Sport­zen­trum Durlești

Yoga statt Warten

LH47

Kinder kommen nicht ohne Beglei­tung zum Fußball. Diese simple Beob­ach­tung prägte die Planung des Sport­zen­trums Durlești in Molda­wien. Was als einfa­cher Trai­nings­platz für Kinder begann, entwi­ckelte sich zu einem mehr­schich­tigen Commu­nity-Hub, der teil­weise mit Sonnen­en­ergie betrieben wird und bestens in die fami­liäre Lebens­rea­lität passt.

Von LH47.

Wir warten nicht, wir starten

Im Sport­zen­trum Durlești, gleich außer­halb der molda­wi­schen Haupt­stadt Chișinău, bringen Eltern ihre Kinder zu deren Trai­ning – und besu­chen dort einen Yoga­kurs oder das Fitness­studio, anstatt im Auto oder in der Kälte zu warten.

Die Eingangs­ebene beher­bergt Kurs­räume und ein Café mit Panora­ma­blick auf den Platz. Hier können Eltern Kaffee trinken und ihren Kindern beim Trai­ning zuschauen. Im Ober­ge­schoss bekommen Erwach­sene ihre eigene Fitness­zone mit Box- und Yoga­be­rei­chen. Die untere Ebene wurde in den Hang hinein­ge­baut. Sie enthält die Umkleiden und die Tribünen mit bestem Blick auf das Spiel­feld.

Diese Orga­ni­sa­tion trennt die Nutzer­gruppen – Kinder, Eltern, Trainer und Personal – einfach und mit Erfolg. Die Planung stammt von LH47, Molda­wiens größtem Archi­tek­tur­büro.

Prak­tisch statt perfor­mativ

Die Planer betteten das Gebäude geschickt in die Land­schaft und den Hang mit einem Höhen­un­ter­schied von fünf Metern ein. Von weitem erscheint das Gebäude sehr bescheiden, seine vollen drei Geschosse sind nur von der Spiel­feld­ebene aus sichtbar.

Auch die Frage der Nach­hal­tig­keit wird hier nicht perfor­mativ, sondern prak­tisch behan­delt. Solar­pa­neele auf dem Dach, die ersten auf einer molda­wi­schen Sport­an­lage, gewinnen einen großen Teil des Ener­gie­be­darfs des Gebäudes und senken die Betriebs­kosten erheb­lich.

Ein Regen­was­ser­sam­mel­system über­nimmt Bewäs­se­rung und Wartung. Laut den Archi­tekten sind dies alles keine prokla­mierten Zusätze oder Green­wa­shing – sondern essen­zi­elle Teile von Planung und Umset­zung.

Linien statt Kasten

Ästhe­tisch bricht das Sport­zen­trum Durlești mit den kasten­för­migen, utili­ta­ris­ti­schen Sport­an­lagen, die wir alle kennen. LH47 erschufen biomorphe Linien und geneigte Säulen, schwe­bende Balkone und trans­pa­rente Fassaden. Bäume sind in die Land­schafts­ge­stal­tung einge­woben, um natür­li­chen Schatten zu spenden.

So entsteht ein Gefühl von Leich­tig­keit und Leben­dig­keit – kein schlechtes Ergebnis für einen Raum, der der Bewe­gung und Akti­vität gewidmet ist.

Molda­wien ist viel­leicht nicht der erste Ort, der einem einfällt, wenn man an inno­va­tive Archi­tektur denkt, aber Projekte wie dieses beweisen, dass leben­dige Archi­tektur für Sport und Frei­zeit überall entstehen kann – auch als kommu­nale Infra­struktur.

Projekt­daten

Planer

LH47 ARCH

Serghei Mirza, Victor Rosca, Maria Shova, Vadim Fona­riuc, Alex­andr Fedo­renko

Bauherr

Stadt­ver­wal­tung Durlești

Adresse

Durlești MD
Regele Carol 5
MD-2003
Repu­blik Moldau

Eröff­nung

2025

Fotos

Mihaela Alaiba

Text

Johannes Bühl­be­cker
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