Freud­volle Poro­sität

SPOT in Thion­ville

Ein Sport­zen­trum wie ein Verspre­chen: In Thion­ville verschmilzt der „SPOT“ Vergan­gen­heit und Gegen­wart zu einer spek­ta­ku­lären Bühne für Bewe­gung, Begeg­nung und große Events – mit schwe­bender Archi­tektur, flie­ßenden Räumen und einer Klet­ter­wand als Land­marke.

Entwurf:

Domi­nique Coulon & Asso­ciés

Respekt

Mit dem Projekt „SPOT – Site Poly­va­lent Omni­sport de Thion­ville“ wurde im Nord­osten Frank­reichs ein in die Jahre gekom­menes Ensemble aus den 1960er-Jahren – bestehend aus Theater und kommu­naler Sport­halle – grund­le­gend neu belebt. Der Entwurf von Domi­nique Coulon & asso­ciés trans­for­miert die Anlage in ein zeit­ge­mäßes Sport- und Kultur­zen­trum, das sowohl inter­na­tio­nalen Wett­kämpfen als auch viel­fäl­tigen Veran­stal­tungen gerecht wird, ohne dabei den Bezug zur histo­ri­schen Substanz zu verlieren.

Leit­motiv des Projekts ist der respekt­volle Umgang mit dem Bestand. Die prägende Natur­stein­mauer bleibt als iden­ti­täts­stif­tendes und zwischen den Zeiten vermit­telndes Element erhalten. Auch das ursprüng­liche Eingangs­portal wurde bewahrt und fungiert weiterhin als Orien­tie­rungs­punkt im Stadt­raum. Die neue Fassa­den­ge­stal­tung greift die Archi­tek­tur­sprache des benach­barten Thea­ters auf: Verti­kale Öffnungen wech­seln sich mit geschlos­senen Flächen ab und erzeugen den Eindruck eines gewach­senen, zusam­men­hän­genden Ensem­bles.

Mehr­zweck­halle

Ein markantes Element von SPOT ist die rötlich schim­mernde Mehr­zweck­halle, die über dem stei­nernen Sockel auskragt. Ihre rund 46 Meter lange Glas­fas­sade verleiht dem Baukörper eine über­ra­schende Leich­tig­keit und lässt ihn nahezu schwe­bend erscheinen.

Die Einbin­dung in den Stadt­raum erfolgt über gezielt gesetzte Öffnungen und Blick­be­zie­hungen. An der Kreu­zung zweier Haupt­achsen präsen­tiert sich ein groß­zügig verglaster Tanz­saal und macht die Akti­vi­täten im Inneren sichtbar. Auf der gegen­über­lie­genden Seite wurde das Gebäude zurück­ver­setzt, um einen bestehenden Libanon-Zedern­baum zu erhalten, der den Raum für Rhyth­mi­sche Sport­gym­nastik mit seiner 12 Meter hohen Decke verschattet.

Über­gänge

Im Inneren sorgt eine klare, offene Orga­ni­sa­tion für flie­ßende Über­gänge zwischen den Nutzungen. Die Archi­tekten spre­chen von „freud­voller Poro­sität“: Sicht­be­zie­hungen, mehrere Zugänge und eine intui­tive Wege­füh­rung verbinden die verschie­denen Bereiche mitein­ander. Ein zwei­ge­schos­siges Foyer bildet das räum­liche Zentrum und verknüpft die Ebenen visuell wie funk­tional. Von hier aus erschließt eine skulp­tu­rale Beton­treppe die Mehr­zweck­halle und die Tribünen, während im Erdge­schoss die Sport­halle und ergän­zende Räume liegen.

Die Innen­räume im SPOT sind bewusst groß­zügig und licht­durch­flutet gestaltet. Tragende Struk­turen treten optisch in den Hinter­grund, sodass zusam­men­hän­gende Raum­wir­kungen entstehen. Farb­lich geglie­derte Zonen in Blau‑, Ocker- und Weiß­tönen unter­stützen die Orien­tie­rung und verleihen dem Gebäude eine leben­dige Atmo­sphäre.

Klet­ter­wand

Ein zentrales archi­tek­to­ni­sches High­light ist die 42 Meter breite und 15 Meter hohe Klet­ter­wand, die als eigen­stän­diges Raum­ele­ment in die Sport­halle inte­griert ist. Ihre plas­ti­sche Form erin­nert an eine natür­liche Fels­struktur. Eine drei­eckige Öffnung lässt Tages­licht tief in den Raum eindringen. Gegen­über erhebt sich eine Tribüne mit 750 Plätzen, die bis in die darüber­lie­gende Mehr­zweck­halle reicht.

Viel­sei­tig­keit

Die beiden Haupt­vo­lumen – Sport­halle und Mehr­zweck­halle – sind als mitein­ander verzahnte Einheiten konzi­piert. Sie können unab­hängig vonein­ander genutzt oder zu einer zusam­men­hän­genden Fläche von rund 2.800 m² verbunden werden. Diese Flexi­bi­lität ermög­licht unter­schied­lichste Szena­rien – von Sport­ver­an­stal­tungen bis hin zu kultu­rellen Große­vents.

Mit dem SPOT ist eine dyna­mi­sche, viel­seitig nutz­bare Infra­struktur entstanden, die histo­ri­sche Iden­tität und zeit­ge­nös­si­sche Archi­tektur in Einklang bringt. Das Projekt zeigt, wie durch präzise Eingriffe und räum­liche Offen­heit ein Ort geschaffen werden kann, der den sozialen und kultu­rellen Anfor­de­rungen einer modernen Stadt gerecht wird.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Archi­tekt

Domi­nique Coulon & Asso­ciés

Bauherr

Stadt Thion­ville

Eröff­nung
2024
Adresse

SPOT
Salle Jean Burger
Rue Général Walton Walker
F – 57100 Thion­ville

Fotos

Eugeni Pons

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Pläne

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