Heiß begehrt
Die Floating Sauna in Stockholm
Architekten
Lokale Architekten
Bauherr
Ausstattung & Besonderheiten
- Die schwimmende Sauna bietet Platz für bis zu 16 Gäste.
- Ein frei zugängliches Sonnendeck und eine integrierte Pergola ergänzen den Saunabereich.
- Zur Ausstattung gehören ein Umkleideraum sowie Personal-, Reinigungs- und Technikräume.
- Die Sauna wird elektrisch beheizt; Außenduschen, Schwallkübel und ein abgegrenzter Badebereich ermöglichen die Abkühlung.
- Rampe, Sauna und Besuchertoilette sind für Rollstühle zugänglich; die Saunabänke lassen sich entsprechend anpassen.
Adresse
Floating Sauna · Hornstullsbastun
Bergsunds strand 26
SE–117 38 Stockholm
Eröffnung
2026
Fotos
Text
Johannes Bühlbecker
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Eine grüne Sauna, ein freies Sonnendeck und Stockholm direkt vor der Tür: Mit der Floating Sauna verwandeln DinellJohansson einen traditionsreichen Badeplatz in einen öffentlichen Treffpunkt auf dem Wasser.
Zurück ans Wasser
Am Hornstulls strand führt eine schwimmende Sauna die Badegeschichte des Ortes fort.
Das Liljeholmsbadet gehörte lange zum Ufer von Södermalm. Wegen seines Sanierungsbedarfs war das historische Bad seit 2016 geschlossen; im Oktober 2025 wurde es fortgeschleppt. Zurück blieb ein Standort mit Geschichte und der Frage, wie sich hier wieder öffentliches Leben am Wasser ermöglichen lässt.
Die Antwort ist kleiner als das alte Bad und reicht dennoch über den eigentlichen Saunabetrieb hinaus. Die Floating Sauna verbindet einen beheizten Innenraum mit Flächen zum Abkühlen, Sitzen und Verweilen. Seit dem 17. Juni 2026 empfängt die Anlage unter dem Namen Hornstullsbastun ihre Gäste. Stockholm betreibt sie als kommunales Pilotprojekt.


Grün mit Anschluss
Eine durchgehende Farbgebung verbindet den Pavillon mit seiner Pergola und gibt ihm eine klare Adresse am Ufer.
DinellJohansson entwickelten Gebäude und Steganlage gemeinsam mit der städtischen Verkehrsverwaltung und den Landschaftsarchitekten von SWMS. Der Entwurf bezieht sich auf Stockholms historische Wasserpavillons mit ihren gestrichenen Holzfassaden. Stockholms stad
Fassade und Dach tragen denselben hellen Grünspanton. Die Farbe fasst die Bauteile zusammen und macht die kleine Anlage am Wasser gut erkennbar. Eine formal in das Gebäude eingebundene Pergola führt die Architektur in den Außenraum weiter. So entsteht ein zusammenhängender Ort aus Sauna, überdecktem Aufenthalt und offenem Deck.


Rundum ansprechbar
Öffnungen, Nutzungen und Licht beziehen alle Gebäudeseiten in das Leben am Wasser ein.
Die Floating Sauna soll von der Promenade ebenso einladend wirken wie vom Steg. Deshalb behandelt der Entwurf sämtliche Seiten als Teil des öffentlichen Umfelds. Unterschiedliche Funktionen und Öffnungen sowie dekorative Beleuchtung vermeiden abweisende Rückseiten.
Zusammen mit der Aktivität im Inneren soll das Licht auch abends zu einer übersichtlichen und angenehmen Umgebung beitragen. Die Architektur folgt damit einem konkreten städtebaulichen Anliegen: Der neue Treffpunkt soll sich in die Gestaltung des Uferparks einfügen und den Aufenthalt entlang der Promenade bereichern.


Kleine Sauna mit Programm
Auf dem Ponton treffen ein kompaktes Raumangebot und ein für Rollstühle angepasster Zugang zusammen.
Bis zu 16 Menschen können gleichzeitig saunieren. Hinzu kommen ein gemeinsamer Umkleideraum, ein Personalbereich mit Toilette, ein Reinigungsraum und die Elektroverteilung. DinellJohansson planten Gebäude und Steg bis zu den Ausschreibungsunterlagen und entwickelten die Ausführung anschließend mit dem Bauunternehmen weiter.
Die Sauna wird elektrisch beheizt. Zum Abkühlen dienen Außenduschen, Schwallkübel und ein abgegrenzter Badebereich auf der Landseite. Rampe, Sauna und Besuchertoilette sind für Rollstühle zugänglich; die Saunabänke lassen sich so anpassen, dass ein Rollstuhl Platz findet. Stockholms stad Das in der Sauna verwendete Erlenholz stammt nach Angaben der Architekten aus der schwedischen Provinz Gävleborg.


Was wir hier lernen
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Ein kleines Freizeitgebäude kann zusätzlichen öffentlichen Raum schaffen, wenn dieser von Anfang an mitgeplant wird.
Die Stärke des Projekts liegt in der Verbindung von überschaubarem Raumprogramm und frei nutzbarem Außenbereich. Die Pergola, das Sonnendeck und die Gestaltung aller Gebäudeseiten machen die Sauna zu einem Baustein der Uferpromenade. Für andere Standorte ist vor allem diese Verknüpfung interessant: Ein klar organisierter Betrieb kann mit Aufenthaltsangeboten verbunden werden, die ohne Buchung und Eintritt zugänglich bleiben.