KuKuk Box Aqaba

Spiel ohne Grenzen

Die KuKuk Box Aqaba

Spiel­con­tainer & Skate­park in a Box

KuKuk Box GmbH

Spiel­con­tainer
  • Klet­ter­struk­turen mit Zugang zur Dach­ebene
  • Rutsche
  • Kriech- und Durch­gänge
  • Podeste und Rück­zugs­be­reiche
  • Balan­cier- und Bewe­gungs­ele­mente
  • Spiel­an­ge­bote für Kinder­garten- und jüngere Schul­kinder
Skate­park in a Box
  • Mobile Rampen und Skate­ele­mente
  • Variabel aufstell­barer Parcours
  • Skate­boards
  • Stunt-Scooter
  • BMX-Räder
  • Helme
  • Hand‑, Ellen­bogen- und Knie­schützer
  • Halte­rungen und Lager­flä­chen für Geräte und Ausrüs­tung
Adresse

SOS Children’s Village Aqaba
G2W5+RW8, Street 15
JO – 77110 Aqaba
Jorda­nien

Eröff­nung

2026

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

Zwei Container, ein nächt­li­cher Kran­ein­satz und viele neue Möglich­keiten: Die KuKuk Box Aqaba ergänzt das SOS-Kinder­dorf um Spiel­an­ge­bote für jüngere Kinder und einen mobilen Skate­park für die Größeren. Zugleich soll sie das Dorf stärker für die Nach­bar­schaft öffnen.

Beispiel­haft, nicht nur in Krisen­ge­bieten.

Vier Länder, ein Golf

Eine nie ganz span­nungs­freie Umge­bung

Aqaba liegt am nörd­li­chen Ende des gleich­na­migen Golfs und an einem geogra­fisch bemer­kens­werten Punkt. Jorda­nien, Israel, Ägypten und Saudi-Arabien treffen hier auf engstem Raum zusammen. Die jorda­ni­sche Hafen­stadt ist Feri­enort, Handels­platz und Sonder­wirt­schafts­zone. Zugleich sind die poli­ti­schen Span­nungen und Konflikte der Region nie beson­ders weit entfernt – beim Aufbau der Box waren sie sogar in Form von Rake­ten­ein­schlägen spürbar.

Gerade in einem solchen Umfeld kann die Bedeu­tung des Spiels kaum hoch genug einge­schätzt werden. Spielen schafft Momente der Unbe­schwert­heit und gibt Kindern und Jugend­li­chen ein Stück Alltag zurück. Es hilft ihnen aber auch, Erfah­rungen zu verar­beiten, eigene Fähig­keiten zu entde­cken, Regeln auszu­han­deln und Vertrauen zu anderen aufzu­bauen. Artikel 31 der UN-Kinder­rechts­kon­ven­tion beschreibt Spiel, Erho­lung und Frei­zeit deshalb ausdrück­lich als Kinder­recht. Die KuKuk Box Aqaba über­setzt dieses Recht ziem­lich hand­fest in Rampen, Rutschen und Klet­ter­ele­mente.

Finan­ziert wurde das Projekt durch “SOS Kinder­dörfer Inter­na­tional“.

Ein ausge­zeich­netes Kinder­dorf

Das SOS-Kinder­dorf Aqaba wurde 1991 eröffnet. Der paläs­ti­nen­sisch-jorda­ni­sche Archi­tekt Jafar Tukan und sein Büro Jafar Tukan & Part­ners entwarfen ein Ensemble aus zwei­ge­schos­sigen Häusern, schat­tigen Höfen, Gärten, Wegen und gewölbten Durch­gängen. Die Archi­tektur greift regio­nale Bauformen und Mate­ria­lien auf, ohne daraus eine histo­ri­sie­rende Kulisse zu machen.

Gemein­schaft­lich nutz­bare Einrich­tungen wie Kinder­garten, Sport­halle, Laden und Apotheke liegen am Rand der Anlage und sind auch zur Nach­bar­schaft orien­tiert. Das Kinder­dorf sollte von Beginn an Schutz bieten, ohne sich von der Stadt abzu­schotten. Für diese Verbin­dung von sozialem Konzept, lokaler Bautra­di­tion und zeit­ge­mäßer Archi­tektur erhielt das Projekt 2001 den Aga Khan Award for Archi­tec­ture.

Heute bietet die Anlage nach Angaben der Projekt­be­tei­ligten Platz für etwa 100 Kinder in Fami­li­en­gruppen und soge­nannten Safe Houses. Die beiden neuen Container führen den Gedanken der Öffnung weiter.

Die beiden Boxen

Unter­schied­liche Nutzer­gruppen, verschie­dene Ange­bote

Der erste Container ist eine klas­si­sche KuKuk Box für jüngere Kinder. Klet­ter­struk­turen führen hinauf auf das Dach, hinzu kommen Rutsche, Kriech­gänge, Podeste sowie Möglich­keiten zum Balan­cieren, Verste­cken und freien Spielen. Auf der kleinen Grund­fläche des ehema­ligen Schiffs­con­tai­ners entsteht so ein erstaun­lich viel­schich­tiger Spiel­raum.

Der zweite Container enthält einen kompletten Skate­park. Mobile Rampen werden heraus­ge­nommen und zu wech­selnden Parcours zusam­men­ge­stellt. Im Inneren lagern Skate­boards, Stunt-Scooter und BMX-Räder neben Helmen, Hand‑, Ellen­bogen- und Knie­schüt­zern. Nach dem Betrieb verschwindet alles wieder sicher in der Box. Ordnung ist auch hier hilf­reich.

Der Spiel­con­tainer wird vor allem von den Kinder­gar­ten­kin­dern genutzt, der Skate­park richtet sich an ältere Kinder und Jugend­liche. Seine Elemente lassen sich immer wieder neu kombi­nieren und an unter­schied­liche Fähig­keiten anpassen. Damit stehen nicht zwei gleiche Container neben­ein­ander, sondern zwei aufein­ander abge­stimmte Ange­bote für verschie­dene Alters­gruppen.

Laue Nächte in Aqaba

Der Aufbau der KuKuk Box

Die Container wurden weit­ge­hend vorge­fer­tigt und per Schiff nach Jorda­nien trans­por­tiert. In Aqaba mussten sie nur noch an ihre vorge­se­henen Stand­orte gehoben und fertig montiert werden. Das klingt zunächst unkom­pli­ziert, wäre da nicht das örtliche Klima gewesen.

Bei Tages­tem­pe­ra­turen von bis zu 45 Grad wurde der Kran­ein­satz kurzer­hand in die Nacht verlegt. Der Auto­kran traf gegen halb eins ein und plat­zierte die beiden Container bis etwa drei Uhr morgens. Mit rund 30 Grad war es dann gera­dezu ange­nehm, zumin­dest nach den Maßstäben dieses Projekts.

Am folgenden Tag schloss das Team die Montage ab. Bereits am Abend konnten die Kinder die neuen Ange­bote mit einem Malwork­shop und einer kleinen Eröff­nungs­feier über­nehmen.

Einla­dend

Der Skate­park als Treff­punkt

Der Skate­park soll nicht allein den Kindern des SOS-Kinder­dorfs zur Verfü­gung stehen. Auch Kinder und Jugend­liche aus der Nach­bar­schaft dürfen den Parcours und die Ausrüs­tung nutzen. Die KuKuk Box Aqaba wird damit zu einer weiteren Schnitt­stelle zwischen dem geschützten Wohnen im Dorf und der umge­benden Stadt.

Gerade Skate­boar­ding, BMX und Scoo­ter­fahren eignen sich für solche Begeg­nungen. Die Akti­vi­täten funk­tio­nieren weit­ge­hend ohne gemein­same Sprache. Rampen werden zusammen aufge­baut, Geräte weiter­ge­geben, Bewe­gungen beob­achtet und Tricks vonein­ander gelernt. Aus Sport entsteht Kontakt, ohne dass zuvor ein Begeg­nungs­pro­gramm erklärt werden muss.

Damit knüpfen die Container unmit­telbar an die Archi­tektur des Kinder­dorfs an. Auch sie grenzen einen sicheren Ort ab, bleiben aber offen genug, um Gemein­schaft über die eigenen Bewohner hinaus zu ermög­li­chen.

Ein Kreis schließt sich

Die KuKuk Box passt überall hin

Am Anfang der KuKuk Box stand der Wunsch, einen Spiel­platz für  Krisen­ge­biete zu errichten – damals für den Gaza­streifen. Gesucht wurde eine Lösung, die sich weit­ge­hend vorfer­tigen, per Schiff trans­por­tieren und auch unter schwie­rigen Bedin­gungen mit über­schau­barem Aufwand aufbauen lässt. Aus dieser Idee entstand ein System, das Trans­port­be­hälter, tragende Grund­struktur, Spiel­ob­jekt und sicheren Lager­raum mitein­ander verbindet.

Seitdem ist viel passiert. Die KuKuk Box ist längst nicht nur in Krisen­ge­bieten zu Hause. Sie steht an Schulen und Kinder­gärten, auf öffent­li­chen Plätzen, in Parks und bei sozialen Einrich­tungen. Mit dem Projekt in Aqaba schließt sich dennoch ein Kreis. Die Box kehrt in eine Region zurück, für deren beson­dere Anfor­de­rungen sie ursprüng­lich entwi­ckelt wurde, und verbindet dort Spiel, Bewe­gung und Begeg­nung.

Stan­dar­di­siert ist aller­dings nur die Box. Was Kinder und Jugend­liche daraus machen, bleibt erfreu­lich unbe­re­chenbar. Die Bedeu­tung solcher Frei­räume steht dagegen ziem­lich eindeutig fest, in Aqaba ebenso wie überall sonst auf der Welt.

Was wir hier lernen

  • Stan­dar­di­sierte Fracht­con­tainer ermög­li­chen Spiel- und Bewe­gungs­an­ge­bote an sehr unter­schied­li­chen Orten. Sie lassen sich weit­ge­hend vorfer­tigen, inter­na­tional trans­por­tieren und mit über­schau­barem Aufwand aufbauen.

  • Die feste Hülle schützt Spiel­ge­räte, mobile Rampen und Schutz­aus­rüs­tung. Damit eignet sich das Konzept für Krisen­re­gionen ebenso wie für Schulen, Kinder­gärten, Parks und öffent­liche Plätze.

  • Die Box gibt den Rahmen vor, ohne das Spiel fest­zu­legen. Klet­ter­ele­mente und verän­der­bare Parcours lassen Raum für unter­schied­liche Alters­gruppen, Fähig­keiten und Formen der Aneig­nung.

  • Spiel­con­tainer können geschützte Einrich­tungen zur Nach­bar­schaft öffnen und über gemein­sames Spielen und Bewegen Kontakte schaffen, für die es zunächst keine gemein­same Sprache braucht.

  • Die tech­ni­schen und logis­ti­schen Vorteile sind wichtig. Entschei­dend bleibt jedoch, dass ein vergleichs­weise kompaktes System Kindern und Jugend­li­chen nahezu überall auf der Welt einen eigenen Frei­raum eröffnen kann.

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Vertical Play­garden

Luft nach oben

Der Vertical Play­ground in Buda­pest

Planer

Studio Kraft

Ausstat­tung & Beson­der­heiten

  • Lärchen­holz, Okou­mé­holz
  • lackierte Stahl­bau­teile, profi­lierte Metall­dä­cher, Stahl­gitter
  • Kletter- und Seil­ele­mente, Seil­tunnel, Treppen und Verbin­dungs­stege, Röhren­te­lefon, erhöhte Aufent­halts- und Rück­zugs­be­reiche
  • Outdoor-Klas­sen­zimmer
  • Pflanz­be­reiche sowie Fassaden- und Gitter­be­grü­nung mit Klet­ter­pflanzen
Adressen

Vertical Play­garden, Bajza Utcai Általános Iskola
Bajza utca 49–51
H – 1062 Buda­pest

Eröff­nung

2025

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

Wo Fläche fehlt, bleibt die dritte Dimen­sion: Studio KRAFT hat einen nur sechs Meter breiten Rest­streifen der Bajza-Grund­schule in Buda­pest in eine viel­schich­tige Spiel- und Lern­land­schaft verwan­delt. Baum­häuser, Klet­ter­wege, Rück­zugs­orte und ein grünes Klas­sen­zimmer ergänzen den bestehenden Sporthof, ohne ihm Fläche zu nehmen.

Ein Hof für alle

Mehr als 500 Kinder besu­chen täglich die Bajza Utcai Általános Iskola im dicht bebauten 6. Bezirk von Buda­pest. Ihr Schulhof bot lange trotzdem nur eine einzige Antwort auf sehr unter­schied­liche Bedürf­nisse: eine große, mit Kunst­stoff belegte Sport­fläche zwischen Schul­ge­bäude und Schwimm­halle. Wer Ball spielen oder rennen wollte, fand Platz. Für freies Spiel, Gespräche, Rückzug, Natur­er­fah­rung oder Unter­richt im Freien gab es dagegen kaum Möglich­keiten.

Der Ausgangs­punkt des Vertical Play­garden war deshalb weniger die Erneue­rung des vorhan­denen Sport­hofs als seine Ergän­zung. Die zentrale Fläche sollte weiterhin für Sport und Bewe­gung zur Verfü­gung stehen. Studio KRAFT suchte statt­dessen nach Raum dort, wo zunächst keiner zu sein schien.

Gefunden wurde er zwischen Sporthof und Schwimm­halle: ein ledig­lich sechs Meter breiter Betriebs­be­reich mit tech­ni­schen Funk­tionen und Zugang zur Heiz­an­lage. Weil eine Erwei­te­rung des Grund­stücks ebenso ausge­schlossen war wie eine Bebauung des Sport­feldes, entwi­ckelte sich aus diesem Rest­streifen die Idee einer verti­kalen Erwei­te­rung.

Vom Eltern­im­puls zum Projekt

Die Entste­hungs­ge­schichte des Vertical Play­garden ist unge­wöhn­lich persön­lich. Archi­tekt Ádám Pásztor (Studio KRAFT) kannte die Schule als Vater zweier Schü­le­rinnen; auch seine Frau hatte sie besucht. Neben viel Posi­tivem über die Schule begeg­nete ihm immer wieder die Kritik am wenig diffe­ren­zierten Schulhof. Vor allem Kinder, die nicht perma­nent laufen oder Ball spielen wollten, hielten sich häufig am Rand auf oder verbrachten ihre Pausen gar nicht erst draußen.

2019 entstanden erste Skizzen für eine Erwei­te­rung entlang der Schwimm­halle, unter­stützt von Schul­lei­tung und Bezirk. Die Kommune finan­zierte die Planung und sagte die Reali­sie­rung zu. 

Der Vertical Play­garden umfasst ledig­lich 215 m² Grund­fläche.

Spielen in drei Dimen­sionen

Kleine, aufge­stän­derte Holz­häuser bilden das Grund­motiv. Sie sitzen auf unter­schied­li­chen Höhen und sind über Treppen, Brücken, Netze, Klet­ter­ele­mente und einen Seil­tunnel mitein­ander verbunden. Runde Öffnungen, unter­schied­liche Raum­höhen und verschieden stark geschützte Bereiche erzeugen eine Folge von offenen und zurück­ge­zo­genen Orten. Ein Röhren­te­lefon ermög­licht sogar die Kommu­ni­ka­tion zwischen Kindern auf den oberen Ebenen und denen am Boden.

Die Archi­tekten beziehen sich dabei bewusst auf das Baum­haus und weniger auf die übliche Typo­logie eines Spiel­ge­räts. Gerade dadurch entsteht der Eindruck einer kleinen Archi­tektur inner­halb des Schul­hofs. Das zeigt auch die Axono­me­trie sehr deut­lich: Von der lebhaften Eingangs­zone steigt die Struktur entlang der Grund­stücks­grenze schritt­weise an und endet in einem ruhi­geren, über­dachten Gemein­schafts- und Lern­be­reich.

Die Verti­ka­lität ist dabei keine formale Spie­lerei. Sie verviel­facht die nutz­baren Ebenen eines Grund­stücks­strei­fens, der in der Fläche kaum Entwick­lungs­mög­lich­keiten bot. Gleich­zeitig bleibt der große Sporthof weit­ge­hend unan­ge­tastet.

Rückzug mit Über­blick

Eine beson­dere plane­ri­sche Aufgabe lag im Verhältnis von Rückzug und Aufsicht. Die Kinder sollten Orte erhalten, die sich tatsäch­lich wie kleine Nischen und Verstecke anfühlen. Gleich­zeitig müssen Pädago­ginnen und Pädagogen den Spiel­be­reich kontrol­lieren können.

Die Lösung ist eine durch­ge­hende Erschlie­ßung entlang der Spiel­häuser. Von dort und vom Sporthof bleiben die unter­schied­li­chen Ebenen weit­ge­hend einsehbar, während Wände, Netze und Höhen­ver­sprünge auf Augen­höhe der Kinder geschützte Bereiche entstehen lassen. Die gesamte Konstruk­tion wurde als indi­vi­du­elles Spiel­gerät geplant, entspre­chend den einschlä­gigen Sicher­heits­an­for­de­rungen geprüft und schließ­lich TÜV-zerti­fi­ziert.

Damit erwei­tert sich auch das Nutzungs­pro­gramm. Der Play­garden dient nicht nur den Pausen und der Nach­mit­tags­be­treuung. Ein erhöhter, über­dachter Bereich funk­tio­niert als Outdoor-Klas­sen­zimmer und Gemein­schafts­raum; außerdem wird die Anlage bei Ferien- und Sommer­pro­grammen genutzt.

Eine wach­sende Struktur

Auch mate­riell grenzt sich das Projekt bewusst von einem stan­dar­di­sierten Spiel­platz ab. Die Konstruk­tion besteht über­wie­gend aus Lärchen- und Okou­mé­holz, ergänzt durch lackierte Stahl­bau­teile und wieder­ver­wend­bare Profil­bleche als Dach­de­ckung. Stahl­gitter über­nehmen Absturz­si­che­rung und Einfas­sung.

Diese Gitter sollen zugleich Teil der Begrü­nung werden. Efeu und Wilder Wein wachsen an der Konstruk­tion empor; Pflanz­sub­strat wurde überall dort einge­bracht, wo es die räum­li­chen Bedin­gungen erlaubten. Der vorhan­dene Baum wurde in die Anlage inte­griert. Aus der zunächst deut­lich ables­baren Holz-Stahl-Konstruk­tion soll so schritt­weise eine begrünte Laube mitten im dichten Buda­pester Stadt­ge­füge entstehen.

Auch die begrenzte Lebens­dauer wurde von Anfang an berück­sich­tigt. Studio KRAFT gibt für die Konstruk­tion einen geplanten Zeit­raum von 15 bis 20 Jahren an. Bauteile und Mate­ria­lien sind deshalb so gewählt, dass sie nach einem späteren Rückbau weiter­ver­wendet oder recy­celt werden können. Hinter­grund ist auch die Möglich­keit, dass der Block­in­nen­be­reich lang­fristig umfas­sender umge­staltet wird

Was wir hier lernen

  • Flächen­mangel kann zum Entwurfs­pa­ra­meter werden. Der Vertical Play­garden zeigt, dass selbst ein sechs Meter breiter tech­ni­scher Rest­be­reich zusätz­liche Spiel‑, Aufent­halts- und Lern­flä­chen aufnehmen kann, wenn Raum nicht nur zwei­di­men­sional betrachtet wird.

  • Ein guter Schulhof braucht unter­schied­liche Geschwin­dig­keiten. Neben Sport und Bewe­gung benö­tigen Kinder Orte zum Beob­achten, Reden, Verste­cken und Zurück­ziehen. Gerade in großen Schulen sollte die Frei­raum­pla­nung diese unter­schied­li­chen Bedürf­nisse räum­lich abbilden.

  • Parti­zi­pa­tion kann konkrete Entwurfs­ent­schei­dungen liefern. Die Wünsche der Kinder nach Klet­ter­an­ge­boten, Rück­zugs­orten und Grün sowie die Anfor­de­rungen der Lehr­kräfte an Über­sicht­lich­keit und Sicher­heit sind unmit­telbar in die Struktur des Play­garden einge­flossen.

  • Aufsicht und Rückzug schließen sich nicht aus. Durch Sicht­be­zie­hungen, die beglei­tende Erschlie­ßung und unter­schied­lich geschützte Räume entstehen Rück­zugs­mög­lich­keiten für Kinder, ohne die notwen­dige Über­sicht für das pädago­gi­sche Personal aufzu­geben.

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Stadt­park Neuss

Galopp ins Grün

Der neue Stadt­park Neuss

Römer­spiel­platz

hoch­kant GmbH

Garten- und Land­schaftsbau

Knapp­mann GmbH & Co. Land­schaftsbau KG 

Skate­park, Pump­track, Dirt­park

Camp Ramps 
Daniel Dressen 

Konzept

Franz Reschke Land­schafts­ar­chi­tektur GmbH

Beson­der­heiten
  • Umnut­zung und Weiter­ent­wick­lung einer ehema­ligen Galopp­renn­bahn zum Stadt- und Bürger­park
  • Neue Sport‑, Spiel- und Frei­zeit­an­ge­bote
  • Erhalt prägender Renn­bahn­re­likte
  • Inten­sive Nutzer­be­tei­li­gung
  • Gene­ra­ti­ons­über­grei­fende Nutzung
Projekt­größe

380.000 m²

Kosten (gesamt)

60 Mio. €

Adresse

Landes­gar­ten­schau Neuss 2026 / Stadt­park Neuss
Hammer Land­straße / Stre­se­mann­allee
D‑41460 Neuss

Eröff­nung

2026

Fotos

Thomas Mayer
Thomas van Offen
Marc Leppin
Custom Bars
Imma Schmidt
Markus van Offern
Alex­ander Raubal

More Sports Media

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

Eine ehema­lige Galopp­renn­bahn wird zum grünen Herzen der Stadt: Mit der Landes­gar­ten­schau 2026 verwan­delt Neuss das 38 Hektar große Areal in einen Bürger­park. Die Geschichte des Ortes bleibt dabei sichtbar, während neue Sport‑, Spiel- und Bewe­gungs­an­ge­bote den Park für alle Gene­ra­tionen öffnen.

Renn­bahn wird Stadt­park

Die Landes­gar­ten­schau nutzt die ehema­lige Galopp­renn­bahn als Ausgangs­punkt für einen dauer­haften Bürger­park zwischen Innen­stadt, Hamm­feld und Rhein.

Landes­gar­ten­schauen sind längst mehr als tempo­räre Blumen­schauen. In Neuss wird die Veran­stal­tung zum Motor einer größeren Stadt­ent­wick­lung: Das 38 Hektar große Gelände der ehema­ligen Galopp­renn­bahn wird dauer­haft zum Stadt­park Neuss und soll zugleich die Verbin­dung von der Innen­stadt über das künf­tige Quar­tier Hamm­feld bis zum Rhein stärken.

Die Renn­bahn wurde 2019 endgültig geschlossen. Mit dem 2023 erst­plat­zierten Wett­be­werbs­ent­wurf von Franz Reschke Land­schafts­ar­chi­tektur begann 2023 schließ­lich die umfas­sende Weiter­ent­wick­lung zum Bürger­park.

Dabei wurde die Geschichte des Ortes nicht wegge­räumt. Die große offene Mitte erin­nert weiterhin an die Weite der Renn­bahn, das ehema­lige Geläuf mit Rasen- und Sand­bahn bleibt als Park­fuge ablesbar. Auch Flut­licht­masten, Teile des vorhan­denen Wege­netzes, das Wett­büro sowie Kamera- und Rich­ter­türme wurden erhalten oder neu inter­pre­tiert. Fünf unter­schied­lich program­mierte Haine fassen heute die offene Mitte und nehmen die inten­si­veren Nutzungen auf. Rund 2.200 neu gepflanzte Bäume ergänzen den weit­ge­hend erhal­tenen Gehölz­be­stand.

Das Planungs­prinzip ist also: weniger Neuan­lage als Weiter­bauen. Die Landes­gar­ten­schau legt eine neue Nutzungs­schicht über einen Ort, dessen frühere Funk­tion weiterhin erkennbar bleibt.

Sport für Gene­ra­tionen

Sport, Spiel und Aufent­halt werden im neuen Stadt­park nicht vonein­ander getrennt. Die Bewe­gungs­an­ge­bote sind in den Park einge­bettet und mit groß­zü­gigen Aufent­halts­be­rei­chen verbunden.

Mehr als 16.000 m² sind im neuen Stadt­park Neuss für Spiel, Sport und Action vorge­sehen. Ein Schwer­punkt liegt im Sport­hain. Hier treffen ein Fußball­feld, Basket­ball und Beach­vol­ley­ball auf zwei soge­nannte Fusi­ons­an­lagen, die klas­si­sche Calis­the­nics-Elemente mit Klet­tern, Hangeln, Balan­cieren sowie Kraft- und Koor­di­na­ti­ons­trai­ning verbinden. Reckstangen, Netze und Seile gehören ebenso dazu wie Boxsäcke, Battle Ropes, Sprung­ele­mente und Boden­tram­po­line. Unter­schied­liche Schwie­rig­keits­grade sollen dafür sorgen, dass die Anlagen nicht nur von trai­nierten Sport­lern genutzt werden können. Die EPDM-Flächen ermög­li­chen zudem einen barrie­re­freien Zugang zu den Trai­nings­ele­menten.

Dabei endet der Sport­be­reich nicht an der Auslinie des Spiel­feldes. Sitz­ge­le­gen­heiten, Terrassen und Wege begleiten die Sport- und Bewe­gungs­flä­chen und verbinden sie mit dem übrigen Park. Dieses Prinzip zieht sich durch die gesamte Anlage: Groß­zü­gige Sitz­stufen, indi­vi­duell entwi­ckeltes Park­mo­bi­liar, Gastro­nomie und unter­schied­lich ausge­prägte Aufent­halts­be­reiche ergänzen die aktiven Nutzungen. Im Sport­hain können deshalb verschie­dene Gene­ra­tionen gleich­zeitig trai­nieren, spielen, sich treffen oder den anderen zuschauen. Sport wird hier nicht als sepa­rates Programm in den Park gestellt, sondern mit Aufent­halt und öffent­li­chem Leben verbunden.

Dass diese Ange­bote auf ihre späteren Nutzer zuge­schnitten wurden, hat auch mit dem Planungs­pro­zess zu tun. Vertreter örtli­cher Sport­ge­mein­schaften waren an der Entwick­lung betei­ligt und disku­tierten die Sport­an­ge­bote mit den Planern. Die gleiche Vorge­hens­weise wurde beim bestehenden Skate­park gewählt, dessen Erwei­te­rung mit der lokalen Szene abge­stimmt wurde.

Skaten, rollen, spielen

Ein bestehender Skate­park wurde erwei­tert und mit Dirt­park und Pump­track zu einem größeren Roll­sport­be­reich verbunden. Drei Themen­spiel­plätze für die Jüngeren ergänzen das Bewe­gungs­an­gebot im Park.

Der Skate­park gehört zu den Sport­an­lagen, die bereits vor der Landes­gar­ten­schau auf dem ehema­ligen Renn­bahn­ge­lände vorhanden waren. Seine Beton-Bowl aus den 2000er-Jahren wurde erhalten und um eine Street­plaza erwei­tert. Manual Pad, Curved Rail, verlän­gerte Ledge, nied­ri­gere Tran­si­tions und sanfte Roll-ins ergänzen insbe­son­dere die Möglich­keiten für weniger erfah­rene Nutzer. Die Wege inner­halb und am Rand der Anlage bestehen aus Ortbeton und können in die Lines einbe­zogen werden. Sitz­mög­lich­keiten sind unmit­telbar in die Anlage inte­griert, ein großes Flug­dach bietet Schutz vor Sonne und leichtem Regen.

Unmit­telbar daneben entstand ein Dirt­park mit zwei unter­schied­lich anspruchs­vollen Lines und jeweils zwei Table-Jumps. Steil­kurven führen zurück zum Ausgangs­punkt, Roller und Wobbles ergänzen die Stre­cken. Ein kompakter Asphalt-Pump­track erwei­tert das Spek­trum nach unten: Er kann mit Lauf­rä­dern, Scoo­tern, Skate­boards und Moun­tain­bikes genutzt werden und eignet sich damit auch für Kinder und Einsteiger. Skate­park, Dirt­park und Pump­track bilden zusammen einen rund 13.000 m² großen Akti­ons­be­reich, in dem unter­schied­liche Roll­sport­arten und Könnens­stufen neben­ein­ander Platz finden.

Ergänzt wird das Sport­an­gebot durch drei inklu­sive Themen­spiel­plätze mit insge­samt rund 2.000 m² Fläche. Der Römer­spiel­platz bezieht sich auf das Legi­ons­lager Novae­sium, der Kanin­chen­spiel­platz auf die Kanin­chen, die nach Einstel­lung des Renn­be­triebs das Gelände eroberten, und der Renn­bahn­spiel­platz greift mit Pferden, Bewe­gung und Wett­be­werb noch einmal die Geschichte des Ortes auf. Rund 50 Kinder waren im Vorfeld an der Entwick­lung der Anfor­de­rungen betei­ligt.

Spielen wie die Römer

Eine Römer­straße verbindet Lager, Dorf und Markt­platz zu einer zusam­men­hän­genden Spiel­land­schaft. Unter­schied­liche Schwie­rig­keits­grade und Spiel­an­ge­bote öffnen den Römer­spiel­platz für verschie­dene Alters­gruppen und Fähig­keiten.

Der von hoch­kant entwi­ckelte und reali­sierte Römer­spiel­platz macht die Geschichte der Stadt Neuss entlang einer symbo­li­schen Römer­straße spie­le­risch erlebbar. Sie führt vom Tor eines römi­schen Lagers vorbei an einem kleinen Dorf und durch den vorhan­denen Baum­be­stand bis zum Markt­platz mit Sand- und Matsch­be­reich. Ein Raster von zwei mal zwei Metern bildet die Grund­lage für die indi­vi­duell entwor­fenen Spiel­ge­räte. Natur­be­las­senes Lärchen­holz prägt die Anlage, weiß lasierte Holz­ele­mente zitieren römi­sche Archi­tektur, braune Netze und Seile erin­nern in ihrer Farbig­keit an Leder.

Die einzelnen Bereiche richten sich an unter­schied­liche Alters­gruppen und Fähig­keiten. Römer­lager und Nied­rig­seil­par­cours bieten anspruchs­vol­lere Kletter‑, Balan­cier- und Bewe­gungs­mög­lich­keiten, während der Klein­kin­der­be­reich sowie Sand- und Wasser­spiel nied­rig­schwel­liger ange­legt sind. Die unter­schied­li­chen Schwie­rig­keits­grade und senso­ri­sche Ange­bote erwei­tern die Nutzungs­mög­lich­keiten für Kinder mit verschie­denen Fähig­keiten. Kleine Details führen das Thema weiter: Inte­grierte Brett­spiele greifen etwa die „Römi­sche Mühle“ auf, ein Memory verbindet römi­sche Motive mit ihren Bezeich­nungen und bei einer eigens gestal­teten Vari­ante von „Vier gewinnt“ treten Römer und Germanen gegen­ein­ander an.

Inklu­sion wird hier also nicht als sepa­rates Angebot verstanden, sondern als selbst­ver­ständ­li­cher Bestand­teil der Gestal­tung, die Kindern mit unter­schied­li­chen Talenten und Neigungen viel­fäl­tige Zugänge zu Spiel und Bewe­gung ermög­licht.

Auch der vorhan­dene Baum­be­stand wurde Teil der Planung. Die Elemente entlang der Römer­straße kommen weit­ge­hend ohne aufwen­dige Funda­mente aus, um die Wurzel­be­reiche zu schonen. Zusätz­liche Baum­pflan­zungen sollen künftig mehr Schatten schaffen. Wartungs­freund­liche Konstruk­tionen und austausch­bare Einzel­teile sind auf eine dauer­hafte Nutzung über die Landes­gar­ten­schau hinaus ausge­legt.

Botschaften aus Neuss

  • Die Umnut­zung der ehema­ligen Renn­bahn zeigt, dass die Geschichte eines Ortes nicht verschwinden muss, wenn sich seine Funk­tion grund­le­gend verän­dert. Spuren der Vergan­gen­heit können dem neuen Frei­raum Iden­tität geben.

  • Sport­an­ge­bote gewinnen im öffent­li­chen Raum an Qualität, wenn Bewe­gung und Aufent­halt gemeinsam gedacht werden. Wer trai­niert, spielt, zuschaut oder sich ledig­lich trifft, nutzt denselben Park.

  • Gene­ra­ti­ons­über­grei­fende Bewe­gungs­räume brau­chen unter­schied­liche Schwie­rig­keits­grade, inklu­sive Zugänge und Ange­bote ohne feste Nutzungs­vor­gaben. So können sehr unter­schied­liche Nutzer­gruppen denselben Ort selbst­ver­ständ­lich mitein­ander teilen.

  • Betei­li­gung und Mitsprache hatten in Neuss konkrete Auswir­kungen auf die Planung. Sport­ge­mein­schaften, die lokale Skate-Szene und Kinder konnten Anfor­de­rungen und Ange­bote mitprägen. Das ist richtig und wichtig.

Videos

Pläne

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Grüne Dicke­bank

Bewe­gung!

Die “Grüne Dicke­bank” in Watten­scheid

Planer

Ahner Land­schafts­ar­chi­tektur
Schloss­straße 7
D‑15711 Königs Wuster­hausen

Sitz­po­deste

LiF GmbH & Co. KG
Brand­strömstr. 6
D‑49716 Meppen

Bauherr

Stadt Bochum
Referat für Sport und Bewe­gung
Vikto­ria­straße 14 c
D‑44777 Bochum

Ausstat­tung
  • Gesamt­fläche: rund 19.800 m²
  • Asphal­tierter Rund­kurs mit Stra­ßen­mar­kie­rungen und Boden­mo­del­lie­rungen
  • Pump­track, Jumpline, Scoo­t­er­loop und Lauf­rad­track
  • Multi­funk­ti­ons­fläche für  Verkehrs­er­zie­hung, Veran­stal­tungen und Rolla­tor­trai­ning
  • Geräte- und Lager­con­tainer
Beson­der­heiten
  • Erhalt des Sport­stand­ortes bei gleich­zei­tiger Öffnung für neue Nutzer­gruppen
  • Ange­bote für Kinder, Jugend­liche, Erwach­sene und ältere Menschen
  • Verbin­dung von Roll­sport, Verkehrs­er­zie­hung und Fahr­si­cher­heits­trai­ning
  • Neben­ein­ander von öffent­li­chem Bewe­gungs­park und Fußball
Adresse

Dicke­bank­straße 27
D‑44866 Bochum

Eröff­nung

2026

Fotos

Ahner Land­schafts­ar­chi­tektur
Stadt Bochum
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Ahner Land­schafts­ar­chi­tektur

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Wo früher Fußball gespielt wurde, rollen heute Lauf­räder, BMX-Räder, Scooter und Inliner. Die Grüne Dicke­bank in Watten­scheid macht aus einem nicht mehr genutzten Groß­spiel­feld an der Grenze zwischen Wohn­quar­tier und Gewer­be­ge­biet eine öffent­lich zugäng­liche Sport- und Frei­zeit­an­lage. Pump­track, Jumpline und Verkehrs­übungs­flä­chen treffen dabei auf rund 100 neue Bäume, Blüh­wiesen und ein zukunfts­fä­higes Entwäs­se­rungs­kon­zept nach dem Prinzip der Schwamm­stadt.

Hier rollt nicht nur der Ball

Die Umge­stal­tung ist nicht als Verdrän­gung des Vereins­fuß­balls zu verstehen, sondern als sinn­volle Neuord­nung

Die Geschichte dieses Ortes beginnt nicht mit der Grünen Dicke­bank, sondern (wie so  oft im Ruhr­ge­biet) mit dem Fußball. Über viele Jahre war das Rasen­spiel­feld inner­halb der Rund­lauf­bahn die sport­liche Heimat von Schwarz-Weiß Watten­scheid 08. Der Verein gehört zur Dicke­bank­straße und hat hier über Jahr­zehnte Fußball­ge­schichte geschrieben, und das durchaus auch in den besseren Kreisen der Watten­scheider Fußball­bühne.

Inzwi­schen konzen­triert sich der Vereins­be­trieb auf die östliche Hälfte der Sport­an­lage. Dort wurde der frühere Aschen­platz im Jahr 2023 in ein Kunst­stoff­ra­sen­spiel­feld umge­wan­delt. 

Die Umge­stal­tung ist deshalb nicht als Verdrän­gung des Vereins­fuß­balls zu verstehen, sondern als sinn­volle Neuord­nung: SW Watten­scheid 08 verfügt über einen zeit­ge­mäßen und belast­baren Kunst­ra­sen­platz, die frei gewor­dene Fläche wurde einem sehr viel brei­teren Publikum zur Verfü­gung gestellt .

Die Zeiten ändern sich, der Rund­kurs auch

Aus der früheren Rund­lauf­bahn wurde ein Parcours für alles, was rollt

Ein Groß­spiel­feld ist groß, aber nicht auto­ma­tisch viel­fältig. Es ist meist auf einen Sport, feste Mann­schaften und orga­ni­sierte Zeiten zuge­schnitten. Die rund  20.000 m² große Grüne Dicke­bank kehrt dieses Prinzip um. Sie ist täglich verfügbar, kostenlos zugäng­lich und auch offen für Menschen, die keinem Verein ange­hören.

Das zentrale Element der Grünen Dicke­bank ist ein 3,50 Meter breiter, asphal­tierter Rund­kurs, der in etwa dem Verlauf der früheren Lauf­bahn folgt. Stra­ßen­mar­kie­rungen, Kreu­zungen, Kurven und kleine Boden­mo­del­lie­rungen machen ihn zugleich zur Bewe­gungs- und Verkehrs­übungs­strecke.

Kinder lernen hier Laufrad- und Fahr­rad­fahren, während Schulen, Verkehrs­wacht oder andere Insti­tu­tionen die Anlage für Schu­lungen nutzen können. Auch Fahr­si­cher­heits­trai­nings mit Fahr­rä­dern und E‑Bikes sowie Rollator-Trai­nings sind möglich. Das Motto „Rollen, Fahren und Gleiten“ umfasst also unter­schied­liche Alters­gruppen und Mobi­li­täts­formen.

Zwischen Laufrad und Pump­track

Viel­falt gehört zu den Stärken des sport­li­chen Ange­bots

Inner­halb des Rund­kurses liegen die einzelnen Sport­an­ge­bote. Ein Lauf­rad­track und ein Scoo­t­er­loop richten sich vor allem an jüngere Kinder. Die rund 450 m² große Multi­funk­ti­ons­fläche kann für Verkehrs­er­zie­hung, Fahr­rad­schu­lungen, Roll­schuh­ver­an­stal­tungen und weitere tempo­räre Nutzungen einge­setzt werden.

Pump­track und Jumpline bieten anspruchs­vol­lere Stre­cken für BMX-Räder, Scooter und Inliner. Die Ange­bote sind räum­lich vonein­ander abge­setzt, bleiben aber über den Rund­kurs und zusätz­liche Wege mitein­ander verbunden. Vorbe­halts­flä­chen ermög­li­chen eine spätere Ergän­zung um weitere Spiel- oder Scoo­ter­an­ge­bote.

Bewe­gung und Aufent­halt

Pump­track und Jumpline bringen Bewe­gung, Bänke und Sitz­stufen machen die Anlage zum Treff­punkt

Die Grüne Dicke­bank ist nicht nur als Sport­fläche ange­legt. Sitz­stufen mit Holz­auf­lagen, Beton­bänke, Fahr­rad­ständer und klei­nere Aufent­halts­be­reiche ergänzen die Bewe­gungs­an­ge­bote. Viele Sitz­plätze liegen in unmit­tel­barer Nähe der einzelnen Parcours und ermög­li­chen eine gute Über­sicht über die Anlage.

Ein Gerä­te­con­tainer bietet Stau­raum für die unter­schied­li­chen Nutzungen. Er wurde vom Künst­lerduo Farb­ef­fekt mit einem groß­for­ma­tigen Graf­fiti gestaltet und damit auch optisch in die Anlage einge­bunden.

Die verschie­denen Bereiche können unab­hängig vonein­ander und zu unter­schied­li­chen Zeiten genutzt werden. Kinder­ta­ges­stätten und Schulen finden hier ebenso passende Ange­bote wie Kinder, Jugend­liche, Erwach­sene und ältere Menschen. Schon bei der Eröff­nung im Mai 2026 zeigte sich, dass diese Viel­falt auch tatsäch­lich ange­nommen wird.

Sitz­in­seln im Grünen

Frei­raum für Mensch und Baum

An drei Stellen der Grünen Dicke­bank grup­pieren sich drei Sitz­po­deste von LiF Frei­raum­ob­jekte um jeweils einen Baum. Die groß­zü­gigen Öffnungen in der Mitte sind dabei ganz bewusst deut­lich größer als die heutigen Baum­stämme. Sie lassen den Bäumen genü­gend Raum zum Wachsen und sorgen dafür, dass Podest und Baum auch lang­fristig mitein­ander funk­tio­nieren. Gleich­zeitig verän­dert sich der Charakter der Sitz­plätze mit den Jahren: Je größer die Kronen werden, desto mehr natür­li­chen Schatten werden sie den darun­ter­lie­genden Flächen spenden.

Auch gestal­te­risch passen die orga­nisch geformten Podeste gut in den Park. Ihre farbigen HPL-Ober­flä­chen greifen die kräf­tige Farb­welt der Grünen Dicke­bank auf und bieten eine ange­nehm glatte, robuste und pfle­ge­leichte Sitz­fläche. So entstehen keine klas­si­schen Park­bänke, sondern drei kleine Aufent­halts­in­seln, die Bäume, Möblie­rung und Frei­raum­ge­stal­tung mitein­ander verbinden. Und während der Park grüner wird, wächst der Komfort gleich mit.

Grün braucht Zeit

Umfang­reiche Neupflan­zungen und die Versi­cke­rung vor Ort machen die Anlage zu einem Baustein der Schwamm­stadt

Rund 100 neue Bäume, Strauch­pflan­zungen und Blüh­wiesen sollen die frühere Sport­fläche zu einer grünen Oase zwischen Wohn­be­bauung und Gewer­be­ge­biet entwi­ckeln. Beson­ders im Norden bilden die Gehölze eine räum­liche Abgren­zung zu den angren­zenden, mäßig attrak­tiven  Gewer­be­flä­chen. Bäume in der Nähe der Sitz­be­reiche werden künftig für zusätz­li­chen Schatten sorgen.

Noch sind viele Pflan­zungen jung. Der land­schaft­liche Charakter und die Beschat­tung werden sich deshalb erst in den kommenden Jahren voll­ständig entwi­ckeln. Die Sport­an­ge­bote sind unmit­telbar nutzbar, während die grüne Struktur mit der Zeit an Wirkung gewinnt.

Trotz der für den Roll­sport notwen­digen Asphalt­flä­chen folgt die Anlage den Grund­sätzen der Schwamm­stadt. Das anfal­lende Regen­wasser kann in den angren­zenden Grün- und Wiesen­flä­chen diffus versickern.Teile des vorhan­denen Bodens und des ausge­bauten Tennen­ma­te­rials wurden für die Gelän­de­mo­del­lie­rung wieder­ver­wendet.

Eine adap­tive und tier­freund­liche Beleuch­tung ermög­licht die Nutzung in den Abend­stunden und berück­sich­tigt zugleich die neu geschaf­fenen Vege­ta­ti­ons­flä­chen.

Sport, neu verteilt

Die Grüne Dicke­bank ersetzt den Vereins­sport nicht, sie ergänzt ihn um einen öffent­li­chen und kommerz­freien Ort der  Bewe­gung

Die Grüne Dicke­bank zeigt, wie ein nicht mehr benö­tigtes Groß­spiel­feld umge­nutzt werden kann, ohne den Vereins­sport vom Standort zu verdrängen. Watten­scheid 08 nutzt weiterhin den benach­barten Kunst­ra­sen­platz. Die frühere Rasen- und Leicht­ath­le­tik­fläche steht nun Menschen offen, die unab­hängig von Vereins­mit­glied­schaft oder festen Trai­nings­zeiten Sport treiben und sich bewegen möchten.

Die alte Struktur bleibt dabei in Teilen erkennbar. Die Rund­lauf­bahn wird zum Verkehrs- und Bewe­gungs­kurs, während auf dem ehema­ligen Spiel­feld unter­schied­liche Parcours, Übungs­flä­chen und Aufent­halts­be­reiche entstehen. Aus einer auf wenige Sport­arten ausge­rich­teten Anlage ist so ein viel­seitig nutz­barer Bewe­gungs- und Begeg­nungsort geworden.

Was bleibt hängen?

  • Nicht mehr benö­tigte Groß­spiel­felder können zu öffent­li­chen Bewe­gungs­räumen umge­staltet werden, ohne den benach­barten Vereins­sport zu verdrängen.
  • Eine räum­liche Staf­fe­lung nach Alter, Erfah­rung und Geschwin­dig­keit erleich­tert die gleich­zei­tige Nutzung durch unter­schied­liche Gruppen.
  • Auch Sport­an­lagen mit größeren Asphalt­flä­chen können nach dem Prinzip der Schwamm­stadt funk­tio­nieren, wenn das Regen­wasser vor Ort zurück­ge­halten und versi­ckert wird.
  • Sitz­plätze, Bäume, Beleuch­tung und gut einseh­bare Bewe­gungs­flä­chen machen aus einzelnen Sport­an­ge­boten einen gemein­samen Aufent­haltsort.
  • Vorhan­dene Struk­turen müssen bei einer Umnut­zung nicht voll­ständig verschwinden, sondern können mit neuen Funk­tionen weiter­ent­wi­ckelt werden.

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Floa­ting Pavi­lion

Dach schafft Land­schaft

Der Floa­ting Pavi­lion in Songyang

Planer

Studio RE+N
Hang­zhou, Zhejiang, China

Yuting Zhang, Pu Zhang

Bauherr

Xinxing Town Govern­ment, Songyang County

Trag­werk

Lihui Feng

Ausfüh­rung

Hang­zhou Baiguyuan Cons­truc­tion Co., Ltd
Zhejiang Huafang Cons­truc­tion Co., Ltd.

 

Beson­der­heiten
  • Offener Aussichts­pa­villon
  • Schwe­bende, vorge­fer­tigte  Stahl­kon­struk­tion
  • Dünnes Sand­wich­dach aus Stahl
  • Gestufte Aufent­halts­platt­formen
  • Montage ohne schwere Bauma­schinen
  • Mini­maler Eingriff in die Land­schaft
Adresse

Organic Tea Valley
Xinxing Town
Songyang County
CN-Lishui, Zhejiang

Eröff­nung

2025

Fotos

Kejia Mei

Pläne

Studio RE+N
Kejia Mei

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Nicht jede Über­da­chung schützt vor allem vor Regen. Manchmal schafft sie vor allem einen Ort.

Der Floa­ting Pavi­lion im chine­si­schen Songyang zeigt, wie ein einziges, schwe­bendes Dach ausreicht, um einer Land­schaft eine neue Qualität zu geben: als Aussichts­punkt, Treff­punkt und Rast­platz glei­cher­maßen.

Ein Dach als Land­schaft

Wer den Floa­ting Pavi­lion besucht, erreicht ihn nicht über eine Straße oder einen Vorplatz. Der Weg führt durch steile Teeplan­tagen hinauf auf einen Berg­rü­cken rund 500 Meter über dem Meeres­spiegel. Erst zwischen den Terrassen erscheint nach und nach ein schmaler weißer Baukörper, der scheinbar schwe­relos über den Feldern schwebt.

Das Beson­dere ist dabei weniger das Gebäude selbst als seine Haltung gegen­über der Land­schaft. Statt einen domi­nanten Aussichts­punkt zu errichten, beschränkt sich Studio RE+N auf ein einziges präzise geformtes Dach, das den Ort defi­niert, ohne ihn zu verän­dern. Genau diese Zurück­hal­tung macht den Pavillon zu einem span­nenden Beispiel für über­dachte Frei­räume.

Dach schafft Raum

Die Konstruk­tion besteht aus einer extrem schlanken Stahl-Sand­wich­kon­struk­tion, die ledig­lich von wenigen Stützen getragen wird. Das Dach wirkt dadurch fast wie ein Blatt Papier, das über den Teeplan­tagen schwebt.

Darunter entstehen unter­schied­lich große Aufent­halts­be­reiche. Stufen folgen der Topo­grafie der Terrassen und führen Besu­cher langsam nach unten. Mit jeder Ebene erwei­tert sich der Blick über das Tal, bis sich am tiefsten Punkt das gesamte Panorama öffnet.

Die Archi­tektur entsteht hier nicht durch Wände oder Räume, sondern allein durch Dach, Gelände und Aussicht.

Leicht gebaut

Auch der Baupro­zess folgt dem Gedanken mini­maler Eingriffe. Weil schweres Gerät den steilen Hang nicht errei­chen konnte, wurden sämt­liche Stahl­bau­teile vorge­fer­tigt und mit kleinen Trans­port­wagen sowie Seil­sys­temen auf den Berg gebracht. Vor Ort mussten nur noch wenige Arbeiten ausge­führt werden.

So blieb der Eingriff in die bestehende Kultur­land­schaft äußerst gering. Gleich­zeitig entstand eine dauer­hafte Infra­struktur, die heute sowohl Besu­cher als auch Teebauern nutzen.

Ein Ort auch für den Alltag

Seit seiner Fertig­stel­lung hat sich der Pavi­lion schnell vom archi­tek­to­ni­schen Objekt zum selbst­ver­ständ­li­chen Bestand­teil des Ortes entwi­ckelt. Wanderer nutzen ihn als Rast­platz, Besu­cher erleben hier Sonnenauf- und ‑unter­gänge und während der Ernte dient der neue Weg gleich­zeitig als bessere Erschlie­ßung der Teeplan­tagen.

Gerade diese Mehr­fach­nut­zung macht den Entwurf inter­es­sant. Das Dach schafft nicht nur einen Aussichts­punkt, sondern verbes­sert ganz nebenbei auch die Nutzung der Land­schaft.

Was hier hier lernen:

Manchmal braucht es gar kein Gebäude. Ein gutes Dach reicht schon. Der Floa­ting Pavi­lion zeigt eindrucks­voll, wie wenig Archi­tektur notwendig ist, um einen Ort völlig neu erlebbar zu machen. Die größte Leis­tung des Projekts besteht viel­leicht sogar darin, dass es sich nicht in den Vorder­grund drängt. Es schafft einen Aufent­haltsort, verbes­sert ganz nebenbei die Erschlie­ßung der Teeplan­tagen und wirkt dabei, als hätte es schon immer dort gestanden.

Mit einem einzigen, fast schwe­relos wirkenden Dach entsteht ein Ort, der die Land­schaft nicht über­formt, sondern sie insze­niert. Selten zeigt Archi­tektur so über­zeu­gend, dass Reduk­tion kein Verzicht ist, sondern eine beson­dere Form von Qualität. 

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BasketBar

Get on the floor

Die BasketBar in Utrecht

Die BasketBar in Utrecht gilt als Meilen­stein im Sport­stät­tenbau: Ein hybrides Konzept aus Café, öffent­li­chem Raum und Basket­ball­feld zeigt, wie Sport zum Motor urbaner Begeg­nung werden kann. Entworfen im Kontext des Master­plans der Univer­sität von OMA, steht die Anlage exem­pla­risch für den damals einge­läu­teten Para­dig­men­wechsel: weg von isolierten Sport­flä­chen, hin zu viel­sei­tigen urbanen Gele­gen­heiten für Begeg­nungen.

Entwurf:

NL Archi­tects

Verdich­tung und Inte­gra­tion

Mit der BasketBar auf dem Campus der Univer­sität Utrecht entstand im Jahr 2003 ein Projekt, das bis heute als Refe­renz für die Erwei­te­rung des Sports in die Gesell­schaft, den inte­gra­tiven Sport­stät­tenbau, gilt.

Der Campus De Uithof entwi­ckelte sich damals von einer mono­funk­tio­nalen Univer­si­täts­land­schaft zu einem verdich­teten, urbanen Gefüge. Ziel des Master­plans von Rem Kool­haas (Office for Metro­po­litan Archi­tec­ture) war es, Funk­tionen zu bündeln, Frei­räume zu stärken und eine echte „Campus City“ zu schaffen.

Die BasketBar über­nahm darin eine Schlüs­sel­rolle: Sie war kein Solitär, sondern sozialer Knoten­punkt – eine infor­melle Mitte für Studie­rende, Forschende und Besu­cher.

Der Entwurf stammt von NL Archi­tects.

 

Offen­heit statt Fest­le­gung

Das Projekt kombi­niert auf wenigen Quadrat­me­tern mehrere Nutzungen zu einem räum­lich wie program­ma­tisch radi­kalen Ensemble:

  • ein in den Boden abge­senktes Café
  • eine groß­zü­gige, orga­nisch geformte Aufent­halts­land­schaft („Orange Pool“)
  • ein Basket­ball­feld auf dem Dach

Diese Über­la­ge­rung erzeugte eine völlig neue Typo­logie. Das Café selbst ist abge­senkt – Besu­cher betreten es quasi „über die Theke“. Diese unge­wöhn­liche Drama­turgie schafft unge­wohnte Inti­mität und gleich­zeitig visu­elle Offen­heit zum öffent­li­chen Raum. Inspi­riert von klas­si­schen Raum­kon­zepten wie der American Bar von Adolf Loos entstand ein Ort, der Rückzug und Urba­nität verbindet.

Der angren­zende „Pool“ fungiert als multi­funk­tio­nale Zone: Terrasse, Amphi­theater, Skate­fläche und barrie­re­freier Zugang verschmelzen zu einem inklu­siven Aufent­halts­raum. Hier zeigt sich eine der großen Stärken des Projekts: Nutzungs­of­fen­heit statt Fest­le­gung.

Sport als soziale Infra­struktur

Das eigent­lich ikoni­sche Element seiner Zeit befindet sich jedoch auf dem Dach: das Basket­ball­feld. Ursprüng­lich nicht Teil der Aufga­ben­stel­lung, entwi­ckelte es sich zur prägendsten Idee des Projekts.

Basket­ball wurde bewusst gewählt, weil es eine nied­rig­schwel­lige, flexible und urbane Sportart ist. Das Spiel­feld wird zur Bühne: sichtbar, öffent­lich, ein Ort für Perfor­mance und Begeg­nung. Die Trans­pa­renz des Mittel­punkts in Form einer Glas­fläche zwischen Court und Café verstärkt die Verbin­dung zwischen Sport und sozialem Leben.

Damit wird Sport nicht sepa­riert, sondern inte­graler Bestand­teil des Alltags. Die BasketBar zeigte früh, was heute als Leit­bild gilt: Sport­flä­chen als soziale Infra­struktur.

Auszeich­nung und Wirkung

Bereits kurz nach ihrer Fertig­stel­lung im Jahr 2003 wurde die BasketBar mit dem renom­mierten Riet­veld-Preis ausge­zeichnet. Das Projekt über­zeugte nicht nur archi­tek­to­nisch, sondern vor allem durch seine gesell­schaft­liche Rele­vanz.

Mit Baukosten von rund 1,2 Millionen Euro und einer vergleichs­weise kleinen Fläche gelang hier ein Projekt mit über­pro­por­tio­naler Wirkung: ein Modell für die Verbin­dung von Sport, Archi­tektur und urbanem Leben.

Gegen­wart und Zukunft

Mehr als zwei Jahr­zehnte lang war die BasketBar, später als „The Basket“ bekannt, ein zentraler Treff­punkt auf dem Campus: Ort für Mittags­pausen, Feiern, Quiz­abende und spon­tane Begeg­nungen.

2024 schloss der Betrieb, doch das Projekt ist nicht am Ende: Die Stadt hat die Anlage inzwi­schen als „Young Monu­ment“ unter Schutz gestellt.

Geplant ist eine Sanie­rung und Reak­ti­vie­rung im Zuge der Weiter­ent­wick­lung des Campus und der umlie­genden Gebäude.

Damit bleibt die BasketBar nicht nur ein Stück Geschichte der Sport­ar­chi­tektur, sondern wird hoffent­lich bald wieder, was sie vor allem war: lebendig.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

NL Archi­tects
Van Hall­straat 294
1051 HM Amsterdam
Nieder­lande

Bauherr

Univer­si­teit Utrecht Huis­ves­ting

Eröff­nung
2003
Adresse

BasketBar
Genevelaan 8
3584 CC Utrecht
Nieder­lande

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park

Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park

Come toge­ther

Von der Indus­trie­brache zum Publi­kums­lieb­ling: Der Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park verwan­delt Detroits Ufer in offene und flexible Ange­bote für Sport, Natur und Gemein­schaft – inklu­sive Frei­luft­halle und Ufer­leben.

Entwurf:

Adjaye Asso­ciates und MVVA

Fast neun Hektar Stadt­ent­wick­lung

 

Wo einst Indus­trie­ruinen das Ufer des Detroit River domi­nierten, öffnet sich heute ein neuer Stadt­raum: Mit 8,9 Hektar verwan­delt der Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park eine riesige ehema­lige Brach­fläche in einen leben­digen Treff­punkt für ganz Detroit. Der Park ist mehr als nur Grün­fläche – er ist eine neue Schnitt­stelle zwischen Stadt, Fluss und Gemein­schaft.

Den inter­na­tio­nalen Wett­be­werb der Detroit River­front Conser­vancy gewannen Adjaye Asso­ciates gemeinsam mit Michael Van Valken­burgh Asso­ciates (MVVA). Ihr Ansatz: Archi­tektur und Land­schaft in Einklang bringen – flexibel, robust und auf zukünf­tiges Wachstum ausge­legt.

MVVA entwi­ckelte eine wider­stands­fä­hige, ganz­jährig nutz­bare Park­land­schaft mit groß­zü­gigen Rasen­flä­chen, Spiel­be­rei­chen, Prome­naden, Gärten und nach­hal­tiger grüner Infra­struktur. Die Frei­räume sind so konzi­piert, dass sie sich unter­schied­li­chen Nutzungen und Jahres­zeiten anpassen – vom ruhigen Aufent­halt bis zum großen Commu­nity-Event.

Die Frei­luft­halle als Zentrum

Die archi­tek­to­ni­sche Iden­tität des Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Parks prägt insbe­son­dere das William Davidson Sport House. Die 2.600 m² große Frei­luft­halle wird von 33 Stahl­stützen getragen, über denen sich ein skulp­tu­rales Beton­dach mit einem rund 185 m² großen Ober­licht spannt. Tages­licht durch­flutet die offene Struktur, die eine norm­ge­rechte Basket­ball­halle beher­bergt. Der Raum funk­tio­niert sowohl als Sport­halle als auch als Outdoor-Angebot und ermög­licht Sport- und Frei­zeit­nut­zung bei Tag und Nacht, zu jeder Jahres­zeit.

Ergänzt wird das Ensemble durch zwei weitere Pavil­lons mit Sanitär- und Gemein­schafts­be­rei­chen.

Inklu­siver Stadt­raum

Der Entwurf entstand in enger Abstim­mung mit den Bauherren, Trägern und Nutzern. Zwischen 2018 und 2021 fanden sechs große öffent­liche Versamm­lungen mit über 800 Teil­neh­menden statt. Hinzu kamen Schul­pro­gramme, Nach­bar­schafts­treffen und Ausstel­lungen in der ganzen Stadt, die insge­samt mehr als 5.000 Menschen erreichten.

So ist am Detroit River nicht nur der Ralph C. Wilson Jr. Centen­nial Park entstanden, sondern ein inklu­siver Stadt­raum, der die Menschen zurück ans Wasser holt und die Verbin­dung zwischen Natur, Stadt und Gemein­schaft wieder­her­stellt.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Archi­tektur

Adjaye Asso­ciates

Land­schaft

Michael Van Valken­burgh Asso­ciates

Eröff­nung
2025
Adresse

Ralph C. Wilson Centen­nial Park
Detroit, MI 48226
Verei­nigte Staaten

Fotos
Text

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Frei­luft­hallen

Frei­luft­hallen im Schul­be­trieb

Die Trou­ble­shooter

Stei­gende Schü­ler­zahlen, marode Sport­hallen und knappe Budgets setzen Schulen und Kommunen massiv unter Druck.

Beispiele aus Hamburg, Euskir­chen und Buch­holz in der Nord­heide zeigen, wie Frei­luft­hallen schnell neue Sport­flä­chen schaffen, Kosten senken und Schulen sowie Vereine glei­cher­maßen entlasten.

Hallen:

McArena

Hamburg: Wohin mit den Schü­lern?

In Hamburg stehen Schulen seit Jahres­be­ginn vor der Heraus­for­de­rung, das verpflich­tende Pensum von drei Sport­stunden pro Woche zu reali­sieren, und das bei wach­senden Schü­ler­zahlen.

An der Grund­schule Heid­horst stießen die vorhan­denen Kapa­zi­täten an ihre Grenzen. Verfüg­bare Hallen­zeiten waren knapp, die bestehenden Sport­stätten waren bereits mehr als ausge­lastet. Der Bau einer klas­si­schen Turn­halle hätte sowohl finan­ziell als auch zeit­lich hohe Hürden bedeutet.

Gemeinsam mit dem Träger Schulbau Hamburg entschied sich die Schule daher für eine Frei­luft­halle als schneller und wirt­schaft­li­cher Lösung. Die über­dachte, an den Seiten offene Konstruk­tion ermög­licht eine ganz­jäh­rige Nutzung ganz ohne Heiz­kosten. Gleich­zeitig sorgt die unaus­weich­liche Frisch­luft­zu­fuhr für ein gesundes Sport­klima.

Ergebnis: Die neue Halle entlas­tete den Stunden- und Bele­gungs­plan schnell und nach­haltig, erwei­tert die Nutzungs­mög­lich­keiten der Schule und begnügt sich mit mini­malen Betriebs­kosten.

So kann Ganztag funk­tio­nieren.

Euskir­chen: Wie weiter nach der Flut?

Die Flut­ka­ta­strophe im Jahr 2021 stellte die Mari­en­schule in Euskir­chen vor eine exis­ten­zi­elle Heraus­for­de­rung, da die schul­ei­gene Drei­fach­turn­halle komplett zerstört wurde. Der Sport­un­ter­richt konnte nur noch an Ausweich­stand­orten statt­finden, die lange Busfahrten erfor­derten und den Schul­alltag erheb­lich erschwerten.

Schnelle Abhilfe schaffte die „MSE-Arena“. Durch das Mitein­ander von Stadt, Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen und privatem Enga­ge­ment konnte inner­halb weniger Monate eine voll funk­ti­ons­fä­hige Sport­stätte errichtet werden – ohne die büro­kra­ti­schen und bauli­chen Hürden eines klas­si­schen Wieder­auf­baus.

Die MSE-Arena ermög­licht nicht nur wieder regel­mä­ßigen Sport­un­ter­richt vor Ort, sie berei­chert dank ihrer Viel­sei­tig­keit auch das Schul­leben.

Natür­lich können auch die örtli­chen Vereine die Halle nutzen. Es profi­tieren also alle.

Buch­holz: Wer soll das bezahlen?

In Buch­holz in der Nord­heide lag die Heraus­for­de­rung darin, eine moderne Sport­stätte zu schaffen, die nicht nur den Schulen dient, sondern sich auch wirt­schaft­lich trägt und nicht zuletzt dem Brei­ten­sport zugute kommt.

Die Lösung ist ein hybrides Nutzungs­mo­dell auf multi­funk­tio­nalem Belag. Die Frei­luft­halle wird vormit­tags von Schulen genutzt und steht außer­halb der Unter­richts­zeiten Vereinen, Betriebs­sport­gruppen und privaten Nutzern zur Verfü­gung.

Die Finan­zie­rung der Halle erfolgte mit Hilfe lokaler Unter­nehmen und Betriebe. Ein digi­tales Buchungs­system ermög­licht eine unkom­pli­zierte Orga­ni­sa­tion ohne zusätz­li­chen Perso­nal­auf­wand. Einnahmen aus Vermie­tungen tragen zur Refi­nan­zie­rung des Projekts bei und sichern lang­fristig den Betrieb.

Die „BK-Green Arena zeigt auch das große Poten­zial der Frei­luft­hallen in Bezug auf Nach­hal­tig­keit – vor allem durch die flächen­de­ckende PV-Anlage auf dem Dach.

Fazit: Mehr­wert

Die Beispiele aus Hamburg, Euskir­chen und Buch­holz verdeut­li­chen, dass Frei­luft­hallen viel­sei­tige und prag­ma­ti­sche Antworten auf aktu­elle Heraus­for­de­rungen wie Ener­gie­ef­fi­zienz, Kosten­dis­zi­plin und schnelle Reali­sier­bar­keit bieten, auch und beson­ders für den Schul- und Vereins­sport.

Frei­luft­hallen sparen Heiz­kosten, weil sie gar nicht beheizt werden. Außerdem sind sie viel­seitig nutzbar und schaffen einen Mehr­wert, der über den reinen Schul­sport hinaus­geht.

Frei­luft­hallen berei­chern das sport­liche, und damit auch gesell­schaft­liche, Leben ihrer Umge­bung nach­haltig.

Wie gesagt: Win-Win.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Frei­luft­hallen

McArena GmbH
Karl-Ferdi­nand-Braun-Straße 3
D – 71522 Back­nang

Adresse & Nutzer

Grund­schule Heid­horst
Heid­horst 16
D – 21031 Hamburg

Adresse & Nutzer
Mari­en­schule Euskir­chen
Basingstoker Ring 3
D – 53879 Euskir­chen
Adresse & Nutzer

Christ­liche Schule
Nord­heide e. V.
D – Harburger Straße 50

Fotos

McArena GmbH

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Johannes Bühl­be­cker
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(Adver­to­rial)

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Der Blaue Platz

Der Blaue Platz in Balzers

Das blaue Wunder

 

Planungs­büro Wegmüller

Wer den Blauen Platz beim Schul­haus Balzers betritt, spürt sofort: Hier geht es nicht um Normen, sondern um Möglich­keiten. Rund 1.000 m² Fläche laden zu Bewe­gung und Begeg­nung  ein – und zu jeder Menge spie­le­ri­scher Frei­heit. Statt eines klas­si­schen recht­eckigen Sport­felds öffnet sich eine orga­nisch geformte Erleb­nis­land­schaft, einge­fasst von Beton­ele­menten, durch­zogen von Grün­in­seln und barrie­re­frei gestaltet.

Ein Raum, der alle mitnimmt.

Was geht?

In der Gemeinde Balzers im Fürs­tentum Liech­ten­stein entstand in unmit­tel­barer Nähe zu einer Grund- und einer Real­schule ein ausge­sucht viel­sei­tiger Allwet­ter­platz als Ersatz für einen eher mono­funk­tio­nalen roten Kunst­stoff­platz: der Blaue Platz.

Ob Ball­spiel, Klet­ter­aben­teuer, Balan­ceakt, Sport­un­ter­richt oder durch­atmen: Der Blaue Platz setzt auf maxi­male Viel­sei­tig­keit. Drei unter­schied­lich ausge­stat­tete Spiel­felder bieten Raum für Fußball, Basket­ball und zahl­reiche weitere Spiele. Dazwi­schen entstanden Frei­flä­chen für spon­tane Bewe­gungs­formen. Leicht­ath­le­ti­sche Ange­bote, Boulder-Elemente, eine Slack­line, Boden­tram­po­line und das dyna­mi­sche Gleich­ge­wichts­spiel Super-Nova machen die Bewe­gung zum Erlebnis für alle Fähig­keiten.

Das Angebot im Einzelnen:

  • Zwei Multi­funk­ti­ons­plätze à 11m x 6,5mm mit Klein­toren, einer davon mit Banden­system
  • Ein Multi­funk­ti­ons­platz (20m x 13m) mit fixen Basket­ball­körben
  • 50 m‑Laufbahn und Weit­sprung­an­lage
  • Klet­ter­par­cours, 3er Reck­stange, Hangel­strecke und Boulder-Anlage
  • Super-Nova
  • Tram­po­lin­bahn und Slack­line
  • Rund­lauf­strecke
  • Lauf­schule, Balance‑, Hüpf- und Koor­di­na­ti­ons­spiele

Die Planung stammt vom Schweizer Planungs­büro Wegmüller.

Was Ihr wollt

Der Blaue Platz ist Treff­punkt und Trai­nings­platz zugleich.

  • Schü­le­rinnen und Schüler nutzen ihn im Unter­richt, in der Pause und nach der Schule.
  • Sport­ver­eine profi­tieren von den abwechs­lungs­rei­chen Outdoor-Trai­nings­mög­lich­keiten.
  • Fami­lien genießen ein gemein­sames Bewe­gungs­an­gebot, das auch kleine Kinder intuitiv nutzen können.
  • Indi­vi­du­al­sportler finden reich­lich Platz für Workout, Jogging oder Chillen unter den frisch gepflanzten Bäumen.

Die Gestal­tung folgt konse­quent dem Prinzip der Inklu­sion. Alle Wege, Zugänge und Spiel­flä­chen sind so konzi­piert, dass sie auch von Menschen mit Einschrän­kungen genutzt werden können. Die Über­la­ge­rung von Markie­rungen, die freie Form­ge­bung und die vari­ie­renden Blau­töne des PU-gebun­denen Sport­be­lags schaffen eine einla­dende, intui­tive Umge­bung, die nicht vorgibt, wie man sich bewegen muss, sondern inspi­riert, sich zu bewegen, wie man es möchte.

Die emis­si­ons­arme LED-Beleuch­tung kann bis 22 Uhr per Taster akti­viert werden – so lässt sich der Platz auch am Abend nutzen.

Der Blaue Platz ist Treff­punkt und Trai­nings­platz zugleich.

  • Schü­le­rinnen und Schüler nutzen ihn im Unter­richt, in der Pause und nach der Schule.
  • Sport­ver­eine profi­tieren von den abwechs­lungs­rei­chen Outdoor-Trai­nings­mög­lich­keiten.
  • Fami­lien genießen ein gemein­sames Bewe­gungs­an­gebot, das auch kleine Kinder intuitiv nutzen können.
  • Indi­vi­du­al­sportler finden reich­lich Platz für Workout, Jogging oder Chillen unter den frisch gepflanzten Bäumen.

Die Gestal­tung folgt konse­quent dem Prinzip der Inklu­sion. Alle Wege, Zugänge und Spiel­flä­chen sind so konzi­piert, dass sie auch von Menschen mit Einschrän­kungen genutzt werden können. Die Über­la­ge­rung von Markie­rungen, die freie Form­ge­bung und die vari­ie­renden Blau­töne des PU-gebun­denen Sport­be­lags schaffen eine einla­dende, intui­tive Umge­bung, die nicht vorgibt, wie man sich bewegen muss, sondern inspi­riert, sich zu bewegen, wie man es möchte.

Die emis­si­ons­arme LED-Beleuch­tung kann bis 22 Uhr per Taster akti­viert werden – so lässt sich der Platz auch am Abend nutzen.

Wie das klappt

Obwohl die reine Sport­fläche heute kleiner ist als vor der Sanie­rung, hat sich das Angebot an die viel­fäl­tigen Nutzer­gruppen, vom Grund­schul­kind bis zum Senior, verviel­facht.

Der Blaue Platz ist kein Sport­platz im klas­si­schen Sinne, sondern ein leben­diger Bewe­gungs­raum für die ganze Gemeinde: ein Ort zum Auspo­wern, Austesten, Spielen, Trai­nieren, Treffen und Verweilen. Ein Beispiel dafür, wie Frei­raum­ge­stal­tung heute aussehen kann: viel­fältig, inklusiv und voller Freude an der Bewe­gung.

Dank Mut in der Planung und Qualität in der Ausfüh­rung.

Boden­flä­chen: Die Deck­schicht

Für die Deck­schicht der elas­ti­schen Boden­flä­chen des neuen, multi­funk­tional nutz­baren Bewe­gungs­raums in Balzers – ebenso wie für die halb­ku­gel­för­migen 3D-Elemente – wurde farbiges GEZOFLEX EPDM-Granulat der GEZOLAN AG verwendet. Das Gummi­gra­nulat des Schweizer Herstel­lers zeichnet sich durch eine gleich­blei­bend hohe Mate­ri­al­qua­lität, eine gute UV- und Witte­rungs­be­stän­dig­keit sowie eine verläss­liche Farb­echt­heit aus. Diese Eigen­schaften tragen dazu bei, dass die Beläge den unter­schied­li­chen Nutzungs­an­for­de­rungen des offenen Bewe­gungs­raums dauer­haft stand­halten.

Für den Blauen Platz kamen die Farb­töne 054 Dunkel­blau und 084 Leucht­blau sowohl als Einzel­farben als auch in abge­stimmten Mischungen zum Einsatz. Damit leistet das Mate­rial nicht nur funk­tional, sondern auch gestal­te­risch einen wesent­li­chen Beitrag zum Gesamt­bild des Projekts. Im Zusam­men­spiel mit der frei geformten Platz­ge­stal­tung und den viel­fäl­tigen Bewe­gungs­an­ge­boten unter­stützt der Belag die Idee eines inklu­siven und flexibel nutz­baren Außen­raums.

Boden­flä­chen: Die Binde­mittel

Für den Aufbau der Sport­bo­den­flä­chen des Blauen Platzes kam ein Binde­mit­tel­system von CONICA zum Einsatz, das speziell für elas­ti­sche und dauer­haft bean­spruch­bare Outdoor-Beläge entwi­ckelt wurde. Die hoch­wer­tigen Poly­ure­than-Binder sorgen für eine zuver­läs­sige Verbin­dung der EPDM-Granu­late und tragen maßgeb­lich zur Lang­le­big­keit und Funk­ti­ons­fä­hig­keit der gesamten Fläche bei. Sie sind auf eine stabile Perfor­mance unter wech­selnden Witte­rungs­be­din­gungen ausge­legt und unter­stützen die Elas­ti­zität, Stoß­dämp­fung und struk­tu­relle Bestän­dig­keit des Belags.

In Balzers wurde ein Binde­mittel verwendet, das seine Eigen­schaften sowohl bei inten­siver sport­li­cher Nutzung als auch im Alltags­be­trieb zuver­lässig beibe­hält. Damit leistet es einen wich­tigen tech­ni­schen Beitrag zur Umset­zung des Projekts: Die frei gestal­tete Bewe­gungs­land­schaft sollte nicht nur optisch über­zeugen, sondern auch lang­fristig sicher, robust und pfle­ge­leicht bleiben.

Das einge­setzte CONICA-Binde­mit­tel­system trägt dazu bei, dass der Blaue Platz den viel­fäl­tigen Anfor­de­rungen eines offenen, inklu­siven und stark frequen­tierten Bewe­gungs­raums gerecht wird.

Projekt­daten

Planer

Planungs­büro Wegmüller
7250 Klos­ters
Schweiz

Bauherr

Gemeinde Balzers
FL 9496 Balzers
Liech­ten­stein

Nutzer

Gemein­de­schulen Balzers

Granu­late

GEZOLAN AG
Werk­strasse 30
6252 Dagmer­sellen
Schweiz

Binder

CONICA AG
Indus­trie­strasse 26
8207 Schaff­hausen
schweiz

Eröff­nung

2022

Adresse

Schul­haus Balzers
Schul­strasse 2
9496 Balzers
Liech­ten­stein

Fotos

Hitsch Photo­graphy
Planungs­büro Wegmüller

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Ostpark Bochum

Der Ostpark Bochm

Vor Arbeit ganz grau?

 

Ihr Name

„Du bist keine Schön­heit, vor Arbeit ganz grau.“

So beginnt „Bochum“, Herbert Gröne­meyers Liebes­er­klä­rung an seine Heimat­stadt. Der entste­hende Ostpark Bochum zeigt (ein weiteres Mal), wie sehr sich die Stadt seit dem Erscheinen dieser Hymne im Jahr 1984 verän­dert hat.

Und wie aus einem brach­lie­genden Tennen­platz eine attrak­tive Wasser­land­schaft wurde.

Der Ostpark Bochum

In den Bochumer Stadt­teilen Alten­bo­chum und Laer voll­zieht sich eine bemer­kens­werte städ­te­bau­liche Trans­for­ma­tion: Mit dem Ostpark Bochum entsteht auf 43 Hektar ein zukunfts­wei­sendes Wohn­quar­tier mit rund 1.300 neuen Wohn­ein­heiten. Das Beson­dere dabei: Die beiden Bereiche – das Quar­tier Feld­mark in Alten­bo­chum und das Quar­tier Havken­scheider Höhe in Laer – werden durch ein durch­dachtes System aus städ­ti­schem Grün, Wasser­flä­chen und zukunfts­fä­higen Entwäs­se­rungs­kon­zepten mitein­ander verbunden.

Das Rück­grat dieser Verbin­dung bildetn Wasser­läufe und Wasser­flä­chen mit angren­zenden Naherho­lungs­flä­chen. Diese grünen Korri­dore schaffen nicht nur attrak­tive Frei­zeit­an­ge­bote für die Bewohner, sondern erfüllen gleich­zeitig wich­tige ökolo­gi­sche und klima­ti­sche Funk­tionen. Beide Quar­tiere profi­tieren von dem groß­zü­gigen Anteil an Frei­flä­chen: Von der Gesamt­fläche von 43 Hektar entfallen nur 14 Hektar auf die reine Netto­b­au­fläche, während beein­dru­ckende 29 Hektar für Frei­flä­chen und grüne Infra­struktur vorge­sehen sind.

Ein zentraler Teil davon ist ein umge­wan­delter Tennen­platz in Laer.

Das Prinzip Schwamm­stadt

Ein zentraler Baustein des Projekts ist das Schwamm­stadt-Prinzip. Wie ein Schwamm nimmt „die Stadt“ dabei Regen­wasser auf, spei­chert es und gibt es bei Bedarf wieder ab. Konkret geschieht dies durch ein ausge­klü­geltes System aus Grün­flä­chen zur Reten­tion, Entwäs­se­rungs­sys­temen und Rück­hal­te­be­cken.

Der neue Land­schaftssee im Havken­scheider Park, auf dem ehema­ligen Tennen­platz des LFC Laer, ist sofort zu einem beliebten Ausflugs­ziel geworden. Der See mit einer angren­zenden Park­an­lage zwischen den beiden entste­henden Wohn­quar­tieren bietet nicht nur hohen Frei­zeit­wert, er ist auch ein zentrales Element des inno­va­tiven Regen­was­ser­ma­nage­ments im Ostpark Bochum.

Statt Regen­wasser schnell in die Kana­li­sa­tion abzu­leiten, wird es vor Ort gesam­melt, versi­ckert langsam oder verdunstet. Dies hat gleich mehrere Vorteile: Das System hilft bei Stark­regen, Über­schwem­mungen zu vermeiden, das gespei­cherte Wasser kann bei Trocken­heit die Vege­ta­tion versorgen und die Verduns­tung sorgt für ein ange­nehmes Mikro­klima.

Die Trans­for­ma­tion der Tenne

Ein beson­ders eindrucks­voller Teil dieser grünen Trans­for­ma­tion im Quar­tier Havken­scheider Höhe in Laer wurde bereits umge­setzt. Hier befand sich über Jahr­zehnte ein klas­si­scher, etwa 7.000 m² großer Tennen­platz, der haupt­säch­lich dem Vereins­fuß­ball diente und nur einem begrenzten Nutzer­kreis zur Verfü­gung stand. Der benach­barte Verein BFC Laer erhielt vor einigen Jahren einen Kunst­ra­sen­platz, so dass die Fläche des unbe­liebten und nicht mehr zeit­ge­mäßen Tennen­platzes nun „über“ war.

Die Planer erkannten das Poten­zial der Fläche für eine multi­funk­tio­nale Wasser­land­schaft. Nach dem Abtragen der alten Tennen­schicht und der Neupro­fi­lie­rung des Unter­grunds entstand eine orga­nisch geformte Wasser­fläche, die sich harmo­nisch in die umge­bende Land­schaft einfügt und den land­schaft­li­chen Höhe­punkt des Quar­tiers bildet.

Das Wasser wird durch ein ausge­klü­geltes System gespeist, das Regen­wasser aus dem gesamten Quar­tier sammelt und reinigt. Verschie­dene Wasser­tiefen schaffen unter­schied­liche ökolo­gi­sche Nischen für Amphi­bien, Wasser­vögel und aqua­ti­sche Pflanzen.

Platz für alle

Die Trans­for­ma­tion des Tennen­platzes in Laer als Teil des Ostparks Bochum steht exem­pla­risch für die inno­va­tive Verknüp­fung der beiden neuen Wohn­quar­tiere durch grüne Infra­struktur unter Einbe­zie­hung vorhan­dener, nicht mehr genutzter Flächen.

Die Umwand­lung bringt viel­fäl­tigen ökolo­gi­schen Nutzen. Sozial profi­tiert eine viel brei­tere Bevöl­ke­rungs­schicht: Während der Tennen­platz dem Fußball vorbe­halten war, steht die Wasser­land­schaft nun allen offen. Fami­lien entspannen an den Ufer­be­rei­chen, Kinder spielen und Jogger schätzen die hoch­at­trak­tive Route.

Die 29 Hektar Frei­flä­chen machen den Ostpark Bochum zu einem Vorzei­ge­pro­jekt für zukunfts­fä­hige Stadt­pla­nung in Deutsch­land: nach­haltig, klima­re­si­lient und sozial inklusiv.

Projekt­daten

Planer

BPR Inge­nieure GmbH & Co. KG
Müller-Breslau-Straße 28
D – 45130 Essen

Bauherr

Stadt Bochum
Tech­ni­sches Rathaus
Hans-Böckler-Straße 19
D – 44777 Bochum

Projekt­lei­tung

NRW.URBAN GmbH
Revier­straße 3
D – 44379 Dort­mund

Frei­an­lagen

Depen­b­rock Bau GmbH & Co. KG
Merca­tor­straße 131–133
D – 47051 Duis­burg

Adresse

Havken­scheid
Havken­scheider Straße
D – 44803 Bochum

Feld­mark
Feld­mark 1
D – 44803 Bochum

Fotos

Marco Stepniak/RDN
NRW.URBAN
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Text

Johannes Bühl­be­cker
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Eröff­nung

2025–2029

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Sport­garten am Ernst-Kuzorra-Platz

Sport­garten am Ernst-Kuzorra-Platz in Gelsen­kir­chen

Schalker Kreisel, reloaded

 

Scheidt­mann

Schalke-Nord kämpft mit struk­tu­rellen Heraus­for­de­rungen wie Arbeits­lo­sig­keit und städ­te­bau­li­chen Defi­ziten. Der Sport­garten am Ernst-Kuzorra-Platz ist daher weit mehr als eine Frei­zeit­ein­rich­tung, er ist ein zentraler Baustein der Stadt­er­neue­rung. Was bis vor kurzem eine Brach­fläche war, lädt jetzt auf 13.000 m² mit Tram­po­linen, Basket­ball, Teqball und mehr zum kosten­losen Sport ein – und das direkt neben der legen­dären Glückauf-Kampf­bahn.

Der Sport kann auch das.

Glückauf

Nach 16 Monaten Bauzeit wurde im Juli 2025 der neue Sport­garten am Ernst-Kuzorra-Platz in Gelsen­kir­chen-Schalke eröffnet. Mit 4,5 Millionen Euro Projekt­vo­lumen und 13.000 m² Fläche ist diese Anlage ein bedeu­tender Meilen­stein für den wahr­lich nicht privi­le­gierten Gelsen­kir­chener Stadt­teil Schalke-Nord.

Aus einer einge­zäunten Brach­fläche mit unstruk­tu­rierten Grün­flä­chen und Stell­plätzen entstand ein moderner Quar­tier­spark mit viel­fäl­tigen Sport- und Frei­zeit­an­ge­boten entstanden. Im Rahmen der Bauar­beiten wurden alte Trep­pen­an­lagen, Zaun­an­lagen, Wege­be­läge und Gehölze entfernt. Anschlie­ßend erfolgten umfang­reiche Erdar­beiten, der Einbau neuer Ober­bau­schichten aus Schotter und RC-Mate­rial sowie die Anlage verschie­dener Beläge — von wasser­ge­bun­denen Decken über Kunst­rasen bis hin zu Pflas­ter­flä­chen mit Rasen­fugen.

Der Sport­garten am Ernst-Kuzorra-Platz bietet nun viel­fäl­tige, frei zugäng­liche und kosten­lose Bewe­gungs- und Erho­lungs­mög­lich­keiten:

  • Tram­po­lin­an­lage und Motorik-Parcours
  • Soccer‑, Basket­ball- und Teqball­feld (Kombi­na­tion aus Tisch­tennis und Fußball)
  • Bould­er­wand und Kinder­spiel­platz
  • Multi­funk­ti­ons­flä­chen mit Trink­was­ser­brunnen für Veran­stal­tungen

Auffällig sind die Beton­steine in vier Grau­tönen auf einer Fläche von 800 m², die nach einem compu­ter­ge­nerierten “geplant zufäl­ligen” Muster verlegt wurden.

Die Stadt Gelsen­kir­chen entwi­ckelte das Projekt mit lokalen Akteuren. Von den 4,5 Millionen Euro Gesamt­kosten werden 3,6 Millionen Euro über Städ­te­bau­för­de­rung von Bund und Land finan­ziert, 900.000 Euro trägt die Stadt selbst.

Geschichte

Die benach­barte Glückauf-Kampf­bahn prägt die beson­dere Atmo­sphäre des Stand­orts. In den 1920er-Jahren auf einem Zechen­ge­lände in Eigen­ar­beit errichtet und 1928 eröffnet, war das Stadion bis 1973 die Heim­spiel­stätte des FC Schalke 04, der hier seine deut­schen Meis­ter­titel errang.

Nach dem Umzug des Vereins ins damals neue Park­sta­dion im Jahr 1973 verfiel die Anlage zuse­hends. Zur Fußball-WM 2006 wurde sie für Public Viewing und andere Events reno­viert, heute nutzt vor allem die grund­sym­pa­thi­sche Kreis­li­gist DJK Teutonia Schalke-Nord die ehrwür­digen Kata­komben und den Kunst­ra­sen­platz.

In Verbin­dung mit der Glückauf-Kampf­bahn fungiert der Sport­garten am Ernst-Kuzorra-Platz nun als ganz beson­derer Veran­stal­tungsort für Stadt­teil­feste und über­re­gio­nale Events. Die Lage an der “Schalker Meile” mit ihrer hohen Dichte an Vereins­his­torie macht ihn zu einem wich­tigen kultu­rellen Baustein.

Projekt und Ort verbinden Sport, Begeg­nung, Bewe­gung und Tradi­tion und stärken das Quar­tier Schalke-Nord nach­haltig.

Erneue­rung

Das Projekt folgt einem inte­grierten Stadt­ent­wick­lungs­an­satz: Sport- und Frei­zeit­an­ge­bote werden gezielt als Kata­ly­sator sozialer Inte­gra­tion einge­setzt. Der kosten­lose Zugang durch­bricht soziale Barrieren und schafft Begeg­nungs­räume und Ange­bote für Menschen unter­schied­lichster Herkunft. Die Verbin­dung zur Glcü­kauf-Kampf­bahn stärkt die Stadt­teil­iden­tität.

Schalke-Nord kämpft mit struk­tu­rellen Heraus­for­de­rungen wie Arbeits­lo­sig­keit, sozialen Problemen und städ­te­bau­li­chen Defi­ziten. Der Sport­garten am Ernst-Kuzorra-Platz ist daher weit mehr als eine Frei­zeit­ein­rich­tung, er ist ein zentraler Baustein des Stadt­er­neue­rungs­pro­zesses.

Sport kann auch das.

Projekt­daten

Planer

Ahner Land­schafts­ar­chi­tektur

Bau

Scheidt­mann GmbH

Bauherr

Stadt Gelsen­kir­chen
Referat Stadt­pla­nung

Unter­stützer

Stif­tung Schalker Markt
Gril­lo­straße 62
D – 45881 Gelsen­kir­chen

Adresse
Ernst-Kuzorra-Platz
D – 45881 Gelsen­kir­chen
Eröff­nung

2025

Fotos

Scheidt­mann GmbH
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Johannes Bühl­be­cker
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Spiel­platz im Rüstringer Stadt­park

Spiel­platz im Rüstringer Stadt­park, Wilhelms­haven

Kinder an die Macht!

 

DiE SPIELPLATZ-MACHER

70 Kinder durften über die Gestal­tung entscheiden, 22 Wochen wurde gebaut, 12 Meter hoch ist “Der Lange Hein­rich”: Der inklu­sive Spiel­platz im Rüstringer Stadt­park in Wilhelms­haven. Seit seiner Eröff­nung im Oktober 2024 ist er ein Magnet für Fami­lien aus Wilhelms­haven – und für Nordsee-Urlauber.

Betei­li­gung

Der Spiel­platz im Rüstringer Stadt­park liegt idyl­lisch einge­bettet im Rüstringer Stadt­park und wird von einer wald­ar­tigen Kulisse umrahmt, die eine beson­ders fami­li­en­freund­liche Atmo­sphäre schafft. Die zentrale Lage macht ihn sowohl für Einhei­mi­sche als auch für Nordsee-Urlauber zu einem beliebten Anlauf­punkt.

Bereits 1915 war diese Fläche für körper­liche Ertüch­ti­gung vorge­sehen – heute erfüllt sie diesen Zweck auf moderne und inklu­sive Weise. Die groß­zü­gigen Wiesen­flä­chen bieten zusätz­lich Raum für Ball­spiele, Pick­nicks und freies Toben.

Die Stadt Wilhelms­haven ging bei der Planung einen unge­wöhn­li­chen Weg und ließ 70 Kinder aus dem Stadt­ge­biet über die Gestal­tung ihres neuen Spiel­platzes entscheiden. Das Ergebnis wurde zur Grund­lage für das heutige Spiel­pa­ra­dies. So flossen nicht nur pädago­gi­sche Über­le­gungen, sondern vor allem die Wünsche der Kinder in die Planung ein.

Mitein­ander

Der Spiel­platz im Rüstringer Stadt­park wurde konse­quent barrierarm und inklusiv gestaltet, damit Kinder mit und ohne Einschrän­kungen hier gemeinsam spielen können. Im Klein­kind­be­reich gibt es spezi­elle Geräte für die Kleinsten sowie eine Wasser­matsch­an­lage für senso­ri­sche Erfah­rungen in geschützten Spiel­be­rei­chen. Ältere Kinder finden im sepa­raten Bereich einen Rutschen­turm als Haupt­at­trak­tion, viel­fäl­tige Klet­ter­ge­räte und heraus­for­dernde Bewe­gungs­an­ge­bote.

Zu den weiteren Attrak­tionen gehören ein groß­zü­giger Sand­spiel­be­reich für krea­tives Spielen, eine Doppel­schaukel, ein Tram­polin, eine Dreh­scheibe sowie eine beein­dru­ckende, 30 Meter lange Seil­bahn.

Alle Spiel­ge­räte entspre­chen der Sicher­heits­norm DIN EN 1176. Für den Komfort der Begleit­per­sonen wurden zahl­reiche Bänke und Tische instal­liert, die perfekte Plätze zum Beob­achten und Entspannen bieten.

Das Herz­stück des Spiel­platzes ist der impo­sante, 12 Meter hohe Spiel­turm „Der Lange Hein­rich”. Sein Name erin­nert an einen histo­ri­schen Entla­de­kran, der früher am Wilhelms­ha­vener Kai Schiffe löschte – heute „löscht” er die Aben­teu­er­lust der Kinder.

Team­work

Der Erfolg des Spiel­platzes im Rüstringer Stadt­park ist das Ergebnis der ausge­zeich­neten Zusam­men­ar­beit verschie­dener Partner. Die Tech­ni­schen Betriebe Wilhelms­haven über­nahmen als Auftrag­geber die Projekt­ko­or­di­na­tion und ‑umset­zung. Die süddeut­sche Firma Spiel­platz­ge­räte Maier als Gewinner des Gestal­tungs­wett­be­werbs entwi­ckelte und lieferte die inno­va­tiven Spiel­ge­räte und brachte ihre Exper­tise für inklu­sive Spiel­platz­kon­zepte ein.

Das Büro Neumann Gusen­burger war für die land­schafts­pla­ne­ri­sche Konzep­tion verant­wort­lich und sorgte für die harmo­ni­sche Inte­gra­tion des Spiel­platzes in die bestehende Park­land­schaft. DIE SPIELPLATZ-MACHER über­nahmen die fach­ge­rechte Montage der Spiel­ge­räte in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Garten- und Land­schafts­bauer Frie­de­mann Richter. Von den Kran­ar­beiten über den Gerä­te­aufbau bis zum Fein­schliff funk­tio­nierte die Koope­ra­tion aller Betei­ligten reibungslos – ein entschei­dender Faktor für den Projekt­er­folg.

Fazit

Seit seiner feier­li­chen Eröff­nung im Oktober 2024 entwi­ckelte sich der Spiel­platz im Rüstringer Stadt­park zu einem wahren Anzie­hungs­punkt. Der Spiel­platz lockt nicht nur Wilhelms­ha­vener Fami­lien an, sondern ist auch zu einem beliebten Stopp für Nordsee-Urlauber geworden. Die gelun­gene Mischung aus natur­naher Umge­bung, modernen Spiel­ge­räten und inklu­siver Gestal­tung macht ihn zu einem beson­deren Erlebnis für die ganze Familie.

Dieses Projekt ist ein tolles Beispiel dafür, wie Bürger­be­tei­li­gung, fach­liche Kompe­tenz und hand­werk­li­ches Können zu einem Ergebnis führen, das alle Betei­ligten begeis­tert.

Projekt­daten

Land­schafts­planer

Neuman Gusen­berger
Heerstr. 90
D – 14055 Berlin

Bauherr

Tech­ni­sche Betriebe Wilhelms­haven

Spiel­platz­ge­räte

Ernst Maier Spiel­platz­ge­räte GmbH
Wasser­burger Str. 70
83352 Alten­markt a. d. Alz

Bau

Die Spiel­platz-Macher GmbH
Pinne­berger Str. 66
D – 22457 Hamburg

Adresse
Rüstringer Stadt­park
D – 26386  Wilhelms­haven
Eröff­nung

2024

Fotos

DIE SPIELPLATZ-MACHER

Text

Johannes Bühl­be­cker
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