Freilufthalle Holderfeld

Die Freilufthalle Holderfeld 

Neues Gewand

 

SMC2

Die Freilufthalle Holderfeld in Tübingen erweitert die Sportinfrastruktur der Geschwister-Scholl-Schule und der benachbarten Vereine.

Bemerkenswert ist die geschlossene Bauweise der Halle. Sie ist die erste ihrer Art mit einer Prallwandkonstruktion nach DIN 18032 und einer licht- und luftdurchlässigen Membranfassade darüber.

Geschichte

Die Frei­luft­halle Holder­feld wurde im Juni 2024 eröffnet, ihre Geschichte aller­dings reicht bis ins Jahr 2015 zurück. Da doku­men­tierte ein Gutachten erst­mals die Notwen­dig­keit einer über­dachten Frei­spiel­fläche für die Geschwister‑Scholl‑Schule und die umlie­genden Vereine. Nach einer langen Planungs­phase, Budget­dis­kus­sionen und Heraus­for­de­rungen durch den schwie­rigen Baugrund star­tete die Ausschrei­bung erst im Früh­jahr 2023.

Ende gut, alles gut: Nun steht der Schule und den Vereinen eine attrak­tive Halle mit den Spiel­feld­ab­mes­sungen von 22 x 45 Metern zur Verfü­gung, die sich durch Netze in eine Drei­feld­halle unter­teilen lässt. Damit lässt sie sich die Frei­luft­halle Holder­feld für Hand­ball, Basket­ball und Volley­ball auf drei Feldern sowie Badminton auf neun Feldern nutzen – auch wegen der lichten Höhe von mindes­tens 5,5 Metern.

Planung und Bau der Halle kommen von SMC2.

Prallwand

Die Dach­kon­struk­tion wurde als Sattel­dach konzi­piert, als Dach­ein­de­ckung wurde ein Stahl­tra­pez­blech mit Anti­kon­dens­vlies auf der Unter­seite gewählt. Darauf brachten die Stadt­werke Tübingen auf der gesamten Dach­fläche eine Photo­vol­ta­ik­an­lage auf. Dank der Erzeu­gung von Solar­strom wird die Frei­luft­halle Holder­feld so zu einem Plus­ener­gie­ge­bäude: Sie produ­ziert mehr Energie als sie verbraucht.

Eine weitere Beson­der­heit der Halle ist die Prall­wand­kon­struk­tion nach DIN 18032. Diese wurde bis zu einer Wand­höhe von 2,5 m ange­bracht, bietet einen Kraft­abbau von 60 % und erfüllt die Unfall­ver­hü­tungs­vor­schriften für Schul­sport­hallen – als erste ihrer Art.

Boom

Ober­halb der Prall­wand ist die Frei­luft­halle mit einer mikro­per­fo­rierten Fassa­den­mem­bran verkleidet. Das Ergebnis ist ein abge­schlos­sener Hallen­raum mit Sicht­kon­takt ins umge­bende Grün, aus dem keine Bälle heraus- und keine Gegen­stände oder Tiere hine­infliegen können. Dank der Membran bleibt die Versor­gung mit Frisch­luft, auch hier ein großer Vorteil des Bautypus Frei­luft­halle, jedoch erhalten.

Apropos Bautypus: Die Frei­luft­halle Holder­feld ist nicht nur eine viel­sei­tige, ganz­jährig bei jedem Wetter nutz­bare Sport­stätte für den Schul‑ und Vereins­sport, sie berei­chert auch die Entwick­lung der nach wie vor boomenden Frei­luft­hallen.

Projektdaten

Planer

Univer­si­täts­stadt Tübingen
Fach­be­reich Hochbau

Bauherr

Univer­si­täts­stadt Tübingen

Freilufthalle

SMC2 GmbH
Fran­zi­us­straße 8–14
D — 60314 Frank­furt am Main

Eröffnung

2024

Adresse

Frei­luft­halle Holder­feld
Wald­häuser Straße
D — 72070 Tübingen

Fotos

SMC2, Ener­gie­bude, Foto-Grafik­ate­lier Gudrun de Madda­lena

Text

Johannes Bühl­be­cker
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(Adver­to­rial)

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Arc at Green School

The Arc at Green School

Aus den Rippen geschnitzt

 

IBUKU

Die Planer des Arc at Green School berufen sich auf eine der besten Strategien der Natur, um große Räume mit minimaler Struktur zu schaffen: den Brustkorb eines Säugetiers.

Horizonte

The Arc at Green School ist das neueste Gebäude auf dem Campus der Inter­na­tional Green School auf in der zu Indo­ne­sien gehö­renden Insel Bali. Die Green School Bali (es gibt noch weitere) wurde im Jahr 2008 gegründet und hat sich der Nach­hal­tig­keit und der Erwei­te­rung von Hori­zonten verschrieben.

The Arc at Green School ist ein weiterer Meilen­stein in dieser Geschichte. Der Bau will neue Maßstäbe für nach­hal­tiges Bauen und nach­hal­tige Bildung setzen.

Die Halle besteht aus einer Reihe von sich kreu­zenden, 14 Meter hohen Bambus­bögen, die sich 19 Meter weit erstre­cken und durch antik­las­ti­sche Gitter­schalen mitein­ander verbunden sind. Ihre Trag­fä­hig­keit beziehen sie aus der Krüm­mung in zwei entge­gen­ge­setzte Rich­tungen. Sowas wurde zuvor welt­weit noch nicht gebaut.

Ganz nebenbei ist The Arc eine fantas­ti­sche und ausge­spro­chen multi­funk­tio­nale Sport­halle.

Bogen

Der Bogen ist eine inge­nieur­tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung. Die Planer von IBUKU berufen sich auf eine der besten Stra­te­gien der Natur, um große Räume mit mini­maler Struktur zu schaffen: den Brust­korb eines Säuge­tiers. Hier arbeiten die Rippen unter Druck und werden von einer elas­ti­schen Muskel- und Haut­schicht zusam­men­ge­halten.

So entsteht eine dünne, aber stabile Hülle zum Schutz (zum Beispiel) der Lunge. Im Fall von The Arc werden die unter Span­nung stehenden Bögen durch gespannte, antik­las­ti­sche Gitter­schalen in Posi­tion gehalten.

Diese Gitter­schalen füllen die Zwischen­räume zwischen den extrem schlanken Bögen, die dem Raum eine sehr grazile Inti­mität und Schön­heit verleihen. Obwohl die Gitter­schalen von den Bögen herab­zu­hängen scheinen, halten sie diese in Wirk­lich­keit aufrecht.

Gleichgewicht

Die Insze­nie­rung der Geome­trie des Bogens bringt die Struktur ins Gleich­ge­wicht. Damit sparen die Planer eine ganze Menge an Mate­rial — und sie errei­chen diesen wunder­schönen Innen­raum einer in vielerlei Hinsicht beispiel­haften Sport­halle.

Benei­dens­wert, wer hier zur Schule gehen darf.

Projektdaten

Planer

IBUKU

Bauherr

Green School Bali

Eröffnung

2020

Adresse

Green School Bali
Jalan Raya Sibang Kaja
Banjar Saren
Abian­semal, Badung
IDN ‑ Bali 80352

Fotos

IBUKU

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Salle Maurice Darbellay

Salle Maurice Darbellay in Coudoux

Holz macht glücklich

 

Atelier Régis Roudil

Der Salle Maurice Darbellay folgt dem Prinzip der materiellen Reduktion, nutzt lokale Ressourcen und zeigt, wie öffentliche Bauten in ländlichen Kontexten gestalterisch ambitioniert und gleichzeitig funktional, wirtschaftlich und ökologisch verantwortungsvoll umgesetzt werden können.

Pavillon oder Vereinsheim?

Mit der Erwei­te­rung des Tennis­clubs und dem Bau des „Salle Maurice Darbellay“ hat die südfran­zö­si­sche Gemeinde Coudoux ein bemer­kens­wertes Projekt reali­siert, das Archi­tektur, Nach­hal­tig­keit und Regio­na­lität auf über­zeu­gende Weise verbindet. Entworfen vom Atelier Régis Roudil, entstand ein zurück­hal­tend eleganter Holzbau, der sich sensibel in seine Umge­bung einfügt und viel­fäl­tige Nutzungen ermög­licht.

Der Salle Maurice Darbellay befindet sich am südwest­li­chen Rand von Coudoux, einer fran­zö­si­schen Gemeinde mit 3.700 Einwoh­nern im Dépar­te­ment Bouches-du-Rhône in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur. Der Bau ist das neue Zentrum eines kleinen Sport­parks mit fünf Tennis­plätzen, einem Hart­platz und einer BMX-Bahn. Das alles liegt am Ende eines Wohn­ge­biets und wird im Norden wie im Süden von alten Schirm­pi­nien begrenzt. Durch die expo­nierte Lage und die offene Gestal­tung wirkt der Baukörper wie ein über­dachter Außen­raum, der Schutz vor Sonne und Regen bietet und gleich­zeitig die Verbin­dung zur umge­benden Natur stärkt.

Drinnen oder draußen

Der Salle Maurice Darbellay entstand neben dem bestehenden Club­haus und basiert auf einem einfa­chen, aber durch­dachten Prinzip: Vier hölzerne Baukörper – soge­nannte „Plots“ – bilden die stati­schen Eckpunkte eines recht­eckigen Grund­risses. Diese tragen eine zurück­ge­setzte Dach­kon­struk­tion aus Brett­schicht­holz.

Den zurück­sprin­genden südli­chen Abschluss zu den Tennis­plätzen hin bildet eine frei zugäng­liche Terrasse.

Die Halle selbst ist frei von Stützen, wodurch ein groß­zü­giger, flexibel nutz­barer Raum entsteht. Große, falt­bare Schie­be­türen an Nord- und Südseite ermög­li­chen eine voll­stän­dige Öffnung nach außen. Innen- und Außen­raum haben hier sehr viel mitein­ander zu tun.

Holz und Herstellung

Beson­dere Bedeu­tung kommt der Wahl des Mate­rials zu: Für die Konstruk­tion, Fassade und Innen­ein­rich­tung wurde durch­gängig Pin d’Alep (Aleppo-Kiefer) verwendet – ein lokales Holz, das lange Zeit aus dem Bauwesen verschwunden war. Mit diesem Projekt wird eine regio­nale Wert­schöp­fungs­kette wieder­be­lebt: Das Holz stammt aus umlie­genden Wäldern und wurde in der Region verar­beitet.

Die Wände bestehen aus Holz­rahmen mit Holz­fa­ser­däm­mung, die Dach­kon­struk­tion aus vorge­fer­tigten Holz-Kasset­ten­ele­menten. Die Fassade wurde mit vorver­grautem Holz in Deck­leis­ten­scha­lung verkleidet. Auch die Innen­möbel wie Theke und Ablagen bestehen aus Aleppo-Kiefer.

Der Baukörper ruht auf einem Beton­so­ckel, der 40 cm über dem Gelände liegt – das genügt, um als Sitz­ge­le­gen­heit am Spiel­feld­rand zu dienen. Die angren­zenden Terrassen und Rampen sind eben­falls in Sicht­beton ausge­führt und werden durch Natur­stein­mauern aus Vers-Pont-du-Gard einge­fasst.

Architektur und Ort

Das Projekt ist ein schönes Beispiel für eine Archi­tektur, die im Dialog mit ihrem Ort steht. Es folgt dem Prinzip der mate­ri­ellen Reduk­tion, nutzt lokale Ressourcen und zeigt, wie öffent­liche Bauten in länd­li­chen Kontexten gestal­te­risch ambi­tio­niert und gleich­zeitig funk­tional, wirt­schaft­lich und ökolo­gisch verant­wor­tungs­voll umge­setzt werden können.

Mit der „Salle Maurice Darbellay“ hat Coudoux einen neuen Ort für Sport, Begeg­nung und Gemein­wesen erhalten – und zugleich ein starkes archi­tek­to­ni­sches State­ment für eine zeit­ge­mäße, nach­hal­tige Bauweise in Holz.

Projektdaten

Planer

Atelier Régis Roudil Archi­tectes
Amélie Artur

Bauherr

Mairie de Coudoux

Eröffnung

2023

Adresse

TCM Coudoux
75 All. du Stade
F — 13111 Coudoux

Fotos

Florence Vesval

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Luola

Luola in Savilahti

In der Höhle

 

Davidsson Tarkela Oy

Das Sport- und Veranstaltungszentrum Luola ist ein schönes Beispiel für eine Architektur, die einen anspruchsvollen Standort akzeptiert – und bereichert.

Luola

Das Sport- und Veran­stal­tungs­zen­trum im finni­schen Savil­ahti mit dem schönen Namen „Luola“ (Höhle) verwan­delt ein früheres Depot der finni­schen Streit­kräfte in eine viel­sei­tige Mehr­zweck­an­lage mit sport­li­chem Schwer­punkt. Luola liegt zu weiten Teilen im Fels Neula­mäki, nur die Eingangs­be­reiche sind von außen sichtbar.

Das Gebäude wurde so flexibel wie möglich konzi­piert, denn es muss sehr unter­schied­li­chen Nutzer­gruppen gerecht werden: Schul­klassen, Hoch­schulen, Einzel­per­sonen und klei­neren Gruppen, Event-Besu­chern und natür­lich Sport­ver­einen. Hier finden neben Sport­ver­an­stal­tungen aller Art und Leis­tungs­klassen auch Große­vents wie Konzerte und Semi­nare statt. Darüber hinaus dient Luola als Zivil­schutz­bunker für fast 7.000 Menschen.

Die Planung stammt von Davidsson Tarkela Oy.

In den Fels

Luola ist das neue Zentrum des aufstre­benden Vier­tels Savil­ahti in Kuopio (120.000 Einwohner) und verbindet ein neues Wohn­ge­biet mit dem Zentrum des Stadt­teils.

Das Sport­zen­trum ragt markant in die Talland­schaft hinein, obwohl der Groß­teil seines Volu­mens im Fels verborgen ist. Sichtbar ist der 550m² große, mit Glas und Metall gestal­tete Eingangs­be­reich. Hier sind Rezep­tion, Cafe­teria und Büros unter­ge­bracht. Von hier aus geht es in den Veran­stal­tungs­be­reich. Die Flucht­wege und Lüftungs­technik in den dahin­ter­lie­genden Tunneln bleiben unsichtbar.

Die konkav gewölbten, gelochten Aluminium­paneele der Fassade mit ihrer erdigen Farb­ge­bung fügen sich gut das umge­bende Gestein ein. Teil der Fassade ist auch eine Fels­wand­in­stal­la­tion der Künstler Pasi Rauhala und Jaakko Niemelä.

Organisation

Luola hat zwei Sport- und Veran­stal­tungs­zen­tren zu bieten: In der großen Halle finden die Events mit bis zu 2.500 Zuschauern statt, außerdem gibt es drei Fitness­stu­dios und eine zwei­ge­schos­sige Sport­halle. Die Umkleiden und tech­ni­schen Anlagen sind zentral auf drei Ebenen ange­ordnet.

Im Inneren rahmt zunächst ein dunkel gestal­tetes Café mit Panora­ma­blick die umlie­gende Natur ein. Auf dem Weg zu den Sport­hallen durch­schreitet man zunächst einen tief­blauen, höhlen­ar­tigen Vorraum, der Außen­welt und in den Fels gehauene Innen­räume trennt. In der räum­li­chen Hier­ar­chie werden die öffent­li­chen Haupt­be­reiche mit kräf­tigen Farben betont, während die Neben­räume in rohem, grauem Beton belassen wurden.

Projektdaten

Planer

Archi­tects Davidsson Tarkela
Kasar­mi­katu 36
00130 Helsinki
Finn­land

Bauherr

Stadt Kuopio

Eröffnung

2024

Adresse

Luola – Savil­ahden liik­unta- ja tapaht­u­makeskus
Lois­te­katu 12,
70210 Kuopio
Finn­land

Fotos

Tuomas Uusheimo

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Kreissporthalle Wangen

Die Kreissporthalle Wangen 

Stört nicht

 

Steimle Architekten 

Steimle Architekten wollten mit der Kreissporthalle Wangen ein stimmungsvolles Gebäude schaffen – eins, „das nicht stört“, obwohl es größer ist als die Vorgängerhalle. Das hat sehr gut geklappt.

Vielseitigkeit

Die neue Kreis­sport­halle Wangen ersetzt eine 70 Jahre Halle an selber Stelle, zwischen zwei Berufs­schulen am Rande der Altstadt. Wangen liegt im Allgäu nahe Ravens­burg. Hier leben 27.000 Menschen.

Die neue Drei­feld-Sport­halle besticht durch ihre groß­zü­gige und gleich­zeitig beschei­dene Archi­tektur und ihre viel­sei­tigen Nutzungs­mög­lich­keiten. Neben der Halle gibt es nämlich noch zwei Gymnas­tik­räume und eine weit­läu­fige Cafe­teria im Foyer, die nicht nur von den rund 2.000 Schü­le­rinnen und Schü­lern, sondern auch für schu­li­sche und andere Veran­stal­tungen genutzt werden.

Der Entwurf stammt von Steimle Archi­tekten aus Stuttgart/Überlingen und ist das Ergebnis des Wett­be­werbs aus dem Jahr 2020.

Neuordnung

Leit­idee des Entwurfes ist die städ­te­bau­liche Neuord­nung des Areals mit radikal wenig Eingriffen. Die neue Kreis­sport­halle Wangen entstand auf dem Standort der abgän­gigen Halle, so konnten alle Bäume erhalten werden.

Die Halle öffnet sich mit Foyer und Cafe­teria nach Westen, Norden und Osten und damit zu allen benach­barten Nutzungen wie Berufs­schule, Stadt­halle, Gymna­sium und auch zur histo­ri­schen Altstadt Wangens. Sechs große Tore öffnen die Halle im Süden zum Fest­platz und machen sie damit auch zum Teil des Gesche­hens im Freien.

Im Zuge der Landes­gar­ten­schau 2024, die in Wangen statt­fand, kam dieser Seite eine beson­dere Bedeu­tung zu.

Organisation

Der kompakte, zwei­ge­schos­sige Kubus der Kreis­sport­halle Wangen orien­tiert sich in seiner Formen­sprache, Mate­ria­lität und Einfach­heit an der ratio­nalen Ästhetik der Nach­bar­ge­bäude.

Zwischen der Drei­feld-Halle im Süden und dem Foyer im Norden des Baukör­pers liegen die Neben­räume wie Küche, Umkleiden, Gerä­te­räume, Regie­raum, Technik, Lager und die beiden Treppen ins Ober­ge­schoss. Dort finden sich zwei große, nahezu quadra­ti­sche Gymnas­tik­räume. Für den Sport­be­trieb wird die Halle zusätz­lich über einen Neben­ein­gang im Osten mit kurzen Wegen zu den Umkleiden im Ober­ge­schoss erschlossen.

Sonnenschutz

Die elegante Holz­fas­sade wird durch ein Ober­licht­band ergänzt, das für eine gleich­mä­ßige Ausleuch­tung mit Tages­licht sorgt. Zum Schutz vor Sonnen­ein­strah­lung und Blen­dung wurden ball­wurf­si­chere Rollo­an­lagen instal­liert. Diese sind nach DIN 18032 „Teil 3 Prüfung der Ball­wurf­si­cher­heit“ als ball­wurf­si­cher zerti­fi­ziert und bieten hoch­wer­tigen Sonnen- und Blend­schutz sowie sommer­li­chen Wärme­schutz.

Der eben­falls zerti­fi­zierte Behang erreicht dank seiner metal­li­sierten Rück­seite beste Werte im sommer­li­chen Wärme­schutz und passt damit perfekt zum nach­hal­tigen Konzept der Kreis­sport­halle Wangen.

Um den beson­deren Anfor­de­rungen der Holz­fas­sade gerecht zu werden, sind die seit­li­chen Fall­stabfüh­rungen der Rollos in die Holz­pfosten einge­lassen. Eine Attika sorgt zudem für eine beson­dere Einbau­lö­sung. Neben den Rollo­an­lagen in der Sport­halle sind auch in den Gymnas­tik­räumen Elek­tro­rollos mit Seil­ver­span­nung verbaut.

Sämt­liche Rollos stammen von Durach.

Beleuchtung

Die Beleuch­tung der Kreis­sport­halle Wangen wurde gezielt auf Nach­hal­tig­keit, Ener­gie­ef­fi­zienz und Nutzer­kom­fort ausge­richtet. Ein umlau­fendes Ober­licht­band sorgt für eine gleich­mä­ßige Tages­licht­aus­leuch­tung der Halle und redu­ziert so den Bedarf an künst­li­cher Beleuch­tung.

In der Sport­halle kommen moderne LED-Licht­band­sys­teme zum Einsatz, die eine gleich­mä­ßige und blend­freie Ausleuch­tung gewähr­leisten. Die Leuchten sind ball­wurf­si­cher zerti­fi­ziert und entspre­chen den Anfor­de­rungen für den Schul­sport­be­trieb. Durch die Kombi­na­tion aus ener­gie­ef­fi­zi­enter LED-Technik und intel­li­genter Steue­rung wird der Strom­ver­brauch deut­lich redu­ziert.

Dass Beleuch­tungs­kon­zept und seine Umset­zung fügen sich harmo­nisch in das nach­hal­tige Gesamt­kon­zept ein, tragen zur ange­nehmen Atmo­sphäre in der Halle bei – und wurden von emsLICHT gelie­fert.

Fenster und Türen

Bei der Kreis­sport­halle Wangen spielen auch die Fenster- und Türlö­sungen eine zentrale archi­tek­to­ni­sche und funk­tio­nale Rolle. Zum Einsatz kamen groß­for­ma­tige Fest­ver­gla­sungen in Holz (Fichte) sowie hoch­wer­tige Holz-Alumi­nium-Konstruk­tionen, die sowohl für natür­liche Belich­tung als auch für eine warme Mate­ri­al­wir­kung sorgen.

Beson­deres Augen­merk lag auf den über­großen Pivot-Türen, deren tech­ni­sche Umset­zung eine beson­dere Heraus­for­de­rung darstellte. Ergänzt wird das System durch indi­vi­duell abge­stimmte Außen­türen und effek­tiven Sonnen­schutz, der auf die Anfor­de­rungen des Tages­licht­kon­zepts abge­stimmt ist.

Die Ausfüh­rung der anspruchs­vollen Bauele­mente über­nahm die Fink Duo GmbH, ein erfah­renes Unter­nehmen im Bereich hoch­wer­tiger Fenster- und Fassa­den­lö­sungen.

Fußabdruck

Die Kreis­sport­halle Wangen wurde in Holz­hy­brid­bau­weise ausge­führt. Das gesamte Entwurfs- und Gebäu­de­kon­zept basiert auf einer klima­scho­nenden und recy­cle­baren Konstruk­tion. Es wurde im Hinblick auf einen nach­hal­tigen Fußab­druck gemäß dem Leit­faden für Nach­hal­tiges Bauen des Land­kreises Ravens­burg und unter Beglei­tung des Ener­gie­in­sti­tuts Vorarl­berg reali­siert.

Die Umset­zung erfolgte anhand einer ganz­heit­li­chen Betrach­tung und berück­sich­tigte Krite­rien wie Bauöko­logie, Biodi­ver­sität und natur­nahes Bauen. Dazu gehörten Maßnahmen wie die Verwen­dung regio­naler Baustoffe und heimi­scher Hölzer, die Schad­stoff­ver­mei­dung, der Arten­schutz am Gebäude, die Mini­mie­rung versie­gelter Flächen und eine auf Biodi­ver­sität ausge­legte Dach­be­grü­nung.

Projektdaten

Planer

Steimle Archi­tekten
Markt­platz 6
D- 70173 Stutt­gart

Bauherr

Land­kreis Ravens­burg
Eigen­be­trieb Immo­bi­lien, Kran­ken­häuser und Pfle­ge­schule

Sonnenschutz

Durach GmbH
Alte Bahn­linie 20
D — 88299 Leut­kirch

Beleuchtung

emsLicht AG
Ölwerk­straße 58
D — 49744 Geeste-Dalum

Fenster & Türen

Fink Duo GmbH
Schul­straße 28
D — 89191 Nell­ingen

Eröffnung

2024

Adresse

Kreis­sport­halle Wangen
Jahn­straße 9
D — 88239 Wangen im Allgäu

Fotos

Brigida González, Stutt­gart
Durach (Abschnitt “Sonnen­schutz”)

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Mehrzweckhalle Ingerkingen

Die Mehrzweckhalle Ingerkingen

Das Leben geht weiter

 

 

 

Die schwäbische Sparsamkeit passt hervorragend zur Idee des zirkulären Bauens: Das Material ausgedienter Bauwerke endet nicht auf der Deponie oder wird „thermisch verwertet“, sondern in eine neue Nutzungsphase überführt.

Weiterbauen

Das Konzept des Weiter­bauens wird seit Anbe­ginn der Mensch­heits­ge­schichte prak­ti­ziert. Heute ist es absolut zeit­gemäß, denn es erfüllt den Wunsch nach Konti­nuität und zeigt einen prag­ma­ti­schen Umgang mit Energie und Mate­rial. Früher war die schwere Zugäng­lich­keit von Mate­ria­lien der Haupt­grund für das Weiter­bauen, heute ist es, ange­sichts der multi­plen Krisen dieser Welt, schlichtweg erfor­der­lich.

Das ober­schwä­bi­sche Inger­kingen bei Biberach an der Riß ließ im Wett­be­werb offen, ob die bestehende Mehr­zweck­halle in die Neukon­zep­tion inte­griert oder einem Ersatz­neubau weichen sollte. In unmit­tel­barer Nach­bar­schaft zur Grund­schule, dem Musi­ker­heim und der Feuer­wehr war und ist die Halle Zentrum des gesell­schaft­li­chen Dorf­le­bens.

Neben dem Schul­sport dient die Mehr­zweck­halle Inger­kingen den orts­an­säs­sigen Vereinen als Treff­punkt, Veran­stal­tungs- und Trai­ningsort. Sie war 1964 nach den Plänen von Pfalzer und Schenk als Sport- und Turn­halle der östlich angren­zenden Grund­schule errichtet worden. Mit jedem Umbau verlor das Gebäude aller­dings schritt­weise seine einst beacht­liche typo­lo­gi­sche und ästhe­ti­sche Qualität.

Erhalten

Beim ausge­schrie­benen Wett­be­werb konnte sich der Entwurf mit dem maxi­malen Bestands­er­halt durch­setzen und die Mehr­zweck­halle vor dem drohenden Abriss und Ersatz­neubau bewahren. Das Resultat ist ein Gebäude, dessen Geschichte deut­lich ablesbar ist.

Wenn­gleich der erhal­tene Bestand keinen heraus­ra­genden künst­le­ri­schen Wert besitzt und von den Dorfbewohner:innen nicht als „schön“ einge­stuft wird, stellte er für die Planer einen hervor­ra­genden Dialog­partner dar. Da sich ein Teil des Gebäudes einfach und funk­ti­ons­fähig in die Neukon­zep­tion inte­grieren ließ, erach­teten sie den Erhalt als selbst­ver­ständ­lich.

Um den Abriss auf ein Minimum zu redu­zieren, wurden Funda­mente und Boden­platte, Decken und die massiven Wände im nörd­li­chen Teil sowie der stra­ßen­sei­tige Bühnen­trakt in die Planung inte­griert. So konnten insge­samt 60 Prozent der Baumasse erhalten werden. Da die Hallen­länge des Vorgän­ger­baus exakt den DIN-Anfor­de­rungen einer Einfeld­halle entsprach, musste allein die Südfas­sade rück­ge­baut und versetzt werden. So entstand mit vergleichs­weise wenigen Eingriffen eine norm­ge­rechte Einfeld­halle.

Wahrnehmen

Bestand und Neubau sind durch ihre Konstruk­tion und Mate­ria­li­sie­rung ablesbar. Der massive Bestand wurde gedämmt und entspre­chend dem Origi­nal­putz verputzt. Die Aufsto­ckung und Erwei­te­rung in leichter Holz­rah­men­bau­weise wird mit einer hinter­lüf­teten Holz­fas­sade ablesbar gemacht. Insbe­son­dere an der West- und Nord­fas­sade wird so die Bauge­schichte der Halle erzählt.

Die bestehende Giebel­wand wurde Rich­tung Süden erwei­tert und mit zwei gegen­läu­figen Pult­dä­chern der Aufsto­ckung und des Hallen­dachs über­baut. Im Norden wird die durch­lau­fende Linie zwischen Alt und Neu nur durch die neue Türe des Sport­ler­ein­gangs und einer leichten Stahl­treppe getrennt. Der Versatz von rund 12 Zenti­meter, der aus der schlan­keren Wand­kon­struk­tion im Holz­rah­menbau im Vergleich zum außen gedämmten Mauer­werk resul­tiert, schärft die Plas­ti­zität des Bauwerks zusätz­lich.

Die Wahr­neh­mung der Holz­fas­sade wandelt sich mit dem Stand­punkt des Betrach­tenden. Je fron­taler sich dieser zu der Nord­fas­sade befindet, desto sicht­barer werden die Fenster hinter der Holz­lat­tung. Im Laufe der Zeit wird die unbe­han­delte Holz­fas­sade vergrauen. Dieser natür­liche Prozess wird das Haus berei­chern, weil er das Holz – im Kontrast zu mine­ra­li­schen, metal­li­schen Baustoffen – als orga­ni­schen Baustoff unter­streicht.

Reduzieren

Das Ener­gie­kon­zept basiert auf der Reduk­tion von tech­ni­schen Einbauten und deren einfa­cher Revi­sio­nier­bar­keit. Unter Berück­sich­ti­gung der natür­li­chen Belüf­tung wurde die Lüftungs­an­lage auf ein Minimum redu­ziert und weitest­ge­hend als Sicht­in­stal­la­tion ausge­führt.

Die Metall­kon­struk­tionen für Tore, Sport­ge­räte und Bühne, sowie sämt­liche tech­ni­sche Einbauten sind einheit­lich schwarz lackiert und treten damit in den Hinter­grund. Die Schich­tung der tech­ni­schen Einbauten ermög­licht einer­seits eine einfache Wartung und wird ande­rer­seits zum gestal­te­ri­schen Element – so auch bei der revi­sio­nier­baren Decken­be­klei­dung in Foyer und Trep­pen­raum, bei der sämt­liche Elek­tro­in­stal­la­tionen sichtbar in die offenen Fugen gesetzt wurden. Eine für das Projekt entwi­ckelte Garde­ro­ben­stange kann je nach Nutzungs­an­for­de­rung in Einzel­teilen zerlegt und verstaut werden.

Schwaben

Um Kosten zu sparen, wurde die alte Halle von örtli­chen Vereinen ehren­amt­lich entkernt und ausge­baute Sani­tär­ob­jekte sowie die Küchen­ein­rich­tung wieder­ver­kauft. Auch die Leis­ten­scha­lung der ehema­ligen Holz­be­klei­dung des Hallen­raums fand als Fassade einer nahe­ge­le­genen Wald­hütte eine zweite Nutzungs­phase.

Die schwä­bi­sche Spar­sam­keit passt hervor­ra­gend zur Idee des zirku­lären Bauens: Das Mate­rial ausge­dienter Bauwerke endet nicht auf der Deponie oder wird „ther­misch verwertet“, sondern in eine neue Nutzungs­phase über­führt. Folge­richtig wählten die Planer bei der Sanie­rung die Mate­ria­lien und Fügungen so, dass ein Groß­teil der Baustoffe bei einem mögli­chen Rückbau sorten­rein trennbar und in die Kreis­lauf­wirt­schaft zurück­ge­führt werden können.

Fazit

Die Mehr­zweck­halle Inger­kingen zeigt die Vorteile einer behut­samen Sanie­rung im Vergleich zu einem Neubau. Neben der im Bauwerk gebun­denen grauen Energie und dem Erin­ne­rungs­wert des Gebäudes bietet der Dialog zwischen Alt und Neu einen ästhe­ti­schen Mehr­wert.

Im Vergleich zu einem mögli­chen Ersatz­neubau stellte sich die Sanie­rung der Mehr­zweck­halle Inger­kingen zudem als wirt­schaft­li­cher heraus – und kann als Vorbild für viele sanie­rungs­be­dürf­tige Hallen in Deutsch­land dienen.

Projektdaten

Planer

Atelier Kaiser Shen, Stutt­gart

Bauherr

Gemeinde Schem­mer­hofen

Eröffnung

2024

Adresse

Mehr­zweck­halle Inger­kingen
Schläg­wei­de­straße 2
D — 88433 Schem­mer­hofen

Fotos

Brigida González
AKS (Bestand)

Text

Atelier Kaiser Shen

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absturzsicherung.jetzt

Planung, Montage und Wartung

absturzsicherung.jetzt

Membranbau Sieber GmbH
(Advertorial)

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Die nagelneue Seite „absturzsicherung.jetzt“ bietet wichtige Grundlagen zu Planung, Montage und Wartung von Absturzsicherungen. Und Kontakt.

Riesiges Potenzial

Die Dächer unserer Sport- und Frei­zeit­an­lagen bieten riesige Flächen, zum Beispiel für die Montage und Nutzung erneu­er­barer Ener­gien. Hier liegt immer noch riesiges Poten­zial weit­ge­hend brach, das genutzt werden sollte.

Bau- und Wartungs­ar­beiten auf dem Dach sind aller­dings gefähr­lich. Deshalb ist ab einer Absturz­höhe von zwei Metern eine Absturz­si­che­rung erfor­der­lich, die den Sturz vom Dach, durch das Dach oder durch eine Dach­öff­nung verhin­dert.

Die Membranbau Sieber GmbH hat nun absturzsicherung.jetzt ins Leben gerufen. Hier finden sich wich­tige Grund­lagen und weiter­ge­hende Infor­ma­tionen zu Planung, Montage und Wartung von Absturz­si­che­rungen.

Systeme

Eine Anschlag­ein­rich­tung ist ein System zur Absturz­si­che­rung bei Arbeiten auf Dächern, an Fassaden oder in der Indus­trie. Es bietet einen oder mehrere Anschlag­punkte und ist in der Regel dauer­haft mit Bauwerken oder Maschinen verbunden. In Kombi­na­tion mit einer persön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung gegen Absturz (PSAgA) werden Anschlag­ein­rich­tungen als Rück­halte- oder Auffang­system bei Arbeiten genutzt.

Die maßge­bende DIN EN 795 unter­scheidet fünf Typen von Anschlag­ein­rich­tungen: Einzel­an­schlag­punkte, tempo­räre Einzel­an­schlag­punkte, Seil­si­che­rungs­sys­teme, Schie­nen­si­che­rungs­sys­teme und mobile Anschlag­punkte mit Eigen­ge­wicht.

Planung

Bei Arbeiten auf dem Dach kann jede falsche Bewe­gung fatale Folgen haben.

Daher müssen Dächer so geplant werden, dass Menschen bei späteren Instand­hal­tungs- und Wartungs­ar­beiten perma­nent gesi­chert sind. Bauliche Maßnahmen sind Geländer oder Brüs­tungen, mobile Sicher­heits­sys­teme sind zum Beispiel persön­liche Schutz­aus­rich­tungen und Anschlag­ein­rich­tungen.

Montage

Die fach­ge­rechte Montage von Absturz­si­che­rungen ist die entschei­dende Grund­lage für die lang­fris­tige Sicher­heit von Arbeits­plätzen in der Höhe. Ob auf Dächern, an Fassaden oder in der Indus­trie: Absturz­si­che­rungs­sys­teme müssen sorg­fältig geplant, exakt instal­liert und umfas­send doku­men­tiert werden, um Unfälle zu verhin­dern und den gesetz­li­chen Vorgaben zu entspre­chen.

Wartung

Absturz­si­che­rungen unter­liegen stän­diger Bean­spru­chung und Witte­rungs­ein­flüssen. Ohne regel­mä­ßige Wartung können sie ihre Schutz­funk­tion verlieren, wodurch unkal­ku­lier­bare Risiken entstehen. Durch eine syste­ma­ti­sche Wartung werden Mängel früh­zeitig erkannt und behoben, wodurch Unfälle vermieden und die Lebens­dauer der Siche­rungs­sys­teme verlän­gert werden.

Darüber hinaus ist die Wartung von Absturz­si­che­rungen eine Pflicht­auf­gabe.

Fragen Sie uns

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Die Membranbau Sieber GmbH beschäf­tigt sich mit

  • der Montage, Wartung und Instand­hal­tung von Membran­dä­chern, Fassaden und Absturz­si­che­rungen
  • Höhen­ar­beiten und Indus­trie­klet­tern mittels Seil­zu­gangs­technik
  • der Planung und Montage von perma­nenten Seil­si­che­rungs­sys­temen
  • Schu­lungen und Unter­wei­sungen von PSAgA-Anwen­dern gemäß DGUV (Regeln 112–198 sowie 112–199)
  • der Prüfung von PSAgA-Ausrüs­tungen gemäß DGIV (Grund­satz 312–906)

Zu unseren Part­nern gehören die Allianz Arena in München, der Signal Iduna Park in Dort­mund (Stadion von Borussia Dort­mund), ABS, Inno­tech und viele mehr.

Die Membranbau Sieber GmbH ist ein überaus erfah­rener und sach­kun­diger Dienst­leister in den wich­tigsten Spezi­al­be­rei­chen rund um das Arbeiten in großer Höhe.

Wir planen, montieren, warten, repa­rieren, prüfen und schulen.

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Beratung

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c/o Membranbau Sieber GmbH
Tauben­seeweg 10
D – 83119 Obing

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SAP Garden

Der SAP Garden in München

Auf gute Nachbarschaft

 

 

3XN

Der SAP Garden ist eine hochmoderne, flexible und multifunktionale Sportstätte, die technische  und gestalterische Innovation mit einer tiefen Wertschätzung für das historische Erbe ihrer Umgebung vereint.

Geschichte und Gegenwart

Im September 2024 wurde im Münchner Olym­pia­park der SAP Garden eröffnet. Die Halle entstand auf dem Grund­stück des ehema­ligen Olym­pi­schen Velo­droms und in direkter Nach­bar­schaft zum mehr als welt­be­rühmten Olym­pia­sta­dion von Frei Otto und Günther Behnisch, also in wahr­haft promi­nenter Nach­bar­schaft.

Dementspre­chend bemüht sich der Entwurf von 3XN auch um eine harmo­ni­sche, eigen­stän­dige und nicht konkur­rie­rende Verbin­dung zwischen all den Denk­mä­lern, dem ursprüng­li­chen Geist des Parks und den Formen und Mate­ria­lien der heutigen Zeit.

Auf einer Fläche von 62.500 m²bietet der SAP Garden Platz für 10.700 Zuschauer bei Eisho­ckey­spielen und 11.500 bei Basket­ball­spielen. Die Arena ist das neue Zuhause des EHC Red Bull München (Eisho­ckey) und des FC Bayern Basket­ball.

Darüber hinaus beher­bergt sie drei zusätz­liche Eisflä­chen für Trai­ning und öffent­liche Nutzung sowie VIP-Bereiche, Shops, Konfe­renz­räume und eine öffent­lich zugäng­liche Dach­ter­rasse mit spek­ta­ku­lären Ausbli­cken.

Lamellen

Die Inte­gra­tion in die geschützte Land­schaft des Olym­pia­parks war eine beson­dere Heraus­for­de­rung. Das Team um 3XN versteckte die drei Trai­nings-Eisflä­chen unter einem künst­li­chen Hügel, der die bestehenden Wege des Parks fort­setzt. Die ovale, asym­me­tri­sche Form der Arena schmiegt sich mit ihrem begrünten Dach gut in die natür­liche Umge­bung ein und führt diese weiter.

Das äußere Erschei­nungs­bild wird durch verti­kale Pilaster geprägt, die sich nach oben wölben und die verglasten Eingangs­be­reiche betonen. Jede der 260 Lamellen hat eine indi­vi­du­elle Geome­trie, was der Fassade eine einfache, doch komplexe Dynamik verleiht. So entsteht eine ganz eigen­stän­dige Verbin­dung zwischen den fili­granen histo­ri­schen Struk­turen und dem neuen Gebäude.

Treffpunkt

Der SAP Garden will mehr sein als nur eine Arena für die großen Events. Sie soll ein belebter und beliebter sozialer Treff­punkt für die Gemein­schaft werden: Die öffent­li­chen Eisflä­chen sind für Schulen, Vereine und Frei­zeit­sportler geöffnet, was die lokale Sport­in­fra­struktur stärkt.

Auch eSports-Fans finden mit dem Gaming Garden hier ein neues Zuhause für digi­tale Wett­be­werbe fast aller Art. Restau­rants, Shops und die Dach­ter­rasse schaffen zusätz­liche Möglich­keiten, um den Raum ganz­jährig zu nutzen.

Technik

Zuschauer erleben im SAP Garden ein inten­sives, packendes Ambi­ente. Eine tech­ni­sche Beson­der­heit ist das inno­va­tive und mobile Tribü­nen­system über dem Eisho­ckey­feld, welches den schnellen und flexi­blen Wechsel zwischen Eisho­ckey- und Basket­ball­nut­zung ermög­licht. Die Atmo­sphäre in der Halle lässt sich durch Licht­ef­fekte und digi­tale Medien an unter­schied­liche Events und Anlässe anpassen.

Projektdaten

Architekt

3XN A/S
Kanon­bådsvej 8
DK – 1437 Copen­hagen K

Bauherr

Red Bull Stadion München GmbH

Partner

CL MAP

Ingenieure

Buro Happold

Eröffnung

2024

Adresse

SAP Garden
Toni-Merkens-Weg 4
D‑80809 München

Fotos

Rasmus Hjortshoj_

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

Video

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Waldorf Campus Berlin

Waldorf Campus Berlin

Sport & Philosophie

 

 

Kersten Kopp Architekten

Die architektonische Umsetzung anthroposophischer Philosophie in einen Schulbau mit Sporthalle.

Komplex

Die Sport­halle des Waldorf Campus Berlin komplet­tiert einen neuen Schul­kom­plex mitten auf der soge­nannten „roten Insel“ in Berlin-Schö­ne­berg. In den beiden ersten Bauab­schnitten entstanden die Johan­nes­schule mit Kinder­garten und Hort sowie das das Rudolf-Steiner-Bildungs­zen­trum.

Kersten Kopp Archi­tekten aus Berlin hatten den Wett­be­werb für diesen waldorf­päd­ago­gi­schen Campus bereits im Jahr 2013 gewonnen. Mit der Sport­halle wurde das Projekt endgültig fertig gestellt.

Die in Holz­bau­weise errich­teten Gebäude des Ensem­bles grup­pieren sich um einen zentralen Platz mit einla­dendem Charakter, der als Schulhof, Treff­punkt, Lauf­bahn und Spiel­platz dient. Er öffnet sich in Rich­tung des Haupt­ein­gangs der Schule.

Im ersten Bauab­schnitt wurde die Johan­nes­schule mit Kinder­garten und Hort reali­siert. Die Schule besetzt das Zentrum des Grund­stücks und fasst den Campus­platz mit Spiel­platz und Lauf­bahn. Das drei­ge­schos­sige Schul­ge­bäude bietet neben einer dyna­mi­schen Kubatur span­nende Erschlie­ßungs­flä­chen und Unter­richts­räume.

Durch die Eigen­stän­dig­keit der einzelnen Baukörper entstehen viele große und kleine Nischen und Frei­be­reiche, die als Pausen- und Grün­flä­chen genutzt werden können.

Das Rudolf-Steiner-Bildungs­zen­trum im Norden des Waldorf Campus Berlin entstand im zweiten Bauab­schnitt. Es bietet unter anderem einen Euryth­mie­saal und einen Musik- und Sprach­raum sowie ein Foyer mit Verbin­dung zur Johan­nes­schule und zum großen Schulhof im Osten.

Organisation

Die 820 m² große Sport­halle des Waldorf Campus Berlin vervoll­stän­digt den Komplex. Ihr Haupt­ein­gang mit verglastem Foyer verbindet die Halle mit den anderen Teilen des Ensem­bles – und mit der direkt zuge­ord­neten Lauf­bahn sowie den Außen­sport- und Spiel­an­lagen.

Die Umkleide- und Sani­tär­be­reiche befinden sich im einge­schos­sigen Teil des Baukör­pers. Die Räume für Sport­ge­räte und Haus­technik sind der Sport­halle direkt zuge­ordnet.

Die großen Fenster im Foyer sorgen für Blick­kon­takte und natür­liche Belich­tung, mit Unter­stüt­zung durch Licht­kup­peln und Ober­lichter.

Materialien

Für die Sport­halle des Waldorf Campus Berlin wurden unter­schied­liche Hölzer verwendet. Der Hallen­boden besteht aus Eichen­sport­parkett, die Prall­wände aus Lärchen­holz­scha­lung bzw. weiß lasierten Fich­ten­holz­drei­schicht­pa­neelen. Die Brett­schicht­holz­dach­binder aus Fich­ten­holz sind eben­falls weiß lasiert.

Der Waldorf Campus Berlin wurde im Sinne eines nach­hal­tigen CO2-neutralen Ansatzes in mehr­ge­schos­siger Holz­bau­weise geplant. Dazu gehören die Verwen­dung groß­for­ma­tiger Holz­fer­tig­teile, die Fassade aus unbe­han­delten, langsam verwit­ternden Lärchen­holz­bret­tern und die begrünten Dächer.

Philosophie

In der anthro­po­so­phi­schen Philo­so­phie steht der indi­vi­du­elle, selbst erfah­rene Weg jedes Kindes vom Kinder­garten bis zur Schule und Fach­schule in gesunder und krea­tiver Umge­bung im Vorder­grund. Diesem Gedanken entspricht das Lernen in einem Campus, der für jede Alters­gruppe ein entspre­chendes Angebot bereit­hält.

Kersten Kopp Archi­tekten haben diesen Gedanken in drei Abschnitten und insge­samt acht Jahren gebaut.

Projektdaten

Architekt

Kersten Kopp Archi­tekten GmbH
Rhein­straße 45, Aufgang 3
D — 12161 Berlin

Bauherr

Verein Freunde der Johannes-Schule-Berlin e.V. (1. u. 3. BA);
Rudolf-Steiner-Bildungs­zen­trum GmbH, Emil Molt
Akademie, Freie Fach­schule für Sozi­al­päd­agogik (2. BA)

Eröffnung

2021

Adresse

Waldorf­schule in Schö­ne­berg
Johannes-Schule Berlin
Monu­men­ten­straße 13A
D — 10829 Berlin

Fotos

Werner Huth­ma­cher, Berlin

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Sporthalle Szent Gellért

Sporthalle Szent Gellért in Budapest

Lass dich eingraben

 

 

építész stúdió

Der Baukörper macht keinerlei Anstalten, sich mit der historischen Bausubstanz der Schule anzulegen. Das ist sehr wohltuend.

építész stúdió

Vorgefunden

Die Sport­halle Szent Gellért (Szent Gellért Terem) in Buda­pest ist ein heraus­ra­gendes Beispiel für das Bauen im Bestand – und nicht nur dafür. Sie entstand für das Gymna­sium St. Margaret aus den 1930er Jahren.

Der Entwurf des unga­ri­schen Büros építész stúdió wurde in erster Linie vom viel­zi­tierten Genius Loci bestimmt. Das Grund­stück weist ein starkes Gefälle auf und bot auf einer brach­lie­genden Fläche hinter der Schule genü­gend Platz, um das Gebäude und die notwen­digen Erschlie­ßungs­flä­chen aufzu­nehmen.

Die Planer entschieden sich dafür, die Sport­halle Szent Gellért einzu­graben. Dies hat gravie­rende Auswir­kungen auf die Erschei­nung der Halle, auf ihre Umge­bung und natür­lich auch auf ihre innere Orga­ni­sa­tion.

Verschwunden

Die sicht­bare Größe des Baukör­pers wird um mehr als die Hälfte redu­ziert. Hinter der Schule steigt das Gelände stark an, weite Teile der Halle wurden also unter dem Grün des Hangs versteckt.

Die Rück­seite der Sport­halle Szent Gellért ist voll­ständig im Hang verschwunden, die Seiten­fas­saden wachsen aus dem Gelände heraus. Die Gale­rie­ebene hinter der Südfas­sade ist dagegen voll­ständig wahr­nehmbar und öffnet sich zur Schule mit großen Glas­flä­chen.

Das Dach wird zur ebenso viel­zi­tierten fünften Fassade – und durch ein zusätz­li­ches Spiel­feld sogar nutzbar. Die unge­wöhn­liche Ball­fang­ein­rich­tung gibt dem Ganzen enorme Leich­tig­keit – und ergibt den totalen Kontrast zum detail­freu­digen Schul­ge­bäude.

Verloren

Grund­stück und Garten haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Früher standen hier herr­schaft­liche Terrassen, deren Charakter aller­dings im Zweiten Welt­krieg verloren ging. Zuletzt lag die Fläche brach.

Die Wieder­her­stel­lung dieses Gartens mit histo­ri­scher Neigung und der „Dach­ter­rasse“ für das Spiel­feld ist nicht nur aus funk­tio­naler Sicht ausge­spro­chen sinn­voll, es erin­nert auch an den neoba­ro­cken Vorgänger der Sport­halle Szent Gellért.

Organisation

Die Halle wird über die Rück­seite des Gymna­siums St. Margaret, also über den Schulhof, erschlossen. Der Eingang, die Umkleiden und Duschen für die Sportler sowie die Lehrer- und Lager­räume befinden sich sämt­lich auf der Spiel­feld­ebene. Das bedeutet kurze Wege und spart Zeit, und das ist natür­lich auch für den Schul­sport hilf­reich.

Zuschauer errei­chen das Hallen­in­nere über die darüber liegende Gale­rie­ebene. Eine groß­zü­gige Lobby mit Blick auf das Spiel­feld führt die Gäste auf die Tribünen.

Zugänge und Wege­füh­rungen für Sportler und Zuschauer sind also getrennt und führen auf verschie­denen Ebenen zum Herz­stück der Halle, dem Spiel­feld. Hier finden neben dem Schul­sport vor allem Basket­ball und Volley­ball sowie Fitness­kurse statt – bisweilen auch gleich­zeitig.

Die Eingangs­be­reiche sind bewusst ruhig gehalten. építész stúdió nennen sie „ein dunkles Inter­mezzo“ zwischen dem Außen­be­reich und der licht­durch­flu­teten Halle, die dank der weit geöff­neten Fassade in stän­diger visu­eller Verbin­dung mit der Schule steht.

Zurückhaltung

Der Baukörper macht keinerlei Anstalten, sich mit der histo­ri­schen Bausub­stanz der Schule anzu­legen. Das ist sehr wohl­tuend.

Diesem zurück­hal­tenden Ansatz entspre­chend haben die Planer möglichst einfache Mate­ria­lien verwendet. Es domi­nieren Holz, Glas und Sicht­beton. Wo es für den tägli­chen Gebrauch notwendig ist, wurde die Beton­kon­struk­tion mit Holz­ober­flä­chen ausge­kleidet.

Der Ball­fang­zaun auf dem Dach wird von eng stehenden, verzinkten Stabele­menten gebildet. Sie wirken im Vergleich zum mono­li­thi­schen Baukörper der Sport­halle Szent Gellért fast durch­sichtig – oder wie eine Beloh­nung. Das Raster ist streng, aber dennoch neben dem detail­freu­digen Monu­ment der Schule kaum wahr­nehmbar.

Alles wirkt im besten Sinne einfach. Das muss man erstmal so hinkriegen.

Projektdaten

Architekt

építész stúdió
1016 Buda­pest,
HU — Krisz­tina krt. 71

Bauherr

Szent Margit Gimná­zium

Eröffnung

2020

Adresse
Szent Margit Gimná­zium
1114 Buda­pest
HU — Villányi út 5–7
Fotos

Gergely Kenéz

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Sporthalle Märkische Schule

Die Sporthalle Märkische Schule

Na Endlich!

 

 

Harris + Kurrle Architekten

Seit viel zu vielen Jahren stand den Schülerinnen und Schülern der Märkischen Schule keine angemessene Sporthalle zur Verfügung. Die Sporthalle Märkische Schule schafft hier nun endlich Abhilfe, und das ist in vielerlei Hinsicht eine absolute Bereicherung.

Harris + Kurrle Archi­tekten

Sitzfußball

Wo früher Gene­ra­tionen ange­hender Abitu­ri­en­tinnen und Abitu­ri­enten mit Sitz­fuß­ball und Gerä­te­turnen in einer muffigen Einfeld­halle eher wenig Spaß hatten, entstand nun nach Plänen von Harris + Kurrle Archi­tekten aus Stutt­gart mit der Sport­halle Märki­sche Schule eine nagel­neue Drei­fach­halle, die einen anderen Zeit­geist atmet.

Die neue Sport­halle in Bochum-Watten­scheid ersetzt ihre Vorgän­gerin an annä­hernd glei­cher Stelle, was schon ange­sichts der deut­lich größeren Baumassen eine nicht zu unter­schät­zende Aufgabe darstellt.

Zum Raum­pro­gramm gehörten nämli­chen neben der Sport­halle eine neue Mensa für bis zu 120 Gäste, Fach­räume für Musik und Zeichnen sowie ein Raum für die Schü­ler­ver­tre­tung.

Die Sport­halle Märki­sche Schule wird nicht nur für den Schul­sport, sondern auch von Sport­lern von vier NRW-Sport­schulen genutzt.

Denkmalschutz

Die Sport­halle Märki­sche Schule ist nun Teil des Märki­schen Gymna­siums. Dabei handelt es um ein denk­mal­ge­schütztes Gebäu­de­en­semble aus den späten 1950er Jahren, zu dem auch die Stadt­halle Watten­scheid gehört.

Watten­scheid ist seit langer Zeit viel­fäl­tigen Heraus­for­de­rungen wie Abwan­de­rungen, sozi­al­räum­li­cher Segre­ga­tion, Arbeits­lo­sig­keit, Vernach­läs­si­gung, Leer­ständen und sozialen Span­nungen ausge­setzt – und das ist dem Stadt­bild deut­lich anzu­sehen.

Das Programm der Sport­halle Märki­sche Schule setzt, begin­nend mit der Ausschrei­bung, genau hier an und schafft im Herzen der Schule und des Stadt­teils ein Mehr an Möglich­keiten und Mitein­ander, das über den reinen Sport­un­ter­richt weit hinaus­geht.

Eingraben

Der Neubau formu­liert als markanter, kompakter Baukörper das stadt­räum­liche Gegen­über zur Stadt­halle Watten­scheid und fasst den zentralen Pausenhof der Märki­schen Schule am anderen Ende ein.

Der Standort des Baukör­pers orien­tiert sich an seinem Vorgänger, und auch seine Höhen­ent­wick­lung sowie die verwen­deten Mate­ria­lien passen sehr gut in die vorge­fun­dene städ­te­bau­liche und räum­liche Situa­tion.

Das Gebäude misst 46,5 x 39,5m und wurde weit­ge­hend als Stahl­be­ton­kon­struk­tion ausge­führt. Das Dach besteht als Misch­kon­struk­tion aus Stahl­beton, Stahl und Holz. Durch das Eingraben des Baukör­pers und die Anord­nung der Sport­halle im Unter­ge­schoss wurde die sicht­bare Baumasse auf ein stand­ort­ver­träg­li­ches Maß redu­ziert.

Man könnte auch sagen, dass die Archi­tekten die denk­mal­ge­schützte Gesamt­an­lage respek­tiert und weiter­ge­baut haben.

Organisation

Durch den Neubau der Sport­halle Märki­sche Schule werden klare Frei­räume gebildet und bestehende verstärkt. Der zentrale Pausenhof fungiert nun auch als Vorplatz und Eingangs­be­reich für Sport­halle und Mensa. Die Mensa selbst orien­tiert sich nach Süden zu einem geschützten Außen­be­reich mit Bäumen und Aufent­halts­qua­lität. Die Anlie­fe­rung für die Mensa erfolgt entlang der östli­chen Grund­stücks­grenze.

Der Haupt­ein­gang und das Foyer liegen sinni­ger­weise in der an den Bestand angren­zenden Gebäu­de­ecke. Von hier aus gelangen die Schü­le­rinnen und Schüler direkt in die Mensa oder über Treppe und Aufzug in die Sport­halle samt angren­zenden Umkleiden im Unter­ge­schoss bzw. zu den Klas­sen­räumen und weitere Sport­nut­zungen wie dem Gymnas­tik­raum im Ober­ge­schoss.

Strasseniveau

Die Sport­halle wird groß­zügig mit Tages­licht versorgt. Dies geschieht über umlau­fende Ober­lichter, wobei das Tages­licht durch eine Art Filter aus Beton­fer­tig­teilen gebro­chen wird und somit blend­frei einfällt.

Diese umlau­fende Belich­tung auf Stra­ßen­ni­veau gibt der Sport­halle Märki­sche Schule einen offenen und einla­denden Charakter, sowohl zum Schulhof hin als auch zur Außen­welt. Im Ober­ge­schoss sind der Gymnas­tik­raum und der Kraft­raum durch beson­dere Fens­ter­ele­mente an der Fassade ablesbar. Ansonsten befinden sich im OG vor allem Neben- und Tech­nik­räume, und da wären große Glas­flä­chen eher unwirt­schaft­lich.

Materialien

Die gewählten Mate­ria­lien sind der Bauauf­gabe entspre­chend robust, wirt­schaft­lich und pfle­ge­leicht: Sicht­beton (Stützen EG), Klinker (Wände OG) und Metall (Dach). Art und Farbton der Mate­ria­lien orien­tieren sich dabei am denk­mal­ge­schützten Bestand.

Die Barrie­re­frei­heit ist durch Flur­breiten, einen Aufzug, Umkleiden für Schüler und Lehrer sowie Toiletten gewähr­leistet.

Fazit

Seit viel zu vielen Jahren stand den Schü­le­rinnen und Schü­lern der Märki­schen Schule keine ange­mes­sene Sport­halle zur Verfü­gung. Die Sport­halle Märki­sche Schule schafft hier nun endlich Abhilfe, und das ist in vielerlei Hinsicht eine abso­lute Berei­che­rung.

Projektdaten

Architekt

Harris + Kurrle Archi­tekten BDA
Part­ner­schaft mbB
Möri­ke­straße 15
D — 70178 Stutt­gart

Bauherr

Stadt Bochum

Metalldach- und Fassadenbekleidungen

Schabos Klemp­ner­technik GmbH
West­ring 10
D — 48356 Nord­walde

Adresse

Märki­sches Gymna­sium Watten­scheid
Saar­land­straße 40–44
D — 44866 Bochum

Eröffnung

2024

Fotos

Harris + Kurrle Archi­tekten BDA

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Gymnase Marie Paradis

Das Gymnase Marie Paradis“ in Le Bourget 

Nach den Spielen

 

 

archi5

Das Gymnase Marie Paradis bietet zukunftsorientierte Antworten auf die Anforderungen moderner Sportarchitektur – insbesondere im Hinblick auf die Nachnutzung von Sportstätten, die für Großereignisse wie Olympische Spiele gebaut werden.

archi5

Olympische Trainingsstätte

Die Sport­halle „Gymnase Marie Paradis“ im Parc des Sports in Le Bourget wurde als Trai­nings­stätte für die Klet­ter­wett­kämpfe bei den Olym­pi­schen Spielen 2024 gebaut, jetzt ist sie ein High­light des sport­li­chen Ange­botes der Gemeinde nord­öst­lich von Paris.

Der Entwurf stammt von archi5, in Zusam­men­ar­beit mit der Société des Ouvrages Olym­pi­ques.

Der mono­li­thi­sche Baukörper fügt sich mühelos in den Sport­park ein. Seine Öffnungen und Zugänge orien­tieren sich an den benach­barten Sport­flä­chen.

Das Sockel­ge­schoss wurde mit Ziegeln verkleidet, die eine Verbin­dung zur indus­tri­ellen Vergan­gen­heit Le Bour­gets herstellen sollen. Der höhere Gebäu­de­teil mit dem Spiel­feld und der Klet­ter­halle erhielt eine Metall­fas­sade.

Beides zusammen ergibt im Zusam­men­spiel mit der acht­eckigen Gebäu­de­form und dem Holz der Öffnungs­ele­mente einen durchaus dyna­mi­schen und edlen Gesamt­ein­druck.

Nacholympische Sporthalle

Das Gymnase Marie Paradis wird an zwei Seiten von der komfor­ta­blen Anzahl von insge­samt zehn Umklei­de­räumen sowie mehreren Eingängen und Erschlie­ßungs­flä­chen umschlossen. Diese Bereiche sind auf maxi­male Flexi­bi­lität hin geplant worden, so dass Umkleiden und Hallen­be­reiche getrennt oder zusammen genutzt werden können. Dies war vor allem während der Olym­pi­schen Spiele wichtig, als die Sport­halle als Trai­nings- und Aufwärm­raum für die Klet­ter­wett­kämpfe genutzt wurde.

Im Hallen­in­neren gibt es drei Klet­ter­wände für die verschie­dene Diszi­plinen Bouldern, Speed und Lead. Das Spiel­feld kann für Ball­sport­arten und mehr genutzt werden.

Dank dieser komfor­ta­blen Ausstat­tung, zu der auch nach den Spielen 250 Zuschau­er­plätze gehören, ist der Komplex mit seiner Fläche von 3.000 m² dauer­haft und bestens für Wett­kämpfe und Sport­ver­an­stal­tungen geeignet, von regio­naler bis hin zu inter­na­tio­naler Ebene.

Zukunftsfähige Architektur

Neben seiner geho­benen Funk­tio­na­lität ist das Gymnase Marie Paradis auch ein gutes Beispiel für nach­hal­tiges Bauen. Das doku­men­tiert auch die HQE-Zerti­fi­zie­rung (Haute Qualité Envi­ron­ne­men­tale) für heraus­ra­gende Umwelt­stan­dards.

Die Trag­struktur besteht aus einem Holz­rahmen, der auf Nach­hal­tig­keit und die Redu­zie­rung des CO₂-Fußab­drucks ausge­legt ist. Die Holz­rahmen und ‑paneele wurden aus Frank­reich bezogen, um Trans­portemis­sionen zu mini­mieren und die lokale Forst­wirt­schaft zu unter­stützen.

Ein Groß­teil der Dächer ist als Gründach gestaltet. Diese nehmen das Regen­wasser auf, sind sehr gute Wärme­dämmer und halten das Gebäude im Sommer kühl. Auf dem Dach der Haupt­halle wurde zudem eine Solar­an­lage instal­liert, die rund 60 % des Warm­was­ser­be­darfs der Halle deckt.

Die Fassaden sind mit Stein­wolle isoliert, die groß­zü­gigen Glas­flä­chen auf der Ostseite sorgen für eine gleich­mä­ßige Versor­gung mit Tages­licht und weitere Ener­gie­ein­spa­rungen.

All dies wurde den olym­pi­schen Anfor­de­rungen und wird den zukünf­tigen Bedürf­nissen der Gemeinde absolut gerecht.

Marie Paradis

Mit seiner Lage im Medi­en­zen­trum der Olym­pi­schen Spiele 2024 spielt das Gymnase Marie Paradis eine zentrale Rolle im infra­struk­tu­rellen Wandel Le Bour­gets. Der Komplex dient nun als modernes Sport­zen­trum für lokale Vereine, Schulen und die Gemein­schaft – mit Raum größere Veran­stal­tungen.

Die Halle ist zudem barrie­re­frei gestaltet und mit dem AAA-Label für univer­selle Zugäng­lich­keit zerti­fi­ziert, was ihre inte­gra­tive Funk­tion für Menschen aller Alters­gruppen und Fähig­keiten unter­streicht.

Marie Paradis war eine fran­zö­si­sche Alpi­nistin. Sie erstieg im Sommer 1808 als erste Frau den Mont Blanc. Die gleich­na­mige Sport­halle nimmt die Hürden und Anfor­de­rungen an moderne Sport­ar­chi­tektur ziem­lich mühelos – insbe­son­dere im Hinblick auf die Nach­nut­zung von Sport­stätten, die für Groß­ereig­nisse wie Olym­pi­sche Spiele gebaut werden.

Projektdaten

Architekt

archi5

Bauherr

Solideo

Eröffnung

2024

Adresse

Gymnase Marie Paradis
ZAC Cluster des médias
F — 93350 Le Bourget

Fotos

Sergio Grazia

Text

Johannes Bühl­be­cker
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