Some­thing So Strong 

Parra­matta Aquatic Centre

Das Parra­matta Aquatic Centre (PAC) markiert einen bedeu­tenden Entwick­lungs­schritt in der langen Bezie­hung der autra­li­schen Stadt Parra­matta zum Wasser. Einge­bettet in das rund 20 Hektar große Park­areal von Mays Hill steht der Ort für eine über 60.000 Jahre währende Nutzung durch die Burra­mat­tagal, eine Gruppe der Darug. Bereits in der frühen Kolo­ni­al­zeit diente Mays Hill als Aussichts­punkt auf die entste­hende Stadt. Diese histo­ri­sche Funk­tion prägt bis heute die strengen Vorgaben für die Offen­heit des Geländes – und wurde zum Ausgangs­punkt für einen ebenso sensi­blen wie inno­va­tiven Entwurf.

Entwurf:

Andrew Burges Archi­tects
Grimshaw

McGregor Coxall

Ring, Carving und Buffer

Die plane­ri­sche Heraus­for­de­rung bestand darin, ein umfang­rei­ches Raum­pro­gramm von über 15.000 m² zu reali­sieren, ohne die land­schaft­liche Domi­nanz des Parks zu beein­träch­tigen. Die Antwort darauf ist ein ebenso klares wie poeti­sches Konzept, das sich in drei Elemente glie­dert: „Ring“, „Carving“ und „Buffer“. Der markante, kreis­för­mige Baukörper (der Ring) umschließt die Wasser­flä­chen und defi­niert die Iden­tität des Zentrums, ohne die Durch­läs­sig­keit der Land­schaft zu verlieren. Inspi­riert von Fluss- und Hafen­bä­dern schafft er eine mini­male Einfas­sung, die gleich­zeitig schützt und verbindet.

Das zweite Prinzip, das „Carving“, beschreibt das Einschneiden der Anlage in die Topo­grafie. Große Teile des Bauvo­lu­mens sind in den Boden einge­lassen, wodurch die archi­tek­to­ni­sche Präsenz redu­ziert und die Sicht­be­zie­hungen über das Gelände hinweg erhalten bleiben. Ergänzt wird dies durch den „Buffer“ – einen linearen Baukörper entlang der angren­zenden Verkehrs­achsen, der als akus­ti­scher und visu­eller Schutz fungiert und zugleich die Fitness- und Well­ness­be­reiche aufnimmt.

Die Planung stammt von Andrew Burges Archi­tects, Grimshaw Archi­tects und McGregor Coxall.

Das Herz des Parra­matta Aquatic Centre 

Im Herzen der Anlage liegt das 50 Meter lange Außen­be­cken mit zehn Bahnen und einer Breite von rund 25,5 Metern. Mit einer Tiefe von 1,2 bis 2 Metern eignet es sich sowohl für den Leis­tungs- als auch für den Frei­zeit­sport und bildet den zentralen Anzie­hungs­punkt der Anlage. Ergänzt wird es durch ein 25 Meter langes, acht­bah­niges Hallen­be­cken, das ganz­jährig genutzt werden kann. Für Schwimm­an­fänger steht ein sepa­rates Lehr­schwimm­be­cken mit varia­bler Tiefe von 0,9 bis 1,2 Metern zur Verfü­gung.

Beson­ders fami­li­en­freund­lich ist der groß­zü­gige Wasser­spiel­be­reich: Ein Indoor-Splash-Park mit flachem, strand­ähn­li­chem Einstieg (0 bis 0,4 Meter Tiefe), Rutschen und inter­ak­tiven Wasser­ele­menten schafft sichere und spie­le­ri­sche Wasser­er­leb­nisse für Kinder. Ergänzt wird das Angebot durch ein sepa­rates Entspan­nungs­be­cken sowie durch Spa‑, Sauna- und Dampf­bäder.

Die Becken

Alle Becken wurden mit der modu­laren Myrtha-Tech­no­logie reali­siert. Diese zeichnet sich durch präzise vorge­fer­tigte Edel­stahl­mo­dule aus, die eine hohe Lang­le­big­keit, opti­male Wasser­qua­lität und redu­zierte Wartung ermög­li­chen. Gleich­zeitig sorgt die leichte Bauweise für eine effi­zi­ente Konstruk­tion und trägt in Verbin­dung mit modernen Filter­sys­temen zu einem deut­lich gerin­geren Energie- und Wasser­ver­brauch bei.

Die Becken sind beheizbar und erfüllen sowohl sport­liche als auch frei­zeit­be­zo­gene Anfor­de­rungen auf höchstem Niveau.

Angebot und Inklu­sion

Das Angebot wird durch ein umfas­sendes Fitness- und Well­ness­pro­gramm ergänzt: Ein modernes, offen gestal­tetes Fitness­studio mit aktu­eller Ausstat­tung, mehrere Kurs­räume, Gemein­schafts­be­reiche sowie ein Café mit Innen- und Außen­plätzen schaffen einen viel­sei­tigen Ort für Bewe­gung, Begeg­nung und Erho­lung.

Groß­zü­gige Umklei­de­be­reiche und barrie­re­freie Zugänge – etwa durch Rampen in die Becken – gewähr­leisten eine inklu­sive Nutzung für alle Besu­cher­gruppen.

Klar und sensibel

Nach­hal­tig­keit ist ein zentraler Bestand­teil des Konzepts. Photo­vol­ta­ik­an­lagen auf dem Dach liefern einen erheb­li­chen Anteil der benö­tigten Energie, während natür­liche Belüf­tungs­sys­teme und gezielte Tages­licht­füh­rung den tech­ni­schen Aufwand redu­zieren. Gleich­zeitig wurde die Land­schaft umfas­send aufge­wertet: Tausende neue Bäume, Sträu­cher und Pflanzen stärken die Biodi­ver­sität, verbes­sern das Mikro­klima und schaffen schat­tige Aufent­halts­be­reiche.

So vereint das Parra­matta Aquatic Centre auf eindrucks­volle Weise archi­tek­to­ni­sche Klar­heit, tech­ni­sche Inno­va­tion und land­schaft­liche Sensi­bi­lität. Es ist ein offener, einla­dender Ort für Sport, Frei­zeit und Gemein­schaft – und ein beispiel­haftes Modell dafür, wie sich große öffent­liche Infra­struk­turen harmo­nisch in gewach­sene Kultur­land­schaften inte­grieren lassen.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Bauherr

Sadt Parra­matta

Schwimm­be­cken
Myrtha Pools
Adresse

Parra­matta Aquatic Centre (The PAC)
7A Park Parade, Parra­matta NSW 2150, Austra­lien

Eröff­nung
2023
Fotos

Grimshaw

Text

Johannes Bühl­be­cker
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