Pixeland

Pixel Pop

Pixeland in Mianyang

100architects

Was ist das?

Pixeland von 100architects vereint eine Reihe von poppigen Außenanlagen, vor allem Spielplätze für Kinder und Freizeitangebote für Erwachsene und Familien. Allen gemeinsam ist das Grundmodul von einem Pixel, das zu einer bunten Abfolge quadratischer Flächen führt.

Das im chinesischen Mianyang realisierte Projekt verfügt über eine Reihe von multifunktionalen „Pixel-Räumen“, die einen einzigartigen öffentlichen Raum schaffen. Mianyang (5,45 Millionen Einwohner) ist ein Zentrum der Elektronikindustrie im Nordwesten der Provinz Sichuan, da erscheint die Assoziation zu Pixeln sehr passend.

Die Architekten nennen Pixeland eine Verschönerung des öffentlichen Raumes (public space beautification), die durch die Kombination verschiedener Außenanlagen in einem einzigen Raum entsteht, z.B. durch Landschaftselemente, Spielflächen und -plätze für Kinder und Freizeitelemente für Erwachsene.

Architekt

100architects
Shanghai

Team: Marcial Jesús, Javier González, Stefanie Schramel, Marta Pinheiro, Lara Broglio, Mónica Páez, Keith Gong

Bauherr

Dongyuan Dichan

Fotos

Text

Johannes Bühlbecker
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Pixel

Pixeland wurde vom digitalen Konzept der Pixel inspiriert. Ein Pixel ist das kleinste unabhängige Sample eines Bildes mit seinen eigenen RGB- oder CMYK-Farbinformationen ist. Die Kombination mehrerer Pixel ergibt ein digitales Bild.

100architects übertrugen diese Idee auf die räumliche Organisation des Projekts, indem sie ihr Bild als einen multifunktionalen öffentlichen Raum schufen – und dies durch Hinzufügen und Kombinieren von kleineren, unabhängigen, funktionalen Pixeln. Während jedes der Pixel seine eigene Funktion und Charakteristik hat und als eigenständige Einheit gesehen und genutzt werden kann, führt die Kombination aller Elemente zu einem sehr auffälligen öffentlichen Raum: ein 1.500 Quadratmeter großer städtischer Platz, mitten in einem Wohngebiet von Mianyang.

Die meist verwendete Pixelgröße im Pixeland ist ein Quadrat von 5 x 5 m. Darauf lässt sich auch als Gruppe schon einiges anstellen. An den Grenzen der Fläche werden auch kleinere Pixel von 2,5 x 2,5 m und 1,25 x 1,25 m als modularer Ansatz genutzt. Sie dienen als Zugänge und als Übergang zwischen Pixeland, Fußgängerzone und Landschaft.

Adresse

Binjiang East Road
Youxian District
Mianyang City
CN-Sichuan Province

Luftbild

Ausstattung

Pixeland ist von Fußwegen umgeben. Den Übergang in den bunten Bereich schaffen kleinere, bepflanzte und sonst wie grün gestaltete quadratische Flächen.

Dann wird es wild – und bunt: Spielplätze, Sitzecken, Rutschen, Treppen, Klettergerüste,  Picknickplätze, Sonnenschirme, Spielinseln, Gemeinschaftsbänke, geneigte Rasenflächen und kleine Amphitheater schaffen ein mehr als abwechslungsreiches, angenehm irritierendes buntes Labyrinth.

Die Spielmöglichkeiten wirken alle verstreut, ihr Zentrum ist die Abfolge von Spiel- und Krabbelboxen auf dem höchsten Punkt des Geländes. Überhaupt bietet der karierte Platz mit seinen ansteigenden und abfallenden Ebenen eine animierende künstliche Topographie, die zum Zentrum hin ansteigt.

Eine Beautification halt.

Eröffnung

2019

Video

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Johannes Bühlbecker ist Architekt und hat unter anderem 15 Jahre lang für die Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen (IAKS) gearbeitet – als Redaktionsleiter der renommierten Fachzeitschrift „sb“, in der Organisation und Durchführung internationaler Architekturwettbewerbe mit IOC und IPC, im Messe- und Kongresswesen, als Leiter der „NRW Beratungsstelle Sportstätten“ und als Lehrbeauftragter an der Deutschen Sporthochschule Köln.

  • Dipl.-Ing. Architekt
  • Langjähriger Redaktionsleiter „sb“, Internationale Fachzeitschrift für die Architektur des Sports
  • Fortbildungen im Bereich Web-Design, Online-Marketing usw.
  • Internationale Architekturwettbewerbe mit IOC und  IPC
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  • Leiter der „NRW Beratungsstelle Sportstätten“
  • Lehrbeauftragter an der Deutschen Sporthochschule Köln
  • Planung des Preußen-Stadions in Münster (für großmann ingenieure, Göttingen)
  • Neuplanung eines Fußballstadions in Berlin-Köpenick
  • Zahlreiche Publikationen, u.a. „Vom runden Leder zur Seifenblase – Die Entwicklung des Fußballs und seiner Architektur“
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Kokkedal Climate Adaption

Klima gut, alles gut

Kokkedal Climate Adaption

Schønherr

Situation

Die dänische Stadt Kokkedal wurde in den Jahren 2007 und 2010 von sehr starken Regenfällen heimgesucht. Beide Male trat der angrenzende See Usserød über seine Ufer. Die Überschwemmungen verursachten schwere Schäden an vielen Häusern.

Diese kritischen Ereignisse motivierten die Gemeinde zu einer ungewöhnlichen Partnerschaft mit den betroffenen öffentlichen Wohnungsbauunternehmen, dem Kanalbauer und der für ihre außergewöhnlichen Projekte bekannten Danish Foundation Realdania. Gemeinsam beschlossen sie, das Quartier vor zukünftigen Überschwemmungen zu schützen und gleichzeitig attraktive neue städtische Räume zu schaffen.

„Kokkedal Climate Adaption“ ist das größte dänische Projekt seiner Art. Es besteht aus 35 Teilprojekten, die von den Landschaftsarchitekten Schønherr und dem Bauunternehmen Ramboll konzipiert und umgesetzt wurden.

Landschaftsarchitekt

Schønherr
Klosterport 4T, 1.sal
DK – 8000 Aarhus C

Bauunternehmer

Ramboll Group A/S
Hannemanns Allé 53
DK-2300 Copenhagen S

Eröffnung

2017

Klimaanpassung & soziale Integration

Kokkedal Climate Adaption erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 60 ha im Norden Seelands. Es umfasst ein grünes Flusstal, eine Schule, ein Pflegeheim, ein Sportzentrum, ein Einkaufszentrum und ein großes Wohngebiet. Rund 3.000 Menschen leben hier.

Die planerische Herausforderung bestand darin, klimagerechtes Bauen mit attraktiven Angeboten an das gewünschte urbane Leben zu verbinden. Die zersplitterten Stadtgebiete sollten verbunden, neue attraktive Treffpunkte geschaffen und die Natur den Bewohnern näher gebracht werden.

Es gibt viele Gründe, aus denen dieses Projekt etwas Besonderes ist. Klimagerechte Planung mit sozialer Integration zu verbinden, ist einer der besten: Die realisierten Schutzmaßnahmen gegen die Gefahr von Hochwasser bringen erheblichen sozialen und gesellschaftlichen Mehrwert.

Luftbild

Programm

Kokkedal Climate Adaption enthält einen umfangreichen Katalog an Lösungen für den Klimaschutz sowie für die Wasserführung und -haltung. Früher wurde das Regenwasser unterirdisch in Rohrleitungen versteckt, hier und heute wird die Regenwasserbewirtschaftung sichtbar gemacht und führt zu neuen Freizeitangeboten.

Zu den neuen Stadträumen gehören unter anderem der Marokkanische Garten, der Wassergarten, der Eisschollengarten und eine sehr schöne Holztreppe, die das Wohngebiet mit dem Flusstal verbindet.  Außerdem wurde ein neuer Platz eingerichtet: der „Wave Square“. Hier wird das Wasser bei starken Regenfällen gespeichert. Ist der Platz jedoch trocken, bietet er Platz für Sportarten wie Basketball, Skateboard und Parkour.

Feedback

12 + 3 =

Zum Mitmachen

„Kokkedal Climate Adaption hat unsere Nachbarschaft zweifellos verbessert“, sagt Anwohnerin Marianne Lundberg Andersen (62). „Ich sehe das besonders in den Wiesen, wo es inzwischen viel mehr Leben gibt. Man trifft hier jetzt viele Menschen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Sie kommen zusammen und grillen, wenn das Wetter es zulässt, oder feiern Geburtstage. Oder beides. In unseren Seen gibt es eine großartige Tierwelt, in der Sie Fische wie Salamander oder Aale fangen können. Schulkinder treiben hier Sport, laufen und fischen – und Menschen in meinem Alter haben angefangen, das Gleiche zu tun.“

Das Projekt Kokkedal Climate Adaption hat dazu beigetragen, dass sich die Menschen sicherer fühlen. Die neuen Räume werden weitläufig genutzt, schwere Überschwemmungen sind Vergangenheit. Niemand will mehr wegziehen.

Im November 2017 erhielt das Projekt den DANVA und den Realdania Climate Award für die Schaffung eines Projekts, das als Inspiration für alle zukünftigen klimagerechten Projekte taugt.

Fotos

Carsten Ingemann
Leif Tuxen
Thøger Sørensen
Ulrik Kuggas

Text

Johannes Bühlbecker
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Video

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Stylemaker

Dreams are my reality

Bodenbilder aus Granulat

Melos GmbH

Der große Preis von Westerhausen

Melle im März 2019: Spannung liegt in der Luft, denn der große Preis von Westerhausen steht an. Die jungen Rennfahrer sind startklar, die Motoren heulen auf, und los geht die wilde Fahrt. Junge Bobbycar-Piloten flitzen wie der Blitz über die Geraden und erlernen gleichzeitig die Bedeutung von Ampeln und Verkehrsschildern.

Schauplatz des Spektakels ist der Melos Kart-Parkour – das ist der bisher ungenutzte Hinterhof der KiTa Westerhausen. Westerhausen ist ein Ortsteil der Stadt Melle (46.000 Einwohner) im Landkreis Osnabrück. Der im März 2019 eröffnete Bobbycar-Parkour mit Mario Kart-ähnlichen Motiven, Verkehrssymbolen und Rennstreckencharakter sorgt für großen Spaß, Bewegung und erste Berührungspunkte mit den Straßenverkehrsregeln.

Ausstattung

Melos GmbH
Bismarckstrasse 4-10
D-49324 Melle

Stylemaker®

Stylemaker®

Entwickelt wurde das sehr schnell sehr populäre Projekt mit dem Stylemaker®. Diese von Melos entwickelte App ermöglicht individuelle Bodengestaltungen. Einfach und intuitiv kann man Motive und Designs für die Bodengestaltung auswählen und bestellen. Das macht den Stylemaker® zu einer großen Hilfe bei der Planung von Spielplätzen, Kindergärten oder anderen Hinguckern wie zum Beispiel den Eingangsbereichen von Sportplätzen, Sporthallen oder Büros.

Aus verschiedenen Themenwelten wie „Galaxy“, „Sea Life“ oder eben „Bobbycar Track“ und Dutzenden verschiedener Motive von Tierbild, Bodenspiel, Zahlen bis zu Verkehrssymbolen kann jeder sein ganz eigenes Design entwickeln. Die ausgewählten Motive können bis zu 150 x 150 cm groß sein, 24 Farben sind möglich.

Video

Stylemaker® Individual

Melos bietet zusätzlich die Möglichkeit, Vereins- oder Unternehmenslogos, Familienwappen, Schriftzüge oder ähnliche individuellen Objekte in die Bodengestaltung einzubringen.

Dazu genügt es schon, den Spezialisten von Melos seine eigenen Skizzen, Fotos oder Ideen abfotografiert oder eingescannt zuzuschicken. Ausgestaltung, Konturen, Farbwahl und Feinheiten entstehen dann in enger Abstimmung miteinander.

Schließlich wird der fertige Entwurf zu einem Bodenbild aus hochwertigen Granulaten; eine individuelle, originelle und repräsentative Lösung für Sportvereine, Schulen, Kitas und Firmen sein.

Eröffnung

2018/19

Fotos

Melos

Text

Melos

30 Quadratmeter Weltraum

Ein neuer Fallschutz an der Kletterwand des Gymnasiums Harsewinkel sichert seit Ende 2018 auch die wagemutigsten Kletterer ab. Dieser Fallschutz ist das Ergebnis einer besonderen Zusammenarbeit und bietet ein sehr besonderes Design.

Der Projektkurs „Digitales Design“ der Jahrgangsstufe 11 als Designer sowie Melos und Firmentochter Teu2tec aus Gütersloh sind die Projektverantwortlichen. Von den Schülern stammen Konzept und Entwurf. Melos produzierte das farbige Kunststoffgranulat und Teu2tec gestaltete aus diesem Granulat mit Hilfe von 3D-Druck und 3D-Design hochwertige Bildmotive für den Fallschutzbelag.

Die etwa 30 Quadratmeter große dunkelblaue Fläche zieren bunte Motive aus dem Themenbereich Raumfahrt und Weltall: ein Astronaut, ein Ufo, eine Rakete, ein Atom und Sterne.

Die Zusammenarbeit verlief ausgesprochen harmonisch, das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Eine weitere Zusammenarbeit dieses Erfolgsteams ist bereits beschlossen.

Video

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Cool Cool Seaside

Massage für die Stadt

Cool Cool Seaside in Kaohsiung

von Atelier Let’s

Überraschung

Cool Cool Seaside ist ein überraschendes Sport- und Freizeitangebot ganz in der Nähe der Docks der taiwanesischen Millionenstadt Kaohsiung. Es besteht aus zwei Basketballcourts und einem Pavillon aus drei umgebauten Schiffscontainern.

Das Projekt ist das Ergebnis einer vom Planungsamt der Stadt Kaohsiung beauftragten Revitalisierung einer Hinterhofsituation, die das ortsansässige „Atelier Let’s“ geplant und umgesetzt hat.

Architekt

Atelier Let`s
Ta-Chi Ku, Zon Chen, Cheng-Han Chiu

Bauherr

Urban Development Bureau
Kaohsiung City Government

Gushan Ferry Pier

Kaohsiung ist mit 2,77 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Taiwans. Der Gushan Ferry Pier verbindet die Stadt mit der auch touristisch bedeutsamen Insel Cijin. Rund um die Fährstation liegen Geschäfte und Restaurants.

Alles wirkt großstädtisch und geschäftig. Und mittendrin, zwischen einer belebten Straße und dem Pier, liegt die kleine Oase Cool Cool Seaside. Eingefasst von Lagerschuppen und Geschäften für Haushaltswaren finden sich zwei Basketballcourts, die durch einen eigenwillig gestalteten Aufenthaltsbereich voneinander getrennt werden.

Adresse

Gushan Ferry Pier Station
804, Gushan District
Kaohsiung
Taiwan

Luftbild

Geschichte

Früher fuhr hier auch die Eisenbahn. Im Zuge der Stadtentwicklung änderte sich das jedoch und im verwaisten Gleisbett entstand ein kleiner Park, der allerdings nicht gepflegt wurde und in Vergessenheit geriet. Das Gelände wurde immer mehr zwischen Wohn- und Geschäftshäusern, Lagern und Fabriken eingeklemmt, ohne genutzt zu werden.

Hier befanden sich bereits zwei Basketballplätze und ein Aufenthaltsbereich mit Betonbänken – allerdings ebenfalls stark vernachlässigt und demzufolge kaum noch genutzt. Das Atelier Let’s wurde damit beauftragt, der Freizeitanlage eine neue Struktur zu geben und diese für Anwohner und Touristen gleichermaßen einladend zu gestalten.

Fotos

Text

Johannes Bühlbecker
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Container

Angesichts des begrenzten Budgets war es sinnvoll, so weit wie möglich auf vorhandene Materialien zurückzugreifen. Daher wurden die vorgefundenen Sitzflächen aus Stahlbeton zum Fundament des Vordachs. Das ersparte Materialkosten und den gesamten Aushub.

Cool Cool Seaside besteht aus drei hintereinander stehenden Containern, die durch Stahlstützen um Geschosshöhe aufgeständert wurden. Die Seitenteile wurden nach außen heruntergeklappt und bilden nun die Vordächer des Aufenthaltsbereichs.

Die drei Schiffscontainer sollen auf die Vergangenheit des Standortes als kolonialer japanischer Railyard verweisen. Sie wurden demontiert und auf ihre Stahlskelette zurückgebaut, bevor sie verstärkt, neu lackiert und wieder aufgebaut wurden.

Feedback

15 + 10 =

Gestaltung

Dünne Stahlseile tragen die Seitenteile der Container, die an beiden schmalen Enden auskragen und an den längeren Kanten von schlanken Säulen getragen werden.

Der gesamte Aufenthaltsbereich wurde leicht erhöht und mit einem Kiefernholzboden versehen. Das schafft eine gestalterische wie haptische Abgrenzung zu den Spielfeldern und den umliegenden Höfen und vermittelt „ein Gefühl der Entspannung“. Und diese Entspannung passt sehr gut zur Intention der Planer, die das Projekt als „massage for the city“ verstehen.

Für die wohltuend milde farbliche Gestaltung wurde Bamboo Yang, ein Mitglied der sehr populären lokalen Straßenkunstgruppe Wallriors, gewonnen.

Eröffnung

2017

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Tempel

Eine Sichtachse zum nahegelegenen Wen-Long-Tempel führt quer durch die Anlage. Die Gestaltung der Container und Vordächer nimmt darauf Rücksicht: Die Sicht in Richtung Tempel wird nicht behindert und die Höhe der Cool Cool Seaside bleibt unter der des Tempels.

Die Cool Cool Seaside war der typische Hinterhof einer Geschäftsstraße in einer Hafengegend. Nun kann man hier wieder Sport treiben und sich großstädtisch entspannen – zum Beispiel bei einem (mitgebrachten) Eis in subtropischem Klima und im Schatten der Vordächer die „Müdigkeit des Alltags“ abbauen, wie die Planer das nennen.

Wirklich eine Massage, nicht nur für die Stadt.

Farbliche Gestaltung

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SJCC Glamping Resort

Camping mit Glamour

Das SJCC Glamping Resort

Atelier Chang

Glamping

Der Begriff Glamping ist ein Kofferwort aus dem englischen „glamourous camping“. Es bezeichnet eine auf Luxus ausgerichtete Form des Campings. Die Ausstattung von Wohnwagen und Zelten sowie der angebotene Service sind dabei sehr hochwertig und sollen den Luxus-Ansprüchen einer zahlungskräftigen Zielgruppe entsprechen. Der Trend stammt aus den USA und Großbritannien.

In Südkorea eröffnete im Sommer 2018 ein Resort, dass dieses Konzept konsequent umsetzt. Das SJCC Glamping Resort bietet seinen Gästen pure Natur in Kombination mit komfortablen, architektonisch gestalteten Wohneinheiten, die um eine Gemeinschaftsanlage herum angeordnet sind.

Das neue, minimalistische Luxusresort – angrenzend an den Seungju Country Club in Suncheon – besteht aus sechzehn bunten Wohneinheiten mit angeschlossener Rezeption und Restaurant. Jede Einheit bietet seinen Gästen ca. 50 m² Wohnfläche mit zwei Schlafzimmern, Küche und Bad – alles aus Elementen von Zelt und Bungalow, alles über große Terrassen in direktem Kontakt mit der Außenwelt.

Lage

Das SJCC Glamping Resort liegt rund 300 Kilometer südlich von Seoul inmitten üppiger Zypressenwälder und bietet einen weiten Blick über die koreanische Meeresenge. Entwurf und Gestaltung von Atelier Chang (London) beziehen sich auf die dramatische Topographie des Ortes und auf natürliche Elemente wie Kieselsteine und Glühwürmchen. Das Resort bietet seinen Gästen eine direkte und lebendige Verbindung mit der reichlich vorhandenen Natur.

Die sorgfältige Ausrichtung der Anlage stellt sicher, dass jede Einheit gut von den umliegenden Einheiten abgeschirmt ist. Gleichzeitig bietet sich allen Gästen aus allen Einheiten der wunderbare Blick auf die Suncheon Ecological Bay. Nachts, wenn im Inneren das Licht „an“ ist, scheinen die Wohneinheiten ein bunter und lebhafter Teil des Waldes zu sein.

Typologie

Das Atelier Chang bringt einen innovativen Ansatz auch in die Konstruktion der Wohneinheiten ein: Leichte Stahlrahmen wurden mit isoliertem, zeltartigem Gewebe überzogen und bilden hochbelastbare Konstruktionen, die den erheblichen jährlichen klimatischen Unterschieden der Region standhalten.

Das Resort umfasst drei Haupttypen von Wohneinheiten: „Mountain“, „Cutent“ und „Firefly“. Jeder Typ bietet einen eigenen Grundriss und eine individuelle Farbgebung.

Das markante Gemeinschaftsgebäude mit Restaurant bildet den Mittelpunkt des Resorts. Das Restaurant und die Aussichtsterrasse werden durch elegant und geometrisch angeordnete weißen Stahllamellen geschützt, die den Sonneneinfall mindern.

Konstruktion

Zu den wichtigsten Merkmalen des Projekts gehören:

  • Die leichte Stahlkonstruktion, bezogen mit einem maßgeschneiderten Gewebe des französischen Herstellers Serge Ferari. Das Material ist witterungs- und feuerbeständig und passt sich der Form jeder einzelnen Einheit an.

  • Die Verglasungselemente bestehen aus doppelschichtigem Polycarbonat. Das schützt die Privatsphäre der Gäste. Bei Bedarf kann auch Glas verwendet werden.

  • Die Anlage ist technisch voll ausgestattet, inklusive der Nutzung natürlicher Ressourcen wie z.B. Regenwasser.

  • Die Fundamente bestehen aus Betonpfeilern mit aufgehenden Stahlstützen.

Das SJCC Glamping Resort benötigte drei Jahre für Planung und Bau. Heraus gekommen ist ein architektonisch spektakuläres Resort für eine wachsende Zielgruppe – in einer Konstruktion, die bis ins Detail ausgefeilt ist und den durchaus anspruchsvollen äußeren Bedingungen (-20 bis +40° Celsius) stand hält. Das Warten hat sich gelohnt.

PROJEKTDATEN

Architekt

Atelier Chang Ltd
Soohyun Chang, Carole Froidevaux, Jinman Choi, Ilia Varvaroussi

Bauherr

POSTMATE / POSCO (SJCC Glamping)

Budget

1.560.000 €

Standort

492-2 Songhak-ri
Byeollyang-myeon
Suncheon
Jeollanam-do
Südkorea

Luftbild

Danke, Google!

Eröffnung

2018

Autor

Johannes Bühlbecker
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Fotos

Kyungsub Shin

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Interview mit Ralf Maier

Was das Herz berührt

Ein Gespräch mit Ralf Maier

Ralf Maier, Landschaftsarchitekt aus Köln, gestaltet Skatebahnen für soziale Projekte in der ganzen Welt. Warum Mädchen in Afghanistan auf Brettern, aber nicht auf dem Fahrrad fahren dürfen, wie man Handwerker für Afrika über Instagram findet und warum er vielleicht bald olympisch tätig sein könnte. Ein Gespräch über Integrationsarbeit auf ungewöhnlichem Terrain, geführt von Marcus Meyer (DOSB).

Herr Maier, Sie planen Skatebahnen, sind weltweit als Experte gefragt. Eine recht ausgefallene Tätigkeit für einen Landschaftsarchitekten. Das ist weniger exotisch, als Sie denken. In Deutschland gehört die Konzeption von Sportanlagen zur Aufgabe eines Landschaftsarchitekten; Sportplatz-, Landschafts- und Außenanlagenbau haben ähnliche Richtlinien. Die meisten Kollegen gestalten aber eher Spiel- und Freizeitanlagen auf Schulhöfen und in Kindertagesstätten, kümmern sich um Uferbegrünung und städtische Plätze.  

Wie sind Sie bei den Skateboardern gelandet? Ich komme aus dem BMX-Sport. Beide Sportarten, Skateboard- wie BMX-Fahren, fristeten in meiner Jugend ein Nischendasein in den Randbezirken der Städte, auf ziemlich langweiligen Bahnen. Der Grund: Die Rampen stammten von Spielgeräteherstellern. Und deren Normen sind weit strenger als jene für Sportplätze. Ich wollte es besser machen.

Sie haben eine Reihe von Skatebahnen in Afrika, Indien und Afghanistan in den Sand gesetzt. Wie kam es zu diesen Projekten? Den Ausschlag hat Titus Dittmann gegeben, der ja so eine Art Ahnenvater dieses Sports in Deutschland ist. Er war Anfang der 1980er-Jahre der größte Importeur von Skateboards und der dazugehörigen Schutzkleidung, die BMX-Fahrer ebenfalls benutzt haben. Titus hat uns damals ausgerüstet und gesponsert. Seitdem ist der Kontakt zu ihm nicht abgerissen. Irgendwann hat er mich angerufen und erzählt, dass er mit seiner Stiftung skate-aid einen Skatepark in Afghanistan bauen will. Sein Plan: Betonfertigteile aus Deutschland erst per Schiff, dann per Lkw 1.000 Kilometer durchs Land zu transportieren. Viel zu umständlich, habe ich gesagt, das klappt nicht. Solche Projekte muss man in Ortsbauweise umsetzen, mit Materialien aus der Umgebung.  

Und die Kinder in Ihre Planungen miteinbeziehen… Nur in Deutschland. Im Ausland geht das nicht, weil die Kinder meistens keine Ahnung von der Sportart haben. In Namibia haben wir die Anlage zudem für Kinder gebaut, die blind und taub sind. Wir planen aber generell so, dass jeder die Anlage seinen Fähigkeiten entsprechend nutzen kann, nicht so, als würden die Kinder bereits zehn Jahre auf dem Board stehen. Wenn sie wollen, können sie da auch nur rauf- und runterlaufen. Im Prinzip funktioniert die Anlage wie ein Sportplatz.

Ist der Auftrag mit dem Bau erledigt? Wer kümmert sich um die Nachhaltigkeit der Projekte? Dafür sorgen die Stiftungen. Es kommt aber öfter vor, dass Projektbetreuer nach kurzer Zeit den Ort verlassen. Jemand Neuen zu finden, ist nicht leicht. Außerdem erleben wir, wie versucht wird, Projekte für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. In Tansania etwa liegt die Skatebahn auf einem Kirchengelände. Irgendwann verlangte der Pfarrer, dass die Kinder vorm Spielen beten sollten. Das ist gegen unsere Prinzipien: Der Sport soll ohne Vorbedingungen und für alle Kinder möglich sein. Wir durchlaufen viele Lernprozesse: In Afghanistan haben wir den Kindern anfangs die Boards mit nach Hause gegeben, die wurden ihnen dann unterwegs von älteren Jugendlichen abgenommen. Nun werden die Bretter eingesammelt und nur zum Training rausgegeben.      

Was braucht es, um einen Park wie in Namibia zu bauen? Man benötigt Leute vor Ort, die das Projekt unterstützen, die die Netzwerke und Baupreise kennen. Unsere Erfahrung ist: Wenn man keine ansässigen Helfer findet, zahlt man schnell den drei- bis vierfachen Preis für die Materialien. In Namibia hat uns ein deutscher Verein geholfen, in Ruanda jemand vom SOS-Kinderdorf, das die Initiative auch angeschoben hatte.  

Und wie lösen Sie das handwerklich? Mit Spezialisten. Um die Oberfläche einer Skatebahn optimal herzurichten, sind mehrere Facharbeiter nötig, Könner an der Handkelle. Das ist absolute Feinarbeit, eigentlich mehr Kunst als Handwerk. Und die Leute müssen mit den klimatischen und kulturellen Bedingungen in den jeweiligen Ländern zurechtkommen, außerdem vertrauenswürdig und zuverlässig sein. Bei Letzterem haben wir schon negative Erfahrungen gemacht.  

Klingt nach einer schwierigen Suche. Wo findet man die richtigen Mitarbeiter für solche Projekte? Die Kontaktaufnahme läuft komplett über die sozialen Netzwerke. Mein Facebook- und Instagram-Account haben eine gute Reichweite. Wenn ich von unseren Projekten berichte, melden sich sofort Leute, die Lust haben mitzumachen. Die kommen überwiegend aus Europa, manche auch aus anderen Teilen der Welt. Beim letzten Skatepark in Bethlehem gehörten ein Engländer, ein Amerikaner, ein Deutscher, ein Syrer und ein Palästinenser zum Team.

Was treibt diese Menschen an? Wir realisieren die Projekte in den Wintermonaten, Januar bis März. Eine Zeit, in der Handwerker auf der nördlichen Halbkugel normalerweise weniger zu tun haben. Was sie lockt, würde ich als Mischung aus Abenteuerlust und Sozialengagement bezeichnen. Die haben einfach Spaß, dabei zu helfen, und sind deshalb bereit, für weniger Geld zu arbeiten. Wir bauen die Parks in der Regel für 30.000 bis 40.000 Euro. In Deutschland müssen sie mit dem vierfachen Preis kalkulieren.  

Ist ihre Arbeit im Preis enthalten? Die Projekte sind alle über Stiftungen finanziert und können nur mit sozialem Engagement umgesetzt werden. Wir planen die Bahnen ehrenamtlich, sind dafür bei der Umsetzung nicht dabei. Vier oder sechs Wochen unbezahlt in der Welt unterwegs zu sein, könnten wir uns nicht leisten. Zum Teil nehmen sich meine Mitarbeiter aber Urlaub, oder die Werkstudenten nutzen ihre Semesterferien, um vor Ort zu unterstützen. Ich selbst war vor ein paar Monaten in Namibia bei der Fertigstellung eines Skateparks dabei.

Was ist Ihre Motivation? Um das anfängliche Beispiel aufzugreifen: In Namibia haben wir mit drei Schulen zusammengearbeitet, eine für taube, eine für sehbehinderte und die dritte für körperlich gehandicapte Kinder. Es ist unbeschreiblich, wie sehr sich diese Kinder über die Skatebahn gefreut haben. Der Abschied war so emotional, da standen allen die Tränen in den Augen. Skaten hilft Kindern, Selbstvertrauen aufzubauen, Anerkennung zu bekommen, was viele von ihnen nicht gewohnt sind. Ich suche mit dem Engagement auch einen Ausgleich zum normalen Geschäft. Ich möchte etwas tun, was das Herz berührt.    

Vermutlich zahlt sich Ihr Engagement trotzdem aus. Natürlich sind das Referenzprojekte: kein Geld, dafür Image. Wir heben uns von Mitbewerbern ab, werden bekannter und das zieht neue Aufträge nach sich. Man lernt zudem eine Menge durch die Projekte in fremden Ländern und Kulturen. International zu bauen, das macht sonst kein Landschaftsarchitekturbüro in Deutschland. 95 Prozent unserer Aufträge sind mittlerweile Skateparks – an der Ostsee, im Schwarzwald oder in Bayern.

Ab 2020 ist Skateboardfahren olympisch. Hat sich Ihr Know-how bis zum IOC rumgesprochen? Vielleicht, in Köln sitzt immerhin die IAKS (Internationale Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen, Anm. d. Redaktion). Die wird vom IOC gefördert und vergibt alle zwei Jahre einen Award für vorbildliche Sportstätten. Wir sind dreimal gekürt worden, für die Projekte in Bethlehem, Tansania und Afghanistan. Insofern könnte das IOC uns kennen (lacht). Aber ganz ehrlich: Skateboarden ist so ein kleiner Programmpunkt bei Olympia und wer baut sich heutzutage noch einen Olympiapark in die Stadt?

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Guerilla-Marketing: das Umbrella Sky Project in Águeda

Mary Poppins

Inspiriert von der jungen Nanny Mary Poppins, die mit ihrem Regenschirm vom Himmel steigt, erschien das Umbrella Sky Project erstmals im Jahr 2011 im Rahmen des jährlichen Kunstfestivals in der portugiesischen Stadt Águeda. Jeden Sommer beglücken die Designer von Sextafeira seitdem eine Handvoll der engen Straßen der Stadt mit bunten Regenschirmen, die den Passanten Schatten spenden. An den Dächern befestigt und mit Seilen verbunden werfen Hunderte dieser Schirme einen kreativen und kostengünstigen Schatten auf die auserwählten Straßen Águedas.

Vor allem aber bildet das Meer der Schirme ein einzigartiges Farbspektakel, das sowohl Stadt als auch Designer sehr schnell berühmt machte. Inzwischen wurde des Projekt weltweit exportiert.

Guerilla-Marketing

Das Umbrella Sky Project besteht neben den Schirmen aus bunten künstlerischen Installationen, die über Águeda verstreut sind. Der Himmel  aus im Winde wehenden Regenschirmen ist allerdings das wirklich starke Element des Projekts, das es weltweit bekannt gemacht hat.

Sextafeira gründeten sich im Jahr 2004 „mit dem Willen, eine einzigartige Position in der heutigen, von Kommunikation durchdrungenen Gesellschaft einzunehmen. Wir nutzen Guerilla-Marketing, um die Herzen und Köpfe unserer Kunden zu erreichen.“ Haupttaktik ist der Einsatz ungewöhnlicher Mittel und Aktionen unter dem Motto „keine Flyer, keine Banner, keine Welpen“.

Jedes Jahr wird ein anderes Thema gewählt, an dem die Installationen und Dekorationen in Águeda ausgerichtet werden.

Farbe ins Spiel

Das Ziel der Designer ist es, Farbe ins Leben, in die Grauzonen der Stadt zu bringen – und Touristen und vorbeikommenden Bewohnern ein Lächeln zu entlocken. Eine einfache Idee, die Leben, Farbe, ein anderes Licht und sogar Schutz in den öffentlichen Raum bringt – mit einem enormen Wiedererkennungswert für die Stadt Águeda.

Das Meer der Regenschirme bringt Farbe in die engen Gassen. Während sie in der Luft magisch zu schweben scheinen, werden die Schirme tatsächlich von einer Schnur gehalten. Die leuchtende Idee zieht nicht nur Aufmerksamkeit auf sich, sondern verschönert auch den Alltag. Daher wird das Umbrella Sky Project von Touristen und Einheimischen gleichermaßen geliebt.

Wie Weihnachten

Das Umbrella Sky Project ist sehr schnell zu einer festen Institution geworden, zu einem wiederkehrenden Fest, auf das sich alle freuen.

Die Designer Sextafeira starteten Ableger in anderen Städten wie Lissabon, wo sie bunte Luftballons über städtische Gassen hängten. Bunte Schirme hingen bereits in vielen Ländern Europas, aber auch in den USA.

Das Projekt kostet nicht viel Geld und fördert Handel, Gewerbe und die Region selbst, sagen die Designer. Recht haben sie.

Projektdaten

Designer

SEXTAFEIRA
Jardim Conde Sucena, Águeda
PT  3754-130 Águada

Bauherr

Stadt Águeda

Eröffnung

Jedes Jahr aufs Neue

Autor

Sextafeira Produções

Johannes Bühlbecker,
More Sports Media

Standort

R. Luís de Camões 111
PT – 3750-101 Águeda

Luftbild

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Bilder

Installationen

Videos

La Doce

Was Großes

La Doce in Mexiko-Stadt

Fußballl

„La Doce“ ist nicht nur ein Sportplatzbau in einer schwierigen Gegend. La Doce ist ein kollaboratives Projekt in Mexiko-Stadt, das auf zwei Säulen ruht: einem Netzwerk und dem Wunsch nach Veränderung. Veränderung meint in diesem Zusammenhang die Entwicklung qualitativ hochwertiger öffentlicher Räume in vernachlässigten städtischen Gebieten, und dies weltweit.

Der Fußball hat die Kraft, solche Veränderungen anzuschieben: Es ist die weltweit populärste Sportart, hat die meisten „Follower“ und bewegt emotional wie wirtschaftlich. So sehr, dass er sogar als Motor der Stadtentwicklung taugt – La Doce ist dafür ein weiteres schönes Beispiel.

Teilnahme

Beim Fußball und bei La Doce geht es ums Teilnehmen, um das Dabeisein. Wir können mitspielen oder zuschauen – und wir beobachten, dass es jenseits des Spiels diese enorme soziale Komponente gibt. La Doce ist der Rahmen für ein „Hobby“, das es uns ermöglicht, zu kommunizieren und uns zu vernetzen – ein Ereignis, das die sozialen Schichten nicht trennt, sondern verbindet. Mannschaftssport halt.

love.fútbol

Dieses „Manifest“ ist die Grundlage, auf der das Netzwerk aktiv wird. „love.fútbol“ ist eine Non-Profit-Organisation, die in Marokko entstand und inzwischen Dutzende von Projekten in Lateinamerika, Asien und Afrika realisiert hat. Allen Projekten gemeinsam sind ihre Ziele: freier Zugang, Betrieb und Pflege durch die Gemeinde sowie Raum zum Wachsen.

love.fútbol will die Gemeinden mobilisieren und dazu verpflichten, ihre eigenen Fußballfelder als nachhaltige Plattformen für den sozialen Wandel zu planen, zu bauen und eben auch zu betreiben. Durch die Verwaltung und das Sponsoring verschiedener Einrichtungen fördert und verwirklicht love.fútbol die Sanierung und Wiederherstellung von brachliegenden Sportplätzen in vernachlässigten städtischen Gebieten weltweit und baut qualitativ hochwertige öffentliche Räume.

Projektdaten

Architekt

All Arquitectura 

Team: Josemaria Quintanilla, Rodrigo Guardado, Salvador Guardado, Alejandro Guardado, Eduardo Ugalde & Judith Valerio

Fotograf

Luftbilder: © Zaickz Moz
Sonstige Bilder: © Marcos Betanzos 

Autor

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

All Arquitectura 

Eröffnung

2018

La Mannschaft

love.fútbol ist der Promotor, das junge Architekturbüro All Arquitectura aus Mexiko-Stadt der Gestalter. Mit diesem Team, und mit der Unterstützung des englischen Premier-League-Clubs Manchester City, startete das Projekt. Die Integration lokaler Partner ist für die Arbeit von love.fútbol von großer Bedeutung, also wurde die Bürgerinitiative Natlik als Ansprechpartner vor Ort „engagiert“.

Standort

Das Projekt befindet sich in der Gemeinde Valle de Chalco, am östlichen Rand der mexikanischen Hauptstadt. Die Gegend ist durch den Zuzug vieler indigener Gruppen aus allen Landesteilen dramatisch angewachsen – soziale und gesellschaftliche Angebote fehlen. Das Ergebnis sind eine geringe soziale Identität und eine hohe Kriminalitätsrate.

La Doce ist die koordinierte Anstrengung von Designern, Architekten, Künstlern, Organisationen und Nachbarn, die diese Missstände durch Gemeinsamkeit, Verantwortung und Fußball ändern will – und geändert hat.

Projekt

Das Projekt besteht aus zwei Bereichen: dem Spielfeld und dem Drumherum. Das Spielfeld misst 15 x 25 Meter und ist dank der Tore und Körbe für Fußball, Basketball und andere Aktivitäten nutzbar. Es wurde ganz nah an die Grundstücksgrenzen heran gebaut, so dass viele Platz für anderes bleibt.

Das Grundstück schafft für Fußgänger eine Verbindung zwischen den angrenzenden Straßen im Norden und Süden. Im Süden wird die Anlage über eine Freifläche erschlossen, die unter anderem Sandsäcke für das Boxtraining zu bieten hat. Zwischen Vorplatz und Spielfeld liegt ein offener Pavillon, der unter einem großen Dach mehrere Funktionen integriert: ein kleines Büro, ein Lager, Toiletten und eine Werkstatt. Eine betonierte Fläche im Westen des Spielfelds fasst einige Zuschauerplätze und eine Bühne für Begegnungen und Aufführungen – nach Wunsch der Planer zum Beispiel für künstlerische Präsentationen der vielen ethnischen Ursprünge, die das Valle de Chalco ausmachen. Auf dem Nachbargrundstück befinden sich eine verlassene Bibliothek und ungenutzte Flächen, die in einer zukünftigen Phase in das Projekt integriert werden können und sollen.

Zeichen

Auffällig und aufmerksamkeitsstark ist vor allem die farbliche Gestaltung des Spielfelds. Dieser hohe Wiedererkennungswert schafft Identifikation, schützt (hoffentlich) vor Vandalismus und sensibilisiert Sponsoren und Öffentlichkeit.

Das alles können Sport und Architektur schaffen, wenn sie von einem tatkräftigem Netzwerk getragen werden.

Bilder

Videos

Carpa Olivera

Rutsche und Meerjungfrau

Carpa Olivera in Mexiko

Geschichte

Ursprünglich 1915 erbaut und inspiriert von den Meeresbecken in Lissabon, war und ist die Carpa Olivera ein mit Gezeitenwasser gespeistes Schwimmbecken am Strand von Olas Altas im historischen Zentrum von Mazatlan, einer Stadt im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Viele berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit versammelten sich hier, die Touristen kamen in Strömen. Im Jahr 1954 wurde Carpa Olivera von einem Hurrikan verwüstet und zunächst nicht wieder aufgebaut. Mit der Zeit aber kamen die Leute wieder, um den Pool zu benutzen. Im Jahr 2004 wurde die Anlage wieder aufgebaut und modifiziert, fiel aber bald Verwahrlosung und Vandalismus zum Opfer.

Idee

Dieser unbefriedigende Zustand rief das Colectivo Urbano auf den Plan – einen Zusammenschluss von Architekten, Landschafts- und Stadtplanern, das Ideen zur Verbesserung seiner Stadt, also Mazatlan, entwickelt. Dieses Kollektiv schlug dem Eigentümer (Mazatlan Investment Unit) vor, den bedeutenden öffentlichen Raum durch eine Erweiterung zu retten. Dazu sollte der Gezeiten-Pool wieder hergestellt werden und um ein neues spielerisches Element bereichert werden: eine spiralförmige Rutsche, die neben dem traditionellen Publikum (Einheimische und Touristen) auch Familien und Kinder anlockt.

Rutsche

Die Rutsche steht da wie eine robuste und einzigartige Skulptur am Meer. Das ist gut. Das neue, familiäre Publikum übt zudem eine gewisse soziale Kontrolle über die Anlage aus. Eine weiterer, für den nachhaltigen Erfolg der Anlage wichtiger Punkt ist natürlich ihre Wirtschaftlichkeit. Die wird nun durch eine Art Kiosk direkt am Schwimmbecken verbessert. Darüber befindet sich ein offener Bereich mit der schon vorhandenen Skulptur einer Meerjungfrau. Hier gibt es auch Sitzplätze und jede Menge bester Aussicht über die Küstenlandschaft und auf das Meer.

Rampe

Eine Rampe verbindet die Aussichtsebene mit der Beckenebene und der Rutsche. Auch hier sind nun Sitzgelegenheiten vorhanden, von denen aus man sich erholen oder seine Kinder beaufsichtigen kann. Neben dem Kiosk gibt es hier Schatten unter Kokospalmen, Toiletten und Duschen – auch dies wichtige Infrastruktur.

Projektdaten

Architekt

Colectivo Urbano
Architektur:
[H] arquitectos
Jacqueline Meixueiro, Roberto Díaz, Javier Hidalgo
EPArquitectos
Emilio Castañón, Erick Pérez , David Escobar.

Team

Catalina López, Sacnité Flores, Francisco Pérez, Manuel Bernal, Georg Glaubitz

Hauptnutzer

Mazatlan Investment Unit

Eröffnung

2014

Autor

Colectivo Urbano

Johannes Bühlbecker,
More Sports Media

Adresse

Mazatlán
Sinaloa
Mexiko

Luftbild

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Fotograf

Onnis Luque

Bilder

Videos

Red Carpet

Dream a little dream (of me)

Der Red Carpet in Shanghai

East Nanjing Road

Der Red Carpet (Roter Teppich) entsteht am Century Square auf der East Nanjing Road, der wohl berühmtesten und glamourösesten Fußgängerzone im Herzen von Shanghai. Diese Straße war schon immer ein wichtiges historisches Bindeglied zwischen Ost und West. Sie verband den Hafen mit der Stadt und wuchs zur Haupthandelsplattform mit kultureller und sozialer Bedeutung. Die Bedeutung der Straße ist bis heute enorm geblieben. Aktuell ist die East Nanjing Road die Geschäftsstraße in Shanghai, die täglich Tausende von Fußgängern, Einheimischen und Touristen empfängt und durch ihre multikulturellen Besucherströme und ihre kommerziellen Geschäfte besticht. Derzeit ist der Century Square eine ebene, autofreie Freifläche mit einer kleinen Bühne, die allerdings nur selten genutzt wird, obwohl die gesamte East Nanjing Road bisher keine weiteren Bühnen bereit hält. Es fehlt ein attraktiver Veranstaltungs- und Aufenthaltsort, ein neues Wahrzeichen für den städtischen Raum hier.

Red Carpet – der rote Teppich

Das Projekt „Red Carpet“ nimmt die Bedeutung von Straße und Platz auf und bereichert den Century Square um einen spektakulären Veranstaltungsort – und um Verkehrs- und Verkaufsflächen sowie terrassierte Bereiche. Dadurch entsteht ein neues, sehr intensives Segment in der Fußgängerzone von Nanjing. Der vorhandene Raum wird erweitert und erhält ganz neue, stimulierende Eigenschaften: Gucken, Sitzen, Picknicken, Flanieren, Sehen und gesehen werden… Ausdrücklich lässt der Red Carpet nach Aussage der Planer von „100 architects“ auch Träume zu. Sie wollen eine Plattform schaffen, die den Wunsch „nach Ruhm und Anerkennung in die bestehende soziale Dynamik der East Nanjing Road integriert“. Dies erklärt die Form des offene Amphitheaters, die Passanten einlädt, in der surrealen Atmosphäre von Design, Schmuck und Glamour lebendige Shows zu genießen – oder eben zu prägen. Hier kann jeder ein Star sein. Theoretisch.

Architekt

100 architects Shanghai

Autor

Johannes Bühlbecker More Sports Media

Starke Identität

Das dominante Rot schafft eine ganz eigene Ästhetik und ein sehr starke Identität, die außergewöhnliche Erlebnisse und Events ermöglichen sollen. Der rote Teppich mit seinen gigantischen Ausmaßen entfaltet sich von den Fassaden des Gebäudes im Norden von oben nach unten über den Square bis hinauf zu den höchsten Terrassen. Der „überdachte“ Raum im Süden, also der Bereich unter Terrassen oder Tribünen, ermöglicht verschiedene Nutzungen. Nahe am Square, wo sich der direkte Kontakt zu den Passanten ergibt, befinden sich Markt, Geschäfte und ähnliches, die darüber hinaus den sicher manchmal sehr willkommenen Sonnenschutz bieten. Weiter im Inneren finden sich dann gastronomische Angebote, öffentliche Toiletten und andere Annehmlichkeiten.

Raum und Struktur

Die Struktur des Red Carpet besteht aus Metallbindern, die das Gerüst für die Betonfertigteile bilden. Aus diesen wiederum werden die horizontalen Terrassen, Sitze und Flächen geformt, während die anderen Elemente aus rotem Holz und roten Metallplatten bestehen. Im vorderen Teil verhüllt die vertikale Metallkonstruktion die Gebäude mit perforierten Metallpaneelen, die viel Licht und Luft von außen hereinlassen. So wird es möglich, diese riesige Fläche inklusive der Fassaden für öffentliche Feste, Projektionen und Aufführungen zu nutzen. In den ersten beiden Ebenen gibt es Öffnungen, die den direkten Zugang zum bereits bestehenden Einzelhandel ermöglichen und dessen Marktwert so sicher nicht schmälern, sondern eher erhöhen. Der Century Square auf der East Nanjing Road ist schon jetzt ein Ort zum Träumen, zum Beispiel von einem Leben in Luxus. Der Red Carpet bietet diesem und anderen Träumen eine Bühne. Gleichzeitig transformiert er historisch bedeutsame Strukturen sehr spektakulär in die Welt von Konsum und Marktwirtschaft.

Pavillon d’Eau

Zu Gast beim Weltkulturerbe

Der Pavillon d’Eau am Genfer See

Ort

Der Pavillon d’Eau ist bzw. war ein temporärer Pavillon aus Holz und Porzellan, der im Jahr 2017 auf dem Genfer See errichtet wurde. Es wurde im Rahmen einer Abschlussarbeit an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) realisiert. Der Pavillon d’Eau entstand aus der Zusammenarbeit der beiden wichtigsten Schweizer Universitäten EPFL und Haute école d’art et de design – Genève (HEAD) mit der Gemeinde Saint Saphorin (393 Einwohner).

Der vom EPFL-Studenten Alexander Wolhoff entworfene Pavillon ist das Ergebnis von sechs Monaten Forschung, Prototyping und dem Dialog zwischen verschiedenen lokalen und akademischen Institutionen und Akteuren. Geboren an der EPFL und insbesondere in den Labors ALICE und LHT3, wurde das Projekt auch durch eine Partnerschaft mit dem CERCCO-Labor (HEAD) voran getrieben. Hier wurden die Porzellanfliesen einzeln von Hand gefertigt. Die Dicke der Fliesen variiert zwischen 1,3 mm und 2 mm; die 150 Stück messen 213 mm auf 293 mm.

Entwurf

Die UNESCO-Weltkulturerbe-Gemeinde Saint-Saphorin en Lavaux am Genfer See war Gastgeber des ephemeren Pavillons. Der Entwurf und die Materialien Holz und Porzellan wollten die geschichtliche und kulturelle Bedeutung des Ortes südöstlich von Lausanne hervorheben und sein kristallines Relief aus Wellen und Alpenkämmen aufwerten. Das gesamte Projekt sollte keinerlei Spuren am See hinterlassen. Das Äußere des Pavillons wird von seinem Tragwerk strukturiert, sein Innerer ist nur im Wasser sichtbar und durchaus ornamental. Die Porzellanfliesen – Bleu de Sèvre emailliert – und ihre besondere Form spielen mit der Brechung der Sonnenstrahlen und des Sees als Versuch, die Blendung des Ortes einzufangen.

Architekt

Alexander Wolhoff
École polytechnique fédérale de Lausanne

Team

EPFL: D. Dietz, Raffel Baur
LHT3; R. Gargiani, Me R. Fiechter
HEAD: M. Gerber, I.Schnederle, J-P. Greff.

Fotograf

Alexander Wolhoff

Autor

Alexander Wolhoff

Adresse

Lake of Geneva (Léman)
Plage des Bains Reymon
CH – Saint-Saphorin

Luftbild

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Eröffnung

2017

Bilder

Zalige-Brücke

Hochwasser als Spektakel

Die Zalige-Brücke in Nijmegen

Leben mit dem Wasser

Die Niederländer wissen, wie man mit dem Wasser lebt. Die Zalige-Brücke in Nijmegen von NEXT Architekten, in Zusammenarbeit mit H+N+S Landscape Architects, ist ein weiterer Beweis dafür. Die Brücke taucht langsam in das ansteigende Wasser des Flusses Waal ein und ist bei Hochwasser nur durch Trittsteine erreichbar. Der ultimative Ort, um Hochwasser als Spektakel zu erleben.

In Nijmegen werden Wasserstände von bis zu 11,50 m NAP+ gemessen. Diese Höhe wurde in den letzten 15 Jahren nur einmal erreicht. Früher wäre das eine Bedrohung gewesen, jetzt wird das Hochwasser zur Attraktion. Die Menschen spazieren über die Brücke und durch den Flusspark, um das Hochwasser zu sehen und zu erleben.

Ein Bypass für den Fluss

Das Klima verändert sich und bewirkt, dass Flüsse mehr und mehr Wasser mit sich führen. Um Überschwemmungen vorzubeugen, räumt das landesweite Projekt „Room for the River“ den Flüssen mehr Raum ein. Die Zalige-Brücke ist Teil der Maßnahme. „Raum für die Waal“ ist das größte Teil-Projekt und beinhaltete die Verlegung des Deiches und den Bau eines Nebenkanals in den Überschwemmungsgebieten: ein Bypass für den Fluss. Die Zalige-Brücke wurde im März 2016 fertiggestellt. Michel Schreinemachers, Partner bei NEXT architects, betont die Beziehung zwischen Brücke und Landschaft: „Diese Brücke wurde in die Auen gebaut. Wir wollten eine Brücke entwerfen, die einen Weg über das Wasser ermöglicht und mit der Flusslandschaft interagiert.“ Normalerweise hat der Fluss eine durchschnittliche Höhe von 7 m NAP+. Dann steht die Brücke hoch über dem Wasser. Die Brückenpodeste und die Trittsteine sind perfekt auf das Profil der Landschaft abgestimmt. Wenn der Wasserpegel steigt, gehen Teile der Brücke unter, ihr Aussehen und ihre Nutzung verändern sich. „Die Brücke macht die wechselnden Wasserstände erlebbar“, sagt Schreinemachers.

Architekt

NEXT architects  Paul van Vlissingenstraat 2a NL – 1096 BK Amsterdam

Team

Michel Schreinemachers, Marijn Schenk, Bart Reuser, Jurriaan Hillerström, Luuc Sonke, Maarten Vermeulen, Ingeborg Kuijlaars

Bauherr

Stadt Nijmegen

Bauunternehmen

I-Lent (Dura Vermeer Divisie Infra BV en Ploegam BV)

Fotograf

© NEXT architects / Photographs: Jan Daanen
© NEXT architects / Photographs: Rutger Hollander
© NEXT architects / Photographs: Jeroen Bosch
© NEXT architects / Photographs: Jennie Burgers

Autor

NEXT architects 

Adresse

Zaligebrug NL – 6541 AH Nijmegen

Luftbild

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Eröffnung

2016

Baukosten

4.700.000 €

Kein Hochwasser / Hochwasser

Schnitt

Hochwasser als Spektakel

Im Januar 2018 hat sich die Zalige Brücke erstmals bewährt. Der Wasserstand stieg auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Das Hochwasser wurde zur Attraktion und die Brücke zum ultimativen Erlebnisort. Das ganze Jahr über hat die Waal eine durchschnittliche Höhe von 7 m +NAP und die Brücke steht hoch über dem Wasser. Als der Fluss 10,5 m +NAP erreichte, tauchten die Brückenpodeste unter und die Trittsteine wurden der einzige intermittierende Weg, der den Zugang zur Brücke ermöglichte. Die Menschen gingen über die Brücke und durch den Flusspark, um das Hochwasser zu sehen und zu erleben. Als die Trittsteine unter Wasser kamen, wurde die Brücke unzugänglich.

Mehr Geschichten erzählen

„Das Bewusstsein für die Fragen des Wassers ist leider noch immer gering“, sagte Henk Ovink, Sonderbeauftragter für internationale Wasserangelegenheiten in den Niederlanden. „Also müssen wir mehr Geschichten erzählen, damit die Leute verstehen, wie wichtig das Thema Wasser ist.“ Genau das tut die Zalige-Brücke: Sie unterstreicht den dynamischen Charakter des Wassers, indem sie die Menschen die sich verändernde Flusslandschaft sehen und erleben lässt. Damit zeigt sie Wege auf, mit dem Wasser zu leben – nämlich indem wir ihm genügend Raum geben. If you can’t beat them, join them.

Bilder

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