Wald­schwimmbad Zimmeregg

Wald­schwimmbad Zimmeregg

Waldbad, next Level

 

 

Brech­buehler Walser Archi­tekten & Mettler Land­schafts­ar­chi­tektur

Die Planung schafft ein beein­dru­ckendes Upgrade vom Sommerbad zum ganz­jäh­rigen Ausflugs­ziel. Und alles scheint dabei so selbst­ver­ständ­lich zu sein.

Die Lich­tung

Das Wald­schwimmbad Zimmeregg liegt mehr als idyl­lisch in der Lich­tung eines bewal­deten Hügels bei Luzern. Die umfas­sende, 2024 abge­schlos­sene Sanie­rung und Neuor­ga­ni­sa­tion des Bades aus dem Jahr 1967 respek­tiert diesen privi­le­gierten Standort nicht nur, sie wertet ihn weiter auf.

So wurden die Lich­tung entrüm­pelt und die einzelne Bereiche neu struk­tu­riert. Vorhan­dene Attrak­tionen wurden möglichst erhalten, aufge­peppt und bei Bedarf umge­setzt oder ergänzt – all dies unter Nutzung der Topo­grafie mit Höhen­un­ter­schieden von 10 m zwischen dem Schwim­mer­be­cken und dem höchsten Punkt am südli­chen Wald­rand.

Die Planung von Brech­buehler Walser Archi­tekten mit Mettler Land­schafts­ar­chi­tektur schafft ein beein­dru­ckendes Upgrade vom Freibad für den Sommer zum ganz­jäh­rigen Ausflugs­ziel. Und alles scheint dabei auch noch so selbst­ver­ständ­lich zu sein.

Die Becken

Fast ein Jahr lang dauerten die umfang­rei­chen Erdar­beiten und die Instal­la­tion der neuen Technik.

Aus wirt­schaft­li­chen und ökolo­gi­schen Gründen wurde das 50-m-Becken auf 25 m verkürzt. Die Sprung­an­lage wurde durch einen 5‑m-­Turm ergänzt. Vorhan­dene Teile wie die kurze, steile Rutsch­bahn konnten erhalten und weiter genutzt werden. Neu sind die 80-m-Wasser­rut­sche und der Aben­teu­er­spiel­platz mit viel Matsch und Sand – für jede Alters­klasse das passende Angebot.

Das Nicht­schwim­mer­be­cken wurde mit einem Bereich für Nicht­schwimmer und einem für die verschie­denen Rutschen neu zoniert. Das Kinder­plansch­be­cken entstand neu.

Sämt­liche Becken erhielten ein Inlay aus Chrom­stahl. Start­blöcke, Becken­um­gänge und Über­lauf­rinnen wurden beto­niert.

Der Wert

Die Kosten der Maßnahmen beliefen sich auf 15,6 Mio. Euro (14,75 Mio. Franken), der Betrieb eines Bades ist auf den ersten Blick eigent­lich immer defi­zitär. Daher stand auch die Schlie­ßung des Wald­schwimmbad Zimmeregg zur Diskus­sion. Diese wurde von der Bevöl­ke­rung aller­dings via Inter­ven­tion entschlossen abge­wendet.

Also entschied sich der Stadtrat für die Sanie­rung und Attrak­ti­vie­rung mit dem Ziel, Standort und Angebot zu erhalten und die hohen Betriebs- und Unter­halts­kosten zu redu­zieren.

Der gesell­schaft­liche Wert eines Bades, und dieses hier mal ohnehin, ist eh unbe­zahlbar.

Das Alter

Die Bestands­an­lage litt nach mehr als 50 Jahren an deut­li­chen Alters­be­schwerden, insbe­son­dere hinsicht­lich Technik und Infra­struktur.

Der reali­sierte Entwurf ordnet die gesamte Anlage neu, begin­nend bei der Erschlie­ßung. Der Eingang mit Kasse, Garde­roben und Restau­rant ist jetzt deut­lich wahr­nehmbar. Technik- und Lager­räume sind im UG unter­ge­bracht. Über­haupt verzichtet das Bad sehr bescheiden auf das Protzen mit der neuen Technik, obwohl diese sich absolut sehen lassen kann oder könnte.

Der Holzbau im Eingangs­be­reich ersetzt das inef­fi­zi­ente Betriebs­ge­bäude und verkürzt den steilen Zugang. Neu ist auch der zusätz­liche Holz­pa­villon (Waldbar) als Ergän­zung des gastro­no­mi­schen Ange­bots bei hohem Besu­cher­auf­kommen.

Die früher einge­zäunte Spiel­wiese ist nun geöffnet und, als Teil der neuge­formten Lich­tung mit Grill­plätzen und Sport- und Spiel­flä­chen, nun auch Teil des ganz­jäh­rigen Ange­bots.

Die Land­schaft

Im Wald­schwimmbad Zimmeregg domi­niert die Land­schafts­ar­chi­tektur. Die Planer haben viel Energie darauf verwendet, die anspruchs­vollen tech­ni­schen Anlagen und die sicher­heits­re­le­vanten Bauteile durch Einbet­tung verschwinden zu lassen – und das hat sich gelohnt.

Die Archi­tektur beschränkt sich gekonnt auf das Einfache und Nahe­lie­gende. Die beiden neuen Holz­bauten Wald­hütte und Waldbar sind in Form und Geome­trie einfache Pavil­lons mit weit auskra­genden, schat­ten­spen­denden Vordä­chern – unbe­heizt und unge­dämmt.

Das Wald­schwimmbad Zimmeregg wird wie bisher nur über die Sommer­mo­nate betrieben. Für die Besu­cher der Lich­tung aber kann die Saison, inklu­sive Versor­gung, Sport- und Spiel­flä­chen vor dem Bad nun verlän­gert werden..

Waldbad, next Level.

Projekt­daten

Archi­tekt

Brech­buehler Walser Archi­tekten
Zwei­er­strasse 106
CH – 8003 Zürich

Bauherr

Stadt Luzern Immo­bi­lien

Land­schafts­planer

METTLER Land­schafts­ar­chi­tektur 
Wiener­strasse 20 
D‑10999 Berlin

Adresse

Waldbad Zimmeregg
Schwimm­bad­strasse 9
CH – 6014 Luzern

Bäder­pla­nung

JOP Josef Ottiger + Partner AG
Bera­tung und Planung für Gebäu­de­technik HLKS und Bäder­technik

Fotos

Andreas Busch­mann, Zürich

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Eröff­nung

2024

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Surf­town MUC

SURFTOWN MUC

Game­ch­anger

 

 

Myrtha Pools & Endless Surf

Surf­town MUC ermög­licht indi­vi­duell plan­bare, konstante Wellen – und genau das eben kann das Meer nicht.

Spek­takel

Im August 2024 eröff­nete in Hall­berg­moos, nahe dem Flug­hafen München, Deutsch­lands erster Surf­park: SURFTOWN MUC.

SURFTOWN MUC bietet sport­li­ches, gesell­schaft­li­ches und tech­ni­sches Spek­takel, das neue Maßstäbe in der Sport- und Frei­zeit­ar­chi­tektur setzt. Das Projekt vereint moderne Tech­no­logie, nach­hal­tige Konzepte und flexible Raum­nut­zung zu einer viel­sei­tigen Anlage, die sowohl Profis als auch Frei­zeit­surfer anspricht.

Im Kern der Anlage befindet sich ein 10.000 m² großer Pool mit der impo­santen Länge von 180 Metern. Die Wasser­tiefe beträgt 2,65 Metern und nimmt zum Becken­rand hin ab. Mithilfe eines pneu­ma­ti­schen Kammer­sys­tems, das Über­druck in Wellen­en­ergie umwan­delt, können hier genau program­mierte Wellen mit einer Höhe zwischen 30 cm und über zwei Metern erzeugt werden.

Das Becken stammt von Myrtha Pools, die Lagune aus der tech­no­lo­gi­schen Part­ner­schaft zwischen Myrtha und Endless Surf. Das Ziel des Projekts ist es, diesen olym­pi­schen Sport unter idealen Trai­nings- und Wett­kampf­be­din­gungen auch dort zu ermög­li­chen, wo keine Küste in der Nähe ist.

Die perfekte Welle

Die Kombi­na­tionen aus den Wellen­kam­mern und der Becken­form ermög­li­chen indi­vi­duell konfi­gu­rier­bare Wellen und damit konstante, plan­bare Bedin­gungen. Genau das ist der entschei­dende Vorteil gegen­über natür­li­chen, von Wind und Strö­mungen beein­flussten Wellen, insbe­son­dere bei Wett­kämpfen.

Die Sportler müssen hier nicht auf die perfekte Welle warten, sie müssen sie ledig­lich starten (lassen). Dank der flexi­blen Einstel­lungs­mög­lich­keiten sind sowohl Long­board- als auch Short­board-Sessions optimal reali­sierbar, was die Orga­ni­sa­tion von Wett­kämpfen erleich­tert und die Chan­cen­gleich­heit für alle Teil­nehmer drama­tisch verbes­sert.

SURFTOWN MUC dient als Trai­nings­stätte des Deut­schen Wellen­reit­ver­bands und bietet Platz für bis zu 60 Sport­le­rinnen und Sportler, die hier das ganze Jahr über trai­nieren können. Darüber hinaus war die Anlage im Oktober 2024 bereits Austra­gungsort der Deut­schen Surf-Meis­ter­schaften, bei denen mehr als 100 Athle­tinnen und Athleten den 10.000 Zuschauern ihr Können unter Beweis stellten.

Treff­punkt

Die archi­tek­to­ni­sche Gestal­tung der Anlage ist viel­seitig, inno­vativ und funk­tional. Neben dem zentralen Surf­pool umfasst das Areal eine Surfs­kate-Rampe, einen Outdoor-Fitness-Bereich, einen Kinder­spiel­platz, einen Strand­be­reich mit Liege­flä­chen und ein Restau­rant. Diese viel­sei­tige Nutzung macht die SURFTOWN MUC zu einem leben­digen Treff­punkt, an dem Sport, Erho­lung und soziale Inter­ak­tion mitein­ander verschmelzen.

SURFTOWN MUC wurde mit Blick auf die heutigen Anfor­de­rungen an die Nach­hal­tig­keit geplant. Der Betrieb erfolgt zu 100 Prozent mit Ökostrom, wovon bis zu 80 Prozent aus eigenen Solar­pa­neelen und einem nahe­ge­le­genen Solar­park stammen. Heiz- und Kühl­energie werden über Geothermie in Verbin­dung mit Wärme­pumpen bereit­ge­stellt, während die Wasser­ver­sor­gung über ein Kreis­lauf­system aus Grund- und Regen­wasser reali­siert wird.

Die Myrtha-Tech­no­logie und die modu­lare Edel­stahl­struktur des Beckens bedeuten eine erheb­liche Verrin­ge­rung der CO2-Emis­sionen im Vergleich zu zusätz­li­chen Beton­lö­sungen.

Technik

 

Myrthas Fach­wissen und Erfah­rung bei Planung und Bau großer Frei­form­be­cken, in Kombi­na­tion mit dem Knowhow von Endless Surf bei der Wellen­er­zeu­gung, ermög­lichten diese wegwei­sende Surf-Lagune der nächsten Gene­ra­tion.

Durch CFD-Simu­la­tion ist die Myrtha-Tech­no­logie in der Lage, in der fast 8000 m² großen Lagune eine perfekte Durch­strö­mung und somit eine gleich­mä­ßige Desin­fek­tion des Becken­was­sers zu gewähr­leisten. Hier kommt ein fort­schritt­li­ches Wasser­rück­füh­rungs­system mit spezi­ellen Einlass­wänden (Strah­len­tur­bu­lenz-System) zum Einsatz. Diese Lösung mit mehr als 60 Wand­ein­lässen macht eine Verroh­rung unter der Lagune über­flüssig, was die Instal­la­ti­ons­zeit und ‑kosten redu­ziert und die Wasser­zir­ku­la­tion verbes­sert.

Die Endless Surf Tech­no­logie, die in der Anlage einge­setzt wird, basiert auf 34 pneu­ma­ti­schen Wellen­kam­mern. Im A‑Frame-Modus brechen Wellen gleich­zeitig aus der Mitte des Pools nach links und rechts, im Point­break-Modus laufen die Wellen entlang der gesamten Länge des Pools und ermög­li­chen eine Wellen­länge von bis zu 18 Sekunden.

Prototyp

Mit Gesamt­kosten von rund 45 Millionen Euro ist SURFTOWN MUC ein tech­ni­sches und archi­tek­to­ni­sches Vorzei­ge­pro­jekt, das neue Wege im Wasser­sport aufzeigt. Das Projekt ist auch eine Art Prototyp, denn die Gründer planen welt­weit weitere Anlagen nach Münchner Vorbild.

Ein abso­luter Game­ch­anger, 800 km vom nächsten Ozean entfernt.

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Projekt­daten

Archi­tekten

Maisch Wolf Archi­tekten

Bauherr

Surf­town GmbH

Nutzer

O2 Surf­town MUC

Becken

Myrtha Pools
A&T Europe Spa

Wellen

Endless Surf

Adresse

O2 SURFTOWN MUC
Lili­en­thal­straße 12
D – 85399 Hall­berg­moos

Eröff­nung

2024

Fotos

©SURFTOWN“

Text

Johannes Bühl­be­cker
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WERK12

WERK12 in München

BOAH!

 

 

MVRDV

WERK12 fällt sofort ins Auge. Das liegt vor allem an den fünf Meter hohen Buch­staben an der Fassade, die uns mit Weis­heiten wie AAHHH, OH und PUH begrüßen.

AAHHH

WERK12 entstand auf dem früheren Gelände des Knödel-Produ­zenten Pfanni im Münchner Werk­viertel. Der fünf­ge­schos­sige, trans­pa­rente Komplex fällt sofort ins Auge. Das liegt vor allem an den fünf Meter hohen Buch­staben an der Fassade, die uns mit Weis­heiten wie AAHHH, OH und PUH begrüßen. Das liegt aber auch an den weit vorste­henden, umlau­fenden Balkonen und an den außen liegenden Treppen.

Der Entwurf stammt von MVRDV aus Rotterdam.

PUH

Auf fünf Etagen bietet WERK12 das pralle Leben: Restau­rant und Bar im Erdge­schoss, darüber Büros und das domi­nante, drei­ge­schos­sige Fitness-Center „body + soul“ mit eigenem 25m-Becken auf Ebene 3.

WERK12 setzt ganz auf Flexi­bi­lität. Die hohen Decken — 5,5 Meter zwischen den einzelnen Geschossen — ermög­li­chen es zukünf­tigen Nutzern, Zwischen­ge­schosse hinzu­zu­fügen.

Der Erschlie­ßungs­kern auf der Nord­ost­seite des Gebäudes wird auf jeder Ebene von 3,25 Meter breiten Balkonen umgeben, welche die Unter­schei­dung zwischen Innen und Außen aufwei­chen. Diese Frei­flä­chen werden durch Außen­treppen verbunden, die sich um das Gebäude schlän­geln. Gestalt­prä­gend nennt man das wohl.

HMPF

Die Fassade wird von fett gedruckten, fünf Meter hohen Buch­staben belebt. Sie sind das Ergebnis eines Wett­be­werbs, den die Akademie der Bildenden Künste und MVRDV ausge­lobt haben. Die Sieger Beate Engl und Chris­tian Engel­mann wollen Emotionen darstellen und dabei inter­na­tional verständ­lich sein. Daher nutzen sie univer­sell einsatz­bare Ausdrücke aus Comics.

Die raum­hohen Vergla­sungen bieten, je höher man kommt, einen atem­be­rau­benden Blick in Rich­tung der Münchener Innen­stadt.

WERK12 kombi­niert die einfache quadra­ti­sche Grund­form mit ehrli­chen Mate­ria­lien und trans­pa­renten Fassaden zu einem sehr leben­digen, fast flie­ßenden Baukörper.

Nachts wird das Erschei­nungs­bild des Gebäudes durch seine Beleuch­tung fast noch spek­ta­ku­lärer, seine Geome­trie wird noch klarer.

WOW

Das Areal des Münchner Werks­viertel hat sich von einer Knödel­fa­brik zu einem popu­lären Unter­hal­tungs­viertel entwi­ckelt. Der Entwurf von MVRDV respek­tiert diese Geschichte nicht, er feiert sie. WERK12 ist einer­seits stylisch und cool, nimmt sich aber ande­rer­seits nicht so ernst. Vermut­lich ist es aber genau deswegen genau das: sehr, sehr cool.

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Projekt­daten

Archi­tekt

MVRDV Rotterdam
Achter­klooster 7
NL — 3011 RA Rotterdam
Winy Maas, Jacob van Rijs and Nathalie de Vries, Jacob van Rijs, Fokke Moerel, Markus Nagler, Roy Sieljes and Jona­than Schuster, Antonio Luca Coco, Pavlos Ventouris, Kirill Emelianov

N‑V‑O Nuyken von Oefele Archi­tekten BDA
Winze­rer­strasse 44
D — 80797 München

Bauherr

OTEC GmbH & Co. KG
ECKhaus | Atelier­straße 1
D – 81671 München

Eröff­nung

2019

Adresse

body + soul Center WERK12
Frie­den­straße
D – 81671 München

Fotos

Ossip van Duiven­bode
Halve­ma­an­pas­sage 103
NL – 3011DL Rotterdam

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Infi­nite Bridge

Die Infi­nite Bridge in Aarhus

Circle of Life

 

 

Gjøde & Part­nere Arki­tekter

Übli­cher­weise verbindet eine Brücke zwei Punkte, die durch Wasser oder Höhe vonein­ander getrennt sind. Diese hier ist anders.

Gjøde & Part­nere Arki­tekter

60 Meter

Die „Infi­nite Bridge“ in Däne­marks zweit­größter Stadt Aarhus wurde von Gjøde & Part­nere Arki­tekter für das Festival „Sculp­ture by the Sea“ entworfen und gebaut.

Die kreis­runde „Brücke“ bringt die Menschen nirgendwo hin, aber sie bietet ihnen die Gele­gen­heit, die sich verän­dernde Land­schaft als endlose Panora­ma­kom­po­si­tion zu erleben. Gleich­zeitig ist die Infi­nite Bridge ein Raum der sozialen Inter­ak­tion mit anderen Menschen, die – na klar – das gleiche Panorama erleben.

Die Infi­nite Bridge hat einen Durch­messer von 60 Metern. Sie befindet sich zur einen Hälfte am Strand und zur anderen Hälfte im Wasser. Sie liegt, in Abhän­gig­keit von den Gezeiten, etwa zwei Meter über dem Meeres­grund.

Konstruk­tion

Die Konstruk­tion besteht aus 60 iden­ti­schen Holz­ele­menten, die von Stahl­stützen getragen werden. Die Krüm­mung der Brücke folgt den Konturen der Land­schaft. Sie liegt an der Mündung eines kleinen Fluss­tals, das vom Strand in den Wald hinein­ragt.

Gjøde & Part­nere Arki­tekter schufen mit der Infi­nite Bridge mehr Skulptur als Brücke. Es geht ihnen darum, die Umge­bung erlebbar zu machen und die Bezie­hung zwischen der Stadt und der herr­li­chen Land­schaft dieser Bucht – zu feiern.

Geschichte

Übli­cher­weise verbindet eine Brücke ja zwei Punkte, die durch Wasser oder Höhe vonein­ander getrennt sind. Die Infi­nite Bridge verbindet die Gegen­wart dieses Ortes mit ihrer Geschichte, indem sie den Strand wieder mit einem lange verges­senen Aussichts­punkt verbindet.

Die Brücke entstand an der Stelle eines früheren Piers, an dem die Menschen in Dampf­schiffen aus der Stadt ankamen, um sich zu entspannen und zu vergnügen.

Der histo­ri­sche Varna-Pavillon mit seinen Terrassen, seinem Restau­rant und seiner Tanz­halle am Hang über dem Strand war seiner­zeit ein beliebtes Ziel in der male­ri­schen Land­schaft.

Der Kreis­lauf des Lebens

Am Wald­rand zum Meer gelegen, übri­gens ganz in der Nähe des Stadion Aarhus, macht die Infi­nite Bridge den Pavillon von der Anle­ge­stelle aus wieder erlebbar. Der Kreisel stellt die histo­ri­sche Verbin­dung wieder her und bietet, so die Archi­tekten, eine neue Perspek­tive für das Verhältnis zwischen Stadt und Land­schaft – und für den Kreis­lauf des Lebens.

Die Infi­nite Bridge ist in jedem Jahr von Mai bis Oktober geöffnet.

Projekt­daten

Archi­tekt

Gjøde & Part­nere Arki­tekter
Høegh-Guld­bergs Gade 65
DK – 8000 Aarhus C

Bauherr

Aarhus Kommune

Eröff­nung

2015

Adresse

The Infi­nite Bridge
Ørne­re­devej 3
DK — 8000 Aarhus

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Frei­zeit- und Wasser­park Kozienice

Der Frei­zeit- und Wasser­park Kozienice

Toben oder turteln?

 

 

RS+ Robert Skitek

Der Frei­zeit- und Wasser­park Kozienice ist eine moderne, fami­li­en­freund­liche Anlage, die viel­seitig auf die Bedürf­nisse verschie­dener Alters­gruppen und Nutzungen zuge­schnitten ist.

Für laut und leise.

RS+ Robert Skitek

Viel­seitig

Der Frei­zeit- und Wasser­park Kozienice, entworfen vom Archi­tek­tur­büro RS+ Robert Skitek, ist eine moderne, fami­li­en­freund­liche Anlage, die viel­seitig auf die Bedürf­nisse verschie­dener Alters­gruppen und Nutzungen zuge­schnitten ist. Fertig­ge­stellt im Jahr 2023, erstreckt sich der Park über eine Fläche von 15.000 m².

Er bietet sowohl lautere, belebte Zonen zum Spielen und Toben als auch ruhi­gere Bereiche für Entspan­nung und Kommu­ni­ka­tion.

Zonie­rung

Der Park ist in zwei Haupt­be­reiche unter­teilt: Im lauten Bereich befinden sich die Wasser­spiel­plätze, die durch ihre lebhaften Farben und Kinder­at­trak­tionen die jüngere Ziel­gruppe bestens anspre­chen. Hier sind auch eine Frei­licht­bühne für kleine kultu­relle Veran­stal­tungen und Plätze für sport­liche Akti­vi­täten inte­griert.

Der ruhi­gere Teil des Parks ist von Bäumen umgeben und bietet schat­tige Sitz­ge­le­gen­heiten, Spiel- und Ruhe­be­reiche. Die archi­tek­to­ni­sche Gestal­tung der Gebäude fügt sich dezent und harmo­nisch in die Land­schaft ein, wodurch der natür­liche Charakter der Umge­bung erhalten bleibt.

Wasser­spiele

Der Wasser­spiel­be­reich umfasst Becken unter­schied­li­cher Tiefe, Rutschen und Wasser­spiele, eine Klet­ter­wand, Duschen und weitere spek­ta­ku­läre Ange­bote für junge und ganz junge Menschen. Alles wurde geschickt in das Gelände inte­griert – teil­weise durch Böschungen, um zum Beispiel natür­li­ches Gefälle für die Wasser­rut­schen zu schaffen.

Die Gebäude im Park sind aus Holz­ele­menten gestaltet, was den natür­li­chen Charakter des Parks unter­streicht. Die Wasser­spiel­plätze selbst sind in Grau und Weiß gehalten. So bilden sie einen ruhigen Hinter­grund für die bunten Wasser­spiel­zeuge und Attrak­tionen, die den Wasser­spiel­be­reich für Kinder aufwerten.

Die Gebäude für Technik und Lage­rung fügen sich in den Hinter­grund.

Respekt

Planer und Bauherren legten beson­deren Wert darauf, den Baum­be­stand im südwest­li­chen Teil des Parks zu erhalten und die Eingriffe in die Natur so minimal wie möglich zu halten. Holz­stege und Plätze wurden über den Boden gehoben, um die Vege­ta­tion zu schützen und Besu­chern ein beson­deres Erlebnis zu bieten, das die natür­liche Umge­bung respek­tiert und gleich­zeitig modernen Frei­zeit­kom­fort bietet.

Der Frei­zeit- und Wasser­park Kozienice bietet ein viel­sei­tiges Erlebnis für Besu­cher jeden Alters, von sport­li­chen Akti­vi­täten bis hin zu ruhigen Erho­lungs­phasen. Mit seiner durch­dachten Zonie­rung, der Verwen­dung natür­li­cher Mate­ria­lien und der Inte­gra­tion von Wasser­spiel­be­rei­chen stellt er ein gelun­genes Beispiel für moderne, fami­li­en­ori­en­tierte Land­schafts­ar­chi­tektur dar, die den Fokus auf Nach­hal­tig­keit und Benut­zer­freund­lich­keit legt.

Nicht mehr und nicht weniger.

Projekt­daten

Archi­tekt

RS+ Robert skitek
Tychy
Nałkow­skiej 4a, lok. 49
Polen

Team

Robert Skitek, Martyna Lenart-Zygmunt, Joanna Kujda, Patrycja Fersz­to­rowska, Daria Krzak

Eröff­nung

2023

Adresse

Park Wodno-rekre­acyjny
Wars­zawska 35
26–900 Kozienice
Polen

Fotos

Tomasz Zakrzewski 

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Freibad Steele

Das Freibad Steele in Essen

Nah am Wasser gebaut

 

 

Planungs­büro Deye, Myrtha Pools

Was tun, wenn einem der Nachbar regel­mäßig den Garten flutet? Die Sanie­rung des Frei­bades Steele in Essen ist eine außer­ge­wöhn­liche Geschichte.

The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

Bernd

Das Freibad Steele in Essen liegt direkt an der Ruhr. Diese Lage ist zwar male­risch, aber auch bei hier nicht so seltenen Hoch­was­ser­er­eig­nissen gefähr­lich: Im Juli 2021brachte das Tief „Bernd“ die Über­flu­tung des Schwimm­be­ckens und die Schä­di­gung der tech­ni­schen Anlagen und des Vereins­heims mit sich.

Die Sport- und Bäder­be­triebe der Stadt Essen als Eigen­tümer und die Schwimm­freunde Steele 1911 als Pächter und Nutzer forderten daher für den Wieder­aufbau natür­lich Wider­stands­fä­hig­keit gegen Hoch­was­ser­er­eig­nisse.

Die Planung stammt vom Planungs­büro Deye aus Hatten, das Becken von Myrtha Pools.

Fluss­ba­de­an­stalt

Das Freibad Steele ging schon 1945 aus einer Fluss­ba­de­an­stalt an der Ruhr hervor und ist das kleinste Freibad in Essen. Nach der umfang­rei­chen Sanie­rung wurde es im Mai 2024 feier­lich wieder­eröffnet – und hat seine Bewäh­rungs­probe bei Hoch­wasser bereits bestanden.

Jetzt kann es seiner Bestim­mung als idyl­li­scher Treff­punkt in toller Umge­bung, als Sport­an­lage für Jung und Alt und als Ausflugs­ziel für die ganze Familie wieder nach­kommen.

Mit einer Wasser­fläche von knapp 400 m² ist das kombi­nierte 25-m-Schwimmer- und Nicht­schwim­mer­be­cken das Herz­stück des Bades. Es ist beheizt und hält eine ange­nehme Wasser­tem­pe­ratur von rund 23°C aufrecht, was auch an kühleren Tagen ein komfor­ta­bles Schwim­m­er­lebnis ermög­licht.

Klima­wandel

Die Ruhr tritt im Ruhr­ge­biet durchaus regel­mäßig über die Ufer, der Klima­wandel wird diese Gefähr­dung noch verschärfen. Daher war die Erhö­hung der Wider­stands­fä­hig­keit des Geländes gegen Hoch­wasser ein wesent­li­cher Bestand­teil der Sanie­rung.

Das Schwimm­be­cken und seine inno­va­tive Bauweise sind für anspruchs­volle Aufgaben präde­sti­niert. Dank der vorge­fer­tigten Edel­stahl­pa­neele mit einer spezi­ellen PVC-Beschich­tung war das Becken schnell und effi­zient instal­liert. Die Bauweise ist nicht nur lang­lebig und wartungsarm, sondern bietet auch eine beson­ders glatte und hygie­ni­sche Ober­fläche, die den Wartungs­auf­wand mini­miert.

Container

Weit­sichtig und wegwei­send für vergleich­bare Projekte ist auch die Entschei­dung, die gesamte Schwimm­bad­t­echnik in Contai­nern unter­zu­bringen, denn diese können bei bevor­ste­henden Über­schwem­mungen recht­zeitig in Sicher­heit gebracht werden.

Durch die Erhö­hung der Ufer­be­fes­ti­gungen und die Opti­mie­rung der Entwäs­se­rungs­sys­teme wurde auch das Gelände so gestaltet, dass es zukünf­tigen Hoch­was­ser­er­eig­nissen besser stand­halten kann. Zudem wurde das Frei­bad­ge­lände insge­samt land­schaft­lich neu gestaltet, um eine natür­liche Barriere gegen Hoch­wasser zu schaffen.

Topo­grafie

Die Gestal­tung des Geländes berück­sich­tigt auch die natür­liche Topo­grafie und bettet das Bad harmo­nisch in die Umge­bung ein. Eine große Liege­wiese mit schat­ten­spen­dendem Baum­be­stand bietet den Besu­chern Ruhe und Entspan­nung, ein moderner Spiel­platz und ein Klet­ter­par­cours spre­chen vor allem Fami­lien mit Kindern an.

Seit seiner Wieder­eröff­nung verzeichnet das Freibad Steele trotz des mittel­mä­ßigen Sommers 2024 großen Zuspruch, was seine Bedeu­tung des Bades für die lokale Gemein­schaft unter­streicht. Veran­stal­tungen der sehr enga­gierten SF Steele 1911 wie das jähr­liche Steeler Enten­rennen tragen natür­lich auch dazu bei, dass das Bad schnell wieder ein leben­diges Zentrum für Sport und Frei­zeit wurde.

Tradi­tion & Moderne

Das Freibad Steele ist nicht nur ein Beispiel für gelun­genen Hoch­was­ser­schutz, sondern auch für eine nach­hal­tige und zukunfts­wei­sende Sanie­rung, die Tradi­tion und Moderne mitein­ander verbindet. Mit seiner modernen Ausstat­tung und den viel­fäl­tigen Frei­zeit­mög­lich­keiten ist es ein bedeu­tender Bestand­teil des sozialen und sport­li­chen Lebens in Essen-Steele.

Klein, aber fein.

Projekt­daten

Bauherr
Sport- und Bäder­be­triebe Essen
Huys­sen­allee 100
D – 45128 Essen
Planung

Deye Consul­ting
Borchersweg 110
D – 26209 Hatten

Schwimm­be­cken

Myrtha Pools

Ausfüh­rende Firma:
Thal­lessa Frei­zeit­an­lagen

Nutzer

SV Steele 1911 e.V.
West­fa­len­straße 210a
D – 45276 Essen

Fotos

Sabrina Schuster
Myrtha Pools

Text

Johannes Bühl­be­cker
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(Adver­to­rial)

Eröff­nung

2024

Der Bauab­lauf

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La Défense Arena

La Défende Arena in Paris

Salles de Spec­ta­cles

 

 

2Portzamparc

Die La Défense Arena, in der gerade die olym­pi­schen Schwimm­wett­be­werbe statt­finden, ist eigent­lich ein geschlos­senes Rugby­sta­dion in Nanterre.

The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

Rugby

Die La Défense Arena, in der gerade die spek­ta­ku­lären olym­pi­schen Schwimm­wett­be­werbe statt­finden, ist eigent­lich ein geschlos­senes Rugby­sta­dion in Nanterre, einem Vorort west­lich der fran­zö­si­schen Haupt­stadt Paris. Sie heißt eigent­lich U Arena, wurde von Chris­tian de Portzam­parc entworfen und vom fran­zö­si­schen Rugby Union Club Racing 92 gebaut. Der Verein ist Eigen­tümer und Betreiber.

Die Halle steht in unmit­tel­barer Nähe zum Hoch­haus­viertel La Défense. Sie bietet je nach Konfi­gu­ra­tion bis zu 40.000 Zuschauern Platz (bei Konzerten), bei den olym­pi­schen und para­lym­pi­schen Spielen verfügt sie über 17.000 Plätze.

Konfi­gu­ra­tionen

Die La Défense Arena ist zwar „schon“ sieben Jahre alt, bietet aber jede Menge tech­ni­scher Inno­va­tionen wie den größten inter­ak­tiven Flach­bild­schirm oder die einpräg­same Fassade aus aus 600 dyna­mi­schen Flächen aus Alumi­nium und Glas.

Für die Spiele wurden tempo­räre Schwimm­be­cken instal­liert. Im Normal­be­trieb bietet die Arena drei verschie­dene Konfi­gu­ra­tionen.

  • In der Rugby-Konfi­gu­ra­tion hat die Arena eine Kapa­zität von 32.000 Plätzen. Gespielt wird auf Kunst­rasen.
  • Bei Konzerten gibt es bis zu 40.000 Sitz­plätze.
  • Beweg­liche Tribünen ermög­li­chen eine Unter­tei­lung für Hallen­sport­arten vor bis zu 5.000 Zuschauern.

la Défense

Die La Défense Arena steht zu Füßen der “Grande Arche” von La Défense und wurde in ein dichtes, promi­nentes Stadt­ge­füge einge­bettet. Der Haupt­ein­gang ist auf die wich­tigste Achse von La Défense ausge­richtet. Zum Komplex gehört auch ein Büro­ge­bäude, in dem die Verwal­tung von Hauts-de-Seine unter­ge­bracht ist.

Die Eingangs- und Empfangs­be­reiche, Umklei­de­räume und gastro­no­mi­sche Ange­bote sind alle­samt hell und luftig unter den Tribünen unter­ge­bracht.

Fotos

Pläne

Fassaden

Die Fassa­den­ge­stal­tung ist ausge­spro­chen gestalt­prä­gend – sie wurde mit muschel­för­migen Elementen aus grauem Alumi­nium und leicht seri­gra­phiertem Glas gestaltet. Das garan­tiert nicht nur hohen Wieder­erken­nungs­wert, sie illu­mi­niert auch im Inneren vor allem die Lobbys und Sport­ler­be­reiche.

Vor der Eröff­nung der U Arena nutzte Racing 92 90 Jahre lang (mit wenigen Unter­bre­chungen) das Stade Yves-du-Manoir im Pariser Vorort Colombes, das bereits Austra­gungsort der Olym­pi­schen Sommer­spiele 1924 war. 

Nun ist Olympia erneut zu Gast beim Rugby.

Projekt­daten

Archi­tekt

2Portzamparc
38, rue La Bruyère
F‑75009 Paris

Bauherr

Racing Arena, Jacky Loren­zetti

Eröff­nung

2017

Adresse

La Défense Arena / Stade U Arena
99 Jardin de l’Arche
F – Nanterre Paris-La Défense

Fotos

Nicolas-Borel
CDP
Anthony Folliau

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Češča Vas

Das Schwimmbad Češča Vas

Auf gute Nach­bar­schaft

 

 

ENOTA

Das Schwimmbad Češča Vas in Novo Mesto erfüllt die Anfor­de­rungen des Spit­zen­sports – und fügt sich wunderbar in seine Umge­bung ein.

The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

Nach­bar­schaft

Das Schwimmbad Češča Vas in Novo Mesto, Slowe­nien, wurde im Jahr 2023 eröffnet. Es befindet sich direkt neben dem domi­nanten Velo­drom „Olim­p­ijski Center Novo mesto“ und passt sich sehr einfalls­reich in diese Umge­bung ein.

Aktuell hat das Bad zwei Schwimm­be­cken zu bieten, die Erwei­te­rung um ein 50-m-Becken im Außen­be­reich ist aber verbind­lich vorge­sehen.

Planung und Bau stammen von Enota, die Becken von Myrtha Pools.

 

Spit­zen­sport

Enota haben den beacht­li­chen Baukörper in unmit­tel­barer Nähe zum wuch­tigen Radsta­dion so geschickt in die beträcht­liche Hang­lage einge­fügt, dass sich Češča Vas nun sehr elegant aus der Land­schaft erhebt.

Bei aller Beschei­den­heit erfüllt das Bad die strengen Normen für inter­na­tio­nale Schwimm­wett­kämpfe und das Trai­ning von Spit­zen­sport­lern und dient als Vorbild für das Wachstum und die Entwick­lung des Schwimm­sports in der Region.

Topo­gra­phie

Das Bad nutzt die topo­gra­fi­schen Eigen­schaften des geneigten Geländes und wurde so niedrig und unauf­dring­lich wie möglich plat­ziert. Die teil­weise einge­gra­benen Ebenen ermög­li­chen die hori­zon­tale Tren­nung der unter­schied­li­chen Bereiche. So wird die Eingangs­halle von den Verkehrs­flä­chen abge­kop­pelt und der tief liegende Becken­be­reich in den Hang inte­griert. Die Böschungen werden zu Tribünen.

Auf diese Weise redu­ziert der Entwurf die Fassa­den­fläche des Bauwerks, was seine Ener­gie­ef­fi­zienz erhöht und die Inves­ti­ti­ons­kosten senkt.

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Orga­ni­sa­tion

Die zurück­hal­tende Erschei­nung des Gebäudes wird durch das nied­rige, schwe­bende Dach erreicht, unter dem die umge­bende Land­schaft (fast) zum Teil der Schwimm­halle wird. Gleich­zeitig ist im Volumen des Dachs das gesamte Programm unter­ge­bracht, das keinen direkten Kontakt zu den Wasser­flä­chen erfor­dert.

Diese Grund­riss-Orga­ni­sa­tion sorgt für eine größere Decken­höhe über dem Schwimm­be­cken und eine gerin­gere Decken­höhe im Bereich der Rezep­tion und der Umklei­de­räume.

Mate­ria­lität

Die stati­sche Konstruk­tion des Daches mit einem Gitter­werk aus Trägern ermög­licht große Spann­weiten und erfor­dert nur wenige Stützen. Durch den Licht­ein­fall entlang des gesamten Umfangs entsteht der Eindruck, dass das Dach­vo­lumen über der Wasser­ober­fläche schwebt, während sich vom Innen­raum aus weite Blicke in die umge­bende Natur eröffnen.

Die Mate­ria­lität von Češča Vas ist einfach und zurück­hal­tend. Das Dach wurde mit natür­li­chen, unla­ckierten Holz­bret­tern verkleidet, die mit der Zeit altern und das Gebäude so weiter mit der Mate­ria­lität des umge­benden Waldes verschmelzen werden.

Die Unter­seite des schwe­benden Pool-Dach­vo­lu­mens im Gebäu­de­inneren ist einheit­lich in einem inten­siven, warmen Farbton einge­färbt.

Aner­ken­nung

Češča Vas hat in der Archi­tek­tur­welt sofort große Aner­ken­nung gefunden und wurde bereits viel­fach ausge­zeichnet, zum Beispiel mit dem OPAL Award und dem The Archi­tec­ture Master­Prize, den Archello Awards als Sports & Leisure Buil­ding of the Year 2023, The Plan Award (Sports & Leisure), dem Golden Pencil Ljubljana und den Archi­tizer A+ Awards.

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Projekt­daten

Archi­tekt

ENOTA
Dean Lah, Milan Tomac, Jurij Ličen, Nuša Završnik Šilec, Polona Ruparčič, Sara Ambruš, Eva Tomac, Eva Javornik, Urška Malič, Rasmus Skov, Sara Mežik, Jakob Kajzer, Peter Sovinc, Carlos Cuenca Solana, Goran Djokić

Bauherr

Novo mesto Muni­ci­pa­lity

Schwimm­be­cken

Myrtha Pools
A&T Europe Spa
Via Solfe­rino, 27
P.O. Box 7
46043 Castig­lione delle Stiviere (MN)
Italien

Adresse

Češča Vas Pool Complex
Zaloška cesta 20
8000 Novo mesto
Slowe­nien

Fotos

Miran Kambič

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Eröff­nung

2023

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Schwimmen in der Kita

Schwimmen in der Kita

Kann Leben retten

 

 

Ster­ni­Park & Myrtha Pools

Ein Kita-Betreiber in Hamburg bringt Kinder ins Wasser – im eigenen Pool. Ein hoffent­lich wegwei­sendes Projekt.

The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

400 Tote

In jedem Jahr ertrinken in Deutsch­land mehr als 400 Menschen, darunter ein immer weiter stei­gender Anteil an Kindern. Es ist nahe­lie­gend, hier einen Zusam­men­hang zur fehlenden Schwimm­aus­bil­dung unserer Kinder zu sehen.

Bereits vor der Pandemie gab es für die und in den Schulen zu wenig Wasser­fläche und zu wenig Schwimm­un­ter­richt. Nach der Corona-Krise ist die Situa­tion nun drama­tisch: Fast zwei Drittel unserer Kinder können beim Verlassen der Grund­schule nicht sicher schwimmen.

Ein sensa­tio­nelles Projekt des Hamburger Kita-Betrei­bers Ster­ni­Park dreht den Spieß nun um und erklärt den regel­mä­ßigen Kontakt zum Wasser bereits im Kinder­garten zum Grund­satz­pro­gramm: Schwimmen in der Kita.

Initia­tive

Ster­ni­Park betreibt mehr als 20 Kitas in Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Häuser haben unter­schied­liche Schwer­punkte wie die Sprache oder auch den Wald, immer aber geht es um das Thema Bewe­gung.

Aus diesem Enga­ge­ment entstand auch der Wunsch nach träger­ei­genen Schwimm­bä­dern, nach Schwimmen n der Kita.

Gesagt, getan: Aktuell betreibt Ster­ni­Park in Hamburg zwei klei­nere Schwimm­be­cken in den Kinder­ta­gesstäten in Farmsen-Berne und Rahl­stedt und ein Lehr­schwimm­be­cken in Hamburg Bahren­feld. Natür­lich werden die Becken auch von den Kindern der anderen Ster­ni­Park-Kitas genutzt.

Das neueste Becken stammt von Myrtha Pools.

Seepferd­chen

Von der Wasser­ge­wöh­nung bis zum Seepferd­chen können die Kinder dieser Kitas wich­tige Erfah­rungen im Umgang mit dem Wasser machen. Sie lernen zahl­reiche Bewe­gungs­mög­lich­keiten im, am und unter Wasser kennen und entwi­ckeln ein Gefühl für dieses Element. Natür­lich stehen Spaß und Abwechs­lung hier im Vorder­grund.

Den größeren Kindern wird im Lehr­schwimm­be­cken in Bahren­feld das Schwimmen beigebracht. Mit Hilfe eines Schwimm­leh­rers ist sogar der Abschluss des Seepferd­chens möglich.

Die Teil­nahme an Initia­tiven wie „Ab ins Wasser – aber sicher!” mit dem Ziel der Wasser­ge­wöh­nung und Schwimm­fä­hig­keit für Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren vervoll­stän­digen das Angebot.

Fotos

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The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

Verant­wor­tung

Ster­ni­Park leistet mit dem Erwerb und Unter­halt der drei Becken in Hamburg einen wich­tigen Beitrag zur Schwimm­aus­bil­dung der Kinder von Hamburg. Der Becken­bauer Myrtha Pools beweist hier, dass das Unter­nehmen nicht nur die großen und reprä­sen­ta­tiven Becken für Mega-Events wie die Olym­pi­schen und Para­lym­pi­schen Spiele „kann“, sondern auch die gesell­schaft­liche Verant­wor­tung und Bedeu­tung sieht – und diese aus bauli­cher Sicht eher über­schau­baren Projekte gerne und profes­sio­nell unter­stützt.

Natür­lich entlassen solche privaten Initia­tiven Städte und Gemeinden nicht aus ihrer Verant­wor­tung. Für den Bäderbau, und hoffent­lich auch für die Politik, sind dieses Konzept und diese Part­ner­schaft dennoch beispiel­haft.

Projekt­daten

Bauherr

Ster­ni­Park GmbH
Oster­straße 86–90
20259 Hamburg

Schwimm­be­cken

Myrtha Pools
A&T Europe Spa
Via Solfe­rino, 27
P.O. Box 7
46043 Castig­lione delle Stiviere (MN)
Italien

Fotos

willypp auf Pixabay
Ravi auf Pixabay​
Myrtha Pools
Huy Cường Đinh Vũ auf Pixabay

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Johannes Bühl­be­cker
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Fluss Bad Berlin

Fluss Bad Berlin

Vom Baden in der Spree

 

 

Flussbad Berlin e.V.

Mit dem Fluss Bad Berlin entsteht ein spek­ta­ku­läres Sport- und Frei­zeit­an­gebot im Herzen der Stadt – zum Schwimmen, Flanieren, Genießen und Ausruhen.

The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

Pilot­ba­de­stelle

Fluss Bad Berlin ist ein Stadt­ent­wick­lungs­pro­jekt, das sich für eine neue Nutzung des etwa l,9 km langen, unge­nutzten Spree­ka­nals in der histo­ri­schen Mitte Berlins einsetzt. Hier soll das Gewässer über Ufer­treppen zugäng­lich gemacht, die Wasser­qua­lität verbes­sert werden und das Schwimmen bald wieder möglich sein.

Das Land Berlin fördert das Projekt Fluss Bad Berlin seit 2015 und hat 2019 das Stadt­um­bau­ge­biet „Umfeld Spree­kanal“ ausge­wiesen, in dem das Projekt reali­siert werden soll.

Progno­se­system

In einem ersten Schritt der Umset­zung wird eine Pilot­ba­de­stelle in einem abge­grenzten Areal des Spree­ka­nals als Einstiegs­pro­jekt reali­siert. Die über­schau­bare Bade­stelle besteht aus Stegen und Schwimm­pon­tons in einem kurzen Abschnitt des Spree­ka­nals.

Anders als im finalen Projekt ist die Wasser­qua­lität der Spree hier noch unver­än­dert. Damit man trotzdem sicher schwimmen kann, kommt ein inno­va­tives Progno­se­system zur Bestim­mung der schwan­kenden Wasser­qua­lität der Spree zum Einsatz (https://badberlin.info). Es zeigt an, wann das Wasser schon jetzt sauber genug zum Schwimmen ist und gibt nur dann den Zugang frei.

Grund­lage für das System ist eine seit mehreren Jahren betrie­bene Forschung zur Wasser­qua­lität.

Entwick­lungs­stufen

Erst in der zweiten Entwick­lungs­stufe des Fluss­bades Berlin folgen bauliche Maßnahmen im gesamten Projekt­ge­biet. Dann wird der zum Schwimmen nutz­bare Bereich schritt­weise vergrö­ßert. Dazu kommen Systeme zur Wasser­rein­hal­tung und eine Filter­an­lage, die das Spree­wasser aktiv reinigt.

In dieser Projekt­phase entstehen weitere Aufent­halts­be­reiche am Wasser und zwei zum Schwimmen nutz­bare Zugangs­be­reiche.

Eine letzte Phase sieht dann Maßnahmen an der Fischer­insel vor, wobei der Kanal mit Flach­was­ser­zonen für Flora und Fauna natur­naher gestaltet wird.

Bilder

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Resi­lienz

Mit dem Fluss Bad Berlin entsteht ein spek­ta­ku­läres Sport- und Frei­zeit­an­gebot im Herzen der Stadt – zum Schwimmen und Flanieren, Genießen und Ausruhen. Die unge­nutzte Wasser­ver­kehrs­straße bekommt wieder eine Aufgabe und lässt die histo­ri­sche Stadt­mitte auf ganz neue Weise erlebbar werden.

Neben dieser unbe­streit­baren Stei­ge­rung der Lebens­qua­lität fördert das Flussbad Berlin aber auch die Resi­lienz der Stadt hinsicht­lich des Klima­wan­dels – und ist damit in vieler Hinsicht zukunfts­wei­send.

Projekt­daten

Planer

Flussbad Berlin e.V.
Brun­nenstr. 9
10119 Berlin

Bauherr

Land Berlin

Bilder

Adrian König / realities:united / Flussbad Berlin e.V.
Annette Hauschild, Ostkreuz / Flussbad Berlin e.V.
Axel Schmidt / Flussbad Berlin e.V.
Sibylle Fendt, Ostkreuz / Flussbad Berlin e.V.

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Hotspot Sauna

Hotspot Sauna in Norwegen

Fantasie & Bauge­neh­mi­gung

Kabine cool, Zweck heiß, Buchung online: die Hotspot Sauna von Oslo Works.

The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

Gemein­schaft

Eine Sauna genießt man am besten gemeinsam. Das dürfte einer der Gründe sein, aus denen die Sauna­kultur in Skan­di­na­vien so beliebt ist und in den letzten Jahren einen weiteren Aufschwung erlebt.

An den Küsten schließen sich Menschen zusammen, um Sauna­häuser oder Sauna Hotspots zu finan­zieren, zu bauen und gemeinsam zu nutzen. So auch auf der Halb­insel Nesodden, eine kurze Fähr­fahrt von der norwe­gi­schen Haupt­stadt Oslo entfernt, wo eine Gemein­schaft von Nach­barn ihre bereits wach­sende Zahl gemein­samer Saunen erwei­tern wollte.

Ziel war eine umwelt­freund­liche und soziale Sauna mit möglichst atem­be­rau­bender Aussicht. Die Archi­tekten von Oslo Works haben daher eine Hotspot Sauna entworfen, die genau das bietet.   

Regeln

Für den Bau einer Sauna gibt es nur wenige Regeln.

Sie muss gut isoliert sein, damit sie sich aufheizen kann, ohne zu viel Energie zu verbrau­chen. Sie muss Zugang zu Kühl­wasser (oder Schnee) haben, und sie braucht ein Heiz­gerät. Der Rest ist der Fantasie und den Bauge­neh­mi­gungen über­lassen.

Oslo Works wollten den CO2-Fußab­druck, den Einbruch in die umge­bende Land­schaft und den Wartungs­auf­wand so gering wie möglich halten. Daher wurde die Hotspot Sauna aus massiven Holz­mo­dulen gebaut und mit gebrannten und geölten Erzkie­fer­schin­deln verkleidet. Diese Module konnten leicht zu dem schwer zugäng­li­chen Grund­stück am Rande des glatten Felsens am Meer trans­por­tiert werden.

Module

Diese Version des Konzepts Hotspot Sauna besteht aus zwei Teilen, die durch einen offenen schmalen Durch­gang zum Wasser und die Bade­leiter getrennt sind.

Auf der rechten Seite befindet sich ein Bereich mit zwei kleinen Umklei­de­ka­binen und Stau­raum für das Nötigste. Auf der linken Seite liegt die Sauna mit einem holz­be­feu­erten Ofen, einer abge­run­deten, einla­denden Rück­wand und einem Panora­ma­fenster mit Blick auf das Wasser und die Skyline der Groß­stadt.

Hotspot ist ein Basis­modul, das mit verschie­denen Zusatz­mo­dulen wie Sprung­brett, Dusche, Dach­ter­rasse und Solar­zel­len­pa­neelen erwei­tert oder mit anderen Hotspots in einer Reihe verbunden werden kann.

Fotos

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Online

Die skan­di­na­vi­schen Wetter­be­din­gungen, die das Sauna­er­lebnis an der norwe­gi­schen Küste ausma­chen, sind natür­lich optional. Dennoch ist es ziem­lich leicht, sich diesen Hotspot auch in wärmeren Gegenden vorzu­stellen.

Ab dem Sommer 2024 ist die Hotspot Sauna online buchbar.

Projekt­daten

Archi­tekt

Oslo Works AS
Gøte­borg­gata 27B
0566, Oslo
Norwegen

Bauherr

Nesodden Velfor­bund
Post­boks 18
1451 Nesoddtangen
Norwegen

Eröff­nung

2024

Adresse

Tangen­veien 2
1450 Nesoddtangen
Norwegen

Fotos

Marte Garmann 

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Alster­schwimm­halle

Alster­schwimm­halle in Hamburg

Schwimm­oper

50 Jahre nach ihrer Einwei­hung wurde die Alster­schwimm­halle umfas­send saniert, umge­baut und erwei­tert. Eine Oper.

The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

Wie Sydney

Im November 2023 wurde die Alster­schwimm­halle in Hamburg feier­lich wieder­eröffnet – 50 Jahre nach ihrer Einwei­hung. Als einer der größten Scha­len­bauten Europas ist die Schwimm­halle nach einem Entwurf der Archi­tekten Horst Niessen, Rolf Störmer, Walter Neuhäusser und dem Inge­nieur Jörg Schlaich ein Wahr­zei­chen der Hamburger Nach­kriegs­mo­derne.

Das Beton­scha­len­dach aus zwei hyper­bo­li­schen Para­bo­lo­id­schalen, die von drei Stütz­füßen getragen werden, erin­nerte die Hamburger:innen damals an die Oper in Sydney – und wird seitdem liebe­voll „Schwimm­oper“ genannt. Das spek­ta­ku­läre Scha­len­dach, der riesige Innen­raum mit dem 50-Meter-Becken und die Fassa­den­kon­struk­tion wurden erhalten. Gleich­zeitig wurden die Sport­ein­rich­tungen erst­mals zusam­men­hän­gend neuge­staltet und um zeit­ge­mäße Ange­bote ergänzt.

Unter Denk­mal­schutz

Ursprüng­lich war die Alster­schwimm­halle als Wett­kampf­stätte errichtet worden, wurde über die Jahre jedoch zu einem Frei­zeit- und Fami­li­enbad. Trotz 400.000 Besucher:innen im Jahr 2014 wurden aus Kosten­gründen damals eine Schlie­ßung mit Abriss und die Errich­tung eines modernen Neubaus disku­tiert.

In Koope­ra­tion mit schlaich berger­mann partner (sbp) erstellte gmp eine Mach­bar­keits­studie, die zur Entschei­dungs­grund­lage für den Erhalt und die Sanie­rung wurde.

Der Denk­mal­schutz des spek­ta­ku­lären Daches spielte dabei eine Schlüs­sel­rolle. Auf einer Grund­fläche von 4.500 Quadrat­me­tern schwingt es sich – nur 8 Zenti­meter dünn, von drei Diago­nal­stützen gehalten – an den Spitzen 24 Meter weit in die Höhe. Zwei der drei Stüt­zen­f­un­da­mente sind durch ein Zugband unter­halb des Schwimm­bads verbunden. Mit Spann­weiten von bis zu 96 Metern zählt das Dach bis heute zu den welt­weit größten seiner Art.

Mehr Wasser­fläche als vorher

Das 50-Meter-Becken, der 10-Meter-Sprung­turm und der soge­nannte Fitness-Kubus an der Ostseite blieben mit Ausnahme weniger Eingriffe erhalten. Die alte, kaum noch genutzte Tribüne neben dem Becken wurde hingegen abge­bro­chen, um Platz für ein neues, sepa­rates Sprung­be­cken zu schaffen.

Auch der Ergän­zungsbau im Norden wurde abge­rissen und durch einen ein- bezie­hungs­weise zwei­ge­schos­sigen Neubau ersetzt. Dort entstanden ein neues 25-Meter-Schwimm­be­cken und ein Kurs­be­cken, ein barrie­re­freier Eingangs­be­reich sowie Umkleiden, Fitness- und Sauna­be­reiche.

Insge­samt wurde die bishe­rige Wasser­fläche um rund ein Viertel vergrö­ßert, gut die Hälfte der gesamten Innen­fläche wurde neu gebaut. Vor dem Haupt­ein­gang entstand ein neuer Vorplatz

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Erhal­tene Iden­tität

Die origi­nalen Alumi­nium-Fach­werks­tützen der Glas­fas­sade wurden erhalten. Zudem entwi­ckelten gmp, sbp und die Implenia Fassa­den­technik ein neues, zulas­sungs­fä­higes Tele­skop-Kolben-Auflager als beweg­li­chen Anschluss­punkt zwischen Fassade und Dach, mit dessen Hilfe sich die Schwin­gungen der Dach­flä­chen ausglei­chen lassen.

Die Ober­flä­chen der erhal­tenen Bauteile wurden entweder in aufwen­diger restau­ra­to­ri­scher Fein­ar­beit in der ursprüng­li­chen Beton­sich­tig­keit oder auf Basis des Farb­kon­zepts aus der Erbau­ungs­zeit wieder­her­ge­stellt. Bauele­mente wie die histo­ri­schen Akus­tik­ziegel wurden restau­riert und wieder einge­baut.

Unter Wahrung der Balance zwischen Erhalt, funk­tio­neller Umge­stal­tung und Nutzungs­an­pas­sung der Schwimm­halle wurde ihre bauliche Iden­tität erhalten; Nutzung und Betrieb sind für die Zukunft gesi­chert.

Projekt­daten

Archi­tekt

gmp
Elbchaussee 139
D – 22763 Hamburg

Trag­werk

schlaich berger­mann partner
Schwab­straße 43
D – 70197 Stutt­gart

Bauherr

Bäder­land Hamburg GmbH

Adresse

Alster­schwimm­halle
Sechs­lings­pforte 15
D – 22087 Hamburg

Eröff­nung

2023

Fotos

Marcus Bredt
Bäder­land Hamburg (Bestand)

Text

gmp

Pläne

The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee
The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee
The Couch by MVRDV Photo: ©Daria Scagliola & Stijn Brakkee

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