Stade de la Tuilière

Vier Ecken, ein Stadion

Stade de la Tuilière in Lausanne

 

 

 

:mlzd & Sollberger Bögli Architekten

Situation

Das neue Stade de la Tuilière ist die neue Heimat des siebenfachen Schweizer Meisters FC Lausanne-Sport. Es liegt im Norden der Stadt, am Übergang vom dichten Stadtgefüge in den freien Landschaftsraum.

Eine zweireihige Folge von insgesamt neun Fußballfeldern und einer Leichtathletikanlage samt Trainingszentrum bildet die neue Sportinfrastruktur „Centre sportif de la Tuilière“. Das Stadion vervollständigt die Idee dieser leicht versetzten, rechteckigen Felder.

Der Entwurf stammt von :mlzd und Sollberger Bögli Architekten.

Nichts als Fußball

Das Stade de la Tuilière ist ausschließlich für Fußballspiele und Grossveranstaltungen konzipiert. Eine Mantelnutzung ist nicht vorgesehen. Aufgrund dieses überschaubaren Programms und der Lage am Stadtrand konnten die Planer sich ganz auf das Thema „Sportbau“ konzentrieren.

Die einprägsame Struktur des Baukörpers stiftet Identität und Erinnerung. Seine Architektur emotionalisiert, weil die steilen Ränge die Zuschauer dicht ans Spielgeschehen führen und das niedrige Dach die Geräuschkulisse der Fangesänge verstärkt.

Die Architektur schafft dem FC Lausanne-Sport den gewünschten Heimvorteil. Das Gebäude, die Geschichte und die Identität des Vereins sollen eins werden.

Stadt und Stadion

Besonders auffällig sind die nach außen aufgeklappten vier Stadionecken. Einerseits trägt der Entwurf hier der beengten Grundstückssituation Rechnung, denn diese spezielle Ecklösung erlaubt einen grosszügigen, freien Besucherfluss rings um das Gebäude herum. Außerdem wird der Stadionplatz an die umgebenden Flächen angebunden.

Andererseits entsteht durch die Ecklösung ein gedeckter öffentlicher Raum, welcher zwischen Aussen und Innen, zwischen Stadt und Stadion vermittelt. Die Ecken dienen auch als Eingangsbereiche und geben erste Blicke auf das Spielfeld frei. So wird die Atmosphäre des Stadions bereits von aussen spürbar.

Vorfreude

Die Erschliessungs- und Versorgungsbereiche für die Zuschauer wurden ins Stadioninnere integriert. Dieses Innere des Stade de la Tuilière wird durch die Geometrie der Tribünen gebildet.

Die Mundlöcher gewähren Zugang zum Innenraum. Der Zwischenraum zwischen den beiden Schalen ist eine Art Resonanzkasten des Spielgeschehens: ein Ort der Vorfreude, des Austausches und der Begegnung.

Entscheidend…

So spektakulär das Äussere und die Ausblicke im Zwischenbereich, so ruhig sind die Linien im Inneren des Stadions. Hier geht es nur um Fußball, um die Spieler und das Kunstrasen-Spielfeld. Nichts lenkt ab, die Sitzränge sind horizontal auch über die Ecken umlaufend.

Die Mundlöcher, welche die innere Schale durchbrechen, integrieren sich mit der grösstmöglichen Ruhe. Selbst der Business- und VIP-Bereich ist in die Geometrie der Sitzränge integriert. Alles muss sich dem Daseinszweck unterordnen: dem Spiel.

Eine wichtige neue Adresse

Die Aussenansicht des Stade de la Tuilière wird an drei Seiten von den Geometrien der Unterzüge und Tribünenuntersichten beherrscht. An der Westseite dagegen zeichnet sich die Haupttribüne mit ihren besonderen Nutzungen deutlich ab. Die Vielfalt der Garderoben-, Presse- und VIP-Bereiche auf drei Ebenen ist durch die filigrane Verglasung sichtbar.

Sanfte Knicke zwischen den vertikal angeordneten Glasbändern unterstützen die Wahrnehmung dieser Fassade als leichten Glasvorhang. Die fragmentierten Spiegelungen brechen den gewaltigen Maßstab des Gebäudes. Das Ganze dient nicht nur als Kulisse eines neuen Stadtplatzes, sondern schafft eine neue, wichtige Adresse für die Stadt Lausanne.

Wir waren das.

Projektdaten

Architekt

:mlzd
Alleestrasse 25
CH – 2503 Biel/ Bienne

Pat Tanner, Daniele Di Giacinto, Alain Brülisauer, Andreas Frank, Claude Marbach, David Locher, Adrian Widmer, Camille Schneider, Eliane Lehmann, Brigitte Ballif, Delphine Kohler, Robert Ilgen, Johannes Weisser,  Benjamin Minder, Julia Wurst,  Pascal Deschenaux, Magdalena Haslinger, Tobias Cebulla, Claudia Schmidt, Jonatan Anders, Natascha Kellner

 

Architekt

Sollberger Bögli Architekten AG
Dipl. Architekten ETH BSA SIA
Mattenstrasse 108
CH – 2503 Biel

Ivo Sollberger, Lukas Bögli, Bernard Luisier, Silas Maurer, Kevin Fuchs, Josué von Bergen, Patrick Wüthrich

Bauherr

Stadt Lausanne

Standort

Stade de la Tuilière
Route de Romanel 10
CH – 1018 Lausanne

Eröffnung

2020

Fotograf

Ariel Huber Photography
des délices 1
CH – 1006 Lausanne

Autor

:mlzd

© Ariel Huber Photography

Photos

Der Entwurf

Pläne

Der Entwurf

Modell

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Estadio San Carlos de Apoquindo

Modern World

Estadio San Carlos de Apoquindo in Santiago

 

 

 

IDOM

Situation

Das Estadio San Carlos de Apoquindo liegt im Nordosten der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. Es wurde im Jahr 1988 eröffnet, fasst 14.000 Zuschauer und ist die Heimat des CD Universidad Católica („UC“ oder „Cruzados“ genannt). Der Traditionsverein wurde 14-mal chilenischer Meister, darunter dreimal in den letzten fünf Jahren und auch im Jahr 2020.

Nach mehr als drei Jahrzehnten intensiver Nutzung benötigt das Estadio San Carlos de Apoquindo eine umfassende Renovierung und einen Ausbau. Also wurde ein Wettbewerb ausgelobt, den der Vorschlag von IDOM gewann.

Bedeutung

Ziel der Maßnahme ist ein multifunktionales Stadion, welches den Vorort Las Condes aktiviert und zu einem neuen architektonischen Wahrzeichen für die chilenische Hauptstadt wird.

Es geht also nicht nur um Fußball – obwohl oder weil es sich um den populärsten Klub Chiles handelt. Das Estadio San Carlos de Apoquindo soll neben hochrangigen Sportveranstaltungen auch zu vielen anderen Gelegenheiten genutzt werden können.

Fußball ist der Motor. Wenn ein Stadion eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle spielen soll, wird seine Architektur umso wichtiger. Der Entwurf von IDOM vereint Respekt vor der Umgebung und Geschichte des Stadions mit den Anforderungen des heutigen Betriebs.

Lage

Das Estadio San Carlos de Apoquindo liegt am Fuße der Kordillere. Das sind Bergformationen, die Santiago und seine mehr als fünf Millionen Einwohner einrahmen. Ihre Vulkane erreichen Höhen von mehr als 5.000 m.

Das Grundstück am Fuß der Berge mit seinem leichten Hang bietet einen spektakulären Blick auf die Stadt. Daher wurde das Hauptgebäude zur Stadt hin ausgerichtet. Ein großer Teil der neuen Hospitality-Angebote bietet also nicht nur den direkten Kontakt ins Stadioninnere, sondern auch tolle Ausblicke auf die Stadt und in die Berge.

Volumen

IDOM gingen natürlich vom jetzigen Stadion aus. Es ist wie ein griechisches Amphitheater in Boden und Landschaft verwachsen. Eine Überdachung gibt es bisher nicht.

Durch die neuen Bedürfnisse nach Komfort, die neuen, raumgreifenden Nutzungen und die Erhöhung der Kapazität von 14.000 auf 20.000 Zuschauer entsteht ein beträchtliches neues Volumen. Der Entwurf schafft es, diese neuen Einrichtungen als einheitlich, leicht und erhaben gegenüber dem Bestehenden erscheinen zu lassen.

In diesem Sinne ermöglicht die Verwendung von Holz als Hauptelement der Fassade und der Dachkonstruktion eine Art Dialog zwischen Tektonik und Licht. Gleichzeitig ist Holz eine nachhaltige Ressource, und Nachhaltigkeit spielt bei der Modernisierung des Estadio San Carlos de Apoquindo eine tragende Rolle.

Alt und neu und Wirtschaft

Herzstück des Entwurfs ist ein umlaufender Boulevard. Er vermittelt zwischen dem ursprünglichen Erdstadion und den Neubauten. Von hier aus wird der gesamte Unterrang erschlossen. Außerdem liegen hier die Zugänge zum Oberrang.

Der Boulevard ist also die Verbindung zwischen alt und neu. Diese neue, volumetrische Konfiguration und das neue Dach machen den Innenraum zu einem typischen Fußballstadion mit toller Akustik und wesentlich gesteigertem Komfort.

Gleichzeitig lassen sich die Funktionen und Flächen des Boulevards und des Oberrangs mit vielfältigen, nicht unbedingt fußball-spezifischen Angeboten belegen. Diese Alltagstauglichkeit lässt das Estadio San Carlos de Apoquindo zu einer auch wirtschaftlichen gesunden Immobilie werden.

Ausblick

Die Bauarbeiten sollen in der ersten Hälfte des Jahres 2022 beginnen und in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 enden.

Wenn das klappt, kann das Estadio San Carlos de Apoquindo bereits Austragungsort einiger Veranstaltungen der Panamerikanischen Spiele 2023 werden.

Schön wär’s ja.

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Projektdaten

Architekt

IDOM

Bauherr

CD Universidad Católica

Standort

Estadio San Carlos de Apoquindo
Circunvalación Las Flores 13000
Las Condes
Región Metropolitana
Chile

Autor

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

© IDOM

Photos

Schlauer Spruch

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Campus de Braak

Weiter geht's

Campus de Braak in Helmond

 

 

 

Moederscheim Moonen

About

Der Gemeinderat von Helmond in den Niederlanden hat grünes Licht für den Bau des Campus de Braak gegeben. Die Pläne für das Projekt waren Anfang dieses Jahres nach Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Bauherren und dem Profi-Club Helmond Sport über das Programm und den Entwurf auf Eis gelegt worden.

Nun haben MoederscheimMoonen Architects, FaulknerBrowns und CULD einen neuen Entwurf vorgelegt, der allgemeine Zustimmung erfährt.

Organisation

Zum Programm des Campus de Braak gehören das Stadion für Helmond Sport mit 3.600 Plätzen und Büroflächen, die Jugendakademie des Vereins sowie Sporthallen für mehrere Amateurvereine und Individualsportarten.

Diese Bereiche werden in den beiden Längsseiten des Stadions untergebracht. Auf der einen Seite sind die Trainingsakademie, die Räumlichkeiten und die Haupttribüne von Helmond Sport und De Fysioclub (Physiotherapie und Fitness) zusammengefasst. Auf der gegenüber liegenden Seite entstehen eine (Schul-)Sporthalle und die Bereiche der Amateurklubs Helmondia and Mulo.

Offenheit

Dies schafft Raum für die Gestaltung eines Gebäudes mit zwei Gesichtern und zwei großen Tribünen. Im Falle einer zukünftigen Erweiterung können zwei weitere Tribünen in den „Kurvenbereichen“ hinzugefügt werden.

Multifunktionalität ist das Wesen des Campus de Braak. Neben den Vereinen und Gesundheitseinrichtungen soll auch Raum für individuelle Sport- und Freizeitmöglichkeiten angeboten werden.

Sinnbild dafür ist die Laufbahn rund um das Stadion inklusive eines gemeinsamen Weges für Fußgänger und Radfahrer. So werden alle Bereiche des Campus de Braak miteinander und mit den umliegenden Stadtvierteln verbunden.

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Projektdaten

Bauherr

Gemeente Helmond

Standort

Sportpark de Braak 5
NL – 5703 DX Helmond

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Stadion Gunja

Und überall Begegnung

Stadion Gunja (Luka Šokčević Šaljapin)

 

 

 

GE+arhitekti

Situation

Im Jahr 2014 wurde der Osten Kroatiens von starken Überschwemmungen heimgesucht, die katastrophale Schäden an der Infrastruktur verursachten.

Das betraf auch den Fußball. Der kroatische Fußballverband sammelte daraufhin zusammen mit der FIFA und der UEFA Gelder für den Wiederaufbau von fünf Fußballfeldern und den Neubau eines Stadions: das Stadion Gunja, auch Stadion Luka Šokčević Šaljapin genannt.

GE+arhitekti bauten nicht nur ein Stadion, sondern auch einen Ort der Begegnung für die Stadt Gunja und ihre 3.700 Einwohner.

Ziegel

Das Stadion Gunja mit seinen 337 Zuschauerplätzen ist von seiner Größe her klein, seine Bedeutung für die lokale Gemeinschaft ist jedoch riesig.

Das dokumentiert auch die Ziegelfassade. Nach Angaben der Architekten haben diese Ziegelsteine großen ideellen Wert. Sie stammen nämlich aus den Ruinen von Häusern in Gunja, die durch die Überschwemmung zerstört wurden. 12.000 dieser Ziegel wurden erhalten und durch eine spezielle Aufbereitungstechnologie wieder nutzbar gemacht.

Darüber hinaus passen sie halt hierher und helfen dem Baukörper, sich in den ländlichen Kontext einzufügen.

Programm

Die programmatische Gestalt des Stadion Gunja ergibt sich aus seinen Aufgaben, und die sind sehr klar organisiert: Unten die Sportler, oben die Besucher.

Das Stadion wurde nach den Bedürfnissen des Spielbetriebs der kroatischen Fußball-Liga geplant. Im Untergeschoss befinden sich die Umkleiden und Sanitärräume für die Fußballer und Trainer. Sie haben direkten Zugang zum Spielfeld. Außerdem wurde hier ein spezielles Schranksystem in die Schrägen unter der Tribüne eingebaut, welches als Lagerfläche genutzt wird.

Erschlossen wird diese Ebene über die dem Spielfeld abgewandte Seite im Westen. Hier gibt es ein Vereinsbüro und einen Erste Hilfe-Raum. Daran grenzen ein Kiosk und ein Sanitärbereich, beides von außen zugänglich.

Konstruktion

Über zwei außen liegende Treppen an beiden Enden des Gebäudes gelangen Gäste auf die Zuschauerebene. Diese wird von einer massiven Betonplatte überdacht, welche  von Betonscheiben und -stützen getragen wird. Die Form und Ausführung des Dachs verleihen der Anlage ein wenig den Charakter einer Gedenkstätte. Der Schriftzug mit dem Stadionnamen auf der der Betonscheibe betont dies zusätzlich.

Die Fläche unter diesem Dach bildet den oberen Abschluss der Sitztribüne. Von hier aus gelangen die Zuschauer zu ihren Plätzen. Der einzig umbaute Raum ist die Sprecherkabine.

Material

Die verwendeten Materialien, vor allem der Sichtbeton, wirken ein wenig rudimentär. Das ist natürlich gewollt und soll das Stadion Gunja so zurückhaltend wie möglich in seine Umgebung einfügen.

Die Struktur des Gebäudes wurde vor allem durch den ländlichen Kontext und die grüne Umgebung beeinflusst. Das Stadion Gunja liegt in einer Art Parkanlage. Den geradezu malerischen Hintergrund prägt eine Allee aus hohen Linden, die parallel zum Spielfeld gepflanzt wurden.

Eins für alle

Das knappe Budget ließ den Planern nicht viel Spielraum. Dennoch ist das Stadion Gunja weit mehr als ein Tribünenbaukörper mit Nebenräumen.

im Süden haben die Sportler direkten Zugang zum Spielfeld und zu einem Außenlager. Im Norden, als Teil der Hauptfassade, gibt es einen Kiosk mit Getränkelager und den Eingang zu den öffentlichen Sanitäranlagen. Die tragende Scheibe der Dachstruktur verdeckt diese Situation, um den Gesamteindruck der Fassade nicht zu stören.

Die Lage des Kiosks und der Zugang zu den öffentlichen Sanitäranlagen ermöglichen es, den Parkplatz des Stadions in einen Rummelplatz oder zu verwandeln oder für andere Veranstaltungen zu nutzen.

Multifunktionalität mit Bordmitteln.

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Projektdaten

Architekt

GEplus arhitekti d.o.o.
Banjavčićeva 11
HR – 
10 000 Zagreb

Bauherr

Croatian Football Federation

Team

Gorana Giljanović, Eugen Popović, Lea Kovač

Standort

Stadion Luka Šokčević Šaljapi
HR – Gunja

Eröffnung

2017

Fotograf

Autor

Johannes Bühlbecker
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Der Entwurf

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Court Philippe Chatrier

Nie wieder Regen

Court Philippe Chatrier im Stade Roland Garros

Advertorial

 

 

Serge Ferrari

Situation

Die French Open im Stade Roland Garros sind eins der vier bedeutendsten Tennisturniere der Welt. Da es jedoch auch in Paris mal regnet, kam es immer wieder zu Spielunterbrechungen. Das war einer der Gründe, aus denen der Hauptplatz (Court Philippe Chatrier) anlässlich der Ausgabe 2020 neu gebaut und mit einem verfahrbaren Dach ausgestattet wurde.

Das Dach besteht aus elf Stahlflügeln, die mit einer von Serge Ferrari hergestellten Verbundmembran überspannt sind. Jetzt werden Partien auf dem Centre Court nie wieder durch Regen oder den Einbruch der Dunkelheit unterbrochen.

Tradition und Moderne

Das Stade Roland Garros liegt im Westen von Paris, am Rande des Bois de Boulogne. In jedem Jahr empfängt die Anlage Tausende von Besuchern. Der 1928 erbaute Court Philippe Chatrier ist der Hauptplatz des Stadions. Roland Garros war ein Pionier der Luftfahrt, Philippe Chatrier war Tennisspieler, Journalist und Sportfunktionär.

Nach den French Open 2018 wurden umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten durchgeführt. Nun bietet der Court Philippe Chatrier 15.000 Zuschauern Platz. Die bedeutendste Veränderung ist aber sicherlich das verfahrbare Dach aus Stahl mit seiner transluzenten und wasserdichten Membrandeckung. Das Dach bedeckt nun eine Fläche von 10.000 m².

Tragwerk

Das verfahrbare Dachtragwerk des Court Philippe Chatrier besteht aus elf Stahlträgern. Sie wurden von der italienischen Firma Cimolai entworfen und hergestellt. Die Träger mit einem Gewicht von jeweils 320 Tonnen wurden in sieben Teilen auf die Baustelle angeliefert und im Mittelgang des Stade Roland Garros montiert. Danach wurden sie auf die Gleitprofile gehoben.

Nach der Montage des Stahls wurden die elf Flügel mit Verbundmembranen Flexlight TX30 bespannt. Diese waren von der Firma Tensaform konfektioniert worden.

Nun schützen 15.000 m² Flexlight TX30 von Serge Ferrari die Stahlkonstruktion und natürlich die Zuschauer. So kann das Match auch bei schlechtem Wetter oder einsetzender Dunkelheit fortgesetzt werden.

Challenge

Die Herausforderung war gewaltig: Der französische Tennisverband (Fédération Française de Tennis) als Sponsor des Projekts wollte eine Lösung, die das Spielfeld und die Zuschauerplätze des Court Philippe Chatrier bei Bedarf innerhalb von wenigen Minuten überdeckt.

Auch danach sollte natürliches Licht einfallen und die sehr gute Akustik der Halle gewährleistet bleiben. Dank der in die Flügel integrierten Alphalia Silent AW wurde die Akustik der Halle nun sogar noch verbessert.

Membran

Die Flexlight TX30-Membran ist Teil der neuesten Generation flexibler Verbundmaterialien von Serge Ferrari. Sie wurden für die Anforderungen der mechanischen und ästhetischen Haltbarkeit von anspruchsvollsten Projekten entwickelt.

Zusätzlich zu den Vorteilen, die mit der einzigartigen Technologie des französischen Industriekonzerns verbunden sind, kombiniert diese Membran eine extrem beständige Beschichtungsformel mit einer querverbundenen „crosslink“ PVDF-Oberflächenbehandlung. Dies ist ein echter technologischer Durchbruch, denn bisher war diese Form der Behandlung ausschließlich starren Materialien vorbehalten. 

Beständigkeit

Die langfristige Beständigkeit der Membran gegen Oxidation und Erosion aufgrund klimatischer Einflüsse (UV, Regen, Schnee) ermöglicht es, seine strukturellen und ästhetischen Materialeigenschaften über mehrere Jahrzehnte zu erhalten.

Diese Entwicklung ist das Ergebnis strenger Prüfungen durch weltweit führende Experten für die Photooxidation von Polymeren. Die Flexlight TX30-Membran behält die Vorteile von Leichtigkeit, Flexibilität und Transluzenz – und damit die herausragenden Merkmale flexibler Verbundmaterialien. Die von Serge Ferrari patentierte Precontraint® Technologie bietet perfekte Dimensionsstabilität und ermöglicht die Realisierung einer Architektur mit einzigartigen Formen.

Gleichzeitig erfüllt die Membran einen im Leichtbau bislang unerreichten Nachhaltigkeitsanspruch.

Akustik

Auch in Fragen der Akustik bietet das Dach des Court Philippe Chatrier ausgezeichnete Ergebnisse. Das liegt natürlich an den verwendeten Materialien.

Zum Einsatz kam ein Compositmaterial mit hoher Schallabsorptionskapazität. Es heißt Alphalia Silent AW und bietet innovative und kreative Lösungen zur Verbesserung des akustischen Komforts von Innenräumen wie Schwimm- und Erlebnisbäder, Restaurants, Theatersäle oder eben Sporthallen und Arenen. Es absorbiert 65% des Schalls ohne weiteres zusätzliches Absorptionsmaterial und garantiert gleichzeitig Sonnenschutz und Lichtdurchlässigkeit.

Kreativ und nachhaltig

Dank seiner hervorragenden mechanischen Eigenschaften auch in feuchten und chlorierten Umgebungen ist die Membran sehr pflegeleicht und langlebig. Alphalia Silent AW ist flexibel, ermöglicht die Gestaltung und Realisierung komplexer Formen, großer Spannweiten und ist zudem bedruckbar. Dieses flexible Verbundgewebe wurde für kreative, gestalterische und innovative akustische Lösungen entwickelt.

Die umfangreichen Umbauarbeiten am Stade Roland Garros haben sich gelohnt. So viel kann man schon nach einem Turnier sagen. Das liegt entscheidend am spektakulären neuen Dach des Court Philippe Chatrier.

Alles funktioniert, und das für lange Zeit.

Wir waren das.

Projektdaten

Bauherr

Fédération Française de Tennis

Membran

SERGE FERRARI GmbH
Auf der Kaiserbitz 3
D – 51147 Köln

Standort

Stade de Roland-Garros
2 Avenue Gordon Bennett
F – 75016 Paris

Eröffnung

2020

Autor

Lucie Deguille

Bewegte Bilder

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Stade Vincent Pascucci

Lichtblick

Stade Vincent Pascucci

 

 

 

Barthélémy Griño Architectes

Situation

Bereits zu Beginn dieses Jahrtausends hat die französische Stadt Nanterre eine konzertierte Anstrengung zur Sanierung ihrer verlassenen Industriegelände begonnen.

Ein Ergebnis ist das Stade Vincent Pascucci (anfänglich Stade des Bords de Seine genannt) von Barthélémy Griño Architectes, das sich gekonnt in die durchaus schwierige Nachbarschaft einfügt.

Schwerpunkte der sportlichen Nutzung sind Fußball, Rugby und Bogenschießen.

Gegend

Die Nachbarn sind ein Gefängnis, ein Elektrizitätswerk und eine Autobahn. Das Grundstück wurde immer industriell genutzt und liegt in einem Überschwemmungsgebiet der Seine.

Einziger Lichtblick bis dahin: Die Verkehrsanbindung an La Défense, denn Nanterre mit seinen fast 100.000 Einwohnern ist ein Vorort von Paris.

Erschließung

Die geringe Besiedlungsdichte und der schlechte Zustand dieses Teils von Nanterre machten eine groß angelegte Attraktivierung und Neuerschließung des gesamten Geländes erforderlich. Die Angebote des Stade Vincent Pascucci werden daher über zwei neu angelegte Achsen erschlossen, die sich zu ihrer jeweiligen Nachbarschaft deutlich abgrenzen.

Die Haupterschließung erfolgt entlang der Grenze zur „Maison d’Arret“ (Gefängnis). Hintereinander liegen hier das Fußballfeld mit den beiden neuen Tribünen, das Rugbyfeld und ein kleinerer Trainingsplatz.

Bogenschießen

Die zweite Achse steht in rechtem Winkel zu den Tribünen. Sie schirmt das Gelände mit hohen Palisaden zur parallel verlaufenden Autobahn hin ab.

Das ist eine eigene und abgeschirmte Welt, in der das Bogenschießen zuhause ist. Außerdem befinden sich hier sowie die Wohn- und Lagerräume des Platzwarts.

Tribünen

Die beiden Tribünen wurden in den Hang eingelassen. Darunter befinden sich die Umkleiden sowie die Sanitär- und Serviceräume.

Die Tribünendächer sind strukturell durchaus komplex. Sie bestehen aus einer Reihe von Schmetterlingsrahmen, die auf einer schräg stehenden Reihe von Holzpfosten ruht. Diese wiederum werden durch Stützen aus verzinktem Stahl gehalten. Das Dach ist Platten aus klarem Polycarbonat gedeckt.

Fazit

Eine wahrlich rauhe Gegend.

Als Kontrapunkt zur Härte des Geländes verleihen die Douglaskiefer der Dachkonstruktion und die Holzverkleidungen der Palisaden dem Projekt dennoch eine warme Identität.

So schaffen es die Planer durch klare Strukturen und den überlegten Einsatz der eingesetzten Materialien, das Stade Vincent Pascucci zu einer gar nicht so kleinen Oase in der Vorstadt zu machen.

Wir waren das.

Projektdaten

Architekt

Barthélémy Griño Architectes
68 rue de la Folie Méricourt
F – 75011 Paris 

Bauherr

Mairie de Nanterre

Team

Landschaftsplaner: Agence TER
Tragwerksplaner: RFR

Standort

Stade Vincent Pascucci
135 av de la Commune de Paris
F – 92000 Nanterre

Eröffnung

2003

Fotograf

Helene Binet
Bernard Taboureau
Philippe Ruault
Barthelemy-Grino-Architectes

Autor

Johannes Bühlbecker
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Stade Philippe Mahut

Flach spielen, hoch gewinnen

Stade Philippe Mahut

 

 

 

Barthélémy Griño Architectes

Situation

Im Jahr 2008 schrieb die französische Stadt Fontainebleau einen Wettbewerb zur Sanierung des Stade Philippe Mahut aus. Die Neugestaltung umfasste die landschaftliche Gestaltung und den Umbau der bestehenden Tribünen zwischen den beiden Hauptplätzen.

Fontainebleau liegt 55 Kilometer südlich von Paris und hat knapp 15.000 Einwohner. Die neue Tribüne und das darunter liegende Umkleidegebäude wurden auf einer Länge von 75 m in zwei bepflanzte Hügel eingefügt. Der Tribünenbaukörper ist der einzige Hochbau auf dem Gelände.

Zum Sportpark Stade Philippe Mahut gehören insgesamt vier Fußball- und zwei Rugbyfelder, elf Tennisplätze, die leichtathletischen Anlagen im Hauptstadion und einige Kleinspielfelder.

Tribüne

Die Tribüne besteht aus fünf Sitzreihen, die zum Hauptplatz hin ausgerichtet sind. Sie bietet Platz für ungefähr 800 Zuschauer. Die rückwärtige Tribüne blickt auf das Nebenspielfeld.

Unter der Tribüne des Stade Philippe Mahut befinden sich die Umkleideräume mit den dazugehörigen Sanitärbereichen und außerdem Lagerräume. Der Sockel ist massiv – außen als Sichtbeton, im Inneren mal gestrichen und mal ausgekleidet.

In der Mitte der Tribüne befindet sich ein teilweise verglaster Pavillon. Die Verbindung zwischen der Sportler- und der Zuschauerebene wird durch eine Treppe und einen Aufzug gewährleistet.

Konstruktion

Eine leichte Überdachung überdeckt die gesamte Tribüne. Das Dach wurde mit zwei, zum Tiefpunkt hin konvergierenden Neigungen und einer zentralen Rinne über die gesamte Länge ausgebildet.

Das Dach des Stade Philippe Mahut wird von einem System aus Baumstützen getragen, die in einem Abstand von jeweils 17 Metern errichtet wurden. Jedes Feld wird von drei Pfosten aus lackiertem Stahlrohr gebildet, die sich in einer Höhe von drei Metern über zweigelenkige Verbindungen weiter verzweigen. Sie sind an jeweils sechs Punkten mit dem Dach verbunden.

Material

Das Dach wurde aus Douglasie errichtet. Die Konstruktion besteht aus Paaren von Brettschichtholzträgern mit variablem Querschnitt, die durch dreizehn Pfettenreihen miteinander verbunden sind.

Unter dieser Abdeckung befindet sich ein dichtes Gitter aus Douglasie. Es filtert das direkte Sonnenlicht und erzeugt ein Spiel von Licht und Reflektion auf dem Holz. Das wiederum betont die Dachkontur.

Fazit

Namensgeber Philippe Mahut war ein französischer Nationalspieler (1956-2014), dessen Spiel durch kompromisslose Klarheit bestach – er war ja schließlich Verteidiger. Mahut begann seine Karriere beim Racing Club de Fontainebleau und wurde später Präsident des Vereins.

Die Architektur des Stade Philippe Mahut ist genau so klar und kompromisslos. Ein massiver Sockel beherbergt die notwendigen Funktionen und Nebenräume, eindeutig und schnörkellos. Darüber schwebt ein Dach, das eher leicht und verspielt wirkt – ungefähr wie die französische Offensive der frühen 1980er Jahre um Michel Platini und Jean Tigana.

Bien joué.

Wir waren das.

Projektdaten

Architekt

Barthélémy Griño Architectes
68 rue de la Folie Méricourt
F – 75011 Paris 

Bauherr

Ville de Fontainebleau

Team

Tragwerk: QL Ingeniería
Vermessung: María José González Vicente
Bauleitung: José María López Llaquet
Bauunternehmen: TECOPSA

Standort

Stade Philippe Mahut
Route de l’Ermitage
F – Fontainebleau

Eröffnung

2016

Fotograf

Arnaud Schelstraete

Autor

Johannes Bühlbecker
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Der Entwurf

Pläne

Die Eröffnung

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Stadio Travettore di Rosà

Struktur wird Architektur

Stadio Communale Travettore di Rosà

Didonè Comacchio Architects

Situation

Das italienische Büro Didonè Comacchio Architects hat für das städtische Stadion im italienischen Travettore di Rosà eine überdachte Tribüne gebaut, die ihre Anmutung und Eleganz aus ihrer reduzierten Formensprache bezieht – ganz im Stil der klassischen Moderne. Gefragt war eine überdachte Zuschaueranlage mit 300 Plätzen.

Das Stadio Communale Travettore di Rosà ist die Heimat des FCD Transvector (Secunda Categoria, das ist die 8. Liga) in der Nähe von Vicenza. Es wurde im Sommer 2020 eröffnet.

Majestätisch

Die Planer erzeugen mit wenigen Gesten einen klaren und überdachten Raum, der wie ein Scharnier zwischen der naturalistischen Umgebung und dem Spielfeld sitzt.

Das Dach des Stadio Communale Travettore di Rosà erinnert sehr majestätisch an die Kassettendecke der Neuen Nationalgalerie in Berlin. Es wird von zwei massiven Betonscheiben getragen, und die stehen auch noch rechtwinklig und wegweisend zueinander.

Streng

Die rechteckige, 30,5 Meter lange und 10,5 Meter breite Dachkonstruktion besteht aus einem Raster von Stahlträgern, die eine Kassettendecke bilden. Erlebbar ist ein einziges, lineares, horizontales Element aus Stahl.

Die Beleuchtung befindet sich in den Feldern. Sie wird durch ein dunkles Metallgitter in der Farbe des Dachs abgedeckt.

Feierlich

Diese beiden Stahlbeton-Körper und die Betonstufen unter diesem Dach sorgen für eine, dem italienischen Fußball angemessene, Feierlichkeit. Struktur wird Architektur. Die strenge Form gebietet volle Konzentration auf die Kunst.

Das sind durchaus Gemeinsamkeiten zur Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe. Hier besteht die Kunst halt aus einem Spiel der achten italienischen Liga.

Fußball ist dann Kunst, wenn er einfach wirkt. Das gilt auch für die Architektur.

Wir waren das.

Die Projektdaten

Architekt

Didonè Comacchio Architects
Via dei Prati, 14
I – 36027 – Rosà, Vicenza

Team

Paolo Didonè, Devvy Comacchio, Gianmarco Miolo, Denis Stoppiglia, Lorenzo Fravezzi

Tragwerksplanung:
Ing Stefano Scomazzon (i+da)
Betonbau:
Impresa edile F.lli Bizzotto
Stahlbau:
Lorenzin srl

Standort

Stadio Communale Travettore di Rosà
Via Cà Diedo
I – 36027 Rosà VI

Eröffnung

2020

Fotograf

Simone Bossi Photographer

Autor

Johannes Bühlbecker
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Stadion von Xi’an

Gastfreundlich

Stadion von Xi’an

Zaha Hadid Architects

Situation

Nach einem Entwurf von Zaha Hadid Architects (ZHA) soll schon bald das neue Stadion von Xi’an gebaut werden. Es wird 60.000 Sitzplätze bieten und soll neben Fußball für Jugendtrainingslager, Entertainment und kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Das Stadion entsteht im Fengdong New District von Xi’an und wird an das wachsende U-Bahn-Netz der Stadt angeschlossen werden.

Mit einer Bevölkerung von neun Millionen Menschen und zwei Profifußballklubs wird Xi’an Gastgeberstadt des Asien-Pokals 2023 der Asiatischen Fußballkonföderation (AFC) in China sein. Entsprechend seiner Hauptnutzung wurde das Stadion von Xi’an so konzipiert, dass es optimale Bedingungen für den Fußball bietet und nach dem Asian Cup für lange Zeit vielseitig genutzt werden kann.

Offene Fassaden

Eingebunden in das orthogonale Stadtraster des Geschäftsviertels von Fengdong laden die offenen Fassaden des Stadions von Xi’an in das Herz des Gebäudes ein. Dort können Besucher den ganzen Tag lang die Freizeit- und Gastronomieangebote genießen. Diese Einrichtungen befinden sich in einer Reihe schattiger, nach Süden ausgerichteter Gartenterrassen. Von dort haben Besucher einen phantastischen Blick über die Stadt bis zum Berg Qing.

Die geschwungenen Linien der Fassade schützen das Stadion vor Nordwinden und vermitteln die fließenden Formen des Daches.

Schlankes Dach

Der Entwurf für das Stadion von Xi’an sieht eine sehr leichte, weitgespannte Kabelnetz-Dachkonstruktion mit großer Spannweite vor. Dies führt zu geringeren Lasten und Materialquerschnitten und damit zu einem schlanken Tragwerk. Ein weit auskragendes Dach überdeckt sämtliche Einrichtungen innerhalb der Gebäudehülle.

Die großen, schattigen Freiluftterrassen und öffentlichen Plätze werden extensiv bepflanzt und bieten trotz der heißen kontinentalen Sommerklima von Xi’an komfortable Bedingungen.

Unterstützt durch die gespannte Seilnetzstruktur schützt ein lichtdurchlässiges Membrandach die Sitzplätze vor ungünstigen Witterungseinflüssen und direkter Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig lässt dieses Dach viel natürliches Licht auf das Spielfeld. Das wiederum schafft perfekte sportliche Bedingungen. Außerdem lebt der Rasen so länger, und das spart unter anderem Geld.

Geometrie

Die Geometrie der Tribünen wurde durch digitale Modellierung entwickelt. Das Ziel war eine größtmögliche Nähe zum Spielfeld bei bestmöglichen Sichtbedingungen von allen 60.000 Plätzen.

Xi’an, Chinas alte Hauptstadt und Zentrum der Seidenstraße, kann auf eine lange Geschichte der Gastfreundschaft mit Besuchern aus aller Welt zurückblicken. Das Stadion von Xi’an will diese Tradition fortsetzen.

Es entsteht ein nachhaltiges Vermächtnis an neuen städtischen Räumen sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen für die ganze Stadt. Darauf dürfen wir uns freuen.

Wir waren das.

Die Projektdaten

Architekt

Zaha Hadid Architects (ZHA)

Patrik Schumacher, Charles Walker, Nils Fischer
Jakub Klaska, Lei Zheng
Shajay Bhooshan, Vishu Bhooshan, Jianfei Chu, Chun-Yen Chen, Hung-Da Chien, Marina Dimopoulou, Cesar Fragachan, Michael Forward, Matthew Gabe, Stratis Georgiou, Charles Harris, Yen-fen Huang, Han Hsun Hsieh, Yihoon Kim, Henry Louth, Martha Masli, Mauro Sabiu, Xin Swift, Adeliia Papulzan, Pablo Agustin Vivas

Partner-Architekt

Intelligent Design for Emerging Architecture (iDEA)

Yan Gao, Jianyou Yang, Bin Wu, Fiona Huang, Jingshan Zhong, Shishang Deng, Qiongli Lu, Ting Liu, Xinyu Kou, Daria Morkovkina, Haixia Zhang

Standort

Xi’an International Football Centre
CN – Fengdong, Xi’an

Autor

Johannes Bühlbecker
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Schierker Feuerstein Arena

Denkmal mit Dach

Die Schierker Feuerstein Arena in Wernigerode

GRAFT

About

Das denkmalgeschützte Natureisstadion in Schierke, einem Ortsteil der Stadt Wernigerode am Fuße des Brockens im Harz, wurde von 2016 bis 2017 umgebaut. Seitdem heißt es Schierker Feuerstein Arena.

Im Jahr 2013 gewann GRAFT den Wettbewerb zur Umwandlung des ehemaligen Eisstadions in eine multifunktional nutzbare Arena. Die Besonderheit des Entwurfs ist die unverwechselbare Dachkonstruktion.  

Umfang

Die Schierker Feuerstein Arena ist nun für sportliche wie auch kulturelle Veranstaltungen das ganze Jahr über witterungsunabhängig nutzbar.  Wie gefordert, blieben die bestehenden Natursteinterrassen und ein unter Denkmalschutz stehender Schiedsrichterturm aus Holz erhalten und in das neue Bild des Stadions eingefügt. Immerhin wurde das altehrwürdige Natureisstadion an dieser Stelle für die 1. DDR-Meisterschaften im Wintersport im Jahr 1950 errichtet.

Zwei Funktionsgebäude für die benötigten Sanitär-, Umkleide-, Technik- und Verwaltungsräume sowie für eine angemessenes gastronomische Versorgung vervollständigen die Arena.

Dach

Der Entwurf von GRAFT zeichnet sich durch eine Dachkonstruktion aus, die sich mit selbstverständlicher Leichtigkeit und Eleganz an nur zwei Punkten niederlässt und das trotz des gewünschten Schutzes vor Regen, Schnee und Sonne den Blick auf die Hänge des Oberharzes und den Harzer Himmel freigibt.

Die Dachkonstruktion der Schierker Feuerstein Arena wurde in Kooperation mit Schlaich Bergermann Partner entwickelt. Sie besteht aus einem Druckring in Stahlbaukonstruktion, einem dazwischen gespannten Stahlseilnetz sowie einer Bespannung mit PTFE-beschichteten Glasfaser-Membran. Die Überdachung nimmt eine Fläche von 2.700 Quadratmeter ein.

Dachbeleuchtung

Die anspruchsvolle geometrische Form der Dachkonstruktion wurde zusätzlich zur funktionalen Allgemeinbeleuchtung mit farbigem Licht gezielt inszeniert. Eine Beleuchtungssequenz von gold bis blau, die sich innerhalb einer Stunde stetig verändert und so die Innenseite der Dachfläche betont, gibt den Gästen beim Eislaufen ein Gefühl für die Zeit.  

Zusätzlich lassen sich durch die individuell steuerbare Beleuchtung verschiedene Szenarien wählen, die den Ort in unterschiedlichen Stimmungen erscheinen lassen. So kann die Feuerstein Arena zu bestimmen Anlässen z.B. in rotem Licht erstrahlen und damit die Identität von Arena und Stadt betonen. 

Konstruktiv wurde diese mit je fünf asymmetrischen RGBW-Strahlern gelöst, die an beiden Auflagern montiert sind. Sie beleuchten das gesamte Dach mit einem leichten Verlauf und erzeugen eine beeindruckende Fernwirkung.

Die gesamte Dachbeleuchtung stammt von jack be nimble aus Berlin.

Dachform

Ziel der Architekten war es, das 2.300 m² überspannende, aufsehenerregend geschwungene Dach so schlank wie möglich aussehen zu lassen. Die zweifach gekrümmte und verwunde Form des Kasten-Randträgers mit einer Spannweite von 73 m und einer Breite von 44 m in Kombination mit der leichten, seilnetzgestützten Membrandach-Konstruktion stellte an alle Beteiligten hohe Anforderungen.

Dazu gehörten die Planung der komplexen geometrischen Form, die statische Berechnung der Werkstattform und der Seillängen, die Formgebung der bis zu 55 mm starken Bleche des Randträgers und die überlangen und überbreiten Sondertransporte auf die Baustelle mitten ins höchste Mittelgebirge Deutschlands. Dort die bis zu 50 Tonnen schweren Bauteile in einer Höhe von bis zu 16 Meter zusammen gebaut und verschweißt, während 60 Seilen und 660 Seilknotenpunkte eingebaut und vorgespannt wurden.

Beauftragt wurde die Firma Zeman aus Wien.

Verwandlung

Die historische Stadionanlage hat sich in eine multifunktional nutzbare Arena mit hoher touristischer Attraktivität verwandelt. Die Schierker Feuerstein Arena wurde baulich so verändert, dass sie in den Wintermonaten als überdachte Kunsteisbahn und im Sommer als Fläche für kulturelle Zwecke wie Konzerte und Aufführungen sowie für Sportveranstaltungen und Gesundheitsangebote genutzt werden kann.

An der Ost- und Westseite der Schierker Feuerstein Arena entstanden zwei Neubauten für das gastronomische Angebot und weitere funktionale Flächen. Die Gebäude umgreifen in ihrer Kubatur jeweils einen Fundamentblock der Stadionüberdachung und integrieren diesen optisch in das Bauteil. Sie werden stark in die vorhandene Topografie eingefügt und können so als Teil der Landschaft gelesen werden.

Das waren wir.

Projektbeteiligte und Daten

Architekt

GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
Heidestraße 50
D – 10557 Berlin

Adresse

Schierker Feuerstein Arena
Am Winterbergtor 2
D – 38879 Wernigerode

Bauherr

Stadt Wernigerode

Eröffnung

2017

Beleuchtung

jack be nimble
Heidestrasse 52
  Gebäude K
D – 10557 Berlin

Stahlbau

Zeman & Co GmbH
Clemens-Holzmeister-Str. 6
AT – 1100 Wien

Text

GRAFT
Johannes Bühlbecker, More Sports Madia

Fotos & Pläne

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Estadio Alfredo Harp Helú

­More than a feeling

​Estadio Alfredo Harp Helú in Mexico City

Francisco González Pulido & Alonso de Garay

Situation und Tradition

Die Los Diablos Rojos del Mexico sind der erfolgreichste Baseball-Club Mexikos. Nach 16 Meisterschaften und einer mehr als 70-jährigen Tradition hat der Verein im Frühjahr 2019 sein neues Stadion eröffnet: das Estadio Alfredo Harp Helú. Es wurde nach dem Klubbesitzer benannt.

Das Estadio Alfredo Harp Helú ist die neueste Erweiterung des Sportkomplexes Magdalena Mixhuca, der ursprünglich für die Olympischen Spiele 1968 in Mexiko-Stadt gebaut wurde. Inzwischen ist der Komplex längst ein wichtiger öffentlicher Raum. Hier finden regelmäßig sportliche und kulturelle Veranstaltungen statt.

Das neue Stadion, das auch Estadio Diablos genannt wird, soll daher ausdrücklich auch kein Solitär sein, sondern ein städtischer Komplex.

Dach und Dreizack

Das auffälligste an diesem Stadion ist die monumentale und gleichzeitig leichte Dachkonstruktion. Die Form des Daches ist dem Dreizack im Vereinswappen der Diablos nachempfunden. Dies ist eine Entwurfsidee von sehr starker Zeichenhaftigkeit. Damit unterscheidet sich das Stadion sofort und drastisch von so gut wie allen anderen Baseballstadien und deren vorhersehbarer Dachgeometrie. Diese aufregende Dachkonstruktion ist scharf, transluzent, leuchtend und – witzig.

Die sehr weit auskragenden Dächer schützen 11.500 Sitzplätze, die auf zwei Seiten des Spielfeldes, hinter dem Schlagmann, angeordnet sind. Die anderen beiden Seiten enthalten weitere 8.500 Sitze unter freiem Himmel.

Die „Dachgiebel“ bestehen aus großen Stahlträgern, auf denen PTFE-Folien gespannt wurden. Polytetrafluorethylen ist ein wasserdichter und gleichzeitig lichtdurchlässiger Kunststoff. Das Regenwasser der Dachflächen wird gesammelt, vor Ort aufbereitet und wiederverwendet.

Architektur und Kultur

Unter dem schwebend wirkenden Dach wird es eher feierlich und traditionell. Baseball ist in Mexico schon lange sehr populär. Der Entwurf von Francisco González Pulido (FGP-Atelier, Chicago) und Alonso de Garay (Taller ADG, Mexico City) verbindet die Funktionen eines Stadions mit vielen kulturellen Verweisen.

Vor allem die Erschließungsebene wurde, so sagen es die Architekten, von der vorspanischen Ära inspiriert und mit lokalen Materialien aus dem Tal von Mexiko gebaut. Die Gestaltung weist Bezüge zu Vorläufern des Baseballs, dem alten mesoamerikanischen Ballspiel, auf und betont die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Sagen die Architekten.

Das Estadio Alfredo Harp Helú will Tradition und Innovation, Strenge und Technologie vereinen. Man könnte auch sagen: Der Sockel stellt das prähispanische Mexiko dar, das Dach steht für das heutige.

So hat auch der Weg zum und ins Stadion etwas von einer feierlichen Prozession. Auf dem Weg zum Haupteingang begegnen die Zuschauer sechs Pyramidenstümpfen, die mit einheimischem Vulkangestein verkleidet sind. Sie sollen an die Erschließung historischer Tempelanlagen erinnern.

Im Inneren verbindet ein umlaufender Ring alle Sitze und Funktionen zu einem einheitlichen Erlebnis mit freiem Blick auf das Spielfeld.

Ziele und Visionen

Das Estadio Alfredo Harp Helú will ein großer öffentlicher Bereich sein, in dem der offene Raum genau so wichtig ist wie der umbaute. Dies ist ein herausragendes Merkmal mexikanischer Kultur und Architektur.

Erfolgreiche öffentliche Bauten und Räume müssen soziale Teilhabe fördern, mexikanische Traditionen einbeziehen und die vorgefundenen natürlichen Gegebenheiten respektieren.

Daher ist das neue Stadion in vier große öffentliche Räume mit sehr unterschiedlichen Merkmalen integriert. Zu den öffentlichen Einrichtungen rund um das Estadio Alfredo Harp Helú gehören ein Marktplatz, Trainingsanlagen mit Baseball-Käfigen und ein Bio-Garten.

Null Energie, ein Geschenk

Das Estadio Alfredo Harp Helú will den Energieverbrauch, den entstehenden Abfall und die Emissionen reduzieren. Der Entwurf strebt ein Null-Energie-Gebäude an, bei dem passive Systeme mit möglichst nachhaltigen klimatechnischen Anlagen und aktiven Wasserreduktionssystemen verwendet werden.

Das Estadio Alfredo Harp Helú will mehr sein als ein Stadion, es will die Heimat des mexikanischen Baseballs sein, so wie das Estadio Azteca die Heimat des mexikanischen Fußballs ist. Ein großes Geschenk der Los Diablos Rojos an das mexikanische Volk.

Mit großen Gesten.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Tragwerk

Werner Sobek

Kosten

156.000.000 €

Architekten

Francisco Gonzalez Pulido
FGP Atelier

Alonso de Garay
Taller ADG

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Adresse

Estadio Alfredo Harp Helú
(Diablos Rojos Stadium)
Av. Viaducto Rio de la Piedad
Ciudad de los Deportes Magdalena Mixihuca
Granjas México
08400 Ciudad de México
CDMX,
Mexiko

Eröffnung

2019

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Pläne

Skizzen

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Forest Green Rovers Eco Stadium

Vollpfosten?

​Forest Green Rovers Eco Stadium

Zaha Hadid Architects

Situation

Das Forest Green Rovers Eco Stadium soll mehr als ein Stadion werden. Die Forest Green Rovers sind schon jetzt laut FIFA der „grünste Fußballclub der Welt“. Die Spieler ernähren sich vegan, der Präsident ist Dale Vince, der Gründer des Green Technology -Unternehmens Ecotricity.

Das Stadion wird das Herzstück des 100 Millionen Pfund teuren und 40 Hektar großen Sport- und Entwicklungszentrums, welches von Ecotricity finanziert wird. Es soll ganz aus Holz sein – von den Toren mal abgesehen.

Geplant wurde das Green Rovers Eco Stadium von Zaha Hadid Architects, und deren Interesse am Umgang mit neuen Formen, Materialien und Technologien ist – nachgewiesen.

Und dennoch spricht im Moment nicht viel dafür, dass dieses ambitionierte Projekt Wirklichkeit wird.

Anspruch

Die Forest Green Rovers haben eine ganzheitliche Vision für den Standort entwickelt. Seine landschaftlichen Qualitäten sollen erhalten bleiben, gleichzeitig soll die Stadtentwicklung vorangetrieben werden.

Das Stadion ist das Zentrum. Drum herum entstehen Freizeitangebote und Arbeitsplätze, also alltägliche Nutzungsformen. So spielt das Leben hier eben nicht nur an den „Match Days“, sondern an jedem Tag des Jahres.

Gestaltung

Der Entwurf bewahrt und modelliert die vorgefundene Landschaft und fügt das Stadion und weitere städtische Funktionen hinzu.

Das Forest Green Rovers Eco Stadium wird das erste Fußballstadion sein, bei dem fast alle Elemente aus Holz sind. Das gilt eben auch für das Tragwerk, die Auskragungen des Daches und die Lamellenverkleidung.

Holz ist sehr langlebig, recycelbar und schön. Das Tragwerk und die Stützenabstände wurden so gewählt, dass auch die Tribünen und die Bodenplatte aus Holz gefertigt werden können. Das ist in den meisten Stadien anders.

Das Dach wird mit einer transparenten Membran gestaltet, die das Rasenwachstum nicht beeinträchtigt. Die Dachform minimiert den Schattenwurf für Spieler und Fans und reduziert die volumetrische Wirkung des Stadionbaukörpers.

Atmosphäre

Die Fans werden bis auf fünf Meter ans Spielfeld heranrücken. Von jedem Platz ist uneingeschränkte Sicht auf das gesamte Spielfeld gewährleistet.

Die Form des Stadions trägt einem zukünftigen Ausbau Rechnung, da alle von einer positiven Entwicklung des aktuellen Drittligisten ausgehen. Zunächst für 5.000 Zuschauer ausgelegt, kann das Forest Green Rovers Eco Stadium in einer weiteren Bauphase vergleichsweise leicht auf 10.000 Plätze erweitert werden.

CO2

Das Stadion und der gesamte Park von Forest Green Rovers sollen kohlenstoffneutral betrieben werden. In diesem Zusammenhang ist es schon sehr bedeutend, dass dieses Stadion fast vollständig aus Holz bestehen wird – eine Weltpremiere (so es dazu kommt).

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, und Holz hat einen sehr niedrigen CO2-Gehalt. Wenn man bedenkt, dass etwa drei Viertel der CO2-Belastung während der Lebensdauer eines Stadions von den Baumaterialien herrühren, wird klar, warum das wichtig istg. Nach Prognosen der Planer wird das Forest Green Rovers Eco Stadium den niedrigsten Kohlenstoffgehalt aller Stadien der Welt aufweisen.

Eco Park

Die Hälfte des Öko-Parks wird aus hochmodernen Sportanlagen bestehen. Neben dem Stadion sind dies Rasen- und Allwetter-Trainingsplätze, öffentlich zugängliche multidisziplinäre Einrichtungen und ein sportwissenschaftliches Zentrum.

Die andere Hälfte wird aus einem Gewerbepark für grüne Technologien mit nachhaltig gebauten Geschäftsbüros und Leichtindustrieanlagen bestehen. Hier sollen bis zu 4.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, einschließlich der Expansion des Ökoenergieunternehmens Ecotricity, dem mit 700 Mitarbeitern bereits jetzt größtem Arbeitgeber in Stroud (12.600 Einwohner).

Das Konzept beinhaltet auch die Entwicklung eines Naturschutzgebietes auf dem Gelände, eine neue Verkehrsführung und die Wiederherstellung des Stroudwater-Kanals.

Die Politik hat das gesamte Projekt zunächst befürwortet, im Sommer 2019 aber abgelehnt. Zur Begründung wurden neben den Kosten zu strake Eingriffe in die Landschaft und das Erscheinungsbild des Ortseingangs von Stroud genannt.

Ob und wie es nun weitergeht, ist derzeit völlig offen. Schade.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Architekt

Zaha Hadid Architects (ZHA)

Zaha Hadid, Patrik Schumacher, Jim Heverin, Sara Klomps, Karthikeyan, Arunachalam, Sara Akbari, Muriel Boselli, Avery Chen, Saman Dadgostar, Cynthia Du, Paulo Flores, Fabian Hecker, Jakub Klaska, Vincent Konaté, Igor Pantic, Edgar Payan, Sven Torres, Theodor Wender, Richard Wasenegger

Adresse

Forest Green Rovers Football Club
The New Lawn Stadium Another Way
Nailsworth GL6 0FG
Vereinigtes Königreich

Text

Johannes Bühlbecker
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