Die Gemein­de­halle Kirch­heim am Neckar

Rost­laube

Es gibt sie in nahezu jeder Kommune: Stadt- und Gemein­de­hallen als gebaute Verspre­chen für Gemein­schaft. Doch viele dieser Gebäude aus den 1960er- und 70er-Jahren sind heute funk­tional über­holt. Die Gemein­de­halle Kirch­heim am Neckar zeigt sich, wie aus genau so einem Bestand ein zeit­ge­mäßer Ort der Begeg­nung werden kann – ohne seine Geschichte zu verlieren.

Entwurf:

asp Archi­tekten GmbH

Zwischen Wein­berg und Wandel: Kulisse als Konzept

Die Halle liegt am Rand von Kirch­heim am Neckar, einge­bettet in eine Land­schaft, die von Wein­bergen geprägt ist. Diese Umge­bung wird nicht nur Kulisse, sondern Teil des archi­tek­to­ni­schen Konzepts.

Mit der Entschei­dung für eine Fassade aus Corten­stahl reagiert das Gebäude direkt auf seine Umge­bung: Das Mate­rial verän­dert seine Farbe und Beschaf­fen­heit im Laufe der Zeit – ähnlich wie die Reben im Verlauf eines Jahres.

Der Entwurf folgt einer klaren Stra­tegie: erhalten, wo möglich und neu denken, wo nötig. Der linke Gebäu­de­teil konnte saniert werden, während der rechte Teil abge­bro­chen und als Erwei­te­rung neu inter­pre­tiert wurde.

Zentrales Element bleibt der verbin­dende Zwischenbau. Er fungiert als räum­li­ches und funk­tio­nales Gelenk und ist gleich­zeitig ein atmo­sphä­ri­scher Höhe­punkt. Mit Corten­stahl ausge­kleidet und durch Ober­lichter insze­niert, entsteht ein Spiel aus Licht und Schatten, das sich über den Tag hinweg verän­dert.

Der Entwurf stammt von asp Archi­tekten.

Gemein­de­halle

Die neue Gemein­de­halle Kirch­heim ist als „Haus für alle“ gedacht – und genau so orga­ni­siert. Das Zentrum bildet dabei die Gemein­de­halle selbst. Mit großer Bühne, Platz für bis zu 800 Personen und einer voll­flä­chigen Glas­fas­sade, die den Blick auf den Vorplatz frei­gibt, ist hier ein zeit­ge­mäßer Raum für Veran­stal­tungen und Feier­lich­keiten der Gemeinde und ihrer Vereine entstanden.

Werk­tags steht die Gemein­de­halle Schulen und Vereinen zur Verfü­gung. Am Wochen­ende finden hier Turniere, Konzerte oder andere Veran­stal­tungen statt.

Sport

Unmit­telbar darunter wurde das „Bädle“ saniert: ein Lehr­schwimm­be­cken, das vor allem von Schul­klassen genutzt wird. Um auch den Sport­ver­einen und  Schul­klassen mehr Raum bieten zu können, wurde im Unter­ge­schoss zusätz­lich eine Sport­halle mit Umklei­de­ka­binen inte­griert.

Die Sport­halle wurde mit einem modernen Multi­funk­ti­ons­gerät zum Klet­tern ausge­stattet und erhielt neben einem neuen Boden auch eine Holz­decke, die dem Raum eine natür­lich warme Atmo­sphäre gibt.

Ange­schlossen an die Gemein­de­halle ist eine alters­ge­mischte Kinder­ta­ges­ein­rich­tung für 60 Kinder ab zwei Jahren.

Viel­falt

Die funk­tio­nale Viel­falt spie­gelt sich auch in der Gestal­tung wider. Unter­schied­liche Fassa­den­öff­nungen geben Hinweise auf die dahin­ter­lie­genden Nutzungen: klein­teilig für die Kita, groß­zügig für Sport und Veran­stal­tung.

Um die unter­schied­li­chen Funk­tionen klar vonein­ander zu trennen und gleich­zeitig eine Verbin­dung zu schaffen, wurden die Kubatur und der für das Gebäude prägende Zwischenbau erhalten – hier wurden auch der Haupt- und Neben­ein­gang unter­ge­bracht.

Verbin­dung

Beide Eingänge sind voll­ver­glast und machen dadurch die räum­liche Nähe zu den Wein­bergen schier greifbar. Beim Betreten der Halle entsteht unwei­ger­lich das Gefühl, man laufe direkt auf die Wein­berge zu.

Im Inneren sorgen robuste und zugleich warme Mate­ria­lien, vor allem der Corten­stahl, für Orien­tie­rung und Atmo­sphäre. Der Stahl kleidet den Zwischenbau und verstärkt die Verbin­dung von innen und außen.

Ausge­zeichnet

Seit der Wieder­eröff­nung im September 2024 wird die Halle nahezu durch­ge­hend genutzt: morgens von der Kita, tags­über von Schulen und Vereinen, abends und am Wochen­ende für Veran­stal­tungen, Wett­kämpfe und Konzerte.

Mit der Trans­for­ma­tion der Gemein­de­halle Kirch­heim ist ein multi­funk­tio­nales Ensemble entstanden, das den Alltag der Gemeinde neu orga­ni­siert, und ihn zugleich archi­tek­to­nisch sichtbar macht. Frisch ausge­zeichnet im Rahmen von „Beispiel­haftes Bauen“ der Archi­tek­ten­kammer Baden-Würt­tem­berg steht das Projekt exem­pla­risch für den intel­li­genten Umgang mit Bestand – und mit Gemein­schaft.

Projekt­daten

(Links sind unter­stri­chen)

Planer

asp Archi­tekten GmbH
Talstraße 41
D – 70188 Stutt­gart

Bauherr

Stadt Kirch­heim am Neckar

Eröff­nung
2024
Adresse

Gemein­de­halle
Brun­nen­straße 25
74366 Kirch­heim am Neckar

Fotos

Zooey Braun
Römer­strasse 51
D – 70180 Stutt­gart

Text

Johannes Bühl­be­cker
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