Carpa Olivera

Carpa Olivera

Rutsche und Meerjungfrau

Carpa Olivera in Mexiko

Geschichte

Ursprünglich 1915 erbaut und inspiriert von den Meeresbecken in Lissabon, war und ist die Carpa Olivera ein mit Gezeitenwasser gespeistes Schwimmbecken am Strand von Olas Altas im historischen Zentrum von Mazatlan, einer Stadt im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Viele berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit versammelten sich hier, die Touristen kamen in Strömen. Im Jahr 1954 wurde Carpa Olivera von einem Hurrikan verwüstet und zunächst nicht wieder aufgebaut. Mit der Zeit aber kamen die Leute wieder, um den Pool zu benutzen. Im Jahr 2004 wurde die Anlage wieder aufgebaut und modifiziert, fiel aber bald Verwahrlosung und Vandalismus zum Opfer.

Idee

Dieser unbefriedigende Zustand rief das Colectivo Urbano auf den Plan – einen Zusammenschluss von Architekten, Landschafts- und Stadtplanern, das Ideen zur Verbesserung seiner Stadt, also Mazatlan, entwickelt. Dieses Kollektiv schlug dem Eigentümer (Mazatlan Investment Unit) vor, den bedeutenden öffentlichen Raum durch eine Erweiterung zu retten. Dazu sollte der Gezeiten-Pool wieder hergestellt werden und um ein neues spielerisches Element bereichert werden: eine spiralförmige Rutsche, die neben dem traditionellen Publikum (Einheimische und Touristen) auch Familien und Kinder anlockt.

Rutsche

Die Rutsche steht da wie eine robuste und einzigartige Skulptur am Meer. Das ist gut. Das neue, familiäre Publikum übt zudem eine gewisse soziale Kontrolle über die Anlage aus. Eine weiterer, für den nachhaltigen Erfolg der Anlage wichtiger Punkt ist natürlich ihre Wirtschaftlichkeit. Die wird nun durch eine Art Kiosk direkt am Schwimmbecken verbessert. Darüber befindet sich ein offener Bereich mit der schon vorhandenen Skulptur einer Meerjungfrau. Hier gibt es auch Sitzplätze und jede Menge bester Aussicht über die Küstenlandschaft und auf das Meer.

Rampe

Eine Rampe verbindet die Aussichtsebene mit der Beckenebene und der Rutsche. Auch hier sind nun Sitzgelegenheiten vorhanden, von denen aus man sich erholen oder seine Kinder beaufsichtigen kann. Neben dem Kiosk gibt es hier Schatten unter Kokospalmen, Toiletten und Duschen – auch dies wichtige Infrastruktur.

Projektdaten

Architekt

Colectivo Urbano
Architektur:
[H] arquitectos
Jacqueline Meixueiro, Roberto Díaz, Javier Hidalgo
EPArquitectos
Emilio Castañón, Erick Pérez , David Escobar.

et-

Team

Catalina López, Sacnité Flores, Francisco Pérez, Manuel Bernal, Georg Glaubitz

Hauptnutzer

Mazatlan Investment Unit

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Eröffnung

2014

fa-

Autor

Colectivo Urbano

Johannes Bühlbecker,
More Sports Media

Adresse

Mazatlán
Sinaloa
Mexiko

Luftbild

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Bilder

Videos

Red Carpet

Red Carpet

Dream a little dream (of me)

Der Red Carpet in Shanghai

East Nanjing Road

Der Red Carpet (Roter Teppich) entsteht am Century Square auf der East Nanjing Road, der wohl berühmtesten und glamourösesten Fußgängerzone im Herzen von Shanghai. Diese Straße war schon immer ein wichtiges historisches Bindeglied zwischen Ost und West. Sie verband den Hafen mit der Stadt und wuchs zur Haupthandelsplattform mit kultureller und sozialer Bedeutung. Die Bedeutung der Straße ist bis heute enorm geblieben. Aktuell ist die East Nanjing Road die Geschäftsstraße in Shanghai, die täglich Tausende von Fußgängern, Einheimischen und Touristen empfängt und durch ihre multikulturellen Besucherströme und ihre kommerziellen Geschäfte besticht. Derzeit ist der Century Square eine ebene, autofreie Freifläche mit einer kleinen Bühne, die allerdings nur selten genutzt wird, obwohl die gesamte East Nanjing Road bisher keine weiteren Bühnen bereit hält. Es fehlt ein attraktiver Veranstaltungs- und Aufenthaltsort, ein neues Wahrzeichen für den städtischen Raum hier.

Red Carpet – der rote Teppich

Das Projekt „Red Carpet“ nimmt die Bedeutung von Straße und Platz auf und bereichert den Century Square um einen spektakulären Veranstaltungsort – und um Verkehrs- und Verkaufsflächen sowie terrassierte Bereiche. Dadurch entsteht ein neues, sehr intensives Segment in der Fußgängerzone von Nanjing. Der vorhandene Raum wird erweitert und erhält ganz neue, stimulierende Eigenschaften: Gucken, Sitzen, Picknicken, Flanieren, Sehen und gesehen werden… Ausdrücklich lässt der Red Carpet nach Aussage der Planer von „100 architects“ auch Träume zu. Sie wollen eine Plattform schaffen, die den Wunsch „nach Ruhm und Anerkennung in die bestehende soziale Dynamik der East Nanjing Road integriert“. Dies erklärt die Form des offene Amphitheaters, die Passanten einlädt, in der surrealen Atmosphäre von Design, Schmuck und Glamour lebendige Shows zu genießen – oder eben zu prägen. Hier kann jeder ein Star sein. Theoretisch.

Architekt

100 architects Shanghai
fa-

Autor

Johannes Bühlbecker More Sports Media

Starke Identität

Das dominante Rot schafft eine ganz eigene Ästhetik und ein sehr starke Identität, die außergewöhnliche Erlebnisse und Events ermöglichen sollen. Der rote Teppich mit seinen gigantischen Ausmaßen entfaltet sich von den Fassaden des Gebäudes im Norden von oben nach unten über den Square bis hinauf zu den höchsten Terrassen. Der „überdachte“ Raum im Süden, also der Bereich unter Terrassen oder Tribünen, ermöglicht verschiedene Nutzungen. Nahe am Square, wo sich der direkte Kontakt zu den Passanten ergibt, befinden sich Markt, Geschäfte und ähnliches, die darüber hinaus den sicher manchmal sehr willkommenen Sonnenschutz bieten. Weiter im Inneren finden sich dann gastronomische Angebote, öffentliche Toiletten und andere Annehmlichkeiten.

Raum und Struktur

Die Struktur des Red Carpet besteht aus Metallbindern, die das Gerüst für die Betonfertigteile bilden. Aus diesen wiederum werden die horizontalen Terrassen, Sitze und Flächen geformt, während die anderen Elemente aus rotem Holz und roten Metallplatten bestehen. Im vorderen Teil verhüllt die vertikale Metallkonstruktion die Gebäude mit perforierten Metallpaneelen, die viel Licht und Luft von außen hereinlassen. So wird es möglich, diese riesige Fläche inklusive der Fassaden für öffentliche Feste, Projektionen und Aufführungen zu nutzen. In den ersten beiden Ebenen gibt es Öffnungen, die den direkten Zugang zum bereits bestehenden Einzelhandel ermöglichen und dessen Marktwert so sicher nicht schmälern, sondern eher erhöhen. Der Century Square auf der East Nanjing Road ist schon jetzt ein Ort zum Träumen, zum Beispiel von einem Leben in Luxus. Der Red Carpet bietet diesem und anderen Träumen eine Bühne. Gleichzeitig transformiert er historisch bedeutsame Strukturen sehr spektakulär in die Welt von Konsum und Marktwirtschaft.

Pavillon d’Eau

Pavillon d’Eau

Zu Gast beim Weltkulturerbe

Der Pavillon d’Eau am Genfer See

Ort

Der Pavillon d’Eau ist bzw. war ein temporärer Pavillon aus Holz und Porzellan, der im Jahr 2017 auf dem Genfer See errichtet wurde. Es wurde im Rahmen einer Abschlussarbeit an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) realisiert. Der Pavillon d’Eau entstand aus der Zusammenarbeit der beiden wichtigsten Schweizer Universitäten EPFL und Haute école d’art et de design – Genève (HEAD) mit der Gemeinde Saint Saphorin (393 Einwohner).

Der vom EPFL-Studenten Alexander Wolhoff entworfene Pavillon ist das Ergebnis von sechs Monaten Forschung, Prototyping und dem Dialog zwischen verschiedenen lokalen und akademischen Institutionen und Akteuren. Geboren an der EPFL und insbesondere in den Labors ALICE und LHT3, wurde das Projekt auch durch eine Partnerschaft mit dem CERCCO-Labor (HEAD) voran getrieben. Hier wurden die Porzellanfliesen einzeln von Hand gefertigt. Die Dicke der Fliesen variiert zwischen 1,3 mm und 2 mm; die 150 Stück messen 213 mm auf 293 mm.

Entwurf

Die UNESCO-Weltkulturerbe-Gemeinde Saint-Saphorin en Lavaux am Genfer See war Gastgeber des ephemeren Pavillons. Der Entwurf und die Materialien Holz und Porzellan wollten die geschichtliche und kulturelle Bedeutung des Ortes südöstlich von Lausanne hervorheben und sein kristallines Relief aus Wellen und Alpenkämmen aufwerten. Das gesamte Projekt sollte keinerlei Spuren am See hinterlassen. Das Äußere des Pavillons wird von seinem Tragwerk strukturiert, sein Innerer ist nur im Wasser sichtbar und durchaus ornamental. Die Porzellanfliesen – Bleu de Sèvre emailliert – und ihre besondere Form spielen mit der Brechung der Sonnenstrahlen und des Sees als Versuch, die Blendung des Ortes einzufangen.

Architekt

Alexander Wolhoff
École polytechnique fédérale de Lausanne
material-

Team

EPFL: D. Dietz, Raffel Baur
LHT3; R. Gargiani, Me R. Fiechter
HEAD: M. Gerber, I.Schnederle, J-P. Greff.
material-

Fotograf

Alexander Wolhoff
fa-

Autor

Alexander Wolhoff

Adresse

Lake of Geneva (Léman)
Plage des Bains Reymon
CH – Saint-Saphorin

Luftbild

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Eröffnung

2017

Bilder

Zalige-Brücke

Zalige-Brücke

Hochwasser als Spektakel

Die Zalige-Brücke in Nijmegen

Leben mit dem Wasser

Die Niederländer wissen, wie man mit dem Wasser lebt. Die Zalige-Brücke in Nijmegen von NEXT Architekten, in Zusammenarbeit mit H+N+S Landscape Architects, ist ein weiterer Beweis dafür. Die Brücke taucht langsam in das ansteigende Wasser des Flusses Waal ein und ist bei Hochwasser nur durch Trittsteine erreichbar. Der ultimative Ort, um Hochwasser als Spektakel zu erleben.

In Nijmegen werden Wasserstände von bis zu 11,50 m NAP+ gemessen. Diese Höhe wurde in den letzten 15 Jahren nur einmal erreicht. Früher wäre das eine Bedrohung gewesen, jetzt wird das Hochwasser zur Attraktion. Die Menschen spazieren über die Brücke und durch den Flusspark, um das Hochwasser zu sehen und zu erleben.

Ein Bypass für den Fluss

Das Klima verändert sich und bewirkt, dass Flüsse mehr und mehr Wasser mit sich führen. Um Überschwemmungen vorzubeugen, räumt das landesweite Projekt „Room for the River“ den Flüssen mehr Raum ein. Die Zalige-Brücke ist Teil der Maßnahme. „Raum für die Waal“ ist das größte Teil-Projekt und beinhaltete die Verlegung des Deiches und den Bau eines Nebenkanals in den Überschwemmungsgebieten: ein Bypass für den Fluss. Die Zalige-Brücke wurde im März 2016 fertiggestellt. Michel Schreinemachers, Partner bei NEXT architects, betont die Beziehung zwischen Brücke und Landschaft: „Diese Brücke wurde in die Auen gebaut. Wir wollten eine Brücke entwerfen, die einen Weg über das Wasser ermöglicht und mit der Flusslandschaft interagiert.“ Normalerweise hat der Fluss eine durchschnittliche Höhe von 7 m NAP+. Dann steht die Brücke hoch über dem Wasser. Die Brückenpodeste und die Trittsteine sind perfekt auf das Profil der Landschaft abgestimmt. Wenn der Wasserpegel steigt, gehen Teile der Brücke unter, ihr Aussehen und ihre Nutzung verändern sich. „Die Brücke macht die wechselnden Wasserstände erlebbar“, sagt Schreinemachers.

Architekt

NEXT architects  Paul van Vlissingenstraat 2a NL – 1096 BK Amsterdam
material-

Team

Michel Schreinemachers, Marijn Schenk, Bart Reuser, Jurriaan Hillerström, Luuc Sonke, Maarten Vermeulen, Ingeborg Kuijlaars
et-

Bauherr

Stadt Nijmegen

Bauunternehmen

I-Lent (Dura Vermeer Divisie Infra BV en Ploegam BV)
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Fotograf

© NEXT architects / Photographs: Jan Daanen
© NEXT architects / Photographs: Rutger Hollander
© NEXT architects / Photographs: Jeroen Bosch
© NEXT architects / Photographs: Jennie Burgers
fa-

Autor

NEXT architects 

Adresse

Zaligebrug NL – 6541 AH Nijmegen

Luftbild

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Eröffnung

2016
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Baukosten

4.700.000 €

Kein Hochwasser / Hochwasser

Schnitt

Hochwasser als Spektakel

Im Januar 2018 hat sich die Zalige Brücke erstmals bewährt. Der Wasserstand stieg auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Das Hochwasser wurde zur Attraktion und die Brücke zum ultimativen Erlebnisort. Das ganze Jahr über hat die Waal eine durchschnittliche Höhe von 7 m +NAP und die Brücke steht hoch über dem Wasser. Als der Fluss 10,5 m +NAP erreichte, tauchten die Brückenpodeste unter und die Trittsteine wurden der einzige intermittierende Weg, der den Zugang zur Brücke ermöglichte. Die Menschen gingen über die Brücke und durch den Flusspark, um das Hochwasser zu sehen und zu erleben. Als die Trittsteine unter Wasser kamen, wurde die Brücke unzugänglich.

Mehr Geschichten erzählen

„Das Bewusstsein für die Fragen des Wassers ist leider noch immer gering“, sagte Henk Ovink, Sonderbeauftragter für internationale Wasserangelegenheiten in den Niederlanden. „Also müssen wir mehr Geschichten erzählen, damit die Leute verstehen, wie wichtig das Thema Wasser ist.“ Genau das tut die Zalige-Brücke: Sie unterstreicht den dynamischen Charakter des Wassers, indem sie die Menschen die sich verändernde Flusslandschaft sehen und erleben lässt. Damit zeigt sie Wege auf, mit dem Wasser zu leben – nämlich indem wir ihm genügend Raum geben. If you can’t beat them, join them.

Bilder

Cirkelbroen

Cirkelbroen

Creative Reality

Cirkelbroen in Christianshavn

Ein Fest für Fußgänger

Cirkelbroen ist eine Fußgängerbrücke mit fünf runden Plattformen in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Sie überspannt den Kanal im Stadtviertel Christianshavn und verbindet Christiansbro mit Applebys Plads. Seit Jahren war es Ziel der Stadt Kopenhagen, eine zusammenhängende Uferpromenade zu schaffen.

Cirkelbroen ist ein Fest für Fußgänger. Die Bücke spiegelt das tägliche Leben rund um den Kanal und die Umgebung von Christianshavn mit seinen Hausbooten, den Segelbooten und den Stadtmauern wider. Der Hafen von Kopenhagen war einst ein Zentrum maritimer Aktivitäten, und Cirkelbroen ist ein Zeugnis dieser Geschichte. Bei Entwurf und Realisierung der Brücke erinnerte sich der Künstler und Planer Olafur Eliasson an die Fischerboote, die er als Kind in Island sah. Im Hafen lagen die Boote oft direkt nebeneinander, und manchmal schien es, als könnte man den Hafen durchqueren, indem man einfach von Boot zu Boot hüpft.

Eine andere Perspektive

Cirkelbroen mit seinen fünf runden Plattformen ist Teil eines größeren Kreises, der eine Fußgängerroute rund um den Hafen von Kopenhagen bildet. Hier können die Menschen beim Radfahren, Laufen oder Gehen die Stadt aus einer anderen Perspektive sehen.

Täglich überqueren bis zu 5.000 Menschen diese Brücke. Sie sollen Cirkelbroen als Treffpunkt nutzen. Die Zickzackgestaltung will die Geschwindigkeit der Passanten reduzieren und sie dazu bringen, eine Pause einlegen. „Auf unserem Weg zu zögern bedeutet, sich auf ein körperliches Empfinden einzulassen.“ So sieht das Olafur Eliasson. Solche Wahrnehmungen nennt der Planer dieser Brücke einen wesentlichen Bestandteil einer lebendigen Stadt.

Designer

Studio Olafur Eliasson
Christinenstraße 18/19, Haus 2
D – 10119 Berlin
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Team

Sebastian Behmann, Robert Banović, Jan Bünnig

Bauherr

Nordea-fonden

Hauptnutzer

Stadt Kopenhagen
fa-

Autor

Olafur Eliasson

Fotograf

Anders Sune Berg

Adresse

Cirkelbroen
Johan Semps Gade
DK – København K

Luftbild

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Eröffnung

2015

Inklusion und Tradition

In Dänemark gibt es eine starke Tradition der Inklusion und Akzeptanz: Ideen, die wir noch nicht hatten, Menschen, denen wir noch nicht begegnet sind, und unvorhersehbare Begegnungen. Es ist etwas, woran wir alle gemeinsam arbeiten müssen, und eine Möglichkeit, dies anzugehen, besteht darin, wie wir den öffentlichen Raum planen. Cirkelbroen wird zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Entwicklung einer gastfreundlichen und integrativen Stadt beitragen.

Emotionale Qualitäten

Überhaupt Kopenhagen. Was die Qualität städtischer Räume und ihre Atmosphäre ausmacht, hat die dänische Hauptstadt viele Vorbilder zu bieten. Hier ist ein weiteres. Natürlich kann man Atmosphäre nicht planen, da sie von den Menschen, die den Raum nutzen, koproduziert wird. Es ist aber offenbar möglich, eine Atmosphäre zu pflegen und wachsen zu lassen. Als Künstler arbeitet der Designer Olafur Eliasson mit abstrakten und emotionalen Qualitäten, und die bringt er hier ein. Politiker, Stadtplaner und Entwickler sollen ihre Bordmittel erweitern, indem sie die „Creative Reality Producers“ in die Entwicklung urbaner Räume einbeziehen: Künstler, Sozialwissenschaftler, Soziologen, Anthropologen, Historiker, Tänzer, Dichter, Umweltaktivisten und Philosophen. Guter Plan.

Bilder

Videos

Moses Bridge

Moses Bridge

Die durch das Wasser gehen

Die Moses Bridge bei Bergen op Zoom

Geschichte

Die Moses Bridge entstand in geschichtsträchtiger Umgebung im Südwesten der Niederlande im Rahmen der Rekonstruktion historisch bedeutender Anlagen, die heute als Freizeitgebiet zugänglich sind.

Die „West Brabantse Waterlinie“ ist eine historische Verteidigungslinie, die aus einer Reihe von Festungen und Städten mit Überschwemmungsgebieten rund um Bergen op Zoom besteht. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde während des 80-jährigen Krieges errichtet, um die Spanier aufzuhalten. Fast 400 Jahre später wurden und werden die Fort und Verteidigungs- und Wasserlinien nun schließlich – zu friedlichen Zwecken – wiederhergestellt. Dabei wurde auch eine Zugangsbrücke über den Graben einer der damals fast 50 Festungen, nämlich des Fort de Roovere, benötigt: Das Ergebnis ist die Moses Bridge.

Festung

Die Festung ist nun keine Festung mehr, sondern Teil eines Freizeitgebietes mit zahlreichen überregionalen Rad- und Wanderwegen. Es war früher – als die Verteidigungsanlagen noch Verteidigungsanlagen waren – natürlich höchst unzulässig, Brücken über die Gräben dieser Verteidigungsanlagen zu bauen. Dies galt insbesondere für die Seite der Festung, von der der Feind erwartet wurde.

Architekt

RO+AD Architecten
Van der Rijtstraat 40 
4611PR 
NL – Bergen op Zoom 
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Team

Ro Koster, Ad Kil, Martin van Overveld
et-

Bauherr

Stadt Bergen op Zoom
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Eröffnung

2011

Adresse

Schansbaan 8
NL – 4661 PN Halsteren

Luftbild

Danke, Google!
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Fotograf

Katja Effting

Autor

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Schnitte

Idee

Diese geschichtlichen Voraussetzungen nahmen die niederländischen Architekten Ro Koster und Ad Kil zum Anlass, die Moses Bridge als eine annähernd unsichtbare Brücke zu entwerfen und zu bauen. Die Brücke liegt wie ein Graben in der Festung, der sich in die Umrisse der Landschaft einfügt. Die Konstruktion ist komplett aus Holz und mit EPDM-Folie abgedichtet. Die Moses Bridge ist aus der Ferne nicht zu sehen, da der Boden und das Wasser bis an den Rand reichen. Damit der Wasserpegel gleich und die Besucher trocken bleiben, wurden auf beiden Seiten des Grabens Überläufe angelegt, die das überschüssige Wasser ableiten.

Teilen

Sichtbares Tragwerk oder so etwas wie eine Brüstung oder ein Geländer gibt es nicht.  Wenn man näher kommt, öffnet sich die Festung durch einen schmalen Graben. Die Besucher können wie Moses über das Wasser laufen. Eigentlich laufen sie allerdings nicht über das Wasser, sondern durch das Wasser. Das Wasser zu teilen, hat aber auch was.

Bilder

Video

Sharon Fieldhouse

Sharon Fieldhouse

Learning by doing

Das Sharon Fieldhouse in Clifton Forge

Programm

Das Sharon Fieldhouse ist das Ergebnis eines projektbezogenes, experimentelles Lernprogramms, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Umsetzung innovativer Bauweisen und architektonischer Entwürfe konzentriert. Die Studenten der Fachrichtung Architektur des Virginia Tech Design/BuildLAB arbeiten projektbezogen mit Gemeinden und Experten aus der Industrie zusammen, um reale Architektur zu konzipieren und zu realisieren, die sowohl pädagogisch als auch gemeinnützig ist. Ziel des Programms ist es auch, das Wissen und die Fähigkeiten der Studenten zu erweitern und durch die gebauten Projekte die Entwicklung der betreffenden Gemeinden zu unterstützen.  Auf diese Art und Weise zeigt design/buildLAB den Architekturstudenten die positive Wirkung von Architektur und inspiriert sie zu hohen ethischen Zielen.

Projekt

Das Sharon Fieldhouse liegt auf einem Hügel, der von einer Reihe von terrassierten Baseballfeldern umgeben wird. Das Gebäude ist in drei Elemente unterteilt. Der Eingang zum Fieldhouse ist eine Anordnung von massiven Betonstufen, die als spielerische Prozession und informeller Treffpunkt dienen. Die Räume innerhalb des Einschnitts werden durch stählerne Gitter abgegrenzt, die sich auffächern und in ihrer Dichte variieren, um ein unterschiedliches Maß an Intimität zu schaffen.  Monolithische Drehtüren erhöhen das Bewusstsein, wenn man von der extremen Offenheit des Geländes in die Intimität der Toiletten und der Küche übergeht. Weißes Verbundglas taucht die Innenräume in gleichmäßiges Tageslicht. Zwischen der Küche und den Toiletten schiebt sich ein schattiger Pavillon und bietet eine kühle Zone mit Blick auf das Spielfeld. Die Offenheit der Leinwände erlaubt es, die kühlen Brisen durch und den Blick auf die umliegenden Berge schweifen zu lassen. Der Pavillon führt zu einer Reihe gestalteter Plätze im Gras und am Spielfeld, die zum Sitzen und Genießen einladen. Wenn dieser Einschnitt auf den Wald trifft, löst er sich sanft in ein versunkenes Regenwasserfiltermoor auf. In dieser reichen Naturlandschaft verleihen transparente Formen und subtile Details der Architektur eine friedvolle Präsenz, eine magische Atmosphäre für gemeinschaftliche Treffen.

Architekt

design/buildLAB VA Tech School of Architecture + Design 201 Cowgill Hall US-Blacksburg, VA 24061
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Eröffnung

2014
material-

Team

Studenten: Landon Williams, Molly Vaughan, Mitchell August, Ryan Myers, Julia Vasquez, Xiao Fu, Ellie Burns, Forrest Bibeau, Mykayla Fernandes, Kellen McGinley, John Iaconis, Chanel Carter-Harris, Barbara Dior, Nancy Redenius, Tom Powers Professoren: Marie Zawistowski, Architecte DPLG, Keith Zawistowski, AIA, NCARB, GC
et-

Bauherr

Clifton Forge Little League P.O. Box 77 Clifton Forge, VA 24422
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Baukosten

97.000 €
fa-

Autor

design/buildLAB

Fotograf

© Jeff Goldberg/ESTO

Zusammenarbeit

Das Sharon Fieldhouse ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das von 15 Studenten der Fachrichtung Architektur des Virginia Tech Design/BuildLAB entworfen und gebaut wurde. Nach dem Studium der Stadt und Gesprächen mit der Gemeinde, um ein Programm zu entwickeln, machten alle 15 Studenten individuelle Designvorschläge für das Projekt. Im Anschluss haben die Studenten ihre Vorschläge iterativ zusammengeführt. Auf diese Weise brachten alle ihre Ideen in die Diskussion ein. Aus pädagogischer Sicht war es wichtig, dass nicht nur ein Schema oder Entwurf gewählt wurde. Vielmehr arbeiteten alle Studenten zusammen, um das endgültige Design für das Projekt zu entwickeln. 

Soziales Bewusstsein

Clifton Forge, Virginia ist repräsentativ für viele früher wohlhabende amerikanische Städte, die um ihr Überleben kämpfen, da die Industrien, die ihr Wachstum begründet haben, sie nun wieder aufgeben. Versteckt in einem kleinen Tal entlang des Jackson River, steht diese ländliche Stadt vor großen urbanen Herausforderungen. Verlassene Schaufenster, leerstehende Häuser und verfallende Infrastruktur tragen zu einem Gefühl der Verlassenheit bei. Mit einem durchschnittlichen Haushaltseinkommen von 30.000 Dollar pro Jahr benötigt Clifton Forge Freizeit- und Kultureinrichtungen, um die Möglichkeiten für die eigene Zukunft zu erweitern. Das Sharon Fieldhouse war ein freiwilliges Planungs- und Bauprojekt für eine gemeinnützige, kleine Baseball-Liga. Es wurde von 15 Architekturstudenten geleitet, und von professionellen Beratern und Freiwilligen aus der Gemeinde unterstützt – alle mit dem Ziel, durch die Einführung einer lebendigen bürgerlichen Architektur ein neues Ortsgefühl zu schaffen. Aus der Perspektive der studentischen Ausbildung will das Projekt das Wissen und die Fähigkeiten stärken, die für eine erfolgreiche und sinnvolle Architekturpraxis notwendig sind. Dies geschieht durch die Auseinandersetzung mit Fragen des sozialen Bewusstseins, der Gemeinschaftsführung, der Zusammenarbeit, der Konsensbildung und der ökologischen Nachhaltigkeit. Aus Sicht der Gemeindeentwicklung ersetzen Energie, Kreativität und Engagement der Studenten Verzweiflung durch Mut und veranlassen die Menschen, sich an der Wiederbelebung ihrer eigenen Gemeinde zu beteiligen.

Lageplan

Verantwortung für die Umwelt

Das Sharon Fieldhouse Projekt vertritt die Position, dass Verantwortung für die Umwelt weder Ware noch reine Ästhetik ist, sondern ein Wert, der jeder gelungenen Architektur zugrunde liegt. Dies besagt, dass die Umweltprobleme unserer Zeit Probleme der Verfügbarkeit und des Massenkonsums sind, die nicht durch den Konsum von noch mehr Produkten gelöst werden können, unabhängig davon, wie „grün“ diese Produkte auch sein mögen. Das Sharon Fieldhouse gewinnt seine Bedeutung durch kulturelle und physische Beständigkeit. Das Projekt ist aus einem klar identifizierten langfristigen Bedarf an einer Jugendfreizeiteinrichtung entstanden und besteht in erster Linie aus lokal bezogenen, langlebigen Materialien und langjährig erprobten Details. Kohlenstoffstahl und Floatglas werden in regionalen Werken hergestellt und sind zu 100% recycelbar. Weißeiche, eines der dichtesten und widerstandsfähigsten Harthölzer der Appalachen, wird nachhaltig geerntet und lokal gesägt. Sanitärarmaturen, LED-Beleuchtung und intelligente Ventilatoren begrenzen den Wasser- und Stromverbrauch. Eine Mulde sorgt dafür, dass das Regenwasser langsam zum Grundwasserspiegel zurückkehrt. Und schließlich nehmen Winkel und Dichte des Sonnenschutzes von Ost nach West zu, um die wärmende Morgensonne einzuladen und sich vor der heißen Nachmittagssonne zu schützen.

Vorfertigung

Die Vorfertigung ist eine ganz wichtige Grundlage des Ansatzes von design/buildLAB, da sie es einer überschaubaren Gruppe von Studenten ermöglicht, ein Projekt von der Konzeption bis zur Realisierung zu gestalten und den gesamten Prozess der Architekturerstellung zu erleben – und das in einem Semester. Die Studenten fertigten den Großteil der Gebäudekomponenten des Fieldhouse bei VA Tech vor, während örtliche Bauunternehmer die Arbeiten vor Ort durchführten. Dadurch konnten Bauabschnitte, die in der Regel nacheinander ablaufen, gleichzeitig ausgeführt werden. Die Effizienz der Arbeit in einer kontrollierten Umgebung ist entscheidend für die Einhaltung des Zeitplans. Die vorgefertigten Bauteile wurden vor Ort mit einem Kran montiert. Insgesamt haben die Studenten das Bauwerk in weniger als fünf Monaten vorgefertigt und montiert. Das Projekt besteht aus vier Hauptkomponenten, von denen jede aus einem eigenen Material besteht: Betonsockel, Gitter aus Kohlenstoffstahl, Holzdachpaneele und weiße Verbundglas-Ummantelungen. Werkstattzeichnungen für alle Bauteile ermöglichten eine präzise und effiziente Vorfertigung. Alle Betonschalungen wurden vorgefertigt und zur Baustelle transportiert, um die Terrassen, Kniewände, Treppen und Decken zu betonieren. Die Stahlkonstruktionen wurden mit einer Reihe von Vorrichtungen vorgeschweißt und vor Ort verschraubt, so dass der Rahmen einfach und effizient montiert werden konnte. Reste aus den wichtigsten Konstruktionselementen wurde für die Herstellung von Möbeln wie Picknicktischen und einer Kücheninsel verwendet. Die trapezförmigen Holzdachpaneele wurden in der Werkstatt gebaut, mit dem Kran vor Ort angebracht und mit der Stahlkonstruktion verschraubt. Die transluzente Glashülle wurde verkleidet, kodiert und werkseitig zugeschnitten, um den Abfall zu minimieren und die Installation vor Ort zu beschleunigen.

Stade du Merlan

Stade du Merlan

Von den Schildkröten lernen

Neues Gebäude für das Stade du Merlan in Marseille

Schwierige Nachbarn

Planung und Bau des neuen Nebengebäudes für das Stade du Merlan in Marseille gingen von zwei grundsätzlichen Voraussetzungen aus: der Wunsch des öffentlichen Auftraggebers, eine (schwierige) Nachbarschaft nicht zu stigmatisieren, und der Wunsch, sich für Architektur zu entscheiden. Der Standort war lange Zeit sich selbst überlassen worden und Schauplatz von verbrannten Autos und Kleinkriminellen aller Art. Die Randbedingungen waren bekannt, die Spezifikationen klar definiert:

  • Ein benachteiligtes Viertel, das von Kriminalität geplagt ist.
  • Das notwendige „Management“ unerwünschter Eindringlinge
  • Ein Gitter, das unmöglich zu überqueren und gegen Angriffe resistent ist
  • Ein Gebäude, das Einbrüchen, Graffitis, zerbrochenen Fenstern, Hausbesetzungen widersteht
  • Einfache Wartung, einfache Instandhaltung

Bunker vs. Schildkröte

Die Bedeutung von Architektur nimmt unter solchen Voraussetzungen eindeutig zu. Das ATELIER NAOM* (New Architectes Of’ Marseille) entschied sich gegen die in Gegenden wie dieser verbreiteten Bunker-Architektur – und für das Vorbild der Schildkröten. Das neue Umkleidegebäude für das Stade du Merlan wurde fast komplett eingegraben, nur die Zugänge sind sinnigerweise gut erreichbar. Das schützt Fassaden und Dächer vor den bereits genannten Problemen und macht den Zugang leichter zu kontrollieren. Darüber hinaus entstand auf dem Gebäude eine Grünfläche, die hier bisher sehr fehlte. Diese überraschende und doch so funktionale Antwort verändert auch die Ästhetik des Ortes: es entstand eine Luftblase, ein besonderer Ort des Sports und der Erholung, der den Schulen und Bewohnern gewidmet ist. Das Projekt leiht sich ein pflanzliches Vokabular, um einen sehr besonderen Freiraum zu schaffen.

Architekt

ATELIER NAOM* (New Architectes Of’ Marseille) 467 avenue de mazargues 13008 Marseille Frankreich
et-

Bauherr

STB Northeast 20 Bd Françoise Duparc 13 004 Marseille Frankreich
fa-

Adresse

Avenue de l’escadrille Normandie-Niemen Marseille 13e Frankreich

Luftbild

Danke, Google!
fa-

Autor

ATELIER NAOM*
fa-

Fotograf

ATELIER NAOM*
fa-

Baukosten

3.265.000 €
fa-

Eröffnung

2016

Materialien

Die verwendeten Materialien rund um das Stade du Merlan wirken – wie das Konzept – auf den ersten Blick ein wenig bizarr, haben aber absolut Sinn: Die Patina aus Cortenstahl, in warmen Farbtönen von Orange bis Braun, die an die Farbe der Erde erinnern, verbindet sich mit den grünen Hängen, die von Blumen und Brachland übersät bzw. geprägt sind. Die einzelnen Teile des Zauns, die von weitem wie eine geschlossene Fläche wirken, verflüchtigen sich schnell wie Zweige und lassen Ein- und Durchblicke zu. Vor allem erlauben sie, das Gelände zu schließen. Das macht man anderswo auch, hier hat der Zaun auch eine wahrnehmbare und gut gestaltete Verbindung zum nahen städtischen Kontext. Die Ästhetik dieses Zauns will uns sagen: NAOM* wollen keine Barrikaden bauen, sondern im Gegenteil Verbindungen schaffen.

Die Sirenen der Standardkataloge

Auch aus praktischer Sicht ist die Wahl eines Werkstoffes wie Cortenstahl eine nachhaltige Entscheidung, denn er ist langlebig und pflegeleicht: Nach dem Schleifen (z.B. eines Graffitis) regeneriert sich die Patina von selbst. Die gesamte Stadtmöblierung wurde für diesen Standort, für das Stade du Merlan, entworfen. Die Architekten legen Wert darauf, auch in jedem Detail vom Baumraster bis zur Beschilderung im Inneren ihrer Rolle als Designer gerecht zu werden und „den Sirenen der Standardkataloge“ zu widerstehen. Das hat geklappt.

Fotos

Barrancabermeja

Barrancabermeja

Architektur ist Action

Überdachung für die Parks von Barrancabermeja

Barrancabermeja

Diese überdachte Fläche mit Freizeit- und Sporteinrichtungen befindet sich in Barrancabermeja, einer Stadt mit 191.000 Einwohnern im Norden Kolumbiens, am Ufer des Flusses Magdalena. Das insgesamt 7.000 Quadratmeter große öffentliche Zentrum ist durch eine modulare Struktur geschützt, die auf schlanken Säulen ruht und zukünftige Erweiterungen ermöglicht. Das System der langgestreckten Rhomben beinhaltet Öffnungen zum Filtern des Sonnenlichts und außerdem Ventilatoren, Sprinkler, Lautsprecher und eine Beleuchtungsanlage.

Prototyp

Ziel dieses Projektes ist es, den Prototyp eines offenen Raums für die Parks von Barrancabermeja in einem schwierigen sozialen Umfeld zu schaffen, der der Rolle der Gemeinschaft stärkt. Das modulare System besteht aus einem langgestreckten Rhombus, das sich vervielfacht und in einem Grundmodul oder einem Komplementärmodul wiedervereinigt. So entsteht eine anpassungsfähige und progressiv wachsende Struktur. Das Ergebnis ist das Dach über der Anlage. Besonders macht diese Überdachung die Abfolge von physischen Wahrnehmungen, die auf natürlichen Faktoren wie Feuchtigkeit, Hitze, Kälte oder Licht beruhen. Kontrollierte Elemente wie Lichtfiltration, Ventilatoren, Schallabsorber und Wasserimplementierungen schaffen eine Atmosphäre, die den Menschen für die Beziehung des eigenen Körpers zur Natur sensibilisiert.

Architekt

El Equipo Mazzanti
Calle 69 No. 10 – 06 
Bogotá
Kolumbien
fa-

Team

Giancarlo Mazzanti, Carlos Medellín, Humberto Mora, Simón Escabi, Juan Carlos Zapata, Luz Rocío Lamprea, Juan Carlos Zapata, Laura Pachón, Lorena Mendoza, Manuela Dangond, Andrés Melo,  Juan Esteban Parra, Julian Quiroz, Pablo Maal
Structural engineer
Nicolás Parra
et-

Bauherr

Municipio de Barrancabermeja
fa-

Autor

El Equipo Mazzanti
fa-

Fotograf

Alejandro Arango – Pequeño Robot
Dirección de fotografía: Mariana Bravo

fa-

Eröffnung

2016
Video

Struktur

Die Struktur fungiert als Instrument zur Förderung jeglicher Aktivitäten in Barrancabermeja, die von sportlichen, spielerischen, wirtschaftlichen, akademischen und kulturellen Aktivitäten bis hin zu sozialen Aktivitäten reichen. Alles profitiert von ihrer offenen Art, die auf Interaktionen zwischen Menschen und mit der Natur hinaus will.

El Equipo Mazzanti

Die Architekten von El Equipo Mazzanti sehen das so: „Architektur ist Aktion. Wir induzieren Handlungen, Geschehnisse und Beziehungen, aus denen wir Formen, Muster und offene materielle Organisationen entwickeln, die sozialen Zielen folgen. Damit wollen wir neue Verhaltensweisen und neue Dynamiken auslösen, die Menschen ermutigen, auf eine Art und Weise zu handeln, die sie sich niemals vorstellen konnten.“

Tenri Station Plaza CoFuFun

Tenri Station Plaza CoFuFun

Pizza precisamente

Tenri Station Plaza CoFuFun

Die Situation

CoFuFun bereichert die bisher unwirtliche Bahnhofsgegend von Tenri um vielfältige neue Nutzungsangebote wie Spielplatz, Bibliothek und Straßencafé. Die Gefahr, den Zug zu verpassen, dürfte seit der Eröffnung im Jahr 2017 gestiegen sein.

Tenri ist eine Stadt in der japanischen Präfektur Nara mit knapp 67.000 Einwohnern und etwa 30.000 Haushalten. Vor CoFuFun war der Platz vor dem Bahnhof ein Ort, an dem die Menschen auf dem Weg zur Arbeit im nahegelegenen Osaka meist hastig vorbeigingen. Die Gemeinde wollte die Gegend beleben und veranstaltete einen Gestaltungswettbewerb. Nendo gewann.

Der Entwurf

Tenris Stadtgrenzen umfassen eine Reihe von antiken japanischen Gräbern, die als „Cofun“ bekannt sind. Diese einzigartigen Gräber sind ein Entwurfsmotiv, die charakteristische Geographie des Gebiets ein weiteres: Tenri liegt im Nara-Becken, das von Bergen auf allen Seiten umgeben ist.

Auf dem 6.000 Quadratmeter großen Areal sind Fahrradverleih, Café und andere Geschäfte, ein Informationskiosk, ein Spielplatz, Außenbühnen und Besprechungsräume entstanden. Ziel des Projekts war es, durch diese Maßnahmen und Angebote die Revitalisierung von Gegend und Bevölkerung zu fördern.

CoFuFun wurde aus Betonfertigteilen geformt, die – nach Meinung der Designer –  einer riesigen Pizza ähneln. Die Fertigteile wurden im Werk geformt und vor Ort montiert. Ihre Strukturen sind präzise, ihre Form kann mehrfach verwendet werden – also ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Große Räume können ohne Stützen oder Balken gebildet werden. Die runde Form ist auch aus statischer Sicht günstig.

Design

nendo
7-2-21-6F Akasaka Minato-ku
Tokyo 107-0052
Japan

et-

Bauherr

Stadt Tenri
fa-

Adresse

Tenri Station Square Kofufun
803 Kawaharajocho
Tenri, Nara Prefecture 632-0016
Japan

Luftbild

Danke, Google!
fa-

Autor

nendo
fa-

Fotograf

Takumi Ota
Daici Ano
Tadashi Endo

fa-

Video

Takahisa Araki, Toru Shiomi,
mindo
fa-

Eröffnung

2017
Video

Angebot

Die verschiedenen Ebenen des CoFuFun dienen unterschiedlichen Zwecken: Es sind Treppen und Sitzbänke, Räume und Grenzen für spielende Kinder, Überdachungen für Café und Bühne sowie Kulisse für Präsentationen. Am Abend und in der Nacht, wenn der Platz vom Licht durchflutet wird oder werden kann, entfalten sie eine ganz besondere Wirkung. Diese Vielfalt schafft eine anregende Umgebung; Besucher erkunden die verschiedenen Räume und huschen nicht mehr nur vorbei. CoFuFun besteht nun aus:

  • einem Spielplatz für Kinder
  • einem Aufenthalts- und Studienraum zum Lesen
  • einer Bühne für Konzerte oder öffentliche Vorführungen
  • dem Tenri Souvenir-Shop.

Wegweiser und Schilder weisen sanfte Rundungen auf, die an den Cofun erinnern. Sie sind dunkelgrau gefärbt, was einen natürlichen Kontrast erzeugt und sich dennoch gut in die Umgebung einfügt. Außerdem sind Schilder und Angebote in vier verschiedenen Höhen angeordnet, um den Lärmpegel zu minimieren.

Bei allen Entwürfen wurde darauf geachtet, dass die Materialien und die Farbgebung der Innenräume so gut wie möglich mit denen des Platzes übereinstimmen. So wurden Möbel und Einrichtungsgegenstände aus Holz aus der Präfektur Nara gefertigt, um ein Gefühl der Einheitlichkeit zu schaffen.

Der Name

Der Name des Platzes, CoFuFun, verbindet das Hauptdesignmotiv, den Cofun, mit umgangssprachlichen japanischen Ausdrücken. „Fufun“ meint ein fröhliches, unbewusstes Summen: Die Gestaltung des Platzes soll eine gesellige Atmosphäre bieten, die den Besucher zum Summen bringt. Die Schreibweise „CoFuFun“ bringt auch das „Co“ von „Kooperation“ und „Gemeinschaft“ sowie – natürlich – „Spaß“ (Fun) selbst ein. Das Ergebnis ist ein Name, dessen japanische und alphabetische Schreibweise ähnliche Bedeutungen haben, so dass auch ausländische Besucher des Platzes ihn in gleicher Weise verstehen können.

Fotos

Dawn Bridge in Zhujiajiao

Dawn Bridge in Zhujiajiao

Brücke mit Tribüne

Die Dawn Bridge in Zhujiajiajiao

Standort

Die Dawn Bridge liegt zwischen der Altstadt von Zhujiajiajiao und neuen Wohnanlagen, zwischen den bestehenden Kreuzungen der Fangsheng Bridge (ein Wahrzeichen seit 1571) und der Qingpu Bridge (eine unauffällige moderne Straßenbrücke). Zhujiajiajiao (66.000 Einwohner), auch das „Vendig Shanghais“ genannt, ist eine Wasserstadt am Stadtrand von Shanghai und wurde vor rund 1.700 Jahren gegründet. Durch die Stadt fließt der Huangpu Jiang, die 36 Steinbrücken und zahlreiche Flüsse zu bieten hat. Viele alte Gebäude säumen die Ufer.

Leichtigkeit und Eleganz

Da die Dawn Bridge einen Bezug zur historischen und ruhigen Umgebung herstellen will, wird die Bauhöhe bewusst niedrig gehalten. Die vertikale Ausrichtung definiert das Gefühl von Leichtigkeit und Eleganz einer Brücke. Die Planer von MVRDV schaffen eine anmutige niedrige Kurve über dem Wasser, die sich in die Landschaft einfügt. Darüber hinaus entsteht eine Brücke für alle. Die Steigung beträgt nie mehr als acht Prozent: Damit wird die Brücke für alle Menschen zugänglich, ob zu Fuß oder auf Rädern (Fahrrad, Rollstuhl, Kinderwagen).

Architekt

MVRDV bv Achterklooster 7 NL – 3011 RA Rotterdam
et-

Bauherr

Zhujiajiao Municipality
fa-

Team

Design MVRDV Winy Maas, Jacob van Rijs and Nathalie de Vries
Design Team Wenchian Shi, Marta Pozo, Lorenzo Mattozzi with Wenzhao Jia, Cosimo Scotucci, Jose Sanmartin, Enrico Pintabona, Chi Zhang, Artemis Maneka, Cai Zheli, Ray Zhu, Jammy Zhu and Alice Huang
Visualization Antonio Luca Coco, Davide Calabrò, Giovanni Coni and Pavlos Ventouris
fa-

Fotograf

© MVRDV

Luftbild

Danke, Google!

Grazile Umgebung

Die Dawn Bridge stellt darüber hinaus eine Beziehung zu ihrer anspruchsvollen Umgebung her, indem sie deren Farb- und Materialpalette aufnimmt. Die grauen Dächer erinnern an den grauen Asphalt, während die weißen Wände durch die weiße Brückenkonstruktion zum Ausdruck kommen. Das rötliche Holz von Häusern und Booten wird zur Abdeckung der Fußgängerzone und der Anlegestellen. Schließlich findet sich auch das Grün des Wassers und der Natur in Form von Bäumen auf dem Deck wieder, genau wie auf der nahegelegenen Fangsheng Bridge. Die Brücke begünstigt den Blick über die Altstadt von Zhujiajiajiao und bietet maximalen Platz für Fußgänger. Die Dawn Bridge ist vorrangig für Fußgänger konzipiert, ihre leicht gewundene Form berücksichtigt bietet aber auch ein echtes Fahrerlebnis mit ständig wechselnden Perspektiven in die Umgebung.

Tribüne

Um die Lärm- und Luftverschmutzung durch die Dawn Bridge zu minimieren, wird der mittlere Fachwerkträger vollflächig verkleidet. Vor dieser Rückwand bietet die Tribüne eine wunderbare Aussichtsplattform und einen Treffpunkt mit Blick auf das Wasser. Um eine Passage entlang der Uferpromenade zu ermöglichen, werden die Anlegestellen und Brückenköpfe zu Treppenhäusern. So entsteht eine direkte Verbindung mit dem dem Fluss und dem Kanalnetz, die typisch für Zhujiajiajiao ist. Mit der Einweihung der Brücke werden das Leben und die Aktivitäten entlang des Flussufers in Gang setzt.

Wohnzimmer

Die benachbarte Fangsheng Bridge ist schon lange Wahrzeichen und Touristenattraktion. Die Dawn Bridge schafft eine neue und eigene Verbindung und bereichert ihre geschichtsträchtige Umgebung, ohne mit ihr zu konkurrieren: ein neues urbanes Element. Die Sicht auf die Brücke bildet einen neuen Horizont, die Tribüne ein neues Licht, das aus ihr aufsteigt: Die Dawn Bridge wird das erste Morgenlicht in Zhujiajiajiao reflektieren – und das Wohnzimmer der Gemeinschaft sein.

A’Beckett Urban Square

A’Beckett Urban Square

Funktioniert sofort

A’Beckett Urban Square in Melbourne

Pop-up

Der A’Beckett Urban Square ist ein temporärer Freiraum, der gleich nach seiner Eröffnung zu einem Anziehungspunkt für Studenten und junge Bewohner der australischen Metropole Melbourne geworden ist. Hinter dem neuen Swanston Academic Building gelegen, wurde das Gelände von der RMIT University seit vielen Jahren als Parkfläche genutzt. Die Universität hat diesen ungenutzten und brachliegenden Raum großzügig in einen öffentlich zugänglichen, 2.800 Quadratmeter großen Park mit Mehrzweck-Sportflächen inklusive Zuschauerplätzen, Tischtennisplatten, Grillmöglichkeiten, Fahrradabstellplätzen, Wi-Fi, Pop-Up-Pflanzen in Wannen und Sitz- und Entspannungsplätzen verwandelt. Die RMIT University wird diesen Standort in naher Zukunft weiterentwickeln. Bis dahin stellt die Universität die Fläche als temporären Magneten für Freizeitgestaltung und menschliches Miteinander zur Verfügung. Flächen und Räume für informellen Sport sind ausgesprochen selten in Melbourne. Daher ist es kaum verwunderlich, dass der A’Beckett Urban Square so schnell so populär wurde.

Architekt

Peter Elliott Architecture + Urban Design Level 11|180 Russell Street Melbourne AUS-Victoria 3000
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Team

Peter Elliott, Catherine Duggan, Sean van der Velden, Daniel Bennetts, Juliet Maxsted

Bauherr

RMIT University, Melbourne
LAGEPLAN

Schlanker Ansatz

Der planerische Ansatz ist bewusst schlank gehalten und entwickelt sich aus der Idee einer temporären und demontierbaren Installation. Typischerweise besetzen „Pop-ups“ durch die Verwendung von recycelten Materialien und die geschickte Adaption von alltäglichen Fundstücken verbleibende und ungenutzte Räume in der Stadt. DerA’Beckett Urban Square wurde als eine Art urbanes Theater konzipiert, das aus der umgebenden Stadt herauswächst und von neuen Wohntürmen, Parkhäusern und Universitätsgebäuden eingerahmt wird. Auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes wurde spielerisch mit kräftigen Farben und Grafiken gearbeitet, um die aktiven Flächen von den passiven und ruhigeren Zonen zu unterscheiden. Die Fläche wird auf zwei Seiten mit einem eigens in Auftrag gegebenen großformatigen Kunstwerk des Melbourner Künstlers Ash Keating gestaltet. Es trägt den Namen „Natural System Response“. Keatings Arbeit bietet eine einnehmende und energetische Kulisse mit abstrakten Schwaden von grünen Grüns, sengenden Rotweinen und fluoreszierenden Orangen, die mehrere Meter hohe Wände bedecken. Keating schuf die Wandmalereien, um die Idee eines Stadtwaldes und einer Wüstenlandschaft darzustellen. Er verwendete eine Airless-Spray-Technik, in dem er Feuerlöscher einsetzte, die unter Druck mit Farbe gefüllt wurden.

VORHER
NACHHER
KUNST

Aktiv, ungezwungen und demontierbar

Der A’Beckett Urban Square wurde als demontierbare Installation aus einem recycelbaren Bausatz gefertigt. Es ist ein aktiver Ort für viele verschiedene Freizeitaktivitäten, vor allem für Ballsportarten wie Basketball und Volleyball. Es ist ein Ort, um Kontakte zu knüpfen, sich zu entspannen und Menschen zu beobachten. Er bietet viele lässige Sitzgelegenheiten, Zuschauerränge und Bänke, die zudem einen guten Überblick über das Gelände bieten. Und es ist ein Ort des informellen Lernens, individuell oder in der Gruppe, mit Wi-Fi-Zugang und mit Treffpunkten. Der östliche Rand verbindet sich über eine Fußgängerzone in der Stewart Street mit Einkaufsmöglichkeiten und dem dahinterliegenden Hauptcampus der Universität. Die Landschaft beschränkt sich auf die vorhandenen Straßenbäume und Neuanpflanzungen in Holzkübeln, die über einen Kunstrasenstreifen verstreut sind. Gehen Sie nachmittags oder Abends dorthin und Sie werden eine Menge junger Leute finden, die Sport treiben, herumhängen und plaudern oder anderen zuschauen. Der A’Beckett Urban Square ist ein Spaßplatz voller aktiver Energie und Geselligkeit. Der Erfolg des A’Beckett Urban Square zeigt, wie wichtig solche Erholungsräume für das Leben in der Stadt sind.

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Autor

Peter Elliott Architecture + Urban Design
fa-

Fotograf

John Gollings,Ash Keating, Tony Owczarek

Adresse

22-46 A’Beckett St AUS-Melbourne VIC 3000

Luftbild

Danke, Google!
FOTOS

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