Stedelijk Lyceum Topsport in Antwerpen

Elitär?

Das Stedelijk Lyceum Topsport ist ein außergewöhnliches Gebäude für außergewöhnliche Nutzergruppen: eine Eliteschule – und die Öffentlichkeit.

Das Stedelijk Lyceum Topsport steht einfach so da auf diesem merkwürdigen Gelände – einer verlassenen Militärfestung, die mit Grün bewachsen ist. 

Das Stede­lijk Lyceum Tops­port (Tops­port­school) in Antwerpen ist eine Elite­schule für junge Sportler, die viele weitere Nutzungs­formen für Normal­bürger und ‑schüler zulässt.

Das Gebäude verrät seinen Zweck nicht, es steht einfach so da auf diesem merk­wür­digen Gelände – einer verlas­senen Mili­tär­fes­tung, die mit Grün bewachsen ist. 

 

Aus dem Erdreich wächst ein geneigter Beton­so­ckel hervor, in sich geschlossen und kaum etwas enthül­lend. Auf diesem festen Boden schwebt eine scharf­kan­tige, verspie­gelte Glas­fläche, die die Szenerie reflek­tiert.

Es scheint, als befänden sich der zu großen Teilen geschlos­sene Sockel und die Glas­fas­sade zunächst in einer Konfron­ta­tion. Compa­gnie O Archi­tects bringen zwei verschie­dene Nutzungen und Gestal­tungen in einem Gebäude zusammen – und erzeugen Span­nung.

Architekt

Compagnie‑O Archi­tecten
Koren­markt 8 b201
BE — 9000 Gent

Bauherr

AG Vespa
AG SO Antwerpen – Kultur, Sport und Jugend

In der Sporthallen-Ebene konzentriert sich der Sportler auf seine Leistung, daher wirken die Innenräume ziemlich introvertiert.

Der Tages­ab­lauf der Elite­stu­denten und Coaches ist streng geplant. Sie bewegen sich in spar­ta­ni­scher Effi­zienz von einem Ziel zum nächsten. Die Wege zwischen Schule und Ausbil­dung sind kurz, unkom­pli­ziert und eindeutig. Keine Zeit, kein Raum wird verschwendet.

Die Sport­hallen bilden das Zentrum der Stede­lijk Lyceum Tops­port. Sie befinden sich im Erdge­schoss. Eine große Halle für mehrere Sport­arten liegt neben einer spezi­ellen Halle für die Kampf­sport­arten ñjudo und Taekwondo. Zwischen diesen beiden Turn­hallen befinden sich beglei­tende Einrich­tungen wie Umklei­de­be­reiche.

In dieser Zone konzen­triert sich der Sportler auf seine Leis­tung, daher wirken die Innen­räume ziem­lich intro­ver­tiert. Äußere Einflüsse werden nur sehr kontrol­liert und tempe­riert zuge­lassen. Die Wände sind leicht geneigt. Es gibt keine Störung.

Auf dieser Ebene, auf der Seite des Platzes, befindet sich der öffent­liche Haupt­ein­gang des Gebäudes.

Im Zwischen­ge­schoss befinden sich der Kraft­trai­nings­raum und die Kantine. Diese Räume bilden das gemein­schaft­liche Lebens­zen­trum der Schul­ge­mein­schaft. Im Gegen­satz zu den eher intro­ver­tierten Trai­nings­hallen bietet diese Ebene einen groß­zü­gigen Blick in die Umge­bung. Hier befindet sich der priva­tere Eingang der Schule.

Die obere Ebene ist für schu­li­sche Akti­vi­täten reser­viert. Sie erhebt sich buch­stäb­lich über die Sport­felder, den Platz und die weitere Umge­bung. Es gibt keine Masse mehr, nur noch eine Platt­form, ein Panop­tikum des Wissens und Lernens.

Standort

Stede­lijk Lyceum Tops­port
(Tops­port­school Antwerpen)
Edegem­ses­teenweg 100
BE-2610 Antwerpen (Wilrijk)

Eröffnung

2016

Manche Teile der Fassade reflektieren zu 100 Prozent, manche teilweise, manche gewähren gar Einblicke.

Im Sockel­ge­schoss sind die Außen­wände geneigt. Abwei­chend von der mili­tä­ri­schen Geschichte verleiht diese Neigung dem Stede­lijk Lyceum Tops­port eine eigene, auto­nome Erschei­nung. Es reagiert auf die Hang­nei­gung des Geländes und bezieht  die Topo­gra­phie in die Archi­tektur ein.

Die Fassade des oberen Teils der Schule wurde mit reflek­tie­renden Mate­ria­lien reali­siert. Durch die verschie­denen Glas­flä­chen werden die Spie­ge­lungen und Reflek­tionen abwechs­lungs­rei­cher. Manche Teile reflek­tieren zu 100 Prozent, manche teil­weise, manche gewähren Einblicke.

Ein viel­sei­tiges und undurch­sich­tiges Gebäude.

Fotos

Tim Van De Velde

Text

Johannes Bühl­be­cker
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