Casa Futebol: Wohnen im WM-Stadion

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Apartment statt Oberrang: Wie wäre es, wenn wir unsere brachliegenden Großstadien als Wohnraum nutzten?

Casa Futebol ist eine Antwort auf die „Weiße Elefanten“ genannten Großbauten ohne sinnvolle Nachnutzung, die immer wieder aus sportlichen Großereignissen hervorgehen.

Das Projekt „Casa Futebol“ schlägt eine nachhaltige und multifunktionale Nutzung der Stadien vor, die für die WM 2014 in Brasilien renoviert oder gebaut wurden – und dies durch die Implementierung von 105 m² großen Wohnmodulen.

Casa Futebol ist eine architektonische Antwort auf die „Weiße Elefanten“ genannten Großbauten ohne sinnvolle Nachnutzung, die immer wieder aus sportlichen Großereignissen wie der Fifa-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hervorgehen

Casa Futebol wurde von Axel de Stampa und Sylvain Macaux im Rahmen ihres Think Tank „1 week 1 project“ entworfen. Casa Futebol berücksichtigt das Wohnungsdefizit in Brasilien (5,2 Millionen Haushalte) und deckt alle zwülf brasilianischen WM-Stadien ab.

Apartment statt Oberrang: Der zentrale Teil der Stadien (Spielfeld und Unterrang) ist von den Umbaumaßnahmen nicht betroffen, der Spielbetrieb also auch nicht.

Axel de Stampa und Sylvain Macaux schaffen Wohnraum in den zwölf Stadien, indem sie die oberen Tribünen durch Apartments ersetzen. Bei sechs Stadien können die Wohnungen in die Fassade integriert werden: Brasilia, Mineiro, Arena Fonte Nova, Maracana, Arena Castelao und Arena Das Dunas.

Fünf dieser sechs Stadien wurden mit Beton- oder Stahlstützen mit einer Spannweite von 7 bis 8 Metern gebaut. Die vorgefertigten Wohneinheiten lassen sich einfach in dieses Raster einfügen.

Der zentrale Teil der Stadien (Spielfeld und Unterrang) ist von den Umbaumaßnahmen nicht betroffen, der Spielbetrieb also auch nicht.

In jedem Stadion könnten nach Schätzung der Planer etwa 1.500 bis 2.000 Menschen leben.

In der Fassade des Estádio Nacional de Brasília ließen sich beispielsweise 315 Wohneinheiten unterbringen. Das ist hochwertiger Wohnraum, der auch bei der Finanzierung dieses wunderschönen, aber in der Unterhaltung aufwendigen Stadions helfen könnte.

In jedem Stadion könnten nach Schätzung der Planer etwa 1.500 bis 2.000 Menschen leben. Demnach könnten in der Nachnutzung der brasilianischen WM-Stadien etwa 20.000 Menschen ein neues Zuhause finden.

Die Architekten sind besorgt über den sozialen Kontext, der mit solchen Großveranstaltungen einhergeht. Die Stadien sind so absurd groß, das Wohnungsproblem in Brasilien ist so real.

Im Cape Town Stadium in Johannesburg, dem Austragungsort des WM-Finales 2010 in Südafrika, fanden in den vier Jahren nach der Weltmeisterschaft ganze sieben Spiele statt. Stampa und Macaux glauben, dass jeder Ort etwas Neues zu bieten hat.

Es wäre doch schön, wenn sie Recht hätten.

Projektdaten

Fotografen

Tomás Faquini
Jobson Galdino
Populous/copa2014.gov.br.jpg
EFE

Autor

Johannes Bühlbecker
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