The Arch

The Arc at Green School

Aus den Rippen geschnitzt

Die Insze­nie­rung der Geome­trie dieses Bogens spart nicht nur viel Bauma­te­rial, sie führt auch zu einer wunder­schönen Sport­halle.

The Arc will neue Maßstäbe für nach­hal­tiges Bauen und nach­hal­tige Bildung setzen.

The Arc at Green School ist das neueste Gebäude auf dem Campus der inter­na­tional bekannten Green School auf in der zu Indo­ne­sien gehö­renden Insel Bali. Die Green School Bali (es gibt noch weitere) wurde im Jahr 2008 gegründet und hat sich der Nach­hal­tig­keit und der Erwei­te­rung von Hori­zonten verschrieben.

The Arc ist ein weiterer Meilen­stein in dieser Geschichte. Der Bau will neue Maßstäbe für nach­hal­tiges Bauen und nach­hal­tige Bildung setzen.

Ganz nebenbei ist The Arc eine phan­tas­ti­sche und ausge­spro­chen multi­funk­tio­nale Sport­halle.

The Arc at Green School besteht aus einer Reihe von sich kreu­zenden, 14 Meter hohen Bambus­bögen, die sich 19 Meter weit erstre­cken und durch antik­las­ti­sche Gitter­schalen mitein­ander verbunden sind. Ihre Trag­fä­hig­keit beziehen sie aus der Krüm­mung in zwei entge­gen­ge­setzte Rich­tungen. Sowas wurde zuvor welt­weit noch nicht gebaut.

Plane­ri­sches Vorbild war der Brust­korb eines Säuge­tiers.

Der Bogen ist eine inge­nieur­tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung. Er erfor­derte mona­te­lange Forschungs- und Entwick­lungs­ar­beit und die Abstim­mung vieler maßge­schnei­derter Details. Das Ergebnis ist von großer Schön­heit.

Die Planer von IBUKU berufen sich auf eine der besten Stra­te­gien der Natur, um große Räume mit mini­maler Struktur zu schaffen – den Brust­korb eines Säuge­tiers: Hier arbeiten die Rippen unter Druck und werden von einer elas­ti­schen Muskel- und Haut­schicht zusam­men­ge­halten.

So entsteht eine dünne, aber stabile Hülle zum Schutz (zum Beispiel) der Lunge. Im Fall von The Arc werden die unter Span­nung stehenden Bögen durch gespannte, antik­las­ti­sche Gitter­schalen in Posi­tion gehalten.

Die Insze­nie­rung der Geome­trie des Bogens bringt die Struktur in einen Zustand des Gleich­ge­wichts.

Diese Gitter­schalen füllen die Zwischen­räume zwischen den extrem schlanken Bögen, welche dem Raum eine sehr grazile Inti­mität und Schön­heit verleihen. Obwohl die Gitter­schalen von den Bögen herab­zu­hängen scheinen, halten sie diese in Wirk­lich­keit aufrecht.

„Die Gitter­schalen bilden eine form­steife Dach­ein­fas­sung und bieten den Para­bel­bögen Knick­schutz. Beide Systeme zusammen ergeben eine einzig­ar­tige und äußerst effi­zi­ente Struktur, die sich unter Last ausdehnen kann, so dass die Struktur das Gewicht umver­teilen kann.” So erklärt das Neil Thomas vom Trag­werks­planer Atelier One.

Die Insze­nie­rung der Geome­trie des Bogens bringt die Struktur ins Gleich­ge­wicht. Damit sparen die Planer eine ganze Menge an Mate­rial – und sie errei­chen diesen wunder­schönen Innen­raum einer in vielerlei Hinsicht beispiel­haften Sport­halle.

Benei­dens­wert, wer hier zur Schule gehen darf.

Das waren wir.

Projekt­daten

Bauherr

Green School Bali

Standort

Green School Bali
Jalan Raya Sibang Kaja
Banjar Saren
Abian­semal, Badung
IDN  ‑Bali 80352

Eröff­nung

2020

Fotos

IBUKU

Autor

Johannes Bühl­be­cker
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Kura Kura

Form follows Feder­ball

Kura Kura auf Bali

 

 

 

Situa­tion

Kura Kura ist der Name einer offenen Badmin­ton­halle auf der zu Indo­ne­sien gehö­renden Insel Bali. Die beein­dru­ckende Bambus­struktur wurde in Zusam­men­ar­beit zwischen Ibuku und Studio Jenc­quel entworfen und gebaut.

Badminton ist in Indo­ne­sien ein Natio­nal­sport. Die Kinder erlernen es in der Schule, die Spit­zen­sportler des Landes sind in den Top Ten der Welt­rang­listen zu finden.

Der Entwurf

Archi­tekt Maxi­mil­lian Jenc­quel wollte kein Gebäude bauen, welches sich in der Nach­bar­schaft wie ein großer, hoher Kasten – breit­macht. Die Grund­fläche der Halle beträgt immerhin 200 m². Daher erschien es ihm nahe­lie­gend, die Flug­bahn des Feder­balls zu unter­su­chen und die notwen­dige Gebäu­de­höhe daraus abzu­leiten. Aus diesem Prozess erklären sich die kühnen Kurven der Halle.

Die Form von Kura Kura ergibt sich also aus dem Flug des Feder­balls. Sie ist para­bo­lisch und benö­tigt am Netz eine Mindest­höhe von neun Metern. Das ist ziem­lich hoch.

Der blonde Bambus

Als Inspi­ra­tion nennen die Planer die Form eines Schild­krö­ten­pan­zers.

Obwohl viele Mate­ria­lien für den Bau einer solchen Form in Frage kommen, fiel die Wahl sehr schnell auf Bambus; Budget, Zeit und die geogra­fi­sche Lage spra­chen dafür, dieses Mate­rial zu verwenden. Die Bambus­struktur stammt von Elora Hardy von Ibuku.

Maxi­mil­lian Jenc­quel und Ibuku arbei­teten eng zusammen. Aus gestal­te­ri­scher Sicht war es ihnen wichtig, für Kura Kura einen Kontrast zwischen dem schwarzen und dem blonden Bambus zu schaffen.

Der Wind

Aus funk­tio­nalen Gründen wurden die Dach­li­nien bis auf den Boden herun­ter­ge­zogen. Sie sollen die herr­schenden, beacht­li­chen Winde vom Eindringen in das Gebäude abhalten. Gleich­zeitig muss die Luft­zir­ku­la­tion natür­lich aufrecht­erhalten werden, damit die Wärme aus dem Gebäude abge­führt werden kann.

Für das Spiel­feld wurde ein spezi­eller Gummi­harz­belag verwendet. Davon abge­sehen, wurde Kura Kura komplett aus Bambus gebaut, inklu­sive der voll­stän­digen Beda­chung. Elora Hardy und ihr Team entwarfen und reali­sierten diese faszi­nie­rende, korb­artig gefloch­tene Struktur.

Wir waren das.

Projekt­daten

Archi­tekt

Studio Jenquel
Jalan Raya Sang­gingan
Banjar Lungs­iakan
Ubud-Gianyar 80571
Bali, Indo­ne­sien

Trag­werk

Elora Hardy — IBUKU Studio

Team

Trag­werk: QL Inge­niería
Vermes­sung: María José González Vicente
Baulei­tung: José María López Llaquet
Bauun­ter­nehmen: TECOPSA

Standort

Jalan Raya Sang­gingan
Gianyar
Bali, Indo­ne­sien

Eröff­nung

2016

Foto­graf

Autor

Johannes Bühl­be­cker
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Photos

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Manta Point Skywalk

Auf Du mit dem Rochen

Der Manta Point Skywalk auf Nusa Penida

Genius loci

Nusa Penida ist eine Insel südöst­lich von Bali (Indo­ne­sien). Sie ist etwa 20 Kilo­meter lang und 12 Kilo­meter breit. Neben der Produk­tion von Seetang ist vor allem der Tauch­tou­rismus in dieser Region von wirt­schaft­li­cher Bedeu­tung. Hier befinden sich berühmte und bei Tauchern welt­weit begehrte Buchten wie Penida Bay, Batu Meling, Batu Abah, Toya Pakeh, Malibu Point – und Manta Bay. Hierhin kommen Boote mit Touristen, um die Manta­ro­chen zu sehen und mit ihnen zu schwimmen. Bisher haben in erster Linie die Nach­bar­inseln vom Tourismus profi­tiert, eine neue Attrak­tion soll das ändern: der Manta Point Skywalk.

150 Meter über dem Wasser und mit Blick auf den riesigen Indi­schen Ozean werden die Platt­form und das dazu­ge­hö­rige Resort die Infra­struktur der Insel verbes­sern. Nusa Penida wird ein ökotou­ris­ti­scher Anzie­hungs­punkt für Taucher – ein Ort, an dem man das viel­fäl­tige Ökosystem der Meere genießen und dem Manta­ro­chen begegnen kann. Der Manta­ro­chen ist ein gefähr­detes Geschöpf, das Taucher und Akti­visten vor ille­galen Fische­rei­prak­tiken zu schützen versu­chen.

 

Archi­tekt

PHL Archi­tects
Patrick Lim     Hendy Lim
Archi­tec­ture | Urban Design | Sustainable Tall Buil­ding | M.I.T
Condo­mi­nium Taman Anggrek Tower 5 / 46 A
Jln. Letjen. S. Parman Kav. 21
Jakarta 11470
Indo­ne­sien

Team

Hendy­anto Lim, Patrick Lim
Joseph Fredrik, Melina

Text­autor

Das ORIGINAL

Der Entwurf

Schwin­del­frei sollte man schon sein

Der Entwurf von PHL Archi­tects aus Jakarta orien­tiert sich an den Bewe­gungen und Propor­tionen der Manta­ro­chen, die Form und das markante Design lassen sich direkt und deut­lich sichtbar ableiten. Die Archi­tekten betonen damit den „Genius loci“ und schaffen eine ausdrucks­starke Iden­ti­fi­ka­tion und Verbun­den­heit, die – so PHL Archi­tects – der Entfrem­dung und Homo­ge­nität in einer globa­li­sierten Welt entge­gen­wirken will.

Der Manta Point Skywalk wurde für das World Archi­tec­ture Festival 2017 in der Kate­gorie „Frei­zeit­ori­en­tierte Zukunfts­pro­jekte“ nomi­niert. Der Entwurf lässt hoffen, dass hier eine archi­tek­to­ni­sche Ikone entsteht, die Besu­chern einen atem­be­rauben Blick auf die wunder­schöne Bucht unter ihnen zu bieten hat. So spie­gelt sich das unver­wech­sel­bare Merkmal von Nusa Penida im Manta Point Skywalk wider – eine Brücke wie ein Looping, die am Rande der Manta Point Klippe auskragt. Schwin­del­frei sollte man aller­dings schon sein.

Standort

Manta Point Beach
Nusa Penida
Bali
Indo­ne­sien

}

Fertig­stel­lung

2018

BILDER

MANTA POINT SCUBA DIVING IN NUSA PENIDA
DIE ARCHITEKTEN
PHL Archi­tects, geführt von Patrick Lim und Hendy Lim

PHL Archi­tects ist ein preis­ge­kröntes Archi­tek­tur­büro mit dem Schwer­punkt auf nach­hal­tige Hoch­häuser, Geschäfts‑, Gastronomie‑, Büro‑, Frei­zeit- und Kultur­bauten sowie Städ­tebau.

Seit ihrer Grün­dung haben PHL Archi­tects mehrere Auszeich­nungen erhalten, ihre Arbeiten wurden in Tokio, Hong­kong und Den Haag in den Nieder­landen veröf­fent­licht und ausge­stellt.

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