Sport und Musik

SESC Franca

Archi­tekten

SIAA
Apiacás Arqui­tetos

César Shundi Iwamizu, Bruno Salvador, Anderson Fabiano Freitas

Bauherr & Betreiber

SESC São Paulo

Ausstat­tung & Beson­der­heiten

  • Drei Schwimm­be­cken: ein über­dachtes semio­lym­pi­sches Becken und zwei Frei­bäder
  • Mehr­zweck-Sport­halle und multi­funk­tio­naler Gymnas­tik­raum
  • Zwei Sand­plätze, Fußball­feld mit Kunst­rasen und weitere Außen­spiel­flä­chen
Adresse

SESC Franca
Avenida Doutor Ismael Alonso Y. Alonso, 3071
BR – 14401–426 Franca

Eröff­nung

2024

Fotos

Ales­sandro Kusuki Pregno­lato & Kusuki Estúdio Foto­grá­fico

Text

Johannes Bühl­be­cker
More Sports Media

Ein Schwimmbad, eine Sport­halle, ein Theater und  eine Biblio­thek: Im SESC Franca wartet der nächste Programm­punkt gleich hinter der nächsten Ecke. Eine innere Straße und ein gestaf­felter Hof machen aus dem Weg durchs Haus selbst ein Stück Stadt.

Ein Haus für viele

Sport, Kultur und Alltag finden zusammen

SESC steht für Serviço Social do Comércio. Die brasi­lia­ni­sche Orga­ni­sa­tion wurde gegründet, um Beschäf­tigte aus Handel und Dienst­leis­tungen zu unter­stützen. Heute richten sich ihre Ange­bote auch an Fami­lien und die breite Öffent­lich­keit. 

Ende November 2024 eröff­nete SESC in Franca ein neues Zentrum. Auf einem gut 20.000 Quadrat­meter großen Grund­stück entstand ein Komplex mit rund 35.500 Quadrat­me­tern Gesamt­fläche. Nach Angaben des SESC ist es die größte seiner Einrich­tungen im Landes­in­neren des Bundes­staats São Paulo.

Das Programm reicht von Schwimm­bä­dern, Sport­halle und Gymnastik über Theater, Biblio­thek und Ausstel­lungs­räume bis zu Ange­boten für Kinder und einer Zahn­arzt­klinik. Bis zu 2.500 Menschen täglich soll das Zentrum aufnehmen können.

Es ist damit weit mehr als eine Sport­stätte: SESC Franca bündelt Ange­bote für Bewe­gung, Bildung, Gesund­heit und Begeg­nung an einem Ort.

Im Wasser

Drei Becken für Trai­ning und Frei­zeit

Das SESC Franca ist vor allem ein großes Sport- und Frei­zeit­zen­trum. Zum Schwimm­be­reich gehören drei Becken: ein über­dachtes semio­lym­pi­sches Schwimm­be­cken sowie zwei Frei­bäder für die Frei­zeit­nut­zung, darunter ein Becken für Erwach­sene und eines für Kinder. Neben Kursen gibt es dort auch Ange­bote für freies Schwimmen.

Das Hallenbad liegt im Erdge­schoss und ist über die offene Erschlie­ßung mit den weiteren Berei­chen verbunden. Die beiden Frei­bäder schließen an die abge­stuften Außen­räume an. So liegt das Schwimmen nicht als abge­schlos­sener Bereich im Gebäude, sondern ist Teil der Abfolge aus Innen­räumen, Terrassen und Frei­flä­chen.

An Land

Vom Mann­schafts­sport bis zum Beach-Tennis

Auch an Land ist das Angebot breit aufge­stellt. Es umfasst eine Mehr­zweck-Sport­halle, einen multi­funk­tio­nalen Gymnas­tik­raum, zwei Sand­plätze und ein Fußball­feld mit Kunst­rasen.

Hinzu kommen Außen­spiel­flä­chen, die für verschie­dene Sport­arten genutzt werden. Im Gymna­sium stehen unter anderem Hand­ball, Volley­ball und Basket­ball auf dem Programm; auf den Sand­plätzen werden Beach Tennis und Foot­volley gespielt.

Die Flächen bedienen damit unter­schied­liche Alters­gruppen und Spiel­weisen: vom ange­lei­teten Kurs bis zur freien sport­li­chen Nutzung. Für ein einzelnes Sport­zen­trum ist das eine bemer­kens­werte Spann­weite, für das SESC-Konzept aber zentral: Sport soll nicht auf eine Diszi­plin oder eine feste Nutzer­gruppe begrenzt sein

Sport auf mehreren Ebenen

Die Topo­grafie ordnet die Ange­bote

Das Grund­stück fällt ab. Der Entwurf nutzt den Höhen­un­ter­schied, um Sport­flä­chen und Frei­räume auf verschie­denen Ebenen anzu­ordnen. Fußball­feld und Außen­spiel­feld liegen auf dem oberen Plateau. Eine begrünte mitt­lere Ebene nimmt Spiel- und Aufent­halts­be­reiche auf; weiter unten befinden sich die Frei­bäder und der Sonnen­deck­be­reich.

Eine offene Passage führt durch das Gebäude und verbindet Eingänge, Hallen, Schwimmbad und Außen­be­reiche. Rampen, Treppen und Stege führen durch die Höhen­lagen.

Die Wege erschließen also nicht nur die Sport­flä­chen, sondern lassen sie auch mitein­ander in Bezie­hung treten. Wer sich durch den Komplex bewegt, erlebt seine verschie­denen Ange­bote als zusam­men­hän­gende Sport­land­schaft.

Vom Wett­be­werb zum Bau

Ein 2013 prämierter Entwurf wurde 2024 eröffnet

Der Entwurf von SIAA und Apiacás Arqui­tetos gewann 2013 den ersten Preis im Wett­be­werb für das SESC Franca. Elf Jahre später, Ende November 2024, wurde das Zentrum eröffnet.

Die Sport­an­ge­bote sind Teil eines größeren öffent­li­chen Programms. Zum Gebäude gehören außerdem ein Theater mit 370 Plätzen, eine Biblio­thek, Ausstel­lungs­räume, ein Kinder­be­reich, Räume für Tech­no­logie und Kunst sowie eine Zahn­arzt­klinik. Für Pausen und Aufent­halt gibt es eine Come­doria, eine Cafe­teria und das Café am Theater; eine Loja Sesc ergänzt das Angebot.

Die öffent­li­chen Nutzungen sind in einem großen Baukörper gebün­delt; ein läng­li­cher Gebäu­de­teil nimmt Verwal­tung und Service auf. Dazwi­schen liegt der offene Hof. Gabio­nen­wände dienen als Stütz­mauern und fassen unter anderem Park­plätze und tech­ni­sche Bereiche.

Was wir hier lernen

  • Drei Becken, Sport­halle, Gymnas­tik­raum und Frei­luft­felder ergeben im Zusam­men­spiel ein viel­sei­tiges Sport­zen­trum. SESC Franca verbindet diese Ange­bote über kurze Wege und unter­schied­liche Außen­räume.

  • Die gestaf­felte Anord­nung reagiert auf das Gelände und schafft zugleich Plätze für Sport­arten, die verschie­dene Flächen und Atmo­sphären brau­chen.

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