Sport und Musik

Die Hohen­stein­halle Gingen

Ausstat­tung
  • Drei­feld­sport­halle mit zwei Trenn­vor­hängen und Gerä­te­räumen
  • Ausfahr­bare Zuschau­er­tri­bünen
  • Galerie
  • Gymnas­tik­räume
  • Umkleide- und Sani­tär­be­reiche
  • Kletter- und Gymnas­ti­k­el­e­mente, Tennis-Rück­schlag­wand
  • Mobile Bühne
  • Multi­funk­tio­nales Foyer mit Garde­robe
  • Küche für Veran­stal­tungs­be­trieb
Daten
  • Grund­stück: ca. 17.400 m²
  • BGF: ca. 3.500 m²
  • Bauzeit: ca. 12 Monate
  • Konstruk­tion: Holzbau mit vorge­fer­tigten Wand‑, Decken- und Träger­ele­menten
  • Ener­gie­stan­dard: KfW 40
  • Ener­gie­ver­sor­gung: Luft­wär­me­pumpe, Photo­vol­ta­ik­an­lage
  • Baukosten: rund 7,8 Mio. Euro;
Adresse

BOSIG-Hohen­stein­halle
Linden­straße 65
D – 73333 Gingen an der Fils

Eröff­nung

2024

Text

Johannes Bühl­be­cker
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Drei Sport­felder, 462 Tribü­nen­plätze und trotzdem in nur zwölf Monaten gebaut: Die Hohen­stein­halle in Gingen zeigt, was mit einem hohen Vorfer­ti­gungs­grad im Holzbau möglich ist. Dabei funk­tio­niert sie nicht nur für den Sport, sondern auch als Veran­stal­tungsort der Gemeinde.

Sport und Kultur

Die alte Hohen­stein­halle Gingen an der Fils war nach rund 60 Jahren sanie­rungs­be­dürftig und entsprach funk­tional nicht mehr den Anfor­de­rungen von Schule und Vereinen. Nach der Unter­su­chung unter­schied­li­cher Sanie­rungs- und Neubau­va­ri­anten entschied sich die Gemeinde für einen Ersatz­neubau. Gemeinsam mit den späteren Nutzern wurde zunächst der Bedarf ermit­telt und daraus das Raum­pro­gramm entwi­ckelt.

Im euro­pa­weiten Verga­be­ver­fahren für Planung und Bau erhielt das Team aus i+RB Indus­trie- & Gewer­bebau und D’Aloisio Archi­tekten den Zuschlag. Entstanden ist eine Drei­feld­halle, die neben dem tägli­chen Schul- und Vereins­sport auch für Turniere, kultu­relle und gesell­schaft­liche Veran­stal­tungen ausge­legt ist.

Zwei Volumen

Die Hohen­stein­halle Gingen glie­dert sich in zwei gestaf­felte Baukörper. Die höhere Kubatur der Drei­feld­halle ist gegen­über den nied­ri­geren Neben­nut­zungen zurück­ge­setzt. Dadurch fügt sich das große Hallen­vo­lumen maßstäb­li­cher in die Umge­bung von Schule und Wohn­be­bauung ein.

Zum bestehenden Park­platz und zur Hohen­stein­schule öffnet sich der Neubau mit einem über­dachten Eingangs­be­reich. Ein groß­zü­giger Vorplatz bildet den Über­gang zwischen Schule, Park­platz und Halle. Hinter dem Haupt­ein­gang über­nimmt das Foyer die zentrale Verteil­erfunk­tion. Von hier werden Halle und Galerie ebenso erschlossen wie Gymnas­tik­räume, Küche und Sani­tär­be­reiche. Umkleiden, Gerä­te­räume und weitere Neben­räume liegen kompakt um die Sport­halle.

Drei Felder, viele Nutzungen

Zwei Trenn­vor­hänge teilen die Halle bei Bedarf in drei unab­hängig nutz­bare Sport­felder. Damit können mehrere Schul­klassen oder Trai­nings­gruppen parallel arbeiten. Gerä­te­räume sind unmit­telbar den Hallen­teilen zuge­ordnet. Zur Sport­aus­stat­tung gehören außerdem Kletter- und Gymnas­ti­k­el­e­mente sowie eine Tennis-Rück­schlag­wand.

Für Veran­stal­tungen lässt sich die Hohen­stein­halle Gingen anders nutzen. Drei ausfahr­bare Tribünen schaffen Zuschau­er­plätze entlang einer Hallen­seite, darüber verläuft eine Galerie. Mobile Bühne, Küche und Foyer ergänzen die Sport­flä­chen und ermög­li­chen unter­schied­liche Veran­stal­tungs­for­mate.

Die Mehr­fach­nut­zung ist damit nicht nach­träg­lich ergänzt, sondern Bestand­teil der räum­li­chen Orga­ni­sa­tion.

Holz und Tempo

Konstruktiv setzt der Neubau konse­quent auf Holz. Vorge­fer­tigte Elemente wurden für Wände, Decken und Träger einge­setzt. In der Halle bleiben die groß­for­ma­tigen Holz­träger sowie weite Teile der Wand- und Decken­flä­chen sichtbar und bestimmen die Atmo­sphäre des Innen­raums.

Der hohe Vorfer­ti­gungs­grad ermög­lichte zugleich einen engen Bauzei­ten­plan. Nach dem Abbruch des Vorgän­ger­baus begann Anfang 2023 der Neubau; bereits im Februar 2024 wurde die neue Hohen­stein­halle einge­weiht. Das Abbruch­ma­te­rial der alten Halle wurde für den Neubau wieder­ver­wendet. Luft­wär­me­pumpe und Photo­vol­ta­ik­an­lage ergänzen das ener­ge­ti­sche Konzept.

Was wir hier lernen können

  • Nutzer früh betei­ligen. Die Anfor­de­rungen von Schule, Vereinen und weiteren Nutzern wurden bereits vor dem Verga­be­ver­fahren in das Raum­pro­gramm aufge­nommen.

  • Mehr­fach­nut­zung räum­lich vorbe­reiten. Tribünen, Galerie, Bühne, Küche und Foyer ermög­li­chen unter­schied­liche Nutzungen, ohne den tägli­chen Sport­be­trieb unnötig zu kompli­zieren.

  • Vorfer­ti­gung verkürzt Bauzeiten. Der konse­quente Holzbau mit vorge­fer­tigten Wand‑, Decken- und Träger­ele­menten ermög­lichte eine kurze Reali­sie­rungs­zeit.

  • Große Volumen glie­dern. Das Zurück­setzen der hohen Sport­halle gegen­über den nied­ri­geren Neben­be­rei­chen redu­ziert die wahr­ge­nom­mene Größe des Gebäudes und vermit­telt zur Umge­bung.

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