Sport­park Ost Regens­burg

Archi­tektur sorgt für Bewe­gung

Der Sport­park Ost Regens­burg

Land­schafts­planer

Licht­grün Land­schafts­ar­chi­tektur
Ludwig­straße 6
D–93047 Regens­burg

Bauherr & Betreiber

das Stadtwerk.Bäder und Arenen GmbH
Gref­lin­ger­straße 26
D–93055 Regens­burg

Ausstat­tung

Schwimm­halle:
630 m² Wasser­fläche:
25-m-Schwim­mer­be­cken
Lehr­schwimm­be­cken
Nicht­schwim­mer­be­cken mit Hubboden
Sauna mit Tauch­be­cken

Leicht­ath­le­tik­halle:
Rund­lauf­bahn
Sprint­bahnen
Weit­sprung­an­lage
Hoch­sprung­an­lage
Stab­hoch­sprung­an­lage
Kugel­stoß­an­lage
Kraft- und Gymnas­tik­be­reich
Zuschau­er­tri­büne

Eröff­nung

2025

Fotos

David Matthiessen, Stutt­gart
Licht­grün
Behnisch Archi­tek­tur­büro

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

Der Sport­park Ost Regens­burg ist kein Solitär, sondern der erste öffent­liche Baustein eines neuen Quar­tiers. Seine Qualität entsteht dort, wo Archi­tektur, Land­schaft und Technik nicht neben­ein­ander geplant werden, sondern mitein­ander.

Der erste Baustein eines neuen Quar­tiers

Wenn ehema­lige Mili­tär­flä­chen zu leben­digen Stadt­quar­tieren werden, braucht es Orte, die Iden­tität stiften. Im Regens­burger Osten über­nimmt diese Aufgabe der Sport­park Ost. Auf dem Gelände der früheren Prinz-Leopold-Kaserne entstand ein neues Zentrum für Schwimm- und Leicht­ath­le­tik­sport, das zugleich als öffent­li­cher Treff­punkt und räum­li­cher Anker des neuen Stadt­teils fungiert. Bereits 2019 über­zeugte der Entwurf von Behnisch Archi­tekten im Wett­be­werb und wurde mit dem ersten Preis ausge­zeichnet. Nach rund drei Jahren Bauzeit wurde die Anlage 2025 fertig­ge­stellt.

Statt einer mono­li­thi­schen Groß­struktur entschieden sich die Archi­tekten bewusst für zwei eigen­stän­dige Baukörper: eine Leicht­ath­le­tik­halle und ein Hallenbad. Beide besitzen ihren eigenen archi­tek­to­ni­schen Charakter und werden über ein trans­pa­rentes, zwei­ge­schos­siges Foyer mitein­ander verbunden. Dieses dient weit mehr als nur der Erschlie­ßung, es ist Verteiler, Aufent­halts­be­reich und sozialer Mittel­punkt der gesamten Anlage. Gastro­nomie und Terrassen öffnen sich zum Vorplatz und schaffen flie­ßende Über­gänge zwischen Innen- und Außen­raum.

Zwei Hallen, zwei Atmo­sphären

Die unter­schied­li­chen Nutzungen spie­geln sich konse­quent in Mate­ria­lität und Raum­wir­kung wider.

Die Leicht­ath­le­tik­halle präsen­tiert sich als groß­zü­giger, stüt­zen­freier Trai­nings­raum. Spann­weiten von bis zu 65 Metern ermög­li­chen maxi­male Flexi­bi­lität für den Trai­nings­be­trieb. Groß­for­ma­tige Ober­lichter sorgen für gleich­mä­ßiges Tages­licht, während der gelbe Sport­boden das natür­liche Licht reflek­tiert und eine helle, warme Atmo­sphäre erzeugt. Dunk­lere Wand­flä­chen redu­zieren gleich­zeitig die wahr­ge­nom­mene Raum­höhe, während die weiß gehal­tene Dach­kon­struk­tion die Leich­tig­keit des Trag­werks betont.

Ganz anders die Schwimm­halle. Hier bestimmen groß­zü­gige Fens­ter­flä­chen und der Blick ins Grün den Raum­ein­druck. Sicht­bare Holz­binder, helle Grün­töne rund um die Becken sowie wellen­förmig ange­ord­nete Akus­ti­k­el­e­mente schaffen eine ruhige, fast land­schaft­liche Atmo­sphäre. Die Farb- und Mate­ri­al­ge­stal­tung nimmt bewusst Bezug zum Außen­raum und verbindet Gebäude und Land­schaft zu einer gestal­te­ri­schen Einheit.

Auf rund 630 m² Wasser­fläche bietet das Hallenbad ein 25-Meter-Schwim­mer­be­cken, ein Nicht­schwim­mer­be­cken mit Hubboden, ein Lehr­schwimm­be­cken sowie eine Sport­ler­sauna mit Tauch­be­cken. Alle Becken wurden in Edel­stahl ausge­führt – eine Entschei­dung zugunsten von Lang­le­big­keit, Hygiene und dauer­haft geringem Wartungs­auf­wand.

Land­schaft als Archi­tektur

Die Frei­an­lagen von Licht­grün Land­schafts­ar­chi­tektur sind weit mehr als Erschlie­ßungs­flä­chen. Sie bilden den eigent­li­chen Auftakt des Sport­parks und verknüpfen das Gebäude mit seinem zukünf­tigen Quar­tier.

Ein groß­zü­giger, verkehrs­freier Vorplatz orga­ni­siert die Ankunft der Besu­che­rinnen und Besu­cher. Barrie­re­freie Wege, Fahr­rad­stell­plätze und ein taktiles Leit­system sorgen für eine selbst­ver­ständ­liche Nutzung durch unter­schied­lichste Ziel­gruppen. Gleich­zeitig struk­tu­rieren erhöhte “Grüne Inseln” den Platz. Sie lenken Besu­cher­ströme, schaffen schat­tige Aufent­halts­be­reiche und inte­grieren Sitz­mög­lich­keiten in die Bepflan­zung.

Beson­deres Augen­merk lag auf der ökolo­gi­schen Qualität der Außen­räume. Heimi­sche Bäume, Stauden, Gräser und Blüh­pflanzen schaffen gemeinsam mit Stein­hü­geln für Eidechsen und Nist­höl­zern für Insekten wert­volle Lebens­räume. Eine Parcours­fläche erwei­tert das Angebot zusätz­lich um ein frei nutz­bares Bewe­gungs­an­gebot für das Quar­tier. Damit wird der Sport­park nicht nur Sport­stätte, sondern öffent­li­cher Frei­raum.

Schwamm­stadt und mehr

Der Sport­park Ost verfolgt Nach­hal­tig­keit nicht über einzelne Maßnahmen, sondern als durch­gän­gige Planungs­stra­tegie.

Zum Einsatz kommen Holz­trag­werke, vorge­fer­tigte Holz­fas­saden sowie Recy­cling­beton aus dem Rückbau der gegen­über liegenden Kaser­nen­ge­bäude. Dadurch konnten regio­nale Stoff­kreis­läufe geschlossen und gleich­zeitig lang­le­bige, sorten­rein trenn­bare Konstruk­tionen geschaffen werden. Flexible Grund­risse ermög­li­chen zudem zukünf­tige Anpas­sungen der Nutzung.

Auch ener­ge­tisch setzt das Projekt Maßstäbe. Rund 45 Prozent des jähr­li­chen Wärme­be­darfs werden über Solar­thermie erzeugt. Die groß­flä­chigen Solar­kol­lek­toren über­spannen gleich­zeitig die Park­platz­an­lagen und über­nehmen dort zusätz­lich eine Verschat­tungs­funk­tion. Ergänzt wird das System durch einen Hack­schnit­zel­kessel, einen 500 m³ großen Wärme­spei­cher sowie Photo­vol­ta­ik­an­lagen auf den Dach­flä­chen. Hoch­ef­fi­zi­ente Lüftungs­an­lagen mit Wärme­rück­ge­win­nung, eine hoch­ge­dämmte Gebäu­de­hülle und ener­gie­op­ti­mierte Gebäu­de­technik redu­zieren den laufenden Ener­gie­be­darf zusätz­lich.

Auch das Regen­was­ser­ma­nage­ment wurde von Beginn an als inte­graler Bestand­teil des Entwurfs verstanden.

Sämt­liche Nieder­schläge versi­ckern auf dem gegen­über­lie­genden Kaser­nen­ge­lände. Dach­flä­chen und Frei­an­lagen entwäs­sern in zwei Zisternen, Versi­cke­rungs­mulden und groß dimen­sio­nierte Rigo­len­sys­teme. Das gespei­cherte Regen­wasser dient der auto­ma­ti­schen Bewäs­se­rung der Grün­flä­chen und Fassa­den­be­grü­nung, Über­schüsse werden kontrol­liert versi­ckert. Versi­cke­rungs­fä­hige Beläge auf Stell­plätzen und Platz­flä­chen entlasten zusätz­lich das Kanal­netz.

Rund 30 Prozent der Fassa­den­flä­chen werden begrünt. Zusammen mit den klima­re­si­li­enten Pflan­zungen entsteht ein Frei­raum­system, das Biodi­ver­sität, Mikro­klima und Aufent­halts­qua­lität glei­cher­maßen verbes­sert.

Was hier hier lernen:

Der Sport­park Ost Regens­burg zeigt, dass gute Sport­stätten nicht allein durch gute Archi­tektur entstehen. Entschei­dend ist das Zusam­men­spiel aller Planungs­dis­zi­plinen und der ausfüh­renden Firmen. Archi­tektur, Land­schafts­ar­chi­tektur und tech­ni­sche Fach­pla­nung wurden hier von Beginn an gemeinsam entwi­ckelt und greifen  inein­ander. Dadurch wirken Frei­an­lagen, Gebäude und Technik nicht wie einzelne Bausteine, sondern wie ein zusam­men­hän­gendes Gesamt­kon­zept.

Ebenso deut­lich wird, welchen Unter­schied enga­gierte Planer machen können. Behnisch Archi­tekten und die betei­ligten Fach­planer haben ihre jewei­ligen Kompe­tenzen nicht neben­ein­ander gestellt, sondern mitein­ander verknüpft. Das Ergebnis ist ein Sport­park, der weit über seine eigent­liche Funk­tion hinaus­geht und sowohl dem Sport als auch der Stadt­ent­wick­lung einen lang­fris­tigen Mehr­wert bietet.

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Main Bad Born­heim

Nach­haltig entschieden

Main Bad Born­heim in Frank­furt

Ausstat­tung

Schwimmen
25-Meter-Sport­be­cken, Hubboden, Sprung­an­lage, Lehr­schwimm­be­cken, Erleb­nis­be­cken, Spray­park, und Rutschen.

Well­ness
Zwei finni­sche Saunen, Sana­rium, Sauna mit 360°-Projektion, Dampfbad, Kalt- und Tauch­be­cken, begrüntes Atrium, Ruhe­be­reiche, Kamin­lounge, Sonnen­ter­rasse und Gastro­nomie.

Adresse

Main Bad Born­heim
Am Born­heimer Hang 2
60386 Frank­furt am Main

Eröff­nung

2025

Fotos

David Matthiessen, Stutt­gart

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media
(Adver­to­rial)

Nicht jede Heraus­for­de­rung ist ein Problem. Manchmal wird sie auch zum Ausgangs­punkt einer besseren Lösung. Beim Main Bad Born­heim führten schwie­rige Boden­ver­hält­nisse zu einem unge­wöhn­li­chen Gebäu­de­kon­zept, das heute Archi­tektur, Nach­hal­tig­keit und Wirt­schaft­lich­keit auf bemer­kens­werte Weise mitein­ander verbindet.

Wenn schwie­riger Baugrund zu besseren Lösungen führt

Nicht jede plane­ri­sche Heraus­for­de­rung ist ein Nach­teil. Manchmal entstehen gerade daraus die über­zeu­gendsten Lösungen. Beim neuen Main Bad Born­heim zwang der Baugrund mit Trüm­mer­schutt und Altlasten das Planungs­team dazu, auf eine klas­si­sche Unter­kel­le­rung zu verzichten. Statt eines aufwendig herzu­stel­lenden Unter­ge­schosses wurden die Tech­nik­flä­chen voll­ständig im Erdge­schoss unter­ge­bracht, während die Bade­ebene in das erste Ober­ge­schoss rückte.

Diese unge­wöhn­liche Anord­nung brachte gleich mehrere Vorteile mit sich. Sie redu­zierte nicht nur den bauli­chen Aufwand und den Ressour­cen­ver­brauch erheb­lich, sondern eröff­nete den Bade­gästen gleich­zeitig neue Perspek­tiven. Groß­zü­gige Vergla­sungen holen Tages­licht tief in das Gebäude und geben den Blick über die Grün­flä­chen des Born­heimer Hangs frei. Aus einer tech­ni­schen Notwen­dig­keit entstand so ein prägendes archi­tek­to­ni­sches Merkmal des gesamten Projekts.

Archi­tektur & Nach­hal­tig­keit

  • ca. 10.500 m² Brut­to­grund­fläche
  • ca. 875 m² Wasser­fläche
  • Drei­ge­schos­siger Neubau ohne Unter­kel­le­rung
  • Tech­nik­flä­chen im Erdge­schoss
  • 450 Photo­vol­ta­ik­mo­dule (ca. 150.000 kWh/Jahr)
  • Block­heiz­kraft­werk
  • Wärme­rück­ge­win­nung
  • Vorbe­rei­tung zur Nutzung der Abwärme der benach­barten Eissport­halle
  • Regen­was­ser­nut­zung
  • Regen­rück­hal­te­system
  • DGNB-zerti­fi­zierte Baustelle

Sport, Frei­zeit und Erho­lung unter einem Dach

Mit rund 900 m² Wasser­fläche richtet sich das Main Bad Born­heim glei­cher­maßen an Fami­lien, Frei­zeit­schwimmer, Schulen, Vereine und ambi­tio­nierte Sportler. Die Frei­zeit­ba­de­halle kombi­niert Erleb­nis­be­cken, Kinder­be­reich, Spray­park sowie zwei Rutschen zu einer abwechs­lungs­rei­chen Wasser­land­schaft, während sich die Sport­halle bewusst zurück­nimmt.

Das 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, Sprung­an­lage und Hubboden schafft flexible Trai­nings- und Wett­kampf­be­din­gungen. Ergänzt wird das Angebot durch ein sepa­rates Lehr­schwimm­be­cken. Eine groß­zü­gige Glas­wand trennt Frei­zeit- und Sport­be­reich optisch trans­pa­rent, sorgt gleich­zeitig aber für die notwen­dige akus­ti­sche Tren­nung.

Die eben­falls im Ober­ge­schoss ange­ord­nete Sauna­land­schaft mit Innen- und Außen­saunen, Dampfbad, begrüntem Atrium sowie groß­zü­gigen Ruhe­be­rei­chen ergänzt das Angebot um einen eigen­stän­digen Erho­lungs­be­reich, der sich harmo­nisch in das Gesamt­kon­zept einfügt.

Ausstat­tung Schwimmen

  • 25-Meter-Sport­be­cken (6 Bahnen)
  • Hubboden
  • Ein- und Drei-Meter-Sprung­an­lage
  • Lehr­schwimm­be­cken
  • Erleb­nis­be­cken
  • Warm­was­ser­be­cken
  • Spaß­be­cken
  • Klein­kin­der­be­reich
  • Spray­park
  • Breit­wel­len­rut­sche
  • Röhren­rut­sche

Archi­tektur und Ausfüh­rung als gemein­samer Prozess

Die Qualität des Main Bads Born­heim beruht nicht auf einer einzelnen Idee, sondern auf dem Zusam­men­spiel vieler Entschei­dungen. Bereits die kompakte, drei­ge­schos­sige Bauform redu­ziert die Gebäu­de­hülle und damit dauer­haft Wärme­ver­luste. Ober­lichter bringen Tages­licht tief in das Gebäude, während robuste, pfle­ge­leichte Mate­ria­lien den Wartungs- und Reini­gungs­auf­wand über den gesamten Lebens­zy­klus mini­mieren.

Solche Lösungen entstehen nicht isoliert am Planungs­tisch. Sie entwi­ckeln sich im engen Austausch zwischen Archi­tekten, Fach­pla­nern und den ausfüh­renden Unter­nehmen, die ihre Erfah­rung in Konstruk­tion, Mate­ri­al­wahl und Umset­zung einbringen. Gerade bei einem tech­nisch anspruchs­vollen Bauwerk wie einem Hallenbad entscheidet dieses part­ner­schaft­liche Zusam­men­spiel darüber, ob gestal­te­ri­sche Qualität, Ener­gie­ef­fi­zienz und Wirt­schaft­lich­keit am Ende tatsäch­lich erreicht werden.

Das Main Bad Born­heim  ist also auch das Ergebnis einer präzisen und koope­ra­tiven Ausfüh­rung – von den ersten Planungs­über­le­gungen bis zur hand­werk­li­chen Umset­zung auf der Baustelle.

Ausstat­tung Well­ness

  • Zwei finni­sche Saunen
  • Sana­rium
  • Sauna mit 360°-Projektion
  • Dampfbad
  • Kalt­be­cken
  • Tauch­be­cken
  • Begrüntes Atrium
  • Ruhe­be­reiche
  • Kamin­lounge
  • Sonnen­ter­rasse
  • Gastro­nomie

Nach­hal­tig­keit als Gesamt­kon­zept

Auch die tech­ni­sche Gebäu­de­aus­rüs­tung folgt konse­quent dem Ziel eines ressour­cen­scho­nenden Betriebs. Eine Photo­vol­ta­ik­an­lage mit 450 Modulen erzeugt jähr­lich bis zu 150.000 Kilo­watt­stunden Strom. Ergänzt wird sie durch ein Block­heiz­kraft­werk sowie umfang­reiche Wärme­rück­ge­win­nung aus Lüftungs- und Bade­was­ser­technik. Darüber hinaus wurden bereits die tech­ni­schen Voraus­set­zungen geschaffen, künftig die Abwärme der benach­barten Eissport­halle zu nutzen.

Regen­wasser wird für die Reini­gung und Bewäs­se­rung der Außen­an­lagen einge­setzt, während ein Regen­rück­hal­te­system das Kanal­netz bei Stark­regen entlastet. Ener­gie­ef­fi­zi­ente LED-Beleuch­tung und lang­le­bige Mate­ria­lien runden das Nach­hal­tig­keits­kon­zept ab. Bereits während der Bauphase spielte dieses Thema eine wich­tige Rolle: Die Baustelle wurde ressour­cen­scho­nend orga­ni­siert und von der DGNB als nach­hal­tige Baustelle zerti­fi­ziert.

Was hier hier lernen:

Das Main Bad Born­heim zeigt, dass Nach­hal­tig­keit weit vor der tech­ni­schen Gebäu­de­aus­rüs­tung beginnt. Gute Entschei­dungen in der frühen Planung, wie der Verzicht auf ein Unter­ge­schoss oder die Entschei­dung für eine kompakte Bauform, können Ressourcen sparen und gleich­zeitig die Qualität eines Gebäudes erhöhen.

Dauer­haft wirt­schaft­lich wird ein Projekt jedoch erst, wenn Archi­tektur, Technik und hand­werk­liche Ausfüh­rung von Beginn an zusam­men­ge­dacht werden. Genau dieses Zusam­men­spiel macht aus einer guten Idee ein Bad, das lang­fristig funk­tio­niert.

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Annette K

Schwimmen auf der Seine

Annette K in Paris

Mit dem Bade­schiff Annette K hat Paris nicht einfach ein Schwimm­be­cken auf das Wasser gesetzt. Am Port de Javel Bas entstand ein 110 Meter langes schwim­mendes Sport‑, Gesund­heits- und Frei­zeit­ge­bäude, das ein 50-Meter-Becken mit Fitness, Physio­the­rapie, Well­ness und Gastro­nomie verbindet. Die Seine wird dabei nicht bloß zur attrak­tiven Kulisse. Ihre Bewe­gung, ihr Licht und ihre beson­dere Stel­lung im Stadt­raum bestimmen die Archi­tektur des gesamten Hauses.

Entwurf:
Seine Design

Ein Schiff als Sport­zen­trum

Annette K liegt im 15. Arron­dis­se­ment am südwest­li­chen Rand des Pariser Zentrums, wenige Kilo­meter fluss­ab­wärts vom Eiffel­turm. Das Projekt ging aus dem 2017 entschie­denen Wett­be­werb „Réin­venter la Seine“ hervor. Entworfen wurde es vom auf schwim­mende Archi­tektur spezia­li­sierten Pariser Büro Seine Design unter Leitung von Gérard Ronz­atti und Matthieu Ronz­atti. Nach dem Baube­ginn 2020 wurde die Anlage 2023 fertig­ge­stellt. Auftrag­geber und Betreiber ist Javel Enter­tain­ment.

Auf einer Fläche von rund 4.500 Quadrat­me­tern versam­melt das Bade­schiff ein unge­wöhn­lich breites Programm: ein 50 Meter langes Freibad, Sonnen­decks, Fitness- und Sport­räume, Physio­the­rapie, Balneo­the­rapie, Sauna, Umkleiden, Café, Restau­rant und groß­zü­gige Terrassen. Der Bau soll damit nicht nur dem Trai­ning dienen, sondern Bewe­gung, Rege­ne­ra­tion, Gesund­heit und Gesel­lig­keit über den gesamten Tages­ver­lauf mitein­ander verbinden. Die ange­ge­benen Baukosten liegen bei 16 Millionen Euro.

Das Schwimm­be­cken als tragende Struktur

Die entschei­dende archi­tek­to­ni­sche Idee liegt in der Posi­tion des Schwimm­be­ckens. Es wurde nicht in den Rumpf des Schiffes einge­lassen, sondern gleichsam auf das Gebäude gelegt.

Von außen wirkt die lang gestreckte Edel­stahl­wanne wie der umge­drehte Rumpf eines zweiten Schiffes, das auf dem eigent­li­chen Ponton ruht. Stahl, Holz und Glas verstärken diesen mari­timen Charakter.

Das Becken ist dabei weit mehr als ein Behälter für Wasser. Seine Unter­kon­struk­tion bildet zugleich das Trag­werk und die tech­ni­sche Infra­struktur der darun­ter­lie­genden Geschosse. Stützen, Leitungen, Kabel und Instal­la­tionen bleiben weit­ge­hend sichtbar; abge­hängte Decken und zusätz­liche Doppel­böden konnten dadurch vermieden werden.

Die sonst oft verbor­gene Technik eines Schwimm­bades wird zu einem prägenden Bestand­teil der Innen­räume.

Die Konstruk­tion musste nicht nur das erheb­liche Gewicht des Wassers aufnehmen, sondern auch auf wech­selnde Belas­tungen reagieren. Ein dyna­mi­sches Ballast­system gleicht Bewe­gungen von Besu­chern und tech­ni­schen Anlagen aus. Über hydrau­lisch justier­bare Elemente lässt sich die hori­zon­tale Lage des Edel­stahl­be­ckens kontrol­lieren.

Gerade diese Verbin­dung von Schiffbau, Gebäu­de­technik und Schwimm­bad­kon­struk­tion war ein Grund dafür, dass Annette K 2023 bei den fran­zö­si­schen Trophées Eiffel de l’Architecture in der Kate­gorie „Dyna­mique“ ausge­zeichnet wurde.

Schwimmen zwischen Stadt und Fluss

Zwei leichte, bogen­för­mige Über­da­chungen schützen die Endbe­reiche des Beckens und Teile der angren­zenden Terrassen. Dazwi­schen öffnet sich der Blick auf den Himmel, das Wasser und die Ufer­land­schaft. Rund um das obere Deck führt eine Lauf­bahn, die das Gebäude wie ein schmales Band umschließt und Ausblicke in alle Rich­tungen bietet. Das sport­liche Programm setzt sich damit bis an die äußere Kante des Schiffes fort.

Auch in den unteren Ebenen bleibt das Wasser präsent. Bull­augen und verglaste Öffnungen lassen Tages­licht durch das Schwimm­be­cken in die darun­ter­lie­genden Räume fallen. Bewe­gungen der Schwimmer, Reflexe auf der Wasser­ober­fläche und das wech­selnde Licht der Seine über­la­gern sich. Auf den Innen­flä­chen entstehen flir­rende Bilder, die das Büro selbst mit den Wasser­stu­dien der Impres­sio­nisten in Verbin­dung bringt.

Offen­heit ist Teil des Programms

Der Anspruch, Sport, Gesund­heit und Alltag mitein­ander zu verbinden, zeigt sich auch in der Erschlie­ßung. Das Schwimm­be­cken ist von zahl­rei­chen Berei­chen des Gebäudes aus sichtbar und über unter­schied­liche Wege erreichbar. Bei der Planung arbei­tete Seine Design mit Fach­leuten für Behin­derten- und Inklu­si­ons­sport zusammen. Zugänge, Bewe­gungs­flä­chen und die Nutzung des Beckens sollten nicht nur formal barrie­re­frei, sondern für unter­schied­liche körper­liche Voraus­set­zungen tatsäch­lich prak­ti­kabel sein.

Diese Offen­heit bezieht sich zugleich auf die Mischung der Nutzungen. Im selben Gebäude treffen sport­lich ambi­tio­nierte Schwimmer auf Fitness­gäste, physio­the­ra­peu­ti­sche Pati­enten, Restau­rant­be­su­cher und Menschen, die ledig­lich Zeit am Wasser verbringen möchten. Annette K ist deshalb weder reines Schwimmbad noch klas­si­sches Gesund­heits­zen­trum und auch keine gewöhn­liche Frei­zeit­gastro­nomie. Gerade aus der Über­la­ge­rung dieser Ange­bote entsteht sein urbaner Charakter.

Pariser Tradi­tion, neu inter­pre­tiert

Schwim­mende Bäder haben in Paris eine lange Geschichte. Bereits seit dem 17. Jahr­hun­dert gab es Bade­an­stalten auf der Seine. Ihr berühm­tester Vertreter war die Piscine Deligny, ein 50-Meter-Bad mit Kabinen, Sonnen­decks, Gastro­nomie und gesell­schaft­li­chem Leben. Das zuletzt nahe der Place de la Concorde veran­kerte Bad sank 1993 inner­halb weniger Minuten und wurde nicht wieder aufge­baut. 2006 knüpfte das eben­falls schwim­mende Schwimmbad José­phine Baker an diese Tradi­tion an.

Annette K über­nimmt von Deligny weniger die histo­ri­sche Archi­tektur als viel­mehr die Idee des Bades als gesell­schaft­li­chem Ort. Das Schwimmen ist der Kern, aber nicht die einzige Daseins­be­rech­ti­gung. Man trai­niert, sonnt sich, isst, trifft andere Menschen oder betrachtet die Stadt vom Wasser aus. Der Name erin­nert zudem an die austra­li­sche Schwim­merin, Schau­spie­lerin und Gesund­heits­ak­ti­vistin Annette Kellerman, die zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts für sport­liche Bewe­gungs­frei­heit und eine prak­ti­schere Bade­be­klei­dung für Frauen eintrat.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Seine Design
Gérard Ronz­atti, Matthieu Ronz­atti
Port de la Rapée
F‑75012 Paris

Bauherr

Javel Enter­tain­ment

Eröff­nung
2023
Adresse

Annette K Seine
Port de Javel Bas
F‑75015 Paris

Fotos

Seine Design

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

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Forest Pool

Zwischen Wald und Wasser

Forest Pool in Liberec

Es gibt Projekte, die vor allem durch ihre Archi­tektur beein­dru­cken. Und es gibt Projekte, deren eigent­liche Stärke in der Geschichte liegt, die sie erzählen. Der Forest Pool im tsche­chi­schen Liberec gehört eindeutig zur zweiten Kate­gorie. Hier entstand nicht einfach ein neues Funk­ti­ons­ge­bäude für ein Freibad – viel­mehr wurde ein seit Jahr­zehnten iden­ti­täts­stif­tender Ort durch das Zusam­men­spiel von bürger­schaft­li­chem Enga­ge­ment, intel­li­genter Holz­ar­chi­tektur und öffent­li­cher Unter­stüt­zung wieder zu einem leben­digen Treff­punkt.

Entwurf:
Mjölk archi­tekti

 

Lesní koupa­liště

Am Zusam­men­fluss zweier Bäche, am Rand des Villen­vier­tels Lidové sady in Liberec, liegt das „Lesní koupa­liště“ – der Forest Pool. Einge­bettet zwischen jahr­hun­der­te­alten Fichten gehört das Naturbad seit Gene­ra­tionen zum kollek­tiven Gedächtnis der Stadt. Das Wasser gilt als außer­ge­wöhn­lich kalt, die Lage als einzig­artig.

Die Geschichte reicht bis in die 1930er-Jahre zurück. Während des Zweiten Welt­kriegs wurde das Bad teil­weise mili­tä­risch genutzt, blieb aber gleich­zeitig ein beliebter Ort der Naherho­lung. Nach mehreren Erwei­te­rungen verfiel die Anlage zuneh­mend. 2007 wurde sie geschlossen, 2010 zerstörte ein Brand das ehema­lige Betriebs­ge­bäude. Ledig­lich die Beton­fun­da­mente blieben erhalten. Erst ab 2016 begann eine schritt­weise Wieder­be­le­bung des Geländes, bevor das Naturbad 2018 wieder für Besu­cher geöffnet werden konnte.

Archi­tektur beginnt mit Eigen­in­itia­tive

Den entschei­denden Impuls setzte 2020 das von Mjölk archi­tekti gegrün­dete Bürger­pro­jekt Lesní koupa­liště. Statt auf große Förder­pro­gramme zu warten, über­nahmen die Archi­tekten gemeinsam mit zahl­rei­chen Frei­wil­ligen selbst den Betrieb der Anlage.

Mangels finan­zi­eller Mittel entstanden zunächst provi­so­ri­sche Möbel, einfache Gastro­no­mie­ein­rich­tungen und erste Verbes­se­rungen in Eigen­leis­tung. Parallel wurden Planungen entwi­ckelt, Förder­mittel bean­tragt und private Spenden gesam­melt. Ein wesent­li­cher Teil der Finan­zie­rung kam schließ­lich über den Bürger­haus­halt der Stadt Liberec zustande. Nachdem 2022 die Bauge­neh­mi­gung erteilt worden war, begann der eigent­liche Neubau. Als das Budget erneut knapp wurde, half schließ­lich eine einma­lige finan­zi­elle Unter­stüt­zung der Stadt, das Projekt bis zur Eröff­nung 2025 fertig­zu­stellen.

Schlichtes Gebäude, große Wirkung

Der Neubau versteht sich bewusst nicht als archi­tek­to­ni­sches State­ment, sondern als funk­tio­nales Rück­grat des gesamten Natur­bades.

Auf einer Fläche von ledig­lich 320 m² entstand eine leichte Holz­kon­struk­tion, deren Geome­trie den vorhan­denen Beton­fun­da­menten folgt. Die Archi­tekten kombi­nierten CLT-Massiv­holz­platten mit einer leichten Holz­rah­men­kon­struk­tion. Darin inte­griert sind Lager­flä­chen, Sani­tär­an­lagen, Bistro, Sauna und Aufent­halts­räume.

Beson­ders prägend ist das weit auskra­gende Dach auf einer fili­granen Stahl­kon­struk­tion. Es schützt Besu­cher glei­cher­maßen vor Sonne und Regen und schafft einen groß­zü­gigen halb­öf­fent­li­chen Außen­raum. Duschen, Umkleiden und Schließ­fä­cher liegen voll­ständig unter diesem Dach und bleiben dadurch eng mit der umge­benden Land­schaft verbunden.

Weniger Archi­tektur, mehr Land­schaft

Die Gestal­tung verzichtet bewusst auf gestal­te­ri­sche Effekte. Die weiß gestri­chenen Fassaden mit ihren rhyth­mi­schen Rund­bögen greifen klas­si­sche Motive öffent­li­cher Frei­bäder auf, wirken dabei jedoch zeitlos und selbst­ver­ständ­lich.

Von weitem tritt das Gebäude fast voll­ständig hinter den hohen Nadel­bäumen zurück. Erst beim Näher­kommen entfaltet sich die Qualität der offenen Archi­tektur: Die groß­zü­gigen Über­da­chungen, die trans­pa­renten Über­gänge zwischen Innen- und Außen­be­reich und die direkte Bezie­hung zum Wasser schaffen eine Atmo­sphäre, die eher an einen geschützten Wald­pa­villon als an ein klas­si­sches Freibad erin­nert.

Ein Freibad für alle Jahres­zeiten

Mit der neuen Infra­struktur gewinnt der Forest Pool deut­lich an Funk­tio­na­lität. Neben Umkleiden, Sani­tär­be­rei­chen und Gastro­nomie sorgt insbe­son­dere die inte­grierte Sauna dafür, dass das Gelände künftig weit über die Sommer­mo­nate hinaus genutzt werden kann.

Weitere Entwick­lungs­schritte sind bereits vorge­sehen: Kinder­spiel­be­reiche mit Wasser, terras­sierte Sitz­stufen sowie zusätz­liche Sport- und Frei­zeit­an­ge­bote sollen die Anlage lang­fristig ergänzen. Das Projekt versteht sich ausdrück­lich nicht als abge­schlos­sene Baumaß­nahme, sondern als konti­nu­ier­li­cher Entwick­lungs­pro­zess – für die und mit den Menschen, die Forest Pool nutzen.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Mjölk archi­tekti
Marie Vondrá­ková

Bauherr

Stadt Liberec
Městské lesy Liberec

Eröff­nung
2025
Adresse

Lesní koupa­liště
U Koupa­liště 536
460 14 Liberec-Ruprech­tice
Tsche­chien

Fotos

Boys­Play­Nice

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

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Trai­nings­schwimm­halle Groß­feld­sied­lung

Mehr Wasser

Trai­nings­schwimm­halle Groß­feld­sied­lung in Wien

Mit der Erwei­te­rung des Kombi­bads Groß­feld­sied­lung setzt die Stadt Wien einen wich­tigen Baustein ihrer Bäder­stra­tegie 2030 um. Ziel des Programms ist es, die Schwim­m­in­fra­struktur einer wach­senden Metro­pole auszu­bauen, mehr Kapa­zi­täten für den Schul- und Vereins­sport zu schaffen und gleich­zeitig bestehende Anlagen nach­haltig zu moder­ni­sieren. Die neue Trai­nings­schwimm­halle im 21. Wiener Gemein­de­be­zirk zeigt exem­pla­risch, wie sich funk­tio­nale Anfor­de­rungen, archi­tek­to­ni­sche Qualität und ressour­cen­scho­nendes Bauen mitein­ander verbinden lassen.

Entwurf:
illiz archi­tektur ZT

 

Zwei Brücken schaffen ein neues Ensemble

Anstatt einen eigen­stän­digen Solitär zu errichten, entwi­ckelte das Wiener Büro illiz archi­tektur einen kompakten, drei­ge­schos­sigen Erwei­te­rungsbau, der auf einer bereits versie­gelten Park­platz­fläche entsteht und über zwei frei­tra­gende Brücken mit dem Bestands­ge­bäude verbunden ist. Diese über­nehmen weit mehr als eine reine Erschlie­ßungs­funk­tion: Sie verknüpfen Alt- und Neubau zu einem zusam­men­hän­genden Ensemble, entflechten die Besu­cher­ströme und ermög­li­chen eine barrie­re­freie Verbin­dung zwischen dem neuen Foyer und der bestehenden Kassen­zone.

Zwischen beiden Baukör­pern entsteht eine begrünte Gasse, die die Wege zum Hallen- und Sommerbad bündelt und Besu­cher intuitiv zum neuen Haupt­ein­gang führt. Gleich­zeitig schaffen die Brücken span­nende Blick­be­zie­hungen zwischen den verschie­denen Ebenen und machen den Weg durch das Gebäude zu einem räum­li­chen Erlebnis.

Glas­fas­sade

Eine groß­zü­gige Glas­fas­sade prägt den ersten Eindruck. Dahinter öffnet sich ein licht­durch­flu­tetes, drei­ge­schos­siges Foyer, dessen skulp­tural wirkende Treppe den Blick unmit­telbar auf die Becken­ebene im Ober­ge­schoss lenkt. Von hier aus erschließt sich die gesamte Anlage mit ihren unter­schied­li­chen Funk­ti­ons­be­rei­chen.

Foyers, Warte­zonen, Brücken und Schwimm­hallen sind dabei visuell mitein­ander verwoben und schaffen eine klare Orien­tie­rung.

Becken

Herz­stück des Neubaus ist ein 25 x 12,5 Meter großes Trai­nings­be­cken, das vor allem dem Schul- und Vereins­sport dient. Mit der zusätz­li­chen Wasser­fläche reagiert Wien auf den stei­genden Bedarf an Schwimm­aus­bil­dung und Trai­nings­mög­lich­keiten.

Außer­halb der reser­vierten Zeiten steht das Becken auch der Öffent­lich­keit zur Verfü­gung und ergänzt damit das Angebot des bestehenden Kombi­bads erheb­lich. Seit Herbst 2024 befindet sich die neue Trai­nings­schwimm­halle im regu­lären Betrieb.

Trag­werk

Den Charakter der neuen Schwimm­halle bestimmt ein klar ables­bares Holz­trag­werk, das hinter einer raum­hohen Glas­fas­sade sichtbar bleibt. Umlau­fende, geflieste Sitz­bänke fassen den Becken­um­gang ein und dienen zugleich als konstruk­tives Auflager für die schlanken Holz­stützen.

Helle Holz­ober­flä­chen und geome­trisch abge­stimmte Fliesen in Weiß- und Grau­tönen schaffen eine freund­liche, ruhige Atmo­sphäre, die den sport­li­chen Charakter der Halle unter­streicht.

Bestand und Neubau wachsen zusammen

Parallel zum Neubau wurde auch die bestehende Schwimm­halle umfas­send moder­ni­siert. Ein neues, höheres Dach verbes­sert die Raum­wir­kung des Mehr­zweck­be­ckens deut­lich. Über seit­liche trans­lu­zente Licht­bänder gelangt blend­freies Tages­licht bis an die Wasser­ober­fläche. Gleich­zeitig wurden Eingangs­be­reich, Umkleiden und Sani­tär­an­lagen moder­ni­siert, sodass die gesamte Anlage funk­tional und gestal­te­risch aufge­wertet wurde.

Archi­tektur mit nach­hal­tigem Anspruch

Auch gestal­te­risch knüpft der Neubau an den Bestand an. Eine weit auskra­gende Dach­scheibe aus Holz sowie umlau­fende Ober­licht­bänder nehmen charak­te­ris­ti­sche Elemente des bestehenden Bades auf und inter­pre­tieren sie zeit­gemäß neu. Beson­ders markant ist die vorge­la­gerte begrünte Stahl­kon­struk­tion, deren Rank­pflanzen das Gebäude umhüllen und den tech­ni­schen Baukörper in eine leben­dige Fassa­den­land­schaft verwan­deln.

Das nach­hal­tige Gesamt­kon­zept setzt sich auch in der Gebäu­de­technik fort. Eine Photo­vol­ta­ik­an­lage auf dem begrünten Dach, ener­gie­ef­fi­zi­ente Haus­technik sowie die ressour­cen­scho­nende Holz­kon­struk­tion tragen dazu bei, den ökolo­gi­schen Fußab­druck des Gebäudes zu redu­zieren.

Für diesen ganz­heit­li­chen Ansatz erhielt die Trai­nings­schwimm­halle die klima­aktiv-Gold-Auszeich­nung, wurde mit dem wienwood25 – Holz­bau­preis Wien ausge­zeichnet, für den Öster­rei­chi­schen Staats­preis Holzbau 2026 nomi­niert und schaffte es auf die Top-40-Short­list der EUmies Awards 2026

Vorbild für die Weiter­ent­wick­lung kommu­naler Bäder

Mit einer Nutz­fläche von rund 2.110 m² und einer Brut­to­ge­schoss­fläche von 2.550 m² entstand inner­halb von knapp zwei Jahren Bauzeit ein beispiel­haftes Projekt für die behut­same Weiter­ent­wick­lung bestehender Sport- und Frei­zeit­an­lagen. Die Trai­nings­schwimm­halle Groß­feld­sied­lung zeigt, wie zusätz­liche Wasser­flä­chen geschaffen werden können, ohne neue Flächen zu versie­geln oder den Bestand zu verdrängen.

Statt­dessen entstand ein stim­miges Ensemble, in dem Alt und Neu funk­tional, räum­lich und archi­tek­to­nisch mitein­ander verbunden werden – ganz im Sinne einer nach­hal­tigen und zukunfts­fä­higen Bäder­ent­wick­lung.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

illiz archi­tektur ZT GmbH
Getrei­de­markt 1/11
A‑1060 Wien

Bauherr

Stadt Wien, MA 44 – Bäder

Eröff­nung
2024
Adresse

Trai­nings­schwimm­halle Groß­feld­sied­lung
Oswald-Redlich-Straße 44
A‑1210 Wien

Fotos

Hertha Hurnaus
Köst­ler­gasse 3/9
A‑1060 Wien

Text

Johannes Bühl­be­cker
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SOAK

Von Island lernen

SOAK – Rituals of Coll­ec­tive Belon­ging

Wenn über Schwimm­bäder gespro­chen wird, geht es meist um Becken­größen, Wasser­auf­be­rei­tung, Ener­gie­kon­zepte oder Betriebs­kosten. Manchmal um Archi­tektur. Fast nie aber um das, was zwischen den Menschen passiert.

Genau dort setzt der islän­di­sche Beitrag zur 20. Archi­tek­tur­bi­en­nale in Venedig an.

Warum Schwimm­bäder mehr sind als Schwimm­bäder

Unter dem Titel SOAK – Rituals of Coll­ec­tive Belon­ging beschäf­tigt sich der Pavillon nicht mit spek­ta­ku­lären Bauformen oder visio­nären Konstruk­tionen. Statt­dessen rückt er eine alltäg­liche Frage in den Mittel­punkt: Warum gehören öffent­liche Schwimm­bäder zu den wenigen Orten, an denen sich Menschen noch selbst­ver­ständ­lich begegnen?

Die Antwort über­rascht, weil sie so einfach ist.

Eine Lektion aus Island

Im Wasser spielen Herkunft, Beruf, Einkommen oder gesell­schaft­li­cher Status plötz­lich kaum noch eine Rolle. Bade­hose und Bade­anzug ersetzen Uniformen und Anzüge. Kinder plan­schen neben Rent­nern, Leis­tungs­sportler sitzen neben Touristen im Whirl­pool, Nach­barn kommen ins Gespräch, obwohl sie sich seit Jahren nur vom Vorbei­fahren kennen. Schwimm­bäder schaffen Begeg­nungen, ohne sie zu erzwingen.

Genau deshalb versteht der islän­di­sche Pavillon das Bad nicht als Frei­zeit­an­lage, sondern als soziale Infra­struktur.

Wenn Archi­tektur Menschen verbindet

Nicht jedes archi­tek­to­ni­sche State­ment braucht ein spek­ta­ku­läres Gebäude. Manchmal genügt ein Becken mit warmem Wasser.

Mit SOAK – Rituals of Coll­ec­tive Belon­ging präsen­tiert Island auf der 20. Inter­na­tio­nalen Archi­tek­tur­aus­stel­lung der Bien­nale di Venezia einen Beitrag, der den Blick weniger auf Archi­tektur als Objekt richtet als auf ihre gesell­schaft­liche Wirkung. Im Mittel­punkt steht die islän­di­sche Bade­kultur – und damit eine Infra­struktur, die seit Gene­ra­tionen Menschen zusam­men­bringt.

Wasser als öffent­li­cher Raum

SOAK stellt die Frage: Wie können Räume entstehen, in denen Menschen einander wieder begegnen?

Diese Frage erscheint aktu­eller denn je. Digi­ta­li­sie­rung, Home­of­fice und gesell­schaft­liche Pola­ri­sie­rung verän­dern die Art, wie Menschen mitein­ander leben. Öffent­liche Räume verlieren vieler­orts ihre selbst­ver­ständ­liche Rolle als Orte der Begeg­nung. Der islän­di­sche Pavillon versteht die geother­misch beheizte Schwimm­halle deshalb als Gegen­mo­dell – als demo­kra­ti­schen Raum, in dem soziale Unter­schiede für einen Moment in den Hinter­grund treten.

Wasser als soziale Infra­struktur

Kurator Marcos Zotes entwi­ckelte die Ausstel­lung gemeinsam mit seinen Part­nern von Basalt Archi­tects, dem Design­studio Gagarin sowie der Illus­tra­torin und Autorin Rán Flygen­ring. Gemeinsam unter­su­chen sie nicht die Archi­tektur einzelner Schwimm­bäder, sondern die Rituale, die dort täglich entstehen.

Wer einmal ein islän­di­sches Ther­malbad besucht hat, kennt diese beson­dere Atmo­sphäre. Fami­lien, Jugend­liche, Rentner, Touristen und Berufs­tä­tige teilen sich dieselben Becken, kommen mitein­ander ins Gespräch oder genießen einfach die gemein­same Ruhe. Bade­be­klei­dung ersetzt Status­sym­bole. Alter, Beruf oder gesell­schaft­liche Stel­lung verlieren an Bedeu­tung.

SOAK beschreibt diese Orte deshalb als soziale Infra­struktur – ebenso wichtig für das Funk­tio­nieren einer Gesell­schaft wie Straßen oder öffent­liche Verkehrs­mittel. Wasser wird zum Medium der Begeg­nung, Archi­tektur zum Rahmen für Gemein­schaft.

Die Botschaft

Für Plane­rinnen und Planer von Sport- und Frei­zeit­an­lagen dürfte genau dieser Perspek­tiv­wechsel beson­ders inter­es­sant sein.

Schwimm­bäder, Sport­hallen oder Sport­parks werden häufig über Kenn­zahlen beschrieben: Wasser­fläche, Besu­cher­zahlen, Ener­gie­ver­brauch oder Wett­kampf­taug­lich­keit. SOAK erin­nert daran, dass diese Gebäude immer auch gesell­schaft­liche Infra­struktur sind. Sie schaffen Orte, an denen Menschen unab­hängig von Herkunft, Alter oder Einkommen zusam­men­kommen.

Damit knüpft der islän­di­sche Pavillon unmit­telbar an das Bien­nale-Motto „Do Archi­tec­ture – The Possi­bi­lity of Coexis­tence in the Face of Real Reality“ an. Archi­tektur wird hier nicht als spek­ta­ku­läres Objekt verstanden, sondern als Werk­zeug für ein besseres Zusam­men­leben.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Basalt Archi­tects (Hrólfur Karl Cela, Marcos Zotes, Perla Dís Kris­t­ins­dóttir)

Gagarin (Kristín Eva Ólaf­sdóttir, Nils Wiberg)

Rán Flygen­ring

 

Kommis­sarin

Halla Helga­dóttir / Iceland Design and Archi­tec­ture

Kurator
Marcos Zotes
Ausstel­lung

8. Mai – 21. November 2027

Fotos

Basalt Archi­tects
Gagarin
Rán Flygen­ring

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Hallenbad Hörde

Besser als neu

Das Bad des SSC Hörde

Die Zukunft vieler Hallen­bäder entscheidet sich nicht allein beim Neubau, sondern vor allem im Bestand. Das Hallenbad Hörde zeigt eindrucks­voll, wie eine kluge Sanie­rung mit enga­gierten Part­nern und Betrei­bern den lang­fris­tigen Erhalt einer wich­tigen Sport­stätte sichern kann. Der erste Teil unseres Berichts beleuchtet vor allem die Geschichte hinter diesem beispiel­haften Projekt.

Planung:
Deye Consul­ting

 

Wie der SSC Hörde gemeinsam mit starken Part­nern den Fort­be­stand einer wich­tigen Sport­stätte sichert

Wenn in Deutsch­land über Hallen­bäder gespro­chen wird, geht es häufig um Sanie­rungs­stau, stei­gende Betriebs­kosten oder drohende Schlie­ßungen. Das Hallenbad Hörde erzählt eine andere Geschichte. Es zeigt, dass der Erhalt bestehender Sport­stätten auch unter schwie­rigen Rahmen­be­din­gungen gelingen kann, wenn enga­gierte Menschen Verant­wor­tung über­nehmen und starke Partner gemeinsam an einer Lösung arbeiten.

Die Geschichte des Schwimm­sports in Dort­mund-Hörde ist stark mit der indus­tri­ellen Entwick­lung und der Bade­kultur des Stadt­teils verwoben. Der bedeu­tendste Verein vor Ort ist der SSC Hörde. Seit vielen Jahr­zehnten gehört dessen Hallenbad zum sport­li­chen Leben im Dort­munder Süden. Gene­ra­tionen von Kindern haben hier schwimmen gelernt, Schulen nutzen das Bad für ihren Unter­richt, Vereine für Trai­ning und Wett­kämpfe. Darüber hinaus ist die Anlage ein wich­tiger Treff­punkt für den Frei­zeit- und Gesund­heits­sport.

Damit ist das Bad weit mehr als eine Sport­stätte – es ist ein Stück sozialer Infra­struktur und ein wich­tiger Bestand­teil des Stadt­teils.

Ein Verein über­nimmt Verant­wor­tung

Eine beson­dere Rolle spielt dabei der Schwimm- und Sport-Club Hörde 54/58 e. V. Seit 2003 betreibt der Verein das Hallenbad in eigener Verant­wor­tung – ein Modell, das damals wie heute außer­ge­wöhn­lich ist. Mit großem ehren­amt­li­chem Enga­ge­ment, orga­ni­sa­to­ri­schem Know-how und viel Leiden­schaft ist es gelungen, die Anlage nicht nur zu erhalten, sondern konti­nu­ier­lich weiter­zu­ent­wi­ckeln.

Heute bietet das Bad weit mehr als klas­si­sche Schwimm­aus­bil­dung. Schul­schwimmen, Vereins- und Wett­kampf­sport, Aqua­fit­ness, Tauchen, Fitness­studio, Sauna sowie Ange­bote der Präven­tion und Physio­the­rapie machen die Einrich­tung zu einem viel­sei­tigen Sport- und Gesund­heits­zen­trum für Menschen aller Alters­gruppen – und das weit über den Verein hinaus.

Sanie­rung mit Weit­blick

Trotz dieses Enga­ge­ments hinter­ließ die Zeit auch am Hallenbad Hörde ihre Spuren. Insbe­son­dere das zentrale 25-Meter-Becken hatte einen Zustand erreicht, der eine grund­le­gende Sanie­rung erfor­der­lich machte. Gemeinsam mit der Stadt Dort­mund, die das Projekt finan­ziell unter­stützte, entschied sich der SSC Hörde für eine umfas­sende Moder­ni­sie­rung, um den Schul‑, Vereins- und öffent­li­chen Bade­be­trieb lang­fristig zu sichern.

Beson­ders erwäh­nens­wert ist in diesem Zusam­men­hang, dass zur Opti­mie­rung der Schwimm­aus­bil­dung die Möglich­keit geschaffen wurde, aus den wett­kampf­üb­li­chen fünf Bahnen sechs Trai­nings­bahnen mit verrin­gerter Bahnen­breite zu machen.

Schon früh wurde deut­lich, dass die Aufgabe weit über eine reine Becken­sa­nie­rung hinaus­gehen würde. Die vorhan­dene Bausub­stanz, die bestehende Sprung­an­lage und die beson­deren räum­li­chen Gege­ben­heiten verlangten nach einer Lösung, die sowohl tech­nisch als auch wirt­schaft­lich über­zeugen musste.

Gemeinsam zur passenden Lösung

Mit der Planung wurde Deye Consul­ting aus Hatten beauf­tragt. Gemeinsam mit dem Tech­no­lo­gie­partner Myrtha Pools entwi­ckelte das Inge­nieur­büro ein Sanie­rungs­kon­zept, das speziell auf die Heraus­for­de­rungen des Bestands zuge­schnitten wurde. Ziel war es, die vorhan­dene Becken­geo­me­trie zu erhalten, die Gebäu­de­sub­stanz dauer­haft zu schützen und gleich­zeitig die Voraus­set­zungen für einen modernen, sicheren und wirt­schaft­li­chen Betrieb zu schaffen.

Die Umset­zung über­nahm Thal­lessa Frei­zeit­an­lagen. Trotz anspruchs­voller Rahmen­be­din­gungen konnte das Projekt inner­halb eines engen Zeit­plans reali­siert werden. Seit der Wieder­eröff­nung im April 2026 steht das Schwim­mer­be­cken wieder voll­ständig für Schulen, Vereine und die Öffent­lich­keit zur Verfü­gung.

Ein Projekt mit Signal­wir­kung

Die Sanie­rung des Hallen­bads Hörde ist weit mehr als die Erneue­rung eines Schwimm­be­ckens. Sie zeigt, dass der Erhalt bestehender Bäder auch unter schwie­rigen wirt­schaft­li­chen Bedin­gungen möglich ist, wenn Kommunen, Vereine und spezia­li­sierte Planungs­partner gemeinsam Verant­wor­tung über­nehmen.

Gerade viele ältere Hallen­bäder stehen heute vor ähnli­chen Heraus­for­de­rungen. Das Projekt in Dort­mund macht deut­lich, dass inno­va­tive Sanie­rungs­kon­zepte eine wirt­schaft­liche Alter­na­tive zum Neubau sein können und damit neue Perspek­tiven für den Erhalt der Bäder­land­schaft eröffnen.

Fort­set­zung folgt
Im zweiten Teil unseres Projekt­be­richts werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Sanie­rung. Wie konnte das bestehende Becken erhalten werden? Welche konstruk­tiven Heraus­for­de­rungen galt es zu lösen? Und warum spielte die Becken­tech­no­logie dabei eine entschei­dende Rolle? Antworten darauf liefert die tech­ni­sche Geschichte dieses außer­ge­wöhn­li­chen Projekts.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Deye Consul­ting
Borchersweg 110
D – 26209 Hatten

Bauherr

SSC Hörde 54/58 e.V.

Schwimm­be­cken

Myrtha Pools
Via Solfe­rino, 27
ITA-46043 Castig­lione delle Stiviere

Ausfüh­rung

Thal­lessa Frei­zeit­an­lagen

Betreiber & Nutzer

SSC Hörde 54/58 e.V.
Eichsfeld 5
D‑44265 Dort­mund

Eröff­nung
2026
Adresse

Hallenbad Hörde
Eichsfeld 5
D‑44265 Dort­mund

Fotos

SSC Hörde 54/58 e.V.
Deye Consul­ting
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Johannes Bühl­be­cker
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Parra­matta Aquatic Centre

Some­thing So Strong 

Parra­matta Aquatic Centre

Das Parra­matta Aquatic Centre (PAC) markiert einen bedeu­tenden Entwick­lungs­schritt in der langen Bezie­hung der autra­li­schen Stadt Parra­matta zum Wasser. Einge­bettet in das rund 20 Hektar große Park­areal von Mays Hill steht der Ort für eine über 60.000 Jahre währende Nutzung durch die Burra­mat­tagal, eine Gruppe der Darug. Bereits in der frühen Kolo­ni­al­zeit diente Mays Hill als Aussichts­punkt auf die entste­hende Stadt. Diese histo­ri­sche Funk­tion prägt bis heute die strengen Vorgaben für die Offen­heit des Geländes – und wurde zum Ausgangs­punkt für einen ebenso sensi­blen wie inno­va­tiven Entwurf.

Entwurf:

Andrew Burges Archi­tects
Grimshaw

McGregor Coxall

Ring, Carving und Buffer

Die plane­ri­sche Heraus­for­de­rung bestand darin, ein umfang­rei­ches Raum­pro­gramm von über 15.000 m² zu reali­sieren, ohne die land­schaft­liche Domi­nanz des Parks zu beein­träch­tigen. Die Antwort darauf ist ein ebenso klares wie poeti­sches Konzept, das sich in drei Elemente glie­dert: „Ring“, „Carving“ und „Buffer“. Der markante, kreis­för­mige Baukörper (der Ring) umschließt die Wasser­flä­chen und defi­niert die Iden­tität des Zentrums, ohne die Durch­läs­sig­keit der Land­schaft zu verlieren. Inspi­riert von Fluss- und Hafen­bä­dern schafft er eine mini­male Einfas­sung, die gleich­zeitig schützt und verbindet.

Das zweite Prinzip, das „Carving“, beschreibt das Einschneiden der Anlage in die Topo­grafie. Große Teile des Bauvo­lu­mens sind in den Boden einge­lassen, wodurch die archi­tek­to­ni­sche Präsenz redu­ziert und die Sicht­be­zie­hungen über das Gelände hinweg erhalten bleiben. Ergänzt wird dies durch den „Buffer“ – einen linearen Baukörper entlang der angren­zenden Verkehrs­achsen, der als akus­ti­scher und visu­eller Schutz fungiert und zugleich die Fitness- und Well­ness­be­reiche aufnimmt.

Die Planung stammt von Andrew Burges Archi­tects, Grimshaw Archi­tects und McGregor Coxall.

Das Herz des Parra­matta Aquatic Centre 

Im Herzen der Anlage liegt das 50 Meter lange Außen­be­cken mit zehn Bahnen und einer Breite von rund 25,5 Metern. Mit einer Tiefe von 1,2 bis 2 Metern eignet es sich sowohl für den Leis­tungs- als auch für den Frei­zeit­sport und bildet den zentralen Anzie­hungs­punkt der Anlage. Ergänzt wird es durch ein 25 Meter langes, acht­bah­niges Hallen­be­cken, das ganz­jährig genutzt werden kann. Für Schwimm­an­fänger steht ein sepa­rates Lehr­schwimm­be­cken mit varia­bler Tiefe von 0,9 bis 1,2 Metern zur Verfü­gung.

Beson­ders fami­li­en­freund­lich ist der groß­zü­gige Wasser­spiel­be­reich: Ein Indoor-Splash-Park mit flachem, strand­ähn­li­chem Einstieg (0 bis 0,4 Meter Tiefe), Rutschen und inter­ak­tiven Wasser­ele­menten schafft sichere und spie­le­ri­sche Wasser­er­leb­nisse für Kinder. Ergänzt wird das Angebot durch ein sepa­rates Entspan­nungs­be­cken sowie durch Spa‑, Sauna- und Dampf­bäder.

Die Becken

Alle Becken wurden mit der modu­laren Myrtha-Tech­no­logie reali­siert. Diese zeichnet sich durch präzise vorge­fer­tigte Edel­stahl­mo­dule aus, die eine hohe Lang­le­big­keit, opti­male Wasser­qua­lität und redu­zierte Wartung ermög­li­chen. Gleich­zeitig sorgt die leichte Bauweise für eine effi­zi­ente Konstruk­tion und trägt in Verbin­dung mit modernen Filter­sys­temen zu einem deut­lich gerin­geren Energie- und Wasser­ver­brauch bei.

Die Becken sind beheizbar und erfüllen sowohl sport­liche als auch frei­zeit­be­zo­gene Anfor­de­rungen auf höchstem Niveau.

Angebot und Inklu­sion

Das Angebot wird durch ein umfas­sendes Fitness- und Well­ness­pro­gramm ergänzt: Ein modernes, offen gestal­tetes Fitness­studio mit aktu­eller Ausstat­tung, mehrere Kurs­räume, Gemein­schafts­be­reiche sowie ein Café mit Innen- und Außen­plätzen schaffen einen viel­sei­tigen Ort für Bewe­gung, Begeg­nung und Erho­lung.

Groß­zü­gige Umklei­de­be­reiche und barrie­re­freie Zugänge – etwa durch Rampen in die Becken – gewähr­leisten eine inklu­sive Nutzung für alle Besu­cher­gruppen.

Klar und sensibel

Nach­hal­tig­keit ist ein zentraler Bestand­teil des Konzepts. Photo­vol­ta­ik­an­lagen auf dem Dach liefern einen erheb­li­chen Anteil der benö­tigten Energie, während natür­liche Belüf­tungs­sys­teme und gezielte Tages­licht­füh­rung den tech­ni­schen Aufwand redu­zieren. Gleich­zeitig wurde die Land­schaft umfas­send aufge­wertet: Tausende neue Bäume, Sträu­cher und Pflanzen stärken die Biodi­ver­sität, verbes­sern das Mikro­klima und schaffen schat­tige Aufent­halts­be­reiche.

So vereint das Parra­matta Aquatic Centre auf eindrucks­volle Weise archi­tek­to­ni­sche Klar­heit, tech­ni­sche Inno­va­tion und land­schaft­liche Sensi­bi­lität. Es ist ein offener, einla­dender Ort für Sport, Frei­zeit und Gemein­schaft – und ein beispiel­haftes Modell dafür, wie sich große öffent­liche Infra­struk­turen harmo­nisch in gewach­sene Kultur­land­schaften inte­grieren lassen.

Auszeich­nungen

2025 IOC IAKS Archi­tek­tur­preis
Vom Inter­na­tio­nalen Olym­pi­schen Komitee und der IAKS für heraus­ra­gende Leis­tungen in den Berei­chen Nach­hal­tig­keit, Barrie­re­frei­heit und Inno­va­tion bei Sport­an­lagen ausge­zeichnet.
 
2025 Inter­na­tional Archi­tec­ture Award (Land­schafts­ar­chi­tektur)
Vom Chicago Athe­naeum für die harmo­ni­sche Einbin­dung der Anlage in die natür­liche Land­schaft verliehen.
 
2024 Sulman-Medaille für öffent­liche Archi­tektur (NSW)
Höchste Auszeich­nung für öffent­liche Archi­tektur in New South Wales vom Austra­lian Insti­tute of Archi­tects.
 
2024 Walter Burley Griffin Award für Städ­tebau
Höchste natio­nale AIA-Auszeich­nung für Städ­tebau.
 
2024 Natio­naler Preis für öffent­liche Archi­tektur
Austra­lian Insti­tute of Archi­tects.
 
2024 World Archi­tec­ture Festival
Bestes fertig­ge­stelltes Gebäude im Bereich Sport.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Bauherr

Sadt Parra­matta

Schwimm­be­cken
Myrtha Pools
Adresse

Parra­matta Aquatic Centre (The PAC)
7A Park Parade, Parra­matta NSW 2150, Austra­lien

Eröff­nung
2023
Fotos

Peter Bennetts

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Freibad Biberach

Freibad Biberach

Alive and kicking

Ein Freibad mit Geschichte – und Zukunft: Im Freibad Biberach trifft die klare Formen­sprache der 1960er-Jahre auf ein konse­quent nach­hal­tiges Konzept. Holz­ar­chi­tektur, kurze Wege und eine nahezu autarke Ener­gie­ver­sor­gung machen das neue Kombibad zu einem Vorzei­ge­pro­jekt für modernen Bäderbau.

Entwurf:

asp Archi­tekten GmbH

Tradi­tion und Moderne

 

Seit mehr als 70 Jahren ist das Freibad ein fester Bestand­teil des städ­ti­schen Lebens in Biberach an der Riß. Der im Sommer 2025 eröff­nete Ersatz­neubau greift die charak­te­ris­ti­schen Elemente der Anlage aus den 1960er-Jahren auf und über­setzt sie in eine moderne, ressour­cen­scho­nende Archi­tektur. Gleich­zeitig wurde das Freibad räum­lich und funk­tional näher an das bestehende Hallenbad heran­ge­rückt – mit dem Ziel (und dem Ergebnis), ein leis­tungs­fä­higes Kombibad zu schaffen, das ganz­jährig genutzt werden kann.

Prägend für den Entwurf ist eine klare, lineare Struktur: Ein Säulen­gang fungiert als zentrale Erschlie­ßungs­achse, an die sämt­liche Funk­tionen ange­bunden sind. Diese Ordnung sorgt für kurze Wege, intui­tive Orien­tie­rung und eine effi­zi­ente Flächen­nut­zung. Bereits der neu gestal­tete Eingangs­be­reich setzt ein starkes Zeichen: Ein begrünter Vorplatz mit Sitz­mög­lich­keiten, Fahr­rad­stell­plätzen und sorg­fäl­tiger Bepflan­zung verbes­sert das Mikro­klima und stei­gert die Aufent­halts­qua­lität deut­lich.

Der Entwurf stammt von asp Archi­tekten.

Pavillon

Archi­tek­to­ni­sches Herz­stück der Anlage ist ein lang­ge­streckter Holz­pa­villon, der sämt­liche zentralen Funk­tionen unter einem Dach vereint. Der Bau setzt konse­quent auf regio­nale Mate­ria­lien: Lärche prägt Fassaden und Trenn­wände, während Douglasie für die tragende Struktur verwendet wurde.

Ergänzt wird das Ensemble durch Akti­vi­täts- und Aufent­halts­zone entlang der Haupt­achse. Schat­tige Sitz­be­reiche mit Blick auf die Becken und die groß­zü­gigen Liege­wiesen bieten Raum für Gastro­nomie, Erho­lung und Bewe­gung – einge­bettet in einen gewach­senen Baum­be­stand, der die Anlage harmo­nisch in die Land­schaft inte­griert.

Becken

Auch im Bade­be­reich zeigt sich das Freibad Biberach als Verbin­dung von Tradi­tion und Moderne: Die neue, kompakte, recht­eckige Becken­an­ord­nung nimmt Bezug auf die histo­ri­sche Gestal­tung. Das 887 m² große Frei­zeit­be­cken und das 363 m² große Schwim­mer­be­cken mit fünf 25-Meter-Bahnen bieten ideale Bedin­gungen für unter­schied­liche Nutzer­gruppen.

Ein markanter Blick­fang ist die rund 70 Meter lange, knall­orange Racer­rut­sche mit drei Bahnen und digi­taler Zeit­mes­sung, ergänzt durch weitere Attrak­tionen wie eine Wellen­rut­sche und einen Wasser­strudel. Für Fami­lien steht zudem ein eigener Klein­kind­be­reich zur Verfü­gung.

Anbin­dung

Das Nutzungs­kon­zept geht jedoch über das Freibad hinaus: Durch die direkte Anbin­dung an das Hallen­sportbad entsteht eine viel­sei­tige Bäder­land­schaft.

Während der Frei­bad­saison können Besu­cher zusätz­lich den Sprung­be­reich mit 1‑, 3- und 5‑Meter-Anlagen nutzen – ein klarer Mehr­wert für sport­lich ambi­tio­nierte Gäste.

Energie

Ein beson­derer Fokus lag auf Nach­hal­tig­keit und Ressour­cen­scho­nung. Die nahezu autarke Ener­gie­ver­sor­gung des Frei­bades Biberach basiert auf einer Photo­vol­taik-Frei­flä­chen­an­lage mit rund 160 kWp Leis­tung, die im Sommer einen Groß­teil des Strom­be­darfs deckt und im Winter das Hallenbad unter­stützt.

Solar­ab­sorber auf den Dach­flä­chen sorgen für die Becken­was­se­r­er­wär­mung, während aufbe­rei­tetes Brun­nen­wasser den Betrieb ergänzt. Mit der Inte­gra­tion einer Reten­ti­ons­mulde wurde zudem eine wirk­same Maßnahme zur Klima­an­pas­sung umge­setzt.

Begeg­nung

Abge­rundet wird das Angebot durch viel­fäl­tige Frei­zeit- und Service­ein­rich­tungen: groß­zü­gige Liege­wiesen, Spiel- und Sport­flä­chen, Gastro­no­mie­an­ge­bote sowie ein beheizter Aufent­halts­be­reich im Holzbau erhöhen den Komfort deut­lich.

Das Freibad Biberach zeigt, wie aus einem Ort mit Geschichte eine zukunfts­fä­hige Sport- und Frei­zeit­ar­chi­tektur entsteht – klar struk­tu­riert, nach­haltig gedacht und konse­quent auf die Bedürf­nisse der Nutzer ausge­richtet. Ein durch­dacht gestal­teter Ort der Bewe­gung, Begeg­nung und Erho­lung.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

asp Archi­tekten GmbH
Talstraße 41
D – 70188 Stutt­gart

Bauherr

Stadt­werke Biberach GmbH

Elek­tro­ar­beiten

Elektro Rehm GmbH
Buch­auer Straße 22
D – 88422 Oggels­hausen 

Adresse

Freibad Biberach
Memminger Str. 71
D – 88400 Biberach an der Riß

Eröff­nung
2025
Fotos

Zooey Braun
Römer­strasse 51
D – 70180 Stutt­gart

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

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Sportbad am Rabet

Sportbad am Rabet

Schlicht und edel

Leip­zigs neues High­light für Schwimm­sport und Archi­tektur. Modu­larer Sicht­beton trifft auf maxi­male Nach­hal­tig­keit. Das neue Sportbad am Rabet bringt frischen Wind in den Osten der Stadt.

Entwurf:

GMP

Neue Infra­struktur

 

Leipzig verfügt seit dem Spät­sommer 2025 über eine wunder­bare neue Infra­struktur: das Sportbad am Rabet. Der modu­lare Neubau, entworfen von Gerkan, Marg und Partner (gmp), wurde nach Passiv­h­aus­stan­dard reali­siert. Er stellt drin­gend benö­tigte Wasser­flä­chen für Schulen, Vereine und den Brei­ten­sport bereit und inte­griert sich bestens ins Stadt­bild.

Das Bad befindet sich auf dem zentral gele­genen Otto-Runki-Platz und verbindet den städ­ti­schen Verkehrs­raum mit dem angren­zenden und namens­ge­benden Stadt­teil­park Rabet. Der kubi­sche Baukörper mit seinen Einschnitten schließt den bestehenden Block­rand im Norden ab und führt die städ­te­bau­liche Struktur fort.

Im Südosten öffnet sich ein begrünter Vorplatz, der Teile des Baum­be­stands inte­griert und in den Park über­geht. Dies schafft einen neuen Anlauf­punkt im Quar­tier.

Glas und Sicht­beton

Die Konstruk­tion des Sport­bads basiert auf einer modu­laren Bauweise. Sicht­be­ton­ele­mente mit inte­grierter Dämmung wurden im Werk vorge­fer­tigt und vor Ort montiert.

Diese effi­zi­ente Methode trug zur Mini­mie­rung von Lärm und Emis­sionen während der Bauphase bei und ermög­lichte den struk­tu­rierten Baukörper.

Die Fassade kombi­niert hellen Sicht­beton mit einem gläsernen Sockel. Die umlau­fende Vergla­sung lässt Tages­licht in den Innen­raum, ermög­licht Ein- und Ausblicke und verbindet das Gebäude mit dem urbanen Kontext.

Auch im Inneren prägen Glas und Sicht­beton das Erschei­nungs­bild. Hohe Decken prägen die beiden Schwimm­be­reiche: ein 25-Meter-Sport­be­cken mit sechs Bahnen, ein Lehr­schwimm­be­cken sowie ein Kinder­schwimm­be­cken.

Zenit­lichter leiten zusätz­li­ches Tages­licht auf die Wasser­flä­chen.

Passiv­h­aus­stan­dard

Nach­hal­tig­keit war ein wesent­li­cher Aspekt der Planung. Das Sportbad Rabet wurde nach Passiv­h­aus­stan­dard gebaut und verfügt über ein extensiv begrüntes Reten­ti­ons­dach mit Insek­ten­wiese. Dieses kompen­siert entfal­lene Grün­flä­chen, fördert die natür­liche Versi­cke­rung und gibt Regen­wasser zeit­ver­zö­gert ab.

Solar­thermie- und Photo­vol­ta­ik­an­lagen sowie eine Anlage zur Wasser­auf­be­rei­tung für die Wieder­ver­wen­dung des Becken­was­sers sind eben­falls inte­griert. Unter­ir­disch verbaute Rigolen spei­chern Regen­wasser vor Ort und unter­stützen die städ­ti­schen Klima­ziele sowie eine wasser­sen­sible Stadt­ent­wick­lung.

20 Millionen Euro

Mit einer Inves­ti­tion von rund 20 Millionen Euro haben die Stadt und die Leip­ziger Sport­bäder dieses Projekt reali­siert. Das Sportbad am Rabet ergänzt die Schwimm­sport-Infra­struktur Leip­zigs und entlastet bestehende Bäder. Es schafft wich­tige Wasser­flä­chen für die Schwimm­aus­bil­dung und einen neuen sozialen Treff­punkt.

Neben den Wasser­flä­chen bietet es 100 Zuschau­er­plätze für Wett­kämpfe, eine behin­der­ten­ge­rechte Ausstat­tung inklu­sive Pool­lift und Wech­sel­roll­stühlen, einen Athle­tik­raum und Meeting­räume für Vereine.

Viel­seitig und gelungen.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

gmp · Archi­tekten von Gerkan Marg und Partner

Mein­hard von Gerkan, Stephan Schütz,Tobias Keyl, Dinah Borjans, David Ferreiro Centeno, Bojan Kocevski, Thilo Zehme, Zeng Yahan, Zhang Tianshuo, Miryam Aykurt, Eva Chan, Chris­tian Dorn­dorf, Regina Geier, Moritz Grab­mayr, Jessica Neumann, Martin Muc, Abdur­rahim Sariy­ildiz, Viktoria Schock, Michael Scholz, Philip Stillke, Zhang Tianshuo

Bauherr

Sport­bäder Leipzig GmbH, Kommu­nale Wasser­werke Leipzig GmbH (KWL)

Adresse

Sportbad am Rabet
Otto-Runki-Platz 1
D – 04315 Leipzig

Eröff­nung
2025
Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

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Stadt­teilbad Huchen­feld

Stadt­teilbad Huchen­feld

Eins für alle

Einmal hin, alles drin:

Das neue Stadt­teilbad Huchen­feld über­zeugt mit klarer Formen­sprache, Trans­pa­renz, Nach­hal­tig­keit und Fami­li­en­freund­lich­keit – nicht nur in Pforz­heim.

Entwurf:

bauate­lier

Situa­tion

 

Pforz­heim, eine Groß­stadt mit rund 135.000 Einwoh­nern am Nord­rand des Schwarz­walds, ist ein wich­tiges Wirtschafts‑, Bildungs- und Wohn­zen­trum in Baden-Würt­tem­berg. Die Stadt legt großen Wert auf eine moderne Infra­struktur, und dazu gehört auch die Entwick­lung und Verbes­se­rung der städ­ti­schen Bäder­land­schaft. Das Stadt­teilbad Huchen­feld ist das jüngste Beispiel dieser Haltung.

Das Vorgän­gerbad am selben Standort wurde Ende 2018 aufgrund seines nicht mehr zeit­ge­mäßen Zustands geschlossen. Dank einer Förde­rung von 4 Millionen Euro durch das Bundes­pro­gramm „Sanie­rung kommu­naler Einrich­tungen in den Berei­chen Sport, Jugend und Kultur (SKJ)“ konnte das Neubau­pro­jekt in Angriff genommen werden.

Die Archi­tektur des Bades ist von Hellig­keit, Freund­lich­keit und Trans­pa­renz geprägt. Der nörd­liche Funk­ti­ons­be­reich ist eher geschlossen gehalten, während die Bade­hallen allseitig trans­pa­rent gestaltet sind. Schon das Foyer bietet Einblicke in die große Bade­halle. Ein durch­ge­hendes Ober­licht im Norden sorgt für die opti­male Belich­tung der beiden Bade­hallen: die große mit 25 Meter-Becken, die klei­nere für die Klei­neren.

Archi­tekt und Gene­ral­planer waren bauate­lier, freie Archi­tekten Haas und Hiesch aus Stutt­gart.

Solitär

Der Neubau fügt sich als Solitär in das vorhan­dene Schul­areal ein. Neue Wege­ver­bin­dungen im Norden und Süden schließen an vorhan­dene Erschlie­ßungs­struk­turen im Schul­ge­lände an und führen zum neuen Haupt­ein­gang im Westen, der schon von Weitem gut erkennbar ist. Ein sepa­rater Personal-Eingang erschließt das Gebäude von den eben­falls neuen Park­plätzen im Osten des Gebäudes.

Ein groß­zü­giger Vorplatz von Bad und Sport­halle markiert den Eingangs­be­reich. Große Bestands­bäume wurden weitest­ge­hend erhalten, Neupflan­zungen erfolgten im südli­chen Bereich.

Große Halle

Das Raum­pro­gramm umfasst im Wesent­li­chen eine Bade­halle mit einem 25 Meter-Becken und eine Kinder­ba­de­halle.

Die große Bade­halle verfügt über ein wett­kampf­ge­eig­netes 25m x 12,50m Vario­be­cken mit fünf Schwimm­bahnen, Start­blö­cken, LED-Unter­was­ser­schein­wer­fern, Massa­ge­düsen und Sport­aus­stat­tung.

Das Becken ist als Wett­kampf­stätte in der Kate­gorie D des DSV (Deut­scher Schwimm-Verband) zerti­fi­ziert, ausge­legt ist es sowohl für den Schul- als auch den Vereins­sport.

Kinder­ba­de­halle

Die sepa­rate Kinder­ba­de­halle enthält Ange­bote für Klein­kinder und Fami­lien mit zusätz­li­chen Sitz-und Liege­be­rei­chen. Das amorph gestal­tete, akzen­tu­iert farben­frohe Kinder­be­cken bietet acht Wasser­at­trak­tionen, wie den kleinen Wasser­igel, einen Wasser­kelch, einen Wasser­pilz, eine Krabbe und eine Klein­kind­rut­sche. Die Wasser­flä­chen sind zwischen 0‑und 45cm tief.

Zuge­ord­nete Sitz­bänke unter runden Akus­tik­se­geln und Liege­be­reiche ergeben einen für Kinder und Fami­lien abge­schirmten eigenen Aufent­halts- und Wasser­spiel­be­reich. Ein eigener kind­ge­rechter Sani­tär­be­reich ist rück­wärtig angordnet.

Nach­hal­tig­keit und Barrie­re­frei­heit

Nach­hal­tig­keit spielt im neuen Stadt­teilbad Huchen­feld eine zentrale Rolle. Das Ziel eines in allen Belangen ener­ge­tisch opti­miertes Gebäude errei­chen die Planer von bauate­lier durch eine Kombi­na­tion aus bauli­chen, ressour­cen­scho­nenden Konstruk­tionen und tech­ni­schen Maßnahmen. Dau gehören der verstärkte Einsatz von Holz, Recy­cling­beton, dicken Dämm­schichten und einer drei­fa­chen Wärme­schutz­ver­gla­sung.

Das Bad setzt auf effi­zi­ente Wärme­rück­ge­win­nungs­sys­teme, eine Tempe­rie­rung durch Erdwärme und Erdka­näle sowie eine Photo­vol­taik-Anlage und exten­sive Dach­be­grü­nung.

Ein weiteres wich­tiges Merkmal ist die durch­gän­gige Barrie­re­frei­heit, die vom Außen­raum bis ins Bad und ins Becken gewähr­leistet ist.

Die Trans­pa­renz der Bade­hal­len­be­reiche und des Foyers schafft eine Verbin­dung zur Umge­bung und lässt viel Tages­licht ins Innere, was das Wohl­be­finden der Bade­gäste grund­sätz­lich fördert.

Alles da, für alle da

Das Stadt­teilbad Huchen­feld ist ein modernes und viel­sei­tiges Schul- und Vereins­schwimmbad, das Wett­kampf­stätte, Erho­lung und Bade­spaß für die ganze Familie vereint.

Mit einer Gesamt­fläche von 2.674 m²n Brut­to­ge­schoss­fläche, einer Gesamt­was­ser­fläche von 356 m²n und unge­fähr 50.000 erwar­teten Bade­gästen im Jahr wurde hier ein neuer Ort der Erho­lung und Begeg­nung, des Wett­kampfs und des Vergnü­gens geschaffen.

Ein sehr gelun­genes Beispiel dafür, wie moderne Archi­tektur, nach­hal­tige Bauweise und soziale Funk­tion einen wert­vollen Beitrag zur Lebens­qua­lität einer Stadt leisten.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

bauate­lier freie Archi­tekten
Haas und Hiesch
Köllestr. 66
D – 70193 Stutt­gart

Gerold Haas, Ute Hiesch, John Skinner, Dániel Bakos, Cris­tina Scuderi, Anna Litsch­kovskij, Dániel Bakos

Bauherr

Stadt Pforz­heim
Eigen­be­trieb Pforz­heimer Verkehrs-und Bäder­be­triebe – EPVB
Hein­rich-Witzen­mann-Straße 13
D – 75179 Pforz­heim

Eröff­nung
2025
Adresse

Stadt­teilbad Huchen­feld
Am Heerweg 24
D – 75181 Pforz­heim

Fotos

Chris­toph Valen­tien, Stutt­gart
bauate­lier

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

  1. Haupt­ein­gang
  2. Wind­fang
  3. Foyer
  4. Kasse
  5. Warte­be­reich
  6. Back­of­fice
  7. Wert-und Helm­fä­cher
  8. Stie­fel­gang
  9. Frisier- und Fönbe­reich
  10. Kinder­wagen
  11. Wech­sel­ka­binen und Garde­ro­ben­schränke
  12. Barfuß­gang
  13. Grup­pen­um­kleiden
  14. Umkleide barrie­re­frei
  15. Dusche/WC barrie­re­frei
  16. Duschen Damen
  17. WC Damen
  18. Duschen Herren
  19. WC Herren
  20. Bade­auf­sicht / Schwimm­meister und Erste Hilfe
  21. Lager
  22. Personal- Aufent­halt
  23. WC/Dusche Kinder, barrie­re­frei
  24. Bade­halle
  25. Vario­be­cken 25m
  26. Hubboden, Nicht­schwim­mer­be­reich
  27. Wärme­bank
  28. Kinder-Bade­halle
  29. Baby­be­cken
  30. Klein­kind­be­cken
  31. Personal Eingang
  32. Perso­nal­um­kleide, barrie­re­frei
  33. Anlie­fe­rung, Aufzug
  34. Müll
  35. Fahr­räder

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Schwimmen in der Seine

Baignade en Seine de Grenelle in Paris

Schwimmen in der Seine

 

Mater Studio

Nach über einem Jahr­hun­dert des Verbots ist das Schwimmen in der Seine seit dem Sommer 2025 wieder möglich. Was als visio­näres Projekt für die Olym­pi­schen Spiele 2024 begann, hat sich zu einer dauer­haften Berei­che­rung für die Pariser entwi­ckelt. Ein schönes Beispiel dafür ist der Bade­platz Grenelle.

Von Mater Studio.

Absti­nenz

Seit 1923 war das Schwimmen in der Seine verboten. Die Verschmut­zung durch Indus­trie­ab­wässer und unzu­rei­chende Kana­li­sa­tion hatte das Wasser des berühm­testen Flusses Frank­reichs zu einer Gefahr für die Gesund­heit werden lassen. Das Baden in der Seine schien für immer verloren.

Die Olym­pi­schen Spiele 2024 in Paris haben viel verän­dert, hier wurden sie zum Kata­ly­sator einer histo­ri­schen Wende. Mit Inves­ti­tionen von 1,28 Milli­arden Euro wurde die Seine aufwendig saniert. Neue Klär­an­lagen, modernste Abwas­ser­sys­teme und inno­va­tive Reini­gungs­tech­no­lo­gien sollten den Fluss wieder zum Leben erwe­cken. Doch trotz dieser enormen Anstren­gungen blieb die Wasser­qua­lität während der Spiele ein kriti­sches Thema (und bleibt es bis heute): Starke Regen­fälle führten wieder­holt zu erhöhten Bakte­ri­en­werten, die einzelne Wett­kämpfe gefähr­deten.

Ein bedeu­tendes postolym­pi­sches Erbe ist daher die Einwei­hung des Bade­platzes in Grenelle (15. Arron­dis­se­ment) am 5. Juli 2025 als Symbol für die Rück­kehr der Seine als leben­diger und nutz­barer Teil des Pariser Alltags.

Die Planung stammt von Mater Studio.

Technik

Die Heraus­for­de­rungen an das Projekt “Baignade en Seine de Grenelle” waren durchaus beacht­lich, denn es ging um den Bau einer voll­ständig demon­tier­baren, schwim­menden Bade­an­stalt für 300 Personen, die sich den ständig wech­selnden Wasser­ständen der Seine anpassen muss. Das Ergebnis ist ein 950 m² großer, 60 Meter langer Schwimm­be­reich mit einer 415 m² großen schwim­menden Platt­form und 480 m² Land­an­lagen.

Wesent­liche Eckpfeiler der Konstruk­tion sind:

  • Mobile Konstruk­tion: Das gesamte System gleitet an verti­kalen Schienen, die mit unsicht­baren Beton­blö­cken am Quai veran­kert sind.
  • Adap­tive Zugänge: Zwei 25 Meter lange Schwenk­stege passen sich konti­nu­ier­lich dem Wasser­stand an und gewähr­leisten barrie­re­freien Zugang.
  • Stabi­lität: Die Struktur kann ohne Verfor­mungs­ri­siko von 300 Menschen genutzt werden.
  • Notfall­be­reit­schaft: Bei Hoch­was­ser­ge­fahr kann die gesamte Anlage binnen 48 Stunden demon­tiert werden.

Gestal­tung

Trotz der tech­ni­schen Komple­xität ist der gestal­te­ri­sche Wille deut­lich erkennbar. Die gelben Geländer und Metall­ar­beiten wurden von den Art-Déco-Formen der 1920er Jahre inspi­riert – also von jener Epoche, in der Paris seine ersten öffent­li­chen Schwimm­bäder als archi­tek­to­ni­sche Meis­ter­werke feierte. Die Farb­ge­bung in Gelb und Blau evoziert bewusst Frei­zeit, Urlaub und Sommer.

Gelungen ist auch die Inte­gra­tion in die Umge­bung: Obwohl am Fuße des Eiffel­turms gelegen, konkur­riert der diskret unter Platanen und Linden einge­bet­tete Bade­platz Grenelle nicht mit der histo­ri­schen Kulisse, sondern schafft eine neue Perspek­tive vom Fluss aus.

Gelungen ist auch der Umgang mit Mate­ria­lien und Bauweisen:

  • Wieder­ver­wen­dung: Die genutzten Schiffs­con­tainer haben bereits mehr­fach die Welt umrundet.
  • Natür­liche Mate­ria­lien: Robi­ni­en­holz, das einzige euro­päi­sche Hart­holz, das ohne chemi­sche Behand­lung natür­lich feuch­tig­keits­re­sis­tent ist.
  • Modu­lare Bauweise: Wie ein riesiges Meccano-System ermög­licht die numme­rierte Präzi­si­ons­kon­struk­tion schnelle Montage und Demon­tage.

Regen

Die Bade­stelle Grenelle ist eine von drei kosten­losen Bade­stellen, die den Pari­sern seit dem Sommer 2025 wieder zur Verfü­gung stehen.

Rettungs­schwimmer über­wa­chen die Bade­stellen und führen regel­mä­ßige Sicher­heits­kon­trollen durch. Das Problem bleibt die Wasser­qua­lität der Seine, und die ist „variabel“, weil sie sehr vom Wetter abhängt. Starke Regen­fälle führen dazu, dass Abwasser und Ober­flä­chen­ab­fluss in den Fluss gelangen, wodurch die Bakte­ri­en­werte steigen. Daher werden täglich Kontrollen durch­ge­führt, und das Schwimmen kann bei Regen ausge­setzt werden, was durchaus vorkommt.

Insge­samt ist die Bade­stelle Grenelle trotz dieser Probleme ein sehr schönes Beispiel dafür, wie Städte ihre natür­li­chen Ressourcen zurück­ge­winnen und für die Zukunft gestalten können, auch im Hinblick auf den Klima­wandel.

Projekt­daten

Planer

Mater Studio
Charles Freu­diger, Léa Matray

Bauherr

Ville de Paris
Direc­tion de la Jeunesse et des Sports

Adresse

Baignade en Seine de Grenelle
Port de Grenelle
75015
F – Paris

Eröff­nung

2025

Text

Johannes Bühl­be­cker
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