ENERGIE WIRD ZU ARCHITEKTUR

Das Hallenbad Verl

Ausstattung

  • 25-Meter-Sportbecken:
    5 Schwimmbahnen, Edelstahlkonstruktion
  • Mehrzweckbecken:
    Höhenverstellbarer Hubboden, Treppe,
    Edelstahlkonstruktion
  • Nutzungen:
    Schulschwimmen, Vereinssport, 
    Öffentlicher Badebetrieb, Schwimmkurse, Aqua-Jogging, Aqua-Cycling und Aqua-Fit

 

Photovoltaik
  • BIPV-Fassade: 88 kWp
    Dachanlage: 80 kWp
    Gesamtleistung: 168 kWp
    Prognostizierter Jahresertrag: > 100 MWh
    Anteil am prognostizierten Strombedarf: ca. 41 %
Adresse

Hallenbad Verl
Kühlmannplatz 1
D-33415 Verl

Eröffnung

2025

Fotos

Krieger Architekten Ingenieure

Text

Johannes Bühlbecker
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Das neue Hallenbad ist ein wichtiger Baustein bei der umfassenden Weiterentwicklung des Verler Schulzentrums. Es ergänzt den Campus um eine öffentliche Nutzung und verbindet eine klare, kompakte Architektur mit einem bemerkenswert konsequenten Energiekonzept. Dessen sichtbarster Bestandteil ist die Gebäudehülle selbst: Eine grün schimmernde Photovoltaikfassade macht aus einem notwendigen Bauteil zugleich einen Energieerzeuger.

Ein Bad für den Campus

Der Neubau orientiert sich an den vorhandenen Raumkanten und fasst den Schulhof als neue Mitte des Campus

Das seit 1963 gewachsene Schulzentrum in Verl wird schrittweise neu geordnet, umgebaut und erweitert. Das Hallenbad übernimmt dabei eine besondere Rolle. Es dient dem Schul- und Vereinssport ebenso wie dem öffentlichen Badebetrieb und öffnet den Bildungsstandort damit stärker zur Stadt.

Der Neubau orientiert sich an den vorhandenen Raumkanten und fasst gemeinsam mit der Erweiterung der Gesamtschule den Schulhof als neue Mitte des Campus. Gleichzeitig bildet das Bad eine eigene Adresse zum Friedhofsweg. Schülerinnen, Schüler und Vereine erreichen es über den Schulhof, während betriebliche Abläufe unabhängig davon organisiert werden.

Diese klare Trennung setzt sich im Gebäude fort. Das verglaste Foyer bündelt Eingang, Kasse und Aufenthalt und eröffnet bereits beim Betreten Sichtbeziehungen zur Badehalle. Kurze Wege führen zu den Umkleiden und weiter zu den Wasserflächen.

Klare Wege

Großflächige Verglasungen bringen Tageslicht ins Innere, eine Glasbausteinwand setzet Akzente

Im Zentrum steht das 25-Meter-Sportbecken mit fünf Bahnen. Daneben liegt ein Mehrzweckbecken mit Treppe und höhenverstellbarem Hubboden. Beide Becken sind in Edelstahl ausgeführt. Eine transparente Trennwand ermöglicht unterschiedliche Nutzungen parallel, ohne die räumliche Offenheit der Badehalle aufzugeben.

Großflächige Verglasungen bringen Tageslicht ins Innere, Sichtbeton prägt wesentliche Wandflächen. Farbig akzentuierte Leuchten und eine Glasbausteinwand setzen einzelne Kontrapunkte.

Auch von außen bleibt die innere Organisation ablesbar: Während sich das Foyer großzügig zum Vorplatz öffnet, reagiert die Badehalle mit gezielteren Öffnungen auf die Anforderungen an Belichtung und Privatsphäre.

Die Fassade arbeitet mit

Grün eingefärbte Dünnschichtmodule geben dem Gebäude wechselnde Farbnuancen

Die eigentliche Besonderheit des Hallenbad Verl liegt jedoch in der Gebäudehülle. Die geschlossenen Fassadenflächen sind mit bauwerksintegrierter Photovoltaik ausgeführt. Die Solarmodule wurden also nicht nachträglich vor eine fertige Fassade gesetzt, sondern ersetzen deren äußere Bekleidung und übernehmen gleichzeitig Witterungsschutz, Gestaltung und Stromerzeugung.

Rahmenlose, grün eingefärbte CIGS-Dünnschichtmodule geben dem Gebäude je nach Licht unterschiedliche Farbnuancen. Die technische Funktion bleibt erkennbar, wird aber zum selbstverständlichen Bestandteil der Architektur.

Die BIPV-Fassade erreicht eine Leistung von 88 kWp, weitere 80 kWp kommen auf dem Dach hinzu. Zusammen sollen die Anlagen jährlich mehr als 100 MWh Strom erzeugen und rechnerisch rund 41 Prozent des prognostizierten Strombedarfs des Hallenbads decken.

Was bleibt hier hängen?

  • Die Einbindung des Hallenbads in den bestehenden Schulcampus schafft Synergien zwischen Schul-, Vereins- und öffentlicher Nutzung.
  • Klare Wege, Sichtbeziehungen und getrennte Betriebsabläufe unterstützen einen unkomplizierten Badebetrieb.
  • Bauwerksintegrierte Photovoltaik kann Konstruktion, Gestaltung und Energiegewinnung in einem Bauteil verbinden.
  • Gerade bei energieintensiven Gebäuden entsteht ein tragfähiges Energiekonzept aus dem Zusammenspiel von Architektur, Gebäudehülle und Technik.

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