Bewe­gung und Begeg­nung

Die Sport­halle Schön­berg

Drei Jahre Bauzeit, 18 Millionen Euro Inves­ti­tion und ein Anspruch, der weit über klas­si­schen Schul­sport hinaus­geht: Mit der neuen Sport­halle Schön­berg ist auf dem Campus der Gemein­schafts­schule Prob­stei ein Sport­zen­trum entstanden, das Archi­tektur, Funk­tio­na­lität und Nach­hal­tig­keit verbindet.

Die Holz­hy­brid­kon­struk­tion, das markante Licht­kon­zept und die außer­ge­wöhn­liche Ausstat­tung – inklu­sive fest instal­lierter Turn­ge­räte – machen den Neubau zu einem Projekt mit Signal­wir­kung.

Entwurf:
Schnittger Archi­tekten + Partner

 

Ein neues Zentrum für Bewe­gung und Begeg­nung

Die neue Sport­halle auf dem Campus der Gemein­schafts­schule Prob­stei in Schön­berg ersetzt eine aus wirt­schaft­li­chen Gründen nicht mehr sanie­rungs­fä­hige Bestands­an­lage und schafft weit mehr als neue Flächen für den Sport­un­ter­richt. Entstanden ist ein multi­funk­tio­nales Sport­zen­trum, das Schule, Vereine und Öffent­lich­keit mitein­ander verbindet und Sport als sozialen Treff­punkt versteht.

Die Dimen­sionen verdeut­li­chen den Anspruch: Rund 18 Millionen Euro inves­tierte die Gemeinde in den Neubau, dessen Fertig­stel­lung nach rund drei Jahren Bauzeit gefeiert wurde. Für die etwa 1.500 Schü­le­rinnen und Schüler bedeutet das vor allem eines: Sport findet wieder drinnen statt – unab­hängig von Wetter und Jahres­zeit. Nach dem Verlust der alten Halle war der Sport­un­ter­richt zeit­weise ins Freie verla­gert worden, auch im Winter.

Flexible Räume für Sport und Veran­stal­tungen

Kern der neuen Sport­halle Schön­berg ist eine groß­zü­gige Drei­feld­halle, die sich mithilfe mobiler Trenn­wände flexibel in klei­nere Nutzungs­ein­heiten glie­dern lässt. Ergänzt wird sie durch eine sepa­rate Turn­halle mit fest instal­lierten Geräten – eine Beson­der­heit, die den Aufwand für Auf- und Abbau im Schul­alltag deut­lich redu­ziert und gleich­zeitig neue Trai­nings­mög­lich­keiten schafft.

Hinzu kommen ein Fitness­raum sowie eine zwei­sei­tige Tribü­nen­an­lage mit Platz für rund 500 Zuschaue­rinnen und Zuschauer. Damit kann die Halle nicht nur Unter­richt und Vereins­sport aufnehmen, sondern auch Wett­be­werbe, Sport­feste oder schu­li­sche Veran­stal­tungen.

Gerade diese Mehr­fach­nut­zung prägt das Betriebs­kon­zept: Während tags­über der Schul­sport im Mittel­punkt steht, über­nehmen am Nach­mittag und Abend Vereine die Flächen. Perspek­ti­visch sollen hier sogar über­re­gio­nale Wett­kämpfe statt­finden.

Archi­tektur zwischen Präzi­sion und Wärme

Archi­tek­to­nisch tritt der Neubau bewusst als eigen­stän­diger Solitär auf. Er fügt sich in den Campus ein, ohne sich gestal­te­risch den Bestands­bauten unter­zu­ordnen.

Der Eingangs­be­reich präsen­tiert sich als redu­zierter Sicht­be­ton­körper: robust, klar und zurück­hal­tend. Die Hallen­be­reiche dagegen werden von einer schräg geführten, perfo­rierten Trapez­blech­fas­sade umschlossen. Das erzeugt eine unge­wöhn­liche Dynamik und lässt den großen Baukörper leichter wirken.

Beson­ders prägend ist das umlau­fende Fens­ter­band aus trans­lu­zentem Profil­glas. Es beginnt im Eingangs­be­reich, begleitet Besu­che­rinnen und Besu­cher über Trep­pen­räume und Tribünen bis zum Fitness­raum und zieht sich als verbin­dendes Element um das gesamte Gebäude. Durch die Über­la­ge­rung mit der perfo­rierten Fassade entstehen wech­selnde Licht- und Schat­ten­ef­fekte, die sowohl im Innen- als auch im Außen­raum eine eigene Atmo­sphäre schaffen.

Im Inneren setzt sich diese Mate­ri­al­stra­tegie fort. Sicht­bare Holz­trag­werke, Holz­la­mel­len­wände, Sitz­bänke aus Holz und Sicht­be­ton­flä­chen erzeugen eine warme, natür­liche Raum­sprache. Die Mate­ri­al­wahl erfüllt dabei nicht nur gestal­te­ri­sche Aufgaben, sie verbes­sert auch Akustik und Orien­tie­rung.

Nach­hal­tig­keit als inte­graler Bestand­teil

Bei Planung und Bau der Sport­halle Schön­berg wurde Nach­hal­tig­keit nicht als zusätz­liche Maßnahme verstanden, sondern als plane­ri­sche Grund­lage.

Die Sport­halle entstand in modu­larer Bauweise mit einem hohen Anteil vorge­fer­tigter Elemente. So konnten Bauzeit, Mate­ri­al­ver­luste und Abfälle redu­ziert werden. Zugleich erhöht die Vorfer­ti­gung die Präzi­sion und Qualität der Ausfüh­rung.

Die gewählte Holz­hy­brid­bau­weise verbindet die Trag­fä­hig­keit von Stahl­beton mit den ökolo­gi­schen Vorteilen des Baustoffs Holz. Viele der verwen­deten Mate­ria­lien sind trennbar und weit­ge­hend kreis­lauf­fähig – ein wich­tiger Faktor für eine spätere Wieder­ver­wen­dung oder das Recy­cling.

Auch ener­ge­tisch verfolgt das Gebäude einen klaren Kurs: Luft­wär­me­pumpe, Photo­vol­taik und Solar­thermie decken große Teile des Ener­gie­be­darfs rege­ne­rativ ab. Ergänzt wird dies durch natür­liche Belich­tung und Belüf­tung, die den Bedarf an künst­li­chem Licht und tech­ni­scher Lüftung redu­zieren. Der Neubau erfüllt den KfW-55-Stan­dard und unter­schreitet damit den Ener­gie­ver­brauch konven­tio­neller Gebäude deut­lich.

Mehr als eine Sport­halle

Sport­hallen werden zuneh­mend als Infra­struktur verstanden, die über ihre eigent­liche Nutzung hinaus gesell­schaft­liche Funk­tionen über­nimmt. Auch in Schön­berg wurde dieser Gedanke mitge­plant. Die Sport­halle Schön­berg ist voll­ständig barrie­re­frei ausge­führt und gene­ra­tio­nen­über­grei­fend nutzbar. Gleich­zeitig kann sie im Bedarfs­fall als Mehr­zweck- oder Notfall­zen­trum dienen – etwa bei öffent­li­chen Veran­stal­tungen oder im Kata­stro­phen­schutz.

Als multi­funk­tio­nales Sport­zen­trum vereint dieses Projekt Drei­feld­halle, Turn­halle, Fitness­be­reich und Tribünen in einer markanten Archi­tektur. Natür­liche Mate­ria­lien, nach­hal­tige Gebäu­de­technik und flexible Nutzungs­kon­zepte schaffen einen Ort für Schule, Vereine und die gesamte Gemeinde.

So ist in Schön­berg ein Gebäude entstanden, das weit über die klas­si­sche Idee einer Schul­sport­halle hinaus­geht: ein Ort für Bewe­gung, Begeg­nung und Gemein­schaft – mit archi­tek­to­ni­scher Eigen­stän­dig­keit und lang­fris­tiger Perspek­tive.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

Schnittger Archi­tekten + Partner
Im Wissen­schafts­park Kiel

West­ring 453–455
D‑24118 Kiel

Bauherr

Schul­ver­band Prob­stei

Eröff­nung
2024
Adresse

Sport­halle Schön­berg
Fried­hofsweg 6
D‑24217 Schön­berg (Holstein)

Fotos

Marco Knopp, Kiel

Text

Johannes Bühl­be­cker
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