London Mastaba

London Mastaba

Kunst im Wasser

London Mastaba

Das Projekt

Am 18. Juni 2018 wurde London Mastaba, eine temporäre Skulptur von Christo und Jeanne-Claude, im Londoner Hyde Park, eröffnet. Sie ist bis zum 23. September 2018 zu sehen. Die geometrische Form der Skulptur orientiert sich an Mastabas. Das war ein nach dem ägyptisch-arabischen Wort für Bank benannter Typ von Bauten in der altägyptischen Kultur, der später von den Pyramiden abgelöst wurde. Die 20 Meter hohe Konstruktion besteht aus 7.506 horizontal gestapelten, farbigen Fässern, die speziell in den Farben Rot, Blau, Mauve und Weiß gefertigt und bemalt und auf einer schwimmenden Plattform auf dem Serpentine Lake befestigt sind. Alle Materialien sind als umweltfreundlich zertifiziert.

Die Konstruktion

Der Bau begann am 3. April 2018 durch JK Basel, Deep Dive Systems und Coventry Scaffolding sowie ein Team von Ingenieuren von Schlaich Bergermann Partner. London Mastaba besteht aus 7.506 horizontal gestapelten Fässern auf einer schwimmenden Plattform. Die Plattform ist 20 Meter hoch, 30 Meter breit (an den 60° geneigten Wänden) und 40 Meter lang. Für die Skulptur wurden Standardfässer mit den Maßen 59 x 88 cm hergestellt und bemalt. Die Seiten der Fässer, die oben und an den beiden schrägen Wänden der Skulptur sichtbar sind, sind rot und weiß. Die Enden der Fässer, die an den beiden senkrechten Wänden sichtbar sind, sind blau, lila und verschieden rot. Die schwimmende Plattform besteht aus ineinander greifenden Würfeln aus hochdichtem Polyethylen (HDPE). Sie wird von 32 Ankern gehalten, von denen jeder sechs Tonnen schwer ist. Die tonnenförmige Unterkonstruktion besteht aus einem Gerüst und einem Stahlrahmen, der mit der schwimmenden Plattform verbunden ist. Das Gesamtgewicht der Skulptur beträgt 600 Tonnen. Ihre Grundfläche nimmt etwa ein Prozent des Sees ein.

Impact

Alle Baumaterialien sind als umweltfreundlich zertifiziert und haben keinen Einfluss auf das Ökosystem des Sees. Der Abbau der Skulptur beginnt am 23. September 2018. Während einige Geräte und Materialien, wie z.B. Gerüste, gemietet wurden und zurückgegeben werden, werden die anderen Materialien industriell recycelt. Christo legt auch hier Wert darauf, dass durch seine Projekte keine Kosten entstehen: London Mastaba wird vollständig durch den Verkauf seiner Kunstwerke, vor allem Skizzen und Bilder, bezahlt. Es werden keine öffentlichen Gelder verwendet.

Der Hyde Park

The Royal Parks ist eine Wohltätigkeitsorganisation, die im März 2017 gegründet, um sich für 5.000 Morgen „Royal Parkland“ in ganz London zu engagieren, so eben auch für den Hyde Park. London Mastaba ist eine willkommene Bereicherung für den Hyde Park in diesem Sommer. Die Aktion bringt international anerkannte Kunst in den Park, die Besucher kostenlos genießen können. The Royal Parks haben bei diesem Projekt sehr eng mit Christo und seinem Team zusammengearbeitet, so dass der Serpentinensee auch nach dem Abbau der Skulptur von erheblichen Investitionen profitieren wird. Dazu gehören ökologische Verbesserungen auf der Insel Serpentine und die Schaffung neuer Lebensräume, zum Beispiel für wirbellose Landtiere, Wasservögel, Reiherkörbe und Vogel- und Fledermauskästen.

Fahren Sie doch mal hin!

Für die Ausstellung oder The London Mastaba sind keine Tickets oder Reservierungen erforderlich. Der Hyde Park ist täglich von 5 Uhr morgens bis Mitternacht geöffnet und die Serpentine Galleries sind den ganzen Sommer über täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Hier ist vom 19. Juni bis zum 9. September eine beeindruckende Ausstellung von Christo und seiner verstorbenen Frau Jeanne-Claude zu sehen. Der Eintritt ist frei. Für Behinderte bietet Liberty Drives kostenlose Mobilität für die Royal Parks. In den Serpentinen-Galerien gibt es auch vollen Zugang für Behinderte. Eine detaillierte Karte finden Sie unter: www.serpentinegalleries.org.

Projektdaten

Künstler

Christo and Jeanne-Claude

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Team

Schlaich Bergermann Partner
JK Basel
Deep Dive Systems
Coventry Scaffolding

Hauptnutzer

The Royal Parks
The Old Police House
Hyde Park
London
UK – W2 2UH

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Eröffnung

18.6.2018

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Autor

Christo and Jeanne-Claude

Adresse

London W2 UK – 2UH

Luftbild

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Fotograf

Wolfgang Volz André Grossmann (Zeichnungen)

Bilder von der Baustelle

Videos

Pavillon d’Eau

Pavillon d’Eau

Zu Gast beim Weltkulturerbe

Der Pavillon d’Eau am Genfer See

Ort

Der Pavillon d’Eau ist bzw. war ein temporärer Pavillon aus Holz und Porzellan, der im Jahr 2017 auf dem Genfer See errichtet wurde. Es wurde im Rahmen einer Abschlussarbeit an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) realisiert. Der Pavillon d’Eau entstand aus der Zusammenarbeit der beiden wichtigsten Schweizer Universitäten EPFL und Haute école d’art et de design – Genève (HEAD) mit der Gemeinde Saint Saphorin (393 Einwohner).

Der vom EPFL-Studenten Alexander Wolhoff entworfene Pavillon ist das Ergebnis von sechs Monaten Forschung, Prototyping und dem Dialog zwischen verschiedenen lokalen und akademischen Institutionen und Akteuren. Geboren an der EPFL und insbesondere in den Labors ALICE und LHT3, wurde das Projekt auch durch eine Partnerschaft mit dem CERCCO-Labor (HEAD) voran getrieben. Hier wurden die Porzellanfliesen einzeln von Hand gefertigt. Die Dicke der Fliesen variiert zwischen 1,3 mm und 2 mm; die 150 Stück messen 213 mm auf 293 mm.

Entwurf

Die UNESCO-Weltkulturerbe-Gemeinde Saint-Saphorin en Lavaux am Genfer See war Gastgeber des ephemeren Pavillons. Der Entwurf und die Materialien Holz und Porzellan wollten die geschichtliche und kulturelle Bedeutung des Ortes südöstlich von Lausanne hervorheben und sein kristallines Relief aus Wellen und Alpenkämmen aufwerten. Das gesamte Projekt sollte keinerlei Spuren am See hinterlassen. Das Äußere des Pavillons wird von seinem Tragwerk strukturiert, sein Innerer ist nur im Wasser sichtbar und durchaus ornamental. Die Porzellanfliesen – Bleu de Sèvre emailliert – und ihre besondere Form spielen mit der Brechung der Sonnenstrahlen und des Sees als Versuch, die Blendung des Ortes einzufangen.

Architekt

Alexander Wolhoff
École polytechnique fédérale de Lausanne
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Team

EPFL: D. Dietz, Raffel Baur
LHT3; R. Gargiani, Me R. Fiechter
HEAD: M. Gerber, I.Schnederle, J-P. Greff.
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Fotograf

Alexander Wolhoff
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Autor

Alexander Wolhoff

Adresse

Lake of Geneva (Léman)
Plage des Bains Reymon
CH – Saint-Saphorin

Luftbild

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Eröffnung

2017

Bilder

Zalige-Brücke

Zalige-Brücke

Hochwasser als Spektakel

Die Zalige-Brücke in Nijmegen

Leben mit dem Wasser

Die Niederländer wissen, wie man mit dem Wasser lebt. Die Zalige-Brücke in Nijmegen von NEXT Architekten, in Zusammenarbeit mit H+N+S Landscape Architects, ist ein weiterer Beweis dafür. Die Brücke taucht langsam in das ansteigende Wasser des Flusses Waal ein und ist bei Hochwasser nur durch Trittsteine erreichbar. Der ultimative Ort, um Hochwasser als Spektakel zu erleben.

In Nijmegen werden Wasserstände von bis zu 11,50 m NAP+ gemessen. Diese Höhe wurde in den letzten 15 Jahren nur einmal erreicht. Früher wäre das eine Bedrohung gewesen, jetzt wird das Hochwasser zur Attraktion. Die Menschen spazieren über die Brücke und durch den Flusspark, um das Hochwasser zu sehen und zu erleben.

Ein Bypass für den Fluss

Das Klima verändert sich und bewirkt, dass Flüsse mehr und mehr Wasser mit sich führen. Um Überschwemmungen vorzubeugen, räumt das landesweite Projekt „Room for the River“ den Flüssen mehr Raum ein. Die Zalige-Brücke ist Teil der Maßnahme. „Raum für die Waal“ ist das größte Teil-Projekt und beinhaltete die Verlegung des Deiches und den Bau eines Nebenkanals in den Überschwemmungsgebieten: ein Bypass für den Fluss. Die Zalige-Brücke wurde im März 2016 fertiggestellt. Michel Schreinemachers, Partner bei NEXT architects, betont die Beziehung zwischen Brücke und Landschaft: „Diese Brücke wurde in die Auen gebaut. Wir wollten eine Brücke entwerfen, die einen Weg über das Wasser ermöglicht und mit der Flusslandschaft interagiert.“ Normalerweise hat der Fluss eine durchschnittliche Höhe von 7 m NAP+. Dann steht die Brücke hoch über dem Wasser. Die Brückenpodeste und die Trittsteine sind perfekt auf das Profil der Landschaft abgestimmt. Wenn der Wasserpegel steigt, gehen Teile der Brücke unter, ihr Aussehen und ihre Nutzung verändern sich. „Die Brücke macht die wechselnden Wasserstände erlebbar“, sagt Schreinemachers.

Architekt

NEXT architects  Paul van Vlissingenstraat 2a NL – 1096 BK Amsterdam
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Team

Michel Schreinemachers, Marijn Schenk, Bart Reuser, Jurriaan Hillerström, Luuc Sonke, Maarten Vermeulen, Ingeborg Kuijlaars
et-

Bauherr

Stadt Nijmegen

Bauunternehmen

I-Lent (Dura Vermeer Divisie Infra BV en Ploegam BV)
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Fotograf

© NEXT architects / Photographs: Jan Daanen
© NEXT architects / Photographs: Rutger Hollander
© NEXT architects / Photographs: Jeroen Bosch
© NEXT architects / Photographs: Jennie Burgers
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Autor

NEXT architects 

Adresse

Zaligebrug NL – 6541 AH Nijmegen

Luftbild

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Eröffnung

2016
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Baukosten

4.700.000 €

Kein Hochwasser / Hochwasser

Schnitt

Hochwasser als Spektakel

Im Januar 2018 hat sich die Zalige Brücke erstmals bewährt. Der Wasserstand stieg auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Das Hochwasser wurde zur Attraktion und die Brücke zum ultimativen Erlebnisort. Das ganze Jahr über hat die Waal eine durchschnittliche Höhe von 7 m +NAP und die Brücke steht hoch über dem Wasser. Als der Fluss 10,5 m +NAP erreichte, tauchten die Brückenpodeste unter und die Trittsteine wurden der einzige intermittierende Weg, der den Zugang zur Brücke ermöglichte. Die Menschen gingen über die Brücke und durch den Flusspark, um das Hochwasser zu sehen und zu erleben. Als die Trittsteine unter Wasser kamen, wurde die Brücke unzugänglich.

Mehr Geschichten erzählen

„Das Bewusstsein für die Fragen des Wassers ist leider noch immer gering“, sagte Henk Ovink, Sonderbeauftragter für internationale Wasserangelegenheiten in den Niederlanden. „Also müssen wir mehr Geschichten erzählen, damit die Leute verstehen, wie wichtig das Thema Wasser ist.“ Genau das tut die Zalige-Brücke: Sie unterstreicht den dynamischen Charakter des Wassers, indem sie die Menschen die sich verändernde Flusslandschaft sehen und erleben lässt. Damit zeigt sie Wege auf, mit dem Wasser zu leben – nämlich indem wir ihm genügend Raum geben. If you can’t beat them, join them.

Bilder

Cirkelbroen

Cirkelbroen

Creative Reality

Cirkelbroen in Christianshavn

Ein Fest für Fußgänger

Cirkelbroen ist eine Fußgängerbrücke mit fünf runden Plattformen in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Sie überspannt den Kanal im Stadtviertel Christianshavn und verbindet Christiansbro mit Applebys Plads. Seit Jahren war es Ziel der Stadt Kopenhagen, eine zusammenhängende Uferpromenade zu schaffen.

Cirkelbroen ist ein Fest für Fußgänger. Die Bücke spiegelt das tägliche Leben rund um den Kanal und die Umgebung von Christianshavn mit seinen Hausbooten, den Segelbooten und den Stadtmauern wider. Der Hafen von Kopenhagen war einst ein Zentrum maritimer Aktivitäten, und Cirkelbroen ist ein Zeugnis dieser Geschichte. Bei Entwurf und Realisierung der Brücke erinnerte sich der Künstler und Planer Olafur Eliasson an die Fischerboote, die er als Kind in Island sah. Im Hafen lagen die Boote oft direkt nebeneinander, und manchmal schien es, als könnte man den Hafen durchqueren, indem man einfach von Boot zu Boot hüpft.

Eine andere Perspektive

Cirkelbroen mit seinen fünf runden Plattformen ist Teil eines größeren Kreises, der eine Fußgängerroute rund um den Hafen von Kopenhagen bildet. Hier können die Menschen beim Radfahren, Laufen oder Gehen die Stadt aus einer anderen Perspektive sehen.

Täglich überqueren bis zu 5.000 Menschen diese Brücke. Sie sollen Cirkelbroen als Treffpunkt nutzen. Die Zickzackgestaltung will die Geschwindigkeit der Passanten reduzieren und sie dazu bringen, eine Pause einlegen. „Auf unserem Weg zu zögern bedeutet, sich auf ein körperliches Empfinden einzulassen.“ So sieht das Olafur Eliasson. Solche Wahrnehmungen nennt der Planer dieser Brücke einen wesentlichen Bestandteil einer lebendigen Stadt.

Designer

Studio Olafur Eliasson
Christinenstraße 18/19, Haus 2
D – 10119 Berlin
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Team

Sebastian Behmann, Robert Banović, Jan Bünnig

Bauherr

Nordea-fonden

Hauptnutzer

Stadt Kopenhagen
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Autor

Olafur Eliasson

Fotograf

Anders Sune Berg

Adresse

Cirkelbroen
Johan Semps Gade
DK – København K

Luftbild

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Eröffnung

2015

Inklusion und Tradition

In Dänemark gibt es eine starke Tradition der Inklusion und Akzeptanz: Ideen, die wir noch nicht hatten, Menschen, denen wir noch nicht begegnet sind, und unvorhersehbare Begegnungen. Es ist etwas, woran wir alle gemeinsam arbeiten müssen, und eine Möglichkeit, dies anzugehen, besteht darin, wie wir den öffentlichen Raum planen. Cirkelbroen wird zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Entwicklung einer gastfreundlichen und integrativen Stadt beitragen.

Emotionale Qualitäten

Überhaupt Kopenhagen. Was die Qualität städtischer Räume und ihre Atmosphäre ausmacht, hat die dänische Hauptstadt viele Vorbilder zu bieten. Hier ist ein weiteres. Natürlich kann man Atmosphäre nicht planen, da sie von den Menschen, die den Raum nutzen, koproduziert wird. Es ist aber offenbar möglich, eine Atmosphäre zu pflegen und wachsen zu lassen. Als Künstler arbeitet der Designer Olafur Eliasson mit abstrakten und emotionalen Qualitäten, und die bringt er hier ein. Politiker, Stadtplaner und Entwickler sollen ihre Bordmittel erweitern, indem sie die „Creative Reality Producers“ in die Entwicklung urbaner Räume einbeziehen: Künstler, Sozialwissenschaftler, Soziologen, Anthropologen, Historiker, Tänzer, Dichter, Umweltaktivisten und Philosophen. Guter Plan.

Bilder

Videos

Moses Bridge

Moses Bridge

Die durch das Wasser gehen

Die Moses Bridge bei Bergen op Zoom

Geschichte

Die Moses Bridge entstand in geschichtsträchtiger Umgebung im Südwesten der Niederlande im Rahmen der Rekonstruktion historisch bedeutender Anlagen, die heute als Freizeitgebiet zugänglich sind.

Die „West Brabantse Waterlinie“ ist eine historische Verteidigungslinie, die aus einer Reihe von Festungen und Städten mit Überschwemmungsgebieten rund um Bergen op Zoom besteht. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde während des 80-jährigen Krieges errichtet, um die Spanier aufzuhalten. Fast 400 Jahre später wurden und werden die Fort und Verteidigungs- und Wasserlinien nun schließlich – zu friedlichen Zwecken – wiederhergestellt. Dabei wurde auch eine Zugangsbrücke über den Graben einer der damals fast 50 Festungen, nämlich des Fort de Roovere, benötigt: Das Ergebnis ist die Moses Bridge.

Festung

Die Festung ist nun keine Festung mehr, sondern Teil eines Freizeitgebietes mit zahlreichen überregionalen Rad- und Wanderwegen. Es war früher – als die Verteidigungsanlagen noch Verteidigungsanlagen waren – natürlich höchst unzulässig, Brücken über die Gräben dieser Verteidigungsanlagen zu bauen. Dies galt insbesondere für die Seite der Festung, von der der Feind erwartet wurde.

Architekt

RO+AD Architecten
Van der Rijtstraat 40 
4611PR 
NL – Bergen op Zoom 
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Team

Ro Koster, Ad Kil, Martin van Overveld
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Bauherr

Stadt Bergen op Zoom
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Eröffnung

2011

Adresse

Schansbaan 8
NL – 4661 PN Halsteren

Luftbild

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Fotograf

Katja Effting

Autor

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Schnitte

Idee

Diese geschichtlichen Voraussetzungen nahmen die niederländischen Architekten Ro Koster und Ad Kil zum Anlass, die Moses Bridge als eine annähernd unsichtbare Brücke zu entwerfen und zu bauen. Die Brücke liegt wie ein Graben in der Festung, der sich in die Umrisse der Landschaft einfügt. Die Konstruktion ist komplett aus Holz und mit EPDM-Folie abgedichtet. Die Moses Bridge ist aus der Ferne nicht zu sehen, da der Boden und das Wasser bis an den Rand reichen. Damit der Wasserpegel gleich und die Besucher trocken bleiben, wurden auf beiden Seiten des Grabens Überläufe angelegt, die das überschüssige Wasser ableiten.

Teilen

Sichtbares Tragwerk oder so etwas wie eine Brüstung oder ein Geländer gibt es nicht.  Wenn man näher kommt, öffnet sich die Festung durch einen schmalen Graben. Die Besucher können wie Moses über das Wasser laufen. Eigentlich laufen sie allerdings nicht über das Wasser, sondern durch das Wasser. Das Wasser zu teilen, hat aber auch was.

Bilder

Video

Casa Futebol

Casa Futebol

The day after

Casa Futebol: Wohnen im WM-Stadion

Weiße Elefanten

Das Projekt „Casa Futebol“ schlägt eine nachhaltige und multifunktionale Nutzung der Stadien vor, die für die WM 2014 in Brasilien renoviert oder gebaut wurden – und dies durch die Implementierung von 105 m² großen Wohnmodulen. Casa Futebol ist eine architektonische Antwort auf die „Weiße Elefanten“ genannten Großbauten ohne sinnvolle Nachnutzung, die immer wieder aus sportlichen Großereignissen wie der Fifa-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hervorgehen. Casa Futebol wurde von Axel de Stampa und Sylvain Macaux im Rahmen ihres Think Tank „1 week 1 project“ entworfen. Casa Futebol berücksichtigt das Wohnungsdefizit in Brasilien (5,2 Millionen Haushalte) und deckt alle 12 brasilianischen WM-Stadien ab.

Apartment statt Oberrang

Axel de Stampa und Sylvain Macaux fügen Wohnraum in die zwölf Stadien ein und ersetzen die oberen Tribünen durch Apartments. Bei sechs Stadien können die Wohnungen in die Fassade integriert werden: Brasilia, Mineiro, Arena Fonte Nova, Maracana, Arena Castelao und Arena Das Dunas. Fünf dieser sechs Stadien wurden mit Beton- oder Stahlstützen mit einer Spannweite von 7 bis 8 Metern gebaut. Die vorgefertigten Wohneinheiten lassen sich einfach in dieses Raster einfügen. Der zentrale Teil der Stadien (Spielfeld und Unterrang) ist davon nicht betroffen, der Spielbetrieb also auch nicht.

Stayin‘ alive

In der Fassade des Estádio Nacional de Brasília ließen sich beispielsweise etwa 315 Wohneinheiten unterbringen – hochwertiger Wohnraum, der auch bei der Finanzierung dieses wunderschönen, aber in der Unterhaltung aufwendigen Stadions helfen könnten. In jedem Stadion könnten nach Schätzung der Planer etwa 1.500 bis 2.000 Menschen leben. Demnach könnten in der Nachnutzung der brasilianischen WM-Stadien etwa 20.000 Menschen ein neues Zuhause finden. Die Architekten sind besorgt über den sozialen Kontext, der mit solchen Großveranstaltungen einhergeht. Die Stadien sind so absurd groß, das Wohnungsproblem in Brasilien ist so real. Im Cape Town Stadium in Johannesburg, dem Austragungsort des WM-Finales 2010 in Südafrika, fanden in den vier Jahren nach der Weltmeisterschaft ganze sieben Spiele statt. Stampa und Macaux glauben, dass jeder Ort etwas Neues zu bieten hat. Es wäre doch schön, wenn sie Recht hätten.

Social Pool

Social Pool

Die Wüste und die Wirklichkeit

Der Social Pool in der südkalifornischen Wüste

Die Kommerzialisierung der Privatsphäre

Alfredo Barsuglias Social Pool ist ein knapp dreieinhalb Meter langes und eineinhalb Meter breites Schwimmbecken in der südkalifornischen Wüste, das von jedem kostenfrei genutzt werden kann. Formal erinnert das geometrische, schmucklose, weiße Gebilde an eine minimalistische Skulptur. Aufgrund seiner abgeschiedenen Lage in einer dünn besiedelten Gegend – potentiellen Besuchern wird geraten, für die Autofahrt von Los Angeles mehrere Stunden einzuplanen und sich auf „einen langen Fußmarsch“ einzustellen – denkt man unwillkürlich an Land Art-Installationen im amerikanischen Westen: Walter De Marias The Lightning Field in New Mexico, Robert Smithsons berühmte Spiral Jetty oder Nancy Holts Sun Tunnels in Utah.

Diese in den siebziger Jahren entstandenen Arbeiten von Künstlern aus New York, schon damals das unumstrittene Zentrum der Kunstszene, richteten sich nicht nur gegen die zunehmende Vermarktung und Institutionalisierung der Kunst (so zumindest der konzeptuelle Anspruch), sondern kritisierten darüber hinaus die weitreichende Zerstörung der natürlichen Umwelt. Barsuglias Werk beruft sich ausdrücklich auf diesen idealistischen Impuls – die Fahrt und der Marsch bieten ausreichend Gelegenheit, um über „soziale Werte, Träume und die Wirklichkeit“ nachzudenken – ohne dabei in Nostalgie abzugleiten.

Im Gegenteil: Social Pool setzt sich mit den grundlegenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten vierzig Jahre auseinander. Barsuglias Arbeit ist das Produkt einer Wirtschaftsordnung, in der die Kommerzialisierung der Privatsphäre keine dystopische Vorstellung, sondern Alltag ist. In diesem Szenario sollen Kunst und deren Vermittlung sich zunehmend an der Serviceindustrie orientieren, unterhaltsam sein statt humanistisch edukativ.

Künstler

Alfredo Barsuglia
Liechtensteinstraße 68-70/25
AUT-1090 Wien

Bauherr

MAK Center for Art and Architecture

Ästhetisch aufgewerteter Yoga-Unterricht

Der Titel von Barsuglias Arbeit spielt bewusst mit der Möglichkeit, dass man es bei Social Pool mit einer Art ästhetisch aufgewertetem Yoga-Unterricht zu tun haben könnte, mit einem Wochenendausflug, der weniger im Zeichen von Aufklärung und produktiver Ratlosigkeit angesichts eines rätselhaften Objekts steht, sondern vor allem der Entspannung dienen soll: Eskapismus statt Kritik, Ablenkung statt Überschreitung.

Social Pool orientiert sich an der zeitgenössischen Konsumgesellschaft und ist wie ein Versprechen angelegt: eine Erfahrung, die einen verändern wird; Entspannung, innere Ruhe und Erfüllung in der Abgeschiedenheit. Dabei bleibt man selbstverständlich stets vernetzt, denn sonst findet man das Werk schlichtweg nicht.

Als Skulptur funktioniert Social Pool buchstäblich wie ein Bad, in das man eintaucht, um zu entspannen und abzuschalten. Auf scharfsinnige Weise führt Barsuglia die Bedeutungshorizonte von Begriffen wie Kunst, Pool (dem Symbol für sorglosen Wohlstand schlechthin, insbesondere in der Wüste), Entspannung und Natur zusammen. Social Pool wird dadurch zu einer hochkomplexen Nachbildung der ideologischen Widersprüche einer Gesellschaft, die Abgeschiedenheit und Ruhe zu Luxusgütern für den gestressten und dauerkommunizierenden Großstadtbewohner erhoben hat.

Autor

Stephanie Weber
Kuratorin, Lenbachhaus München
fa-

Fotograf

Alfredo Barsuglia

Elemente des Lächerlichen und des Erhabenen

Dieser Wunsch nach Zurückgezogenheit und persönlichem Genuss spiegelt sich auch im Design des Pools und im Nutzungskonzept wider: Das MAK Center for Art and Architecture in West Hollywood händigt Besuchern die geheimen GPS-Koordinaten zusammen mit einem Schlüssel aus, mit dessen Hilfe sich die Poolabdeckung öffnen lässt. Die Abdeckung sorgt dafür, dass das Wasser nicht verdunstet, und kann geöffnet als zusätzliche Liegefläche genutzt werden – eine erstaunliche Ingenieurs- und Designleistung. Zudem verfügt die Installation über ein automatisiertes Filter- und Chlorsystem, das von einer Solarzelle auf der Abdeckung betrieben wird. Der Pool ist in zwei Hälften unterteilt: die eine rechteckig und mit Wasser befüllt, die andere quadratisch und trocken (sie dient als Umkleidebereich). Im Wasserbecken ist gerade genug Platz für ein oder zwei Personen. Sitzt man auf der im Poolbereich eingelassenen Bank, verhindert die hohe Trennwand die Sicht auf das Nebenan. In einer Art Überdeterminierung der Ideologie der Installation bestimmte Barsuglia, dass nur Einzelpersonen oder kleine Gruppen die Arbeit nutzen dürfen und der Schlüssel nach maximal 24 Stunden zurückgegeben werden muss.

Mit seiner grotesken, sich ihrer selbst bewussten Glätte und der unausgesprochenen Trotzhaltung gegen die umgebende Natur vereint Social Pool Elemente des Lächerlichen und des Erhabenen. Dass das Kunstwerk nur unter Mühen überhaupt zu erreichen ist, macht die Absurdität des Ganzen noch offensichtlicher. Vergleichbar ist diese Mühe mit der Suche nach dem ultimativen Rückzugsort: keine Internetrecherche ist zu langwierig, keine Flug-, Zug-, Bus- oder Schiffsreise zu mühsam, um endlich mal wieder richtig auszuspannen und ein oder zwei Wochen lang ein Stelldichein mit dem wahren Selbst zu feiern.

Allerdings stellt für Barsuglia ein derartiger Rückzug aus der Gesellschaft keine Lösung dar. Man sollte ihn beim Wort nehmen, wenn er die langwierige, ohne GPS-Koordinaten unmögliche Anreise zu einer Zeit des Nachdenkens über unseren konsumorientierten und nach Unterhaltung gierenden Lebensstils umdeutet. Die Rückzugsmöglichkeit, die Barsuglia anbietet, ist kurzweilig, sie ist ichbezogen, sie folgt dem Lustprinzip und sie ist alles andere als egalitär. Kurzum: Sie entspringt dem Leben im Spätkapitalismus und der Du-hast-es-dir-verdient-Attitüde unserer Konsumgesellschaft. Barsuglia überlässt es ganz den Besuchern, was sie aus seinem Vorschlag machen. Ob der angesehene Job und die Wohnung in bester Lage eine so libidinöse Hingabe an den Status Quo wirklich rechtfertigen, muss jeder selbst entscheiden. Barsuglia gibt Ratschläge, keine Befehle. Vielleicht gleicht der Besuch bei Social Pool wirklich bloß einem Tag im Spa oder das Reiseziel entpuppt sich als ein bemerkenswertes Kunstwerk, vielleicht sogar als eine das weitere Leben verändernde Erfahrung; oder, wer weiß, möglicherweise läutet Social Pool den sanften Beginn einer gesellschaftlichen Revolution ein.

Luftbild

Schlüssel

Forest of Numbers

Forest of Numbers

Forest of Numbers

Ausstellung im National Art Center in Tokio

Der Anlass

Das National Art Center in Tokio feierte im Januar seinen zehnten Geburtstag. Zu diesem Anlass präsentierte das Museum in einer Sonderausstellung Aktionen und Aktivitäten der letzten zehn Jahre. Gestalterischer Höhepunkt war die Installation „Forest of Numbers“, mit der die kommenden zehn Jahre symbolisiert wurden. Erstmals ohne Trennwände genutzt, wurde der 2.000 Quadratmeter große Ausstellungsraum White Cube zur Leinwand der Installation, gefüllt mit „100 Farben“, mit Inspiration und Emotion – der bisher größten Installation von Emmanuelle Moureaux.

Die Architektin

Emmanuelle Moureaux ist eine französische Architektin, die seit 1996 in Tokio lebt und dort im Jahr 2003 „emmanuelle moureaux architecture + design“ gründete. Inspiriert von den Schichten und Farben Tokios und den traditionellen japanischen Raumelementen hat sie das Konzept von shikiri geschaffen, das wörtlich übersetzt „Raum mit Farben teilen“ bedeutet. Sie verwendet Farben als dreidimensionale Elemente, wie Schichten, um Räume zu schaffen, nicht als Finishing Touch auf Oberflächen.

Architekt

emmanuelle moureaux architecture + design Tounkyo bldg 3F 1-14-14 Uchikanda Chiyoda-ku JP-101-0047 Tokio

Bauherr

The National Art Center, Tokio

Die Installation

Die Installation „Forest of Numbers“ visualisiert das beginnende Jahrzehnt von 2017 bis 2026 und verleiht dem großen Ausstellungsraum ein Gefühl der Stille. Mehr als 60.000 der hängenden Zahlenfiguren von 0 bis 9 wurden in regelmäßiger Folge in dreidimensionalen Gittern ausgerichtet. Ein Abschnitt wurde entfernt, ein Weg geschaffen, der die Installation durchschneidet und die BesucherInnen dazu einlädt, sich in den bunten, mit Zahlen gefüllten Wald hineinzuversetzen. Die Installation bestand aus zehn Schichten, was der Darstellung von zehn Jahren entspricht. Jede Schicht verwendet die vier Ziffern des jeweiligen Jahres, die zufällig auf den Gittern platziert wurden. Im Rahmen der Emmanuelle-Installationsserie „100 Farben“ wurden die Zeitschichten in 100 Farbnuancen eingefärbt, so dass eine farbenfrohe Zeitreise durch den Wald entsteht. Im Inneren dieses Waldes gingen zwei Mädchen und eine Katze verloren (und wurden wiedergefunden), was der Installation Verspieltheit verlieh. Parallel zur Installation füllten Ausstellungsplakate der letzten zehn Jahre eine komplette Wand, während die gegenüberliegende Wand die nächsten zehn Jahre mit einfachen weißen Zahlen ausdrückte.  

Das Marketing

Das Fotografieren war ausnahmsweise und ausdrücklich erlaubt, was die Vermarktung der Ausstellung sehr unterstützte: Fotos verbreiteten sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken, die Zahl der Besucher schnellte in die Höhe. Die Installation entstand mit Unterstützung von 300 Freiwilligen und schaffte es, innerhalb von zehn Tagen mehr als 20.000 Besucher anzulocken.

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Autor

emmanuelle moureaux architecture + design

Fotograf

Daisuke Shima
FOTOS

Floating Piers

Floating Piers

Über Wasser gehen

Die Floating Piers von Christo und Jeanne-Claude

16 Tage im Jahr 2016

Mehr als 1,2 Millionen Menschen besuchten Christo und Jeanne-Claude’s Floating Piers in der Zeit vom 18. Juni bis 3. Juli 2016. Das temporäre Kunstwerk bestand aus drei Kilometern langen, stoffbespannten Stegen, die über das Wasser des Sees gebaut wurden, und setzte sich auf einer 2,5 Kilometern langen Fußgängerzone in Sulzano und Peschiera Maraglio fort. Die Stege hatten kein Geländer und vermittelten so den Besuchern den Eindruck, direkt auf dem Wasser zu laufen.

Das Projekt verband die Stadt Sulzano mit den Inseln Monte Isola und San Paolo auf dem Iseosee. Der Iseosee (italienisch Lago d’Iseo oder Sebino) ist der viertgrößte der oberitalienischen Seen. Er liegt in den lombardischen Provinzen Brescia und Bergamo.

Als temporäres ortsspezifisches Kunstwerk wurde es zum Reise- und Erlebnisziel des internationalen Tourismus. Die Floating Piers wurden in zahlreiche Wanderwege eingebunden. Die cirka 1.900 Einwohner zählende Stadt Sulzano musste aufgrund des Besucheransturms für den Straßenverkehr gesperrt werden.

Die Floating Piers wurden erstmals 1970 konzipiert. Viel später allerdings fanden Christo und Jeanne-Claude erst heraus, dass der Iseosee der inspirierendste Ort für die Realisierung dieses Projekts ist. Das Seewasser, die Landschaft und die umliegenden Gemeinden wurden allesamt Teil des Projekts. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der temporäre Charakter – nach 16 Tagen war alles wieder verschwunden.

Planer

Christo and Jeanne-Claude

DIE PIERS

Der Ansturm

Die Floating Piers waren gratis und für die Öffentlichkeit zugänglich. Tickets oder Reservierungen waren nicht erforderlich. Die lokalen Behörden legten allerdings fest, dass die schwimmenden Piers des Nachts geschlossen werden mussten.

Im Durchschnitt besuchten täglich mehr als 72.000 Menschen aus der ganzen Welt die Floating Piers und die gastgebenden Gemeinden rund um den Iseosee. Diese boten Essen, Trinken und Wanderungen zu verschiedenen Aussichtspunkte der Piers an. Hotels, Restaurants, Bars und Geschäfte verzeichneten erstaunliche Besucherzahlen, die Bilder vom Iseosee gingen um die Welt. Für die kleine Insel war das Projekt eine riesige Herausforderung, der sich die Menschen mit Begeisterung gestellt haben, denn diese Erfahrung wird die Zukunft der Tourismusindustrie der Region nachhaltig beeinflussen.

AUFBAU UND KONSTRUKTION

Erfolge und Perspektiven

Die Floating Piers waren ein großer Erfolg, auch weil sie den Bewohnern rund um den See neue Perspektiven eröffnet haben. Die Region hat in 16 Tagen über eine Million Besucher empfangen, ihnen ein unvergessliches künstlerisches Erlebnis geboten eine versteckte Ecke Italiens nähergebracht. Der Besucherstrom und die mit dem Projekt verbundenen Investitionen kommen der lokalen Wirtschaft nachhaltig zugute.

Das Projekt kostete 18 Millionen Euro, einschließlich der Montage, Installation, Wartung, Sicherung und Demontage des Kunstwerks. Ebenfalls enthalten waren 1,5 Millionen Euro für Dienste wie Polizei, Krankenwagen und Feuerwehr sowie für die Installation von Telekommunikationseinrichtungen in den nahegelegenen Tunneln. Nach eigenen Angaben trug Christo diese Kosten ganz alleine – Sponsoring akzeptiert er nicht.

Über 1.000 Menschen waren bei The Floating Piers beschäftigt: Hersteller, Ingenieure, Bauunternehmer, Taucher, Rettungsschwimmer, Bootskapitäne und Sicherheitspersonal. Alle Mitarbeiter wurden bezahlt, es gab keine Freiwilligen oder Volunteers.

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Autor

press@thefloatingpiers.com

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Fotos

Wolfgang Volz
André Grossmann (Zeichnungen)

ZEICHNUNGEN

Material und Demontage

Die Demontage der Piers begann am 4. Juli. Die Materialien werden industriell recycelt und für eine Vielzahl von Anwendungen verwendet. Das Recycling umfasst mehrere unterschiedliche Aufbereitungsverfahren und wird an verschiedenen Standorten in Europa stattfinden. Alle Bestandteile der Floating Piers mussten innerhalb von drei Monaten entfernt werden, so dass der Iseosee verlassen werden konnte, „als wären wir nie hier gewesen.“

Die Floating Piers bestanden aus:

  • 000 hochdichten Polyethylenwürfel und -stiften, die von vier verschiedenen Unternehmen in Norditalien hergestellt wurden. Sie dienten zur Herstellung eines modularen Schwimmdocksystems am Iseosee. Die Würfel wurden vor Ort regranuliert, das Material wird in der Kunststoffindustrie wiederverwendet.
  • 000 m² Nylongewebe und 80.000 m² Filz von drei Unternehmen in Deutschland, um damit drei Kilometer über die Pfeiler auf dem Wasser und 2,5 Kilometer Fußgängerstraßen zu legen. Das dahliengelbe Gewebe sowie die Filzunterlage werden wiederaufbereitet und für die Herstellung neuer Gewebeprodukte verwendet.
  • 200 Betonanker mit einem Gewicht von je 5,5 Tonnen, die speziell für das Projekt entwickelt wurden. Die Anker, die unter Wasser verwendet werden, um die Pfeiler an Ort und Stelle zu halten, werden alle sorgfältig aus dem Seebett entfernt und für die industrielle Wiederverwendung gefräst und zerkleinert.
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Baukosten

18.000.000 €

VIDEOS

 

 

Solar Egg

Solar Egg

Wiedergeburt mit Spiegelei

 

Das „Solar Egg“ von Kiruna

 

Die Wiedergeburt

Bewohner und Besucher der schwedischen Stadt Kiruna genießen seit diesem Frühjahr ein einzigartiges Saunaerlebnis: das „Solar Egg“ – eine Kunstinstallation, die von der kontrastreichen und dynamischen Umgebung der Eisenerzfelder Kirunas inspiriert ist.

Kiruna (knapp 2.000 Einwohner) befindet sich in einem radikalen Umbruch, der den gigantischen Umzug der gesamten Stadt um fünf Kilometer nach Osten mit sich bringt. Der Grund dafür sind die Flöze, die unter der Stadt verlaufen. Das Eisenerz ist und bleibt – seit Beginn seiner Gewinnung gegen Ende des 19. Jahrhunderts – eine wichtige Einnahmequelle für Schweden. Für die Stadt Kiruna ist es lebensnotwendig – und damit auch der Umzug.

Keine Mine, keine Stadt. Dennoch wurde und wird die durch den Umzug verursachte Zerschlagung und Veränderung von Landschaft, Umwelt und Architektur natürlich heftig diskutiert. Das Solar Egg ist daher auch eine soziale Skulptur, in der sich Einheimische und Besucher der Stadt treffen und (unter anderem) über diese Herausforderungen diskutieren können. Im arktischen Klima Lapplands nimmt die Sauna eine Schlüsselstellung ein, als Raum für Wärme und Reflexion. Die Künstler Mats Bigert und Lars Bergström haben diese Tradition aufgegriffen und ein skulpturales Symbol entwickelt, das Gedanken an die Wiedergeburt weckt und den Gedankenaustausch fördert.

Designer

Bigert & Bergström
Västmannagatan 73
113 26 Stockholm
Schweden

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et-

Bauherr

WINTER

Das Spiegelei

Das fünf Meter hohe und vier Meter breite Solar Egg hat eine Hülle aus vergoldetem Edelstahl, in der sich die Stadt und die umgebende Landschaft widerspiegeln. Die aus 69 Einzelteilen bestehende Installation kann abgebaut und an verschiedene Orte innerhalb der Stadt verlegt werden.

Im Inneren sorgt ein herzförmiger Ofen für Wärme. Das Innere ist aus Holz geformt: Die Wandpaneele und der Bodenbelag sind aus Kiefernholz, die Sitzbank aus Espe. In der Mitte des Eis steht der holzbeheizte, herzförmige Saunaofen aus Eisen und Stein. Die Temperatur im Inneren des Eis schwankt zwischen 75° und 85° Celsius.

Solar Egg wurde durch das Bauunternehmen Riksbyggen zum Start der urbanen Transformation Kirunas unterstützt. Ein weiterer Projektpartner ist Futurniture, eine Agentur für Kommunikation und Design, die mit den Künstlern Mats Bigert und Lars Bergström zusammenarbeitet. „Saunen sind Orte, die faszinieren. Als Riksbyggen uns bat, Kiruna zu interpretieren, war es für uns selbstverständlich, einen Raum zu entwickeln, der Gespräche verbindet und anregt“, sagen Bigert und Bergström. „Saunen sind heilige Orte, an denen man alles Mögliche besprechen kann – vom Großen bis zum Kleinen.“

HERBST

Die Anerkennung

Das Projekt wurde eingeladen, an der Initiative „Design Moves Paris“ teilzunehmen. Drei Wochen lang, ab dem 25. November, haben Pariser die Möglichkeit, schwedische Design- und Saunatraditionen zu erleben.

Solar Egg wurde kürzlich mit dem Red Dot und dem Deutschen Designpreis ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde das Ei für die London International Awards und den Swedish Design Prize nominiert.

fa-

Textautor

Futurniture
Bigert & Bergström

fa-

Fotograf

Riksbyggen and Zynka (Top)
Jean-Baptiste Bérange

Die DESIGNER
Bigert & Bergström
Bigert & Bergström

Bigert & Bergström leben und arbeiten in Stockholm. Das Künstlerduo lernte sich 1986 an der Kunstakademie in Stockholm kennen und arbeitet seitdem zusammen.  Im Laufe ihrer Karriere haben B&B Kunstwerke von großformatigen Installationen bis hin zu öffentlichen Arbeiten, Skulpturen und Filmprojekten geschaffen. Der Kern ihrer Arbeit liegt in der Schnittmenge von Mensch, Natur und Technik. Mit energischer Neugierde setzen sie sich mit wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Themen auseinander, die in der heutigen Gesellschaft diskutiert werden.

VIDEOS
 
FÜNF ANTWORTEN 
Jakob Lind, CEO bei Futurniture und Kurator des Projekts „Solar Egg“
  1. Erzählen Sie uns von Ihren Top 5 Sportanlagen.
  2. Welche Architekten und Gebäude haben Sie nachhaltig beeindruckt?
  3. Was und wen halten Sie für die Trends und Trendsetter der Branche?
  4. Welches Buch sollten Architekten in dieser Branche gelesen haben?
  5. Was ist/war Ihr Lieblingslied beim Entwerfen?
  1. Ich betrachte die Natur als die beste Sportanlage überhaupt. Schlittschuhlaufen auf dem wilden Meer – wunderbar!
  2. Die neue Nationalbibliothek in Paris hat mich sehr beeindruckt. Pop-Art aus den 60er Jahren hat unsere Agentur beeinflusst (so nehme ich an), aber auch burleskes No Name-Design aus dem frühen 1920er Jahren.
  3. Elon Musk ist ein großer Trendsetter. Wir müssen viel bessere Gebäude erfinden.
  4. Architekten sollten Geschichtsbücher und Bücher über Energieeinsparung und künstliche Intelligenz lesen.
  5. Ich persönlich bevorzuge Lindy Hop Tanzen als Sportart und wilden Jazz aus den 1930er und 1940er Jahren.

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