Vitalbad Kusel

Das hat nicht jeder

Vitalbad Kusel

 

 

 

4a Architekten

Situation

Das Vitalbad Kusel ist das Ergebnis der drei Jahre währenden Sanierung des Bade- und Freizeitparks Vitalbad. Es wurde im Juli 2020 eröffnet.

4a Architekten machten aus der bestehenden Badelandschaft ein wirtschaftliches und nutzerfreundliches Kombibad auf dem aktuellen Stand der Technik – und dies dank und mit attraktiver Architektur.

Lage

Der Bade- und Freizeitpark Vitalbad liegt am Ortsrand der beschaulichen Kreisstadt Kusel (5.400 Einwohner) und ist landschaftlich sehr schön in die Naturregion Pfälzer Bergland eingebettet.

Das alte Bad war in Hallenbad und Freibad unterteilt. Dies war einer der Gründe für unwirtschaftlich große Wasserflächen, unnötige Verkehrsflächen und eine wenig kompakte Gebäudeform.

Konzept

Um zukünftig einen wirtschaftlichen Badebetrieb zu gewährleisten, trafen 4a Architekten zunächst einige grundsätzliche Entscheidungen:

  1. Die Wasserflächen wurden reduziert und in einem Kombibad zusammengefasst.
  2. Die funktionalen und energetischen Abläufe wurden optimiert und in einem kompakten Baukörper gebündelt.

Gewürzt wurde das Ganze mit einer Architektur, die nach außen kommunikativ und einladend, nach innen farbenfroh und selbstverständlich wirkt.

Rückbau

Zunächst wurde der Bestand nahezu vollständig rückgebaut. Erhalten blieb, neben dem Rutschenturm, lediglich das Untergeschoss, auf dem der Neubau errichtet wurde. Für die neuen technischen Anlagen von Hallen- und Freibad musste dieses Geschoss baulich erweitert werden.

Dank dieser Maßnahmen konnten die Form und Geometrie des Schwimmer- und des Nichtschwimmerbeckens erhalten werden. Sie wurden neu gefliest. Die Sprunganlage wurde ausgetauscht.

Gebäudeform

Aus funktionalen und wirtschaftlichen Gründen war es den Planern wichtig, die Gebäudeform möglichst kompakt zu gestalten. So wurden die Deckenhöhen an die Nutzung angepasst: In den Nebenräumen ist die Raumhöhe im Vergleich zur Badehalle niedriger, im Sprungbereich ist das Dach deutlich höher.

Eine abgehängte Decke aus Holzwolle-Leichtbauplatten sorgt für eine gute Akustik im Gebäude und verleiht dem Innenraum eine eigene und heitere Atmosphäre.

Tragwerk und Fassade

Zudem wurde die Fassade nach außen versetzt. Die Stützen des Stahltragwerks liegen nun im Gebäude. Damit entfällt die energetisch nachteilige Durchdringung der Gebäudehülle. Darüber hinaus werden zusätzliche Flächen gewonnen.

Das neue Tragwerk wird von einer Stahlrahmenkonstruktion aus geschweißten Doppel-T-Stahlträgern gebildet, die über die gesamte Gebäudebreite spannt.

Erschließung

Der Eingang zum Vitalbad Kusel befindet sich im Süden des Gebäudes. Der Dachüberstand der verglasten Eingangsfassade schützt die ankommenden Besucher. Im transparent und farbenfroh gestalteten Foyer haben die Gäste bereits Sichtkontakt ins Innere des Bades. Von hier aus gelangen sie durch die Umkleiden und sanitären Anlagen in die Badehalle.

Baulich formen diese Nebenräume drei Kuben mit abgerundeten Ecken. Dazwischen liegen Durchgänge mit Blickachsen in Richtung Badehalle.

Farben

Das Vitalbad Kusel besticht durch seine farbenfrohe Gestaltung. Sie zieht sich durch das gesamte Gebäude. Insbesondere die markante Deckengestaltung verleiht dem Bad eine eigene Identität und heitere Atmosphäre.

Im Kontrast dazu wurden die Wand- und Bodenflächen in ruhigen, dunklen Farbtönen gestaltet.

Freibadbereich

Der Freibadbereich mit seinen Nebengebäuden und Liegewiesen setzt das Vitalbad Kusel nach Süden hin fort.

Im Sinne eines wirtschaftlicheren Badebetriebs wurden hier die Wasserflächen reduziert. Ein Nichtschwimmerbecken entfällt, das neue Schwimmerbecken ist mit vier Bahnen kleiner als zuvor.

Neubauten

Im Gegenzug konnte das Freizeitbecken nach der Sanierung von Beckenkopf und -umgang erhalten werden. Für die jüngeren Badegäste wurden ein neues Kinderaußenbecken und ein Matschplatz angelegt.

Hinzu kam auch ein neues Umkleidegebäude, das als Kaltgebäude errichtet wurde. Der Kiosk zwischen Schwimmerbecken und Rutschenanlage blieb im Bestand erhalten.

Fazit

Bei der Sanierung des Vitalbad Kusel wurden 30% der Wasserfläche eingespart. Gleichzeitig wurde die Attraktivität des Bades erhöht. Wie geht sowas?

4a schufen bei übersichtlichem Budget zusätzliche Angebote mit neuem Kinderbereich, Warmsprudelbecken und erweiterten Aufenthalts- und Liegeflächen. Hallen- und Freibad bilden nun funktional und gestalterisch eine Einheit. Dank der gelassenen und gleichzeitig mutigen Architektur wirkt das Ganze eben nicht „nur“ kompakt, sondern auch einladend und selbstbewusst.

Es dürfte in Deutschland kaum eine zweite Stadt mit gerade mal 5.000 Einwohnern geben, die ein solch attraktives Bad bewirtschaften darf.

Und kann.

Wir waren das.

Projektdaten

Architekt

4a Architekten GmbH
Hallstraße 25
D – 70376 Stuttgart

Team

Ernst Ulrich Tillmanns
Torsten Hannig, Jonas Straß, Joanna Lackorzynska, Charlie Lang, Alena Zgorskaya
Sylvia Gmelin

Bauherr

Vitalbad Pfälzer Bergland GmbH

Standort

Vitalbad Kusel
Trierer Straße 194
D – 66869 Kusel

Decken

Troldtekt® Akustikplatten

Fliesen

Agrob Buchtal

Fotograf

David Matthiessen, Stuttgart

Autor

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

© David Matthiessen

Photos

Der Entwurf

Pläne

Kontakt

Was können wir für Sie tun?

Adresse
More Sports Media
Am Weitkamp 17
D-44795 Bochum

Telefon
+49 234 5466 0374
+49 172 4736 332

Alte Badeanstalt

Wild thing

Die „Alte Badeanstalt“ in Essen

Schomburg

Situation

Die wilden 1920er waren nicht nur in Berlin Jahre des Aufbruchs und der Lebensfreude. Trotz der Schatten der Wirtschaftskrisen und der politischen Radikalisierung bedeutete diese Zeit besonders für das Ruhrgebiet einen massiven Entwicklungsschub. Im bevölkerungsreichsten Teil Deutschlands entstanden neue Wohnungen für viele tausend zugezogene Arbeitskräfte – und öffentliche Schwimmbäder.

Eins davon ist die „Alte Badeanstalt“, heute als Hallenbad Altenessen bekannt. Dieses historisch bedeutende Bad wurde gerade umfassend renoviert. 

Die Planung stammt vom Planteam Ruhr aus Gelsenkirchen.

Ernst Bode

Die Alte Badeanstalt entstand 1928. Geplant wurde der Bau von Ernst Bode, der gleichzeitig Baudezernent war.  Ernst Bode gehörte zum Kreis des bekannten Traditionalisten Paul Bonatz. Er prägte das Stadtbild des modernen Essen durch weitere Bauten wie das berühmte „Glückaufhaus“ oder das Verlagshaus Baedeker. Die Alte Badeanstalt jedoch gilt unter Kennern als Kleinod.

Bode wurde nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten aus dem Amt gedrängt.

Gute Lage

Am 1. Juni 1930 begann der offizielle Schwimmbetrieb, der bis auf eine Unterbrechung im zweiten Weltkrieg bis heute unterbrechungsfrei läuft. Die Alte Badeanstalt liegt sehr zentral und bietet einen U-Bahn-Anschluss direkt vor der Haustür.

Auch deshalb ist das Bad trotz seines Alters und seiner kompakten Größe bei den Essenern nach wie vor sehr beliebt.

Umbauten

Im Jahr 1962 wurde die Alte Badeanstalt zum ersten und für lange Zeit letzten Mal umgebaut.

Bei der die im Jahr 2018 abgeschlossenen Sanierung wurden die über die Jahre verblichenen Fliesen durch neue, weiß geflieste Wände mit einem frischen Akzent (Minze) ersetzt. Statt der inzwischen reichlich trüb gewordenen Funzeln strahlen jetzt moderne LED-Bänder.

Die Sanierung beschränkte sich aber nicht auf kosmetische Arbeiten: Ein guter Teil der Renovierungskosten in Höhe von circa 1,2 Millionen Euro wurde in nicht sichtbare, wenn auch nicht weniger wichtige Dinge investiert.

Baustelle

Während der gesamten Bauphase setzten das Planungsbüro „Planteam Ruhr Sport und Bäderbau“ und die ausführende Firma „Fliesen Lepping“ auf die Spezialprodukte des Detmolder Baustoffspezialisten Schomburg.

In alten Bädern weiß man nie, was einen erwartet – so auch hier. Kaum hatten die Arbeiter die keramischen Beläge an den Wänden des Beckenumgangs entfernt, stießen sie auf ein schwarzes, an Bitumen erinnerndes Material. Dieser Anstrich konnte nicht entfernt werden – das Mauerwerk wäre mit zerstört worden. Eine Verbindung mit mineralischem Mörtel wie Putz war unmöglich, so dass die gesamten Wände des Beckenumgangs komplett verkleidet werden mussten. Zum Einsatz kam eine schnelle und sichere Hybrid-Abdichtung.

Schlackebeton

Am Boden des Schwimmbeckens stießen die Fachleute auf ein schwarzes Material, und darunter auf eine weitere sehr porige Schicht. Schnell war klar, dass es sich um Schlackebeton handelte, der bei früheren Arbeiten als Füllbeton eingesetzt wurde. Nach Prüfung des Untergrunds wurde ein Zementverbundestrich als Ausgleichschicht aufgebracht – eine sichere und nachhaltige Lösung.

Die unebenen Beckenwände glichen die Sanierer mit einem wasserundurchlässigen Betonersatzmörtel aus – hier in einer seiner vielen Rollen als Schwimmbadputz.

Bewegungsfugen und mehr

Bei der Bewegungsfuge wurde es noch einmal knifflig. Sie schwankte über die gesamte Breite zwischen fünf und acht Zentimetern. Die Fuge verläuft genau zwischen der Überlaufrinne, in diesem Fall einer so genannten Wiesbadener Rinne, und der Bodenplatte des Beckenumgangs. Nach Maßgabe des Statikers wurde diese Fuge auf einheitliche zwei Zentimeter mit einem wasserundurchlässigen Betonersatzmörtel verringert.

Für weitere Anwendungen wie Einbauteile, Bewegungsfugen, Wandabschlussfugen kamen verschiedene Dichtbänder und Dichtmanschetten zum Einsatz, die mit dem Abdichtungssystem eingearbeitet worden sind. Alle keramischen Beläge wurden mit einem zementären Fugenmörtel mit hoher Abriebfestigkeit verfugt. Die notwendige Ebenflächigkeit der Beckenwände wurde mit einem wasserundurchlässigen Betonersatzmörtel hergestellt.

Fertig

Alles hat sehr gut geklappt.

Im Oktober 2017 wurde das 550.000 Liter Wasser fassende und 25 Meter lange Becken zum ersten Mal probegeflutet und dann zehn Tage lang mit Erfolg auf Dichtigkeit getestet. Am 17. Februar 2018 wurde die Alte Badeanstalt dann in neuer Pracht wieder geöffnet. Die verantwortlichen Betreiber sind rundum zufrieden: „Damit haben wir für die nächsten 40 bis 50 Jahre Ruhe.“

Nun die Alte Badeanstalt weit mehr als ein Schwimmbad. Als Sport- und Gesundheitszentrum Altenessen e.V. bietet es die gesamte Bandbreite an Fitness, Rehasport und Wellness.

Wir waren das.

Die Projektdaten

Architekt

Planteam Ruhr
Architekt Reinhard Eule
Rheinelbestraße  51
D – 45886  Gelsenkirchen  

Bauherr

SBE Sport- und Bäderbetriebe Essen
Porscheplatz, Rathaus
D – 45127 Essen

Nutzer

Sport- und Gesundheitszentrum Altenessen e.V.

Bauwerksabdichtung

SCHOMBURG GmbH
Aquafinstraße 2-8
D-32760 Detmold

Eröffnung

2018

Fotograf

Jochen Stüber
Planteam Ruhr (alt)

Autor

Marcus Kuczer
Leiter des Objektmanagements bei Schomburg

Standort

Sport- und Gesundheitszentrum Altenessen e.V.
Altenessener Strasse 393
D – 45326 Essen

Fotos & Pläne

Video

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Jamsil Hangang Park

Geschwungen und verschlungen

Jamsil Hangang Park in Seoul

100 Architects

About

Der Entwurf für den Jamsil Hangang Park in Seoul ist das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit zwischen 100 Architects (Shanghai), Carve (Amsterdam) und Urien (Seoul). Die Koordination und Unterstützung vor Ort übernahm der Landschaftsarchitekt Walter Ryu.

Bring back the glory

Die Stadtverwaltung der südkoreanischen Hauptstadt Seoul hatte den Wettbewerb ausgeschrieben. Ein Ziel dabei war die Sanierung des bestehenden Schwimmbads im Jamsil Hangang Park. Außerdem wurde das nicht ganz unbescheidene Ziel ausgegeben, den früheren Glanz dieser 30 Jahre alten Anlage am Ufer des Flusses Hang wiederherzustellen.

Es ging also nicht nur um die Verbesserung der Infrastruktur für das Schwimmen, sondern um die Attraktivierung der gesamten Parkanlage.

Bring back nature

Dementsprechend zielt der Entwurf auch „auf die Wiederherstellung der natürlichen Landschaft und die Durchführung einer vollständigen Stadterneuerung“ (100 Architects) ab. Jamsil Hangang Park soll zu einem wichtigen städtischen und ökologischen Wahrzeichen für die Stadt Seoul werden – und das ganze Jahr über nutzbar sein.

Der Vorschlag vereinigt den Schwimmbadkomplex mit den umliegenden kulturellen Einrichtungen. Im Westen liegt die Sagak Sagak Artistic Area, im Osten das Botanical Learning Center. Der Entwurf verbindet sämtliche Einrichtungen durch ein System mäanderförmig gewundener, ineinander verschlungener Fußgängerwege. Sie ermöglichen Fußgängern die einfache Erreichbarkeit aller Angebote. Darüber hinaus verwandeln sie das gesamte Flussufer in ein herausragendes Ausflugsziel in der Natur, mitten in Seoul.

Taegeuk

Als Inspiration geben 100 Architects Taegeuk an – das traditionelle koreanische Symbol, das auch in der Flagge Südkoreas zu finden ist. Dort ist Taegeuk ein perfekter, in zwei Hälften (rot und blau) geteilter Kreis, der das Gleichgewicht im Universum repräsentiert.

Die Suche nach diesem Gleichgewicht, hier zwischen Natur und Architektur, ist der Leitgedanke des Entwurfs für den Jamsil Hangang Park. Das „resultierende“ kreisförmige architektonische Objekt ist hier die Großform der Fußgängerwege, welche das Zentrum der Wasserflächen umschließen.

Dieser Rundweg hat ganz viele Qualitäten, die den Spaziergang zum Erlebnis machen. Und er wird am Flussufer unterbrochen. Die Spaziergänger schweben dann über dem Fluss – an einem Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick über den Fluss Hang bietet.

Die Wege

Der zur Hauptstraße hin ansteigende, höher gelegene Fußgängerweg schirmt die Becken gegen den Verkehrslärm ab. Gleichzeitig beherbergt er unter seinem Dach notwendige infrastrukturelle Einrichtungen.

An der Kreuzung mit der Uferpromenade wird der Weg ebenerdig. Das erleichtert die Anbindung der Fußgänger. Am Flussufer kragt er aus. Es entstehen zwei begehbare Stege mit bestem Blick auf den Fluss und die „wiederhergestellte Natur“.

Geschwungen und verschlungen

Die geschwungenen und ineinander verschlungenen Fußgängerwege schaffen erschwingliche Möglichkeiten zur Attraktivierung des Parks. Geplant sind Plätze, Räume und Interventionen für Veranstaltungen aller Art.

Es entstehen Möglichkeiten für eine Vielzahl von Sportarten, Ruhezonen, verschattete Bereiche und natürliche Spiellandschaften für Kinder. Der Jamsil Hangang Park wird ein multifunktionaler Park, der für alle Altersgruppen geeignet ist.

Gewonnen hat der Entwurf den Wettbewerb nicht. Das Preisgericht erklärte im August 2020 das Büro Dongsimwon Landscape Design & Construction zum Sieger.

Wir waren das.

Die Projektdaten

Architekt

100 Architects

Marcial Jesús, Javier González, Lara Broglio, Mónica Páez, Keith Gong, Cosima Jiang, Ponyo Zhao, Elena Michelutti

Architekt

Carve

Elger Blitz, Marleen Beek, Elke Krausmann, Susanna Vissani, Gaia Gleriani, Wilco Spruyt

Bauherr

Seoul Metropolitan City

Standort

Jamsil Hangang Park Pool
Seoul, South Korea

Illustrationen

100 Architects

Autor

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Illustrationen

Pläne

Video

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Eco-Kindi

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Paracelsus Bad & Kurhaus

Nackt über Salzburg

Paracelsus Bad & Kurhaus

Berger+Parkkinen Architekten, Agrob Buchtal

About

Das Ende 2019 eröffnete Paracelsus Bad & Kurhaus ist schon deshalb außergewöhnlich, weil es als fünfgeschossige Kur-, Bade- und Saunawelt mitten in der Stadt liegt. Hinzu kommt, dass die Architekten Berger+Parkkinen eine beeindruckende Bauskulptur schufen, die trotz weitläufiger Offenheit ein hohes Maß an Geborgenheit bietet.

Wand- und Bodenfliesen der Serie Savona von Agrob Buchtal spielen dabei eine tragende Rolle.

Lage

Das neue Paracelsus Bad & Kurhaus befindet sich am Rand der als UNESCO-Weltkulturerbe geschützten Salzburger Altstadt – direkt am Kurgarten und am Schloss Mirabell. Hier wird schon seit mehr als 150 Jahren gebadet und gekurt.

Diese Tradition fortzuführen, war eines der wichtigsten Ziele der Stadt Salzburg, als sie beschloss, den in die Jahre gekommenen Vorgängerbau aus den 1950er-Jahren abzureißen und durch einen Neubau mit erweitertem Angebot zu ersetzen.

Gliederung

Wer sich dem Neubau vom Kurgarten aus nähert, stößt auf einen leicht geschwungenen monolithischen Baukörper, dessen Bekleidung aus vertikalen marmorweißen Keramiklamellen für vornehme Offenheit sorgt. Die klassische Gebäudegliederung in Sockel, Beletage und Obergeschoss wird dem Betrachter erst auf den zweiten Blick bewusst.

Sockel

In den drei Ebenen des Sockelgeschosses sind die Gymnastik-, Massage- und Therapieräume des Kurhauses sowie der Eingang und die Umkleiden des Schwimmbad- und Saunabereichs untergebracht.

Hinter der Glasfassade der Beletage ist deutlich die sanft wogende Decke der Schwimmhalle zu erkennen. Darüber befinden sich das Bad- und das Sauna-Restaurant sowie der Saunabereich mit vier Saunen, Dampfbad und Dachterrasse mit Infinity Pool.

Ankommen

Dass es den Architekten gelungen ist, trotz eigenständig artikulierter Bereiche ein gestalterisch einheitliches Gebäude zu schaffen, zeigt sich schon in der Eingangshalle. Im Mittelpunkt steht eine breite Himmelsleitertreppe mit marmorweißem Terrazzostufen und -podesten, die geradewegs unter die wellenförmige Schwimmhallendecke zu führen scheint.

Erst wenn man im 2. Obergeschoss die Kasse zum Bade- und Saunabereich erreicht hat, wird die große Festverglasung erkennbar, die den Eingangsbereich von der Badewelt trennt.

Umkleiden

Nach der Zugangskontrolle kommen die Besucher zunächst in den Umkleidebereich, dessen in hellem Grün und Blau gestreifte Umkleidekabinen an luftige Strandkörbe am Meer erinnern.

In dieses Bild passen auch die 60 cm langen, abwechselnd in 20 und 30 cm breiten Streifen auf Wänden und Böden verlegten Feinsteinzeugfliesen der Serie Savona von Agrob Buchtal. Ihre lebhaften, bewegten Oberflächen im Farbton Kalk sorgen im Zusammenspiel mit der Unregelmäßigkeit des freien Verbands für eine geborgene, erdig-warme Raumatmosphäre.

Auftauchen

Über den oberen Teil der Himmelsleitertreppe gelangen die Badegäste schließlich zur Schwimmhalle mit Sprungturm, Sport-, Kinder- und Familienbecken. Diese Treppe eröffnet Blickbezüge sowohl zur Eingangshalle als auch zum Umkleide- und Badebereich und erleichtert damit die Orientierung im Gebäude maßgeblich.

Besonders eindrucksvoll ist es, wenn Badegäste auf dem Weg nach oben – gleichsam direkt aus dem Boden „auftauchend“ – in der großen, lichtdurchfluteten Schwimmhalle ankommen. Hier finden sie nicht nur eine weitläufige Badelandschaft mit scheinbar schwerelos mäandrierender Anhangdecke vor, sondern auch spektakuläre Ausblicke auf die Salzburger Altstadt und den Kurgarten.

Kontinuum

Im Kontrast zu diesem überwältigenden Natur- und Formenschauspiel steht das zurückhaltende Farb- und Materialkonzept der Badelandschaft. Vorherrschend sind insbesondere die sandbraunen bzw. weißen Oberflächen der Wände und der Decke sowie die ebenfalls komplett mit kalkfarbenen Fliesen der Serie Savona belegten Böden.

Dank der gleichen Größe, Farbe und Verlegungsart wie in der Umkleide und der oberen Himmelsleitertreppe erscheint der gesamte Umkleide- und Badebereich als ein zusammenhängendes Kontinuum.

Den einzigen und somit bestimmenden Farbakzent bilden die in hellem Türkis leuchtenden Wasserbecken, die atmosphärisch an die vielen kristallklaren Gebirgsseen in der Umgebung Salzburgs erinnern. Diese Wirkung basiert auf 12,5 x 25 cm großen Wand- und Bodenfliesen der Serie Chroma Pool im Farbton Türkis Mittel.

„Die Glasur lässt das Wasser auf natürliche Art so erscheinen, als würde es aus eigener Kraft auf diese Weise schimmern“, erklärt uns Architekt Alfred Berger.

Blick zum Mönchsberg

Als integraler Teil der Badelandschaft verfügt auch der Boden des Saunabereichs im 5. Obergeschoss über streifenförmig verlegte Feinsteinzeugfliesen der Serie Savona, hier allerdings in der Farbe Anthrazit. Dieser Farbton harmoniert wunderbar mit den holzbekleideten Wänden – und gleichzeitig mit den dunklen schroffen Mönchsbergfelsen, einem der Wahrzeichen der Salzburger Altstadt.

Die Fliesen finden sich nicht nur in den Erschließungs- und Ruhebereichen, sondern als architektonisches Bindeglied auch in den Duschen und in den teilweise zur Glasfassade orientierten Saunen. „Die Möglichkeit, Savona prinzipiell überall im Bad einsetzen zu können – auf dem Boden und an den Wänden ebenso wie im Wasser und in der Sauna – war für uns entscheidend, als es um die Auswahl einer geeigneten Fliese ging“, sagt Alfred Berger.

Infinity Pool auf der Dachterrasse

Im doppelten Sinn der Höhepunkt eines jeden Saunabesuchs im Paracelsus Bad & Kurhaus ist zweifellos das als Infinity Pool ausgebildete Außenbecken auf der südlichen Dachterrasse. Ein kleiner Teil des Pools dient den Saunagästen als kaltes Tauchbecken, während der Rest als 32° warmes Solebecken ausgeführt ist.

Dank des erhöht auf der Dachfläche positionierten Pools mit hochliegendem Wasserspiegel und außen tief angeordneter Überlaufrinne kann der Blick ungehindert über fast ganz Salzburg schweifen.

Die sanft gerundeten Poolränder und die anthrazitfarbenen 5 x 5 cm großen Mosaikfliesen der Serie Chroma Plural schaffen eine grazile Kleinteiligkeit, die im als Nacktbadebereich konzipierten Pool für ein geborgenes Wohlgefühl sorgt.

Fazit

Auch wenn sich das Gebäude an vielen Stellen zur Stadt öffnet, ist diese Geborgenheit überall erlebbar. Sie entsteht nicht zuletzt durch das angenehm durchgängige Gestaltungskonzept, das auf natürlichen Farben und Materialien beruht und so eine intuitiv-sinnlich erfahrbare Badewelt bietet – ein wichtiger Aspekt an einem Ort, an dem sich Menschen in verletzlicher Nacktheit begegnen.

Das Paracelsus Bad & Kurhaus bietet große Gesten und feinste Details. Es macht seinen Gästen viele verschiedene Angebote in vielen verschiedenen Bereichen. Durch die gekonnte Kombination von fließenden Grundrissen und gehaltvollen Materialien ist es an jeder Stelle ein Erlebnis.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Photos

Michael Christian Peters
Christian Richters

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Architekten

Berger+Parkkinen Architekten
Schönbrunner Straße 213-215
A – 1120 Wien

Eröffnung

2019

Fliesen

Agrob Buchtal GmbH
Buchtal 1
D-92521 Schwarzenfeld

 

Adresse

Paracelsus Bad & Kurhaus
Auerspergstraße 2
A – 5020 Salzburg

 

Pläne

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Eco-Kindi

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Hubertus Pool

Eye in the sky

Der Hubertus Pool in Olang

noa* network of architecture

Hotel Hubertus

Der Hubertus Pool ist der neue Leuchtturm des Hotels Hubertus in Olang. Die Anlage befindet sich am Fuße des bekannten Ski- und Wandergebiets Kronplatz im Pustertal in 1350 m Höhe.

Der traditionsreiche Familienbetrieb wurde großzügig um- und ausgebaut: Es entstand ein neuer Zimmertrakt mit 16 Suiten, eine neue Küche mit Restaurants und Stuben, ein Eingangsbereich mit Lobby, Rezeption und Weinkeller sowie ein Fitness- und Ruheraum mit Panorama-Terrassen.

Der neue, 25 Meter lange Hubertus Pool ist nach Aussage der Architekten noa* network of architecture als Findling zwischen Altem und Neuem gestrandet. Er ist das Symbol der umfassenden Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten.

Hubertus Pool

Der neue Hubertus Pool, der imposant zwischen den Zimmertrakten sitzend über das Tal blickt, wirkt mit seiner anthrazit-farbenen Steinfliesenverkleidung wie ein schwebender Felsbrocken. Durch die umlaufend verschwindende Kante geht die Wasseroberfläche nahtlos in die umgebende Landschaft über, „in der Endlosigkeit des Nichts verschwindend“.

Der Pool erinnert an einen Bergsee, der in die beeindruckende Bergwelt der umliegenden Kulisse des UNESCO-Weltkulturerbes Dolomiten eingebettet ist.

Alt und neu

Ein Ziel des Entwurfs war die optische Verknüpfung von Bestand und Neubau zur Wahrung eines schlüssigen Erscheinungsbildes. Die entrindeten Baumstämme, welche der bestehenden und der neuen Fassade vorgesetzt wurden, zielen genau darauf ab. Sie unterstützen die Dynamik der geschwungenen Fassade und dienen gleichzeitig als Schattenspender, Raumteiler, Regenschutz, Sichtschutz und statische Basis für Pool und Fassade.

Gelandet

Der Hubertus Pool schwebt wie ein gelandeter Felsbrocken über dem neuen Zimmertrakt. Ohne sichtbare Grenzen und mit 5 m Breite, 25 m Länge und 1,30 m Tiefe ist das 17 m weit auskragende Schwimmbad das dominierende zentrale Unikat.

In einer Höhe von 12 Metern am äußersten Rand hat der Schwimmer das Gefühl, über dem Gelände und der Landschaft zu schweben – schwerelos zwischen Himmel und Erde zu gleiten. Dieser Eindruck wird durch die Glasfront und ein verglastes Fenster im Boden des Pools nochmals verstärkt.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Photos

Alex Filz

Text

noa* network of architecture

Architekten

noa* network of architecture
Zionskirchstr 56
I – 39100 Bolzano

Zionskirchstraße 56
D – 10119 Berlin

Adresse

Hotel Hubertus
Via Furcia, 5
I – 39030 Sorafurcia

Eröffnung

2016

Pläne

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werk12

BOAH!

WERK12 in München

MVRDV

AAHHH

Im Oktober 2019 eröffnete WERK12 auf dem früheren Gelände des Knödel-Produzenten Pfanni im Münchner Werkviertel.

Der fünfgeschossige, transparente Komplex fällt sofort ins Auge. Das liegt vor allem an den fünf Meter hohen Buchstaben an der Fassade, die uns mit Weisheiten wie AAHHH, OH und PUH begrüßen. Das liegt aber auch an den weit vorstehenden, umlaufenden Balkonen und an den außen liegenden Treppen.

Der Entwurf stammt von MVRDV aus Rotterdam.

OH

Auf fünf Etagen bietet WERK12 das pralle Leben: Restaurant und Bar im Erdgeschoss, darüber Büros und das dominante, dreigeschossige Fitness-Center „body + soul“ mit eigenem 25m – Becken auf Ebene 3.

WERK12 setzt ganz auf Flexibilität. Die hohen Decken – 5,5 Meter zwischen den einzelnen Gsschossen – ermöglichen es zukünftigen Nutzern, Zwischengeschosse hinzuzufügen. Die Anordnung der Umlaufflächen auf der Außenseite des Gebäudes erlauben eine einfache Rekonfiguration der Innenräume. Dabei wird die Stabilität durch diagonal verlaufende Treppenhäuser garantiert.

PUH

Der Erschließungskern auf der Nordostseite des Gebäudes wird auf jeder Ebene von 3,25 Meter breiten Balkonen umgeben. Diese Freiflächen werden durch Außentreppen verbunden, die sich um das Gebäude schlängeln. Gestaltprägend nennt man das wohl.

Diese Wegeführung weicht die Unterscheidung zwischen Innen und Außen auf. Beide Bereiche kommunizieren nahezu ununterbrochen miteinander, das Gebäude wirkt ausgesprochen kommunikativ.

HMPF

Die Fassade wird von fett gedruckten, fünf Meter hohen Buchstaben belebt. Sie sind das Ergebnis eines Wettbewerbs, den die Akademie der Bildenden Künste und MVRDV ausgelobt haben. Die Sieger Beate Engl und Christian Engelmann wollen Emotionen darstellen und dabei international verständlich sein. Daher nutzen sie universell einsatzbare Ausdrücke aus Comics.

Die raumhohen Verglasungen bieten, je höher man kommt, einen atemberaubenden Blick in Richtung der Münchener Innenstadt.

WERK12 kombiniert die einfache quadratische Grundform mit ehrlichen Materialien und transparenten Fassaden zu einem sehr lebendigen, fast fließenden Baukörper.

Nachts wird das Erscheinungsbild des Gebäudes durch seine Beleuchtung fast noch spektakulärer, seine Geometrie wird noch klarer.

WOW

WERK12 wurde für den Entwickler OTEC GmbH & Co.KG entwickelt und in Zusammenarbeit mit Nuyken von Oefele Architekten BDA, den Statikern Wolf + und den Ingenieuren Teuber + Viel realisiert.

Das Areal des Münchner Werksviertel hat sich von einer Knödelfabrik zu einem populären Unterhaltungsviertel entwickelt. Der Entwurf von MVRDV respektiert diese Geschichte nicht, er feiert sie. WERK12 ist einerseits stylisch und cool, nimmt sich aber andererseits nicht so ernst. Vermutlich ist es aber genau deswegen genau das: Sehr, sehr cool.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Bauherr

OTEC GmbH & Co. KG
ECKhaus | Atelierstraße 1
D – 81671 München

Eröffnung

2019

Photos

Ossip van Duivenbode
Halvemaanpassage 103
NL – 3011DL Rotterdam

Architekten

MVRDV Rotterdam
Achterklooster 7
NL – 3011 RA Rotterdam
Winy Maas, Jacob van Rijs and Nathalie de Vries, Jacob van Rijs, Fokke Moerel, Markus Nagler, Roy Sieljes and Jonathan Schuster, Antonio Luca Coco, Pavlos Ventouris, Kirill Emelianov

N-V-O Nuyken von Oefele Architekten BDA
Winzererstrasse 44
D – 80797 München

Betreiber & Adresse

body + soul
WERK12
Speicherstrasse 20
D – 81671 München

 

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Pläne

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Limmasol Tower

Home is where the pool is

​​Limmasol Tower

Hamonic+Masson & Associés

Zypern

Zypern ist außergewöhnlich. Das Meer und die Sonne schmücken die Landschaft und schaffen den Rahmen für außergewöhnliche Ideen. Der Vorschlag für den Limmasol Tower von Hamonic+Masson & Associés versucht, diese natürliche Pracht für seine zukünftigen Bewohner einzufangen. Und zwar für jeden einzeln.

Ihr wahrlich wildes Wohnturmkonzept bietet runde Schwimmbecken, die fast organisch auf allen Seiten aus der Fassade sprießen. Der Limmasol Tower gewährt jeder Einheit des Gebäudes einen eigenen, privaten Pool mit Blick auf den glitzernden mediterranen Horizont.

Auf einer Gesamtfläche von 6.000 Quadratmetern beherbergt der Limmasol Tower 19 Luxuswohnungen, ein Fitnessstudio, eine Kunstgalerie und ein Spa.

Blütenpracht

Hamonic+Masson & Associés leiten ihren Entwurf aus der zypriotischen Natur ab. Als Beleg führen sie die blütenförmigen Balkone zu jedem Apartment an. Diese beherbergen private Pools und bepflanzte Grünflächen, die wie unabhängige Inseln wirken. Gleichzeitig sind sie natürlich direkt mit dem Inneren der Wohnungen verbunden.

Die Schönheit der Außenwelt trifft auf den Komfort überdachter menschlicher Behausungen. Das Ergebnis ist ein wahrhaft luxuriöses Wohnerlebnis. Eine Glasschiebetür ist das einzige Element, das die Wohnbereiche von den Balkonen trennt.

Die Form von Blüten und Korallen findet sich auch in der grünen Landschaft des Erdgeschosses wieder. Hier setzen runde Plattformen, Möbel und Sonnenschirme das architektonische Konzept fort.

Schöner Beitrag

Ein majestätischer Eingangsbereich öffnet die Türen zum Limmasol Tower. Hamonic+Masson & Associés haben auch in diesem Bereich einige Ideen entwickelt, um die Lebensqualität der Bewohner durch eine Reihe von Annehmlichkeiten zu erhöhen: Zum Raumprogramm gehören ein unterirdisches, von natürlichem Sonnenlicht beleuchtetes Fitnessstudio, eine Kunstgalerie im Erdgeschoss und ein Premium-Spa im ersten Obergeschoss. Alle Angebote verfügen über unabhängige, separate Eingänge.

Der Entwurf für den Limmasol Tower bietet also viele Besonderheiten und jede Menge Annehmlichkeiten. Es ist nicht besonders wahrscheinlich, dass dieser Entwurf jemals realisiert wird – ein schöner und phantasievoller Beitrag zum ewig jungen Thema “Pools in luftiger Höhe” ist er allemal.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Bilder

Raphaël Petit
Jean-Charles Augier

 

Architekten

Hamonic+Masson & Associés
93 rue Montmartre
F – 75002 Paris

 

Text

Johannes Bühlbecker
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Hallenbad Riedlingen

Less is kess

​Das Hallenbad Riedlingen

4a Architekten

Situation

Das Hallenbad Riedlingen steht am nördlichen Stadtrand, in direkter Nachbarschaft zu einem Schulcampus mit Realschule und Gymnasium. Riedlingen liegt in Baden-Württemberg, am Fuß der Schwäbischen Alb. Hier leben 10.000 Menschen, denen bisher lediglich ein in die Jahre gekommenes Lehrschwimmbecken zur Verfügung stand.

Um den Neubau des Hallenbades zu ermöglichen, bezog die Stadt die umliegenden Gemeinden in die Planung und Finanzierung ein.

Dem Erscheinungsbild haben die finanziellen Restriktionen nicht geschadet. Ein straffer und augenscheinlich sehr gut organisierter Baukörper steht selbstbewusst, kompakt und dank seiner großen Glasflächen sehr einladend am Ortseingang. Außerdem fügt sich das Hallenbad Riedlingen so schön wie vernünftig in einen beträchtlichen Hang ein. 

Geplant und gebaut wurde das Bad von 4a Architekten aus Stuttgart.

Finanzierung & Nutzung

Der Bau und vor allem der Betrieb von Hallenbädern stellen für Kommunen und kleinere Gemeinden wie Riedlingen eine enorme finanzielle Herausforderung dar.

Um ein solches Projekt dennoch stemmen zu können, holten die Verantwortlichen in langen Verhandlungen sechs benachbarte Gemeinden – die heißen Altheim, Dürmentingen, Langenenslingen, Ertingen, Unlingen und Uttenweiler – und den Landkreis Biberach ins Boot. Am Ende kamen so 2,25 Millionen Euro der insgesamt 6,26 Millionen Euro Baukosten zusammen.

Die Anbahnung dieses Projekts hat fast zehn Jahre gedauert, die Umsetzung dagegen ging ziemlich flott: Nach knapp 21 Monaten Bauzeit wurde das Hallenbad Riedlingen im Sommer 2019 eröffnet.

Das Bad wird nun vorrangig von den Schulen und Vereinen der beteiligten Gemeinden genutzt. Abends und an den Wochenenden steht es dem öffentlichen Badebetrieb zur Verfügung.

Erschließung & Grundriss

Der Zugang erfolgt ebenerdig und barrierefrei von Südwesten. Der Grundriss ist straff und klar organisiert. Die Wegeführung, insbesondere im Bereich der Umkleiden, ist logisch, die Orientierung einfach.

Das Erdgeschoss umfasst die Eingangshalle, den Umkleide- und Sanitärbereich mit Lagerräumen sowie die Schwimmhalle. Der Eingangsbereich wurde stützenfrei ausgebildet. Foyer und Schwimmhalle sind nur durch eine raumhohe Verglasung voneinander getrennt. Das schafft maximale Transparenz und leichte Orientierung.

Von der Eingangshalle gelangt der Badegast direkt in die Wechsel- und Sammelumkleiden. Dahinter liegt der Duschbereich. Großzügige vier Sammelumkleiden, je zwei für Damen und Herren, gewährleisten reibungslose Abläufe. Das funktioniert auch dann sehr gut, wenn das Bad durch mehrere Schulklassen gleichzeitig belegt ist.

Die Schwimmhalle bietet ein Mehrzweckbecken mit den Abmessungen 10 x 25 m (vier Bahnen) und ein Lehrschwimmbecken (5,90 x 10 m).

Technik

Im Untergeschoss, das dank der Hanglage des Gebäudes teilweise im Erdreich liegt, ist die gesamte Gebäudetechnik untergebracht. Hier befindet sich auch ein BHKW, welches der Wärme- und Stromversorgung für das gesamte Bad dient.

Die Technikräume sind ebenerdig vom tieferliegenden Parkplatz aus zugänglich. Von der Badeebene aus führt eine Treppe im Schwimmmeisterraum hinunter.

Fassade

Die Schwimmhalle ist an zwei Seiten raumhoch verglast. Das lässt sie noch großzügiger erscheinen und bietet prächtige Ausblicke in die schöne umgebende Landschaft. Die Stirnseite ist bodenbündig verglast, eine gelochte Holzverkleidung stellt den Anschluss an die Deckenelemente her.

Die Fassade ist in geschlossene, halboffene und offene Bereiche gegliedert. Hinter den geschlossenen Fassadenelementen, einer vorgehängten hinterlüfteten Aluminiumfassade, verbirgt sich der Barfußgang in den Umkleide- und Duschbereichen. Das Fensterband ist hier so angeordnet, dass der Bereich nicht einsehbar ist und dennoch großzügig mit Tageslicht versorgt wird. Auch die Duschbereiche wurden mit einem Oberlichtband in Richtung Schwimmhalle und Barfußgang ausgestattet.

Konstruktion

Das Gebäudetragwerk im Untergeschoss sowie die tragenden Innen- und Außenwände im Erdgeschoss wurden aus Stahlbeton errichtet. Die nicht tragenden Innenwände wurden betoniert.

Im Erdgeschoss spannt ein sichtbares Stahltragwerk aus Doppel-T-Trägern über die gesamte Gebäudebreite von 18 Metern. Die Träger ruhen auf schlanken Stahlrundstützen, die direkt vor den transparenten Fassaden stehen. Den oberen Gebäudeabschluss bilden vorgefertigte, tragfähige Lignatur-Flächenelemente aus Holz, die mit einem Stehfalzblech eingedeckt wurden.

Raumseitig sind die weiß lasierten Deckenelemente mit einer Akustiklochung versehen – ebenso wie die Wandverkleidung aus Holz an der Gebäudestirnseite. Ihre gleichmäßige Struktur und helle Optik prägen das Bad und schaffen eine angenehm ruhige Atmosphäre. Lediglich der Duschbereich wurde mit einer abgehängten Holzlamellendecke verkleidet.

​Atmosphäre

Das äußere Erscheinungsbild des Hallenbades Riedlingen wird durch die Wechselwirkung zwischen den großzügigen Glasflächen und der einrahmenden Blechverkleidung geprägt. Die Farbverläufe der Metallverkleidung in unterschiedlichen Rot- und Orangetönen geben dem Bad eine ganz eigene Mischung aus Pep und Erhabenheit – je nach Lichtstimmung und Wetterlage.

Im Innern des Bades sorgen grüne Spinde, Umkleiden und Ablagen für die farblichen Akzente. Sämtliche Konstruktionselemente aus Stahl wurden weiß beschichtet. Durch die Kombination mit den weiß lasierten Wandverkleidungen, den weiß lasierten Deckenelementen und den Sichtbetonwänden wirkt die Badehalle hell und freundlich.

Less is kess

Die Holzelemente an Decken und Wänden sorgen nicht nur für Atmosphäre, sondern auch für eine gute Raumakustik, denn sie reduzieren die schallharten Flächen maßgeblich. Einen weiteren eleganten Kontrast zu den weiß lasierten Elementen und den farbigen Umkleiden bildet der dunkle Bodenbelag aus anthrazitfarbenem Feinsteinzeug

Dies ist kein riesiges Bad, und 4a Architekten stand auch kein riesiges Budget zur Verfügung. Dank gestalterischer Stringenz, sehr gut aufeinander abgestimmter Materialien und einem tollen und reduzierten Farbkonzept ist das Hallenbad Riedlingen aber ganz sicher ein Vorbild für den heutigen kommunalen Schwimmbadbau.

Eleganz statt Schnickschnack.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Bauherr & Betreiber

Stadt Riedlingen
Marktplatz 1
D – 88499 Riedlingen

 

Eröffnung

2019

Architekten

4a Architekten GmbH
Hallstraße 25
D – 70376 Stuttgart

 

Fliesen

Agrob Buchtal GmbH
Buchtal 1
D-92521 Schwarzenfeld

 

Adresse

Hallenbad Riedlingen
Ziegelhüttenstraße 47
D – 88499 Riedlingen

Photos

©Uwe Ditz

Text

Johannes Bühlbecker
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Sportbad Friedrichshafen

Lässig

​Das Sportbad Friedrichshafen

Behnisch Architekten

About

Das Sportbad Friedrichshafen entstand auf dem alten Messegelände am Riedlepark als neue Attraktion eines Sport- und Freizeitareals. Es wurde im Juni 2019 eröffnet.

Das Bad gliedert sich ausgesprochen wohlproportioniert um einen begrünten Innenhof und bietet gleichermaßen Sport und Entspannung. Sportbecken, Saunalandschaft und Wasserattraktionen sorgen für ein vielfältiges Angebot, das Erwachsene, Kinder, Sportler und Erholungsuchende gleichermaßen anspricht.

Die Architektur stammt von Behnisch Architekten, die Gestaltung der Becken und die fließenden Übergänge in dieser zweigeschossigen Oase wurden mit Fliesen der Marken Agrob Buchtal und Jasba umgesetzt.

Von außen

Der neu geschaffene, freie Platz zwischen dem Sportbad Friedrichshafen, dem direkt angrenzenden Parkhaus und der ZF-Arena wird vom Fahrverkehr freigehalten. Das schafft eine attraktive Eingangssituation, die auch für vielfältige Veranstaltungsformen nutzbar ist.

Das Sportbad entfaltet sich über mehrere Ebenen. Ein zusammenhängendes und in der Höhe gestaffeltes Dach verbindet die verschiedenen Funktionseinheiten harmonisch miteinander.

Durch die umlaufenden Glasfassaden gibt sich das Sportbad Friedrichshafen schon von außen als Badelandschaft zu erkennen. Ebenfalls gut ablesbar ist die Aufteilung in einen weitläufigen Badebereich mit Schwimm- und Kinderbecken im Erdgeschoss und ein intimeres Obergeschoss. Hier befinden sich die Saunalandschaft, Gastronomie und Personalräume.

Das lichtdurchflutete Foyer bereitet den Besuchern einen tollen Empfang und bietet auch Vereins- und Schulgruppen genügend Platz für Treffpunkte. Die transparente Gestaltung gewährt Einblicke in die Badehalle und vereinfacht die Orientierung.

Von innen

Nach Passieren des Kassenbereichs verteilen sich die Besucherströme im Haus. Während die Saunagäste über eine großzügige Treppe in das Obergeschoss gelangen, führt der Weg für die Badegäste zu den Einzel- und Sammelumkleiden.

Auf einer Gesamtwasserfläche von rund 1.200 m² stehen den Badegästen im Erdgeschoss mehrere beheizte Schwimmbecken und eine Vielzahl an Wasserattraktionen zur Verfügung. Dazu gehören

  • ein Schwimmerbecken mit sechs Bahnen
  • ein Schul- und Vereinsbecken mit fünf Bahnen
  • ein Kursbecken mit Hubboden
  • ein Multibecken mit Bodensprudlern und Nackenduschen
  • ein Soleaußenbecken mit Ausschwimmkanal, Sprudelliegen und Massagedüsen
  • ein Kleinkindbecken
  • eine 83 m lange Wasserrutsche

Sämtliche Schwimmbecken und Beckenumgänge sowie die Böden aller Duschen, Umkleiden und Erschließungsflächen sind auffallend harmonisch ausgeführt – mit Fliesenbelägen der Marke Agrob Buchtal.

Das Sportbad Friedrichshafen ist barrierefrei und ebenerdig befahrbar. Im Bad befindet sich ein mobiler Lift für Rollstuhlfahrer, der von den Mitarbeitern an das gewünschte Becken herangefahren wird.

Der Innenhof

Nach Meinung der Architekten ist der landschaftlich gestaltete Innenhof das Herzstück des Sportbades Friedrichshafen. Der wird erlebbar, wenn der Badegast das Haus betritt und ins Innere vordringt. Dann öffnet sich ein Freibereich mit Terrassen und Saunagarten, üppig bepflanzt und lebendig gestaltet.

Der Garten ist allseitig umschlossen. Das macht ihn, von aller gestalterischen Finesse mal abgesehen, zur Oase.

Um diesen Innenhof herum organisiert sich die Badehalle mit textilem Dampfbad, Ausschwimmkanal, Kleinkindbereich, den Schwimmbecken und der Wasserrutsche. Das Becken für Schulen und Vereine bietet einen integrierten Sprungbereich – 1 Meter, 3 Meter und 5 Meter – sowie einen Teilhubboden.

Die Atmosphäre

Prägend für das Erscheinungsbild der Badewelt sind der hohe Tageslichtanteil, die räumliche Großzügigkeit und die harmonische und unaufdringliche Farbgebung. Wände und Decken erscheinen in samtigem Sichtbeton und mit warmer Holzbekleidung.

Wesentliches Bindeglied für die nahtlosen Übergänge zwischen den einzelnen Badebereichen sind die einheitlich in Zinkgrau gehaltenen Feinsteinzeug-Bodenfliesen der Serie Trias von Agrob Buchtal. Sie kommen in zwei Formaten zum Einsatz: als filigranes 5 x 5 cm-Mosaik und als 30 x 60 cm große Fliesen. Dieses größere Format wurde im freien Verband vor allem in den Umkleiden sowie den Erschließungs- und Ruhezonen verlegt.

Das Mosaikformat findet sich rund um die Schwimmbecken, die ebenfalls mit Keramikfliesen von Agrob Buchtal realisiert wurden, und in den Nassbereichen. Damit wurde die notwendige Rutschhemmungsklasse erreicht. Gleichzeitig liessen sich die Anschlüsse an andere Bauteile wie Abläufe, Säulen, Rinnen und Entwässerungsflächen mit diesem Kleinformat leichter und ästhetischer realisieren.

Die Badehalle

Die Materialwahl in der Badehalle unterstützt den Charakter einer offenen, transparenten und lichtdurchfluteten Badelandschaft. Die mit Lochmuster ausgestattete und akustisch wirksame Holzdecke steuert mit ihrem warmen Holzton einen angenehmen Kontrast bei.

Ein echter Hingucker sind auch die sehr kreativ gestalteten Wärmebänke im Sportbad Friedrichshafen. Sie wurden sämtlich mit Rundmosaik bekleidet. Dieses Material hat den großen Vorteil, sich richtungslos und homogen wie ein keramischer Maßanzug an solche geschwungenen Baukörper anzuschmiegen.

Die Umkleiden und Sanitärbereiche sind in leuchtendem Sonnengelb gehalten, um das hier fehlende Tageslicht atmosphärisch nachzuempfinden.

​Wärmebänke und Kreise

Die organisch geformten Wärmebänke in Seegrün bieten Sitz- und Liegeplätze zum Entspannen. Zugleich setzen sie angenehme Farbakzente und gliedern die Badelandschaft.

Sie verfügen über Teilflächen mit Rundmosaik mit 1 cm Durchmesser, die über vertikale Flächen dann in Rundmosaik mit 2 cm Durchmesser übergehen. Die horizontalen Flächen der Wärmebänke wurden trittsicher ausgeführt. Es ist ja nicht auszuschließen, dass sie von jungen Badegästen auch begangen werden.

Rundmosaik der Serie Loop schmückt auch Wände und Boden des Kinderbeckens. Um den Kleinen dort die nach einer Seite zunehmende Wassertiefe intuitiv zu vermitteln, weist der Boden auf 3 Metern Länge einen gleichmäßigen Farbverlauf von Aquablau hell zu Aquablau auf.

Die Architekten entschieden sich auch deshalb für Rundmosaik, weil Kreise im Gebäudekonzept der sanften Übergänge eine tragende Rolle spielen. Als wiederkehrendes Gestaltungselement prägen sie das generelle Erscheinungsbild des Bades: Neben runden Säulen, Oberlichtern und Leuchten gibt es auch Akustikdecken mit runder Lochung.

Die Saunalandschaft

Die Saunalandschaft im Obergeschoss bietet unterschiedliche Themen-Saunen, Erlebnisduschen, ein Tauchbecken, unterschiedliche Ruhebereiche mit unterschiedlichen Stimmungen sowie ein „Kaminzimmer“ – der ideale Rahmen für erholsame Stunden.

Die Gastronomie, zwischen Schwimm- und Saunabereich ebenfalls im Obergeschoss gelegen, kann von Besuchern des Bades und der Sauna gleichermaßen genutzt werden. An dieser Schnittstelle verbindet eine elegante Freitreppe die beiden Nutzungsbereiche.

In Bezug auf Formate und Einsatzorte wurden die Bodenfliesen der Serie Trias von Agrob Buchtal im Saunabereich genau so eingesetzt wie in der Badelandschaft. Einziger Unterschied ist der etwas dunklere Farbton Eisenerz, der zusammen mit dem allgemein etwas wärmeren und erdigeren Farbenkanon eine geborgene Raumatmosphäre schafft.

Erlebnisduschen und Seedampfbad

Mit großer Liebe zum Detail entwickelten die Architekten die Erlebnisduschen: Sie wurden ebenfalls mit Rundmosaik (2 cm Durchmesser) der Serie Loop ausgeführt – in einem speziell konzipierten und von Agrob Buchtal eigens für dieses Projekt gefertigten Farbverlauf von Korallenrot über Bronze-Metallic zu Dunkelviolett.

Eine andere, ebenfalls unverwechselbare Farbwelt bietet das Seedampfbad. Hier wurde quadratisches 2 x 2-cm-Mosaik der Serie Amano der Marke Jasba eingesetzt. Mit den Farbtönen Anthrazit und Pur blau sowie aquarellartigen, glänzenden Oberflächen nimmt dieser keramische Wandbelag atmosphärisch Bezug auf die Unterwasserwelt des nahen Bodensees.

Fazit

Das Sportbad Friedrichshafen folgt einem klaren Plan – vom Konzept bis ins Detail. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile und macht das Bad zu einem wunderbaren Beispiel für unprätentiöse, einprägsame Baukunst.

Es ist zugleich ein exemplarisches Beispiel dafür, wie stark die emotionale Wirkung von keramischen Wand- und Bodenfliesen sein kann. Die große Vielfalt an Farben, Formen und Formaten lebt nicht zuletzt von Details, die zunächst kaum auffallen.

Ein weiteres Beispiel dafür sind die aus Bodenfliesen der Serie Trias von Agrob Buchtal hergestellten Schriftplatten, die an den Beckenrändern die Wassertiefe anzeigen. Anstatt die üblichen Edelstahltafeln von der Stange einzusetzen, wollten Behnisch Architekten Fliesen in unterschiedlichen Farben verwenden. Nach dem Ausschneiden der Ziffern via Wasserstrahltechnik wurden die Teile wieder zusammengesetzt, verfugt und als „keramische Intarsien“ integriert.

Lässig.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Bauherr

Stadt Friedrichshafen
Stadtbauamt Friedrichshafen
Charlottenstraße 12
D – 88046 Friedrichshafen

 

Betreiber

Stadt Friedrichshafen
Amt für Bildung, Betreuung und Sport
Bäderbetriebe
Sportpark 1
D – 88046 Friedrichshafen

 

Architekten

Behnisch Architekten
Rotebühlstraße 163A
D – 70197 Stuttgart

 

Adresse

Sportbad Friedrichshafen
Am Sportpark 1
D – 88045 Friedrichshafen

Eröffnung

2019

Fliesen

Agrob Buchtal GmbH
Buchtal 1
D-92521 Schwarzenfeld

 

Photos

©Behnisch Architekten/Agrob Buchtal
Fotos: David Matthiessen

Text

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Turó de la Peira

Smells like green spirit

Sportzentrum Turó de la Peira

Anna Noguera + Javier Fernandez

About

Turó de la Peira ist das gebaute Ergebnis eines Architektenwettbewerbs aus dem Jahr 2015. Gefordert war ein Sportzentrum, bestehend aus einem Hallenbad, einer Sporthalle und einem Sportplatz, sowie dessen Integration in die städtische Umgebung der spanischen Metropole Barcelona.

Der siegreiche und realisierte Entwurf von Anna Noguera und Javier Fernandez schafft eine große grüne Freifläche, die von dem neuen Sportzentrum gefasst und durch die Fassadenbepflanzung fortgesetzt wird.

Turó de la Peira ist halb in das Gelände eingegraben und daher nicht so dominant. Seine Gestalt wird von einer außergewöhnlichen Fassade geprägt, welche die Umgebung mehr als nur annimmt.

Stadterneuerung

Das Grundstück bestand aus einer Ansammlung von Restflächen, einem zwischen benachbarten Gebäuden eingeklemmten Sportplatz und einem veralteten Schwimmbad. Ein buchstäblich hartes Pflaster mit viel Beton und ohne jegliche Vegetation.

Eines der Ziele von Turó de la Peira war es daher, den Freiraum zwischen dem alten Schwimmbad Calderón de la Barca und der Sporthalle als Grünfläche für die Anwohner zurückzugewinnen. Deshalb wurden die beiden Neubauten für das Schwimmbad und die Halle unter einem Dach vereint.

Integration

Turó de la Peira ist also vertikal organisiert: Im Erdgeschoss befindet sich das Schwimmbad, darüber liegt die Sporthalle.

Der Baukörper ist tief eingegraben, passt sich damit der Topographie an und überbrückt den Höhenunterschied zwischen den beiden Straßen. Die Fassade zur größeren Straße (Sant Iscle) wirkt einladend und urban – mit einer Art Veranda, die den Bürgersteig verlängert.

Das Gebäude fügt sich durch die grüne, umlaufende Galerie bestens in seine Umgebung ein. Es bereichert die Grünflächen ohne Nachahmung oder Anbiederung, sondern als Fortsetzung.

Effizienzeffizienz

Turó de la Peira wurde strikt nach Nachhaltigkeitskriterien konzipiert: Himmelsrichtungen, begrünte Fassaden, Wärmedämmung, Energie speichernde Photovoltaikmodule. Die Oberlichter und Fenster werden sensorisch gesteuert und sorgen für eine gute Querlüftung. 

Das kompakte und eingebettete Volumen minimiert die Fassadenoberfläche und vermeidet damit thermische Verluste.  Die Wärmedämmung des gesamten Gebäudes wurde entsprechend der Sonneneinstrahlung geplant.

Systeme

Das aerothermische System des Turó de la Peira ermöglicht die Rückgewinnung von Wärme zur Warmwasserbereitung. Die Beleuchtung wird in Abhängigkeit von der natürlichen Belichtung gesteuert.

Die Photovoltaikmodule belegen die gesamte Dachterrasse und erzeugen 90% der für den Betrieb des Gebäudes benötigten Energie.

Die hervorragenden Eigenschaften von Holz – lange Lebensdauer, geringes Gewicht, kurze Bauzeit – waren die Gründe für die Wahl des vorgefertigten Systems aus Schichtholz.

Grüne Fassade

Eine grüne Galerie umgibt das Turó de la Peira, schützt es vor der Sonne und schafft ein günstiges Klima. Die Zugangsrampe zur Sporthalle verläuft zwischen der Fassade und dem grünen Netz, in dem die Reben wachsen.

Vom Hof aus wird die gesamte grüne Fassade durch die Ringmauer hindurch vollständig wahrgenommen. Die Blütenpracht ändert sich in Abhängigkeit von den Jahreszeiten ständig, und damit auch das Turó de la Peira.

Wasserrecycling

Ein großer Tank im Untergeschoss sammelt das Regenwasser vom Dach. Es wird mittels eines Hydrokultursystems für die Bewässerung der gesamten Grünfassade wiederverwendet.

Je nach Höhenentwicklung des Gartens sammeln Entwässerungsstreifen am Fuße der Hänge Regenwasser und leiten es an den Grundwasserspiegel zurück.

Das waren wir.

Projektdaten und beteiligte Firmen

Bauherr

Institut Barcelona Esports
Ajuntament de Barcelona

Architekten

Arquitectura Anna Noguera
Javier Fernandez
Aragó 224, 3er 1a
ES – 08011 Barcelona

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Adresse

Turó de la Peira
Carrer de Sant Iscle, 50, 54
ES – 08031 Barcelona

Eröffnung

2018

Video

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Preikestolen

Nicht nach unten sehen

Infinity Pool im Preikestolen

Hayri Atak

Tom Cruise in 604 m Höhe

Preikestolen („The Pulpit Rock“) ist eine der größten Touristenattraktion in Norwegen – eine steile Klippe, die sich 604 Meter über den Lysefjord erhebt. Auf ihrer Spitze befindet sich eine fast ebene Plattform mit einem Durchmesser von etwa 25 mal 25 Metern. Preikestolen war Drehort der letzten Kampfszene in „Mission: Impossible – Fallout“ und ist eins der meistgewählten Fotomotive auf Instagram. Dort zeigte sich auch Tom Cruise nach den Dreharbeiten, wie er die Wand der Klippe am Preikestolen erklimmt.

Neun Suites, ein Pool

Inspiriert von diesem malerischen Ausblick hat der türkische Architekt Hayri Atak ein spektakuläres Konzept für einen Infinity-Pool und ein Hotel auf dem Preikestolen entwickelt. Der Entwurf zeigt die Zimmer des Hotels auf einer Seite des Preikestolen hoch über dem Lysefjord.

Der freitragende Infinity Pool bietet mutigen Schwimmern die wohl einmalige Gelegenheit, aus dem Wasser heraus in den Fjord hinunterzuschauen. Das Hotel, es besteht aus neun Suites, wird von oben über die Plattform erschlossen. Hier befinden sich Rezeption, Aufenthaltsbereich und die sich anschließenden Gästezimmer, welche sich in die Felswand schmiegen. Der obere Eingang bleibt als malerischer Aussichtspunkt erhalten, das Pooldeck ist schon eher was für die wirklich Wagemutigen

Emotion

Das gesamte Konzept wurde von einem Foto inspiriert, das eine Freundin des Architekten während ihres Urlaubs in Norwegen gemacht hatte. Hayri Atak war begeistert und versuchte, diese ungemein emotionale Szene mit Architektur einzufangen. „Obwohl ich nicht da war, erlebte ich das Adrenalin, an diesem Rand zu stehen. Dann träumte ich davon, auf dem und über den Rand hinaus zu leben, mich von dieser Erfahrung inspirieren zu lassen.“

Preikestolen zieht jährlich mehr als 300.000 Besucher in seinen Bann. Für das Foto des einsamen Menschen auf dem Bergplateau muss man in der Regel lange anstehen.

Schon deshalb ist es ganz schwer vorstellbar, dass hier jemals ein Hotel gebaut wird. Dieses Projekt ist aber ein Lehrstück über die Bedeutung von Emotionen in der Architektur. Als Inspiration und Antrieb für mutige Ideen und Entwürfe taugt es deshalb allemal.

Und wie.

Wir waren das.

Planer und Adresse

Architekt

Hayri Atak
Ataşehir – İstanbul
Türkei

Adresse

Preikestolen
4129 Songesand

Norwegen

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vital:werk

Harmonielehre

Das vital:werk in Waldshut-Tiengen

DUFFNER ARCHITEKTEN BDA

About

Im Herbst 2018 eröffnete das komplett sanierte und wesentlich erweiterte Hallenbad mit Sauna in Waldshut-Tiengen, einer Kreisstadt in Baden-Württemberg mit knapp 25.000 Einwohnern. Es heißt nun vital:werk.

Der Gebäudekomplex aus den 1970er Jahren, zu dem auch die Stadthalle gehört, genügte insbesondere den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit, Brandschutz und Haustechnik nicht mehr. Außerdem sollte das Angebot zeitgemäß erweitert werden.

Raumakustisch wirksame Echtholz-Oberflächen von Lignotrend unterstützen den lebendigen und harmonischen Eindruck des Bades.

All in one

Das vital:werk sollte mit Räumen für Theater, Konzerte und Sport funktional zusammengefasst, zukunftsorientiert ausgestattet sowie attraktiv und wirtschaftlich gestaltet werden.

Bis zum Bauantrag bearbeitete eine Arbeitsgemeinschaft aus vier Architekten das Planungskonzept für den gesamten Komplex gemeinsam, danach wurden die einzelnen Bereiche getrennt.

Vor das bestehende Gebäude wurde ein neues, repräsentatives Foyergebäude gestellt. Außerdem entstand eine neue Saunalandschaft, die mit zwei Lichthöfen unter der Erde sitzt.

Das vital:werk

Die Modernisierung und Erweiterung des Hallenbads plante der in Waldshut-Tiengen ansässige Architekt Michael Duffner. Das vital:werk wurde um rund 500 m² erweitert. Ein Wettkampfbecken war schon vorhanden, das flexible Lernschwimmbecken mit Hubraumboden und Rutsche sowie ein zusätzlicher Kleinkind-Badebereich mit Spielattraktionen sind neu.

Ausgestattet mit nun drei Becken, dem Spielbereich und einer komfortablen Wärmeliegenlandschaft ist das vital:werk nun für bestens für Familien geeignet – und genauso für Schwimmvereine und den Schulsport.

Schwung und Atmosphäre

Bei der Innenraumgestaltung des Bades spielte Holz eine entscheidende Rolle. Die Planer wollten eine ruhige und gleichzeitig lebendige und harmonische Atmosphäre erzeugen, und das ist ihnen sehr gut gelungen.

Die fein profilierten Echtholzoberflächen aus hellem, astfrei verarbeitetem Weißtannenholz tragen entscheidend zu diesem positiven Eindruck bei. Sie sind wellenförmig zwischen den Betonunterzügen der Decke auf einer Holzkonstruktion angeordnet. Sie heißen Ligno Akustik light und stammen von Lignotrend, dem Spezialisten für Brettsperrholz.

Um die Ausstrahlung der Holzoberfläche zu verstärken, wollten die Architekten die notwendigen Deckeneinbauten möglichst dezent integrieren: So sind die Öffnungen für die Lüftungsanlage als schmale Fugen zwischen Paneelen und Unterzügen ausgebildet. Die Beleuchtung wurde komplett von den Holzelementen entkoppelt.

Selbstverständlich erfüllen alle eingebauten Elemente sämtliche bauphysikalischen Anforderungen. Im Hallenbadklima spricht nichts gegen den Einsatz von Holz – bei üblichen Temperatur-/Luftfeuchtekombinationen wird das Material immer trocken sein.

Und die Versammlungsstätten-Anforderung “Schwerentflammbarkeit der Oberfläche“ wird durch eine dafür ausgerüstete Version der Akustikpaneele erfüllt.

Und sonst?

Auch in einem separaten Veranstaltungsraum mit viel Glas, der Schulklassen und Schwimmvereinen als Lehrraum dient, sind Ligno Akustik light-Paneele an der Wand angebracht und verbessern die Akustik. Das gilt auch für den Schwimmmeisterraum. 

In der Sauna passten die Architekten die Oberflächen an die Einrichtung an. Daher entschieden sie sich hier anstelle der Weißtanne für die sehr feinjährige Hemlocktanne.

Fazit

Nach knapp drei Jahren Bauzeit wurde das Ensemble aus Stadthalle und vital:werk im Herbst 2018 schwungvoll wieder eröffnet. Das auf insgesamt 3.600 m² Grundfläche erweiterte Gebäude – das ist fast eine Verdopplung – bietet nun rund 1.200 Besuchern Platz.

Dank seiner gelungenen Gestaltung und der klugen und nachhaltigen Wahl der verwendeten Materialien wurde es sehr schnell das prominenteste kulturelle Zentrum von Waldshut-Tiengen.

Wir waren das.

Projektbeteiligte und Daten

Architekten

Michael Duffner
Dipl.-Ing. Freier Architekt BDA
Kalvarienbergstrasse 1 a
D – 79761 Waldshut-Tiengen

Gesamtplanung

S 4 Architekten Waldshut-Tiengen
Michael Duffner, Gerold Müller, Henning Musahl, Ernesto Preiser

Text

Iris Darstein-Ebner
Ruess Public T GmbH

Fotos

Lignotrend / Foto: Foto&Design, Waldshut-Tiengen

Betreiber & Adresse

vital:werk
Friedrichstraße 9
D-79761 Waldshut-Tiengen

Deckenpaneele

Lignotrend
Landstrasse 25
D–79809 Weilheim-Bannholz

Holz im Hallenbad

Der ideale Baustoff

Feuchteverhalten

Die Eigenfeuchte von Holz bleibt auch im typischen Hallenbadklima unkritisch niedrig, der Werkstoff ist auch unempfindlich gegen Chlorluft. In Hallenbädern können Holzelemente also ausserhalb des Spritzwasserbereichs ohne Bedenken eingesetzt werden, denn durch die gängigen Lüftungsanlagen mit Feuchtesteuerung sind sowohl Raumklima als auch Holzfeuchte definiert. Bei einer angenommenen Temperatur von 30°C und einer relativen Luftfeuchte von 55% bis maximal 75% stellt sie sich bei etwa 14% ein. Das ist ein Wert, der auf jeden Fall zu trocken für schädliche Organismen wie den Schimmelpilz ist.

Raumakustik

Die raumakustische Wirkung der Elemente wird hauptsächlich durch natürliche Holzfaser-Absorber erzielt, die hinter den Fugen der Decklage in die Elemente integriert sind. Damit können Absorptionswerte αW bis 0,90 erreicht und unterschiedliche raumakustische Zielvorgaben umgesetzt werden, wie sie in den einschlägigen Richtlinien, in Deutschland etwa in der DIN 18041, gefordert sind. Für höchste baubiologische Qualität sind die Paneele nach dem besonders strengen Zertifizierungssystem „natureplus“ geprüft.

Brandschutz

Die mit einer neuen Imprägnierung behandelten schwer entflammbaren Ligno Echtholz-Akustikpaneele zeigen ihren natürlichen Holzton unverfälscht und stehen somit in reizvollem Kontrast zu den ansonsten eher harten und kühl wirkenden Materialien, die in Waldshut zum Einsatz kamen. Im Brandfall verzögern gesundheitlich unbedenkliche Brandschutzmittel im Holz die Ausbreitung des Feuers.

Lignotrend

Lignotrend ist für Innovation, hohe Qualität und freie Konfiguration der Produkte hinsichtlich individueller Anforderungen bekannt. Sicheres Bauen bei freier Planung ist mit den Produkten des Unternehmens uneingeschränkt möglich. Bei der Produktentwicklung stehen daher architektonische Klasse und beste bauphysikalische Eigenschaften (Raumakustik, Schallschutz, große Spannweiten) klar im Fokus.

Gesundheitliche und ökologische Unbedenklichkeit sowie langfristige Funktionalität und Wertbeständigkeit sind die zentralen Bestandteile der Produktphilosophie – zertifiziert nach den strengen Regeln des natureplus e.V.

Das Unternehmen Lignotrend mit Sitz in Weilheim-Bannholz (D) produziert seit 1992 Brettsperrholzelemente für den modernen Holzbau. Sie werden europaweit im Wohnungsbau und im kommunalen/gewerblichen Objektbau eingesetzt. Lignotrend beschäftigt aktuell 130 Mitarbeiter und hat eine Produktionskapazität von 200.000 m² Elementfläche pro Jahr. 

Die Produktpalette des Unternehmens erstreckt sich über Lösungen für Konstruktion, Innenausbau und Fassade – von tragenden Wand-, Decken- und Dachelementen über Akustikpaneele bis hin zu Dämmständern und Fassadenplatten.

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Bei „More Sports. More Architecture.“ finden Sie funktionale, spektakuläre und schlicht schöne Bauten und Anlagen für Sport und Freizeit.

Eco-Kindi

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Kinderfreundlich, ohne kindisch zu sein. Wachstumsfreundliche Architektur von Lava Architects.

Nou Camp Nou

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Die ewig junge Frage: Was tun an Nichtspieltagen? Und wohin mit dem Stadion?

Vitalbad Kusel

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Wasserfläche einsparen, Attraktivität erhöhen. Von 4a Architekten.

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