Pizza preci­sa­mente

Tenri Station Plaza CoFuFun

Die Situa­tion

CoFuFun berei­chert die bisher unwirt­liche Bahn­hofs­ge­gend von Tenri um viel­fäl­tige neue Nutzungs­an­ge­bote wie Spiel­platz, Biblio­thek und Stra­ßen­café. Die Gefahr, den Zug zu verpassen, dürfte seit der Eröff­nung im Jahr 2017 gestiegen sein.

Tenri ist eine Stadt in der japa­ni­schen Präfektur Nara mit knapp 67.000 Einwoh­nern und etwa 30.000 Haus­halten. Vor CoFuFun war der Platz vor dem Bahnhof ein Ort, an dem die Menschen auf dem Weg zur Arbeit im nahe­ge­le­genen Osaka meist hastig vorbei­gingen. Die Gemeinde wollte die Gegend beleben und veran­stal­tete einen Gestal­tungs­wett­be­werb. Nendo gewann.

Der Entwurf

Tenris Stadt­grenzen umfassen eine Reihe von antiken japa­ni­schen Gräbern, die als “Cofun” bekannt sind. Diese einzig­ar­tigen Gräber sind ein Entwurfs­motiv, die charak­te­ris­ti­sche Geogra­phie des Gebiets ein weiteres: Tenri liegt im Nara-Becken, das von Bergen auf allen Seiten umgeben ist.

Auf dem 6.000 Quadrat­meter großen Areal sind Fahr­rad­ver­leih, Café und andere Geschäfte, ein Infor­ma­ti­ons­kiosk, ein Spiel­platz, Außen­bühnen und Bespre­chungs­räume entstanden. Ziel des Projekts war es, durch diese Maßnahmen und Ange­bote die Revi­ta­li­sie­rung von Gegend und Bevöl­ke­rung zu fördern.

CoFuFun wurde aus Beton­fer­tig­teilen geformt, die – nach Meinung der Desi­gner –  einer riesigen Pizza ähneln. Die Fertig­teile wurden im Werk geformt und vor Ort montiert. Ihre Struk­turen sind präzise, ihre Form kann mehr­fach verwendet werden – also ein güns­tiges Preis-Leis­tungs-Verhältnis. Große Räume können ohne Stützen oder Balken gebildet werden. Die runde Form ist auch aus stati­scher Sicht günstig.

Design

nendo
7–2‑21–6F Akasaka Minato-ku
Tokyo 107‑0052
Japan

Bauherr

Stadt Tenri

Adresse

Tenri Station Square Kofufun
803 Kawa­ha­ra­jocho
Tenri, Nara Prefec­ture 632‑0016
Japan

Luft­bild

Danke, Google!

Autor

nendo

Foto­graf

Takumi Ota
Daici Ano
Tadashi Endo

Video

Taka­hisa Araki, Toru Shiomi,
mindo

Eröff­nung

2017
Video

https://youtu.be/hJguQ0cfm5g

Angebot

Die verschie­denen Ebenen des CoFuFun dienen unter­schied­li­chen Zwecken: Es sind Treppen und Sitz­bänke, Räume und Grenzen für spie­lende Kinder, Über­da­chungen für Café und Bühne sowie Kulisse für Präsen­ta­tionen. Am Abend und in der Nacht, wenn der Platz vom Licht durch­flutet wird oder werden kann, entfalten sie eine ganz beson­dere Wirkung. Diese Viel­falt schafft eine anre­gende Umge­bung; Besu­cher erkunden die verschie­denen Räume und huschen nicht mehr nur vorbei. CoFuFun besteht nun aus:

  • einem Spiel­platz für Kinder
  • einem Aufent­halts- und Studi­en­raum zum Lesen
  • einer Bühne für Konzerte oder öffent­liche Vorfüh­rungen
  • dem Tenri Souvenir-Shop.

Wegweiser und Schilder weisen sanfte Rundungen auf, die an den Cofun erin­nern. Sie sind dunkel­grau gefärbt, was einen natür­li­chen Kontrast erzeugt und sich dennoch gut in die Umge­bung einfügt. Außerdem sind Schilder und Ange­bote in vier verschie­denen Höhen ange­ordnet, um den Lärm­pegel zu mini­mieren.

Bei allen Entwürfen wurde darauf geachtet, dass die Mate­ria­lien und die Farb­ge­bung der Innen­räume so gut wie möglich mit denen des Platzes über­ein­stimmen. So wurden Möbel und Einrich­tungs­ge­gen­stände aus Holz aus der Präfektur Nara gefer­tigt, um ein Gefühl der Einheit­lich­keit zu schaffen.

Der Name

Der Name des Platzes, CoFuFun, verbindet das Haupt­de­sign­motiv, den Cofun, mit umgangs­sprach­li­chen japa­ni­schen Ausdrü­cken. „Fufun” meint ein fröh­li­ches, unbe­wusstes Summen: Die Gestal­tung des Platzes soll eine gesel­lige Atmo­sphäre bieten, die den Besu­cher zum Summen bringt. Die Schreib­weise “CoFuFun” bringt auch das “Co” von “Koope­ra­tion” und “Gemein­schaft” sowie – natür­lich – “Spaß” (Fun) selbst ein. Das Ergebnis ist ein Name, dessen japa­ni­sche und alpha­be­ti­sche Schreib­weise ähnliche Bedeu­tungen haben, so dass auch auslän­di­sche Besu­cher des Platzes ihn in glei­cher Weise verstehen können.

Fotos

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