Parra­matta Aquatic Centre

Some­thing So Strong 

Parra­matta Aquatic Centre

Das Parra­matta Aquatic Centre (PAC) markiert einen bedeu­tenden Entwick­lungs­schritt in der langen Bezie­hung der autra­li­schen Stadt Parra­matta zum Wasser. Einge­bettet in das rund 20 Hektar große Park­areal von Mays Hill steht der Ort für eine über 60.000 Jahre währende Nutzung durch die Burra­mat­tagal, eine Gruppe der Darug. Bereits in der frühen Kolo­ni­al­zeit diente Mays Hill als Aussichts­punkt auf die entste­hende Stadt. Diese histo­ri­sche Funk­tion prägt bis heute die strengen Vorgaben für die Offen­heit des Geländes – und wurde zum Ausgangs­punkt für einen ebenso sensi­blen wie inno­va­tiven Entwurf.

Entwurf:

Andrew Burges Archi­tects
Grimshaw

McGregor Coxall

Ring, Carving und Buffer

Die plane­ri­sche Heraus­for­de­rung bestand darin, ein umfang­rei­ches Raum­pro­gramm von über 15.000 m² zu reali­sieren, ohne die land­schaft­liche Domi­nanz des Parks zu beein­träch­tigen. Die Antwort darauf ist ein ebenso klares wie poeti­sches Konzept, das sich in drei Elemente glie­dert: „Ring“, „Carving“ und „Buffer“. Der markante, kreis­för­mige Baukörper (der Ring) umschließt die Wasser­flä­chen und defi­niert die Iden­tität des Zentrums, ohne die Durch­läs­sig­keit der Land­schaft zu verlieren. Inspi­riert von Fluss- und Hafen­bä­dern schafft er eine mini­male Einfas­sung, die gleich­zeitig schützt und verbindet.

Das zweite Prinzip, das „Carving“, beschreibt das Einschneiden der Anlage in die Topo­grafie. Große Teile des Bauvo­lu­mens sind in den Boden einge­lassen, wodurch die archi­tek­to­ni­sche Präsenz redu­ziert und die Sicht­be­zie­hungen über das Gelände hinweg erhalten bleiben. Ergänzt wird dies durch den „Buffer“ – einen linearen Baukörper entlang der angren­zenden Verkehrs­achsen, der als akus­ti­scher und visu­eller Schutz fungiert und zugleich die Fitness- und Well­ness­be­reiche aufnimmt.

Die Planung stammt von Andrew Burges Archi­tects, Grimshaw Archi­tects und McGregor Coxall.

Das Herz des Parra­matta Aquatic Centre 

Im Herzen der Anlage liegt das 50 Meter lange Außen­be­cken mit zehn Bahnen und einer Breite von rund 25,5 Metern. Mit einer Tiefe von 1,2 bis 2 Metern eignet es sich sowohl für den Leis­tungs- als auch für den Frei­zeit­sport und bildet den zentralen Anzie­hungs­punkt der Anlage. Ergänzt wird es durch ein 25 Meter langes, acht­bah­niges Hallen­be­cken, das ganz­jährig genutzt werden kann. Für Schwimm­an­fänger steht ein sepa­rates Lehr­schwimm­be­cken mit varia­bler Tiefe von 0,9 bis 1,2 Metern zur Verfü­gung.

Beson­ders fami­li­en­freund­lich ist der groß­zü­gige Wasser­spiel­be­reich: Ein Indoor-Splash-Park mit flachem, strand­ähn­li­chem Einstieg (0 bis 0,4 Meter Tiefe), Rutschen und inter­ak­tiven Wasser­ele­menten schafft sichere und spie­le­ri­sche Wasser­er­leb­nisse für Kinder. Ergänzt wird das Angebot durch ein sepa­rates Entspan­nungs­be­cken sowie durch Spa‑, Sauna- und Dampf­bäder.

Die Becken

Alle Becken wurden mit der modu­laren Myrtha-Tech­no­logie reali­siert. Diese zeichnet sich durch präzise vorge­fer­tigte Edel­stahl­mo­dule aus, die eine hohe Lang­le­big­keit, opti­male Wasser­qua­lität und redu­zierte Wartung ermög­li­chen. Gleich­zeitig sorgt die leichte Bauweise für eine effi­zi­ente Konstruk­tion und trägt in Verbin­dung mit modernen Filter­sys­temen zu einem deut­lich gerin­geren Energie- und Wasser­ver­brauch bei.

Die Becken sind beheizbar und erfüllen sowohl sport­liche als auch frei­zeit­be­zo­gene Anfor­de­rungen auf höchstem Niveau.

Angebot und Inklu­sion

Das Angebot wird durch ein umfas­sendes Fitness- und Well­ness­pro­gramm ergänzt: Ein modernes, offen gestal­tetes Fitness­studio mit aktu­eller Ausstat­tung, mehrere Kurs­räume, Gemein­schafts­be­reiche sowie ein Café mit Innen- und Außen­plätzen schaffen einen viel­sei­tigen Ort für Bewe­gung, Begeg­nung und Erho­lung.

Groß­zü­gige Umklei­de­be­reiche und barrie­re­freie Zugänge – etwa durch Rampen in die Becken – gewähr­leisten eine inklu­sive Nutzung für alle Besu­cher­gruppen.

Klar und sensibel

Nach­hal­tig­keit ist ein zentraler Bestand­teil des Konzepts. Photo­vol­ta­ik­an­lagen auf dem Dach liefern einen erheb­li­chen Anteil der benö­tigten Energie, während natür­liche Belüf­tungs­sys­teme und gezielte Tages­licht­füh­rung den tech­ni­schen Aufwand redu­zieren. Gleich­zeitig wurde die Land­schaft umfas­send aufge­wertet: Tausende neue Bäume, Sträu­cher und Pflanzen stärken die Biodi­ver­sität, verbes­sern das Mikro­klima und schaffen schat­tige Aufent­halts­be­reiche.

So vereint das Parra­matta Aquatic Centre auf eindrucks­volle Weise archi­tek­to­ni­sche Klar­heit, tech­ni­sche Inno­va­tion und land­schaft­liche Sensi­bi­lität. Es ist ein offener, einla­dender Ort für Sport, Frei­zeit und Gemein­schaft – und ein beispiel­haftes Modell dafür, wie sich große öffent­liche Infra­struk­turen harmo­nisch in gewach­sene Kultur­land­schaften inte­grieren lassen.

Auszeich­nungen

2025 IOC IAKS Archi­tek­tur­preis
Vom Inter­na­tio­nalen Olym­pi­schen Komitee und der IAKS für heraus­ra­gende Leis­tungen in den Berei­chen Nach­hal­tig­keit, Barrie­re­frei­heit und Inno­va­tion bei Sport­an­lagen ausge­zeichnet.
 
2025 Inter­na­tional Archi­tec­ture Award (Land­schafts­ar­chi­tektur)
Vom Chicago Athe­naeum für die harmo­ni­sche Einbin­dung der Anlage in die natür­liche Land­schaft verliehen.
 
2024 Sulman-Medaille für öffent­liche Archi­tektur (NSW)
Höchste Auszeich­nung für öffent­liche Archi­tektur in New South Wales vom Austra­lian Insti­tute of Archi­tects.
 
2024 Walter Burley Griffin Award für Städ­tebau
Höchste natio­nale AIA-Auszeich­nung für Städ­tebau.
 
2024 Natio­naler Preis für öffent­liche Archi­tektur
Austra­lian Insti­tute of Archi­tects.
 
2024 World Archi­tec­ture Festival
Bestes fertig­ge­stelltes Gebäude im Bereich Sport.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Bauherr

Sadt Parra­matta

Schwimm­be­cken
Myrtha Pools
Adresse

Parra­matta Aquatic Centre (The PAC)
7A Park Parade, Parra­matta NSW 2150, Austra­lien

Eröff­nung
2023
Fotos

Peter Bennetts

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Freibad Biberach

Freibad Biberach

Alive and kicking

Ein Freibad mit Geschichte – und Zukunft: Im Freibad Biberach trifft die klare Formen­sprache der 1960er-Jahre auf ein konse­quent nach­hal­tiges Konzept. Holz­ar­chi­tektur, kurze Wege und eine nahezu autarke Ener­gie­ver­sor­gung machen das neue Kombibad zu einem Vorzei­ge­pro­jekt für modernen Bäderbau.

Entwurf:

asp Archi­tekten GmbH

Tradi­tion und Moderne

 

Seit mehr als 70 Jahren ist das Freibad ein fester Bestand­teil des städ­ti­schen Lebens in Biberach an der Riß. Der im Sommer 2025 eröff­nete Ersatz­neubau greift die charak­te­ris­ti­schen Elemente der Anlage aus den 1960er-Jahren auf und über­setzt sie in eine moderne, ressour­cen­scho­nende Archi­tektur. Gleich­zeitig wurde das Freibad räum­lich und funk­tional näher an das bestehende Hallenbad heran­ge­rückt – mit dem Ziel (und dem Ergebnis), ein leis­tungs­fä­higes Kombibad zu schaffen, das ganz­jährig genutzt werden kann.

Prägend für den Entwurf ist eine klare, lineare Struktur: Ein Säulen­gang fungiert als zentrale Erschlie­ßungs­achse, an die sämt­liche Funk­tionen ange­bunden sind. Diese Ordnung sorgt für kurze Wege, intui­tive Orien­tie­rung und eine effi­zi­ente Flächen­nut­zung. Bereits der neu gestal­tete Eingangs­be­reich setzt ein starkes Zeichen: Ein begrünter Vorplatz mit Sitz­mög­lich­keiten, Fahr­rad­stell­plätzen und sorg­fäl­tiger Bepflan­zung verbes­sert das Mikro­klima und stei­gert die Aufent­halts­qua­lität deut­lich.

Der Entwurf stammt von asp Archi­tekten.

Pavillon

Archi­tek­to­ni­sches Herz­stück der Anlage ist ein lang­ge­streckter Holz­pa­villon, der sämt­liche zentralen Funk­tionen unter einem Dach vereint. Der Bau setzt konse­quent auf regio­nale Mate­ria­lien: Lärche prägt Fassaden und Trenn­wände, während Douglasie für die tragende Struktur verwendet wurde.

Ergänzt wird das Ensemble durch Akti­vi­täts- und Aufent­halts­zone entlang der Haupt­achse. Schat­tige Sitz­be­reiche mit Blick auf die Becken und die groß­zü­gigen Liege­wiesen bieten Raum für Gastro­nomie, Erho­lung und Bewe­gung – einge­bettet in einen gewach­senen Baum­be­stand, der die Anlage harmo­nisch in die Land­schaft inte­griert.

Becken

Auch im Bade­be­reich zeigt sich das Freibad Biberach als Verbin­dung von Tradi­tion und Moderne: Die neue, kompakte, recht­eckige Becken­an­ord­nung nimmt Bezug auf die histo­ri­sche Gestal­tung. Das 887 m² große Frei­zeit­be­cken und das 363 m² große Schwim­mer­be­cken mit fünf 25-Meter-Bahnen bieten ideale Bedin­gungen für unter­schied­liche Nutzer­gruppen.

Ein markanter Blick­fang ist die rund 70 Meter lange, knall­orange Racer­rut­sche mit drei Bahnen und digi­taler Zeit­mes­sung, ergänzt durch weitere Attrak­tionen wie eine Wellen­rut­sche und einen Wasser­strudel. Für Fami­lien steht zudem ein eigener Klein­kind­be­reich zur Verfü­gung.

Anbin­dung

Das Nutzungs­kon­zept geht jedoch über das Freibad hinaus: Durch die direkte Anbin­dung an das Hallen­sportbad entsteht eine viel­sei­tige Bäder­land­schaft.

Während der Frei­bad­saison können Besu­cher zusätz­lich den Sprung­be­reich mit 1‑, 3- und 5‑Meter-Anlagen nutzen – ein klarer Mehr­wert für sport­lich ambi­tio­nierte Gäste.

Energie

Ein beson­derer Fokus lag auf Nach­hal­tig­keit und Ressour­cen­scho­nung. Die nahezu autarke Ener­gie­ver­sor­gung des Frei­bades Biberach basiert auf einer Photo­vol­taik-Frei­flä­chen­an­lage mit rund 160 kWp Leis­tung, die im Sommer einen Groß­teil des Strom­be­darfs deckt und im Winter das Hallenbad unter­stützt.

Solar­ab­sorber auf den Dach­flä­chen sorgen für die Becken­was­se­r­er­wär­mung, während aufbe­rei­tetes Brun­nen­wasser den Betrieb ergänzt. Mit der Inte­gra­tion einer Reten­ti­ons­mulde wurde zudem eine wirk­same Maßnahme zur Klima­an­pas­sung umge­setzt.

Begeg­nung

Abge­rundet wird das Angebot durch viel­fäl­tige Frei­zeit- und Service­ein­rich­tungen: groß­zü­gige Liege­wiesen, Spiel- und Sport­flä­chen, Gastro­no­mie­an­ge­bote sowie ein beheizter Aufent­halts­be­reich im Holzbau erhöhen den Komfort deut­lich.

Das Freibad Biberach zeigt, wie aus einem Ort mit Geschichte eine zukunfts­fä­hige Sport- und Frei­zeit­ar­chi­tektur entsteht – klar struk­tu­riert, nach­haltig gedacht und konse­quent auf die Bedürf­nisse der Nutzer ausge­richtet. Ein durch­dacht gestal­teter Ort der Bewe­gung, Begeg­nung und Erho­lung.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

asp Archi­tekten GmbH
Talstraße 41
D – 70188 Stutt­gart

Bauherr

Stadt­werke Biberach GmbH

Elek­tro­ar­beiten

Elektro Rehm GmbH
Buch­auer Straße 22
D – 88422 Oggels­hausen 

Adresse

Freibad Biberach
Memminger Str. 71
D – 88400 Biberach an der Riß

Eröff­nung
2025
Fotos

Zooey Braun
Römer­strasse 51
D – 70180 Stutt­gart

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

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Sportbad am Rabet

Sportbad am Rabet

Schlicht und edel

Leip­zigs neues High­light für Schwimm­sport und Archi­tektur. Modu­larer Sicht­beton trifft auf maxi­male Nach­hal­tig­keit. Das neue Sportbad am Rabet bringt frischen Wind in den Osten der Stadt.

Entwurf:

GMP

Neue Infra­struktur

 

Leipzig verfügt seit dem Spät­sommer 2025 über eine wunder­bare neue Infra­struktur: das Sportbad am Rabet. Der modu­lare Neubau, entworfen von Gerkan, Marg und Partner (gmp), wurde nach Passiv­h­aus­stan­dard reali­siert. Er stellt drin­gend benö­tigte Wasser­flä­chen für Schulen, Vereine und den Brei­ten­sport bereit und inte­griert sich bestens ins Stadt­bild.

Das Bad befindet sich auf dem zentral gele­genen Otto-Runki-Platz und verbindet den städ­ti­schen Verkehrs­raum mit dem angren­zenden und namens­ge­benden Stadt­teil­park Rabet. Der kubi­sche Baukörper mit seinen Einschnitten schließt den bestehenden Block­rand im Norden ab und führt die städ­te­bau­liche Struktur fort.

Im Südosten öffnet sich ein begrünter Vorplatz, der Teile des Baum­be­stands inte­griert und in den Park über­geht. Dies schafft einen neuen Anlauf­punkt im Quar­tier.

Glas und Sicht­beton

Die Konstruk­tion des Sport­bads basiert auf einer modu­laren Bauweise. Sicht­be­ton­ele­mente mit inte­grierter Dämmung wurden im Werk vorge­fer­tigt und vor Ort montiert.

Diese effi­zi­ente Methode trug zur Mini­mie­rung von Lärm und Emis­sionen während der Bauphase bei und ermög­lichte den struk­tu­rierten Baukörper.

Die Fassade kombi­niert hellen Sicht­beton mit einem gläsernen Sockel. Die umlau­fende Vergla­sung lässt Tages­licht in den Innen­raum, ermög­licht Ein- und Ausblicke und verbindet das Gebäude mit dem urbanen Kontext.

Auch im Inneren prägen Glas und Sicht­beton das Erschei­nungs­bild. Hohe Decken prägen die beiden Schwimm­be­reiche: ein 25-Meter-Sport­be­cken mit sechs Bahnen, ein Lehr­schwimm­be­cken sowie ein Kinder­schwimm­be­cken.

Zenit­lichter leiten zusätz­li­ches Tages­licht auf die Wasser­flä­chen.

Passiv­h­aus­stan­dard

Nach­hal­tig­keit war ein wesent­li­cher Aspekt der Planung. Das Sportbad Rabet wurde nach Passiv­h­aus­stan­dard gebaut und verfügt über ein extensiv begrüntes Reten­ti­ons­dach mit Insek­ten­wiese. Dieses kompen­siert entfal­lene Grün­flä­chen, fördert die natür­liche Versi­cke­rung und gibt Regen­wasser zeit­ver­zö­gert ab.

Solar­thermie- und Photo­vol­ta­ik­an­lagen sowie eine Anlage zur Wasser­auf­be­rei­tung für die Wieder­ver­wen­dung des Becken­was­sers sind eben­falls inte­griert. Unter­ir­disch verbaute Rigolen spei­chern Regen­wasser vor Ort und unter­stützen die städ­ti­schen Klima­ziele sowie eine wasser­sen­sible Stadt­ent­wick­lung.

20 Millionen Euro

Mit einer Inves­ti­tion von rund 20 Millionen Euro haben die Stadt und die Leip­ziger Sport­bäder dieses Projekt reali­siert. Das Sportbad am Rabet ergänzt die Schwimm­sport-Infra­struktur Leip­zigs und entlastet bestehende Bäder. Es schafft wich­tige Wasser­flä­chen für die Schwimm­aus­bil­dung und einen neuen sozialen Treff­punkt.

Neben den Wasser­flä­chen bietet es 100 Zuschau­er­plätze für Wett­kämpfe, eine behin­der­ten­ge­rechte Ausstat­tung inklu­sive Pool­lift und Wech­sel­roll­stühlen, einen Athle­tik­raum und Meeting­räume für Vereine.

Viel­seitig und gelungen.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

gmp · Archi­tekten von Gerkan Marg und Partner

Mein­hard von Gerkan, Stephan Schütz,Tobias Keyl, Dinah Borjans, David Ferreiro Centeno, Bojan Kocevski, Thilo Zehme, Zeng Yahan, Zhang Tianshuo, Miryam Aykurt, Eva Chan, Chris­tian Dorn­dorf, Regina Geier, Moritz Grab­mayr, Jessica Neumann, Martin Muc, Abdur­rahim Sariy­ildiz, Viktoria Schock, Michael Scholz, Philip Stillke, Zhang Tianshuo

Bauherr

Sport­bäder Leipzig GmbH, Kommu­nale Wasser­werke Leipzig GmbH (KWL)

Adresse

Sportbad am Rabet
Otto-Runki-Platz 1
D – 04315 Leipzig

Eröff­nung
2025
Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

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Stadt­teilbad Huchen­feld

Stadt­teilbad Huchen­feld

Eins für alle

Einmal hin, alles drin:

Das neue Stadt­teilbad Huchen­feld über­zeugt mit klarer Formen­sprache, Trans­pa­renz, Nach­hal­tig­keit und Fami­li­en­freund­lich­keit – nicht nur in Pforz­heim.

Entwurf:

bauate­lier

Situa­tion

 

Pforz­heim, eine Groß­stadt mit rund 135.000 Einwoh­nern am Nord­rand des Schwarz­walds, ist ein wich­tiges Wirtschafts‑, Bildungs- und Wohn­zen­trum in Baden-Würt­tem­berg. Die Stadt legt großen Wert auf eine moderne Infra­struktur, und dazu gehört auch die Entwick­lung und Verbes­se­rung der städ­ti­schen Bäder­land­schaft. Das Stadt­teilbad Huchen­feld ist das jüngste Beispiel dieser Haltung.

Das Vorgän­gerbad am selben Standort wurde Ende 2018 aufgrund seines nicht mehr zeit­ge­mäßen Zustands geschlossen. Dank einer Förde­rung von 4 Millionen Euro durch das Bundes­pro­gramm „Sanie­rung kommu­naler Einrich­tungen in den Berei­chen Sport, Jugend und Kultur (SKJ)“ konnte das Neubau­pro­jekt in Angriff genommen werden.

Die Archi­tektur des Bades ist von Hellig­keit, Freund­lich­keit und Trans­pa­renz geprägt. Der nörd­liche Funk­ti­ons­be­reich ist eher geschlossen gehalten, während die Bade­hallen allseitig trans­pa­rent gestaltet sind. Schon das Foyer bietet Einblicke in die große Bade­halle. Ein durch­ge­hendes Ober­licht im Norden sorgt für die opti­male Belich­tung der beiden Bade­hallen: die große mit 25 Meter-Becken, die klei­nere für die Klei­neren.

Archi­tekt und Gene­ral­planer waren bauate­lier, freie Archi­tekten Haas und Hiesch aus Stutt­gart.

Solitär

Der Neubau fügt sich als Solitär in das vorhan­dene Schul­areal ein. Neue Wege­ver­bin­dungen im Norden und Süden schließen an vorhan­dene Erschlie­ßungs­struk­turen im Schul­ge­lände an und führen zum neuen Haupt­ein­gang im Westen, der schon von Weitem gut erkennbar ist. Ein sepa­rater Personal-Eingang erschließt das Gebäude von den eben­falls neuen Park­plätzen im Osten des Gebäudes.

Ein groß­zü­giger Vorplatz von Bad und Sport­halle markiert den Eingangs­be­reich. Große Bestands­bäume wurden weitest­ge­hend erhalten, Neupflan­zungen erfolgten im südli­chen Bereich.

Große Halle

Das Raum­pro­gramm umfasst im Wesent­li­chen eine Bade­halle mit einem 25 Meter-Becken und eine Kinder­ba­de­halle.

Die große Bade­halle verfügt über ein wett­kampf­ge­eig­netes 25m x 12,50m Vario­be­cken mit fünf Schwimm­bahnen, Start­blö­cken, LED-Unter­was­ser­schein­wer­fern, Massa­ge­düsen und Sport­aus­stat­tung.

Das Becken ist als Wett­kampf­stätte in der Kate­gorie D des DSV (Deut­scher Schwimm-Verband) zerti­fi­ziert, ausge­legt ist es sowohl für den Schul- als auch den Vereins­sport.

Kinder­ba­de­halle

Die sepa­rate Kinder­ba­de­halle enthält Ange­bote für Klein­kinder und Fami­lien mit zusätz­li­chen Sitz-und Liege­be­rei­chen. Das amorph gestal­tete, akzen­tu­iert farben­frohe Kinder­be­cken bietet acht Wasser­at­trak­tionen, wie den kleinen Wasser­igel, einen Wasser­kelch, einen Wasser­pilz, eine Krabbe und eine Klein­kind­rut­sche. Die Wasser­flä­chen sind zwischen 0‑und 45cm tief.

Zuge­ord­nete Sitz­bänke unter runden Akus­tik­se­geln und Liege­be­reiche ergeben einen für Kinder und Fami­lien abge­schirmten eigenen Aufent­halts- und Wasser­spiel­be­reich. Ein eigener kind­ge­rechter Sani­tär­be­reich ist rück­wärtig angordnet.

Nach­hal­tig­keit und Barrie­re­frei­heit

Nach­hal­tig­keit spielt im neuen Stadt­teilbad Huchen­feld eine zentrale Rolle. Das Ziel eines in allen Belangen ener­ge­tisch opti­miertes Gebäude errei­chen die Planer von bauate­lier durch eine Kombi­na­tion aus bauli­chen, ressour­cen­scho­nenden Konstruk­tionen und tech­ni­schen Maßnahmen. Dau gehören der verstärkte Einsatz von Holz, Recy­cling­beton, dicken Dämm­schichten und einer drei­fa­chen Wärme­schutz­ver­gla­sung.

Das Bad setzt auf effi­zi­ente Wärme­rück­ge­win­nungs­sys­teme, eine Tempe­rie­rung durch Erdwärme und Erdka­näle sowie eine Photo­vol­taik-Anlage und exten­sive Dach­be­grü­nung.

Ein weiteres wich­tiges Merkmal ist die durch­gän­gige Barrie­re­frei­heit, die vom Außen­raum bis ins Bad und ins Becken gewähr­leistet ist.

Die Trans­pa­renz der Bade­hal­len­be­reiche und des Foyers schafft eine Verbin­dung zur Umge­bung und lässt viel Tages­licht ins Innere, was das Wohl­be­finden der Bade­gäste grund­sätz­lich fördert.

Alles da, für alle da

Das Stadt­teilbad Huchen­feld ist ein modernes und viel­sei­tiges Schul- und Vereins­schwimmbad, das Wett­kampf­stätte, Erho­lung und Bade­spaß für die ganze Familie vereint.

Mit einer Gesamt­fläche von 2.674 m²n Brut­to­ge­schoss­fläche, einer Gesamt­was­ser­fläche von 356 m²n und unge­fähr 50.000 erwar­teten Bade­gästen im Jahr wurde hier ein neuer Ort der Erho­lung und Begeg­nung, des Wett­kampfs und des Vergnü­gens geschaffen.

Ein sehr gelun­genes Beispiel dafür, wie moderne Archi­tektur, nach­hal­tige Bauweise und soziale Funk­tion einen wert­vollen Beitrag zur Lebens­qua­lität einer Stadt leisten.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

bauate­lier freie Archi­tekten
Haas und Hiesch
Köllestr. 66
D – 70193 Stutt­gart

Gerold Haas, Ute Hiesch, John Skinner, Dániel Bakos, Cris­tina Scuderi, Anna Litsch­kovskij, Dániel Bakos

Bauherr

Stadt Pforz­heim
Eigen­be­trieb Pforz­heimer Verkehrs-und Bäder­be­triebe – EPVB
Hein­rich-Witzen­mann-Straße 13
D – 75179 Pforz­heim

Eröff­nung
2025
Adresse

Stadt­teilbad Huchen­feld
Am Heerweg 24
D – 75181 Pforz­heim

Fotos

Chris­toph Valen­tien, Stutt­gart
bauate­lier

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

  1. Haupt­ein­gang
  2. Wind­fang
  3. Foyer
  4. Kasse
  5. Warte­be­reich
  6. Back­of­fice
  7. Wert-und Helm­fä­cher
  8. Stie­fel­gang
  9. Frisier- und Fönbe­reich
  10. Kinder­wagen
  11. Wech­sel­ka­binen und Garde­ro­ben­schränke
  12. Barfuß­gang
  13. Grup­pen­um­kleiden
  14. Umkleide barrie­re­frei
  15. Dusche/WC barrie­re­frei
  16. Duschen Damen
  17. WC Damen
  18. Duschen Herren
  19. WC Herren
  20. Bade­auf­sicht / Schwimm­meister und Erste Hilfe
  21. Lager
  22. Personal- Aufent­halt
  23. WC/Dusche Kinder, barrie­re­frei
  24. Bade­halle
  25. Vario­be­cken 25m
  26. Hubboden, Nicht­schwim­mer­be­reich
  27. Wärme­bank
  28. Kinder-Bade­halle
  29. Baby­be­cken
  30. Klein­kind­be­cken
  31. Personal Eingang
  32. Perso­nal­um­kleide, barrie­re­frei
  33. Anlie­fe­rung, Aufzug
  34. Müll
  35. Fahr­räder

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Schwimmen in der Seine

Baignade en Seine de Grenelle in Paris

Schwimmen in der Seine

 

Mater Studio

Nach über einem Jahr­hun­dert des Verbots ist das Schwimmen in der Seine seit dem Sommer 2025 wieder möglich. Was als visio­näres Projekt für die Olym­pi­schen Spiele 2024 begann, hat sich zu einer dauer­haften Berei­che­rung für die Pariser entwi­ckelt. Ein schönes Beispiel dafür ist der Bade­platz Grenelle.

Von Mater Studio.

Absti­nenz

Seit 1923 war das Schwimmen in der Seine verboten. Die Verschmut­zung durch Indus­trie­ab­wässer und unzu­rei­chende Kana­li­sa­tion hatte das Wasser des berühm­testen Flusses Frank­reichs zu einer Gefahr für die Gesund­heit werden lassen. Das Baden in der Seine schien für immer verloren.

Die Olym­pi­schen Spiele 2024 in Paris haben viel verän­dert, hier wurden sie zum Kata­ly­sator einer histo­ri­schen Wende. Mit Inves­ti­tionen von 1,28 Milli­arden Euro wurde die Seine aufwendig saniert. Neue Klär­an­lagen, modernste Abwas­ser­sys­teme und inno­va­tive Reini­gungs­tech­no­lo­gien sollten den Fluss wieder zum Leben erwe­cken. Doch trotz dieser enormen Anstren­gungen blieb die Wasser­qua­lität während der Spiele ein kriti­sches Thema (und bleibt es bis heute): Starke Regen­fälle führten wieder­holt zu erhöhten Bakte­ri­en­werten, die einzelne Wett­kämpfe gefähr­deten.

Ein bedeu­tendes postolym­pi­sches Erbe ist daher die Einwei­hung des Bade­platzes in Grenelle (15. Arron­dis­se­ment) am 5. Juli 2025 als Symbol für die Rück­kehr der Seine als leben­diger und nutz­barer Teil des Pariser Alltags.

Die Planung stammt von Mater Studio.

Technik

Die Heraus­for­de­rungen an das Projekt “Baignade en Seine de Grenelle” waren durchaus beacht­lich, denn es ging um den Bau einer voll­ständig demon­tier­baren, schwim­menden Bade­an­stalt für 300 Personen, die sich den ständig wech­selnden Wasser­ständen der Seine anpassen muss. Das Ergebnis ist ein 950 m² großer, 60 Meter langer Schwimm­be­reich mit einer 415 m² großen schwim­menden Platt­form und 480 m² Land­an­lagen.

Wesent­liche Eckpfeiler der Konstruk­tion sind:

  • Mobile Konstruk­tion: Das gesamte System gleitet an verti­kalen Schienen, die mit unsicht­baren Beton­blö­cken am Quai veran­kert sind.
  • Adap­tive Zugänge: Zwei 25 Meter lange Schwenk­stege passen sich konti­nu­ier­lich dem Wasser­stand an und gewähr­leisten barrie­re­freien Zugang.
  • Stabi­lität: Die Struktur kann ohne Verfor­mungs­ri­siko von 300 Menschen genutzt werden.
  • Notfall­be­reit­schaft: Bei Hoch­was­ser­ge­fahr kann die gesamte Anlage binnen 48 Stunden demon­tiert werden.

Gestal­tung

Trotz der tech­ni­schen Komple­xität ist der gestal­te­ri­sche Wille deut­lich erkennbar. Die gelben Geländer und Metall­ar­beiten wurden von den Art-Déco-Formen der 1920er Jahre inspi­riert – also von jener Epoche, in der Paris seine ersten öffent­li­chen Schwimm­bäder als archi­tek­to­ni­sche Meis­ter­werke feierte. Die Farb­ge­bung in Gelb und Blau evoziert bewusst Frei­zeit, Urlaub und Sommer.

Gelungen ist auch die Inte­gra­tion in die Umge­bung: Obwohl am Fuße des Eiffel­turms gelegen, konkur­riert der diskret unter Platanen und Linden einge­bet­tete Bade­platz Grenelle nicht mit der histo­ri­schen Kulisse, sondern schafft eine neue Perspek­tive vom Fluss aus.

Gelungen ist auch der Umgang mit Mate­ria­lien und Bauweisen:

  • Wieder­ver­wen­dung: Die genutzten Schiffs­con­tainer haben bereits mehr­fach die Welt umrundet.
  • Natür­liche Mate­ria­lien: Robi­ni­en­holz, das einzige euro­päi­sche Hart­holz, das ohne chemi­sche Behand­lung natür­lich feuch­tig­keits­re­sis­tent ist.
  • Modu­lare Bauweise: Wie ein riesiges Meccano-System ermög­licht die numme­rierte Präzi­si­ons­kon­struk­tion schnelle Montage und Demon­tage.

Regen

Die Bade­stelle Grenelle ist eine von drei kosten­losen Bade­stellen, die den Pari­sern seit dem Sommer 2025 wieder zur Verfü­gung stehen.

Rettungs­schwimmer über­wa­chen die Bade­stellen und führen regel­mä­ßige Sicher­heits­kon­trollen durch. Das Problem bleibt die Wasser­qua­lität der Seine, und die ist „variabel“, weil sie sehr vom Wetter abhängt. Starke Regen­fälle führen dazu, dass Abwasser und Ober­flä­chen­ab­fluss in den Fluss gelangen, wodurch die Bakte­ri­en­werte steigen. Daher werden täglich Kontrollen durch­ge­führt, und das Schwimmen kann bei Regen ausge­setzt werden, was durchaus vorkommt.

Insge­samt ist die Bade­stelle Grenelle trotz dieser Probleme ein sehr schönes Beispiel dafür, wie Städte ihre natür­li­chen Ressourcen zurück­ge­winnen und für die Zukunft gestalten können, auch im Hinblick auf den Klima­wandel.

Projekt­daten

Planer

Mater Studio
Charles Freu­diger, Léa Matray

Bauherr

Ville de Paris
Direc­tion de la Jeunesse et des Sports

Adresse

Baignade en Seine de Grenelle
Port de Grenelle
75015
F – Paris

Eröff­nung

2025

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

Pläne

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Hallenbad Neutraub­ling

Das Hallenbad Neutraub­ling

Und alle sind glück­lich

4a Archi­tekten

Das Hallenbad Neutraub­ling besticht durch seinen klaren Grund­riss und seine so durch­dachte wie farben­frohe Ausge­stal­tung. Alle drei Aktiv­be­reiche sind gleich­be­rech­tigt – und haben mitein­ander zu tun.

Spagat

Manche Schwimm­bäder sind für Kinder und Fami­lien attraktiv, manche für den Vereins­sport, und manche konzen­trieren sich sehr oder zu wenig auf Sauna und Erho­lung.

Das im Januar 2025 eröff­nete Hallenbad Neutraub­ling schafft den Spagat und macht alle glück­lich: mit einer sehr klaren Zonie­rung und Formen­sprache, mit einem Sport­schwimm­be­cken und einem Frei­zeit­be­cken inklu­sive Klein­kind­be­reich – und einem Well­ness­be­reich im Zentrum der Anlage.

Die Planung stammt von 4a Archi­tekten.

Neutraub­ling

Neutraub­ling ist eine indus­triell geprägte Stadt mit 14.000 Einwoh­nern in der Ober­pfalz, zehn km östlich von Regens­burg und nahe der Donau. Hier steht nun das Hallenbad Neutraub­ling mit einem sehr orga­ni­sierten Baukörper, der durchaus Bewe­gung in die Grund­riss­ge­stal­tung unserer Hallen­bäder bringen kann.

Ein groß­zü­giger Vorplatz markiert den Eingangs­be­reich. Eingang, Foyer und Umkleiden sind im parallel zur Straße verlau­fende, flacheren Umklei­de­riegel orga­ni­siert, die höhere und weit­läu­fige Bade­halle mit Sport‑, Frei­zeit- und Well­ness­be­rei­chen sowie Gastro­nomie öffnet sich groß­zügig nach Süden und Südosten zum Außen­raum.

Well­ness

Im Zentrum des Hallen­bades Neutraub­ling liegt die Well­ness­zone. Sie vermit­telt selbst­be­wusst zwischen Sport- und Frei­zeit­be­reich (oder trennt beide Bereiche), anstatt in abge­trennten Ecken oder Unter­ge­schossen versteckt zu werden. Hier befinden sich ein Dampfbad, eine Textil-Biosauna, Erleb­nis­du­schen sowie Ruhe­be­reiche – Rück­zugs­orte für Erho­lungs­su­chende sind also auch im Zentrum der Bade­halle möglich.

Groß­zü­gige Vergla­sungen in den Über­gangs­be­rei­chen bewahren das offene Raum­ge­fühl der Bade­halle und sorgen für Trans­pa­renz und Orien­tie­rung.

Familie

Der Fami­li­en­be­reich bietet ein viel­seitig nutz­bares Frei­zeit­be­cken mit Wasser­at­trak­tionen wie Spru­del­liegen und Massa­ge­düsen. Mit seinen breiten Einstiegs­treppen dient es zugleich als Lehr­schwimm­be­cken. Ein sepa­rates Plansch­be­cken mit Elefan­ten­rut­sche ergänzt das Angebot für Klein­kinder.

Die Gastro­nomie im Hallenbad Neutraub­ling ist sowohl vom Innen­raum des Bades als auch vom Kassen­be­reich aus zugäng­lich. Eine vorge­la­gerte Terrasse erwei­tert in den Sommer­mo­naten den Innen­raum ins Freie und dient zugleich als Liege­wiese.

Sport

Der Sport­be­reich des Hallen­bades Neutraub­ling umfasst ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, eine Ein-Meter-Sprung­platt­form und Start­blöcke. Es steht sowohl für den Schul- und Vereins­sport als auch für sport­lich ambi­tio­nierte Schwim­me­rinnen und Schwimmer zur Verfü­gung.

Ein sepa­rater Zugang mit eigenen Sammel­um­kleiden, Föhn­plätzen und Vereins­räumen ermög­li­chen einen reibungs­losen Ablauf im Trai­nings­be­trieb.

Gleich­be­rech­ti­gung

Die kompakte Gebäu­de­form und das ausge­wo­gene Verhältnis von verglasten zu geschlos­senen Flächen in der Bade­halle gewähr­leisten einen ener­gie­ef­fi­zi­enten und wirt­schaft­li­chen Betrieb. Im Innen­raum schaffen natur­be­las­sene und robuste Mate­ria­lien eine ange­nehme und leben­dige Atmo­sphäre.

Die Gebäu­de­hülle ist hoch­wär­me­ge­dämmt. Runde Ober­lichter über den Schwimm­be­cken ermög­li­chen eine natür­liche Belich­tung und unter­stützen die sommer­liche Lüftung.

Das Hallenbad Neutraub­ling besticht durch seinen klaren Grund­riss und seine so durch­dachte wie farben­frohe Ausge­stal­tung. Alle drei Aktiv­be­reiche sind gleich­be­rech­tigt – und haben mitein­ander zu tun.

Ein sehr schönes Bad.

Projekt­daten

Planer

4a Archi­tekten
Hall­straße 25
D – 70376 Stutt­gart

Martina Pfeiffer, Axel Hohen­steiner, Zachary Kimber­ling, Alena Zgor­skaya, Matthias Zwicker

Bauherr

Stadt Neutraub­ling

Eröff­nung

2025

Adresse

Haidauer Straße 1
D – 93073 Neutraub­ling

Fotos

Uwe Ditz – Photo­graphy

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

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Adel­indis Therme

Erwei­te­rung der Adel­indis Therme in Bad Buchau

Durch­dacht

 

Gutjahr

Die Adel­indis Therme in Bad Buchau wurde um einen modernen Well­ness­be­reich mit Dach­ter­rasse, Sauna, Pool und groß­zü­gigem Eingangs­be­reich erwei­tert. Für die sichere und lang­le­bige Verle­gung der Beläge kam ein durch­dachtes Komplett­system von Ardex, Gutjahr und der Reiser GmbH zum Einsatz.

Erwei­te­rung

Die Adel­indis Therme in Bad Buchau am Federsee bietet ihren Gästen auf rund 14.000 m² ein viel­sei­tiges Angebot an Thermal- und Sauna­land­schaften. Acht unter­schied­lich tempe­rierte Becken mit Spru­del­liegen, Massa­ge­düsen und weiteren Well­ness-Elementen laden zur Erho­lung ein. Gemeinsam mit Klinik­be­trieben und einem Ther­men­hotel bildet sie das Gesund­heits­zen­trum Federsee. Für ihr hoch­wer­tiges Angebot wurde die Therme bereits mehr­fach ausge­zeichnet.

Um zusätz­li­chen Raum für Well­ness und Besu­cher­kom­fort zu schaffen, ließ der Betreiber – die Moor-Heilbad Buchau gGmbH – einen groß­zü­gigen Erwei­te­rungsbau reali­sieren. Neben einem neuen Ther­mal­be­cken entstanden ein barrie­re­freier Eingangs­be­reich mit Bezug zur Feder­see­land­schaft, moderne Kassen- und Umklei­de­zonen, Ruhe­be­reiche, ein Bistro sowie eine Dach­ter­rasse mit Sauna, Pool und Garten.

Mit der Verle­gung der rund 3.500 m² Boden­fläche in den drei Etagen des Neubaus wurde die Reiser GmbH aus Bad Saulgau beauf­tragt. Die Planung und Ausfüh­rung der tech­nisch anspruchs­vollen Belags- und Entwäs­se­rungs­lö­sungen erfolgte in enger Abstim­mung mit den System­part­nern Ardex und Gutjahr.

Abdich­tung

Im Rahmen der jüngsten Erwei­te­rung der Adel­indis Therme entstand auch ein reprä­sen­ta­tiver Eingangs- und Kassen­be­reich, der gestal­te­risch wie funk­tional hohe Anfor­de­rungen erfüllt. Groß­for­ma­tige Fliesen in Natur­stein­optik sorgen für ein hoch­wer­tiges Erschei­nungs­bild und schaffen eine warme, einla­dende Atmo­sphäre im Anbau. Die Abdich­tungen und Klebe­mittel stammen von ARDEX.

Für eine dauer­haft dichte Basis wurde der Unter­grund mit einer selbst­ver­lau­fenden Abdich­tung (ARDEX S 8 FLOW) vorbe­reitet. Die Verle­gung der Fliesen erfolgte mit soge­nannten Flex­kle­bern (ARDEX X 78 und ARDEX X 90) – ausge­legt auf das sichere Verar­beiten groß­for­ma­tiger Beläge. Ein schnell erhär­tender Flex-Fugen­mörtel (ARDEX G 9 S FLEX 2–15) kam für gleich­mäßig geschlos­sene Fugen zwischen zwei und 15 mm Breite zum Einsatz.

Ein archi­tek­to­ni­sches High­light stellt die rund 30 Meter lange und vier Meter hohe Wand im Eingangs­be­reich dar, deren Verklei­dung mit Holz­ele­menten durch Tages­licht beson­ders wirkungs­voll insze­niert wird.

Anspruchs­voll war die Umset­zung der Umklei­de­be­reiche, in denen zahl­reiche punk­tu­elle Einschnitte für 30 bis 40 cm hohe Sockel­körper vorge­sehen waren. Diese dienen als stati­sche Basis für die Umklei­de­schränke und erfor­derten eine sichere Entkopp­lungs­lö­sung, um spätere Riss­bil­dungen im Estrich zu vermeiden. Zum Einsatz kam eine leis­tungs­fä­hige, für die Verle­gung groß­for­ma­tiger Fliesen geeig­nete Verbund­ent­kopp­lungs­matte (IndorTec VA FLEXBONE-VA) von GUTJAHR, die Bewe­gungen aus dem Unter­grund zuver­lässig aufnimmt. In Kombi­na­tion mit einer abge­stimmten Verbund­ab­dich­tung entstand eine tech­nisch durch­dachte Gesamt­lö­sung, die sowohl die gestal­te­ri­schen als auch die funk­tio­nalen Anfor­de­rungen erfüllt.

Dach­ter­rasse

Auf der Dach­ter­rasse mit Sauna, Pool und Dach­garten waren beson­ders durch­dachte tech­ni­sche Lösungen gefragt. Hier konnte GUTJAHR sein Komplett­spek­trum für den Außen­be­reich einbringen, sowohl im Hinblick auf die Entwäs­se­rung als auch auf die Nutzungs­si­cher­heit bei allen Witte­rungs­be­din­gungen. So wurde im Außen­be­reich der Sauna eine beheiz­bare Boden­fläche reali­siert, um Eisbil­dung im Winter zu vermeiden und den Gästen jeder­zeit tritt­si­chere Wege zu bieten.

Die Ausfüh­rung erfolgte mit einer Warm­wasser-Fußbo­den­hei­zung, deren Rohr­system in einem etwa 20 cm starken, wasser­durch­läs­sigen Drain­mörtel einge­bettet wurde. Für eine zuver­läs­sige Entwäs­se­rung sorgt ein zwei­stu­figes System: Die Ober­flä­chen­ent­wäs­se­rung erfolgt über schmale Schlitz­rinnen (Aqua­Drain SR) und ein flexi­bles Drain­rost-System (Aqua­Drain FLEX). Die zweite Entwäs­se­rungs­ebene über­nimmt eine spezi­elle Flächen­drai­nage, die unter­halb des Drain­mör­tels ange­ordnet wurde. Diese Drai­na­ge­matte wurde gezielt für den Einsatz unter kera­mi­schen Außen­be­lägen auf Drain­mörtel entwi­ckelt und zeichnet sich durch ihre kapil­lar­pas­sive Bauweise aus. Sie verhin­dert effektiv das Wieder­auf­steigen von Stau­wasser in die Belags­kon­struk­tion – ein zentraler Aspekt zur Vermei­dung von Frost­schäden und Ausblü­hungen.

Durch das Aufstelzen des Belags über die offene Drain­struktur entstehen groß­zü­gige Drain­ka­näle, in denen Wasser schnell und sicher abfließen kann. Die verlegten kera­mi­schen Ober­flä­chen in Holz- und Natur­stein­optik bieten sowohl gestal­te­ri­sche Viel­falt als auch hohe Funk­tio­na­lität. Gleich­zeitig wurden barrie­re­freie Über­gänge regel­kon­form mit einer Drain­rost­lö­sung ausge­führt, die das anfal­lende Wasser rückst­aufrei in das darun­ter­lie­gende Drai­na­ge­system ableitet.

Die Kombi­na­tion aus wasser­durch­läs­sigem Aufbau, unter­schied­li­chen Gefäl­le­si­tua­tionen, inte­grierter Fußbo­den­hei­zung und dem Einbau von Beton­fer­tig­teilen war durchaus eine tech­ni­sche Heraus­for­de­rung. Der gewählte System­aufbau erfüllt jedoch alle Anfor­de­rungen an Lang­le­big­keit, Entwäs­se­rungs­leis­tung und Frost­si­cher­heit.

Fazit

Sämt­liche Arbeiten wurden plan­mäßig und zeitun­kri­tisch abge­schlossen. Über den gesamten Projekt­zeit­raum hinweg wurde die bauliche Umset­zung trotz komplexer tech­ni­scher Anfor­de­rungen durch eine enge Abstim­mung zwischen den betei­ligten Firmen effi­zient koor­di­niert.

Mit der erwei­terten Adel­indis Therme ist eine moderne Well­ness­an­lage entstanden, die tech­ni­sche Präzi­sion mit archi­tek­to­ni­scher Qualität verbindet. Die sorg­fältig abge­stimmten Komplett­sys­teme für Abdich­tung, Entkopp­lung und Entwäs­se­rung ermög­li­chen dauer­haft belast­bare Beläge – sichtbar zurück­hal­tend, funk­tional über­zeu­gend. Besu­cher erleben eine entspannte Wohl­fühl­at­mo­sphäre, während im Hinter­grund ein durch­dachter Boden­aufbau für Sicher­heit, Barrie­re­frei­heit und Komfort sorgt.

Die Gestal­tung greift regio­nale Bezüge auf und fügt sich harmo­nisch in das land­schaft­lich geprägte Umfeld des Feder­see­moors ein. So verbindet das Projekt zukunfts­ori­en­tierte Technik mit orts­be­zo­gener Archi­tektur, und schafft eine Anlage, die auf lange Sicht funk­tio­niert und inspi­riert.

Projekt­daten

Planer

Robert Haller
Pater-Mohr-Strasse 24
88427 Bad Schus­sen­ried

Bauherr

Moor-Heilbad Buchau GmbH

Flie­sen­ar­beiten

Reiser GmbH
Gewer­be­ge­biet Hoch­ber­ger­straße
Mackstr. 8
D – 88348 Bad Saulgau

Spezi­al­bau­stoffe

ARDEX GmbH
Fried­rich-Ebert-Straße 45
D – 58453 Witten-Annen

Entwäs­se­rung
GUTJAHR System­technik GmbH
Philipp-Reis-Str. 5–7
D – 64404 Bicken­bach
Eröff­nung

2022

Adresse

Adel­indis Therme Bad Buchau
Ther­menweg 2
D – 88422 Bad Buchau

Fotos

© Adel­indis Therme
© GUTJAHR System­technik GmbH

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Wunnebad

Das Wunnebad Winnenden

When all’s well

 

Behnisch Archi­tekten

Viele Städte und Kommunen geben ihre Schwimm­bäder aufgrund zu hoher Betriebs­kosten oder eines scheinbar unbe­zwing­baren Sanie­rungs­staus auf. Die Stadt Winnenden (30.000 Einwohner, 20 km nord­öst­lich von Stutt­gart) geht einen anderen Weg – mit einem Wett­be­werb, erfah­renen Archi­tekten und einem klaren Bekenntnis zu zukunfts­fä­higem Bauen.

Programm

Der Entwurf ist von der einzig­ar­tigen Umge­bung und dem Bestand geprägt und stärkt den respekt­vollen Umgang zwischen Alt und Neu. Anker­punkt des neuen Wunnebades ist das prägnante Kuppel­bau­werk der bestehenden Bade­halle. Eine daran anknüp­fende, frei gestal­tete Kompo­si­tion aus geschwun­genen Dächern und orga­ni­schen Körpern nimmt die verschie­denen Funk­ti­ons­be­reiche auf.

Im Wesent­li­chen wurden die folgenden Maßnahmen umge­setzt:

  • Neuge­stal­tung eines reprä­sen­ta­tiven Eingangs­foyers
  • Zusätz­li­ches Kurs­be­cken mit Hubboden für die bestehende Bade­halle
  • Neuge­stal­tung des Kinder­be­rei­ches im Hallenbad
  • Neuge­stal­tung der Sommer­um­kleiden
  • Neue Räume für die Frei­bad­gas­tro­nomie
  • Neuge­stal­tung der Sauna­land­schaft mit zeit­ge­mäßem Angebot
  • Inte­gra­tion einer Gastro­nomie zur Versor­gung der Bade­halle und des Sauna­be­rei­ches
  • Neue Räum­lich­keiten für die Verwal­tung
  • Neuer Schwimm­meis­ter­turm

Herz­stück

Besu­cher betreten das Wunnebad jetzt über das neu gestal­tete Foyer mit Einbli­cken in die Bade­halle, Durch­bli­cken zum Freibad und direkten Zugängen zu den Umkleiden und der Sauna­land­schaft.

Im Haupt­ge­bäude gelangt man über die sanierten und ergänzten Umkleiden und Sani­tär­be­reiche direkt in die Kuppel­halle. Dem Herz­stück der Anlage wurde durch eine behut­same Bear­bei­tung der Ober­flä­chen ein zeit­ge­mäßes Erschei­nungs­bild verliehen.

Das neue Kurs­be­cken mit Hubboden ergänzt das Angebot, genauso wie der neu entwi­ckelte Kinder­be­reich. Der Raum des Schwimm­meis­ters liegt an der Schnitt­stelle von Alt- zu Neubau, mit einem idealen Über­blick über alle Becken im Innen- und Außen­raum.

Sauna

Über eine groß­zü­gige Treppe im Foyer gelangen Gäste auf die Sauna­e­bene, die nach Osten in den erwei­terten und neu gestal­teten Sauna­garten über­geht.

Der Bereich beginnt nach dem offen gestal­teten Umklei­de­be­reich und beein­druckt durch den Wechsel zwischen offenen und inti­meren Berei­chen, durch verschie­dene Saunen, Ruhe­zonen und eine Kamin­lounge.

Ergänzt wird das Sauna­an­gebot durch eine Außen­sauna mit Vorraum und Dusch­plätzen, die sich bestens in die terras­sierte Gestal­tung des Sauna­gar­tens einfügt. Die Gestal­tung ermög­licht eine zukünf­tige Erwei­te­rung um viele weitere Sauna­häuser.

Die Gastro­nomie der Sauna­be­rei­ches und des Hallen­bads bildet eine funk­tio­nale Einheit im Über­gang zwischen Sauna­land­schaft und Sauna­garten, in direkter Nach­bar­schaft zur Galerie der Kuppel­halle.

Fliesen

Für die Flie­sen­ar­beiten im Rahmen der Moder­ni­sie­rung des Wunnebad Winnenden zeich­nete sich die Firma Hertler Fliesen verant­wort­lich. Das Unter­nehmen über­nahm die Planung und Ausfüh­rung sämt­li­cher kera­mi­scher Beläge in den Nass­be­rei­chen, darunter die Schwimm­hallen, Becken­um­gänge, Duschen und Sani­tär­an­lagen. Zum Einsatz kamen rutsch­hem­mende, frost­be­stän­dige und chemi­ka­li­en­re­sis­tente Fliesen, die den hohen Anfor­de­rungen an Hygiene, Lang­le­big­keit und Sicher­heit im öffent­li­chen Bäderbau gerecht werden.

Beson­deres Augen­merk lag auf der norm­ge­rechten Verar­bei­tung der Mate­ria­lien – etwa bei Gefäl­le­aus­bil­dungen, Fugen­ab­dich­tungen und Über­gängen zu angren­zenden Bauteilen. Dank präziser Ausfüh­rung und sorg­fäl­tiger Detail­ar­beit trägt Hertler Fliesen maßgeb­lich zur funk­tio­nalen und gestal­te­ri­schen Qualität des Bades bei.

Ergebnis

Das Wunnebad beein­druckt durch seine Struktur und seine Gelas­sen­heit. Behnisch Archi­tekten errei­chen durch behut­same Maßnahmen und die verbin­denden Dächer, manchmal auskra­gend und vor Sonne und Regen schüt­zend, eine ange­nehm medi­ter­rane Stim­mung. Das ist die Sicht der Archi­tekten.

Das Wunnebad in Winnenden bietet mit einem großen Freibad, einem modernen Hallenbad und einem schönen Sauna- & Well­ness­be­reich jede Menge Erleb­nisse. Das sagt der Betreiber.

Wenn Archi­tektur zu solchen Ergeb­nissen führt, ist die Welt in Ordnung. Zumin­dest in Winnenden.

Projekt­daten

Planer

Behnisch Archi­tekten

Florian Waller, Stefan Rappold, Arlette Haker, Elena Esterle, Frank Kimpel, Achim Buhse, Mahboubeh Shoeybi, Adrian Bauer, Lukas Litterst, Thorsten Zwir­lein (Wiesler Zwir­lein Archi­tekten)

Bauherr

Stadt­werke Winnenden GmbH
Waib­linger Straße 42
D – 71361 Winnenden

Energie

Melior
Ener­gie­sys­teme GmbH
In den Brun­nen­wiesen 1
D – 71573 Allmers­bach im Tal

Fliesen

Hertler Fliesen
Esslinger Straße 4
D – 73765 Neuhausen a.d.F.

Eröff­nung

2024

Adresse

Wunnebad
Albert­viller Str. 56
D – 71364 Winnenden

Fotos

David Matthiessen Foto­grafie

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Ilirija Sport City

Das Ilirija Sport City Centre 

Heart­beat

 

Lorenz Ateliers, Myrtha Pools

Beim Sport­zen­trum Ilirija Sport City lag das beson­dere Augen­merk auf der Verknüp­fung von sport­li­cher Funk­tio­na­lität, städ­te­bau­li­cher Neuord­nung und nach­hal­tiger Bauweise. Das Gebäude ist als Null-Energie-Sport­zen­trum konzi­piert, die Schwimm­be­cken wurden mit ressour­cen­scho­nender Edel­stahl­tech­no­logie reali­siert.

Schwimmbad und mehr

Mit dem Sport­zen­trum Ilirija Sport City in Ljubljana (Športni Center Ilirija) wurde im Früh­jahr 2025 ein öffent­li­ches Sport- und Infra­struk­tur­pro­jekt eröffnet, das bewusst im inner­städ­ti­schen Kontext verortet ist. Der neue Komplex ersetzt ein in die Jahre gekom­mene Freibad von 1929.

Das Zentrum der Anlage bildet das Schwimmbad mit dem olym­pia­ge­rechten 50-Meter-Schwimm­be­cken. Dazu kommen mehrere Sport­hallen, ein Café, ein Museum, Veran­stal­tungs­flä­chen und öffent­liche Frei­räume unter einem städ­te­bau­lich markanten, 12.000 m² großen Dach. Das coura­gierte Nutzungs­kon­zept sieht neben dem regu­lären Sport­be­trieb auch kultu­relle und gesell­schaft­liche Veran­stal­tungen vor. Ziel ist eine dauer­hafte Auslas­tung und wirt­schaft­lich trag­fä­hige Nutzung, auch außer­halb des klas­si­schen Sport­kon­texts.

Die Entschei­dung für den Standort im Stadt­zen­trum und die Wieder­an­bin­dung an den Tivoli-Park schafft neue Verbin­dungen für Fuß- und Radver­kehr und stärkt die Inte­gra­tion des Sports in das städ­ti­sche Leben. Und sie war gold­richtig.

Die Planung stammt von Lorenz Ateliers, die Becken von Myrtha Pools.

Geschichte und Gesell­schaft

Die Geschichte des Ilirija Sport City Centre reicht bis in die späten 1920er Jahre zurück, als der slowe­ni­sche Archi­tekt und Sport­pio­nier Stanko Bloudek das ursprüng­liche Ilirija-Freibad mit einem 25-Meter-Becken entwarf. Der Eingangsbau aus dem Jahr 1929 steht heute unter Denk­mal­schutz, wurde behutsam restau­riert und in das neue Nutzungs­kon­zept einge­bunden – als Café, Konfe­renz­be­reich und Museum zur Sport­ge­schichte Slowe­niens.

Kurz nach der Unab­hän­gig­keit Slowe­niens beschloss die noch junge Haupt­stadt Ljubljana bereits im Jahr 1995 den Bau eines neuen Olympia-Schwimm­zen­trums mit ergän­zender Infra­struktur im Stadt­zen­trum. Die Entschei­dung, dieses Groß­pro­jekt nicht an den Stadt­rand zu verla­gern, sondern am histo­ri­schen Standort weiter­zu­ent­wi­ckeln, war städ­te­bau­lich mutig und gesell­schaft­lich zukunfts­wei­send. Sie würdigt die Bedeu­tung des Sports als öffent­li­ches Gut und redu­ziert gleich­zeitig den verkehr­li­chen Fußab­druck einer solchen Anlage.

Ein weitere zentraler Aspekt der Planung war die Wieder­an­bin­dung des Areals an den benach­barten Tivoli-Park durch die Wieder­her­stel­lung der histo­risch bedeu­tenden Latterman-Allee als Rad- und Fußweg. Dazu passt die verbin­dende öffent­liche Plaza unter dem charak­te­ris­tisch geschwun­genen Dach, die als Binde­glied zwischen Innen­stadt und Park dient. Sie macht das Sport­zen­trum zu einem offenen, multi­funk­tio­nalen Ort, der Sport, Kultur, Bildung und alltäg­liche Nutzung verbindet.

Schwimmen im Zentrum

Im Zentrum des Ilirija Sport City Centre befindet sich eine hoch­mo­derne Wasser­land­schaft, die mit dem inno­va­tiven Edel­stahl­mo­dul­system von Myrtha Pools reali­siert wurde. Die Schwimm­halle umfasst ein 50-m-Olym­pia­be­cken mit verschieb­barer Trenn­wand (Bulk­head), ein 25-Meter-Trai­nings­be­cken sowie modernste Start­blöcke für den Wett­kampf­ein­satz.

Dank des fort­schritt­li­chen Edel­stahl­sys­tems von Myrtha erfüllen die Becken höchste Anfor­de­rungen sowohl im Trai­nings- als auch im inter­na­tio­nalen Wett­kampf­be­trieb. Das bedeutet Präzi­sion, Lang­le­big­keit und ökolo­gi­sche Effi­zienz, und das alles in einer zuschau­er­freund­li­chen Umge­bung.

Die Edel­stahl­ele­mente sind korro­si­ons­re­sis­tent, wartungsarm und ermög­li­chen eine, beson­ders für inter­na­tio­nale Wett­kämpfe wich­tige, extrem präzise Ferti­gung. Gleich­zeitig erlaubt die modu­lare Bauweise eine schnelle Instal­la­tion und spätere Anpas­sungen an verän­derte Nutzungs­an­for­de­rungen.

Das Schwimm­zen­trum erfüllt die Normen des inter­na­tio­nalen Schwimm­ver­bands (World Aqua­tics, ehemals FINA) und bietet mit rund 1.500 Zuschau­er­plätzen beste Voraus­set­zungen für natio­nale wie inter­na­tio­nale Wett­kämpfe. Gleich­zeitig ist es offen für Schul­klassen, Vereine, Frei­zeit­nutzer und den Brei­ten­sport – eine Infra­struktur für alle.

Dach und Energie

Das Schwimmbad, die Sport­hallen, die Erschlie­ßungs­flä­chen und die Funk­ti­ons­be­reiche des Ilirija Sport City Centre sind unter einem groß­flä­chig geschwun­genen Dach vereint. Die Stahl­kon­struk­tion mit einer Spann­weite von 54 Metern über­spannt rund 12.000 m², verleiht dem Gebäu­de­en­semble eine prägnante Iden­tität und defi­niert es als zusam­men­hän­gendes städ­te­bau­li­ches Volumen.

Das Dach erfüllt dabei weit mehr als eine gestal­te­ri­sche Funk­tion: Auf seiner Fläche sind 4.000 m² Photo­vol­ta­ik­mo­dule instal­liert, die den gesamten Ener­gie­be­darf des Zentrums abde­cken. Ergänzt wird dieses rege­ne­ra­tive Versor­gungs­system durch geother­mi­sche Anlagen und eine effi­zi­ente Wärme­pum­pen­tech­no­logie. Damit zählt das Ilirija Sport­City Centre zu den ersten Null-Energie-Sport­bauten Europas.

Auch auf der sport­funk­tio­nalen Seite wurde großer Wert auf Klima­ver­träg­lich­keit gelegt: Das Edel­stahl-Modul­system von Myrtha Pools verur­sacht im Vergleich zu konven­tio­nellen Beton­be­cken bis zu 50 % weniger CO₂-Emis­sionen, sowohl in der Herstel­lung als auch im Betrieb. Damit fügt sich das tech­ni­sche Konzept nahtlos in den ganz­heit­li­chen Ansatz des Projekts ein.

Stadt und Herz

Das Ilirija Sport City Centre ist deut­lich mehr als eine Schwimm­an­lage oder ein Sport­zen­trum. Es versteht sich als öffent­li­cher Ort mit viel­fäl­tigen Funk­tionen, offen für Leis­tungs­sport und Frei­zeit, für Bildung, Kultur und gesell­schaft­li­chen Austausch. Als inte­graler Bestand­teil des städ­ti­schen Lebens in Ljubljana vereint es Nutzungs­schichten, die sonst oft räum­lich getrennt sind.

Die Anlage ist genauso für den Schul­sport konzi­piert wie für Univer­si­täts­pro­gramme, Vereins­sport, Wett­kampf­ver­an­stal­tungen. Gleich­zeitig bietet sie Raum für kultu­relle Events. So lässt sich auch die Schwimm­halle temporär in eine Konzert- oder Even­ta­rena umwan­deln, was nicht nur betriebs­wirt­schaft­lich sinn­voll, sondern auch städ­te­bau­lich rele­vant ist.

Das Ilirija Sport City Centre ist ein pulsie­render, inklu­siver Raum im Herzen der Stadt. Und da gehört der Sport auch hin.

Projekt­daten

Planer

Lorenz­ate­liers ZT GmbH
Maria There­sien Straße 37
6020 Inns­bruck
Öster­reich

Bauherr

Stadt Ljubljana

Schwimm­be­cken

A&T Europe Spa
Via Solfe­rino, 27
P.O. Box 7
46043 Castig­lione delle Stiviere (MN)
Italien

eröff­nung

2025

Adresse

Športni Center Ilirija
Celo­vška cesta 3
1000 Ljubljana
Slowe­nien

Fotos

Ana Skobe

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media
(Adver­to­rial)

Pläne

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Holy Water

Sint-Fran­ciscus van Assi­s­i­kerk in Heerlen

Geweihtes Wasser

 

MVRDV & Zecc Archi­tecten

Immer mehr Kirchen stehen leer. Warum sollen die nicht wieder eine soziale Funk­tion erhalten? Ein öffent­li­ches Schwimmbad wie Holy Water ist da sicher eine gute Idee: Rücken­schwimmen unter dem Kirchen­ge­wölbe, mit Blick auf bunte Glas­fenster – das ist ein ganz neues Raum­er­lebnis.

Wandeln

MVRDV und Zecc Archi­tecten haben den Wett­be­werb zur Umnut­zung der St.-Franziskus-von-Assisi-Kirche in Heerlen (Sint-Fran­ciscus van Assi­s­i­kerk) gewonnen. Das Konzept mit dem Namen „Holy Water“ sieht vor, das leer­ste­hende Kirchen­ge­bäude in ein öffent­li­ches Schwimmbad zu trans­for­mieren – natür­lich unter Erhalt der denk­mal­ge­schützten Bausub­stanz.

Die Kirche wurde vor mehr als 100 Jahren errichtet, seit 2023 wird sie nicht mehr für ihren ursprüng­li­chen Zweck genutzt. Die Stadt Heerlen sieht in „Holy Water“ nun die Chance, der Kirche mit ihrer markanten Silhou­ette im Zentrum der Stadt neues Leben einzu­hau­chen. Die geplante Schwimm­halle dient nicht nur als Entlas­tung für die bereits stark frequen­tierten Hallen­bäder der Stadt, sie wird auch Teil eines größeren Stadt­er­neue­rungs­kon­zepts.

Erhalten

Der Entwurf für Holy Water sieht ein leuch­tendes, kreis­för­miges Vordach über dem Haupt­ein­gang vor, ein Symbol für die Verbin­dung von Vergan­gen­heit und Gegen­wart. Im Inneren gelangt man durch die Kirchen­schiffe zu den Umklei­de­ka­binen und zur Gastro­nomie, die im hinteren Bereich der Kirche unter­ge­bracht sind. Glas­wände trennen diese Bereiche von der klima­ti­sierten zentralen Schwimm­halle.

Der höhen­ver­stell­bare Becken­boden erlaubt viel­fäl­tige Nutzungen – vom Kinder­plansch­be­reich bis hin zum Even­traum. Wird der Boden ganz ange­hoben, entsteht eine durch­ge­hend ebene Fläche, die auch für kultu­relle Veran­stal­tungen genutzt werden kann. Zudem kann die Fläche mit einer dünnen Wasser­schicht geflutet werden, wodurch eine eindrucks­volle Spie­ge­lung des Kirchen­raums entsteht. Besucher:innen haben dann das Gefühl, auf dem Wasser zu wandeln.

Rücken­schwimmen

Die alten Kirchen­bänke finden neue Verwen­dung in den Glas­wänden: Auf der einen Seite dienen sie den Schwimmer:innen als Sitz­ge­le­gen­heit, auf der anderen Seite den Zuschauer:innen. Selbst die Kanzel erhält als Hoch­sitz für die Bademeister:in eine neue Nutzung.

Eine beson­dere Heraus­for­de­rung besteht darin, das Kirchen­in­nere nach­haltig zu beheizen und gleich­zeitig die histo­ri­schen Mate­ria­lien vor Feuch­tig­keit zu schützen. Glas­wände schaffen eine ther­mi­sche Tren­nung zum Schutz der Glas­fenster und Kunst­werke.

Das Dach wird von außen isoliert, um Wärme­ver­luste zu redu­zieren und die Sicht auf das origi­nale Mauer­werk im Inneren zu erhalten. Die hölzerne Dach­kon­struk­tion bleibt erhalten und erhält schall­ab­sor­bie­rende Elemente für eine bessere Akustik. Die gesamte Haus­technik wird dezent im Keller unter­ge­bracht, inklu­sive der Luft­auf­be­rei­tung.

Holy Water bekommt also eine ener­gie­ef­fi­zi­ente, komfor­table Struktur, ohne die histo­ri­sche Substanz der Kirche zu gefährden.

Die Eröff­nung ist für Ende 2027 geplant.

Projekt­daten

Planer

 MVRDV & Zecc Archi­tecten

Winy Maas, Gideon Maas­land, Gijs Rikken, Magda Porcoțeanu, Justin Vermeulen, Bart Keller­huis, Roy van Maar­se­veen, Thijmen Hilhorst

Bauherr

Gemeinde Heerlen

Eröff­nung

2027

Adresse

Sint-Fran­ciscus van Assi­s­i­kerk
Laan­der­straat 33
6411 VA Heerlen
Nieder­lande

Illus­tra­tionen

MVRDV

Text

MVRDV

Pläne

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Therme Dubai

Therme Dubai

Play, Relax, Restore

 

Diller Scofidio + Renfro

100 Meter hoch

Die Therme Dubai besticht schon beim ersten Hinsehen durch ihre impo­sante, 100 Meter hohe Struktur, die sich aus einer Reihe gestaf­felter, abge­run­deter Platt­formen empor­wächst. Diese Platt­formen bieten auf drei Ebenen Schwimm- und Ther­mal­be­cken, Mehr­zweck­nut­zungen, üppige Bepflan­zungen und Wasser­fälle – und das alles weit­ge­hend auch von außen einsehbar. Geplant wird das Ganze vom Archi­tek­tur­büro Diller Scofidio + Renfro, gebaut von der Therme Group, welche erst kürz­lich auch die Therme Erding über­nommen hat. Planer und Betreiber gehen von 1,7 Millionen Besu­chern im Jahr aus.

Zabeel Park

Das Resort entsteht in Dubai’s Zabeel Park und will diesen mit viel Wasser und Grün revi­ta­li­sieren, unter anderem mit mehr als 200 Pflan­zen­arten aus der ganzen Welt und klaren, warmen Ther­mal­wäs­sern, die als Quelle für Heil­kräfte und Entspan­nung dienen. Die Archi­tektur soll sich durch große Glas­flä­chen weit­ge­hend trans­pa­rent zeigen, um Passanten neugierig zu machen und Gästen den Blick auf Skyline von Dubai zu bieten.

Play, Relax, Restore

Im Inneren wird die Therme Dubai in drei Haupt­be­reiche (Zones) unter­teilt: Play, Relax und Restore. Play steht für fami­li­en­freund­li­chen Spaß, Unter­hal­tung und gesund­heits­be­zo­gene Akti­vi­täten für Erwach­sene und Kinder glei­cher­maßen.

In der Relax Zone sollen sich vor allem Erwach­sene erholen. Dazu gibt es Entspan­nungs­be­cken im Innen- und Außen­be­reich, Mine­ral­bäder, Dampf­bäder und Massagen.

Die Restore-Zone thront hoch über allem, auf der obersten Ebene. Sie will ein ruhiger Rück­zugsort in einem groß­zü­gigen Ther­mal­kom­plex sein. Hier werden Saunen, Dampf­bäder und „inno­vativ gestal­tete“ Mine­ral­bäder zur Verfü­gung stehen.

Treff­punkt

Die Therme Dubai will mehr sein als ein Schwimmbad oder eine Therme, nämlich ein kultu­reller und sozialer Treff­punkt für ganz Dubai. Neben den viel­fäl­tigen Well­ness- und Sport­an­ge­boten wie Ther­mal­be­cken, Wasser­rut­schen, einem Michelin-Stern-Restau­rant und einem 4.500 m² großen Pool­be­reich drinnen wie draußen werden auch Veran­stal­tungs­flä­chen inte­griert. Die können für Konzerte, Kunst­aus­stel­lungen und andere kultu­relle Events genutzt werden.

Technik

Nach Angaben der Planer und Betreiber verwendet die Therme Dubai fort­schritt­liche Tech­no­lo­gien zur Wasser­auf­be­rei­tung. Demnach können 90 % des Ther­mal­was­sers wieder­ver­wendet werden. Der Betrieb der Anlage soll zu 100 Prozent mit Ökostrom erfolgen, ein Groß­teil davon stammt aus eigenen Solar­pa­neelen auf den Dächern der Anlage sowie einem ange­schlos­senen Solar­park. Heiz- und Kühl­energie wird durch Geothermie in Kombi­na­tion mit Wärme­pumpen bereit­ge­stellt. Die Eröff­nung ist für das Jahr 2028 geplant.

Projekt­daten

Archi­tekt

Diller Scofidio + Renfro

Bauherr

Therme Group

Eröff­nung

2028

Adresse

Zabeel Park
حديقة زعبيل
Dubai

Visua­li­sie­rung

Diller Scofidio + Renfro

Text
Johannes Bühl­be­cker More Sports Media

Video

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Centre aqua­tique de l’Ô-bleue

Centre aqua­tique de l’Ô-bleue

Flie­ßend

 

 

Domi­nique Coulon & asso­ciés

Der äußere Eindruck des Baukör­pers ist so flach wie flüchtig. Die geschwun­genen Wände sind mehr als 100 Meter lang und verlieren sich auf ange­nehme Art zwischen den Feldern und dem Hori­zont.

Ein Protzbau ist das nicht.

Das Centre aqua­tique de l’Ô-bleue steht am Eingang der kleinen fran­zö­si­schen Gemeinde Fondettes (11.000 Einwohner), nur wenige Kilo­meter von Tours entfernt. Das Umfeld wird von Wohn­ge­bieten, flachem Land und einem eben­falls neuen Kreis­ver­kehr geprägt.

Das Bad, entworfen von Domi­nique Coulon & asso­ciés, entstand also so ziem­lich auf der grünen Wiese und sollte ein prägender Bezugs­punkt einer neuen land­schaft­li­chen Gestal­tungs­ord­nung werden.

Die Planer antworten auf diese Aufga­ben­stel­lung mit einem lang­ge­streckten, weißen Baukörper, dessen Fassaden und Dach­form sich nach innen entwi­ckeln.

Der äußere Eindruck des Baukör­pers ist so flach wie flüchtig. Die geschwun­genen Wände sind mehr als 100 Meter lang und verlieren sich auf ange­nehme Art zwischen den Feldern und dem Hori­zont. Ein Protzbau ist das nicht.

In Rich­tung Land­schaft öffnen sich die Fassaden fast bis zum Boden, in Rich­tung Straße steigen sie dagegen an. Durch die runden Ober­lichter fällt zusätz­li­ches Licht ins Bad.

Es ist unmög­lich, diesen Raum nicht als flie­ßend zu bezeichnen.

Der Haupt­ein­gang des Centre aqua­tique de l’Ô-bleue liegt an einer Einbuch­tung im Südosten. Ange­schlossen sind die Umkleiden und Wasch­räume, und dann geht es ins Licht: Die Bade­halle mit ihren drei Becken, einer Wasser­rut­sche, einem Whirl­pool sowie Sauna‑, Ruhe- und ange­schlos­senen Außen­be­rei­chen wird vom Licht durch­flutet.

Das Schwim­mer­ecken misst 25 x 12,5 Meter und bietet, wie das „Baunetz“ schön scheibt, vom Schwimm­stil und damit der Körper­hal­tung abhän­gige Blick­be­zie­hungen: Beim Kraulen guckt man durch decken­hohe Fenster in die Land­schaft, beim Brust­schwimmen durch wand­hohe Fenster in den Garten und beim Rücken­schwimmen durch die Ober­lichter Rich­tung Himmel.

Neben dem Sport­be­cken gibt es ein 150 m² großes Spaß­be­cken mit einer Wasser­tiefe von bis zu 1,30 m, ein 30 m² großes Plansch­be­cken für Klein­kinder und das Auslauf­be­cken der Wasser­rut­sche mit drei Bahnen. Kugel­för­mige Einbuch­tungen in der Wand bieten Aufent­halts­mög­lich­keiten, genau wie die Sitz­bänke.

Es ist unmög­lich, diesen Raum nicht als flie­ßend zu bezeichnen.

Hier ist alles an seinem Platz.

Zum Well­ness­be­reich gehören zwei Saunen, ein Whirl­pool, ein Hammam, ein Dampfbad und die dazu­ge­hö­rigen Liegen. Dieser Bereich verfügt über einen eigenen Zugang nach draußen, der vom Rest des Bades und des Gartens durch neuge­pflanzte Bäume abge­grenzt wird.

Der Garten des Centre aqua­tique de l’Ô-bleue, mit Beach­vol­ley­ball­feld und Wasser­spiel­platz, wird durch 300 neue Bäume zoniert und durch die endlos erschei­nende weiße Mauer begrenzt.

Hier ist alles an seinem Platz.

Projekt­daten

Archi­tekt

Domi­nique Coulon & asso­ciés
Domi­nique Coulon, Hannes Libis, Lukas Unbe­kandt, Adrien Petit, Olivier Werner, Hannes Libis

Bauherr

Tours Metro­polis, Val de Loire

Becken

Myrtha Pools

Adresse

Centre aqua­tique de l’Ô-bleue
Rue Alfred de Musset
F – 37230 Fondettes

Endless Surf

Eröff­nung

2022

Fotos

Eugeni Pons

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

Pläne

Video

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