Deckel drauf

Frei­luft­halle Biele­feld (Bezirks­sport­an­lage Stadion Rußheide)

Ausstat­tung

Dach­fläche: 989 m²

Trag­werk: Brett­schicht­holz und feuer­ver­zinkter Stahl

Grün­dung: Schraub­pfahl­fun­da­mente

Dach: Pult­dach mit Stahl­tra­pez­pro­filen, Vorbe­rei­tung für Photo­vol­ta­ik­an­lage

Ausstat­tung: LED-Beleuch­tung, Ball­fang­netz, Spiel­feld­bande

Adresse

Stadion Rußheide
Mühlen­straße 121
D‑33607 Biele­feld

Eröff­nung

2025

Fotos

SMC2

Text

Johannes Bühl­be­cker
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(Adver­to­rial)

Sport­hallen sind knapp, die Nutzung von Frei­flä­chen ist oft wetter­ab­hängig. Mit der neuen Frei­luft­halle auf der Bezirks­sport­an­lage Rußheide zeigt Biele­feld, wie sich bestehende Sport­an­lagen mit vergleichs­weise geringem bauli­chem Eingriff zu ganz­jährig nutz­baren Bewe­gungs­räumen weiter­ent­wi­ckeln lassen. Das Projekt verbindet nach­hal­tige Holz­bau­weise, intel­li­gente Konstruk­tion und eine konse­quente Weiter­ver­wen­dung vorhan­dener Infra­struktur.

Den Bestand erhalten, die Nutzung erwei­tern

Die Frei­luft­halle Biele­feld entstand auf der Bezirks­sport­an­lage Stadion Rußheide. Sie über­dacht ein vorhan­denes Kunst­stoff­spiel­feld einschließ­lich der angren­zenden Weit­sprung­an­lage. Bauherr des Projekts ist der Stadt­sport­bund Biele­feld e. V., umge­setzt wurde die Anlage in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Sportamt der Stadt Biele­feld. Ziel war es, eine wetter­un­ab­hän­gige Sport­fläche zu schaffen, ohne die vorhan­dene Sport­an­lage grund­le­gend umzu­bauen.

Anstatt einen Neubau auf freier Fläche zu errichten, setzt das Konzept konse­quent auf die Weiter­ent­wick­lung bestehender Infra­struktur. Das Spiel­feld bleibt erhalten, wird jedoch durch die Über­da­chung ganz­jährig nutzbar. Damit entsteht zusätz­li­cher Trai­nings­raum, ohne neue Flächen zu versie­geln oder umfang­reiche Sport­an­lagen neu zu errichten.

Planung und Bau der Frei­luft­halle Biele­feld kommen von SMC2 Sport und Frei­zeit Bau.

Konstruk­tion mit Blick auf Nach­hal­tig­keit

Die Trag­kon­struk­tion der Freluft­halle Biele­feld kombi­niert Brett­schicht­holz mit feuer­ver­zinkten Stahl­bau­teilen. Während der Stahl die notwen­digen Spann­weiten ermög­licht, sorgt das Holz für eine warme, natür­liche Atmo­sphäre und bietet gleich­zeitig konstruk­tive Vorteile.

Aufgrund seiner geringen Wärme­spei­che­rung heizt sich das Trag­werk auch im Sommer kaum auf und trägt damit zu einem ange­nehmen Mikro­klima unter dem Dach bei. Gleich­zeitig über­zeugt Brett­schicht­holz durch hohe Dauer­haf­tig­keit und eine gute CO₂-Bilanz.

Bestehende Sport­an­lagen intel­li­gent inte­griert

Eine beson­dere plane­ri­sche Heraus­for­de­rung stellte die unmit­telbar angren­zende Weit­sprung­an­lage dar. Statt diese zurück­zu­bauen oder ihre Nutzung einzu­schränken, wurde das Trag­werk so entwi­ckelt, dass die Anlauf­bahnen mittels eines Gitter­trä­gers über­spannt werden. Zusätz­liche Hallen­stützen inner­halb der Lauf­bahn konnten so vermieden werden.

Auch die Dach­ent­wäs­se­rung wurde auf die vorhan­dene Situa­tion abge­stimmt. Durch das nach Süden geneigte, asym­me­tri­sche Pult­dach waren im nörd­li­chen Bereich keine zusätz­li­chen Entwäs­se­rungs­maß­nahmen erfor­der­lich. So konnten sowohl die vorhan­denen Anlauf­bahnen als auch wesent­liche Teile der bestehenden Infra­struktur erhalten bleiben.

Das Pult­dach wurde von Beginn an für eine voll­flä­chige Photo­vol­ta­ik­an­lage ausge­legt. Nach Fertig­stel­lung der PV-Anlage soll die Frei­luft­halle mehr Energie erzeugen als sie selbst benö­tigt und damit als Plus­ener­gie­ge­bäude betrieben werden.

Weniger Eingriffe in den Bestand

Um Erdar­beiten möglichst gering zu halten, wurde die Frei­luft­halle Biele­feld auf Schraub­pfahl­fun­da­menten gegründet. Dieses Grün­dungs­system kommt weit­ge­hend ohne Beton aus und redu­ziert sowohl Erdbe­we­gungen als auch Bauzeit erheb­lich. Gleich­zeitig bleibt das vorhan­dene Kunst­stoff­spiel­feld nahezu unan­ge­tastet.

Ergänzt wird die Anlage durch eine umlau­fende Spiel­feld­bande mit Ball­fang­netz und eine inte­grierte LED-Beleuch­tung, sodass die Halle auch in den Abend­stunden genutzt werden kann. Im Zuge der Baumaß­nahme wurden außerdem Spiel­feld und Weit­sprung­an­lage saniert.

Was wir hier lernen

Die Frei­luft­halle Biele­feld zeigt beispiel­haft, dass sich die Leis­tungs­fä­hig­keit bestehender Sport­an­lagen oft deut­lich stei­gern lässt, ohne komplett neu zu bauen. Durch die Über­da­chung eines vorhan­denen Kunst­stoff­spiel­feldes, den Erhalt der Weit­sprung­an­lage und den weit­ge­henden Verzicht auf Eingriffe in den Bestand entstand eine ganz­jährig nutz­bare Sport­stätte mit vergleichs­weise geringem Ressour­cen­ver­brauch.

Die Frei­luft­halle schafft nicht nur zusätz­liche Trai­nings­ka­pa­zi­täten, sie zeigt zugleich, wie sich Bestands­an­lagen intel­li­gent weiter­ent­wi­ckeln lassen.

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