Multiplexe Aquatique

Multiplexe Aquatique

Pure Eleganz

Das Multiplexe Aquatique in Saint Gilles Croix de Vie 

Situation

Das Multiplexe Aquatique ist das gebaute Ergebnis eines offenen Architektenwettbewerbs, den Brochet Lajus Pueyo aus Bordeaux gewannen. Bauherr und Betreiber ist Gemeinde von Saint Gilles Croix de Vie im Departement Vendée in Frankreich. Das Projekt befindet sich inmitten einer bemerkenswerten natürlichen Teils von „Natura 2000„. „Natura 2000“ ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union. Durch ihre erhabene Lage auf einer Art Aussichtspunkt bietet die helle und elegante Haupthalle einen Panoramablick in die umgebende Landschaft. Anders herum betrachtet: Aus der Ferne taucht nur die Haupthalle über den Salzpfannen und dem Wasserweg La Vie auf.

Form passt zu Funktion

Das Dach des Multiplexe Aquatique stellt sich in drei „Blütenblättern“ dar, die über dem Boden schweben. Wie bei Schwimmbädern nicht unüblich, nimmt die Struktur des Gebäudes die Form von Wellen auf. Der gekonnt abstrakte Charakter dieses Daches schwebt geradezu über der Landschaft. Möglich wird dies durch ein umlaufendes, engmaschiges Konstruktionsraster, das an der Fassade längs marschiert und das leichte Dach ganz mühelos trägt. Eine weitere große Qualität des Multiplexe Aquatique ist die geradezu rabiate formale Trennung der Schwimmhallen von den Nebenbereichen. Die Haupthalle kann nur deshalb so glänzen, weil die Umkleiden und die Gebäudetechnik in einem „anderen“ Gebäude untergebracht sind. Diese „andere“ Gebäude schließ sich im Norden an die Haupthalle an und folgt einer völlig anderen Logik. Der Umkleidetrakt ist aus Beton, deutlich flacher und nüchterner als die dominante Schwimmhalle. Dabei machen sich die Planer die natürlichen Topographie zunutze, bringen die Gebäudetechnik kaum erlebbar (und sicher nicht störend) unter und verpassen dem Gebäude einen Putz, der in der Sonne zu schmelzen scheint.

Drinnen

Das Raster der Fassade filtert das Licht und erzeugt Reflexionen in der Landschaft und auf dem Wasser. Die geschwungene Oberfläche des Dachs dient sowohl der Akustik als auch den Lichtverhältnissen. Die weiße Metallstruktur von Tragwerk, Dach und Decke, die klaren Böden, die klaren Zementwände und die Holzverkleidung ergeben eine edle und vornehme Kulisse. Gleichzeitig harmonieren sie bestens ihrer Umgebung. Schon jetzt, noch kein Jahr alt, wirkt die Schwimmhalle zeitlos. Das Multiplexe Aquatique besticht vor allem durch seine verglasten, breiten Räume mit unterschiedlichen Höhen, die eine Spannweite von bis zu 11 Metern haben. Die Versätze der Dächer ermöglichen einen direkten Tageslichteinfall bis in die Mitte der Haupthalle. Die Dachüberstände beteiligen sich am Sonnenschutz und schützen auch im Sommer vor Überhitzung. Das verbaute Glas wurde besonders behandelt, um den Nachhall zu minimieren und die Transparenz im Bad zu maximieren.

Struktur

Die Struktur der Haupthalle ist sehr spezifisch: Oberhalb der Balken ist die Decke mit 1.400 mikroperforierten Dreiecken verkleidet, die die Rundungen des Daches modellieren; eine sichtbare Struktur mit einem System von nicht sichtbaren Verbindungselementen. Das Haupttragwerk aus den weißen Metallgittern steht wie eine Wand hinter der Glasfassade und  ermöglicht es damit, einen komplett stützenfreien Innenraum zu bauen. Die Anordnung der Schwimmbecken längs zur Fassade bringt maximales Sonnenlicht, beste Orientierung und die schönsten Ausblicke in die Umgebung. Eine Architektur der Natur, der Ruhe und der Eleganz. Besser kann man so viel Programm und so viel Architektur in eine solche Landschaft kaum integrieren. Was heißt kaum: Das kann man gar nicht besser machen.

Projektdaten

Architekt

Brochet Lajus Pueyo Hangar G2 – Bassin à flots n°1 Quai Armand Lalande – CS 60056 F-33070 Bordeaux
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Team

Paul-Louis Imbaud , Raphaël Masnada DGA Architectes & associés LET’S GROW

Hauptnutzer

Communauté de Communes du Pays de Saint Gilles Croix de Vie
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Eröffnung

2017
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Autor

Brochet Lajus Pueyo Johannes Bühlbecker More Sports Media

Adresse

ZAC du Gâtineau-4 Rue du Guillon F-85270 Saint-Hilaire-de-Riez

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Fotograf

Jean-François Tremege

Lageplan & Grundriss

Bilder

Pläne

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Carpa Olivera

Carpa Olivera

Rutsche und Meerjungfrau

Carpa Olivera in Mexiko

Geschichte

Ursprünglich 1915 erbaut und inspiriert von den Meeresbecken in Lissabon, war und ist die Carpa Olivera ein mit Gezeitenwasser gespeistes Schwimmbecken am Strand von Olas Altas im historischen Zentrum von Mazatlan, einer Stadt im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Viele berühmte Persönlichkeiten der damaligen Zeit versammelten sich hier, die Touristen kamen in Strömen. Im Jahr 1954 wurde Carpa Olivera von einem Hurrikan verwüstet und zunächst nicht wieder aufgebaut. Mit der Zeit aber kamen die Leute wieder, um den Pool zu benutzen. Im Jahr 2004 wurde die Anlage wieder aufgebaut und modifiziert, fiel aber bald Verwahrlosung und Vandalismus zum Opfer.

Idee

Dieser unbefriedigende Zustand rief das Colectivo Urbano auf den Plan – einen Zusammenschluss von Architekten, Landschafts- und Stadtplanern, das Ideen zur Verbesserung seiner Stadt, also Mazatlan, entwickelt. Dieses Kollektiv schlug dem Eigentümer (Mazatlan Investment Unit) vor, den bedeutenden öffentlichen Raum durch eine Erweiterung zu retten. Dazu sollte der Gezeiten-Pool wieder hergestellt werden und um ein neues spielerisches Element bereichert werden: eine spiralförmige Rutsche, die neben dem traditionellen Publikum (Einheimische und Touristen) auch Familien und Kinder anlockt.

Rutsche

Die Rutsche steht da wie eine robuste und einzigartige Skulptur am Meer. Das ist gut. Das neue, familiäre Publikum übt zudem eine gewisse soziale Kontrolle über die Anlage aus. Eine weiterer, für den nachhaltigen Erfolg der Anlage wichtiger Punkt ist natürlich ihre Wirtschaftlichkeit. Die wird nun durch eine Art Kiosk direkt am Schwimmbecken verbessert. Darüber befindet sich ein offener Bereich mit der schon vorhandenen Skulptur einer Meerjungfrau. Hier gibt es auch Sitzplätze und jede Menge bester Aussicht über die Küstenlandschaft und auf das Meer.

Rampe

Eine Rampe verbindet die Aussichtsebene mit der Beckenebene und der Rutsche. Auch hier sind nun Sitzgelegenheiten vorhanden, von denen aus man sich erholen oder seine Kinder beaufsichtigen kann. Neben dem Kiosk gibt es hier Schatten unter Kokospalmen, Toiletten und Duschen – auch dies wichtige Infrastruktur.

Projektdaten

Architekt

Colectivo Urbano
Architektur:
[H] arquitectos
Jacqueline Meixueiro, Roberto Díaz, Javier Hidalgo
EPArquitectos
Emilio Castañón, Erick Pérez , David Escobar.

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Team

Catalina López, Sacnité Flores, Francisco Pérez, Manuel Bernal, Georg Glaubitz

Hauptnutzer

Mazatlan Investment Unit

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Eröffnung

2014

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Autor

Colectivo Urbano

Johannes Bühlbecker,
More Sports Media

Adresse

Mazatlán
Sinaloa
Mexiko

Luftbild

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Bilder

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Castell dels Hams

Castell dels Hams

Always the sun

Das Hotel Castell dels Hams auf Mallorca

Die Geschichte

Im Jahr 1967 wurde auf der Insel Mallorca inmitten mediterraner Vegetation ein kleines Hotel gegründet: das Castell dels Hams. Im Laufe der Zeit und durch stetige Verbesserungen und Erweiterungen hat sich das Hotel zu einem der markantesten Hotels im Osten der Insel entwickelt. Die letzten Erweiterungen zelebrieren das mediterrane Licht und die idyllische Verbundenheit mit der Natur – und machen das Castell dels Hams zu mehr als einem Urlaubsziel. Und Kinder bekommen auch was geboten.

Überall Licht

Im Mittelpunkt der letzten Erweiterungen standen die Erneuerung der Überdachung des vorhandenen, beheizten Pools und der Bau eines angrenzenden Whirlpools. Während der Entwurfsphase entschieden die Planer von A2 Arquitectos, das Projekt in zwei, voneinander unabhängige Zonen zu teilen.

Der Beckenbereich – die Schwimmhalle – ist mit einer Reihe von quadratischen Öffnungen für Fenster im Dach und in der Fassade geschmückt, die das Licht geradezu einsaugen. Das Spa, das für Massagen, Pflege und Entspannung gedacht ist, bietet seinen Gästen die beste Aussicht auf die umliegende Landschaft und ist – wie die Schwimmhalle – in allen Räumen, in denen Licht benötigt wird, randvoll damit.

Die beiden Baukörper sind versetzt zueinander angeordnet. An ihrem Schnittpunkt sind sie miteinander verbunden. Dies ermöglicht den Zugang zu beiden Bereichen durch die Hotellobby, die wiederum mit der Schwimmhalle verbunden ist.

Always the sun

Der neue Baukörper besetzt eine vormalige Restfläche, mit der so recht nichts anzufangen war. Gleichzeitig bietet die Lage im Südwesten pralles Sonnenlicht. Die planerische Herausforderung bestand also nicht nur darin, den neuen Wellnessbereich nicht als Nebenfläche erscheinen zu lassen, sondern auch gleichzeitig die Sonnenseite des Hotels hervorzuheben. Die Räume sind schlicht und edel gestaltet, das Gebäude wird Teil der Behandlung: Das Wohlbefinden kommt schon durchs Fenster hinein. Die Fassaden und vor allem das Dach sind mit Fenstern verschiedener Größen übersät. Dieses Zusammenspiel der Fensterflächen erzeugt einen schönen Tanz des Lichts im Inneren des Gebäudes. Das hat nicht jeder.

 

„Smile“

In einem anderen Bauabschnitt am anderen Ende des Grundstücks wurden im Jahr 2014 Attraktionen für das eher jüngere Publikum des Castell dels Hams hinzugefügt. Zentrum dieses Bereichs ist ein Planschbecken in Form und Gestalt des allzu bekannten 😉. Dieses inzwischen vor allem als Emoji populäre Motiv setzt ebenfalls  – wenn auch mit ganz anderen Mitteln – auf den hohen Wiedererkennungswert seiner Zeichenhaftigkeit. Das Smiley jedenfalls ist aus verschiedenen Blickwinkeln und Entfernungen, entweder live auf der Ebene der tollenden Kinder, von den Terrassen des Hotels oder auf den Satellitenbildern von Google Maps eindeutig zu identifizieren. Das Kinderbecken ist das Zentrum dieses Bereichs. Der gelbe Kreis hat einen Durchmesser von 12 Metern und unterscheidet sich in Form und Farbe deutlich von den anderen Becken. Um sie herum gibt es verschiedene Bereiche mit Wasserspielen für Kinder, Duschen und Solarium. Mit großem Vorsatz unterscheidet sich diese bunte Spaßecke deutlich vom eleganten Rest des Hotels. Die Frage, welcher Bereich einem nun besser gefällt, ist vielleicht gar nicht relevant, sondern nur vom Alter abhängig.  

Projektdaten

Architekt

A2 Arquitectos Juan Manzanares Suárez Cristian Santandreu Utermark

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Team

Promotora los Rosalitos S.L. Regina García Borrás. Melchor Mascaró. Freixanet saunasport S.L.

Hauptnutzer

Hotel Castell dels Hams

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Eröffnung

1967, 2011, 2014

Autor

Johannes Bühlbecker More Sports Media

Adresse

Hotel Castell dels Hams. Crta. Manacor Porto Cristo Km. 10 Porto Cristo Mallorca, Spanien

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Fotograf

Laura Torres Roa Antonio Benito Amengual.

Bilder von Schwimmbad und Spa

Bilder vom „Smile“

Pläne

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Subi Surf Park

Subi Surf Park

What a wonderful world this would be

Der Subi Surf Park in Perth

Geschichte

Der Subi Surf Park ist ein ausgesucht phantasievolles Konzept zur zukünftigen Nutzung eines Geländes im australischen Subiaco, auf dem momentan (noch) das vormals wichtigste Stadion von Perth – das Subiaco Oval – steht. Die Schließung des Stadions und das Ende zweier großer Märkte stellt die Gemeinde Subiaco vor große wirtschaftliche und kulturelle Herausforderungen. Die Geschichte von Subiaco wurde in den letzten 100 Jahren stark durch seine Einwohner, Fußball und Märkte geprägt, nun droht diese Vielfalt verloren zu gehen. Mit 43.500 Sitzplätzen war das „Subi“ das größte Stadion der Gegend und die Heimat des australischen Footballs. Hier waren die West Coast Eagles und der Fremantle Football Club lange zuhause. Beide Vereine zogen in das Perth-Stadion, das Ende 2017 fertig gestellt und am 21. Januar 2018 offiziell eröffnet wurde.

Entwurf

Der Gemeinderat von Subiaco nahm die bevorstehende Schließung des Stadions zum Anlass, eine Umfrage zur Zukunft des Geländes zu starten. Die ansässigen Architekten von MJA Studio antworteten mit einem Konzept, das sich auf die Prinzipien der Inklusion, der Nutzung öffentlicher Räume, der Barrierefreiheit und Zugänglichkeit, der Erholung und der Nachhaltigkeit stützt. MJA Studio schlug die folgende Vorgehensweise vor:

  • Das Stadion wird abgerissen, der Beton zur Wiederverwendung zerkleinert.
  • Das Stadionoval wird „geflutet“.
  • Um die neue Wasserfläche wird öffentlicher Freiraum geschaffen.
  • Das Gelände wird modelliert. Es entsteht ein Hügel, der sich über die flache Topographie von Subiaco erhebt.
  • Durch einen Marktplatz, Gastronomie und eine Football Hall of Fame entsteht öffentliches Leben.
  • 220 Doppelappartements rahmen die Wasserfläche und den öffentlichen Raum.
  • Zwischen zwei benachbarten Bahnhöfen wird eine axiale Verbindung geschaffen. Diese Achse wird mit Terrassenhäusern und zusätzlichen öffentlichen Plätzen und Veranstaltungsflächen bebaut bzw. belegt
  • Auf der großen Wasserfläche entsteht ein Surf Park.

Lagune

Subi Surf Park bietet große Qualität an künstlichen Wellen und ein authentisches Surferlebnis für neue und routinierte Surfer aller Altersgruppen, Erfahrungen und Fähigkeiten. Ist die „Lagune“ einmal gefüllt, ist der Wasserbedarf auch nicht höher als er im Stadion gewesen ist. Auf den Dächern der neuen Apartments entsteht eine 12.800 m² große Erweiterung des Parks, der Boundary Hill. Das Gefälle von maximal 1:20 ermöglicht einen behindertengerechten Zugang. Dieser neue öffentliche Park ist als passiver und aktiver Erholungsraum sowie als temporärer Veranstaltungsraum konzipiert und bietet überdies tolle Aussichten auf und in die Lagune und die Landschaft. Dieser Park und die darunter liegenden Wohnungen folgen dem Oval des ehemaligen Stadions, aber ihre Verjüngung reduziert die Verschattung der südlichen Nachbarn um 25%.

Alles da

Die Wohnungen sind so konzipiert, dass sie die natürlichen Ressourcen nutzen, zum Beispiel die maximale Nutzung der Sonne und natürliche Querlüftung. Jedes Apartment verfügt über einen privaten Balkon und einen öffentlichen Freiraum, so dass jeder Bewohner das Niveau seiner Abgeschiedenheit frei wählen kann. Die Markthalle bietet ein dauerhaftes Zuhause für einen neuen 3.000 m² großen öffentlichen Markt, der die ganze Woche über geöffnet ist. An den Wochenenden kann das Angebot auf einen 6.500 m² großen Marktplatz erweitert werden. Hier sollen vor allem lokale Kleinunternehmer zum Zuge kommen. Die Geschichte des australischen Footballs schließlich wird  durch Kunstinstallationen, Augmented Reality-Angebote und ein neues Zuhause für die WA Football Hall of Fame gebührend berücksichtigt. Subi Surf Park ist ein brillantes Konzept, das MJA Studio den lokalen Behörden und Interessensgruppen im Jahr 2015 vorgelegt hat. Leider steht die Umsetzung in den Sternen.

Projektdaten

Architekt

MJA studio Suite 6 / 23 Railway Road, Subiaco 6008 Western Australia

Adresse

Subiaco Rd, Subiaco WA 6008 Australien

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Autor

MJA studio Johannes Bühlbecker More Sports Media

Pläne

Freizeitbad Stegermatt

Freizeitbad Stegermatt

Alles drin

Das Freizeitbad Stegermatt in Offenburg

Situation

Das neue Freizeitbad Stegermatt im Offenburger Bürgerpark bietet eine ganze Menge – es ist nämlich ein kombiniertes Frei- und Hallenbad mit separatem Saunabereich. Das Bad ersetzt seit dem Sommer 2017 ein Hallenbad und ein Freibad aus dem Jahr 1937 auf demselben Grundstück. Der Bürgerpark liegt nahe der Offenburger Innenstadt. Das Bad steht im Westen des weitläufigen Grundstücks und bildet eine Schnittstelle zwischen Stadt und Parklandschaft. So ist der zweigeschossige Eingangsbereich des Bades für Besucher, die durch den Bürgerpark kommen, als Landmarke bereits weithin sichtbar. Für die Einbettung des Gebäudes in die Landschaft sorgt der alte Baumbestand, der weitestgehend erhalten blieb. Im Süden wird das Grundstück von einer Bahnlinie begrenzt.

Architektur

Architektonisch gliedert sich das Freizeitbad Stegermatt in drei Baukörper für drei Bereiche: Freizeit, Sport und Wellness. Diese lösen sich nach Osten hin auf und vereinen sich durch den Bereich des Freibads mit der Park­landschaft. Der Eingang mit großzügigem Vorplatz und Parkflächen befindet sich im Nordwesten des neuen Komplexes. Weit auskragende Dachflächen, die sich mit großzügiger Geste in entgegengesetzte Richtungen aufschwingen, prägen das äußere Erscheinungsbild. Die zur Straße gelegene Badehalle empfängt die Besucher mit einem auskragendem Vordach, die dahinter liegende Halle spiegelt diese Geste und öffnet sich in Richtung Schwarzwald. Durch die transparent gestaltete, zweigeschossige Eingangshalle gelangen die Besucher in die Badehallen und in den separaten, gut abgeschirmten Saunabereich – und in den Sommermonaten auch in das Freibad.

Badebereich

Der Badebereich umfasst drei unterschiedliche Zonen für Freizeit­schwimmen, Sportschwimmen und Kursbetrieb. Der Freizeitbereich bietet mit einem Mehrzweckbecken mit Strömungskanal, Kinderbereich und einer Reifenrutsche Badespaß für die ganze Familie. Im Sportbereich bieten ein 25-m-Schwimmbecken, ein Lehrschwimmbecken und ein Sprungbecken mit zwei Sprungtürmen (3 m und 5 m) viel Bewegungsraum für ambitionierte Wassersportler. Zwischen den Badehallen liegt der Kursbereich. Transparente Glaselemente als Trennwand gewährleisten einen ungestörten Parallelbetrieb der unterschiedlichen Bereiche und erhalten die Blickbeziehungen. Das Kursbecken verfügt über einen Hubboden für unterschiedliche Wassertiefen und bietet daher große Flexibilität für verschiedene Kursangebote. Aktuell stehen im Freizeitbad Stegermatt Aqua Cycling, Power Cycling, Abdominal Training, Ai Chi oder auch Aqua Surprise auf dem durchaus umfangreichen Programm. Ein besonderer Blickfang in den Badehallen ist eine geschwungene Holzlamellendecke, die sich in sanfter Wellenbewegung zur Landschaft hin anhebt – und den Baukörpern Eleganz und Großzügigkeit verleiht.

Organisation

Ein kompakter, zweigeschossiger Gebäudetrakt bildet das Rückgrat des Badebereichs. Hier befinden sich die Umkleiden und Sanitäreinrichtungen für den Schwimm- und Saunabetrieb. Im Obergeschoss sind neben der Verwaltung und den Personalräumen die Schülerumkleiden untergebracht. Am Schnittpunkt der geneigten Dachflächen der beiden Badehallen – über dem Kursbereich – befindet sich eine Dachterrasse. Hier können Gäste in Ruhe den Blick auf und in den Schwarzwald genießen. Die Erschließung des Außenbereichs erfolgt über Windfänge. Die Zuordnung zueinander passender Bereiche innen und außen ist im Freizeitbad Stegermatt ausgesprochen gelungen: Unmittelbar vor der Familienbadehalle liegt ein Plansch- und Spielbecken, in kurzer Distanz zur Sportbadehalle befindet sich ein 50-m-Schwimmbecken. Mit unterschiedlichen Wassertiefen (1,35 m und 2,00 m) ist es nicht nur für den Sportbetrieb geeignet, sondern ergänzt als Nichtschwimmerbecken mit breiter Wellenrutsche das Freibad-Angebot.

Sauna

Im Süden schließt sich der Saunabereich als eigenständiger Gebäuderiegel an, der sich nach Süden und Westen großzügig öffnet und von der Bahnlinie begrenzt wird. Das Saunaangebot umfasst neben Dampfbad, Saunakabinen und Soleinhalation einen Kaltwasserbereich mit Erlebnisduschen und Tauchbecken sowie einen separaten Ruhebereich. Ein weiteres Highlight ist die Außensauna im weitläufigen Saunagarten – das eigenständige Gebäude bietet den Saunagästen einen besonderen Rückzugsraum mit Ausblick über die schöne Parklandschaft.

Tragwerk & Konstruktion

Keller, Erdgeschoss sowie Umkleide- und Saunatrakt wurden in Stahlbetonbauweise mit Stahlverbundstützen und Stahlbetonflachdecken errichtet. Soweit möglich, wurden die Deckenplatten unterzugfrei mit wirtschaftlichen Spannweiten errichtet, abgefangen durch Wandscheiben oder Stützen. Die Dachkonstruktion der Badehallen besteht aus einem gerichteten Stahltragwerk aus vorgefertigten Stahlträgern, die mit Schraubverbindungen vor Ort montiert wurden. Getragen wird das Dach von Stahlstützen entlang der Glasfassaden sowie von einzelnen Stahlrundstützen in den Badehallen. Die Anzahl der Stahlstützen hängt  von der jeweiligen Nutzung ab: Die großen Becken in der Sporthalle erfordern größere Stützweiten – nur drei baumartig gestaltete Stahlstützen wurden im Raum positioniert. In der Freizeithalle hingegen sorgen deutlich mehr Stahlstützen für geringere Stützweiten, und damit für einen reduzierten Materialeinsatz bei der Deckenkonstruktion.

Fassaden & Fazit

Großflächige Glasfassaden, Sichtbeton, Holz, Stahl, dezent gestaltete Fliesen und eine reduzierte Farbigkeit verleihen dem Innenraum eine angenehm ruhige Atmosphäre, die im Einklang mit dem umgebenden Landschaftsraum steht. Auch von außen lässt das Freizeitbad der Natur den Vortritt: Eine weiße Metallverkleidung, weiß lasierte Holzdeckenelemente, weiße Stützen und eine weiße Außenrutsche in Kombination mit Glasfassaden und holzverkleideten Fassaden sorgen dafür, dass die teils expressiv gestalteten Volumen und Ebenen zurückhaltend und leicht erscheinen. Das Freizeitbad Stegermatt bietet ein riesiges Angebot für alle möglichen Nutzergruppen, ist hervorragend organisiert, bis ins Detail sicher und passend gestaltet und passt genau dahin, wo es steht. Mehr geht kaum.

Projektdaten

Architekt

4a Architekten GmbH Hallstraße 25 D-70376 Stuttgart

Team

Ida Ertelt, Sebastian Gollmer, Peter Meschendörfer, Andreas Ditschuneit (Projektleitung) Ausschreibung und Vergabe: Susanne Burgard, Izabella Hüttig, Patricia Löw, Nadine Mebes, Jan Vollstedt Bauleitung: Anil Gülpinar, Stefan Schweizer, Achim Zumpfe (Projektleitung)

Hauptnutzer

Stadt Offenburg und Technische Betriebe Offenburg Kinzigstraße 3 D-77652 Offenburg

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Eröffnung

2017

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Autor

4a Architekten GmbH

Adresse

Freizeitbad Stegermatt Stegermattstraße 11 D-77652 Offenburg

Luftbild

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Bilder des Schwimmbads

Bilder des Saunabereichs

Pläne

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Beteiligte Firmen

Die Conti Sanitärarmaturen GmbH bietet Sanitärraumlösungen mit Tradition, gepaart mit modernen Technologien, Design und selbstverständlicher Trinkwasserhygiene: die perfekte Kombination von elektronischen und mechanischen Duschraum-, Waschraum- und Waschtischlösungen. Die Conti+ Produkte sind überall einsetzbar: im öffentlichen, halböffentlichen, gewerblichen Bereich, in Hotel & Home und natürlich auch im privaten Bereich. CONTI+ stattet Sanitärbereiche komplett und modern aus. Dazu gehören elektronische CONTI+ CONGENIAL Duschen, kombiniert mit maßangefertigten Waschtischen aus Mineralguss oder Edelstahl, inkl. elektronischen wassersparenden, innovativen Armaturen, kombiniert mit elektronischen Serien vom Händetrockner über Seifenspender bis zum Abfalleimer. Conti Sanitärarmaturen GmbH Hauptstr. 98 D-35435 Wettenberg Tel.  +49 641 98221 0 Fax. +49 641 98221 50 info@conti.plus www.conti.plus

Pavillon d’Eau

Pavillon d’Eau

Zu Gast beim Weltkulturerbe

Der Pavillon d’Eau am Genfer See

Ort

Der Pavillon d’Eau ist bzw. war ein temporärer Pavillon aus Holz und Porzellan, der im Jahr 2017 auf dem Genfer See errichtet wurde. Es wurde im Rahmen einer Abschlussarbeit an der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) realisiert. Der Pavillon d’Eau entstand aus der Zusammenarbeit der beiden wichtigsten Schweizer Universitäten EPFL und Haute école d’art et de design – Genève (HEAD) mit der Gemeinde Saint Saphorin (393 Einwohner).

Der vom EPFL-Studenten Alexander Wolhoff entworfene Pavillon ist das Ergebnis von sechs Monaten Forschung, Prototyping und dem Dialog zwischen verschiedenen lokalen und akademischen Institutionen und Akteuren. Geboren an der EPFL und insbesondere in den Labors ALICE und LHT3, wurde das Projekt auch durch eine Partnerschaft mit dem CERCCO-Labor (HEAD) voran getrieben. Hier wurden die Porzellanfliesen einzeln von Hand gefertigt. Die Dicke der Fliesen variiert zwischen 1,3 mm und 2 mm; die 150 Stück messen 213 mm auf 293 mm.

Entwurf

Die UNESCO-Weltkulturerbe-Gemeinde Saint-Saphorin en Lavaux am Genfer See war Gastgeber des ephemeren Pavillons. Der Entwurf und die Materialien Holz und Porzellan wollten die geschichtliche und kulturelle Bedeutung des Ortes südöstlich von Lausanne hervorheben und sein kristallines Relief aus Wellen und Alpenkämmen aufwerten. Das gesamte Projekt sollte keinerlei Spuren am See hinterlassen. Das Äußere des Pavillons wird von seinem Tragwerk strukturiert, sein Innerer ist nur im Wasser sichtbar und durchaus ornamental. Die Porzellanfliesen – Bleu de Sèvre emailliert – und ihre besondere Form spielen mit der Brechung der Sonnenstrahlen und des Sees als Versuch, die Blendung des Ortes einzufangen.

Architekt

Alexander Wolhoff
École polytechnique fédérale de Lausanne
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Team

EPFL: D. Dietz, Raffel Baur
LHT3; R. Gargiani, Me R. Fiechter
HEAD: M. Gerber, I.Schnederle, J-P. Greff.
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Fotograf

Alexander Wolhoff
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Autor

Alexander Wolhoff

Adresse

Lake of Geneva (Léman)
Plage des Bains Reymon
CH – Saint-Saphorin

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Eröffnung

2017

Bilder

Schwimmbad Hofsós

Schwimmbad Hofsós

146 Einwohner und der Atlantische Ozean

Das Schwimmbad Hofsós in Island

Hofsós

Hofsós ist ein kleines Fischerdorf im Norden Islands mit 146 Einwohnern. Es besteht aus kleinen traditionellen isländischen Häusern aus den frühen 1920er Jahren. Dieser kleinteilige Maßstab war eine Inspiration für die Gestaltung der Bauaufgabe Schwimmbad Hofsós..

Der Standort befindet sich an der Küste an der Hauptstraße, die zum Dorf führt. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Atlantischen Ozean und die Insel Drangey am Horizont. Im Winter kann man auf der gegenüberliegenden Uferseite die entfernten Lichter des Dorfes Sauðarkrokur sehen.

Grettir

Die Verbindung zur Insel Drangey ist von großer historischer und kultureller Bedeutung. Einer der wichtigsten Charaktere der isländischen Sagen, Grettir, schwamm die sechs Kilometer zu dieser Insel und entkam einer Schlacht an Land. Einmal im Jahr wird dieses Ereignis noch heute „nachgeschwommen“. Das Schwimmbad befindet sich in einer Achse, die direkt auf die Insel ausgerichtet ist, so dass die Schwimmer im Schwimmbad das Gefühl haben, auf seiner Route nach Drangey schwimmen.

Das Schwimmbad Hofsós fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und öffnet sich dem Blick auf den Ozean und die Insel Drangey. Das Gebäude schützt sowohl vor dem starken Nordwind als auch vor Störungen durch die Straße und das Dorf.

Architekt

BASALT Architects
Laugavegur 51
101 Reykjavik
Island

Team

Jóhann Harðarsson, Marcos Zotes, Rósa Dögg Þorsteinsdóttir, Sigríður Sigþórsdóttir, Stefanía Sigfúsdóttir

Bauherr

Steinunn Jónsdóttir, Lilja Pámadóttir

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Fotograf

Guðmundur Benediktsson, Rafn Sigurbjörnsson
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Autor

basalt
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Adresse

Suðurbraut
565 Hofsós
Island

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Eröffnung

2010
Pläne

Tageslicht

Der Gebäudekomplex besteht aus Umkleidekabinen, dem Schwimmbecken und zwei Whirlpools. Die Hauptkonstruktion des Gebäudes besteht aus Ortbeton, der mit industriellen Verglasungselementen verkleidet ist. Die Industrieverglasung ist transluzent und lässt das Tageslicht durchfluten, ohne dabei transparent zu sein. Das ergibt eine besondere Atmosphäre und Komfort in den Umkleidekabinen. Als Bodenbelag werden handgefertigte isländische Steine verwendet. Die Außenbeleuchtung ist minimiert, um die Sterne und Nordlichter zu erleben, die in diesem Gebiet im Winter häufig anzutreffen sind.

Das Schwimmbad Hofsós ist eine Spende von Steinunn Jónsdóttir und Lilja Pálmadóttir an die Gemeinde Hofsós.

Blaues Licht

Das Schwimmbad Hofsós ist einfach großartig. Sein Schwimmbecken verfügt zwar nicht über olympische Ausmaße, aber seine Lage über dem Meer und seine Ausrichtung mit dem Blick auf Drangey sind atemberaubend. Wenn es regnet oder das Licht schimmert, bietet sich dem Betrachter eine Kombination aus wunderbaren Blautönen: das klare Blau des Beckens selbst, das grün-blaue Meer, das dunkle Blau der Inseln und Berge in der Ferne und schließlich der blaue Himmel an einem klaren Tag.

Das Bad wurde bereits im Jahr 2010 eröffnet. Vorn seiner Anziehungskraft auf Einheimischen wie auf Besucher hat es nichts eingebüßt.

Social Pool

Social Pool

Die Wüste und die Wirklichkeit

Der Social Pool in der südkalifornischen Wüste

Die Kommerzialisierung der Privatsphäre

Alfredo Barsuglias Social Pool ist ein knapp dreieinhalb Meter langes und eineinhalb Meter breites Schwimmbecken in der südkalifornischen Wüste, das von jedem kostenfrei genutzt werden kann. Formal erinnert das geometrische, schmucklose, weiße Gebilde an eine minimalistische Skulptur. Aufgrund seiner abgeschiedenen Lage in einer dünn besiedelten Gegend – potentiellen Besuchern wird geraten, für die Autofahrt von Los Angeles mehrere Stunden einzuplanen und sich auf „einen langen Fußmarsch“ einzustellen – denkt man unwillkürlich an Land Art-Installationen im amerikanischen Westen: Walter De Marias The Lightning Field in New Mexico, Robert Smithsons berühmte Spiral Jetty oder Nancy Holts Sun Tunnels in Utah.

Diese in den siebziger Jahren entstandenen Arbeiten von Künstlern aus New York, schon damals das unumstrittene Zentrum der Kunstszene, richteten sich nicht nur gegen die zunehmende Vermarktung und Institutionalisierung der Kunst (so zumindest der konzeptuelle Anspruch), sondern kritisierten darüber hinaus die weitreichende Zerstörung der natürlichen Umwelt. Barsuglias Werk beruft sich ausdrücklich auf diesen idealistischen Impuls – die Fahrt und der Marsch bieten ausreichend Gelegenheit, um über „soziale Werte, Träume und die Wirklichkeit“ nachzudenken – ohne dabei in Nostalgie abzugleiten.

Im Gegenteil: Social Pool setzt sich mit den grundlegenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten vierzig Jahre auseinander. Barsuglias Arbeit ist das Produkt einer Wirtschaftsordnung, in der die Kommerzialisierung der Privatsphäre keine dystopische Vorstellung, sondern Alltag ist. In diesem Szenario sollen Kunst und deren Vermittlung sich zunehmend an der Serviceindustrie orientieren, unterhaltsam sein statt humanistisch edukativ.

Künstler

Alfredo Barsuglia
Liechtensteinstraße 68-70/25
AUT-1090 Wien

Bauherr

MAK Center for Art and Architecture

Ästhetisch aufgewerteter Yoga-Unterricht

Der Titel von Barsuglias Arbeit spielt bewusst mit der Möglichkeit, dass man es bei Social Pool mit einer Art ästhetisch aufgewertetem Yoga-Unterricht zu tun haben könnte, mit einem Wochenendausflug, der weniger im Zeichen von Aufklärung und produktiver Ratlosigkeit angesichts eines rätselhaften Objekts steht, sondern vor allem der Entspannung dienen soll: Eskapismus statt Kritik, Ablenkung statt Überschreitung.

Social Pool orientiert sich an der zeitgenössischen Konsumgesellschaft und ist wie ein Versprechen angelegt: eine Erfahrung, die einen verändern wird; Entspannung, innere Ruhe und Erfüllung in der Abgeschiedenheit. Dabei bleibt man selbstverständlich stets vernetzt, denn sonst findet man das Werk schlichtweg nicht.

Als Skulptur funktioniert Social Pool buchstäblich wie ein Bad, in das man eintaucht, um zu entspannen und abzuschalten. Auf scharfsinnige Weise führt Barsuglia die Bedeutungshorizonte von Begriffen wie Kunst, Pool (dem Symbol für sorglosen Wohlstand schlechthin, insbesondere in der Wüste), Entspannung und Natur zusammen. Social Pool wird dadurch zu einer hochkomplexen Nachbildung der ideologischen Widersprüche einer Gesellschaft, die Abgeschiedenheit und Ruhe zu Luxusgütern für den gestressten und dauerkommunizierenden Großstadtbewohner erhoben hat.

Autor

Stephanie Weber
Kuratorin, Lenbachhaus München
fa-

Fotograf

Alfredo Barsuglia

Elemente des Lächerlichen und des Erhabenen

Dieser Wunsch nach Zurückgezogenheit und persönlichem Genuss spiegelt sich auch im Design des Pools und im Nutzungskonzept wider: Das MAK Center for Art and Architecture in West Hollywood händigt Besuchern die geheimen GPS-Koordinaten zusammen mit einem Schlüssel aus, mit dessen Hilfe sich die Poolabdeckung öffnen lässt. Die Abdeckung sorgt dafür, dass das Wasser nicht verdunstet, und kann geöffnet als zusätzliche Liegefläche genutzt werden – eine erstaunliche Ingenieurs- und Designleistung. Zudem verfügt die Installation über ein automatisiertes Filter- und Chlorsystem, das von einer Solarzelle auf der Abdeckung betrieben wird. Der Pool ist in zwei Hälften unterteilt: die eine rechteckig und mit Wasser befüllt, die andere quadratisch und trocken (sie dient als Umkleidebereich). Im Wasserbecken ist gerade genug Platz für ein oder zwei Personen. Sitzt man auf der im Poolbereich eingelassenen Bank, verhindert die hohe Trennwand die Sicht auf das Nebenan. In einer Art Überdeterminierung der Ideologie der Installation bestimmte Barsuglia, dass nur Einzelpersonen oder kleine Gruppen die Arbeit nutzen dürfen und der Schlüssel nach maximal 24 Stunden zurückgegeben werden muss.

Mit seiner grotesken, sich ihrer selbst bewussten Glätte und der unausgesprochenen Trotzhaltung gegen die umgebende Natur vereint Social Pool Elemente des Lächerlichen und des Erhabenen. Dass das Kunstwerk nur unter Mühen überhaupt zu erreichen ist, macht die Absurdität des Ganzen noch offensichtlicher. Vergleichbar ist diese Mühe mit der Suche nach dem ultimativen Rückzugsort: keine Internetrecherche ist zu langwierig, keine Flug-, Zug-, Bus- oder Schiffsreise zu mühsam, um endlich mal wieder richtig auszuspannen und ein oder zwei Wochen lang ein Stelldichein mit dem wahren Selbst zu feiern.

Allerdings stellt für Barsuglia ein derartiger Rückzug aus der Gesellschaft keine Lösung dar. Man sollte ihn beim Wort nehmen, wenn er die langwierige, ohne GPS-Koordinaten unmögliche Anreise zu einer Zeit des Nachdenkens über unseren konsumorientierten und nach Unterhaltung gierenden Lebensstils umdeutet. Die Rückzugsmöglichkeit, die Barsuglia anbietet, ist kurzweilig, sie ist ichbezogen, sie folgt dem Lustprinzip und sie ist alles andere als egalitär. Kurzum: Sie entspringt dem Leben im Spätkapitalismus und der Du-hast-es-dir-verdient-Attitüde unserer Konsumgesellschaft. Barsuglia überlässt es ganz den Besuchern, was sie aus seinem Vorschlag machen. Ob der angesehene Job und die Wohnung in bester Lage eine so libidinöse Hingabe an den Status Quo wirklich rechtfertigen, muss jeder selbst entscheiden. Barsuglia gibt Ratschläge, keine Befehle. Vielleicht gleicht der Besuch bei Social Pool wirklich bloß einem Tag im Spa oder das Reiseziel entpuppt sich als ein bemerkenswertes Kunstwerk, vielleicht sogar als eine das weitere Leben verändernde Erfahrung; oder, wer weiß, möglicherweise läutet Social Pool den sanften Beginn einer gesellschaftlichen Revolution ein.

Luftbild

Schlüssel

Löyly

Löyly

Demnächst Fels in der Brandung

Löyly Sauna in Helsinki

Saunakultur

In die Sauna zu gehen, ist ein wesentlicher Bestandteil finnischer Kultur und nationaler Identität. Es gibt 5,4 Millionen Finnen und 3,3 Millionen Saunen – in Finnland. Früher waren öffentliche Saunen sehr verbreitet. Inzwischen sind sie weitgehend aus dem Stadtbild verschwunden, weil die meisten neuen Häuser und Wohnungen über eine eigene Sauna verfügen. Andererseits wird das Gefühl von Gemeinschaft zu einem wieder wichtiger werdenden Bestandteil städtischen Lebens, und die öffentliche Sauna erlebt eine Renaissance. Mit „Löyly“ (so bezeichnen die Finnen den Dampf, der entsteht, wenn man in einer Sauna Wasser auf heiße Steine schüttet) bietet Helsinki seinen Besuchern ein ganzjähriges öffentliches Saunaerlebnis – ein absolutes Muss bei einem Besuch in Finnland.

Prozess

Das Projekt geht auf die Initiative der Stadt Helsinki zur Entwicklung des Geländes zurück. Hernesaari ist ein ehemaliges Industriegebiet an der Küste von Helsinki, das zu einem Wohngebiet ausgebaut wird. Hier gibt es auch einen Kreuzfahrthafen. Für das Gebiet werden neue Nutzungen entwickelt, die auf zukünftige Veränderungen reagieren können.

Avanto Architects starteten das Projekt 2011 mit der Planung eines temporären Saunadorfes am äußersten Ende der Halbinsel. Das Konzept war allerdings finanziell nicht tragfähig, der erste Bauherr sprang ab. Für den zweiten Bauherrn entwickelte avanto eine schwimmende Sauna. Dieses Konzept war nicht realisierbar, weil der Standort zum offenen Meer hin ausgerichtet war und die schwimmende Struktur den hohen Wellen und dem Druck von Eispackungen nicht standhalten würde. Schließlich entwickelten die Architekten ein neues Freiformkonzept mit dreieckigen Flächen. Der Bauherr wechselte erneut und mit Unterstützung von Öffentlichkeit und Politik konnten die Bauarbeiten schließlich beginnen.

Architekt

Avanto Architects Ltd
Ville Hara and Anu Puustinen, Architects SAFA
Kalevankatu 31 a 3
FI-00100 Helsinki

fa-

Team

Qtio Oy (Projektmanagement)
Antti Westerlund, Hiroko Mori,Laura Nenonen, Xiaowen Xu

Stahlbau

SS-Teracon Oy
Hatanpään valtatie 34 D
FI-33100 Tampere

JETZIGE STADTSTRUKTUR
ZUKÜNFTIGE STADTSTRUKTUR

Kontext

Die Gegend ist einzigartig. Weniger als zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt ist die Lage zentral, gleichzeitig bietet sich eine ganze Menge Landschaft. Das Grundstück befindet sich in einem künftigen Küstenstreifen, der Teil eines breiteren „Helsinki-Parks“ sein wird, welcher die Hauptstadt mit dem Meer verbindet. Das Gebäude sollte schlank und lang gestreckt sein, um den schmalen Parkstreifen nicht zu durchschneiden. Die Geräuschentwicklung wird so gering wie möglich gehalten, um Konflikte mit der zukünftigen Wohnbebauung zu vermeiden. Statt ein konventionelles Gebäude zu bauen, wurde die Sauna in diesem Kontext zu einer lockeren, facettierten Konstruktion entwickelt, die mehr Teil des Parks ist als ein traditioneller Hochbau. Wenn das Holzgebäude grau wird, wird es aussehen wie ein Fels in der Brandung.

Bauherr

Antero Vartia und Jasper Pääkkönen
Kidvekkeli Oy

Betreiber

Royal Restaurants
GRUNDRISS

Architektur

Die architektonische Idee ist einfach: Eine rechteckige schwarze Box mit den warmen Räumen wird von einem frei geformten Mantel aus Holz überzogen. Die skulpturale Struktur aus wärmebehandeltem Kiefernholz hat mehrere Funktionen. Sie bietet den Menschen visuelle Privatsphäre, die für eine Sauna natürlich von großer Bedeutung ist. Dabei wirken die Lamellen wie Jalousien und versperren den Blick von außen, lassen jedoch den Blick aufs Meer von innen zu. Zwischen dem warmen Inneren und dem Gebäudemantel befinden sich geschützte Außenbereiche, die zwischen den Saunabädern zum Abkühlen einladen. Der Mantel bildet intime Terrassen zwischen den Hängen, die als Sitzgelegenheit dienen.

Die Struktur schützt das Gebäude vor dem rauen Küstenklima. Die große Glasfläche hilft, den Energieverbrauch des Gebäudes zu reduzieren. Darüber hinaus bildet die Fassade eine Treppe, über die man auf das Dach und die Terrassen auf dem Dach des Gebäudes klettern kann. Rund 4.000 Hölzer wurden von einer computergesteuerten Maschine exakt auf die einzelnen Formen zugeschnitten wurden. Die große Holzterrasse liegt teilweise auf dem Meer. Man kann das Rauschen der Wellen unter sich hören.

Adresse

Hernesaarenranta 4
Helsinki
Finnland

SAUNA

Atmosphäre

Das Gebäude besteht aus zwei Teilen: den öffentlichen Saunen und dem Restaurant. Die Saunen und öffentlichen Räume öffnen sich zum Meer hin, mit interessanten Ausblicken auf das Stadtzentrum und eben das offene Meer. Die Atmosphäre ist ruhig, die Räume sind nur mäßig beleuchtet. Zwischen den geschlossenen Räumen bieten sich interessante Blickbeziehungen, wenn die Besucher sich von einem Bereich zum nächsten bewegen.

Umkleidekabinen und Duschen sind nach Geschlechtern getrennt. Ein lederner Vorhang über der Tür weist auf den Eintritt in den Unisex-Bereich hin, an dem die Besucher einen Badeanzug tragen müssen. Traditionell baden Männer und Frauen getrennt und nackt. avanto Architekten haben eine Saunakultur angestoßen, in der es möglich ist, gemeinsam mit Freunden geschlechtsunabhängig zu baden.

Interieur

Die Innenarchitektur des Restaurants und der Saunalounge stammt von Joanna Laajisto Creative Studio. Ihr Ziel war es, mit einer Art weichem Minimalismus ein stimmungsvolles Restaurant zu schaffen, das die starke Architektur des Gebäudes ergänzt. Die Herausforderung bestand darin, intime Sitzbereiche in der großen Halle mit zwei Wänden aus Wand- und Deckensegel zu schaffen.

Die Menschen fühlen sich meist am wohlsten, wenn sie mit dem Rücken zur Wand sitzen. Die Planer schufen eine erhöhte Plattform für den Barbereich, die den Raum in zwei verschiedene Bereiche unterteilt. Eine hölzerne Abtrennung verankert die langen, individuell gestalteten Sofas, die einen tollen Blick auf das Meer bieten.

Die wichtigsten Materialien, die in den Innenräumen verwendet werden, sind schwarzer Beton, helles skandinavisches Birkenholz, geschwärzter Stahl und Wolle. Alle Materialien sind. Das verwendete Birkenholz ist gepresst, verleimt und wärmebehandelt. Dies ist eine nachhaltige finnische Innovation aus Restmaterialien der Sperrholzindustrie, die normalerweise zur Energiegewinnung verbrannt werden. So wird aus Abfall ein schönes Recyclingmaterial. Der Herstellungsprozess produziert einen schönen kühlen hellen Farbton und eine lange Lebensdauer.

et-

Baukosten

€6,000,000
fa-

Eröffnung

2016
GEBÄUDE

Saunen

Es gibt drei verschiedene Saunen, alle werden mit Holz beheizt: eine durchgehend beheizte Sauna, eine andere, die nur morgens beheizt wird und den ganzen Tag warm bleibt und eine traditionelle Rauchsauna – eine echte Seltenheit in einer Stadtsauna. Auf diese Weise können Besucher alle Arten von finnischem Löyly bei einem einzigen Besuch erleben. Zwischen den Saunen befindet sich ein Wellnessbereich mit Kaltwasserbecken und einem Kaminzimmer zum Entspannen. Gäste können im Meer schwimmen. Im Winter erwartet den Besucher ein „avanto“, das Eisloch zum Winterbaden, ein beliebtes Hobby in Finnland – und der Name des Architekturbüros.

Nachhaltigkeit

Das Gebäude wird mit Fernwärme beheizt. Strom wird mit Wasser- und Windkraft erzeugt. Das Gebäude ist das erste FSC-zertifizierte Gebäude in Finnland und das zweite in Skandinavien. Das Zertifikat des Forest Stewardship Council bestätigt, dass das verwendetet Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt. Das Restaurant serviert Bio-Lebensmittel und nachhaltig gefangenen Fisch.

fa-

Autor

Ville Hara und Anu Puustinen, Avanto Architects
RESTAURANT

DIE ARCHITEkTEN
Avanto Architects
Avanto Architects

Avanto Architects wurden 2004 von Ville Hara und Anu Puustinen gegründet, nachdem sie einen Wettbewerb für eine Friedhofskapelle gewonnen hatten. Das Büro bearbeitet Projekte unterschiedlichster Größenordnung vom Produktdesign bis zur Stadtplanung für öffentliche Einrichtungen, private Unternehmen und Privatkunden. Avanto Architects bietet architektonische Planung und gestalterische Dienstleistungen von der Skizze bis zur Umsetzung. Dabei greifen die Architekten auf aktuellste Software vom Entwurf über Visualisierungen bis zur Dokumentation zurück.

Avanto bezeichnet das Loch im Eis, das im Winter zum Baden „einlädt“ – ein in Finnland beliebtes Hobby. „Es symbolisiert unsere Design-Philosophie. Wir wollen eine emotionale Umgebung schaffen, indem wir uns in die Welt der Menschen einfühlen, die den Raum nutzen. Wir genießen die Natur und wollen auch zukünftigen Generationen die Möglichkeit dazu geben.

VIDEOS
 

Solar Egg

Solar Egg

Wiedergeburt mit Spiegelei

 

Das „Solar Egg“ von Kiruna

 

Die Wiedergeburt

Bewohner und Besucher der schwedischen Stadt Kiruna genießen seit diesem Frühjahr ein einzigartiges Saunaerlebnis: das „Solar Egg“ – eine Kunstinstallation, die von der kontrastreichen und dynamischen Umgebung der Eisenerzfelder Kirunas inspiriert ist.

Kiruna (knapp 2.000 Einwohner) befindet sich in einem radikalen Umbruch, der den gigantischen Umzug der gesamten Stadt um fünf Kilometer nach Osten mit sich bringt. Der Grund dafür sind die Flöze, die unter der Stadt verlaufen. Das Eisenerz ist und bleibt – seit Beginn seiner Gewinnung gegen Ende des 19. Jahrhunderts – eine wichtige Einnahmequelle für Schweden. Für die Stadt Kiruna ist es lebensnotwendig – und damit auch der Umzug.

Keine Mine, keine Stadt. Dennoch wurde und wird die durch den Umzug verursachte Zerschlagung und Veränderung von Landschaft, Umwelt und Architektur natürlich heftig diskutiert. Das Solar Egg ist daher auch eine soziale Skulptur, in der sich Einheimische und Besucher der Stadt treffen und (unter anderem) über diese Herausforderungen diskutieren können. Im arktischen Klima Lapplands nimmt die Sauna eine Schlüsselstellung ein, als Raum für Wärme und Reflexion. Die Künstler Mats Bigert und Lars Bergström haben diese Tradition aufgegriffen und ein skulpturales Symbol entwickelt, das Gedanken an die Wiedergeburt weckt und den Gedankenaustausch fördert.

Designer

Bigert & Bergström
Västmannagatan 73
113 26 Stockholm
Schweden

fa-
et-

Bauherr

WINTER

Das Spiegelei

Das fünf Meter hohe und vier Meter breite Solar Egg hat eine Hülle aus vergoldetem Edelstahl, in der sich die Stadt und die umgebende Landschaft widerspiegeln. Die aus 69 Einzelteilen bestehende Installation kann abgebaut und an verschiedene Orte innerhalb der Stadt verlegt werden.

Im Inneren sorgt ein herzförmiger Ofen für Wärme. Das Innere ist aus Holz geformt: Die Wandpaneele und der Bodenbelag sind aus Kiefernholz, die Sitzbank aus Espe. In der Mitte des Eis steht der holzbeheizte, herzförmige Saunaofen aus Eisen und Stein. Die Temperatur im Inneren des Eis schwankt zwischen 75° und 85° Celsius.

Solar Egg wurde durch das Bauunternehmen Riksbyggen zum Start der urbanen Transformation Kirunas unterstützt. Ein weiterer Projektpartner ist Futurniture, eine Agentur für Kommunikation und Design, die mit den Künstlern Mats Bigert und Lars Bergström zusammenarbeitet. „Saunen sind Orte, die faszinieren. Als Riksbyggen uns bat, Kiruna zu interpretieren, war es für uns selbstverständlich, einen Raum zu entwickeln, der Gespräche verbindet und anregt“, sagen Bigert und Bergström. „Saunen sind heilige Orte, an denen man alles Mögliche besprechen kann – vom Großen bis zum Kleinen.“

HERBST

Die Anerkennung

Das Projekt wurde eingeladen, an der Initiative „Design Moves Paris“ teilzunehmen. Drei Wochen lang, ab dem 25. November, haben Pariser die Möglichkeit, schwedische Design- und Saunatraditionen zu erleben.

Solar Egg wurde kürzlich mit dem Red Dot und dem Deutschen Designpreis ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde das Ei für die London International Awards und den Swedish Design Prize nominiert.

fa-

Textautor

Futurniture
Bigert & Bergström

fa-

Fotograf

Riksbyggen and Zynka (Top)
Jean-Baptiste Bérange

Die DESIGNER
Bigert & Bergström
Bigert & Bergström

Bigert & Bergström leben und arbeiten in Stockholm. Das Künstlerduo lernte sich 1986 an der Kunstakademie in Stockholm kennen und arbeitet seitdem zusammen.  Im Laufe ihrer Karriere haben B&B Kunstwerke von großformatigen Installationen bis hin zu öffentlichen Arbeiten, Skulpturen und Filmprojekten geschaffen. Der Kern ihrer Arbeit liegt in der Schnittmenge von Mensch, Natur und Technik. Mit energischer Neugierde setzen sie sich mit wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Themen auseinander, die in der heutigen Gesellschaft diskutiert werden.

VIDEOS
 
FÜNF ANTWORTEN 
Jakob Lind, CEO bei Futurniture und Kurator des Projekts „Solar Egg“
  1. Erzählen Sie uns von Ihren Top 5 Sportanlagen.
  2. Welche Architekten und Gebäude haben Sie nachhaltig beeindruckt?
  3. Was und wen halten Sie für die Trends und Trendsetter der Branche?
  4. Welches Buch sollten Architekten in dieser Branche gelesen haben?
  5. Was ist/war Ihr Lieblingslied beim Entwerfen?
  1. Ich betrachte die Natur als die beste Sportanlage überhaupt. Schlittschuhlaufen auf dem wilden Meer – wunderbar!
  2. Die neue Nationalbibliothek in Paris hat mich sehr beeindruckt. Pop-Art aus den 60er Jahren hat unsere Agentur beeinflusst (so nehme ich an), aber auch burleskes No Name-Design aus dem frühen 1920er Jahren.
  3. Elon Musk ist ein großer Trendsetter. Wir müssen viel bessere Gebäude erfinden.
  4. Architekten sollten Geschichtsbücher und Bücher über Energieeinsparung und künstliche Intelligenz lesen.
  5. Ich persönlich bevorzuge Lindy Hop Tanzen als Sportart und wilden Jazz aus den 1930er und 1940er Jahren.

Vestre Fjord Park

Vestre Fjord Park

Die Landschaft als Gebäude

Der Vestre Fjord Park in Aalborg

Der größte Fjord von Dänemark

Der Vestre Fjord Park bietet eine Mischung aus erholsamer und erlebnisreicher Landschaft, aus bebauter Landschaft und Natur. Die einfache und hochwertige Architektur unterstützt und unterstreicht diesen einzigartigen Ort am Limfjord in dänischen Aalborg.

Der Limfjord ist die größte Fjordlandschaft Dänemarks und das große Potential des Parks. Hier findet man „echte“ Natur: Wasser, Vogelwelt, Fische, Felder, Strand und Wiesen – die Grundlage für eine Vielzahl an körperlichen Aktivitäten, die durch die neuen Bauten und Anlagen möglich werden.

Der Park ist der Ort, an dem die Landschaft des Fjords, die sportlichen Aktivitäten und die bauliche Infrastruktur zu einer Einheit werden.

Architekt

ADEPT
Struenseegade 15A, 4.
2200 Copenhagen N
Dänemark

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Team

GHB Landskabsarkitekter
Orbicon
Niras
Rekommanderet

et-

Bauherr

Gemeinde Aalborg

LAGEPLAN

Einzigartig und erreichbar

Die Ausgewogenheit zwischen der Naturlandschaft, den neuen Funktionen und Räumen am Wasser und den Nutzern ist es, die dem Park Leben und Charakter verleiht. Die planerische Vision war es, durch eine bessere Erreichbarkeit von Land, Strand und Meer den direkten Kontakt zum Fjord von Städtern und Urlaubern zu fördern. Gleichzeitig soll die Bedeutung der einzigartigen Fjordlandschaft durch die multifunktionale Gebäudestruktur zur Unterstützung der nun möglichen Aktivitäten am und im Wasser gestärkt werden.

Der Park ist sowohl Gebäude als auch Landschaft. Der Park gliedert sich in mehrere kleinere Landschaftsräume mit jeweils eigener Identität und eigenem Charakter:

  • Die Landenge im Norden mit der Gebäudestruktur, den Einrichtungen für Sportvereine und der unberührten Natur entlang des Fjordes
  • Der Strand, der das Freischwimmbad mit Sand, Wasser und Sprungbrett-Tauchen umfasst
  • Der Wald und die Feuchtgebiete im Westen und Süden mit dichter Vegetation, die im Kontrast zu den offenen Flächen im Osten um geschlossen wirken.
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Standort

Skydebanevej 14
9000 Aalborg
Dänemark

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Fertigstellung

2017

Alles klar

Der präzise Schnitt zwischen den beiden Wasserflächen, dem inneren Becken und dem Fjord selbst, definiert die Landenge im Norden und verbindet Landschaft und Baukörper miteinander. Die multifunktionale Gebäudestruktur ist scheinbar integraler Bestandteil der Promenade, alle Wege sind klar und einsichtig gestaltet.

Die kleinen, durch die Dachlandschaft miteinander verbundenen Einzelgebäude bieten Raum und Räume für vielfältige Funktionen. Hier findet man Einrichtungen für lokale Sportvereine, eine Sauna, ein kleines Café, ein Büro für die Rettungsschwimmer, Umkleideräume, Toilettenanlagen und mehr.

Die ARCHITEKTEN
ADEPT
ADEPT

ADEPT hat seinen Sitz in Kopenhagen und wird von den Gründungspartnern Anders Lonka, Martin Krogh und Martin Laursen geleitet.

Mit einem interdisziplinären Team aus Architekten, Landschaftsarchitekten, Ingenieuren und Stadtplanern entwickelt ADEPT Architektur, öffentlichen Raum und großräumige Stadtpläne. Die Beschäftigung mit den unterschiedlichsten architektonischen Disziplinen ist eine der Stärken des Büros.

Tribüne + Spielplatz = Dach

Die Dachfläche dient nicht nur als Sitzgelegenheit und Tribüne für die Aktivitäten im Wasser, sondern bietet auch einen eingebauten Spielplatz mit Trampolinen, einer Rutsche und einem Kletternetz sowie eine teilweise beschichtete Fläche für Springen, Laufen und weitere Bewegungsspiele.

Andere Teile des Daches sind mit üppigem Grün bedeckt, das aus verschiedenen Perspektiven als Teil des natürlichen Lebensraums erscheint. Die übrigen Flächen sind mit Holz verkleidet, so dass sich das Bauwerk nahtlos in die Promenade einfügt.

Natürliche Materialien und ehrliche, solide Details in Bau und Landschaft wurden ausgewählt, um eine homogene Balance zu den Farben und Oberflächen der Natur zu schaffen.

Alle Lösungen und Produkte werden mit Rücksicht auf eine möglichst geringe Umweltbelastung ausgewählt. Die meisten Bereiche des Parks sind für alle zugänglich, lediglich einige Bereiche des Daches sind es nicht.

GRUNDRISS

Geschichte und Prozess

Der Vestre Fjord Park wurde auf einem Gelände errichtet, dessen frühere Nutzung dem Potenzial der Umgebung nicht gerecht wurden. Die Gemeinde Aalborg als Bauherr hatte nun die Vision, den Park zum Katalysator für eine neue, starke Identifikation mit diesem Gebiet zu machen. Unter intensiver Einbeziehung der Anwender wurden daher die Freibadanlagen zu einer physischen, ästhetischen und funktionalen Einheit mit der grünen Umgebung gestaltet. Der Park ermöglicht das Erlebnis der landschaftlichen Qualitäten und schafft gleichzeitig einen zeitgemäßen und multifunktionalen Park.

Der Park gehört zu den drei Nominierten für den Danish Landscape Award 2017 und wurde kürzlich in Aalborg als eine der besten neuen Architekturen ausgezeichnet.

fa-

Textautor

ADEPT

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