SOAK

Von Island lernen

SOAK – Rituals of Collective Belonging

Wenn über Schwimmbäder gesprochen wird, geht es meist um Beckengrößen, Wasseraufbereitung, Energiekonzepte oder Betriebskosten. Manchmal um Architektur. Fast nie aber um das, was zwischen den Menschen passiert.

Genau dort setzt der isländische Beitrag zur 20. Architekturbiennale in Venedig an.

Warum Schwimmbäder mehr sind als Schwimmbäder

Unter dem Titel SOAK – Rituals of Collective Belonging beschäftigt sich der Pavillon nicht mit spektakulären Bauformen oder visionären Konstruktionen. Stattdessen rückt er eine alltägliche Frage in den Mittelpunkt: Warum gehören öffentliche Schwimmbäder zu den wenigen Orten, an denen sich Menschen noch selbstverständlich begegnen?

Die Antwort überrascht, weil sie so einfach ist.

Eine Lektion aus Island

Im Wasser spielen Herkunft, Beruf, Einkommen oder gesellschaftlicher Status plötzlich kaum noch eine Rolle. Badehose und Badeanzug ersetzen Uniformen und Anzüge. Kinder planschen neben Rentnern, Leistungssportler sitzen neben Touristen im Whirlpool, Nachbarn kommen ins Gespräch, obwohl sie sich seit Jahren nur vom Vorbeifahren kennen. Schwimmbäder schaffen Begegnungen, ohne sie zu erzwingen.

Genau deshalb versteht der isländische Pavillon das Bad nicht als Freizeitanlage, sondern als soziale Infrastruktur.

Wenn Architektur Menschen verbindet

Nicht jedes architektonische Statement braucht ein spektakuläres Gebäude. Manchmal genügt ein Becken mit warmem Wasser.

Mit SOAK – Rituals of Collective Belonging präsentiert Island auf der 20. Internationalen Architekturausstellung der Biennale di Venezia einen Beitrag, der den Blick weniger auf Architektur als Objekt richtet als auf ihre gesellschaftliche Wirkung. Im Mittelpunkt steht die isländische Badekultur – und damit eine Infrastruktur, die seit Generationen Menschen zusammenbringt.

Wasser als öffentlicher Raum

SOAK stellt die Frage: Wie können Räume entstehen, in denen Menschen einander wieder begegnen?

Diese Frage erscheint aktueller denn je. Digitalisierung, Homeoffice und gesellschaftliche Polarisierung verändern die Art, wie Menschen miteinander leben. Öffentliche Räume verlieren vielerorts ihre selbstverständliche Rolle als Orte der Begegnung. Der isländische Pavillon versteht die geothermisch beheizte Schwimmhalle deshalb als Gegenmodell – als demokratischen Raum, in dem soziale Unterschiede für einen Moment in den Hintergrund treten.

Wasser als soziale Infrastruktur

Kurator Marcos Zotes entwickelte die Ausstellung gemeinsam mit seinen Partnern von Basalt Architects, dem Designstudio Gagarin sowie der Illustratorin und Autorin Rán Flygenring. Gemeinsam untersuchen sie nicht die Architektur einzelner Schwimmbäder, sondern die Rituale, die dort täglich entstehen.

Wer einmal ein isländisches Thermalbad besucht hat, kennt diese besondere Atmosphäre. Familien, Jugendliche, Rentner, Touristen und Berufstätige teilen sich dieselben Becken, kommen miteinander ins Gespräch oder genießen einfach die gemeinsame Ruhe. Badebekleidung ersetzt Statussymbole. Alter, Beruf oder gesellschaftliche Stellung verlieren an Bedeutung.

SOAK beschreibt diese Orte deshalb als soziale Infrastruktur – ebenso wichtig für das Funktionieren einer Gesellschaft wie Straßen oder öffentliche Verkehrsmittel. Wasser wird zum Medium der Begegnung, Architektur zum Rahmen für Gemeinschaft.

Die Botschaft

Für Planerinnen und Planer von Sport- und Freizeitanlagen dürfte genau dieser Perspektivwechsel besonders interessant sein.

Schwimmbäder, Sporthallen oder Sportparks werden häufig über Kennzahlen beschrieben: Wasserfläche, Besucherzahlen, Energieverbrauch oder Wettkampftauglichkeit. SOAK erinnert daran, dass diese Gebäude immer auch gesellschaftliche Infrastruktur sind. Sie schaffen Orte, an denen Menschen unabhängig von Herkunft, Alter oder Einkommen zusammenkommen.

Damit knüpft der isländische Pavillon unmittelbar an das Biennale-Motto „Do Architecture – The Possibility of Coexistence in the Face of Real Reality“ an. Architektur wird hier nicht als spektakuläres Objekt verstanden, sondern als Werkzeug für ein besseres Zusammenleben.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Planer

Basalt Architects (Hrólfur Karl Cela, Marcos Zotes, Perla Dís Kristinsdóttir)

Gagarin (Kristín Eva Ólafsdóttir, Nils Wiberg)

Rán Flygenring

 

Kommissarin

Halla Helgadóttir / Iceland Design and Architecture

Kurator
Marcos Zotes
Ausstellung

8. Mai – 21. November 2027

Fotos

Basalt Architects
Gagarin
Rán Flygenring

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Wir informieren alle drei Wochen über neue und beispielhafte Projekte und Produkte. Mit Herz und Schwung und Sachverstand.

Hallenbad Hörde

Besser als neu

Das Bad des SSC Hörde

Die Zukunft vieler Hallenbäder entscheidet sich nicht allein beim Neubau, sondern vor allem im Bestand. Das Hallenbad Hörde zeigt eindrucksvoll, wie eine kluge Sanierung mit engagierten Partnern und Betreibern den langfristigen Erhalt einer wichtigen Sportstätte sichern kann. Der erste Teil unseres Berichts beleuchtet vor allem die Geschichte hinter diesem beispielhaften Projekt.

Planung:
Deye Consulting

 

Wie der SSC Hörde gemeinsam mit starken Partnern den Fortbestand einer wichtigen Sportstätte sichert

Wenn in Deutschland über Hallenbäder gesprochen wird, geht es häufig um Sanierungsstau, steigende Betriebskosten oder drohende Schließungen. Das Hallenbad Hörde erzählt eine andere Geschichte. Es zeigt, dass der Erhalt bestehender Sportstätten auch unter schwierigen Rahmenbedingungen gelingen kann, wenn engagierte Menschen Verantwortung übernehmen und starke Partner gemeinsam an einer Lösung arbeiten.

Die Geschichte des Schwimmsports in Dortmund-Hörde ist stark mit der industriellen Entwicklung und der Badekultur des Stadtteils verwoben. Der bedeutendste Verein vor Ort ist der SSC Hörde. Seit vielen Jahrzehnten gehört dessen Hallenbad zum sportlichen Leben im Dortmunder Süden. Generationen von Kindern haben hier schwimmen gelernt, Schulen nutzen das Bad für ihren Unterricht, Vereine für Training und Wettkämpfe. Darüber hinaus ist die Anlage ein wichtiger Treffpunkt für den Freizeit- und Gesundheitssport.

Damit ist das Bad weit mehr als eine Sportstätte – es ist ein Stück sozialer Infrastruktur und ein wichtiger Bestandteil des Stadtteils.

Ein Verein übernimmt Verantwortung

Eine besondere Rolle spielt dabei der Schwimm- und Sport-Club Hörde 54/58 e. V. Seit 2003 betreibt der Verein das Hallenbad in eigener Verantwortung – ein Modell, das damals wie heute außergewöhnlich ist. Mit großem ehrenamtlichem Engagement, organisatorischem Know-how und viel Leidenschaft ist es gelungen, die Anlage nicht nur zu erhalten, sondern kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Heute bietet das Bad weit mehr als klassische Schwimmausbildung. Schulschwimmen, Vereins- und Wettkampfsport, Aquafitness, Tauchen, Fitnessstudio, Sauna sowie Angebote der Prävention und Physiotherapie machen die Einrichtung zu einem vielseitigen Sport- und Gesundheitszentrum für Menschen aller Altersgruppen – und das weit über den Verein hinaus.

Sanierung mit Weitblick

Trotz dieses Engagements hinterließ die Zeit auch am Hallenbad Hörde ihre Spuren. Insbesondere das zentrale 25-Meter-Becken hatte einen Zustand erreicht, der eine grundlegende Sanierung erforderlich machte. Gemeinsam mit der Stadt Dortmund, die das Projekt finanziell unterstützte, entschied sich der SSC Hörde für eine umfassende Modernisierung, um den Schul-, Vereins- und öffentlichen Badebetrieb langfristig zu sichern.

Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass zur Optimierung der Schwimmausbildung die Möglichkeit geschaffen wurde, aus den wettkampfüblichen fünf Bahnen sechs Trainingsbahnen mit verringerter Bahnenbreite zu machen.

Schon früh wurde deutlich, dass die Aufgabe weit über eine reine Beckensanierung hinausgehen würde. Die vorhandene Bausubstanz, die bestehende Sprunganlage und die besonderen räumlichen Gegebenheiten verlangten nach einer Lösung, die sowohl technisch als auch wirtschaftlich überzeugen musste.

Gemeinsam zur passenden Lösung

Mit der Planung wurde Deye Consulting aus Hatten beauftragt. Gemeinsam mit dem Technologiepartner Myrtha Pools entwickelte das Ingenieurbüro ein Sanierungskonzept, das speziell auf die Herausforderungen des Bestands zugeschnitten wurde. Ziel war es, die vorhandene Beckengeometrie zu erhalten, die Gebäudesubstanz dauerhaft zu schützen und gleichzeitig die Voraussetzungen für einen modernen, sicheren und wirtschaftlichen Betrieb zu schaffen.

Die Umsetzung übernahm Thallessa Freizeitanlagen. Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen konnte das Projekt innerhalb eines engen Zeitplans realisiert werden. Seit der Wiedereröffnung im April 2026 steht das Schwimmerbecken wieder vollständig für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Ein Projekt mit Signalwirkung

Die Sanierung des Hallenbads Hörde ist weit mehr als die Erneuerung eines Schwimmbeckens. Sie zeigt, dass der Erhalt bestehender Bäder auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen möglich ist, wenn Kommunen, Vereine und spezialisierte Planungspartner gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Gerade viele ältere Hallenbäder stehen heute vor ähnlichen Herausforderungen. Das Projekt in Dortmund macht deutlich, dass innovative Sanierungskonzepte eine wirtschaftliche Alternative zum Neubau sein können und damit neue Perspektiven für den Erhalt der Bäderlandschaft eröffnen.

Fortsetzung folgt
Im zweiten Teil unseres Projektberichts werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Sanierung. Wie konnte das bestehende Becken erhalten werden? Welche konstruktiven Herausforderungen galt es zu lösen? Und warum spielte die Beckentechnologie dabei eine entscheidende Rolle? Antworten darauf liefert die technische Geschichte dieses außergewöhnlichen Projekts.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Planer

Deye Consulting
Borchersweg 110
D - 26209 Hatten

Bauherr

SSC Hörde 54/58 e.V.

Schwimmbecken

Myrtha Pools
Via Solferino, 27
ITA-46043 Castiglione delle Stiviere

Ausführung

Thallessa Freizeitanlagen

Betreiber & Nutzer

SSC Hörde 54/58 e.V.
Eichsfeld 5
D-44265 Dortmund

Eröffnung
2026
Adresse

Hallenbad Hörde
Eichsfeld 5
D-44265 Dortmund

Fotos

SSC Hörde 54/58 e.V.
Deye Consulting
More Sports Media

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Pläne

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Wir informieren alle drei Wochen über neue und beispielhafte Projekte und Produkte. Mit Herz und Schwung und Sachverstand.

Parramatta Aquatic Centre

Something So Strong 

Parramatta Aquatic Centre

Das Parramatta Aquatic Centre (PAC) markiert einen bedeutenden Entwicklungsschritt in der langen Beziehung der autralischen Stadt Parramatta zum Wasser. Eingebettet in das rund 20 Hektar große Parkareal von Mays Hill steht der Ort für eine über 60.000 Jahre währende Nutzung durch die Burramattagal, eine Gruppe der Darug. Bereits in der frühen Kolonialzeit diente Mays Hill als Aussichtspunkt auf die entstehende Stadt. Diese historische Funktion prägt bis heute die strengen Vorgaben für die Offenheit des Geländes – und wurde zum Ausgangspunkt für einen ebenso sensiblen wie innovativen Entwurf.

Entwurf:

Andrew Burges Architects
Grimshaw

McGregor Coxall

Ring, Carving und Buffer

Die planerische Herausforderung bestand darin, ein umfangreiches Raumprogramm von über 15.000 m² zu realisieren, ohne die landschaftliche Dominanz des Parks zu beeinträchtigen. Die Antwort darauf ist ein ebenso klares wie poetisches Konzept, das sich in drei Elemente gliedert: „Ring“, „Carving“ und „Buffer“. Der markante, kreisförmige Baukörper (der Ring) umschließt die Wasserflächen und definiert die Identität des Zentrums, ohne die Durchlässigkeit der Landschaft zu verlieren. Inspiriert von Fluss- und Hafenbädern schafft er eine minimale Einfassung, die gleichzeitig schützt und verbindet.

Das zweite Prinzip, das „Carving“, beschreibt das Einschneiden der Anlage in die Topografie. Große Teile des Bauvolumens sind in den Boden eingelassen, wodurch die architektonische Präsenz reduziert und die Sichtbeziehungen über das Gelände hinweg erhalten bleiben. Ergänzt wird dies durch den „Buffer“ – einen linearen Baukörper entlang der angrenzenden Verkehrsachsen, der als akustischer und visueller Schutz fungiert und zugleich die Fitness- und Wellnessbereiche aufnimmt.

Die Planung stammt von Andrew Burges Architects, Grimshaw Architects und McGregor Coxall.

Das Herz des Parramatta Aquatic Centre 

Im Herzen der Anlage liegt das 50 Meter lange Außenbecken mit zehn Bahnen und einer Breite von rund 25,5 Metern. Mit einer Tiefe von 1,2 bis 2 Metern eignet es sich sowohl für den Leistungs- als auch für den Freizeitsport und bildet den zentralen Anziehungspunkt der Anlage. Ergänzt wird es durch ein 25 Meter langes, achtbahniges Hallenbecken, das ganzjährig genutzt werden kann. Für Schwimmanfänger steht ein separates Lehrschwimmbecken mit variabler Tiefe von 0,9 bis 1,2 Metern zur Verfügung.

Besonders familienfreundlich ist der großzügige Wasserspielbereich: Ein Indoor-Splash-Park mit flachem, strandähnlichem Einstieg (0 bis 0,4 Meter Tiefe), Rutschen und interaktiven Wasserelementen schafft sichere und spielerische Wassererlebnisse für Kinder. Ergänzt wird das Angebot durch ein separates Entspannungsbecken sowie durch Spa-, Sauna- und Dampfbäder.

Die Becken

Alle Becken wurden mit der modularen Myrtha-Technologie realisiert. Diese zeichnet sich durch präzise vorgefertigte Edelstahlmodule aus, die eine hohe Langlebigkeit, optimale Wasserqualität und reduzierte Wartung ermöglichen. Gleichzeitig sorgt die leichte Bauweise für eine effiziente Konstruktion und trägt in Verbindung mit modernen Filtersystemen zu einem deutlich geringeren Energie- und Wasserverbrauch bei.

Die Becken sind beheizbar und erfüllen sowohl sportliche als auch freizeitbezogene Anforderungen auf höchstem Niveau.

Angebot und Inklusion

Das Angebot wird durch ein umfassendes Fitness- und Wellnessprogramm ergänzt: Ein modernes, offen gestaltetes Fitnessstudio mit aktueller Ausstattung, mehrere Kursräume, Gemeinschaftsbereiche sowie ein Café mit Innen- und Außenplätzen schaffen einen vielseitigen Ort für Bewegung, Begegnung und Erholung.

Großzügige Umkleidebereiche und barrierefreie Zugänge – etwa durch Rampen in die Becken – gewährleisten eine inklusive Nutzung für alle Besuchergruppen.

Klar und sensibel

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Photovoltaikanlagen auf dem Dach liefern einen erheblichen Anteil der benötigten Energie, während natürliche Belüftungssysteme und gezielte Tageslichtführung den technischen Aufwand reduzieren. Gleichzeitig wurde die Landschaft umfassend aufgewertet: Tausende neue Bäume, Sträucher und Pflanzen stärken die Biodiversität, verbessern das Mikroklima und schaffen schattige Aufenthaltsbereiche.

So vereint das Parramatta Aquatic Centre auf eindrucksvolle Weise architektonische Klarheit, technische Innovation und landschaftliche Sensibilität. Es ist ein offener, einladender Ort für Sport, Freizeit und Gemeinschaft – und ein beispielhaftes Modell dafür, wie sich große öffentliche Infrastrukturen harmonisch in gewachsene Kulturlandschaften integrieren lassen.

Auszeichnungen

2025 IOC IAKS Architekturpreis
Vom Internationalen Olympischen Komitee und der IAKS für herausragende Leistungen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Innovation bei Sportanlagen ausgezeichnet.
 
2025 International Architecture Award (Landschaftsarchitektur)
Vom Chicago Athenaeum für die harmonische Einbindung der Anlage in die natürliche Landschaft verliehen.
 
2024 Sulman-Medaille für öffentliche Architektur (NSW)
Höchste Auszeichnung für öffentliche Architektur in New South Wales vom Australian Institute of Architects.
 
2024 Walter Burley Griffin Award für Städtebau
Höchste nationale AIA-Auszeichnung für Städtebau.
 
2024 Nationaler Preis für öffentliche Architektur
Australian Institute of Architects.
 
2024 World Architecture Festival
Bestes fertiggestelltes Gebäude im Bereich Sport.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Bauherr

Sadt Parramatta

Schwimmbecken
Myrtha Pools
Adresse

Parramatta Aquatic Centre (The PAC)
7A Park Parade, Parramatta NSW 2150, Australien

Eröffnung
2023
Fotos

Peter Bennetts

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Videos

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Wir informieren alle drei Wochen über neue und beispielhafte Projekte und Produkte. Mit Herz und Schwung und Sachverstand.

Freibad Biberach

Freibad Biberach

Alive and kicking

Ein Freibad mit Geschichte – und Zukunft: Im Freibad Biberach trifft die klare Formensprache der 1960er-Jahre auf ein konsequent nachhaltiges Konzept. Holzarchitektur, kurze Wege und eine nahezu autarke Energieversorgung machen das neue Kombibad zu einem Vorzeigeprojekt für modernen Bäderbau.

Entwurf:

asp Architekten GmbH

Tradition und Moderne

 

Seit mehr als 70 Jahren ist das Freibad ein fester Bestandteil des städtischen Lebens in Biberach an der Riß. Der im Sommer 2025 eröffnete Ersatzneubau greift die charakteristischen Elemente der Anlage aus den 1960er-Jahren auf und übersetzt sie in eine moderne, ressourcenschonende Architektur. Gleichzeitig wurde das Freibad räumlich und funktional näher an das bestehende Hallenbad herangerückt – mit dem Ziel (und dem Ergebnis), ein leistungsfähiges Kombibad zu schaffen, das ganzjährig genutzt werden kann.

Prägend für den Entwurf ist eine klare, lineare Struktur: Ein Säulengang fungiert als zentrale Erschließungsachse, an die sämtliche Funktionen angebunden sind. Diese Ordnung sorgt für kurze Wege, intuitive Orientierung und eine effiziente Flächennutzung. Bereits der neu gestaltete Eingangsbereich setzt ein starkes Zeichen: Ein begrünter Vorplatz mit Sitzmöglichkeiten, Fahrradstellplätzen und sorgfältiger Bepflanzung verbessert das Mikroklima und steigert die Aufenthaltsqualität deutlich.

Der Entwurf stammt von asp Architekten.

Pavillon

Architektonisches Herzstück der Anlage ist ein langgestreckter Holzpavillon, der sämtliche zentralen Funktionen unter einem Dach vereint. Der Bau setzt konsequent auf regionale Materialien: Lärche prägt Fassaden und Trennwände, während Douglasie für die tragende Struktur verwendet wurde.

Ergänzt wird das Ensemble durch Aktivitäts- und Aufenthaltszone entlang der Hauptachse. Schattige Sitzbereiche mit Blick auf die Becken und die großzügigen Liegewiesen bieten Raum für Gastronomie, Erholung und Bewegung – eingebettet in einen gewachsenen Baumbestand, der die Anlage harmonisch in die Landschaft integriert.

Becken

Auch im Badebereich zeigt sich das Freibad Biberach als Verbindung von Tradition und Moderne: Die neue, kompakte, rechteckige Beckenanordnung nimmt Bezug auf die historische Gestaltung. Das 887 m² große Freizeitbecken und das 363 m² große Schwimmerbecken mit fünf 25-Meter-Bahnen bieten ideale Bedingungen für unterschiedliche Nutzergruppen.

Ein markanter Blickfang ist die rund 70 Meter lange, knallorange Racerrutsche mit drei Bahnen und digitaler Zeitmessung, ergänzt durch weitere Attraktionen wie eine Wellenrutsche und einen Wasserstrudel. Für Familien steht zudem ein eigener Kleinkindbereich zur Verfügung.

Anbindung

Das Nutzungskonzept geht jedoch über das Freibad hinaus: Durch die direkte Anbindung an das Hallensportbad entsteht eine vielseitige Bäderlandschaft.

Während der Freibadsaison können Besucher zusätzlich den Sprungbereich mit 1-, 3- und 5-Meter-Anlagen nutzen – ein klarer Mehrwert für sportlich ambitionierte Gäste.

Energie

Ein besonderer Fokus lag auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Die nahezu autarke Energieversorgung des Freibades Biberach basiert auf einer Photovoltaik-Freiflächenanlage mit rund 160 kWp Leistung, die im Sommer einen Großteil des Strombedarfs deckt und im Winter das Hallenbad unterstützt.

Solarabsorber auf den Dachflächen sorgen für die Beckenwassererwärmung, während aufbereitetes Brunnenwasser den Betrieb ergänzt. Mit der Integration einer Retentionsmulde wurde zudem eine wirksame Maßnahme zur Klimaanpassung umgesetzt.

Begegnung

Abgerundet wird das Angebot durch vielfältige Freizeit- und Serviceeinrichtungen: großzügige Liegewiesen, Spiel- und Sportflächen, Gastronomieangebote sowie ein beheizter Aufenthaltsbereich im Holzbau erhöhen den Komfort deutlich.

Das Freibad Biberach zeigt, wie aus einem Ort mit Geschichte eine zukunftsfähige Sport- und Freizeitarchitektur entsteht – klar strukturiert, nachhaltig gedacht und konsequent auf die Bedürfnisse der Nutzer ausgerichtet. Ein durchdacht gestalteter Ort der Bewegung, Begegnung und Erholung.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Planer

asp Architekten GmbH
Talstraße 41
D - 70188 Stuttgart

Bauherr

Stadtwerke Biberach GmbH

Elektroarbeiten

Elektro Rehm GmbH
Buchauer Straße 22
D - 88422 Oggelshausen 

Adresse

Freibad Biberach
Memminger Str. 71
D - 88400 Biberach an der Riß

Eröffnung
2025
Fotos

Zooey Braun
Römerstrasse 51
D - 70180 Stuttgart

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Pläne

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Wir informieren alle drei Wochen über neue und beispielhafte Projekte und Produkte. Mit Herz und Schwung und Sachverstand.

Sportbad am Rabet

Sportbad am Rabet

Schlicht und edel

Leipzigs neues Highlight für Schwimmsport und Architektur. Modularer Sichtbeton trifft auf maximale Nachhaltigkeit. Das neue Sportbad am Rabet bringt frischen Wind in den Osten der Stadt.

Entwurf:

GMP

Neue Infrastruktur

 

Leipzig verfügt seit dem Spätsommer 2025 über eine wunderbare neue Infrastruktur: das Sportbad am Rabet. Der modulare Neubau, entworfen von Gerkan, Marg und Partner (gmp), wurde nach Passivhausstandard realisiert. Er stellt dringend benötigte Wasserflächen für Schulen, Vereine und den Breitensport bereit und integriert sich bestens ins Stadtbild.

Das Bad befindet sich auf dem zentral gelegenen Otto-Runki-Platz und verbindet den städtischen Verkehrsraum mit dem angrenzenden und namensgebenden Stadtteilpark Rabet. Der kubische Baukörper mit seinen Einschnitten schließt den bestehenden Blockrand im Norden ab und führt die städtebauliche Struktur fort.

Im Südosten öffnet sich ein begrünter Vorplatz, der Teile des Baumbestands integriert und in den Park übergeht. Dies schafft einen neuen Anlaufpunkt im Quartier.

Glas und Sichtbeton

Die Konstruktion des Sportbads basiert auf einer modularen Bauweise. Sichtbetonelemente mit integrierter Dämmung wurden im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert.

Diese effiziente Methode trug zur Minimierung von Lärm und Emissionen während der Bauphase bei und ermöglichte den strukturierten Baukörper.

Die Fassade kombiniert hellen Sichtbeton mit einem gläsernen Sockel. Die umlaufende Verglasung lässt Tageslicht in den Innenraum, ermöglicht Ein- und Ausblicke und verbindet das Gebäude mit dem urbanen Kontext.

Auch im Inneren prägen Glas und Sichtbeton das Erscheinungsbild. Hohe Decken prägen die beiden Schwimmbereiche: ein 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen, ein Lehrschwimmbecken sowie ein Kinderschwimmbecken.

Zenitlichter leiten zusätzliches Tageslicht auf die Wasserflächen.

Passivhausstandard

Nachhaltigkeit war ein wesentlicher Aspekt der Planung. Das Sportbad Rabet wurde nach Passivhausstandard gebaut und verfügt über ein extensiv begrüntes Retentionsdach mit Insektenwiese. Dieses kompensiert entfallene Grünflächen, fördert die natürliche Versickerung und gibt Regenwasser zeitverzögert ab.

Solarthermie- und Photovoltaikanlagen sowie eine Anlage zur Wasseraufbereitung für die Wiederverwendung des Beckenwassers sind ebenfalls integriert. Unterirdisch verbaute Rigolen speichern Regenwasser vor Ort und unterstützen die städtischen Klimaziele sowie eine wassersensible Stadtentwicklung.

20 Millionen Euro

Mit einer Investition von rund 20 Millionen Euro haben die Stadt und die Leipziger Sportbäder dieses Projekt realisiert. Das Sportbad am Rabet ergänzt die Schwimmsport-Infrastruktur Leipzigs und entlastet bestehende Bäder. Es schafft wichtige Wasserflächen für die Schwimmausbildung und einen neuen sozialen Treffpunkt.

Neben den Wasserflächen bietet es 100 Zuschauerplätze für Wettkämpfe, eine behindertengerechte Ausstattung inklusive Poollift und Wechselrollstühlen, einen Athletikraum und Meetingräume für Vereine.

Vielseitig und gelungen.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Planer

gmp · Architekten von Gerkan Marg und Partner

Meinhard von Gerkan, Stephan Schütz,Tobias Keyl, Dinah Borjans, David Ferreiro Centeno, Bojan Kocevski, Thilo Zehme, Zeng Yahan, Zhang Tianshuo, Miryam Aykurt, Eva Chan, Christian Dorndorf, Regina Geier, Moritz Grabmayr, Jessica Neumann, Martin Muc, Abdurrahim Sariyildiz, Viktoria Schock, Michael Scholz, Philip Stillke, Zhang Tianshuo

Bauherr

Sportbäder Leipzig GmbH, Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH (KWL)

Adresse

Sportbad am Rabet
Otto-Runki-Platz 1
D - 04315 Leipzig

Eröffnung
2025
Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Pläne

Videos

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Wir informieren alle drei Wochen über neue und beispielhafte Projekte und Produkte. Mit Herz und Schwung und Sachverstand.

Stadtteilbad Huchenfeld

Stadtteilbad Huchenfeld

Eins für alle

Einmal hin, alles drin:

Das neue Stadtteilbad Huchenfeld überzeugt mit klarer Formensprache, Transparenz, Nachhaltigkeit und Familienfreundlichkeit – nicht nur in Pforzheim.

Entwurf:

bauatelier

Situation

 

Pforzheim, eine Großstadt mit rund 135.000 Einwohnern am Nordrand des Schwarzwalds, ist ein wichtiges Wirtschafts-, Bildungs- und Wohnzentrum in Baden-Württemberg. Die Stadt legt großen Wert auf eine moderne Infrastruktur, und dazu gehört auch die Entwicklung und Verbesserung der städtischen Bäderlandschaft. Das Stadtteilbad Huchenfeld ist das jüngste Beispiel dieser Haltung.

Das Vorgängerbad am selben Standort wurde Ende 2018 aufgrund seines nicht mehr zeitgemäßen Zustands geschlossen. Dank einer Förderung von 4 Millionen Euro durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur (SKJ)“ konnte das Neubauprojekt in Angriff genommen werden.

Die Architektur des Bades ist von Helligkeit, Freundlichkeit und Transparenz geprägt. Der nördliche Funktionsbereich ist eher geschlossen gehalten, während die Badehallen allseitig transparent gestaltet sind. Schon das Foyer bietet Einblicke in die große Badehalle. Ein durchgehendes Oberlicht im Norden sorgt für die optimale Belichtung der beiden Badehallen: die große mit 25 Meter-Becken, die kleinere für die Kleineren.

Architekt und Generalplaner waren bauatelier, freie Architekten Haas und Hiesch aus Stuttgart.

Solitär

Der Neubau fügt sich als Solitär in das vorhandene Schulareal ein. Neue Wegeverbindungen im Norden und Süden schließen an vorhandene Erschließungsstrukturen im Schulgelände an und führen zum neuen Haupteingang im Westen, der schon von Weitem gut erkennbar ist. Ein separater Personal-Eingang erschließt das Gebäude von den ebenfalls neuen Parkplätzen im Osten des Gebäudes.

Ein großzügiger Vorplatz von Bad und Sporthalle markiert den Eingangsbereich. Große Bestandsbäume wurden weitestgehend erhalten, Neupflanzungen erfolgten im südlichen Bereich.

Große Halle

Das Raumprogramm umfasst im Wesentlichen eine Badehalle mit einem 25 Meter-Becken und eine Kinderbadehalle.

Die große Badehalle verfügt über ein wettkampfgeeignetes 25m x 12,50m Variobecken mit fünf Schwimmbahnen, Startblöcken, LED-Unterwasserscheinwerfern, Massagedüsen und Sportausstattung.

Das Becken ist als Wettkampfstätte in der Kategorie D des DSV (Deutscher Schwimm-Verband) zertifiziert, ausgelegt ist es sowohl für den Schul- als auch den Vereinssport.

Kinderbadehalle

Die separate Kinderbadehalle enthält Angebote für Kleinkinder und Familien mit zusätzlichen Sitz-und Liegebereichen. Das amorph gestaltete, akzentuiert farbenfrohe Kinderbecken bietet acht Wasserattraktionen, wie den kleinen Wasserigel, einen Wasserkelch, einen Wasserpilz, eine Krabbe und eine Kleinkindrutsche. Die Wasserflächen sind zwischen 0-und 45cm tief.

Zugeordnete Sitzbänke unter runden Akustiksegeln und Liegebereiche ergeben einen für Kinder und Familien abgeschirmten eigenen Aufenthalts- und Wasserspielbereich. Ein eigener kindgerechter Sanitärbereich ist rückwärtig angordnet.

Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit

Nachhaltigkeit spielt im neuen Stadtteilbad Huchenfeld eine zentrale Rolle. Das Ziel eines in allen Belangen energetisch optimiertes Gebäude erreichen die Planer von bauatelier durch eine Kombination aus baulichen, ressourcenschonenden Konstruktionen und technischen Maßnahmen. Dau gehören der verstärkte Einsatz von Holz, Recyclingbeton, dicken Dämmschichten und einer dreifachen Wärmeschutzverglasung.

Das Bad setzt auf effiziente Wärmerückgewinnungssysteme, eine Temperierung durch Erdwärme und Erdkanäle sowie eine Photovoltaik-Anlage und extensive Dachbegrünung.

Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die durchgängige Barrierefreiheit, die vom Außenraum bis ins Bad und ins Becken gewährleistet ist.

Die Transparenz der Badehallenbereiche und des Foyers schafft eine Verbindung zur Umgebung und lässt viel Tageslicht ins Innere, was das Wohlbefinden der Badegäste grundsätzlich fördert.

Alles da, für alle da

Das Stadtteilbad Huchenfeld ist ein modernes und vielseitiges Schul- und Vereinsschwimmbad, das Wettkampfstätte, Erholung und Badespaß für die ganze Familie vereint.

Mit einer Gesamtfläche von 2.674 m²n Bruttogeschossfläche, einer Gesamtwasserfläche von 356 m²n und ungefähr 50.000 erwarteten Badegästen im Jahr wurde hier ein neuer Ort der Erholung und Begegnung, des Wettkampfs und des Vergnügens geschaffen.

Ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie moderne Architektur, nachhaltige Bauweise und soziale Funktion einen wertvollen Beitrag zur Lebensqualität einer Stadt leisten.

Projektdaten

(Links sind unterstrichen)

Planer

bauatelier freie Architekten
Haas und Hiesch
Köllestr. 66
D - 70193 Stuttgart

Gerold Haas, Ute Hiesch, John Skinner, Dániel Bakos, Cristina Scuderi, Anna Litschkovskij, Dániel Bakos

Bauherr

Stadt Pforzheim
Eigenbetrieb Pforzheimer Verkehrs-und Bäderbetriebe – EPVB
Heinrich-Witzenmann-Straße 13
D - 75179 Pforzheim

Eröffnung
2025
Adresse

Stadtteilbad Huchenfeld
Am Heerweg 24
D - 75181 Pforzheim

Fotos

Christoph Valentien, Stuttgart
bauatelier

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Pläne

  1. Haupteingang
  2. Windfang
  3. Foyer
  4. Kasse
  5. Wartebereich
  6. Backoffice
  7. Wert-und Helmfächer
  8. Stiefelgang
  9. Frisier- und Fönbereich
  10. Kinderwagen
  11. Wechselkabinen und Garderobenschränke
  12. Barfußgang
  13. Gruppenumkleiden
  14. Umkleide barrierefrei
  15. Dusche/WC barrierefrei
  16. Duschen Damen
  17. WC Damen
  18. Duschen Herren
  19. WC Herren
  20. Badeaufsicht / Schwimmmeister und Erste Hilfe
  21. Lager
  22. Personal- Aufenthalt
  23. WC/Dusche Kinder, barrierefrei
  24. Badehalle
  25. Variobecken 25m
  26. Hubboden, Nichtschwimmerbereich
  27. Wärmebank
  28. Kinder-Badehalle
  29. Babybecken
  30. Kleinkindbecken
  31. Personal Eingang
  32. Personalumkleide, barrierefrei
  33. Anlieferung, Aufzug
  34. Müll
  35. Fahrräder

Videos

Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Wir informieren alle drei Wochen über neue und beispielhafte Projekte und Produkte. Mit Herz und Schwung und Sachverstand.

Schwimmen in der Seine

Baignade en Seine de Grenelle in Paris

Schwimmen in der Seine

 

Mater Studio

Nach über einem Jahrhundert des Verbots ist das Schwimmen in der Seine seit dem Sommer 2025 wieder möglich. Was als visionäres Projekt für die Olympischen Spiele 2024 begann, hat sich zu einer dauerhaften Bereicherung für die Pariser entwickelt. Ein schönes Beispiel dafür ist der Badeplatz Grenelle.

Von Mater Studio.

Abstinenz

Seit 1923 war das Schwimmen in der Seine verboten. Die Verschmutzung durch Industrieabwässer und unzureichende Kanalisation hatte das Wasser des berühmtesten Flusses Frankreichs zu einer Gefahr für die Gesundheit werden lassen. Das Baden in der Seine schien für immer verloren.

Die Olympischen Spiele 2024 in Paris haben viel verändert, hier wurden sie zum Katalysator einer historischen Wende. Mit Investitionen von 1,28 Milliarden Euro wurde die Seine aufwendig saniert. Neue Kläranlagen, modernste Abwassersysteme und innovative Reinigungstechnologien sollten den Fluss wieder zum Leben erwecken. Doch trotz dieser enormen Anstrengungen blieb die Wasserqualität während der Spiele ein kritisches Thema (und bleibt es bis heute): Starke Regenfälle führten wiederholt zu erhöhten Bakterienwerten, die einzelne Wettkämpfe gefährdeten.

Ein bedeutendes postolympisches Erbe ist daher die Einweihung des Badeplatzes in Grenelle (15. Arrondissement) am 5. Juli 2025 als Symbol für die Rückkehr der Seine als lebendiger und nutzbarer Teil des Pariser Alltags.

Die Planung stammt von Mater Studio.

Technik

Die Herausforderungen an das Projekt "Baignade en Seine de Grenelle" waren durchaus beachtlich, denn es ging um den Bau einer vollständig demontierbaren, schwimmenden Badeanstalt für 300 Personen, die sich den ständig wechselnden Wasserständen der Seine anpassen muss. Das Ergebnis ist ein 950 m² großer, 60 Meter langer Schwimmbereich mit einer 415 m² großen schwimmenden Plattform und 480 m² Landanlagen.

Wesentliche Eckpfeiler der Konstruktion sind:

  • Mobile Konstruktion: Das gesamte System gleitet an vertikalen Schienen, die mit unsichtbaren Betonblöcken am Quai verankert sind.
  • Adaptive Zugänge: Zwei 25 Meter lange Schwenkstege passen sich kontinuierlich dem Wasserstand an und gewährleisten barrierefreien Zugang.
  • Stabilität: Die Struktur kann ohne Verformungsrisiko von 300 Menschen genutzt werden.
  • Notfallbereitschaft: Bei Hochwassergefahr kann die gesamte Anlage binnen 48 Stunden demontiert werden.

Gestaltung

Trotz der technischen Komplexität ist der gestalterische Wille deutlich erkennbar. Die gelben Geländer und Metallarbeiten wurden von den Art-Déco-Formen der 1920er Jahre inspiriert – also von jener Epoche, in der Paris seine ersten öffentlichen Schwimmbäder als architektonische Meisterwerke feierte. Die Farbgebung in Gelb und Blau evoziert bewusst Freizeit, Urlaub und Sommer.

Gelungen ist auch die Integration in die Umgebung: Obwohl am Fuße des Eiffelturms gelegen, konkurriert der diskret unter Platanen und Linden eingebettete Badeplatz Grenelle nicht mit der historischen Kulisse, sondern schafft eine neue Perspektive vom Fluss aus.

Gelungen ist auch der Umgang mit Materialien und Bauweisen:

  • Wiederverwendung: Die genutzten Schiffscontainer haben bereits mehrfach die Welt umrundet.
  • Natürliche Materialien: Robinienholz, das einzige europäische Hartholz, das ohne chemische Behandlung natürlich feuchtigkeitsresistent ist.
  • Modulare Bauweise: Wie ein riesiges Meccano-System ermöglicht die nummerierte Präzisionskonstruktion schnelle Montage und Demontage.

Regen

Die Badestelle Grenelle ist eine von drei kostenlosen Badestellen, die den Parisern seit dem Sommer 2025 wieder zur Verfügung stehen.

Rettungsschwimmer überwachen die Badestellen und führen regelmäßige Sicherheitskontrollen durch. Das Problem bleibt die Wasserqualität der Seine, und die ist „variabel“, weil sie sehr vom Wetter abhängt. Starke Regenfälle führen dazu, dass Abwasser und Oberflächenabfluss in den Fluss gelangen, wodurch die Bakterienwerte steigen. Daher werden täglich Kontrollen durchgeführt, und das Schwimmen kann bei Regen ausgesetzt werden, was durchaus vorkommt.

Insgesamt ist die Badestelle Grenelle trotz dieser Probleme ein sehr schönes Beispiel dafür, wie Städte ihre natürlichen Ressourcen zurückgewinnen und für die Zukunft gestalten können, auch im Hinblick auf den Klimawandel.

Projektdaten

Planer

Mater Studio
Charles Freudiger, Léa Matray

Bauherr

Ville de Paris
Direction de la Jeunesse et des Sports

Adresse

Baignade en Seine de Grenelle
Port de Grenelle
75015
F - Paris

Eröffnung

2025

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Pläne

[dica_divi_carousel item_width_tablet="100%" item_width_phone="100%" item_width_last_edited="on|phone" show_items_desktop="1" show_items_tablet="1" multislide="on" transition_duration="1000" loop="on" autoplay="on" hoverpause="on" autoplay_speed="3500" arrow_nav="on" item_spacing="10" item_vertical_align="flex-start" advanced_effect="1" arrow_nav_color="#5E5C4D" arrow_bg_color="#FFFFFF" dots_color="#FAF4E4" dots_active_color="#5E5C4D" overlay_color_field_bgcolor="rgba(255,255,255,0.85)" carousel_container_margin="||50px||false|false" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" title_font="Roboto Condensed||||||||" body_font="Roboto Condensed||||||||" width="90%" width_tablet="100%" width_phone="100%" width_last_edited="on|tablet" custom_margin="|50px||30px|false|false" custom_margin_tablet="|50px||30px|false|false" custom_margin_phone="|0px|0px|0px|false|false" custom_margin_last_edited="on|phone" custom_padding_tablet="" custom_padding_phone="||0px||false|false" custom_padding_last_edited="on|phone" global_colors_info="{}"][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/09/1400px_Site-plan.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/09/1400px_Structure-of-floating-deck-and-pergola.png" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/09/1400px_Cantilevered-access-platform-and-guardrails.png" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/09/1400px_Diagram-of-walkway-articulation.png" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/09/1400px_Flood-adaptation-diagram.png" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][/dica_divi_carousel]

Videos

Unser Newsletter

Ihre Bühne

Publizieren Sie Ihr Projekt oder Ihr Produkt hier!

Hallenbad Neutraubling

Das Hallenbad Neutraubling

Und alle sind glücklich

4a Architekten

Das Hallenbad Neutraubling besticht durch seinen klaren Grundriss und seine so durchdachte wie farbenfrohe Ausgestaltung. Alle drei Aktivbereiche sind gleichberechtigt – und haben miteinander zu tun.

Spagat

Manche Schwimmbäder sind für Kinder und Familien attraktiv, manche für den Vereinssport, und manche konzentrieren sich sehr oder zu wenig auf Sauna und Erholung.

Das im Januar 2025 eröffnete Hallenbad Neutraubling schafft den Spagat und macht alle glücklich: mit einer sehr klaren Zonierung und Formensprache, mit einem Sportschwimmbecken und einem Freizeitbecken inklusive Kleinkindbereich – und einem Wellnessbereich im Zentrum der Anlage.

Die Planung stammt von 4a Architekten.

Neutraubling

Neutraubling ist eine industriell geprägte Stadt mit 14.000 Einwohnern in der Oberpfalz, zehn km östlich von Regensburg und nahe der Donau. Hier steht nun das Hallenbad Neutraubling mit einem sehr organisierten Baukörper, der durchaus Bewegung in die Grundrissgestaltung unserer Hallenbäder bringen kann.

Ein großzügiger Vorplatz markiert den Eingangsbereich. Eingang, Foyer und Umkleiden sind im parallel zur Straße verlaufende, flacheren Umkleideriegel organisiert, die höhere und weitläufige Badehalle mit Sport-, Freizeit- und Wellnessbereichen sowie Gastronomie öffnet sich großzügig nach Süden und Südosten zum Außenraum.

Wellness

Im Zentrum des Hallenbades Neutraubling liegt die Wellnesszone. Sie vermittelt selbstbewusst zwischen Sport- und Freizeitbereich (oder trennt beide Bereiche), anstatt in abgetrennten Ecken oder Untergeschossen versteckt zu werden. Hier befinden sich ein Dampfbad, eine Textil-Biosauna, Erlebnisduschen sowie Ruhebereiche – Rückzugsorte für Erholungssuchende sind also auch im Zentrum der Badehalle möglich.

Großzügige Verglasungen in den Übergangsbereichen bewahren das offene Raumgefühl der Badehalle und sorgen für Transparenz und Orientierung.

Familie

Der Familienbereich bietet ein vielseitig nutzbares Freizeitbecken mit Wasserattraktionen wie Sprudelliegen und Massagedüsen. Mit seinen breiten Einstiegstreppen dient es zugleich als Lehrschwimmbecken. Ein separates Planschbecken mit Elefantenrutsche ergänzt das Angebot für Kleinkinder.

Die Gastronomie im Hallenbad Neutraubling ist sowohl vom Innenraum des Bades als auch vom Kassenbereich aus zugänglich. Eine vorgelagerte Terrasse erweitert in den Sommermonaten den Innenraum ins Freie und dient zugleich als Liegewiese.

Sport

Der Sportbereich des Hallenbades Neutraubling umfasst ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, eine Ein-Meter-Sprungplattform und Startblöcke. Es steht sowohl für den Schul- und Vereinssport als auch für sportlich ambitionierte Schwimmerinnen und Schwimmer zur Verfügung.

Ein separater Zugang mit eigenen Sammelumkleiden, Föhnplätzen und Vereinsräumen ermöglichen einen reibungslosen Ablauf im Trainingsbetrieb.

Gleichberechtigung

Die kompakte Gebäudeform und das ausgewogene Verhältnis von verglasten zu geschlossenen Flächen in der Badehalle gewährleisten einen energieeffizienten und wirtschaftlichen Betrieb. Im Innenraum schaffen naturbelassene und robuste Materialien eine angenehme und lebendige Atmosphäre.

Die Gebäudehülle ist hochwärmegedämmt. Runde Oberlichter über den Schwimmbecken ermöglichen eine natürliche Belichtung und unterstützen die sommerliche Lüftung.

Das Hallenbad Neutraubling besticht durch seinen klaren Grundriss und seine so durchdachte wie farbenfrohe Ausgestaltung. Alle drei Aktivbereiche sind gleichberechtigt – und haben miteinander zu tun.

Ein sehr schönes Bad.

Projektdaten

Planer

4a Architekten
Hallstraße 25
D - 70376 Stuttgart

Martina Pfeiffer, Axel Hohensteiner, Zachary Kimberling, Alena Zgorskaya, Matthias Zwicker

Bauherr

Stadt Neutraubling

Eröffnung

2025

Adresse

Haidauer Straße 1
D - 93073 Neutraubling

Fotos

Uwe Ditz - Photography

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Pläne

Video

Adelindis Therme

Erweiterung der Adelindis Therme in Bad Buchau

Durchdacht

 

Gutjahr

Die Adelindis Therme in Bad Buchau wurde um einen modernen Wellnessbereich mit Dachterrasse, Sauna, Pool und großzügigem Eingangsbereich erweitert. Für die sichere und langlebige Verlegung der Beläge kam ein durchdachtes Komplettsystem von Ardex, Gutjahr und der Reiser GmbH zum Einsatz.

Erweiterung

Die Adelindis Therme in Bad Buchau am Federsee bietet ihren Gästen auf rund 14.000 m² ein vielseitiges Angebot an Thermal- und Saunalandschaften. Acht unterschiedlich temperierte Becken mit Sprudelliegen, Massagedüsen und weiteren Wellness-Elementen laden zur Erholung ein. Gemeinsam mit Klinikbetrieben und einem Thermenhotel bildet sie das Gesundheitszentrum Federsee. Für ihr hochwertiges Angebot wurde die Therme bereits mehrfach ausgezeichnet.

Um zusätzlichen Raum für Wellness und Besucherkomfort zu schaffen, ließ der Betreiber – die Moor-Heilbad Buchau gGmbH – einen großzügigen Erweiterungsbau realisieren. Neben einem neuen Thermalbecken entstanden ein barrierefreier Eingangsbereich mit Bezug zur Federseelandschaft, moderne Kassen- und Umkleidezonen, Ruhebereiche, ein Bistro sowie eine Dachterrasse mit Sauna, Pool und Garten.

Mit der Verlegung der rund 3.500 m² Bodenfläche in den drei Etagen des Neubaus wurde die Reiser GmbH aus Bad Saulgau beauftragt. Die Planung und Ausführung der technisch anspruchsvollen Belags- und Entwässerungslösungen erfolgte in enger Abstimmung mit den Systempartnern Ardex und Gutjahr.

Abdichtung

Im Rahmen der jüngsten Erweiterung der Adelindis Therme entstand auch ein repräsentativer Eingangs- und Kassenbereich, der gestalterisch wie funktional hohe Anforderungen erfüllt. Großformatige Fliesen in Natursteinoptik sorgen für ein hochwertiges Erscheinungsbild und schaffen eine warme, einladende Atmosphäre im Anbau. Die Abdichtungen und Klebemittel stammen von ARDEX.

Für eine dauerhaft dichte Basis wurde der Untergrund mit einer selbstverlaufenden Abdichtung (ARDEX S 8 FLOW) vorbereitet. Die Verlegung der Fliesen erfolgte mit sogenannten Flexklebern (ARDEX X 78 und ARDEX X 90) – ausgelegt auf das sichere Verarbeiten großformatiger Beläge. Ein schnell erhärtender Flex-Fugenmörtel (ARDEX G 9 S FLEX 2-15) kam für gleichmäßig geschlossene Fugen zwischen zwei und 15 mm Breite zum Einsatz.

Ein architektonisches Highlight stellt die rund 30 Meter lange und vier Meter hohe Wand im Eingangsbereich dar, deren Verkleidung mit Holzelementen durch Tageslicht besonders wirkungsvoll inszeniert wird.

Anspruchsvoll war die Umsetzung der Umkleidebereiche, in denen zahlreiche punktuelle Einschnitte für 30 bis 40 cm hohe Sockelkörper vorgesehen waren. Diese dienen als statische Basis für die Umkleideschränke und erforderten eine sichere Entkopplungslösung, um spätere Rissbildungen im Estrich zu vermeiden. Zum Einsatz kam eine leistungsfähige, für die Verlegung großformatiger Fliesen geeignete Verbundentkopplungsmatte (IndorTec VA FLEXBONE-VA) von GUTJAHR, die Bewegungen aus dem Untergrund zuverlässig aufnimmt. In Kombination mit einer abgestimmten Verbundabdichtung entstand eine technisch durchdachte Gesamtlösung, die sowohl die gestalterischen als auch die funktionalen Anforderungen erfüllt.

Dachterrasse

Auf der Dachterrasse mit Sauna, Pool und Dachgarten waren besonders durchdachte technische Lösungen gefragt. Hier konnte GUTJAHR sein Komplettspektrum für den Außenbereich einbringen, sowohl im Hinblick auf die Entwässerung als auch auf die Nutzungssicherheit bei allen Witterungsbedingungen. So wurde im Außenbereich der Sauna eine beheizbare Bodenfläche realisiert, um Eisbildung im Winter zu vermeiden und den Gästen jederzeit trittsichere Wege zu bieten.

Die Ausführung erfolgte mit einer Warmwasser-Fußbodenheizung, deren Rohrsystem in einem etwa 20 cm starken, wasserdurchlässigen Drainmörtel eingebettet wurde. Für eine zuverlässige Entwässerung sorgt ein zweistufiges System: Die Oberflächenentwässerung erfolgt über schmale Schlitzrinnen (AquaDrain SR) und ein flexibles Drainrost-System (AquaDrain FLEX). Die zweite Entwässerungsebene übernimmt eine spezielle Flächendrainage, die unterhalb des Drainmörtels angeordnet wurde. Diese Drainagematte wurde gezielt für den Einsatz unter keramischen Außenbelägen auf Drainmörtel entwickelt und zeichnet sich durch ihre kapillarpassive Bauweise aus. Sie verhindert effektiv das Wiederaufsteigen von Stauwasser in die Belagskonstruktion – ein zentraler Aspekt zur Vermeidung von Frostschäden und Ausblühungen.

Durch das Aufstelzen des Belags über die offene Drainstruktur entstehen großzügige Drainkanäle, in denen Wasser schnell und sicher abfließen kann. Die verlegten keramischen Oberflächen in Holz- und Natursteinoptik bieten sowohl gestalterische Vielfalt als auch hohe Funktionalität. Gleichzeitig wurden barrierefreie Übergänge regelkonform mit einer Drainrostlösung ausgeführt, die das anfallende Wasser rückstaufrei in das darunterliegende Drainagesystem ableitet.

Die Kombination aus wasserdurchlässigem Aufbau, unterschiedlichen Gefällesituationen, integrierter Fußbodenheizung und dem Einbau von Betonfertigteilen war durchaus eine technische Herausforderung. Der gewählte Systemaufbau erfüllt jedoch alle Anforderungen an Langlebigkeit, Entwässerungsleistung und Frostsicherheit.

Fazit

Sämtliche Arbeiten wurden planmäßig und zeitunkritisch abgeschlossen. Über den gesamten Projektzeitraum hinweg wurde die bauliche Umsetzung trotz komplexer technischer Anforderungen durch eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Firmen effizient koordiniert.

Mit der erweiterten Adelindis Therme ist eine moderne Wellnessanlage entstanden, die technische Präzision mit architektonischer Qualität verbindet. Die sorgfältig abgestimmten Komplettsysteme für Abdichtung, Entkopplung und Entwässerung ermöglichen dauerhaft belastbare Beläge – sichtbar zurückhaltend, funktional überzeugend. Besucher erleben eine entspannte Wohlfühlatmosphäre, während im Hintergrund ein durchdachter Bodenaufbau für Sicherheit, Barrierefreiheit und Komfort sorgt.

Die Gestaltung greift regionale Bezüge auf und fügt sich harmonisch in das landschaftlich geprägte Umfeld des Federseemoors ein. So verbindet das Projekt zukunftsorientierte Technik mit ortsbezogener Architektur, und schafft eine Anlage, die auf lange Sicht funktioniert und inspiriert.

Projektdaten

Planer

Robert Haller
Pater-Mohr-Strasse 24
88427 Bad Schussenried

Bauherr

Moor-Heilbad Buchau GmbH

Fliesenarbeiten

Reiser GmbH
Gewerbegebiet Hochbergerstraße
Mackstr. 8
D - 88348 Bad Saulgau

Spezialbaustoffe

ARDEX GmbH
Friedrich-Ebert-Straße 45
D - 58453 Witten-Annen

Entwässerung
GUTJAHR Systemtechnik GmbH
Philipp-Reis-Str. 5-7
D - 64404 Bickenbach
Eröffnung

2022

Adresse

Adelindis Therme Bad Buchau
Thermenweg 2
D - 88422 Bad Buchau

Fotos

© Adelindis Therme
© GUTJAHR Systemtechnik GmbH

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Videos

Unser Newsletter

Ihre Bühne

Publizieren Sie Ihr Projekt oder Ihr Produkt hier!

Wunnebad

Das Wunnebad Winnenden

When all's well

 

Behnisch Architekten

Viele Städte und Kommunen geben ihre Schwimmbäder aufgrund zu hoher Betriebskosten oder eines scheinbar unbezwingbaren Sanierungsstaus auf. Die Stadt Winnenden (30.000 Einwohner, 20 km nordöstlich von Stuttgart) geht einen anderen Weg – mit einem Wettbewerb, erfahrenen Architekten und einem klaren Bekenntnis zu zukunftsfähigem Bauen.

Programm

Der Entwurf ist von der einzigartigen Umgebung und dem Bestand geprägt und stärkt den respektvollen Umgang zwischen Alt und Neu. Ankerpunkt des neuen Wunnebades ist das prägnante Kuppelbauwerk der bestehenden Badehalle. Eine daran anknüpfende, frei gestaltete Komposition aus geschwungenen Dächern und organischen Körpern nimmt die verschiedenen Funktionsbereiche auf.

Im Wesentlichen wurden die folgenden Maßnahmen umgesetzt:

  • Neugestaltung eines repräsentativen Eingangsfoyers
  • Zusätzliches Kursbecken mit Hubboden für die bestehende Badehalle
  • Neugestaltung des Kinderbereiches im Hallenbad
  • Neugestaltung der Sommerumkleiden
  • Neue Räume für die Freibadgastronomie
  • Neugestaltung der Saunalandschaft mit zeitgemäßem Angebot
  • Integration einer Gastronomie zur Versorgung der Badehalle und des Saunabereiches
  • Neue Räumlichkeiten für die Verwaltung
  • Neuer Schwimmmeisterturm

Herzstück

Besucher betreten das Wunnebad jetzt über das neu gestaltete Foyer mit Einblicken in die Badehalle, Durchblicken zum Freibad und direkten Zugängen zu den Umkleiden und der Saunalandschaft.

Im Hauptgebäude gelangt man über die sanierten und ergänzten Umkleiden und Sanitärbereiche direkt in die Kuppelhalle. Dem Herzstück der Anlage wurde durch eine behutsame Bearbeitung der Oberflächen ein zeitgemäßes Erscheinungsbild verliehen.

Das neue Kursbecken mit Hubboden ergänzt das Angebot, genauso wie der neu entwickelte Kinderbereich. Der Raum des Schwimmmeisters liegt an der Schnittstelle von Alt- zu Neubau, mit einem idealen Überblick über alle Becken im Innen- und Außenraum.

Sauna

Über eine großzügige Treppe im Foyer gelangen Gäste auf die Saunaebene, die nach Osten in den erweiterten und neu gestalteten Saunagarten übergeht.

Der Bereich beginnt nach dem offen gestalteten Umkleidebereich und beeindruckt durch den Wechsel zwischen offenen und intimeren Bereichen, durch verschiedene Saunen, Ruhezonen und eine Kaminlounge.

Ergänzt wird das Saunaangebot durch eine Außensauna mit Vorraum und Duschplätzen, die sich bestens in die terrassierte Gestaltung des Saunagartens einfügt. Die Gestaltung ermöglicht eine zukünftige Erweiterung um viele weitere Saunahäuser.

Die Gastronomie der Saunabereiches und des Hallenbads bildet eine funktionale Einheit im Übergang zwischen Saunalandschaft und Saunagarten, in direkter Nachbarschaft zur Galerie der Kuppelhalle.

Fliesen

Für die Fliesenarbeiten im Rahmen der Modernisierung des Wunnebad Winnenden zeichnete sich die Firma Hertler Fliesen verantwortlich. Das Unternehmen übernahm die Planung und Ausführung sämtlicher keramischer Beläge in den Nassbereichen, darunter die Schwimmhallen, Beckenumgänge, Duschen und Sanitäranlagen. Zum Einsatz kamen rutschhemmende, frostbeständige und chemikalienresistente Fliesen, die den hohen Anforderungen an Hygiene, Langlebigkeit und Sicherheit im öffentlichen Bäderbau gerecht werden.

Besonderes Augenmerk lag auf der normgerechten Verarbeitung der Materialien – etwa bei Gefälleausbildungen, Fugenabdichtungen und Übergängen zu angrenzenden Bauteilen. Dank präziser Ausführung und sorgfältiger Detailarbeit trägt Hertler Fliesen maßgeblich zur funktionalen und gestalterischen Qualität des Bades bei.

Ergebnis

Das Wunnebad beeindruckt durch seine Struktur und seine Gelassenheit. Behnisch Architekten erreichen durch behutsame Maßnahmen und die verbindenden Dächer, manchmal auskragend und vor Sonne und Regen schützend, eine angenehm mediterrane Stimmung. Das ist die Sicht der Architekten.

Das Wunnebad in Winnenden bietet mit einem großen Freibad, einem modernen Hallenbad und einem schönen Sauna- & Wellnessbereich jede Menge Erlebnisse. Das sagt der Betreiber.

Wenn Architektur zu solchen Ergebnissen führt, ist die Welt in Ordnung. Zumindest in Winnenden.

Projektdaten

Planer

Behnisch Architekten

Florian Waller, Stefan Rappold, Arlette Haker, Elena Esterle, Frank Kimpel, Achim Buhse, Mahboubeh Shoeybi, Adrian Bauer, Lukas Litterst, Thorsten Zwirlein (Wiesler Zwirlein Architekten)

Bauherr

Stadtwerke Winnenden GmbH
Waiblinger Straße 42
D - 71361 Winnenden

Energie

Melior
Energiesysteme GmbH
In den Brunnenwiesen 1
D - 71573 Allmersbach im Tal

Fliesen

Hertler Fliesen
Esslinger Straße 4
D - 73765 Neuhausen a.d.F.

Eröffnung

2024

Adresse

Wunnebad
Albertviller Str. 56
D - 71364 Winnenden

Fotos

David Matthiessen Fotografie

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media

Pläne

[dica_divi_carousel item_width_tablet="100%" item_width_phone="100%" item_width_last_edited="on|phone" show_items_desktop="1" show_items_tablet="1" multislide="on" transition_duration="1000" loop="on" autoplay="on" hoverpause="on" autoplay_speed="3500" arrow_nav="on" item_spacing="10" item_vertical_align="flex-start" advanced_effect="1" arrow_nav_color="#5E5C4D" arrow_bg_color="#FFFFFF" dots_color="#FAF4E4" dots_active_color="#5E5C4D" overlay_color_field_bgcolor="rgba(255,255,255,0.85)" carousel_container_margin="||50px||false|false" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" title_font="Roboto Condensed||||||||" body_font="Roboto Condensed||||||||" width="90%" width_tablet="100%" width_phone="100%" width_last_edited="on|tablet" custom_margin="|50px||30px|false|false" custom_margin_tablet="|50px||30px|false|false" custom_margin_phone="|0px|0px|0px|false|false" custom_margin_last_edited="on|phone" custom_padding_tablet="" custom_padding_phone="||0px||false|false" custom_padding_last_edited="on|phone" global_colors_info="{}"][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/1571_Wunnebad-Winnenden_Lageplan.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/1571_Wunnebad-Winnenden_Grundriss-Erdgeschoss.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/1571_Wunnebad-Winnenden_Grundriss-1.-Obergeschoss.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/1571_Wunnebad-Winnenden_La╠engsschnitt.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/1571_Wunnebad-Winnenden_Schnitte.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][/dica_divi_carousel]

Unser Newsletter

Ihre Bühne

Publizieren Sie Ihr Projekt oder Ihr Produkt hier!

Ilirija Sport City

Das Ilirija Sport City Centre 

Heartbeat

 

Lorenz Ateliers, Myrtha Pools

Beim Sportzentrum Ilirija Sport City lag das besondere Augenmerk auf der Verknüpfung von sportlicher Funktionalität, städtebaulicher Neuordnung und nachhaltiger Bauweise. Das Gebäude ist als Null-Energie-Sportzentrum konzipiert, die Schwimmbecken wurden mit ressourcenschonender Edelstahltechnologie realisiert.

Schwimmbad und mehr

Mit dem Sportzentrum Ilirija Sport City in Ljubljana (Športni Center Ilirija) wurde im Frühjahr 2025 ein öffentliches Sport- und Infrastrukturprojekt eröffnet, das bewusst im innerstädtischen Kontext verortet ist. Der neue Komplex ersetzt ein in die Jahre gekommene Freibad von 1929.

Das Zentrum der Anlage bildet das Schwimmbad mit dem olympiagerechten 50-Meter-Schwimmbecken. Dazu kommen mehrere Sporthallen, ein Café, ein Museum, Veranstaltungsflächen und öffentliche Freiräume unter einem städtebaulich markanten, 12.000 m² großen Dach. Das couragierte Nutzungskonzept sieht neben dem regulären Sportbetrieb auch kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen vor. Ziel ist eine dauerhafte Auslastung und wirtschaftlich tragfähige Nutzung, auch außerhalb des klassischen Sportkontexts.

Die Entscheidung für den Standort im Stadtzentrum und die Wiederanbindung an den Tivoli-Park schafft neue Verbindungen für Fuß- und Radverkehr und stärkt die Integration des Sports in das städtische Leben. Und sie war goldrichtig.

Die Planung stammt von Lorenz Ateliers, die Becken von Myrtha Pools.

Geschichte und Gesellschaft

Die Geschichte des Ilirija Sport City Centre reicht bis in die späten 1920er Jahre zurück, als der slowenische Architekt und Sportpionier Stanko Bloudek das ursprüngliche Ilirija-Freibad mit einem 25-Meter-Becken entwarf. Der Eingangsbau aus dem Jahr 1929 steht heute unter Denkmalschutz, wurde behutsam restauriert und in das neue Nutzungskonzept eingebunden – als Café, Konferenzbereich und Museum zur Sportgeschichte Sloweniens.

Kurz nach der Unabhängigkeit Sloweniens beschloss die noch junge Hauptstadt Ljubljana bereits im Jahr 1995 den Bau eines neuen Olympia-Schwimmzentrums mit ergänzender Infrastruktur im Stadtzentrum. Die Entscheidung, dieses Großprojekt nicht an den Stadtrand zu verlagern, sondern am historischen Standort weiterzuentwickeln, war städtebaulich mutig und gesellschaftlich zukunftsweisend. Sie würdigt die Bedeutung des Sports als öffentliches Gut und reduziert gleichzeitig den verkehrlichen Fußabdruck einer solchen Anlage.

Ein weitere zentraler Aspekt der Planung war die Wiederanbindung des Areals an den benachbarten Tivoli-Park durch die Wiederherstellung der historisch bedeutenden Latterman-Allee als Rad- und Fußweg. Dazu passt die verbindende öffentliche Plaza unter dem charakteristisch geschwungenen Dach, die als Bindeglied zwischen Innenstadt und Park dient. Sie macht das Sportzentrum zu einem offenen, multifunktionalen Ort, der Sport, Kultur, Bildung und alltägliche Nutzung verbindet.

Schwimmen im Zentrum

Im Zentrum des Ilirija Sport City Centre befindet sich eine hochmoderne Wasserlandschaft, die mit dem innovativen Edelstahlmodulsystem von Myrtha Pools realisiert wurde. Die Schwimmhalle umfasst ein 50-m-Olympiabecken mit verschiebbarer Trennwand (Bulkhead), ein 25-Meter-Trainingsbecken sowie modernste Startblöcke für den Wettkampfeinsatz.

Dank des fortschrittlichen Edelstahlsystems von Myrtha erfüllen die Becken höchste Anforderungen sowohl im Trainings- als auch im internationalen Wettkampfbetrieb. Das bedeutet Präzision, Langlebigkeit und ökologische Effizienz, und das alles in einer zuschauerfreundlichen Umgebung.

Die Edelstahlelemente sind korrosionsresistent, wartungsarm und ermöglichen eine, besonders für internationale Wettkämpfe wichtige, extrem präzise Fertigung. Gleichzeitig erlaubt die modulare Bauweise eine schnelle Installation und spätere Anpassungen an veränderte Nutzungsanforderungen.

Das Schwimmzentrum erfüllt die Normen des internationalen Schwimmverbands (World Aquatics, ehemals FINA) und bietet mit rund 1.500 Zuschauerplätzen beste Voraussetzungen für nationale wie internationale Wettkämpfe. Gleichzeitig ist es offen für Schulklassen, Vereine, Freizeitnutzer und den Breitensport – eine Infrastruktur für alle.

Dach und Energie

Das Schwimmbad, die Sporthallen, die Erschließungsflächen und die Funktionsbereiche des Ilirija Sport City Centre sind unter einem großflächig geschwungenen Dach vereint. Die Stahlkonstruktion mit einer Spannweite von 54 Metern überspannt rund 12.000 m², verleiht dem Gebäudeensemble eine prägnante Identität und definiert es als zusammenhängendes städtebauliches Volumen.

Das Dach erfüllt dabei weit mehr als eine gestalterische Funktion: Auf seiner Fläche sind 4.000 m² Photovoltaikmodule installiert, die den gesamten Energiebedarf des Zentrums abdecken. Ergänzt wird dieses regenerative Versorgungssystem durch geothermische Anlagen und eine effiziente Wärmepumpentechnologie. Damit zählt das Ilirija SportCity Centre zu den ersten Null-Energie-Sportbauten Europas.

Auch auf der sportfunktionalen Seite wurde großer Wert auf Klimaverträglichkeit gelegt: Das Edelstahl-Modulsystem von Myrtha Pools verursacht im Vergleich zu konventionellen Betonbecken bis zu 50 % weniger CO₂-Emissionen, sowohl in der Herstellung als auch im Betrieb. Damit fügt sich das technische Konzept nahtlos in den ganzheitlichen Ansatz des Projekts ein.

Stadt und Herz

Das Ilirija Sport City Centre ist deutlich mehr als eine Schwimmanlage oder ein Sportzentrum. Es versteht sich als öffentlicher Ort mit vielfältigen Funktionen, offen für Leistungssport und Freizeit, für Bildung, Kultur und gesellschaftlichen Austausch. Als integraler Bestandteil des städtischen Lebens in Ljubljana vereint es Nutzungsschichten, die sonst oft räumlich getrennt sind.

Die Anlage ist genauso für den Schulsport konzipiert wie für Universitätsprogramme, Vereinssport, Wettkampfveranstaltungen. Gleichzeitig bietet sie Raum für kulturelle Events. So lässt sich auch die Schwimmhalle temporär in eine Konzert- oder Eventarena umwandeln, was nicht nur betriebswirtschaftlich sinnvoll, sondern auch städtebaulich relevant ist.

Das Ilirija Sport City Centre ist ein pulsierender, inklusiver Raum im Herzen der Stadt. Und da gehört der Sport auch hin.

Projektdaten

Planer

Lorenzateliers ZT GmbH
Maria Theresien Straße 37
6020 Innsbruck
Österreich

Bauherr

Stadt Ljubljana

Schwimmbecken

A&T Europe Spa
Via Solferino, 27
P.O. Box 7
46043 Castiglione delle Stiviere (MN)
Italien

eröffnung

2025

Adresse

Športni Center Ilirija
Celovška cesta 3
1000 Ljubljana
Slowenien

Fotos

Ana Skobe

Text

Johannes Bühlbecker
More Sports Media
(Advertorial)

Pläne

Videos

Unser Newsletter

Ihre Bühne

Publizieren Sie Ihr Projekt oder Ihr Produkt hier!

Holy Water

Sint-Franciscus van Assisikerk in Heerlen

Geweihtes Wasser

 

MVRDV & Zecc Architecten

Immer mehr Kirchen stehen leer. Warum sollen die nicht wieder eine soziale Funktion erhalten? Ein öffentliches Schwimmbad wie Holy Water ist da sicher eine gute Idee: Rückenschwimmen unter dem Kirchengewölbe, mit Blick auf bunte Glasfenster – das ist ein ganz neues Raumerlebnis.

Wandeln

MVRDV und Zecc Architecten haben den Wettbewerb zur Umnutzung der St.-Franziskus-von-Assisi-Kirche in Heerlen (Sint-Franciscus van Assisikerk) gewonnen. Das Konzept mit dem Namen „Holy Water“ sieht vor, das leerstehende Kirchengebäude in ein öffentliches Schwimmbad zu transformieren – natürlich unter Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz.

Die Kirche wurde vor mehr als 100 Jahren errichtet, seit 2023 wird sie nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck genutzt. Die Stadt Heerlen sieht in „Holy Water“ nun die Chance, der Kirche mit ihrer markanten Silhouette im Zentrum der Stadt neues Leben einzuhauchen. Die geplante Schwimmhalle dient nicht nur als Entlastung für die bereits stark frequentierten Hallenbäder der Stadt, sie wird auch Teil eines größeren Stadterneuerungskonzepts.

Erhalten

Der Entwurf für Holy Water sieht ein leuchtendes, kreisförmiges Vordach über dem Haupteingang vor, ein Symbol für die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Im Inneren gelangt man durch die Kirchenschiffe zu den Umkleidekabinen und zur Gastronomie, die im hinteren Bereich der Kirche untergebracht sind. Glaswände trennen diese Bereiche von der klimatisierten zentralen Schwimmhalle.

Der höhenverstellbare Beckenboden erlaubt vielfältige Nutzungen – vom Kinderplanschbereich bis hin zum Eventraum. Wird der Boden ganz angehoben, entsteht eine durchgehend ebene Fläche, die auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden kann. Zudem kann die Fläche mit einer dünnen Wasserschicht geflutet werden, wodurch eine eindrucksvolle Spiegelung des Kirchenraums entsteht. Besucher:innen haben dann das Gefühl, auf dem Wasser zu wandeln.

Rückenschwimmen

Die alten Kirchenbänke finden neue Verwendung in den Glaswänden: Auf der einen Seite dienen sie den Schwimmer:innen als Sitzgelegenheit, auf der anderen Seite den Zuschauer:innen. Selbst die Kanzel erhält als Hochsitz für die Bademeister:in eine neue Nutzung.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, das Kircheninnere nachhaltig zu beheizen und gleichzeitig die historischen Materialien vor Feuchtigkeit zu schützen. Glaswände schaffen eine thermische Trennung zum Schutz der Glasfenster und Kunstwerke.

Das Dach wird von außen isoliert, um Wärmeverluste zu reduzieren und die Sicht auf das originale Mauerwerk im Inneren zu erhalten. Die hölzerne Dachkonstruktion bleibt erhalten und erhält schallabsorbierende Elemente für eine bessere Akustik. Die gesamte Haustechnik wird dezent im Keller untergebracht, inklusive der Luftaufbereitung.

Holy Water bekommt also eine energieeffiziente, komfortable Struktur, ohne die historische Substanz der Kirche zu gefährden.

Die Eröffnung ist für Ende 2027 geplant.

Projektdaten

Planer

 MVRDV & Zecc Architecten

Winy Maas, Gideon Maasland, Gijs Rikken, Magda Porcoțeanu, Justin Vermeulen, Bart Kellerhuis, Roy van Maarseveen, Thijmen Hilhorst

Bauherr

Gemeinde Heerlen

Eröffnung

2027

Adresse

Sint-Franciscus van Assisikerk
Laanderstraat 33
6411 VA Heerlen
Niederlande

Illustrationen

MVRDV

Text

MVRDV

Pläne

[dica_divi_carousel item_width_tablet="100%" item_width_phone="100%" item_width_last_edited="on|phone" show_items_desktop="1" show_items_tablet="1" multislide="on" transition_duration="1000" loop="on" autoplay="on" hoverpause="on" autoplay_speed="3500" arrow_nav="on" item_spacing="10" item_vertical_align="flex-start" advanced_effect="1" arrow_nav_color="#5E5C4D" arrow_bg_color="#FFFFFF" dots_color="#FAF4E4" dots_active_color="#5E5C4D" overlay_color_field_bgcolor="rgba(255,255,255,0.85)" carousel_container_margin="||50px||false|false" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" title_font="Roboto Condensed||||||||" body_font="Roboto Condensed||||||||" width="80%" width_tablet="50%" width_phone="50%" width_last_edited="on|desktop" module_alignment="left" custom_margin="|50px||30px|false|false" custom_margin_tablet="|50px||30px|false|false" custom_margin_phone="|0px|0px|0px|false|false" custom_margin_last_edited="on|phone" custom_padding_tablet="" custom_padding_phone="||0px||false|false" custom_padding_last_edited="on|phone" global_colors_info="{}"][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/MVRDV-Herleen-Holy-Water-diagram-1_Old-pews-out.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/MVRDV-Herleen-Holy-Water-diagram-2_Compartmentalisation.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/MVRDV-Herleen-Holy-Water-diagram-3_Programme-and-routing.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/MVRDV-Herleen-Holy-Water-diagram-4_New-mosaic-floor.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/MVRDV-Herleen-Holy-Water-diagram-5_Old-pews-reused.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][dica_divi_carouselitem button_url_new_window="1" image="https://moresports.network/wp-content/uploads/2025/07/MVRDV-Herleen-Holy-Water-diagram-6_Mirror-church.jpg" image_lightbox="on" _builder_version="4.27.4" _module_preset="default" global_colors_info="{}"][/dica_divi_carouselitem][/dica_divi_carousel]

Video

Unser Newsletter

Ihre Bühne

Publizieren Sie Ihr Projekt oder Ihr Produkt hier!

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner