen und Jogger schätzen die hochattraktive Route.

Die 29 Hektar Freiflächen machen den Ostpark Bochum zu einem Vorzeigeprojekt für zukunftsfähige Stadtplanung in Deutschland: nachhaltig, klimaresilient und sozial inklusiv.

Projektdaten

Planer

BPR Ingenieure GmbH & Co. KG
Müller-Breslau-Straße 28
D - 45130 Essen

Bauherr

Stadt Bochum
Technisches Rathaus
Hans-Böckler-Straße 19
D - 44777 Bochum

Projektleitung

NRW.URBAN GmbH
Revierstraße 3
D - 44379 Dortmund

Freianlagen

Depenbrock Bau GmbH & Co. KG
Mercatorstraße 131-133
D - 47051 Duisburg

Adresse

Havkenscheid
Havkenscheider Straße
D - 44803 Bochum

Feldmark
Feldmark 1
D - 44803 Bochum

Fotos

Marco Stepniak/RDN
NRW.URBAN
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Text

Johannes Bühlbecker
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Eröffnung

2025-2029

Video

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Sportgarten am Ernst-Kuzorra-Platz

Sportgarten am Ernst-Kuzorra-Platz in Gelsenkirchen

Schalker Kreisel, reloaded

 

Scheidtmann

Schalke-Nord kämpft mit strukturellen Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit und städtebaulichen Defiziten. Der Sportgarten am Ernst-Kuzorra-Platz ist daher weit mehr als eine Freizeiteinrichtung, er ist ein zentraler Baustein der Stadterneuerung. Was bis vor kurzem eine Brachfläche war, lädt jetzt auf 13.000 m² mit Trampolinen, Basketball, Teqball und mehr zum kostenlosen Sport ein – und das direkt neben der legendären Glückauf-Kampfbahn.

Der Sport kann auch das.

Glückauf

Nach 16 Monaten Bauzeit wurde im Juli 2025 der neue Sportgarten am Ernst-Kuzorra-Platz in Gelsenkirchen-Schalke eröffnet. Mit 4,5 Millionen Euro Projektvolumen und 13.000 m² Fläche ist diese Anlage ein bedeutender Meilenstein für den wahrlich nicht privilegierten Gelsenkirchener Stadtteil Schalke-Nord.

Aus einer eingezäunten Brachfläche mit unstrukturierten Grünflächen und Stellplätzen entstand ein moderner Quartierspark mit vielfältigen Sport- und Freizeitangeboten entstanden. Im Rahmen der Bauarbeiten wurden alte Treppenanlagen, Zaunanlagen, Wegebeläge und Gehölze entfernt. Anschließend erfolgten umfangreiche Erdarbeiten, der Einbau neuer Oberbauschichten aus Schotter und RC-Material sowie die Anlage verschiedener Beläge — von wassergebundenen Decken über Kunstrasen bis hin zu Pflasterflächen mit Rasenfugen.

Der Sportgarten am Ernst-Kuzorra-Platz bietet nun vielfältige, frei zugängliche und kostenlose Bewegungs- und Erholungsmöglichkeiten:

  • Trampolinanlage und Motorik-Parcours
  • Soccer-, Basketball- und Teqballfeld (Kombination aus Tischtennis und Fußball)
  • Boulderwand und Kinderspielplatz
  • Multifunktionsflächen mit Trinkwasserbrunnen für Veranstaltungen

Auffällig sind die Betonsteine in vier Grautönen auf einer Fläche von 800 m², die nach einem computergenerierten "geplant zufälligen" Muster verlegt wurden.

Die Stadt Gelsenkirchen entwickelte das Projekt mit lokalen Akteuren. Von den 4,5 Millionen Euro Gesamtkosten werden 3,6 Millionen Euro über Städtebauförderung von Bund und Land finanziert, 900.000 Euro trägt die Stadt selbst.

Geschichte

Die benachbarte Glückauf-Kampfbahn prägt die besondere Atmosphäre des Standorts. In den 1920er-Jahren auf einem Zechengelände in Eigenarbeit errichtet und 1928 eröffnet, war das Stadion bis 1973 die Heimspielstätte des FC Schalke 04, der hier seine deutschen Meistertitel errang.

Nach dem Umzug des Vereins ins damals neue Parkstadion im Jahr 1973 verfiel die Anlage zusehends. Zur Fußball-WM 2006 wurde sie für Public Viewing und andere Events renoviert, heute nutzt vor allem die grundsympathische Kreisligist DJK Teutonia Schalke-Nord die ehrwürdigen Katakomben und den Kunstrasenplatz.

In Verbindung mit der Glückauf-Kampfbahn fungiert der Sportgarten am Ernst-Kuzorra-Platz nun als ganz besonderer Veranstaltungsort für Stadtteilfeste und überregionale Events. Die Lage an der "Schalker Meile" mit ihrer hohen Dichte an Vereinshistorie macht ihn zu einem wichtigen kulturellen Baustein.

Projekt und Ort verbinden Sport, Begegnung, Bewegung und Tradition und stärken das Quartier Schalke-Nord nachhaltig.

Erneuerung

Das Projekt folgt einem integrierten Stadtentwicklungsansatz: Sport- und Freizeitangebote werden gezielt als Katalysator sozialer Integration eingesetzt. Der kostenlose Zugang durchbricht soziale Barrieren und schafft Begegnungsräume und Angebote für Menschen unterschiedlichster Herkunft. Die Verbindung zur Glcükauf-Kampfbahn stärkt die Stadtteilidentität.

Schalke-Nord kämpft mit strukturellen Herausforderungen wie Arbeitslosigkeit, sozialen Problemen und städtebaulichen Defiziten. Der Sportgarten am Ernst-Kuzorra-Platz ist daher weit mehr als eine Freizeiteinrichtung, er ist ein zentraler Baustein des Stadterneuerungsprozesses.

Sport kann auch das.

Projektdaten

Planer

Ahner Landschaftsarchitektur

Bau

Scheidtmann GmbH

Bauherr

Stadt Gelsenkirchen
Referat Stadtplanung

Unterstützer

Stiftung Schalker Markt
Grillostraße 62
D - 45881 Gelsenkirchen

Adresse
Ernst-Kuzorra-Platz
D - 45881 Gelsenkirchen
Eröffnung

2025

Fotos

Scheidtmann GmbH
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Johannes Bühlbecker
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Spielplatz im Rüstringer Stadtpark

Spielplatz im Rüstringer Stadtpark, Wilhelmshaven

Kinder an die Macht!

 

DiE SPIELPLATZ-MACHER

70 Kinder durften über die Gestaltung entscheiden, 22 Wochen wurde gebaut, 12 Meter hoch ist "Der Lange Heinrich": Der inklusive Spielplatz im Rüstringer Stadtpark in Wilhelmshaven. Seit seiner Eröffnung im Oktober 2024 ist er ein Magnet für Familien aus Wilhelmshaven – und für Nordsee-Urlauber.

Beteiligung

Der Spielplatz im Rüstringer Stadtpark liegt idyllisch eingebettet im Rüstringer Stadtpark und wird von einer waldartigen Kulisse umrahmt, die eine besonders familienfreundliche Atmosphäre schafft. Die zentrale Lage macht ihn sowohl für Einheimische als auch für Nordsee-Urlauber zu einem beliebten Anlaufpunkt.

Bereits 1915 war diese Fläche für körperliche Ertüchtigung vorgesehen – heute erfüllt sie diesen Zweck auf moderne und inklusive Weise. Die großzügigen Wiesenflächen bieten zusätzlich Raum für Ballspiele, Picknicks und freies Toben.

Die Stadt Wilhelmshaven ging bei der Planung einen ungewöhnlichen Weg und ließ 70 Kinder aus dem Stadtgebiet über die Gestaltung ihres neuen Spielplatzes entscheiden. Das Ergebnis wurde zur Grundlage für das heutige Spielparadies. So flossen nicht nur pädagogische Überlegungen, sondern vor allem die Wünsche der Kinder in die Planung ein.

Miteinander

Der Spielplatz im Rüstringer Stadtpark wurde konsequent barrierarm und inklusiv gestaltet, damit Kinder mit und ohne Einschränkungen hier gemeinsam spielen können. Im Kleinkindbereich gibt es spezielle Geräte für die Kleinsten sowie eine Wassermatschanlage für sensorische Erfahrungen in geschützten Spielbereichen. Ältere Kinder finden im separaten Bereich einen Rutschenturm als Hauptattraktion, vielfältige Klettergeräte und herausfordernde Bewegungsangebote.

Zu den weiteren Attraktionen gehören ein großzügiger Sandspielbereich für kreatives Spielen, eine Doppelschaukel, ein Trampolin, eine Drehscheibe sowie eine beeindruckende, 30 Meter lange Seilbahn.

Alle Spielgeräte entsprechen der Sicherheitsnorm DIN EN 1176. Für den Komfort der Begleitpersonen wurden zahlreiche Bänke und Tische installiert, die perfekte Plätze zum Beobachten und Entspannen bieten.

Das Herzstück des Spielplatzes ist der imposante, 12 Meter hohe Spielturm „Der Lange Heinrich". Sein Name erinnert an einen historischen Entladekran, der früher am Wilhelmshavener Kai Schiffe löschte – heute „löscht" er die Abenteuerlust der Kinder.

Teamwork

Der Erfolg des Spielplatzes im Rüstringer Stadtpark ist das Ergebnis der ausgezeichneten Zusammenarbeit verschiedener Partner. Die Technischen Betriebe Wilhelmshaven übernahmen als Auftraggeber die Projektkoordination und -umsetzung. Die süddeutsche Firma Spielplatzgeräte Maier als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs entwickelte und lieferte die innovativen Spielgeräte und brachte ihre Expertise für inklusive Spielplatzkonzepte ein.

Das Büro Neumann Gusenburger war für die landschaftsplanerische Konzeption verantwortlich und sorgte für die harmonische Integration des Spielplatzes in die bestehende Parklandschaft. DIE SPIELPLATZ-MACHER übernahmen die fachgerechte Montage der Spielgeräte in enger Zusammenarbeit mit dem Garten- und Landschaftsbauer Friedemann Richter. Von den Kranarbeiten über den Geräteaufbau bis zum Feinschliff funktionierte die Kooperation aller Beteiligten reibungslos – ein entscheidender Faktor für den Projekterfolg.

Fazit

Seit seiner feierlichen Eröffnung im Oktober 2024 entwickelte sich der Spielplatz im Rüstringer Stadtpark zu einem wahren Anziehungspunkt. Der Spielplatz lockt nicht nur Wilhelmshavener Familien an, sondern ist auch zu einem beliebten Stopp für Nordsee-Urlauber geworden. Die gelungene Mischung aus naturnaher Umgebung, modernen Spielgeräten und inklusiver Gestaltung macht ihn zu einem besonderen Erlebnis für die ganze Familie.

Dieses Projekt ist ein tolles Beispiel dafür, wie Bürgerbeteiligung, fachliche Kompetenz und handwerkliches Können zu einem Ergebnis führen, das alle Beteiligten begeistert.

Projektdaten

Landschaftsplaner

Neuman Gusenberger
Heerstr. 90
D - 14055 Berlin

Bauherr

Technische Betriebe Wilhelmshaven

Spielplatzgeräte

Ernst Maier Spielplatzgeräte GmbH
Wasserburger Str. 70
83352 Altenmarkt a. d. Alz

Bau

Die Spielplatz-Macher GmbH
Pinneberger Str. 66
D - 22457 Hamburg

Adresse
Rüstringer Stadtpark
D - 26386  Wilhelmshaven
Eröffnung

2024

Fotos

DIE SPIELPLATZ-MACHER

Text

Johannes Bühlbecker
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(Advertorial)

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