Besser als neu
Das Bad des SSC Hörde

Die Zukunft vieler Hallenbäder entscheidet sich nicht allein beim Neubau, sondern vor allem im Bestand. Das Hallenbad Hörde zeigt eindrucksvoll, wie eine kluge Sanierung mit engagierten Partnern und Betreibern den langfristigen Erhalt einer wichtigen Sportstätte sichern kann. Der erste Teil unseres Berichts beleuchtet vor allem die Geschichte hinter diesem beispielhaften Projekt.
Wie der SSC Hörde gemeinsam mit starken Partnern den Fortbestand einer wichtigen Sportstätte sichert
Wenn in Deutschland über Hallenbäder gesprochen wird, geht es häufig um Sanierungsstau, steigende Betriebskosten oder drohende Schließungen. Das Hallenbad Hörde erzählt eine andere Geschichte. Es zeigt, dass der Erhalt bestehender Sportstätten auch unter schwierigen Rahmenbedingungen gelingen kann, wenn engagierte Menschen Verantwortung übernehmen und starke Partner gemeinsam an einer Lösung arbeiten.
Die Geschichte des Schwimmsports in Dortmund-Hörde ist stark mit der industriellen Entwicklung und der Badekultur des Stadtteils verwoben. Der bedeutendste Verein vor Ort ist der SSC Hörde. Seit vielen Jahrzehnten gehört dessen Hallenbad zum sportlichen Leben im Dortmunder Süden. Generationen von Kindern haben hier schwimmen gelernt, Schulen nutzen das Bad für ihren Unterricht, Vereine für Training und Wettkämpfe. Darüber hinaus ist die Anlage ein wichtiger Treffpunkt für den Freizeit- und Gesundheitssport.
Damit ist das Bad weit mehr als eine Sportstätte – es ist ein Stück sozialer Infrastruktur und ein wichtiger Bestandteil des Stadtteils.

Ein Verein übernimmt Verantwortung
Eine besondere Rolle spielt dabei der Schwimm- und Sport-Club Hörde 54/58 e. V. Seit 2003 betreibt der Verein das Hallenbad in eigener Verantwortung – ein Modell, das damals wie heute außergewöhnlich ist. Mit großem ehrenamtlichem Engagement, organisatorischem Know-how und viel Leidenschaft ist es gelungen, die Anlage nicht nur zu erhalten, sondern kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Heute bietet das Bad weit mehr als klassische Schwimmausbildung. Schulschwimmen, Vereins- und Wettkampfsport, Aquafitness, Tauchen, Fitnessstudio, Sauna sowie Angebote der Prävention und Physiotherapie machen die Einrichtung zu einem vielseitigen Sport- und Gesundheitszentrum für Menschen aller Altersgruppen – und das weit über den Verein hinaus.

Sanierung mit Weitblick
Trotz dieses Engagements hinterließ die Zeit auch am Hallenbad Hörde ihre Spuren. Insbesondere das zentrale 25-Meter-Becken hatte einen Zustand erreicht, der eine grundlegende Sanierung erforderlich machte. Gemeinsam mit der Stadt Dortmund, die das Projekt finanziell unterstützte, entschied sich der SSC Hörde für eine umfassende Modernisierung, um den Schul‑, Vereins- und öffentlichen Badebetrieb langfristig zu sichern.
Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass zur Optimierung der Schwimmausbildung die Möglichkeit geschaffen wurde, aus den wettkampfüblichen fünf Bahnen sechs Trainingsbahnen mit verringerter Bahnenbreite zu machen.
Schon früh wurde deutlich, dass die Aufgabe weit über eine reine Beckensanierung hinausgehen würde. Die vorhandene Bausubstanz, die bestehende Sprunganlage und die besonderen räumlichen Gegebenheiten verlangten nach einer Lösung, die sowohl technisch als auch wirtschaftlich überzeugen musste.

Gemeinsam zur passenden Lösung
Mit der Planung wurde Deye Consulting aus Hatten beauftragt. Gemeinsam mit dem Technologiepartner Myrtha Pools entwickelte das Ingenieurbüro ein Sanierungskonzept, das speziell auf die Herausforderungen des Bestands zugeschnitten wurde. Ziel war es, die vorhandene Beckengeometrie zu erhalten, die Gebäudesubstanz dauerhaft zu schützen und gleichzeitig die Voraussetzungen für einen modernen, sicheren und wirtschaftlichen Betrieb zu schaffen.
Die Umsetzung übernahm Thallessa Freizeitanlagen. Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen konnte das Projekt innerhalb eines engen Zeitplans realisiert werden. Seit der Wiedereröffnung im April 2026 steht das Schwimmerbecken wieder vollständig für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit zur Verfügung.

Ein Projekt mit Signalwirkung
Die Sanierung des Hallenbads Hörde ist weit mehr als die Erneuerung eines Schwimmbeckens. Sie zeigt, dass der Erhalt bestehender Bäder auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen möglich ist, wenn Kommunen, Vereine und spezialisierte Planungspartner gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Gerade viele ältere Hallenbäder stehen heute vor ähnlichen Herausforderungen. Das Projekt in Dortmund macht deutlich, dass innovative Sanierungskonzepte eine wirtschaftliche Alternative zum Neubau sein können und damit neue Perspektiven für den Erhalt der Bäderlandschaft eröffnen.
Fortsetzung folgt
Im zweiten Teil unseres Projektberichts werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Sanierung. Wie konnte das bestehende Becken erhalten werden? Welche konstruktiven Herausforderungen galt es zu lösen? Und warum spielte die Beckentechnologie dabei eine entscheidende Rolle? Antworten darauf liefert die technische Geschichte dieses außergewöhnlichen Projekts.

Projektdaten
(Links sind unterstrichen)
Planer
Deye Consulting
Borchersweg 110
D – 26209 Hatten
Bauherr
SSC Hörde 54/58 e.V.
Schwimmbecken
Myrtha Pools
Via Solferino, 27
ITA-46043 Castiglione delle Stiviere
Ausführung
Thallessa Freizeitanlagen
Betreiber & Nutzer
SSC Hörde 54/58 e.V.
Eichsfeld 5
D‑44265 Dortmund
Eröffnung
2026
Adresse
Hallenbad Hörde
Eichsfeld 5
D‑44265 Dortmund
Fotos
SSC Hörde 54/58 e.V.
Deye Consulting
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Text
Johannes Bühlbecker
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Pläne
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