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Kosmos-Arena

Kosmos-Arena

Turbine oder Propeller

Die Kosmos-Arena in Samara

Geschichte

Das für die Weltmeisterschaft 2018 entworfene Kosmos-Arena liegt am nördlichen Rand der russischen Millionenstadt Samara. Eine konzentrisch angelegte Parklandschaft umgibt das kreisrunde, für 45.000 Besucher ausgelegte Stadion, auf das Wege radial zu laufen. Grundlage für den Entwurf war die von den russischen Projektpartnern favorisierte Großform einer Kugelkalotte. Als Referenz an Samaras Flugzeug- und Maschinenbauindustrie sollte das Stadion auf diese Weise wie eine große Turbine oder ein Propeller erscheinen. Mit den gegebenen Parametern hat gmp die Organisation der Funktionsbereiche des Stadions sowie die Geometrie der Tribünenschüssel konzipiert.

Entwurf

Es wurden zahlreiche Studien zur Dachkonstruktion entwickelt, um den durch die Grundkonzeption gegebenen konstruktiven und räumlichen Konflikt zwischen Dachkalotte und Tribünengeometrie zu lösen. Beide wurden als unabhängige konstruktive Systeme entwickelt, so dass eine modulare Vorfertigung und unabhängige Errichtung ermöglicht wurde. Die vorgeschlagene Konstruktion des Dachs der Kosmos-Arena setzt sich aus radial angeordneten Kragträgern zusammen, die mit einer perforierten, transparenten Außenhaut bekleidet sind. Zwischen diesen Bindern sind jeweils transluzente Membranen gespannt. Im Wechsel von transparenten und geschlossenen Flächen entsteht so einerseits für die Zuschauer auf den Tribünen ein Ausblick wie durch einen sich drehenden Propeller, andererseits strahlen Events in der Fernwirkung insbesondere bei Dunkelheit weit in den Stadtraum aus. In Anlehnung an die Entwurfsplanung, die gmp bis 2014 erarbeitet hatte, wurde dann von den russischen Projektpartnern ein in Größe, Konstruktion und räumlicher Wirkung grundlegend veränderter Stadionbau realisiert.

Stadt und Vermächtnis

Samara liegt am Ufer der Wolga, dem längsten Fluss Europas. Es ist ein bedeutendes wirtschaftliches, industrielles, kulturelles und wissenschaftliches Zentrum. Im Laufe des 20. Jahrhunderts war die Geschichte Samaras eng mit dem Weltraum verbunden, denn hier wurden Trägerraketen entwickelt und hergestellt. Samara besitzt den größten Platz Europas, den Kuybysheva-Platz. Hier wird das FIFA-Fan Fest™ zu Gast sein. Weitere Höhepunkte: Samara hat das höchste Bahnhofsgebäude Europas (101 m) mit Aussichtsplattform und die längste Böschung Russlands (5 km). Nach der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ wird der FC Krylya Sovetov, der bereits mehrfach an europäischen Klubwettbewerben teilgenommen hat, seine Heimspiele in der Kosmos-Arena austragen.

Architekt

von Gerkan, Marg und Partner GbR Elbchaussee 139 D – 22763 Hamburg

Tragwerk: schlaich bergermann partner sbp gmbh

Adaption: ARENA Project Institute, Moskau

Hauptnutzer

FC Krylya Sovetov

fa-

Autor

gmp
FIFA

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Fotograf

© Host city Samara

Adresse

Ulitsa Dal’nyaya Samara Samarskaya oblast‘ Russland, 443072

Luftbild

Danke, Google!

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Status

Neubau

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Eröffnung

2018

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Zuschauerplätze

45.000

Videos

Bilder

Pläne

Park ’n‘ Play in Kopenhagen

Park ’n‘ Play in Kopenhagen

The roof is on fire

Park ’n‘ Play in Kopenhagen

Park ‘n’ Play

Park ’n‘ Play startete mit der Annahme, dass Parkplätze ein integraler Bestandteil unserer Städte sind. Doch wie können wir die monofunktionale Nutzung eines konventionellen Parkhauses erweitern? Wie schaffen wir eine funktionale Parkanlage, die gleichzeitig ein attraktiver öffentlicher Raum ist? Und wie schaffen wir einen Parkplatz, der die Größe, Geschichte und die zukünftige Entwicklung des neuen Entwicklungsgebiets Nordhavn in Kopenhagen berücksichtigt?

Standort

Park ’n‘ Play ist ein neues Parkhaus in Århusgadekvarteret, der ersten Phase eines großen Entwicklungsplans für Kopenhagen Nordhavn. Das Quartier verändert befindet sich derzeit und wird in Zukunft eine Mischung aus neuen und bestehenden Gebäuden beherbergen. Wegen der historischen und charakteristischen roten Hafengebäude aus Backstein ist die Gegend auch als das Rote Viertel bekannt. Die zukünftige Entwicklung wird auf diesem historischen Merkmal aufbauen und bestehende Merkmale zu neuen Interpretationen zusammenführen.

Projekt

Ausgangspunkt des siegreichen Wettbewerbsentwurfs von JAJA Architects war eine konventionelle Parkhausstruktur. Die Aufgabe bestand darin, eine attraktive grüne Fassade und ein Konzept zu schaffen, das die Menschen auch zur Nutzung des Daches anregt.

Anstatt das Parkhaus zu verbergen, schlugen die Planer ein Konzept vor, das die Schönheit der Tragwerksstruktur unterstreicht und die Größe der massiven Fassade aufbricht. Ein System von Pflanzkästen wird in einem Rhythmus mit Bezug zum Konstruktionsraster gebracht, welches die Fassade ordnet und das Grün verteilt. Das Raster der Pflanzkästen an der Fassade wird von zwei großen öffentlichen Treppen durchbrochen, die zu einem Spielplatz auf dem Dach führen. Treppe und Geländer werden zu Schaukeln, Klettergerüste und vielem mehr. Vom Straßenniveau aus nimmt das Geländer die Besucher buchstäblich an die Hand, lädt sie zu einem Ausflug in die Dachlandschaft und zu einem atemberaubenden Blick auf den Kopenhagener Hafen ein.

Architekt

JAJA architects ApS
Heimdalsgade 35, baghuset, 3. sal
DK-2200 Kopenhagen N

Bauherr

Copenhagen City & Port Development

Partner

5e byg
Søren Jensen Engineering
RAMA Studio
LOA
DGI

FASSADE

FOTOS

Struktur

Park ’n‘ Play basiert auf einer standardisierten, vorgefertigten Betonkonstruktion. Die Struktur hat eine rationale und industrielle Rohheit, die dem Geist und der Geschichte der Gegend entspricht. Allerdings kann ein traditionelles Parkhaus aus Beton durchaus kalt und hart erscheinen. Als natürliche Fortsetzung der roten Ziegelsteinidentität des Gebiets trugen JAJA Architekten daher eine zweite Schicht auf – und färben die Betonstruktur rot ein. Mit dieser einfachen Maßnahme verwandelt sich der graue Rahmen in eine eigenständige Gebäudestruktur, die schon durch ihre Materialität und Oberfläche Wärme und Harmonie mit der Umgebung, die von roten Dachziegeln und Ziegeln dominiert wird, ausstrahlt.

Die grüne Fassade

Park ’n‘ Play ist ein großes Volumen in einer kompakten, urbanen Umgebung. Daher ist das Parkhaus fast nur aus der Nähe zu sehen. Die Planer geben dem Gebäude großzügige, begrünte Fassaden mit, deren grüne Struktur mit dem benachbarten, erlebbaren Gebäude interagiert.

Die grüne Fassade besteht aus einem pflanzlichen „Regalsystem“, das die Parkstruktur betont und den Rhythmus des Tragwerks aufnimmt. Das System der Pflanzkästen bringt Tiefe und Dynamik in die Fassade und passt sich gleichzeitig den Proportionen und Details der Nachbargebäude an. Diese Struktur setzt sich auf allen vier Fassaden fort und verleiht dem gesamten Gebäude Kohärenz und Identität. Die grüne Fassade ist so geplant, das schnellstmögliches Pflanzenwachstum gewährleistet ist. Der Ausdruck der Fassaden basiert auf einer Wechselwirkung zwischen Struktur und Natur, dem Strukturellen und dem Organischen und bietet eine spannende Wechselbeziehung zwischen beiden.

Adresse

Nordhavnen
DK-2150 Kopenhagen

fa-

Eröffnung

2016

FOTOS

Treppe und Dach

Die wichtigste Idee dieses aktiven Parkhauses ist das begehbare, bespielbare und erholsame Dach, das Spaziergängern wie Nutzern des Parkhauses gleichermaßen offensteht. Sichtbarkeit und Zugänglichkeit sind daher unerlässlich. Die Treppe zum offenen Dach stellt eine diagonale Verbindung zwischen Straßen- und Dachniveau her und lädt zum Aufstieg entlang der Fassade ein. Der Verlauf der Treppe folgt dem strukturellen Rhythmus des Gebäudes, und jeder Treppenabsatz bietet einen Blick auf die umgebenden Stadträume und – weiter oben – auf die Dächer Kopenhagens.

Die Treppe hat Bezüge zum Centre Pompidou in Paris, wo die Bewegung entlang der Fassade ein Erlebnis für sich ist. Entlang der Rückwand der Treppe schufen JAJA Architekten in Zusammenarbeit mit RAMA Studio einen grafischen Fries, der in abstrakter, figurativer Form die Geschichte des Geländes erzählt. Diese Erzählung ist von der Straßenebene aus zu sehen und wird deutlicher, wenn man die Treppe hinaufsteigt. Hier liegen auch die Zugänge zu den verschiedenen Parkebenen. Die beiden Treppenläufe an der Nord- und Südfassade heben sich durch das Grün hervor und markieren deutlich die Verbindung zwischen Straßenebene und aktivem Dach.

Der rote Faden

Der rote Faden ist ein physischer Wegweiser durch die öffentlichen Räume des Parkhauses, der den Besucher von der Straßenebene aus führt, wo er (der Wegweiser) als Handlauf der Treppe eingeführt wird. Als skulpturaler Führer nimmt er den Besucher fast wortwörtlich an die Hand und führt ihn über die Treppe auf das Dach des Parks ’n‘ Play und dort durch die vielfältigen Angebote: Erlebnisse, Ruheplätze, Spielplätze und räumliche Vielfalt. Die Aktivitäten entlang des roten Fadens sind zum Teil traditionell wie Schaukeln, Kletterskulpturen und ähnliches, zum Teil aber auch architektonische Elemente wie Zäune und Pflanzen, die Räume betonen oder schaffen und Schutz vor Witterungseinflüssen bieten.

So wird die Struktur zum roten Faden durch das Projekt und verbindet die Fassade, die Treppe und die Aktivitäten auf dem Dach zu einem einzigen Element. Kopenhagens neues Parkhaus Park ’n‘ Play ist bereits nach kurzer Zeit sozialer Treffpunkt und attraktives Ausflugsziel – als urbaner Bonus für Einheimische, Sportler und Besucher gleichermaßen.

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Autor

JAJA architects

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Fotos

Foto © Rasmus Hjortshøj – COAST
www.coastarc.com

VIDEO

Eye-Tracking in der Architektur

Eye-Tracking in der Architektur

Game-Changing

Eye-Tracking in der Architektur

Form follows brain function

Während sich viele Architekten noch immer an den Satz „Form follows function“ klammern, könnte „Form follows brain function“ das Motto heutiger Werbetreibender und Automobilhersteller sein. Die setzen zunehmend Hightech-Werkzeuge einsetzen, um verborgene menschliche Verhaltensweisen zu verstehen und ihre Produkte entsprechend zu gestalten – ohne jemals unsere Erlaubnis einzuholen.

Biometrische Werkzeuge wie ein EEG (Elektroenzephalogramm), das Gehirnwellen misst, eine Mimik-Analyse-Software, die unseren sich ändernden Ausdrücken folgt, und das Eye-Tracking, das es uns ermöglicht, „unbewusste“ Augenbewegungen aufzuzeichnen, sind bereits heute in der Werbung und Produktentwicklung allgegenwärtig. Mit Eye-Tracking bezeichnet man das Aufzeichnen der hauptsächlich aus Fixationen (Punkte, die man genau betrachtet), Sakkaden (schnellen Augenbewegungen) und Regressionen bestehenden Blickbewegungen einer Person. Als Eyetracker werden Geräte und Systeme bezeichnet, die die Aufzeichnung vornehmen und eine Analyse der Blickbewegungen ermöglichen. Das Eye-Tracking wird als wissenschaftliche Methode in den Neurowissenschaften, der Wahrnehmungs-, Kognitions- und Werbepsychologie, im Produktdesign und der Leseforschung eingesetzt.

Was passiert, wenn man biometrische Messungen wie das Eye-Tracking auf die Architektur anwendet? Mehr als wir erwartet haben….

Wir haben seit 2015 vier Pilotstudien durchgeführt, die sich mit Gebäuden in Stadt und Vorort (New York City, Boston, Somerville und Devens, MA) beschäftigen – und wir sind der Meinung, dass diese Technologien unser Verständnis der Wirkung von Architektur auf die Menschen gehörig durcheinanderwirbeln.

Wir können schon jetzt menschliche Reaktionen vorhersagen, zum Beispiel, ob Menschen außerhalb eines neuen Gebäudes verweilen oder sofort die Flucht ergreifen wollen. (Mehr über unsere erste Eye-Tracking-Studie in der Titelgeschichte des Planning Magazine, Juni 2016.)

Sehen Sie, wie wir Gebäude sehen. Hier sind drei unerwartete Erkenntnisse aus dem Eye-Tracking in der Architektur.

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Fotos

Ann Sussman
(unless otherwise noticed)

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Vielen Dank an

  • Common Edge (hier erschien der Artikel zuerst)
  • Boston’s Institute for Human-Centered Design
  • The Devens Enterprise Commission
  • Prof Justin B. Hollander und Hanna Carr ‘20, Tufts University
  • Dan Bartman, City of Somerville Planning Department
  • Für „game-changing technological tools“: iMotions und 3M VAS

1. Menschen ignorieren leere Fassaden

Menschen neigen überhaupt nicht dazu, auf große, leere Dinge oder Flächen zu blicken, zum Beispiel auf Fassaden ohne Funktion oder auf sich wiederholende Glasfassaden. Dafür sind unsere Gehirne nach 3,6 Milliarden Jahren Evolution einfach nicht geschaffen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass uns große, leere und nichtssagende Dinge selten getötet haben. Oder anders ausgedrückt: Unsere heutige moderne Architektur gibt es noch nicht lange genug, um unsere Verhaltensweisen und unser zentrales Nervensystem zu beeinflussen, das sich über Jahrtausende entwickelt hat, um unser Überleben in freier Wildbahn zu sichern. Aus der visuellen Perspektive des Gehirns könnten leere oder blanke Flächen genauso gut nicht vorhanden sein.

Das Bild oben zeigt zwei Ansichten der NYCs Stapleton-Bibliothek: eine mit den vorhandenen Fenstern rechts und links, eine ohne sie (mit Photoshop retuschiert). Die leuchtend gelben Punkte stellen „Fixationen“ dar, die zeigen, wo die Augen in einem 15-Sekunden-Intervall ruhen, die Linien dazwischen sind die „Sakkaden“, die der Bewegung zwischen den Fixierungen folgen. Im Durchschnitt bewegten die Zuschauer ihre Augen 45-mal pro Testintervall, mit wenig bis keiner bewussten Anstrengung. Im Bild links, ohne Fenster, ignorierten die Testteilnehmer das Äußere mehr oder weniger, abgesehen von der Türöffnung. Dies ist bei dem Bild rechts nicht der Fall.

Die Fotos darunter zeigen Heat Maps, die die Betrachtungsdaten mehrerer Personen zusammenfassen. Diese Karten leuchten am hellsten, wo die Menschen am meisten hinsahen. Sie deuten darauf hin, wie wichtig eine strukturierte Fassade sind, denn diese fixiert unsere Blicke und sorgt für Kontrastbereiche. Danach suchen unsere Augen, darauf bleiben unsere Blicke haften. Immer wieder stellten unsere Studien fest, dass Gebäude mit gelochten Fenstern (oder symmetrischen Bereichen mit hohem Kontrast) ins Auge fallen und solche ohne Fenster nicht.

2. Fixation schafft Interesse

Warum ist es wichtig, wo Menschen unbewusst hinschauen? Das ist die ultimative Frage. Im Laufe unserer Forschung haben wir uns ein kognitives Mantra angeeignet: „Fixation schafft Interesse.“ Wir haben gelernt, dass unbewusste, versteckte Sehgewohnheiten (wie eben das Fixieren) darüber bestimmen, wohin unsere Aufmerksamkeit geht – und das ist enorm wichtig.

Warum? Unbewusste Fixierungen lenken bewusstes Handeln und Verhalten. Kein Wunder, dass Honda und GM diese Technologie nutzen. Kein Wunder, dass die Werbetreibenden das auch tun. Sie wollen wissen, wo wir hinsehen und wo wir suchen. Auf diese Art und Weise wollen sie unser Verhalten steuern und sicherstellen, dass ihre Anzeige die gewünschte Aufmerksamkeit erregt, und diese dementsprechend gestalten und platzieren.

Und was ist mit der Architektur? 
Eye-Tracking kann uns helfen, die Sekundenbruchteile von Erfahrungen zu entwirren, die unser Verhalten Gebäuden gegenüber auf eine Art und Weise bestimmen, die wir vielleicht nie realisieren werden. Um zu sehen, welche Aufschlüsse unser Verhalten zulässt, nehmen wir die Szene oben; links ist der Davis Square in Somerville, MA, ein dichtes Wohnviertel in der Nähe von Cambridge, wo viele Colleges und Geschäfte angesiedelt sind. Rechts im Bild ist eine Photoshop-Version der gleichen Szene zu sehen. Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 300 Personen bei Vorträgen gefragt, wo sie lieber stehen und auf einen Freund warten: vor einem leeren Gebäude oder vor einem Gebäude mit dem bunten Matisse-ähnlichen Wandbild. Erstaunlicherweise – ohne jede Rückkoppelung – warten ausnahmslos alle Befragten lieber vor dem Wandbild. 

Warum ist das so?
Eyetracking liefert einige interessante Antworten. Das Wärmebild zeigt an, dass das Wandbild Fixpunkte bietet, auf die wir uns konzentrieren können. Diese geben uns eine Art von Bindung, die wir mögen und die wir vielleicht brauchen; ohne diese Verbindungen wissen die Menschen anscheinend nicht, wohin sie gehen sollen. Diese Macht der Fixpunkte ist erstaunlich, aber offensichtlich. Sie treibt unseren Erkundungsgeist voran, ob in Anzeigen oder in der Architektur.

3.Menschen suchen Menschen – immer

Die wichtigste Erkenntnis, die uns unsere Eye-Tracking-Studien in Bezug auf Architektur bescherte, hat ironischerweise nichts mit Gebäuden zu tun: Menschen suchen zuallererst nach Menschen. Wir sind eine soziale Spezies, unsere Wahrnehmung ist relational. Mit anderen Worten: Sie wurde für die Wahrnehmung anderer Menschen entwickelt. Eye-Tracking-Studien belegen dies immer wieder. Ja, Architektur ist wichtig, aber aus der Sicht unseres Gehirns sind Menschen wichtiger. Egal, wo sie sind.

Wir sahen diesen Blick auf Bostons berühmten Copley Square mit seiner historischen Trinity Church (ca. 1877) und dem ebenso historischen Hancock Tower (ca. 1976), der kürzlich den Besitzer wechselte und heute 200 Clarendon heißt (siehe Bilder oben). Im Jahr 2015 zeigte der Turm eine temporäre Kunstinstallation eines Mannes, der auf einem schwimmenden Lastkahn steht. Raten Sie mal, wo die Leute gesucht haben.

Wenn Sie sich für die kleine Silhouette des Mannes entschieden haben, haben Sie Recht. Richardsonian Romanesque, ein Architekturstil der Neuromanik, hat seinen Reiz, aber wenn es um menschliche Körper geht, dann ist es das, worauf Ihr Gehirn sich konzentrieren möchte – das zeigt der rötlichste Bereich auf dem Wärmebild sehr deutlich. Dort guckten die Leute hin, den Rest des Glasturms würdigten sie kaum eines Blickes – er bietet einfach kein Futter, jedenfalls nicht aus der 3,6 Milliarden Jahre alten Perspektive unseres Gehirns.

Was lernen wir daraus?
Die Evolution ist real und wir sind Teil des Prozesses. Das Eye-Tracking von Architektur zeigt uralte Algorithmen, die uns leiten, obwohl wir sie nicht wahrnehmen. Humane Architektur berücksichtigt unsere tierische Natur und unsere bemerkenswerte Geschichte. Unsere Vorfahren lernten auf die harte Tour, ihre Umgebung sofort nach Kontrasten und anderen Lebewesen, insbesondere Gesichtern, abzusuchen, und sie gaben diese arterhaltenden Eigenschaften an uns weiter. Diese Verhaltensweisen werden nicht so schnell verschwinden.

Das stehen wir also: Moderne Menschen, denen wir mit modernster Technik nachweisen, dass sie auf die Silhouette eines Menschen 35 Etagen über uns glotzen. Das hat nicht allzu viel Sinn. Es sei denn, wir berücksichtigen unsere Herkunft und Evolution – und den Überlebenskampf, den wir offenbar auch heute noch zu kämpfen haben.

Ann Sussman

Ann Sussman ist Autorin, Architektin und Forscherin auf dem Gebiet der Biometrie. Ihr Buch „Cognitive Architecture, Designing for How We Respond to the Built Environment“ (2015), gemeinsam mit Justin B. Hollander verfasst, gewann 2016 den EDRA-Preis für Forschung.
Weitere Informationen: annsussman.com. Blog: geneticsofdesign.com.

FÜNF ANTWORTEN
  1. Erzählen Sie uns von Ihren Top 5 Sportanlagen.
    Es gibt eine Arena, die schon immer Teil meines Lebens war: das Kolosseum in Rom!  Meine Mutter fand einen Druck von Piranesi, als ich ein Kind war und wir in Europa lebten; wir brachten ihn mit uns in die Vereinigten Staaten zurück, wo sie ihn ins Wohnzimmer hängte. Heute schmückt dieser Druck mein Esszimmer. Bei der Beantwortung dieser Frage wird mir klar, dass ein 2.000 Jahre altes Amphitheater das Gebäude ist, das ich mir am häufigsten angesehen habe!
  2. Welche Architekten und Gebäude haben Sie nachhaltig beeindruckt?
    Das andere Gebäude, das einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, ist Palladios Villa Rotunda oder Villa Capra in Italien. Ich habe mich in sie verliebt, als ich Architektur studiert habe. Ich habe sogar Palladios Pläne zu einem lokalen Bäcker gebracht, damit er sie auf meine Hochzeitstorte bringt! Dieses Gebäude beeinflusste das Design unzähliger anderer Bauten auf der ganzen Welt, auch in den USA, auch das Weiße Haus. Und die palladische Fassade des Hauses des amerikanischen Präsidenten ist heute auf jeder -Note. Ich konnte nicht verstehen, warum ein Landgut, das für einen pensionierten Vatikan-Kleriker im 16. Jahrhundert entworfen wurde, die amerikanische Demokratie repräsentieren könnte! Also haben wir die Villa ausfindig gemacht – und eine faszinierende Antwort erhalten: In der prä-attentiven Verarbeitung (die ersten 3-5 Sekunden, in denen man etwas betrachtet), suggeriert die Villa ein Gesicht!  Und wegen der Verkabelung unseres Gehirns kann uns kein anderes Bild so packen – und kein anderes Muster wird das jemals tun.
  3. Was und wen halten Sie für die Trends und Trendsetter der Branche?
    Zu den wichtigsten Trends in der Architekturbranche gehört die Nachhaltigkeit, das Design zur Förderung der menschlichen Gesundheit und des Wohlbefindens sowie neue Erkenntnisse in der Kognitionswissenschaft, die uns zu verstehen helfen, was unser Gehirn sehen soll. Weitere Informationen zu letzteren finden Sie auf unserer Website: geneticsofdesign.com.
  4. Welches Buch sollten Architekten in dieser Branche gelesen haben?
    Ich muss das Buch empfehlen, das ich zusammen mit dem Tufts University Professor Justin B. Hollander, geschrieben habe: Cognitive Architecture, Designing for How We Respond to the Built Environment (Rutledge, 2015), und eines von einem Nobelpreisträger für Neurowissenschaftler über die Gründe, warum Kunstwerke entstehen: Eric Kandel, The Age of Insight (2012).  Es gibt auch ein gutes kleines Einführungsbuch von Oxford University Press.
  5. Was ist/war Ihre Lieblingsmusik beim Entwerfen?
    Das Summen eines kleinen Cafés; das Murmeln der Menschen, die reden und das Klirren der Kaffeetassen ist irgendwie sehr beruhigend und bringt mich dazu, das Beste zu denken.

Janice M. Ward 
ist Schriftstellerin, Designerin, Bloggerin und MINT-Befürworterin. Gemeinsam mit Ann Sussman ist sie Autorin der Titelstory der Juni 2016-Ausgabe des Planning Magazine: Mit Eyetracking und anderen biometrischen Tools helfen sie Planern, gebaute Umgebungen zu gestalten. Mehr Infos unter acanthi.com und geneticsofdesign.com.

FÜNF ANTWORTEN
  1. Erzählen Sie uns von Ihren Top 5 Sportanlagen.
    Ich wurde in Boston geboren, also zieht es mich in den Fenway Park, der als eines der 10 wichtigsten historischen nordamerikanischen Stadien gelistet ist. Es ist der lokale, sentimentale Favorit.
  2. Welche Architekten und Gebäude haben Sie nachhaltig beeindruckt?
    Zu unserem 20. Hochzeitstages besuchten mein Mann und ich Frank Lloyd Wright’s Falling Water. Atemberaubend. Nicht bequem nach heutigen Maßstäben, aber erstaunlich. Stellen Sie sich ein 5.300 m² großes Haus vor, das über einem Wasserfall mit Gewächshaus und einer Treppe gebaut wurde, die hinunter zu einem Bach führt.
  3. Was und wen halten Sie für die Trends und Trendsetter der Branche?
    Architektur sollte mit dem technologischen Wandel Schritt halten. Nicht nur die Gebäudetechnik. Design-Schulen sollten Initiativen aus den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen, Mathematik (STEM), einschließlich Neurowissenschaften, Biologie, Informatik und biometrische Werkzeuge integrieren, um menschenzentrierte, datengesteuerte Umgebungen zu entwickeln.
  4. Welches Buch sollten Architekten in dieser Branche gelesen haben?
    Die Technik entwickelt sich so schnell, dass ich dazu tendiere, Online-Inhalte in Websites, Blogs und Magazinen zu lesen. Zwei Favoriten sind Architectural Record und Dwell. „The Hidden Life of Trees: What They Feel, How They Communicate“ von Peter Wohlleben ist das Buch, das ich gerade genieße.
  5. Was ist/war Ihre Lieblingsmusik beim Entwerfen?
    Während des Schreibens höre ich oft Bach, Eliot Fisk oder Andre Segovia. Sanfte, instrumentale Musik ohne Ablenkung.

Skatepark Bethlehem

Skatepark Bethlehem

Der neue Stern von Bethlehem

Der Skatepark Bethlehem sorgt für mehr Kindheit

Die Situation

Die Kinder von Bethlehem sind unmittelbar von der instabilen Lage in ihrer Heimat betroffen. Es gibt nur wenig Orte und Gelegenheiten, an denen sie unbeschwert spielen können – seit dem Sommer 2016 gibt es einen Ort mehr: den Skatepark Bethlehem. Armut und Gewalt prägen das Leben der Kinder in Palästina. Dazu gehören der Gaza-Streifen und Bethlehem im Westjordanland. Die Stadt gehört zu den palästinensischen Autonomiegebieten und grenzt im Norden an Jerusalem. Für die Christen in der ganzen Welt ist die Stadt (knapp 30.000 Einwohner) von besonderer Bedeutung, weil sie der Überlieferung nach der Geburtsort Jesu ist. Nördlich der Stadt verläuft die israelische Sperranlage, die Bethlehem von Jerusalem und kleineren palästinensischen Dörfern durch eine bis zu acht Meter hohe Mauer trennt. „In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld“: Das Fest der Geburt Christi, es ist nirgendwo näher als hier. Das SOS-Kinderdorf Bethlehem, auf dessen Grund der Skatepark Bethlehem gebaut wurde,  liegt direkt am historischen Hirtenfeld. Hier soll den anwesenden Hirten die Geburt Jesu verkündet worden sein. Heute leidet die Gegend, abgesehen von der politischen Instabilität und der vorherrschenden Gewalt, an hoher Arbeitslosigkeit (23 Prozent) und Armuts – etwa 18 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Aus 14 Familienhäusern besteht das Dorf, das 120 Mädchen und Jungen eine Heimat gibt. In den Kindergarten gehen auch Kinder aus der Umgebung, ebenso in die Grundschule.

Planer

maier landschaftsarchitektur // Betonlandschaften Rösrather Straße 769 D-51107 Köln

Bauherr

SOS-Kinderdörfer weltweit Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. Ridlerstraße 55 D-80339 München

Partner

skate-aid e.V. 
Projektbüro
Scheibenstraße 121
D-48153 Münster

LAGEPLAN

ISRAEL & PALÄSTINA

BETHLEHEM

DAS SOS-KINDERDORF

Der Park

In Zusammenarbeit zwischen SOS-Kinderdörfer, Skate-Aid und Betonlandschaften wurde in dieser schwierigen Situation ein brach liegender Spielplatz multifunktional umgebaut. Er beherbergt jetzt ein Spielfeld für Ballspiele, traditionelle Spielplatzelemente wie Rutschen und Schaukeln – und den Skatepark Betlehem. Ziel des Entwurfs war es, das vorhandene Terrain mit seinem Baumbestand und anderen prägenden Merkmalen optimal zu nutzen, um einen natürlichen, organischen Fluss zu schaffen und die Landschaft nicht zu beeinträchtigen. Ein schöner Nebeneffekt war, dass auf diese Art der Material- und Arbeitseinsatz und damit die Kosten reduziert werden konnten. Trotzdem wurden die geforderten Standards für Skateparks erreicht – die langlebige Konstruktion kann mit modernen Parks auf der ganzen Welt mithalten. Die Unterkonstruktion besteht aus lasttragenden Kies- und Schotterschichten, auf die bewehrter Beton aufgetragen und durch besondere Behandlung geglättet wird. Auf diese Weise werden Rollgeräusche und Rollwiderstand reduziert, was in ruhigen Fahreigenschaften ohne Behinderungen und Lärm resultiert. Trotzdem weckt die graue Betonoberfläche in einer Stadt, die durch eine Wand aus demselben Material geteilt wird, beunruhigende Assoziationen. Daher wurde der gesamte Park in fröhlichen Farben mit Hilfe der Kinder, die in dem Dorf wohnen, eingefärbt. Dies geschah gemeinsam mit Freiwilligen aus Deutschland und Palästina, die auch am Bau des Skateparks beteiligt waren und von einem Repräsentanten von Betonlandschaften angeleitet wurden. Die Anlage befindet sich auf dem Grundstück des SOS-Kinderdorfs, am Rande der baulichen Infrastruktur und von einem Pförtnerhaus aus einsehbar. Ungesehen kann also niemand den Park betreten oder verlassen – ein in dieser Gegend wesentlicher Punkt. Ein separater Wartungseingang mit abschließbarem Tor befindet sich auf Straßenniveau und ermöglicht leichte Erreichbarkeit für PKW und Rollstuhlfahrer. Der Platz ist etwas abgelegen, dennoch müssen die Kinder nicht beaufsichtigt werden und können in Ruhe und in Sicherheit spielen.

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Adresse

Derech S.O.S
Bethlehem

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Baukosten

30.000 €

FOTOS

Die Ziele

Der Skatepark Bethlehem wurde entwickelt, um das Selbstvertrauen und das Gemeinschaftsgefühl der Kinder durch Sport und Bewegung zu stärken. An diesem sicheren Ort können die Kinder ihre Zeit verbringen, ohne sich von der politischen Debatte und den Gefahren in Bethlehem verängstigen zu lassen. Bei der Planung und dem Bau des Skateparks Betlehem wurden die zukünftigen Nutzer von Beginn an einbezogen. So konnten die Kinder das Gelände selbst gestalten und dabei wichtige handwerkliche und handwerkliche Erfahrungen sammeln. Zusätzlich wurde ihre positive Einstellung zum Projekt gefördert. Der ständige Zugang zu sportlichen Aktivitäten stärkt nicht nur das Selbstvertrauen der Kinder, sondern bietet ihnen auch eine Plattform, um an ihren Fähigkeiten zu arbeiten und Fortschritte und Erfolg zu erleben. Mit ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit und unter den engen Budgetrestriktionen humanitärer Hilfe von Nicht-Regierungs-Organisationen haben alle Beteiligten gemeinsam hier einen einzigartigen in-situ Skatepark geschaffen, der den anerkannten internationalen Standards entspricht und gleichzeitig unsere Erwartungen an das Aussehen und die Ausstrahlung eines Skateparks übertrifft – nicht nur bei der Farbgebung.

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Autor

Ralf Maier Betonlandschaften

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Fotos

Ralf Maier, Harry Gerrard, Christopher Kintrup, Samantha Robinson

Videos: Skate- Aid, Harry Gerrard

VIDEOS

 

The Goods Line

The Goods Line

Back in the High Life Again

The Goods Line in Sydney

Geschichte

The Goods Line war einst Teil der ersten Eisenbahn, die 1855 in Australien eröffnet wurde. Sie war für den Transport von Kohle, Schiefer, Holz, Weizen und anderen Produkten aus Australien von entscheidender Bedeutung. Mit aufkommendem und dann zunehmendem Straßenverkehr ging die Nutzung der Strecke jedoch zurück. 1984 wurde der Bahnbetrieb eingestellt. Seitdem war die Bahnlinie ein isolierter und vergessener Teil der Stadt – bis ins Jahr 2015. Da wurde die Linie wiederbelebt. Seitdem steht der Öffentlichkeit ein Verkehrsweg mit reichlich sozialer Infrastruktur zur Verfügung.

Im Zentrum von Sydney gelegen, stellt The Goods Line den stillgelegten Eisenbahnkorridor als einen grünen, energiegeladenen öffentlichen Campus im Herzen eines der am dichtesten besiedelten, urbanisierten und ehemals vergessenen Teile von Sydney dar.

Dieser einzigartige, 7.000 m² große Stadtpark bildet eine strategische Verbindung von Sydneys Central Station nach Chinatown und zum Darling Harbour Entertainment- und Freizeitareal (Sydneys Spielplatz). Mehr als 80.000 Studenten, Einheimische und Besucher sind mit Darling Harbour und seine jährlich 26 Millionen Besucher verbunden. Die Goods Line schafft des Weiteren Verbindung zu verschiedenen Kultur-, Bildungs- und Medieninstitutionen, die sich über die gesamte Länge erstrecken.

Architekt

ASPECT Studios
Level 1, 78-80 George Street
Redfern, New South Wales 2016
Australia

Bauherr

Property NSW
previously Sydney Harbour Foreshore Authority

Design Partner

CHROFI
3/1 The Corso
Manly NSW 2095
Australia

LAGEPLAN

Der Auftrag

Die ursprünglichen Ziele von The Goods Line lauteten:

  • Ein integrierter, linearer Park
  • Sicherer Zugang für Fußgänger und Radfahrer
  • Verbesserung der Gesamtlandschaft, der Ausstattung und des Charakters des Gebietes
  • Eine ebenerdige Verbindung zwischen dem Broadway- und dem Haymarket-Campus für die dortigen Studenten
  • Die Einbeziehung ökologisch nachhaltiger Initiativen und der Interpretation des Kulturerbes
  • Schaffung eines besonderen Ortes

Der Planungs- und Entscheidungsprozess der Goods Line war in hohem Maße integrativ und kooperativ. Wichtige Entscheidungen in Bezug auf die Finanzierung, die laufende Kuratierung und die Designentscheidungen wurden einem Lenkungsausschuss in einem fortlaufenden Prozess vorgelegt, der die Miteigentümerschaft an Ideen und die Effizienz des Prozesses sicherstellte.  Es wurden mehrere Methoden angewandt, um kritisches Feedback von einem breiten Querschnitt der wichtigsten Interessengruppen zu bekommen. Mitte 2012 fand vor Ort eine erste offene Sitzung statt, bei der wertvolle Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit kamen.

Adresse

The Goods Line
Haymarket NSW 2000
Australia
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Eröffnung

2015
GALLERY

Strategie

Die Strategie hinter dem Design von The Goods Line war es, ein starkes bürgerliches Rückgrat zu schaffen und eine Reihe von Möglichkeiten für Menschen zu schaffen, sich zusammenzutun und den Raum auf verschiedene Weise zu nutzen.

Der Wandel von einer reichen Industriegeschichte zu einer Geschichte der sozialen Interaktion sollte auch im Design ablesbar sein. Durch die Einbeziehung einzigartiger, ineinandergreifender Formen werden die reiche Geschichte von The Goods Line erzählt und gleichzeitig eine neue Identität für das Gebiet geschaffen. Die Goods Line ist ein Beispiel für das Potenzial des Designs, isolierte Stadträume in kreative und vernetzte öffentliche Ziele zu verwandeln.

Die soziale Infrastruktur wie Tribünen, Sitze, ein Amphitheater, Wi-Fi-Einrichtungen, ein Spielplatz, Tischtennisplatten und Rasenflächen unterstützen das wachsende öffentliche Leben in diesem Stadtteil. Maßgeschneiderte Sitzmöbel und Sitzmöbel greifen auf das industrielle Erbe des Ortes zurück, während die verschwommenen Grenzen entlang seiner Länge so gestaltet sind, dass Pop-Up-Events und Festivals möglich sind, die ein Gemeinschaftsgefühl in eine zuvor stillgelegte städtische Fläche bringen. Es werden Fußgänger- und Fahrradanschlüsse geschaffen, die den Zugang zu bestehenden Straßen und Stadtvierteln, die den Park umgeben, erschließen und wieder in das Gefüge der Stadt einbinden.

fa-

Autor

ASPECT Studios

VIDEO

Nachhaltigkeit

Durch die Herstellung eines Großteils des Materials (Betonfertigteile) außerhalb des Werksgeländes und den Einsatz modernster digitaler Fertigungstechniken, Zeichnungen und Koordinationsverfahren gewährleistet das Projekt die Minimierung von Abfall. Der Prozess minimierte den Verschnitt und die Verfüllung durch die Schichtung einer neuen Grundplatte. Damit konnten die historischen Gleise bewahrt und Schäden an den unterirdischen Stromkabeln verhindert werden.

Water Sensitive Urban Design (WSUD) Initiativen ermöglichen es The Goods Line, eine Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs um 80% zu erreichen. Wassersparende Lösungen z.B. bei der Wahl der Bepflanzung, sind entlang der gesamten Länge der Warenlinie umgesetzt worden. Einlaufgruben wurden in Gartenbeeten versteckt, so dass das Regenwasser die trockenheitstoleranten, wasserarmen und (mehrheitlich) einheimischen Arten auf natürliche Weise bewässern kann.

Durch die Beibehaltung kritischer Elemente wie der Eisenbahnbrücke und der Schieneninfrastruktur sowie durch die Umnutzung anderer Elemente hat das Projekt innovative Ansätze aufgezeigt. Das Design nutzt die robusten Materialien, die mit der Vergangenheit der Bahninfrastruktur verbunden sind: Kies, Beton, Stahl und Holz. Ursprünglicher Ziegelstein wurde restauriert und der Standort ist mit zeitgenössischen und nachhaltigen Elementen verziert.

Farbe und Struktur

Die einheimische, standortspezifische Palette von Pflanzen, die entlang der verbliebenen Schienen in den Kies gesetzt werden, ist winterhart und bringt Farbe und Textur in den postindustriellen Standort. Die Erhaltung bestehender Bäume war für das Projekt von großer Bedeutung. Durch die Integration von Landschaft in die gebaute Form wird eine belastbare Umgebung mit urbaner Begrünung für eine ökologisch und sozial nachhaltigere Stadt geschaffen. Das Projekt trägt zu Sydneys Green Spine Quote bei und steigert die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bevölkerung und der Großstadt, indem es weitreichende Konnektivität und Bewegungsmöglichkeiten schafft.

Die Geschichte und die Werte des kulturellen Erbes von The Goods Line sind integraler Bestandteil der Umgestaltung und Revitalisierung dieses bedeutenden Teils der Eisenbahninfrastruktur. Der mutige industrielle Charakter und die Mühen der Industriearbeit wurden durch die Gestaltung und Materialität des Projekts vermittelt. Die Goods Line ist viel mehr als nur eine neue Grünfläche in der Stadt. Die Goods Line ist eine öffentliche Plattform, die den kulturellen Reichtum und die Innovationskraft seine Nutzer repräsentiert.

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Awards

  • 2017 National Architecture Awards – National Award for Urban Design
  • 2017 10th IFLA Asia-Pac Landscape Architecture Awards – Award of Excellence; Cultural and Urban Landscape Category
  • 2017 PIA National Awards for Planning Excellence – Great Place
  • 2017 PIA National Awards – Commendation – From Plan to Place
  • 2016 PIA NSW Awards for Planning Excellence – From Plan to Place
  • 2016 PIA NSW Awards for Planning Excellence – Great Place
  • 2016 World Architecture Festival Award – Landscape Category; Shortlisted
  • 2016 AILA National Landscape Architecture Awards – Civic Landscape
  • 2016 Australian Urban Design Awards – Delivered Outcome – Small Scale
  • 2016 Rosa Barba International Landscape Prize – Finalist
  • 2016 AILA NSW Awards; Civic Landscape Award of Excellence
  • 2016 202020 Vision Green Design Award
  • 2016 22nd Annual Heritage Awards; Highly Commended – Conservation Landscape
  • 2015 6th ‘Yuan Ye’ Award Professional Competition – First Prize Winner: Exquisite Landscape
  • 2014 Australia Award for Urban Design; Policies, Programs and Concepts – Small Scale
 ANIMATION

Academia de Ginástica de Guimarães

Academia de Ginástica de Guimarães

Kork als Designmerkmal

Academia de Ginástica de Guimarães

Ein Weltkulturerbe

Mit einer überdachten Fläche von 3.100 m² befindet sich die Academia de Ginástica de Guimarães am östlichen Rand des Stadtparks. Die Anlage wurde für den Hochleistungssport konzipiert. Guimarães ist eine Stadt im Norden Portugals, im Bezirk Braga. Sein historischer Stadtkern steht seit 2001 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und gilt europaweit als „außergewöhnlich gut erhaltenes und authentisches Beispiel für die Entwicklung einer mittelalterlichen Siedlung zu einer modernen Stadt“. Guimarães ist auch Teil der Subregion Ave (eine der am stärksten industrialisierten Subregionen des Landes) sowie der historischen Provinz Minho. Die Stadt hat 52.181 Einwohner.

Eine solche Art vor Gebäude technisch so auszustatten, dass es eine quasi energieunabhängige Struktur mit geringem CO²-Ausstoß besitzt, war für die Planer der Pitagoras Group eine große Herausforderung. Diese Ziel wurde sogar übertroffen: Die Academia de Ginástica de Guimarães ist bereits kurz nach ihrer Eröffnung ein Meilenstein in Sachen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Innovation. Das Sportzentrum erreichte hohe Leistungswerte durch das LiderA-System mit einer A++-Zertifizierung – eine Anerkennung, die in Sachen Nachhaltigkeit nicht nur in Portugal, sondern auch international selten ist.

Architekt

Pitagoras Group Portugal – Guimarães
rua João de Oliveira Salgado 5 C
Costa, 4810-015
Guimarães – Portugal
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Team

Raul Roque Figueiredo, Alexandre Coelho Lima, Manuel Vilhena Roque, André Malheiro, João Couto, Luís Guimarães, Hélio Pinto, Isabel Rodrigues, Tiago Ranhada, Rui silva
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Bauherr

Stadtverwaltung von Guimarães
FOTOS

Ein exklusives Gebäude

Das Gebäude liegt zwischen zwei bereits bestehenden Straßen, die beide den Zugang zum Gebäude ermöglichen. Die Hauptstraße liegt auf einer höheren Ebene, die andere auf einer niedrigeren Ebene. Sie grenzt an den Stadtpark und dient als exklusiver Zugang zum Trainingszentrum.

Die Academia de Ginástica de Guimarães wurde exklusiv für die Hochleistungsgymnastik geplant und gebaut. Sie besteht aus einem Pavillon, einem Fitnessstudio, Umkleideräumen, Verwaltungsbüros und öffentlichen Räumen, welche auch den Zugang zu den Tribünen ermöglichen.

Die Wahl der Materialien für das Gebäude offenbart eine pädagogische Absicht und zeigt Umweltbewusstsein. Die Gebäudeplanung sucht nach energetischer Effizienz und einer klaren Balance zwischen Technik und Architektur. Die aus dunklem Kork gebaute Fassade ist ein perfektes Beispiel für diese Vielseitigkeit. Die Fassade ist gleichzeitig ein starkes Designmerkmal für das Projekt, welches mühelos Assoziationen zu ökologischer Nachhaltigkeit herstellt.

Die volumetrische Zusammensetzung des Gebäudes wurde durch seine programmatischen Kernbedürfnisse und den Wunsch definiert, ein Gebäude zu schaffen, das sich in die lokale Landschaft einfügt. Daher sucht das Gebäude nach Maßstäben und Bezügen zur Umgebung. Trotz seines Volumens verbindet es die vorhandenen und schafft neue Wanderwege: Der Eingangsplatz zum Beispiel verbindet nicht nur die beiden Ebenen des Gebäudes, er ermöglicht auch Sichtbeziehungen in den Park und zu den östlichen Hügeln der Stadt.

Adresse

Academia de Ginástica
Guimarães
Portugal

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Eröffnung

2017
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Autor

Pitagoras Group
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Fotos

José Campos
PLÄNE

VIDEOS
 
 

Radsportzentrum Tiszafüred

Radsportzentrum Tiszafüred

Überraschende Konturen

Radsportzentrum Tiszafüred

Architektur und Mobilität

Vor zehn bis 15 Jahren hat das Thema Mobilität in der zeitgenössischen ungarischen Architektur an Dynamik gewonnen. Eine Hauptaufgabe der jungen Generation von Architekten, Ingenieuren und Stadtplanern ist die Neudefinition und Umgestaltung der bestehenden städtischen Infrastruktur. Architektur und Mobilität beeinflussen nicht nur die Verkehrssysteme, sondern auch soziale Räume und öffentliche Parks. Neben den traditionellen Aufgaben eines Architekten wie der Gestaltung von Gewerbe- und öffentlichen Gebäuden oder der Schaffung von Wohnraum wird die Bildung und Gestaltung neuer Stadtnetze und -räume immer wichtiger.

Die Stadt Tiszafüred (10.000 Einwohner) gilt als Hauptstadt der Region um den Theiß-See, Ungarns größtem künstlichen See. Dennoch hat sie relativ wenige Sehenswürdigkeiten oder Gebäude, die aus architektonischer Sicht erwähnenswert sind, zu bieten. Eine davon ist das Hotel Tisza Balneum (Ferdinand Architects, 2008).

 

Aus heiterem Himmel

Vielleicht ist das ein Grund, aus dem die erste Begegnung mit dem Radsportzentrum Tiszafüred überrascht. Besucher kommen meist  von der Hauptstraße aus Richtung Debrecen. Meilenweit gibt es nichts zu sehen – außer den atemberaubenden Flugzeugen von Hortobágy. Kommt man nach Tiszafüred und überquert die Bahnlinie, steht da auf einmal dieser Neubau. Die Wahrnehmung des Radsportzentrums Tiszafüred unterscheidet sich stark von anderen und höheren Gebäuden, die sich bereits von weitem ankündigen. Hier kommt er ganz aus dem Nichts. Nach ein oder zwei Kurven raus aus dem Stadtzentrum hat man plötzlich ein schneeweißes, freistehendes Gebäude vor sich – und zwar eins mit überraschenden Umrissen.

Architekt

Ferdinand and Ferdinand Architects
H-1053 Budapest
Szép utca 2
Hungary

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Bauherr

Entwicklungsgesellschaft Theiß-See

Erdgeschoß
Obergeschoß
2. Obergesch0ß
Tiszafüred Cycling Centre (c) Andrea Balazs
Tiszafüred Cycling Centre (c) Andrea Balazs

Vorbilder

Das Radsportzentrum Tiszafüred sieht aus, als sei es inspiriert von niederländischen oder dänischen Beispielen für städtische Fahrradanlagen, in denen die Straße oder Rampe zum Gebäude wird: Sie schlängelt sich nach oben, steigt langsam an und verbindet sich schließlich ganz oben mit dem Gebäude. Hier befindet sich Eingangszone des Pavillons.

Die Verbindung zwischen dem mittleren Korpus des Gebäudes und den Rampen ist lockerer, weniger kalkuliert und weniger gleichmäßig. Die Rampen, die die Radfahrer nach oben führen, sind mit begrünten Flächen überdacht, die an wichtigen Stellen die funktionelle Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen herstellen.

Die drei Etagen haben drei unterschiedliche Funktionen: Im Erdgeschoss befinden sich Fahrradverleih und Serviceangebote, darüber liegen Toiletten und Duschen und ganz oben ist Platz für einen Coffe-Shop und eine Informationstheke. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Theiß-See.

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Fertigstellung

2016

Ein Tag im Radsportzentrum Tiszafüred

Ein „normales“, eintägiges Fahrradprogramm im Radsportzentrum Tiszafüred sieht ungefähr so aus: Familien oder Touristengruppen kommen mit dem Auto oder Bus an, wechseln auf ihre eigenen oder gemieteten Fahrräder, wenden sich bei Bedarf an den Informationsschalter und starten ihren Trip über die 50 km lange Fahrradroute. Bei ihrer Rückkehr können sie hier duschen, sich umziehen, ihre Räder reparieren oder warten lassen, sich im Café stärken, entspannen und ihre Reise fortsetzen.

Das Radsportzentrum Tiszafüred mag etwas extrovertiert wirken, da der Stil und die Größe des Gebäudes eher in einem dichteren städtischen Hintergrund erwartet werden. Die Architekten Ferdinand und Ferdinand wollten jedoch einen symbolischen und einprägsamen Ort schaffen, der Tiszafüred deutlich von anderen touristischen Destinationen unterscheidet.

Das Radsportzentrum Tiszafüred dient also nicht nur den reinen funktionellen Bedürfnissen der Biker, es wurde auch als Symbol touristischer Entwicklungsprojekte in der Region Tiszafüred entworfen.

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Textautor

Jozsef Martinko
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Fotograf

(c) Andrea Balazs

Beispiel

Das Runde und das Eckige

Sporthalle Eichi im Schulzentrum Niederglatt

 

Architektur und Ästhetik

Das bestehende Zentrum Eichi in der Schweizer Gemeine Niederglatt (Kanton Zürich) besticht durch die Komposition und das schnörkellose Zusammenspiel der einfachen Kuben. Der verwendete grobe Verputz in unterschiedlichen Warmtönen an den Fassaden lebt im Zusammenspiel mit Lichteinfall und –Intensität.

Das Zentrum wurde 1985 durch den Architekten Walter Schindler erbaut. Dazu kam im Jahr 2007 der Anbau des neuen Schulhaustraktes durch L3P. Im Sinne einer Weiterführung sahen die Planer die Wiederverwendung dieses Fassadenmaterials auch für den Erweiterungsbau der Sporthalle Eichi. Mit einem neuen Farbton wird das best. Farbkonzept mit den warmen Tönen in Richtung orange-rötlich des ganzen Zentrums Eichi weitergeführt und ergänzt.

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Standort

Grafschaftstrasse 57
8172 Niederglatt ZH
Schweiz

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Fertigstellung

2010

Innenansichten

Projekt

Die Sporthalle Eichi bildet den architektonischen Abschluss des Schulareals nach Südwesten. Die innere Struktur besteht aus einer zweigeschossigen, dienenden Raumschicht an der Westseite und der nach Osten anschließenden Halle. Auf der Längsseite des neuen Turnhallenanbaues ist die Bühne angeordnet.

Das neue, zweigeschossige Foyer der Sporthalle Eichi ist auf den Außensportplatz ausgerichtet und wurde großzügig verglast. Toiletten, Office und Außengeräteraum befinden sich im Erdgeschoss und sind auch von außen zugänglich. Die Garderoben und Duschen befinden sich im Obergeschoss und sind über einen zur Halle offenen Gang, der auch als Zuschauergalerie genutzt werden kann, erschlossen.

Brandschutztechnisch werden Halle und neue Zugänge als ein Brandabschnitt konzipiert. Dies ermöglicht eine äußerst variable Nutzung – wie der Name „Mehrzweckhalle“ es ja auch fordert. Sämtliche Bereiche werden direkt nach außen entfluchtet. Im Obergeschoss wird die Entfluchtung nach Süden mit einer zweiten Korridorschicht ermöglicht. Gleichzeitig bringt die Möglichkeit der Abtrennung einen Zusatznutzen für die Künstlergarderoben bei Theaterbetrieb, welche über eine interne Treppe direkt mit der Bühne verbunden sind. Ein weiterer Vorteil der vorgelagerten Raumschicht ist die resultierende Intimität für die Nutzer der Garderoben.

Architekt

L3P Architekten AG FH SIA
Unterburg 33
8158 Regensberg

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Team

Martin Reusser dipl. Arch. FH Reg A SIA; Boris Egli dipl. Arch. FH Reg A SIA; Markus Müller dipl. Arch. FH

Nutzer

Sekundarschulgemeinde
Niederhasli Niederglatt 

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Bauherr

Gemeindeverwaltung
Grafschaftstrasse 55
8172 Niederglatt
Schweiz

L3P Architekten

L3P Architekten

Regensberg

 
PHILOSOPHIE & ARBEITSWEISE
Entwickeln – Entwerfen – Modellieren – Hinterfragen – Verändern – Detaillieren – Verfeinern

Diese Schritte begleiten uns tagtäglich und sind die Basis und die Motivation unseres Schaffens. All diese Facetten machen unseren Beruf zur Berufung.
Zusammen mit unseren Auftraggebern oder als Totalunternehmer erarbeiten wir nachhaltige Konzepte und Gebäude. Dazu gehören der verantwortungsvolle Umgang mit wertvollem Boden und Ressourcen.
Raum, Proportionen, Materialität, Farbigkeit, Belichtung und Lichtführung sind Parameter, welche objektspezifisch erarbeitet und weiterentwickelt werden, bis ein GANZES entsteht.

Erschließung und Gestaltung des Bestandes

Die bestehende Zufahrt aus der Rütiwiesenstrasse wurde ausgebaut und asphaltiert.

Die Zugänglichkeit für die neue Sporthalle Eichi ist folgendermaßen geregelt:

  • Vereine und Schüler nutzen den neuen Eingang im Erdgeschoss, der vis à vis vom Ausgang des Klassentraktes ist.
  • Vereinsmitglieder haben am Abend und unter der Woche die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge im Zulieferbereich Office und Bühne abzustellen.
  • Bei der Nutzung als Mehrzweckhalle erfolgt der Zugang des Publikums über das bestehende Foyer, welches optimal über den Schulplatz und die nahen Parkmöglichkeiten erschlossen wird. Das Foyer und die bestehende Turnhalle wurden im Innenbereich bezüglich Materialisierung, Beleuchtung und Farbgebung ebenfalls neu gestaltet.
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Textautor

L3P

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Fotograf

Vito Stallone

Pläne

Statik, Belichtung und Raumgestaltung

Durch den Anbau verlor die alte Turnhalle ihre vertikalen Fensterflächen gegen Süden. Die vorhandenen, nach Norden orientierten Schrägoblichter wurden belassen. Bei der Berechnung des Tragwerks für die neue Sporthalle Eichi wurde auch der verantwortliche Bauingenieur, welcher die Turnhalle Jahrgang 1985 berechnet hatte, zu Rate gezogen.

Die Alterung des Betons und die daraus resultierende höhere Druckfestigkeit ermöglichten einzelne Ausschnitte.  Aus Kostengründen musste auf die anfänglich geplanten runden und spielerisch angeordneten Oberlichter verzichtet werden.

Sozusagen als gestalterische Kompensation gestalteten die Architekten Kreisvertiefungen in den Sichtbetonwänden und Sperrholzverkleidungen. Überhaupt ist der Kreis allgegenwärtig: Zur Zuschauergalerie wurden in die bestehenden Betonwände runde Fräsungen erstellt und die neuen Wänden entsprechend geschalt. Wie hüpfende Spielbälle entsteht so zusammen mit den Vertiefungen eine Metapher, welche die Halle räumlich sehr attraktiv macht.

Schülerband „Seehelden“
Killing me softly with his song

Außenansichten

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