Stadion Moormannskamp
Zeit für Neues
Kilian + Kollegen Landschaftsarchitekten
Mit der Sanierung des Stadions Moormannskamp in Ritterhude entstand eine Sportanlage, die den Ansprüchen von Vereinen, Schulen sowie Sportlerinnen und Sportlern gleichermaßen gerecht wird: funktional, inklusiv, vielseitig und nutzerorientiert.
Und eine, die neue Angebote macht.

Überdenken
Das ursprüngliche Stadion, eine klassische Kampfbahn Typ B, war stark sanierungsbedürftig. Der Naturrasen hielt der intensiven Nutzung durch Fußball, American Football und Schulsport nicht mehr stand, und auch die alte Kunststofflaufbahn hatte ihre besten Tage hinter sich. Darüber hinaus entsprachen die Wegeführungen und Aufenthaltsbereiche nicht mehr den heutigen Anforderungen an Barrierefreiheit und Aufenthaltsqualität.
Mit der Modernisierung wurde das Stadion Moormannskamp daher komplett überdacht und neu gestaltet. Das Ziel war eine ganzjährig funktionierende Anlage, die unterschiedlichen Sportarten Raum gibt, neue Angebote schafft und dabei robust und zukunftsfähig bleibt.
Die Planung stammt von Kilian + Kollegen Landschaftsarchitekten.
Beteiligen
Schon der Planungsprozess setzte auf Vielfalt: In einem eigens organisierten Workshop brachten Vertreterinnen und Vertreter der Leichtathletik, der Fußball- und Footballvereine sowie der Schulen ihre Bedürfnisse ein.
Das neue Stadion Moormannskamp entstand also nicht nur für die Nutzerinnen und Nutzer, sondern mit ihnen. Als sichtbares Ergebnis wurden spezielle Anforderungen wie die dauerhafte Football-Linierung, zusätzliche Sprungdisziplinen oder multifunktionale Bereiche ganz im Sinne der künftigen Nutzergruppen umgesetzt.
Spielfeld
Herzstück der Anlage ist das neue Kunstrasenfeld, das den bisherigen Naturrasen ersetzt. Die Maße entsprechen den Vorgaben des DFB, lassen aber neben dem Fußball auch regelkonformen American Football zu. Durch die Kombination aus Sand- und Korkverfüllung entstand eine elastische, sichere und zugleich nachhaltige Oberfläche, die sowohl den schnellen Fußballspielbetrieb als auch die hohen Aufprallkräfte im American Football zuverlässig abfängt.
Auch die darunterliegenden Schichten wurden vollständig erneuert, sodass Dränage, Tragfähigkeit und langfristige Stabilität gewährleistet sind. Die gelbe Football-Linierung fügt sich gut in das übergreifende Linienbild ein und ermöglicht den Footballteams professionelle Trainings- und Spielbedingungen, ohne dass der Fußballbetrieb eingeschränkt wird.
Laufbahn
Die 400-Meter-Rundlaufbahn wurde vollständig erneuert und in ihrer Struktur überarbeitet, sodass nun ein deutlich vielfältigeres sportliches Programm möglich ist. Die Segmente rund um die Bahn wurden so organisiert, dass die klassischen Disziplinen wie Weit‑, Drei- und Stabhochsprung sowie Kugelstoßen optimale Bedingungen vorfinden. Für Speerwurf und Diskus – also zwei Disziplinen, die auf Kunstrasen nicht möglich sind – wurde eine separate Fläche geschaffen.
Durch diese Neuorganisation entwickelte sich die ehemalige Kampfbahn von einer eher eingeschränkten Anlage zu einem Ort, an dem das gesamte Spektrum der Leichtathletik untergebracht ist. Gerade Schulen und Vereine profitieren davon, weil Trainings- und Wettkampfbetrieb nun parallel und flexibler möglich sind.
Neue Angebote
Neben den klassischen Sportarten rücken hier nun neue Bewegungsangebote in den Fokus. Das südliche Segment wurde zu einem multifunktionalen Kleinspielfeld weiterentwickelt, das sich für Basketball, Volleyball und Handball eignet und bei Bedarf flexibel umgestaltet werden kann. Direkt angrenzend entstand ein moderner Fitness-Bereich mit einer Calisthenics-Anlage – ein Angebot, das längst nicht mehr nur Trendsport ist, sondern als niedrigschwellige Trainingsform viele Zielgruppen anspricht.
Auch das nördliche Segment wurde neu belebt: Speedminton-Quadrate, Markierungen für Wurfübungen und drei in die Fläche integrierte Trampoline schaffen hier einen ganz eigenen, spielerischen Charakter. Das Ergebnis ist ein zusätzlicher Ort für Bewegung, vor allem für Kinder und Jugendliche.
Calisthenics
Die modulare Calisthenics-Anlage ergänzt das sportliche Angebot als niedrigschwellige Trainingsmöglichkeit für unterschiedliche Zielgruppen.
Die Geräte stammen von TURNBAR, einem Anbieter von Calisthenics-Sportanlagen, die speziell für den öffentlichen Raum und unterschiedlichste Nutzergruppen konzipiert sind. TURNBAR brachte dabei seine Erfahrung in der Planung und Realisierung robuster, barrierearmer Outdoor-Trainingsgeräte ein, die sich flexibel in das Gesamtkonzept des Sportareals einfügen und alltagsorientierte Bewegungsangebote unterstützen.
Begegnung
Besonderer Wert wurde auf Barrierefreiheit und eine gute innere Erschließung gelegt. Neue Rampen, überarbeitete Treppenanlagen und breitere Wege sorgen für einen komfortablen Zugang. Der Eingangsbereich wurde klarer strukturiert und mit Sitzgelegenheiten und Pflanzflächen deutlich aufgewertet.
Heute präsentiert sich das Stadion Moormannskamp als zeitgemäße, vielseitige und robuste Sportanlage, die weit über Ritterhude hinaus Signalwirkung hat. Sie zeigt, wie sorgfältige Planung, Nutzerbeteiligung und ein klarer Anspruch an die Qualität der verwendeten Materialien eine Sportstätte entstehen lassen, die Tradition und Moderne verbindet – als lebendiger Ort für Begegnung, Bewegung und Gemeinschaft.
Projektdaten
Planer
Kilian + Kollegen Landschaftsarchitekten
Büro für Freiraum- und Sportstättenplanung
Theaterwall 24
D – 26122 Oldenburg
Bauherr
Gemeinde Ritterhude
Sachgebiet Gebäude und Grundstücke
Moormannskamp 11
D – 27721 Ritterhude
Nutzer
Calisthenics
TURNBAR
Robert-Bosch-Str. 4
D – 54634 Bitburg
Eröffnung
2023
Adresse
Stadion Moormanskamp
D – 27721 Ritterhude
Fotos
Oliver Berkhausen
Kilian + Kollegen Landschaftsarchitekten
Text
Johannes Bühlbecker
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